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Deformator

Geschosse, die im Ziel ihre Gestalt verlieren, ohne zu splittern

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Inhalt Splitterloses Wildpret | Deformator - KJG - Vergleich | 416-Rigby | Der erste gute deutsche Deformator | Geschoßart  nach Wildart | Geschoßart  nach Wildart | Geschoßanforderungen | Das Einheitsgeschoß | Ein Deformator aus der Seele | Jagdbilder aus Afrika | Plattling | Das „Maß der Dinge“ | Splitterfächer | Kupfergeschosse in Norwegen | Kreuzung | Eigenbedarf

MEN Deformator

MEN Deformator. Das deutsche Urgestein. Der erste gute deutsche Deformator

Splitterloses Wildpret

Hallo Herr Möller

wenn man auf Ihrer Seite so die Neuigkeiten liest, und dann steht da eines anderen Lesers „Splitter haben in Lebensmitteln nichts verloren“ mache ich mir schon meine Gedanken dazu. Wir machen öfters aus Wildbret Dosenwurst und Wurst in Därmen. Mich hat dabei immer gestört, daß dann beim Verzehr ab und zu etwas bleifarbenes aus der Wurst herausblitzte. Da hab ich mir immer den Vorwurf gemacht, nicht gründlich genug bei der Zubereitung gearbeitet zu haben. Ich verschieße heute keine Bleigeschosse mehr. Ich habe immer noch Reste von Reichenberg. Ich kam im Frühjahr nicht so zur Jagd - ein junger Hund braucht eben viel Zeit für die Ausbildung (Tiroler Bracke), da ist die aktive Jagd eben auf der Strecke geblieben, aber das ändert sich jetzt wieder, denn der Hund ist mittlerweile sieben Monate alt, und die Drückjagden beginnen zur Zeit. Sie hat jetzt den Appell und Gehorsam den man braucht oder voraussetzt um nicht negativ mit dem Hund aufzufallen.

Ich habe noch nicht bei Ihnen bestellt, weil ich mir nicht sicher war, welches Geschoß ich tatsächlich möchte oder benötige, und da wäre ich wieder beim Thema Splitter (Wurst). Zur meiner Jagdsituation: Ich jage vorwiegend im Wald (Hauptwildarten: Schwarz-, und Rehwild), kaum Wiesen, und es spielt sich alles so im Bereich zw. 50 u. 100 m Entfernung ab. Tja, vielleicht können Sie bei der Entscheidung Deformator oder MJG weiterhelfen.

Ein anderer Grund ist, daß ich die Munition wechseln möchte, auch im Hinblick auf Nachsuchen. Ich führe zur Zeit eine Blaser Kipplaufbüchse, Luxus, Kal. 7x65R. Und da ich mein Kapital nicht gern unnütz im Schrank rumstehen habe, muß ich diese zuerst verkaufen um eine andere Waffe kaufen zu können. Ich liebäugle mit einem Repetierer, 96er im Kal. 9,3x62.

Grüße und Waidmannsheil, Volker Priwitzer, Mittwoch, 8. November 2006 12:47

Tag Herr Priwitzer,

mein Netzplatz entstand aus Neigung, die Lutz Möller Geschosse aus Notwendigkeit, weil es vorher kein hinrechend guten Jagdgeschosse gab. Meine Zeit ist begrenzt, aber für anrührende Fragen nehme ich mir die Zeit. Splitter sind so eine Sache. Unter guter Zielwahl verstehe ich einen breiten Lungenschuß anzustreben, der die das Herz, die Blätter und das Weiche unberührt läßt. Mit dem MJG zerstören Sie damit zumindest den gegenüberliegenden Lungeflügel fast vollständig zu blauem Matsch, so daß der zur Ernährung eh nicht mehr taugt. Also wird das Geräusch, in dem die wenigen groben Kupfersplitter stecken, wenn sie nicht ausschießen, verworfen und die Splitter sind fort.

Die Bleierne Sippe würde bei gleichem Treffer übrigens nicht schlimmer sein. Ich meine also daß Splitter im Wildpret von falscher Zielwahl oder schlechten Treffern herrühren. Letzter sind nicht immer zu vermeiden. Ein gute Drückjagdpatrone bietet neben einem störungsunanfälligem und tief eindringenden und wirkenden Geschoß vor allem hohe Mündungsgeschwindigkeit für geringen Vorhaltewinkel, damit der Schütze leichter zielen kann. Das kupferne MJG bietet all diese Vorteil gemeinsam. Damit vermeiden leichter schlechte Treffer und gewinnen so gutes Wildpret. Wenn Sie dennoch einen schlechten Treffer (Keulenschuß) ist der Metzger im Jäger gefragt, den Schaden zu mindern.

Deformatoren können bauartbedingt nie so gut wie Lutz Möller Geschosse in Europe wirken. Die Afrikaner sind ein anderes Feld. Daher sind sie, wenn nicht unbedingt der Hunde wegen erforderlich, zu vermeiden. Sie würden zu längeren Fluchten und ggf. Nachsuchen führen. Bei guten Treffern bleib ihr Wildpret auch mit dem MJG splitterlos. Ich habe in all den Jahren selbstgeschossenen Wildpretes noch nie einen MJG-Splitter im Fang gehabt! Vielleicht üben Sie ja mal wieder ein bißchen zu schießen und zu treffen? Das wäre doch ein Schritt in die richtige Richtung! Oder?

Waidmannsheil, Lutz Möller

Deformator - Möller - Vergleich

Guten Morgen Lutz,

Du führst an, Dein MJG brächte durch den stumpfen Restbolzen (Stumpf) und Splitter die 3-fache Fläche im Vergleich zum Deformator. Das triftt auf 2-dimensionale Betrachtung zu, aber wie ist es bei 3-dimensionaler Betrachtung? Die Betrachtung und Bewertung sind doch eigentlich wesentlich komplexer.

LM: Christian, der Betrachtung liegen die Einsicht und Erfahrung zu Grunde, Geschosse oder deren Reste berühren im mehrer hundert Meter/Sekunde schnellen Stoß in weichen flüssigen Zielen jene nur an der Vorderseite. Insofern kümmert nicht, was dahinter ist. Da rauschen die Dinger im Wasserdampf unterhalb atmosphärischen Druckes frei durch!

Ich meine, die Fläche entlang des Schuß-Kanals verkleinert sich beim MJG wieder, . . .

LM: Ja, aber dann ist das Geschoß schon lange wieder weg!

. . ., da die Splitter ja nicht (mehr oder weniger) radial auf der ganze Strecke des Schußkanals wirken, sondern irgendwann ihre kinetische Energie verlieren, will heißen „stecken bleiben“.

LM: Binnen 5 cm Fleisch. So tief dringen die noch ein, Lunge zählt nicht.

Das bedeutet, irgendwann fliegt der Restbolzen des MJG alleine weiter.

LM: Ja, richtig!

Im Gegensatz dazu weist der Deformator, der, sofern der Pilz nicht abreißt, entlang des gesamten Schußkanals eine mehr oder weniger gleichebleibende Fläche auf.

LM: Ja, aber im Vergleich nur 1/3 so groß. Andere Werte ließen sich einstellen, je nachdem, wie mein Geschoß oder der Deformator gebaut würden!

Das Ganze ist bei einem schmalen, weichen Reh mit Sicherheit zu vernachlässigen, da können ja sogar ein paar Splitter ausschießen.

LM: Ganz richtig. Genau deshalb betrachte ich die Lage ja so!

Aber wie ist es bei stärkerem Wild (schwere Sau, Elch)? Bei einem starken Elch können Splitter im Fleisch stecken bleiben, bevor sie die Kammer erreichen. Ich denke da an einen Schuß auf das Blatt, nicht hinter das Blatt.

LM: Du denkst offensichtlich mit. Die Lage zu beurteilen erschließt sich aus der Splittereindringtiefe. Bei allen Tieren, bei denen Decke, Schwarte, Feist hinreichend unter 5 cm dick sind, also keinDickhäuter, ist mein Geschoß die beste Wahl. Bei Dickhäutern aber die Afrikaner = Deformatoren. Wenn die Splitter in der dicken Hautstecken bleiben, nützen sie nichts. Auch deshalb empfehle ich ja auch in Zielwahl den breiten Kammerschuß, nicht nur der Wildpretschonung wegen. Als Einheitsgeschoß ist ein Treffer mit dem meinem Geschoß, der anders liegt, dennoch kein Beinbruch, weil der immer bleibenden Restbolzen das Tier schnell und tief durchdringt. Mangelnde Fläche reißt die höhere Geschwindigkeit, die zum Quadrat in die Stoßbeschleunigung eingeht, wieder heraus. Mein Geschoß kann also sowohl auf kleine weiche, als auch auf große harte Tier erfolgreich eingesetzt werden. Das ist ein großer Vorteil, den Deformatoren nicht bieten. Ihr Nutzbereich ist kleiner.

Ich habe natürlich keine Vorstellung darüber, in welchem Bereich ab Auftreffen des Geschosses auf dem Ziel und Platzen der Hohlspitze alle Splitter abgegeben sind. Das sind schätzungsweise 5 cm bis 10 cm, oder mehr?

LM: Binnen weniger Zentimeter.

Jedenfalls bietet ab jener Stelle nur noch den Restbolzen Deines Geschosses dem Ziel Querschnittsfläche zu wirken an.

LM: Falsch. Du vergißt die ganz wesentlichen Splitter, die bei hiesigen Tieren die Hauptwirkung verursachen. Die Flächenverhältnisse zählen anfänglich mehr als alles andere. In Afrika mit Büffel, Nilpferd, Nashorn und Elefant liegen die Dinge, wie gesagt, anders.

Das heißt, je länger der Schußkanal des Geschosses im Tierkörper verläuft, desto größer wird der Vorteil des Deformator im Bezug auf die Fläche, richtig? So habe ich Deine Ausführung bezüglich Deformator für Afrikaner verstanden.

LM: Sachlich richtig, aber nicht so wichtig, weil du die Tiere nicht vorrangig mit länglichen Weichschüssen tötest, denn nur dort können Geschosse überhaupt großer Längen im Ziele durchdringen, sondern mit Hirn-, Träger-, Lungen- oder Herztreffern, na gut, der Leberknotenschuß wirkt auch gut. Kein anderen Treffer solltest du wählen, sie wären nicht waidgerecht. Wenn große Tiefenwirkung gefordert wird, dann doch nur für den Umweg durch andere Bereiche um diese unmittelbar lebensgefährlichen Bereich zu treffen. Ich übe das übrigens gern und erfolgreich bei den Diagonalschweinen auf der Pirsch, lies Afrika 2005 Warzenkeiler. Aufgemüdete Sauen, die vor mir weg laufen, lasse ich laufen, um den „texanischen Herzschuß“ zu vermeiden, aber wenn sie etwas abbiegen, meist vor einem Hindernis, und so etwas schräg kommen, trage ich von spitz hinten das Geschoß gerade neben der Keule an, so daß es durch das Weiche, durch Leber und Zwerchfell, Lunge und ggf. Herz oder aber Richtung diagonal gegenüberliegendem Vorderlauf durchdringt. Kein so geschossenes Tier kam je weiter als 15 m, gleich ob Sau, Kudu oder ein anderes Biest, ob nun mit wirkungsschwacher 6,5 oder überzogenem 9,3 Zerstörer.

Der texanischen Herzschuß wird mit der .416" Rigby auch auf 280 m weiten Steinbock geübt, wenn der anders nicht zu kriegen ist.

10,57 mm Lutz Möller Deformator auf 280 m

10,57 mm Lutz Möller Deformator auf 280 m

10,57 mm Lutz Möller Deformatorauf 280 m

Der Steinbock fiel im Knall und stand nie wieder auf!

Klar, für das meißte europäische Schalenwild ist das MJG vollkommen, das möchte ich auch gar nicht bestreiten.

LM: Ja danke!

Gruß Christian K., Mittwoch, 13. Dezember 2006 10:22

Treffer! Versenkt!

würde der U-Boot Mann sagen

Die Elchkuh betrat die offen Wiese von rechts hinten. Ich beobachtete die Äsende ein viertel Stunde bis er recht dunkel wurde. Das im Frühjahr angesäte Gras war noch grün und spiegelte das verbliebene Tageslicht, so daß ich ein gutes Ziel auf das 150 m weit breit auf dem linken streifen stehende Tier halten konnte. Ich feuerte meine 9,3x62 SAKO mit Deiner 9,3x62 Lutz Möller Munition. Das MJG enterte durch den rechten Vorderlauf und schoß auf der Gegenseite aus. Mit dem oberen Herzdrittel explodiert fiel die junge Kuh sofort am Anschuß. Der Elch hatte tatsächlich etwa spitz gestanden, was die winkelige Geschoßbahn erklärt.

Was meinst du Lutz? Das war doch wieder ein recht gut Tötungswirkung, oder?

Die Wiese mit der SAKO 9,3x62 auf dem Hochstand

Die Elchkuh

Der Durchschuß



Ausschuß von innen

See you in a month. Jukka Donnerstag, 7. Dezember 2006 16:51

Jukkas „Treffer = versenkt-Elch“ zeigt, was der schnelle Möller-Restbolzen kann, weil so ein über 5 cm dickes Elchbein mit Knochen sicher alle Splitter fängt, keine davon in Lunge oder Herz wirken. Herkömmliche Deformatoren sind in der Regel sehr viel langsamer als Jukkas 9,3 mm MJG aus der 9,3x62 in 160 m Entfernung mit noch gut 800 m/s. Vergiß nicht: Die Zielgeschwindigkeit bestimmt die Kraft zum Quadrat, die Fläche aber nur einfach proportional.

Die ganzen physikalischen Betrachtungen sind nur soweit sinnvoll, als beim Entwurf eines Geschosses bereits Nutzen und Schaden gegeneinander abgewogen werden müssen. Mehr nicht. Zwischen gewöhnlichem Wild muß unterschieden werden. Splittergeschosse für Dickhäuter lassen sich nicht in vertretbarer und beherrschbarer Größe bauen. Splittergeschosse herkömmlicher Größe wirken auf Dickhäuter nicht durch Splitter, sondern durch den Restbolzen. Deshalb kann man auf Dickhäuter die Splitter auch weglassen, muß das aber nicht wenn man ein allgemein einsetzbares Geschoß haben will.

Der erste gute deutsche Deformator

Lies MEN SF

MEN SF

Das MEN Schrägflächengeschoß entstand am 2. Juli 1980, also vorn über 34 Jahren, MEN baut es nach wie vor für Behörden. Obgleich es fürchterlich schmiert, ihm Führbänder mangeln und die Arodynamik grottenschlecht ist, tut es das, was es soll, nämlich zu deformieren ohne zu splittern erstklassig. Es war das erste seiner Art, das verläßlich Leistung zeigt(e).

MENhat mit dem SFS schon vor über dreißig Jahren einen guten deutschen Deformator vorgelegt, an dem sich Nachfolger messen lassen müssen.

Blei TMS | MEN SFS | MJG

Der Vollschaft verursachte zwar schrecklich hohe Einpreßkräfte, Reibung und Hitze, aber das ließe sich heute besser machen. Was bleibt ist die Tatsache, daß einfache Deformatoren eine stumpfe Gestalt aufweisen müssen und von der Zielgeschwindigkeit nur eine eingeschränkten Bereich erlauben, unter dem sie kaum wirken und deutlich darüber wieder teilweise zerfallen. Das unsägliche Barnes X ist ein Paradebeispiele für so eine unglückliche Bauweise. Das aus anderem Werkstoff gefertigte MEN SFS zerlegt sich deutlich später und ist insofern besser, aber die saumäßige Aerodynamik ist der notwendige Preis dafür. Man bekommt im Leben eben nichts umsonst! Festigkeit kostet Schlankheit. Weitreichende Flitzer aber müssen schlank sein! Wenn es also um das allgemein einsetzbare Geschoß geht, ist das MJG aus allen guten Gründen, sowie es ist. Nicht, daß es vollkommen wäre, aber der besten Lösung schon sehr nah. Die Zukunft wird spitz!

Deformatoren sind und bleiben Sondergeschosse für Sonderanwendungen, insbesondere für Dickhäuter, die jedoch weniger oder nie auf große Entfernungen bejagt werden. Auf kurze Entfernungen läßt sich auf aerodynamische Schlankheit verzichten. Das ist ein glücklicher Zufall, der Deformatoren auf Großwild und insbesondere Dickhäuter einzusetzen fördert. Deren dicke Haut oder grobe Knochen hingegen fordern große Tiefenwirkung. Der aber steht die Flächenlastminderung des Deformators entgegen. Ein Geschoß, dessen Durchmesser der Aufprall im Ziel verdoppelt dringt nur noch ