Betrieb ruht bis 3. Mai wg. Afrikajagd

Streifschuß

Lutz Möller Oryx Streifschuß 2011

Hallo, Lutz!

neulich beschoß ich mit 6,5x57 R in einer Wiese auf 40 m einen Bock, der gesund absprang. Als Ursache dafür kommen einerseits einige Grashalme in Betracht, andererseits kann es auch sein, daß das Geschoß im Bereich meines Ansitzschirmes ein Blatt oder einen Ast gestreift hat. Mein Onkel hat neulich auf ähnliche Entfernung eine Sau vorbeigeschossen (9,3x62, 18,5g TM). Da waren auch wohl noch einige Weizenhalme im Weg. Könnten einige Halme, die sich nur wenige Meter vor dem Ziel befinden, das Geschoß derart aus der Bahn werfen? Ansonsten sind wir nämlich sehr gute Kugelschützen.

WH, Simon Beckschäfer, Dienstag, 20. August 2002

Hallo Simon,

hier folgt ein südafrikanisches Beispiel:

Good Evening Lutz, Many thanks for your post and the pictures.

I once shot a golden jackal at 15 m with the 9.3 mm twice. After the first miss the jackal was kind enough to stand still for a second shot!

I waited over a game track that kudu used to get to some water when this jackal came through the bush. On spotting movement out of the corner of my eye the rifle flew to my shoulder and onto target. Only then did I see what it was. The jackal had stopped in mid-stride. Neither of us moved. The farmer would be pleased to have one less jackal dining off his lambs and I thought that a golden skin was a pleasant change from the normal black-backed variety.

We continued to look at each other.

I didn't want to waste a soft-point bullet on him so moving very, very, very slowly I eased back the bolt only sufficiently far to remove the chambered cartridge, but not so far as to pick up the next round in the magazine, and placed it on my right hand shirt pocket. Then I removed a solid point from my lh shirt pocket and slipped it under the extractor, fed it into the chamber and closed the bolt. Squeezed the trigger.

BOOOM!

I recovered from the recoil only to find that the jackal hadn't moved - not so much as a whisker. I couldn't believe it - I do not miss at 15 meters!

I repeated the whole procedure of extraction, pocketing the empty case, pulling out another solid, chambering it, sighting and

BOOOM again! Only this time Reynard's nerve broke and he streaked off - his tail streaming out absolutely straight behind him!

I walked forward - not believing what I had just experienced. I found where he had stood, I examined his paw prints where he had dug in and made like a sprinter coming out his starting blocks. No blood, no fur - nothing - no bullet marks in the ground beyond. I tracked his path for about 40 meters - still no blood signs. I walked back a very puzzled man. I do not miss even twice from 15m.

Returning to the spot where he had been standing, my eye spotted a broken branch about 2,2 m above the ground and about 5 m beyond where he had stood. I examined the break - it was very, very fresh - and there was a second one too. Mmmm - I was sitting and aiming downwards when I shot. I tied my handkerchief to the branch and returned to where I had sat. I sighted at the point where the jackal had been standing. About 6 m from the muzzle there was a horizontal 15 mm diameter branch carrying the marks of my two bullets - only 20mm apart!

That branch had turned a 19g bullet travelling at near muzzle velocity and maximum energy through about 11 degrees!

I wished that jackal a long life.

Enough for the evening - the weather forecast is for snow on all the higher peaks in the country - I'm glad that we are not out hunting!

regards edi

Ob ein Geschoß sein Ziel nicht erreicht hängt von beiden ab. Die Masse eines nahen (wenige m) Halmes ist nicht groß Genug, um das Geschoß wesentlich aus der Bahn zu werfen. Sie ist ebenfalls nicht groß genug das Geschoß platzen zu lassen. das selbe gilt für Regentropfen. Die Ablenkung macht sich auf größere Entfernung (Zweig am Hochstand, Reh 100 m) sehr wohl bemerkbar.

Oben im Beispiel konnte ein 1,5 cm Ast ein 19 g Geschoß aus einer 9,3x62 11° ablenken. Dann wird das Ziel gefehlt. Um die Ablenkung ausrechnen zu können, müssen die Verhältnisse genau bekannt sein. Das sind sie nie. Also kann man nicht rechnen. Am Gras oder Kornhalm lag der Fehler wohl nicht. Ein 1,5 cm Zweig könnte schon erheblich mehr bewirken.

Gruß, Lutz Möller

Mit meinen Jagdgeschossen sieht da heute (im Jahre 2011) anders aus. Siehe Hindernisse und Zweige und „Abpraller“!

Munition?

Sehr geehrter Herr Möller,

ich recherchiere gerade nach Munitionsarten, da ein Jagdpächter unseren Hund regelrecht hingerichtet hat.

LM: Warum das denn? Wilderte der gerade?

Der erste Schuß war ein Streifschuß durch das Geschirrband des Tieres. Er hetzte den Hund noch 12 min per Nachsuche und versuchte ihn später zu erschießen, was letztendlich mit einem Schuß ins Auge auch gelang. Ich habe den Ort untersucht und 3 m hinter dem Hund einen Einschuß in einem Baum gefunden in dem Papierfetzen 3 cm tief drinsteckten. Darauf war noch zu lesen Magnum Made und 12.

LM: Vielleicht 12/76 Magnum Schrot?

Ein weiterer Baum wies einen Streifschuß in 40 cm Höhe auf und 2 m hinter dem Baum mit dem Streifschuß befand sich ebenfalls eine Einschuß in einem Baum. Projektile wurden keine gefunden. Entweder sind sie zu tief eingedrungen oder wurden vom Jäger entfernt. Meine Fragen sind nun an Sie als Munitionsexperte:

Wie tief dringt eine Kugel in eine Tanne ein?

LM: Das Lutz Möller Geschoß etwa 30 cm, siehe Weichholz! Für andere Munition kann ich nur insoweit Auskünfte erteilen, als ich die gemessen oder errechnete habe. Das ist bei Holz aber noch nicht der Fall. Schnelle Bleigeschosse aus Büchsen zerlegen sich in Holz zumindest teilweise und dringen daher deutlich weniger tief ein. Langsame Schrot bleiben zwar erhalten, aber dringen nur sehr wenig ein (wenige Zentimeter).

Um welche Art von Munition kann es sich gehandelt haben?

LM: Woher soll ich das wissen? Steckt dem Hund noch was im Kopf, oder schoß das Geschoß aus?

Kann es sein das ein Jäger ein ruhendes Ziel aus einer Nähe von wenigen Metern derart verfehlt?

LM: Ja, wenn er ein Büchse mit Zielfernrohr (heute üblich) benutzt. Dann kann er in der Nähe nicht scharf sehen. Außerdem ist das Zielfernrohr über dem Lauf und wenn er die Visierhöhe nicht beachten, unterschißt er (so 4 - 5 Zentimeter).

Da in einem Bereich eines Trimm-Dich-Pfades geschossen wurde liegt mir sehr viel daran diese Fragen zu klären.

LM: Was hat die Frage denn mit dem Ort zu tun?

Ich kann Ihnen Bilder von den Papierfetzen und den Schußverletzungen des Tieres schicken.

LM: Das würde helfen. So stehe ich vor Ihren Fragen ja erst mal unziemlich nackt da.

Mit freundlichen Grüßen, Rolf Tingler, Montag, 3. November 2008 07:11

MJG-Streifschuß wirkt auf Jungfuchs

Hallo Herr Möller,

gestern Abend habe ich im aller-, wirklich allerletzten, Licht und bei Regen diesen Jungfuchs auf 150 m erlegt. Auf Grund der widrigen Verhältnisse beim Schuß, war der Treffersitz leider alles andere als bestens.

MJG-Streifschuß wirkt auf Jungfuchs

Obwohl Ihr Geschoß den Fuchsleib kaum mehr gestreift hatte, genügte die Splitterwirkung Ihre MJG, um ihn an den Platz zu bannen. Das Bild der Handycamera läßt das leider nur unvollkommen erkennen. Ich hatte mir die Stelle zwar gut eingeprägt, mußte aber dennoch 10 -15 Minuten nach dem Fuchs suchen, um ihn dann - schon verendet - zu finden.

LM: Ein Jungfuchs auf den Stoppeln ist klein. Mangelndes Licht hilft ja auch nicht.

Meiner Meinung nach hätte das wohl kein anderes Geschoß vermocht!

LM: Mehr davon lies in Streifschuß

Mit freundlichen Grüßen, C. B., Sonntag, 29. Juli 2012 23:22

7x57R Streifschuß auf Bock

Lieber Herr Möller.

Darf Ihnen nach dem letzten Bericht mit 3 Einschüssen wieder von der Wirkung Ihrer 7x57R (KJG) berichten. Beim Pirschen konnte ich über den Bergstock auf 50 m Schußentfernung diesen braven (wohl) 5jährigen Bock mit Streifschuß erlegen.

