Zerlegerverwüstungen Finnland 2006

Die-gelbe-Gefahr

Die gelbe Gefahr: 7,6 mm Zerleger für den Kopfschuß mit Krempe

Lies vorher gern den 1. Teil

Zerleger-mit-Krempe

7,6 mm Zerleger für Schüsse ohne Hinterlandgefährdung mit Krempe

7,6 mm Zerleger, 7,5 g, für Schüsse in der Menge ohne Paketschüsse

Samstag: Ansitz

Samstag, Nachtansitz 20:30 - 24 h geplant. Ich sitze in einer Kanzel an einer Wiesenbucht vor einem großen Feld.

Samstagabendkirrung vor großem Feld (Von Dirk an einem andern Tag aufgenommen)

Starker Wind weht. Wolken fliegen. gegenüber scheint die, wie immer in Finnland stark erleuchtete, Stadt von den Wolken apfelsinenfarbig wieder.

Abendlicht

In der Kanzel stehen je zwei Kerzen auf Blechen in Dose und geben gemeinsam mit etwas Geruch leichte Wärme, aber leuchten nicht. Man kann nicht lange, ohne zu frieren, in der Kälte still sitzen. Die Fütterungen sind dermaßen dicht bei, daß die Tiere jeder Geräusch vernehmen und abspringen. Daher ist warme Kleidung + ein wenig künstliche Wärme gut. Diese Kanzel hat zwei verglaste Luken: links zur Salzlecke, rechts zur Fütterung. Der Abstand beträgt gerade mal 10 m. Mir wären 50 m lieber, aber die Finnen schießen meist nur Kopf oder Träger. Da ist ihnen die Nähe lieber.

Gegen 22 Uhr steht plötzliche eine „Kalb“ an der Fütterung. Ich sah es nicht kommen. Es ist unruhig. Ich habe dennoch alle Zeit zu zielen und trage endlich ruhig einen breiten Kammerschuß ( hoch Kammer, handbreit hinter Blatt) von links an. Peng! Getroffen flüchtet das „Kalb“ trotz an sich wenig störenden Lungenschusses wie angestochen weg bis zum etwa 35 m entfernten Waldrund um kurz davor in voller Sicht auf dem weißen Schnee zusammenzubrechen und bleibt liegen. Seltsam? Aber immerhin! Ich bleibe sitzen.

Gegen 22:45 kommt von rechts allein, deutlich kleiner als das „Kalb“ davor, ein Kalb und bleibt im Schnee kurz vor der Fütterung zwischen mir und der Fütterung stehen, also vielleicht 7 - 8 m weit. Ich schieße es nach unten mittig auf die Kammer. Peng! auch dieses Kalb läuft wie angestochen im Bogen um die Fütterung auf das offen Feld, sucht den Übergang und verschwindet „über die Brücke“ rechts aus dem Blickfeld hinter dem schwindenden Wald aufs Feld.

Ich rufe Hanno an, er möge mich bitte gleich holen. Er sagt sein Freund Turk würde mich um 24 Uhr holen. Also baume ich ab und suche allein bei Vollmond und Wolken im Wind auf dem offen Feld und dem Weg, auf dem gewöhnlich der Wagen fährt und auf dem das Kalb ungefähr flüchtetet nach Schweiß. Ich erkenne nichts. Also gehe ich die ~ 30 m zur Brücke, überquere diese und blicke auf das offen Feld hinter der Waldkante hinter dem Graben. Aha. Da liegt es! Gut. Ich gehe hin. Es ist aber ein Stein. Aha, also vielleicht ist es um die Kurve herum, wollte wieder in den Wald und ist in den Graben gefallen, aber nicht wieder hinausgekommen. Ich bin felsenfest überzeugt der Zerleger läßt keinen richtig Getroffenen entkommen. aber nun kommen die Zweifel. Habe ich denn auch richtig getroffen. Die Tiere tragen 4 cm dickes Fell. Das Zielfernrohr ist 5 cm über der Laufseele. Auf die paar Meter steigt das Geschoß kaum (siehe Zielen). Dan noch der Winken hinunter. Kann ich auf 7 - 8 m sitzend aufgelegt vorbeischießen? Also gehe über die Brücke zurück und den Graben entlang, vielleicht 50 m. Der Weg ist verscheit und vereist, der Grabenrand dunkle und bewachsen. Ich finde nichts!

Endlich kommt Hanno, nicht Turk, und bringt ein kräftigen Strahler mit, den man auf See zu Suche nach Vermißten Seeleute in dnefluten gebrauchen könnt. Vier Millionen Kerzen steht drauf. Was für ein altmodisch Einheit. Seit 1972 gilt ISO und Lumen. Auch richt der Strahler gar nicht nach Kerze, so wie die 4 Kerzen in der Kanzel. Das Dinge ist ein ganz gewöhnlicher Halogenstrahler, vielleicht 10 Watt Stromaufnahme oder auch 20, wenn ich den Faden später im Hellen so betrachte.

Hanno bestreitet rundweg, ich hätte vorbeigeschossen. Aber er sh ja auch daß ich mit einem Schuß auf 170 m ein Bierdose (wassergefüllt) wegputzte. die Bauern hier schießen ja auf kurze Entfernungen, obwohl Hanno währen der Tage auch ein Achter auf 100 m mit Trägerschuß holte.

Hannos Achter

Die sollen man nicht so tiefstapeln! Die Russen ließen sie im Winterkrieg und im Verlängerungkrieg auch nicht weit ins Land. Das von der Sowjetunion eroberte und geklaute Karelien war gerade mal groß genug alle sowjetischen Gefallenen zu begraben soll ein Russe gesagt haben. Die können als was und sind darauf sehr stolz! Das erklärt für mich auch den unverkrampften Umgang mit Waffen. Jeder hat Zugriff. Viele sind Jäger. Gleichwohl geschehen kaum Unfälle oder werden Waffen sonst mißbraucht, etwa zu kriminellen Zwecken. Jeglicher Mißbrauch und Fehlverhalten sind gesellschaftliche Fragen, keine sachlichen oder technischen.

Die Lampe gleißt amAnschuß auf dem Schnee. Kein Schweiß! Das ist schlecht! Das mit dem Zerleger! Also schnappe ich mir die Lampe und folge der vermeintlichen Fluchtfährte um die Futtertonne herum Richtung Bach und Brücke, über die das Kalb gelaufen ist und such Schweiß. Ah, nach 10 m finde ich die sich verstärkende Schweißspur. Das Kalb liegt vor der Brücke neben dem Graben. Ich erkenne es neben der vereisten und weißen Fahrspurt auf dem dunklen Untergrund neben Bewuchs mit der Lampe erst, als ich fast drauftrete. Es war nicht über die Brücke gelaufen, obwohl ich das in bestem Wissen und Gewissen die ganze Zeit davor beschoren hätte.

Samstag im Schlachthaus

Im Schlachthaus zeigen beide breiten Kammerschüsse stärkste einseitige oberflächliche Zerstörungen. Obwohl gut in die Kammer hinter das Blatt getroffen (Hanno behielt recht), sind beide Pansen ausgelaufen. Jeweils ein Splitter durchschlug vielleicht 60° von der Schußrichtung aus der gegenüberliegenden Decke durch das Weiche aus. Die Zerleger sind Handgranaten! Das erste „Kalb“ war übrigens ein ♂ Jährling, kein Kalb. Risto verwirft des Matsches wegen von dem Jährling sogar einen Vorderlauf. Die Dinger schieße ich auf Wild nicht wieder. Für den Kopfschuß sind gut zu gebrauchen, für alles andere nicht. Punkt! Der Wirkungsquerschnitt muß schrecklich sein, schreibe ich in Finnland noch. Heute übertrage ich nur von den damaligen Papieraufzeichnungen.

Zerlegerkalb oder Jährling vom Samstag von rechts in der Decke mit Blut, aber, wenn ich recht erinnere ohne Ausschuß. Beide traf ich von links.

