Telefonbuchbeschuß

Sax Kupfer Kugel und Norma Blei Oryx

Sehr geehrter Herr Möller,

anbei möchte ich Ihnen einige Bilder zu einem von mir heute durchgeführten kleinen Beschuss in meinem Revier zusenden. Hintergrund des Versuchs ist der Bericht Hirsch vom Darß den ich kürzlich auf Ihrer Seite studiert habe. Auch ich habe wie der Erleger des Hirsches in ihrem Bericht, noch 40 Patronen in 9.3x92 aus der Produktion von Sax. Ich habe dort nie mehr etwas bestellt, da ich Sie als den Erfinder des KJG auch weiterhin unterstützen möchte. Jedenfalls hatte ich die Befürchtung, daß meine Geschosse ein ähnliches Verhalten wie das Geschoß aus dem Hirsch vom Darß an den Tag legen könnten. Also, gesagt getan, heute machte ich die Probe aufs Exempel.

Zunächst einmal sei der Versuchsaufbau kurz erklärt: In Ermangelung eines anderen Zielmediums schnürte ich 10 mal jeweils zwei in Kunststoff verpackte Telefonbücher zu einem stabilen Paket. Siehe Bild (die Qualität ist leider schlecht).

Dann habe ich den so gebildeten Stapel insgesamt fünf Mal beschossen. Drei mal auf 30 m. Von diesen drei Schüssen waren zwei mit Norma Oryx 18,5 g  und einer mit Sax. Die Oryx hatte ich Zeiten noch zu Hause, sie muten nun heiß-delaboriert werden um wenigstens an die Hülsen zu kommen, um die dann mit vernünftigen Geschossen zu laden.

Norma Oryx auf 30 m in Telefonbücher

Norma Oryx auf 30 m in Telefonbücher

Zwei mal Norma Oryx auf 30 m in Telefonbücher

Sax 30 m in Telefonbücher

Sax 30 m in Telefonbücher

Die beiden letzten Schüsse waren dann auf 250 m jeweils wieder mit Sax. Die Ergebnisse können Sie sich in den beiliegenden Bildern zu Gemüte führen.

Sax 250 m in Telefonbücher

Sax Kupfer Splitter aus Telefonbüchern

Sax 250 m in Telfonbücher von oben

Sax 250 m inTelefonbücher seitlich

Überhaupt nicht verwunderlich für mich war das Aussehen der Bleigeschosse, die von Norma zwar mit dem folgenden Slogan beworben werden

„Oryx hält auch bei direktem Auftreffen auf harte Knochensubstanz zusammen, die Splitterabgabe in das umliegende Gewebe ist minimal. Das bedeutet, daß das Geschoss im Wildköprer seine Richtung nicht ändert.“

Das Aussehen der Oryx Geschosse nach harter „Telefonbuchsubstanz“ bewundern Sie aber im Kontrast zur Werbung in den Bildern. Nur Bleischrott. Von irgenDeiner auch nur annähernd pilzförmigen Struktur kann keine Rede sein. Könnte dies daran liegen, daß die Telefonbücher zu hart sind? Oder doch nicht mit Knochensubstanz vergleichbar?

LM: Oder die Behauptung der Normawerbung trifft offenbar gar nicht zu! Werden da nicht nur Geschosse sondern auch die Kundern „verladen“? Schon mal daran gedacht?

Bei dem Sax Geschossen fiel mir auf, der Restbolzen weist nach 30 m eine annähernd gute Form aufweist.

LM: Nein, tut er nicht. Der Restbolzen viel zu breit, nicht kalibergroß sondern „aufgepilzt“.

Ich denke diese dürfte auch die Schulterstabilisierung begünstigen bzw. die von Ihnen angegebene Fleisch bzw. Knochenleistung voll erfüllen.

LM:  Nein gerade nicht. Sie haben die Tiefenwirkungsgrundlagen gar nicht verstanden. Lesen Sie da nach! Geschosse, die aufpilzen, dringen nicht so tief ein, wie Geschosse, die ihren ursprünglichen Durchmesser behalten. Bei gleicher Masse und Schnelle bedeutet doppelter Durchmesser nur ein viertel Eindringtiefe! So schlimm ist das!

Bei den Restbolzen, die nach 250 m geborgen werden konnten, fällt mir die doch recht starke „Pilzbildung“ auf. Nun meine Frage an Sie. BeeinFlußt dies die Penetrationswirkung?

LM: Sieh oben.

Ich schätze ja.

LM: Richtig!

Wenn ja, um wie viel dürfte die von Ihnen angegebene Fleisch bzw. Knochenleistung dann abnehmen?

LM:  Ohne die kupferenn Sax Geschosse selbst in der Hand gehabt zu haben, schätze ich der Einfachheit halber, deren Pilzdurchmesser ist 1,41-mal dem ursprüglichen (1,41 ist die Quadratwurzel aus 2). Da im Kreis die Fläche mit dem Quadrat des Durchmessers wächst, sinkt die Eindringleistung folglich um die Hälfte. Dann wird´s schon knapp!

Vielen Dank für Ihre Antworten schon mal im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen und viel Weidmannsheil, Ihr Franz Hohmann, Donnerstag, 6. Oktober 2011 19:58

Telefonbuchbeschuß, Physik mal anders

Da war´s wohl schon spät heut´ morgen?

„Da im Kreis die Fläche mit dem Quadrat des Durchmessers wächst, sinkt die Eindringleistung um die Hälfte. Dann wird´s schon knapp!“

LM: Unter der dazu angegeben Bedingung des auf das 1,41-fache aufgepilzten Durchmessers stimmt das genau so. Siehe Poncelet. Der wußte das schon vor mir und Recht hat er auch! 

Sei´ nicht so streng mit den SAXies, denn ein (oder x - mal 1) Buch ist keine Flüssigkeit (die Bücher waren auch nicht nass ;-) ). Das ORYX hingegen ist wirklich ein einziger Müll ! (kenne ich zur Genüge).

LM: Zu Sax habe ich mich auf dieser Seite nicht mit einem Wort geäußert. 

Ergo (für mich) : Versuch nicht repräsentativ, trotzdem nett anzusehn, Deine Geschosse als Vergleich fehlen allerdings !

LM: Franz Hohman, will vielleicht die Versuche im Wassertank fortsetzen, um dann in den Jagdzeitschriften darüber  zu berichten. Siehe vergleichend auch 8 mm Wassertankversuche und 7 mm Wassertankversuche mit Lutz Möller Geschossen!

Deshalb sollte man mit voreiligen Schlüssen vorsichtig sein, denn: Der im Telefonbuchhaus sitzt, sollte nicht mit gelben Seiten werfen !

Hab´ dich trotzdem lieb, Mathias, Freitag, 7. Oktober 2011 07:40

Lies auch Telefonbuchbeschuß? Ich esse lieber Wildschwein!