 7x57R Streifschuß auf Bock

7x57R Streifschuß auf Bock

Treffersitz nicht besten: Streifschuß: Einschuß = Ausschuß, was sich wohl dadurch erklären lässt, daß ich sehr steil bergab geschossen hatte. Am Anschuß fanden sich Schnitthaar und wenig Schweiß. Ab 10 m nach dem Anschuß war ausreichend Schweiß zu finden. Da ich mir ob des Treffersitzes nicht ganz sicher war und auch das Zeichnen des Bockes nicht eindeutig zuordnen konnte, suchte ich mit Hund nach. Dieser hat bei ausreichender Schweißfährten den Bock nach 150m verendet gefunden.

LM: Der wird von dem Streifschuß vermutlich nur eine einzigen Splitter in die Lungen bekommen haben.

Einen weiteren Bock konnte ich ebenfalls mit der 7x57R und Ihrem Geschoß auf 216 m erlegen (wie erwartet, nur vernachläßigbarem Höhenverlust auf diese Schußentfernung). Diesmal leicht diagonal: Einschuß Trägeransatz, Ausschuß (etwas mehr als kalibergroß) hinterm Blatt: Der Bock fiel im Feuer. Der Hund hatte diesmal wenig Freude.

Waidmannsheil aus Österreich, J., Dienstag, 31. Juli 2012 12:43

Die Güte eines Geschosses  -

zeigt sich bei schlechten Schüssen!

Hallo Herr Möller!

Ich hatte schon mehrmals über die gute Präzision und Wirkung Ihre MJG in meiner 8x68S berichtet. Inzwischen sind damit fast 50 Stück Schalenwild gefallen und über gute Schüsse mit folglich guten Ergebnissen zu berichten wird langweilig. Bekanntlich zeigt sich die Güte eines Jagdgeschosses insbesondere bei schlechten Schüssen. Ich möchte einen Fall von vorletzter Woche schildern.

Bei bestem Licht hatte ich eine Rotte Sauen (eine Bache, zwei Überläufer und drei kleine Frischlinge) in einer Erlengruppe ausgemacht, die sich rund 130 m entfernt auf der ungünstigen rechten Seite der Leiter befand. Kurzum, bedingt durch den ungünstigen Anschlag und den Fehler, daß mir im Schuß der rechte Arm wegrutschte, trug ich einen schlechter Schuß auf einen der Überläufer an. Der Überläufer brach im Knall zusammen und schlegelte. Das konnte ich aus meiner Lage nur am sich bewegenden Gras sehen. Einen Krellschuß vermutend „blieb ich noch einige Minuten drauf“, aber nichts geschah dort weiter. Nach 20 min pirschte ich vorsichtig zum Anschuß und trug aus sicherer Entfernung  - ohne das Stück aufzumüden - den Fangschuß angetragen. Der 25 kg Überläufer hatte lediglich am Rücken in Höhe des Blattes einen Streifschuß. Ein Geschoßsplitter hat wohl die Wirbelsäule verletzt und das Stück an den Platz gebannt. Mit einem anderen Geschoß wäre das Stück wieder aufgestanden und möglicherweise nicht zur Strecke gekommen.

Ich habe festgestellt, auch bei hohen Lungenschüssen kann insbesondere Rotwild schon noch ein paar Gänge machen, auch bei großen Schußentfernungen. Üblicherweise sind das bis 20 m. Vorletzte Woche habe ich einen 8ter (85 kg aufgebr.) auf knapp 180 m beschossen. Der ging in teilweise mannshohem Schilf noch gut 100 m. Dank einer guten Schweißfährte war das Stück schnell gefunden. Der Schuß war perfekt hinterm Blatt, beide Lungenflügel waren durchschossen.

Ich werde weiter berichten.

LM: Bitte.

Obwohl ich den 10mm Club aus jagdlichen Gesichtspunkten für übertrieben und für 8 mm oder gar 9,3mm Schützen für unfair halte, hat mich mein sportlicher Ehrgeiz gepackt, dies mit der 8x68S zu schaffen.

LM: Sehen Sie mal das - auf 200 m!

13 mm Streukreis (d.h. 5mm effektive Streuung) ist mit einigem Aufwand ganz gut hinzubekommen. Ob 10 mm (2 mm effektiv) klappen, weiß ich noch nicht. Ein  „bißchen“ Glück und eine gehörige Portion Nerven gehören schließlich auch dazu!

LM: Gewiß. Der ausgelobte Lohn wartet!

Mein mühsam importierter Sinclair Hülsenhalsabdreher hat gerade erst seine Arbeit begonnen ;-))

Waidmannsheil, Marco Bergemann,  Montag, 13. August 2012 16:48

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