Zerlgerkalb- oder -jährlingsEinschuß von links mit heraushängendem Zwerchfell

Zerlgerkalb- oder -jährlingsAusschuß aus dem Weichen

Oberflächliche ZerlegerEinschußwunde

ZerlegerEinschußwunde (Kalb oder Jährling)

ZerlegerEinschußwunde (Kalb oder Jährling) ohne Decke mit Panseninhalt und Gescheide.

ZerlegersplitterweichAusschuß (Kalb oder Jährling)

ZerlegerEinschuß von innen. Der Brustkorb ist nur knapp durchschlagen

Pansen am ZerlegerEinschuß

Oberflächliche Zerlegerverwüstungen

ZerlegersplitterAusschuß durch das Weiche desselben Tieres

Oberflächliche Zerlegerverwüstung ohne Decke

zerlegerzerstörte Lunge

ZerlegerEinschuß von innen desselben Tieres wie im Bild davor

Sonntag findet mangels genügender Schützen keine Drückjagd mehr statt. Ich schieße trotz meines Vorsatzes noch einmal mit dem fürchterlichen Zerleger auf Wild, nämlich einen Hasen, natürlich mit Kopfschuß. Der Hase fällt sofort und schlegelt lange, wie es sich für einen perfekten Zentralnerventod gehört. Vom Kopf sind noch Reste vorhanden. Das bestärkt mich in der Meinung mit dem Zerleger das beste Geschoß für den Kopfschuß auf Menschen ohne unvertretbare Nebenwirkungen auf Unbeschossene zu bieten. Weitere Beweise trete ich gern.

Göran und Jukka bei der Abrechnung

Elchscheibe für laufenden Elche auf 10 m mit Luftgewehr. Auch so kann man billig üben!

Flieger warten in Helsinki mich nach Haus zu bringen. Im Dezember komme ich wieder.

Lehre

wie schon im 1. Teil, Loimaa '06, beschrieben, taugen Zerleger wenig zur Jagd, weil sie nicht besser als gute Geschosse können, aber vieles schlechter. Das muß nicht verwundern, denn für die Jagd auf Tiere sind die nicht gebaut. Sie haben keine Tiefenwirkung. Sie schießen, zumindest auf den Träger eines Tieres mit ~ 10 - 12 cm Durchmesser (ohne Fell) nicht aus. Bei breiten Kammertreffern splittern die Zerleger wie erwartet oberflächlich breit. Einzelne Splitter können das Weiche noch durchdringen und ausschießen. Allerdings muß dazu gesagt werden, daß so ein Weißwedelkammer kein 2 cm dick ist, und von daher im Hinblick auf den eigentlichen Einsatz, den Kopfschuß , untermaßig ist. Bei den bekannten Splittern, sieh hier


700 m/s VZiel zerlegen den Zerleger in noch mehr, noch kleinere Splitter, usw. usf.


Bei 1.050 m/s VZiel krümelt der 7,6 mm Zerleger doch sehr.

ist die zu erwartende Tiefenwirkung eines 7,6 mm Zerlegers mit höchstens 2 mm Splitterdicke (die meisten sind kleiner)

aus einer .300"Win Mag in der Nähe oder

aus einer .308" Win. weiter weg.

Die Rechnung stimmt mit den Beobachtungen bei Nackenschuß 1 und Nackenschuß 2 genauso überein wie oben mit den breiten Kammerschüssen. Das Tiefenwirkungsmodell sagt die Eindringtiefe zuverlässig und nachprüfbar voraus, wie mancherlei Ergebnisse, auch in Gelatine zeigten. Be den Nackenschüssen war allerdings noch er Träger (die Wirbelsäule) vorhanden, so daß jeder Ausschuß gegenüber dem Einschuß auch ein Wunder gewesen wäre. Wunder sind eher etwas für Unwissende, in der Wissenschaft sind die nicht so gern gesehen.

Da die zu beschießenden Köpfe größer als die beschossene Nacken sein werden, kann der 7,6 mm Zerleger also als taugliches Kopfgeschoß ohne unliebsame Nebenwirkungen in der Menge betrachtet werden.

Lutz Möller Januar 2006

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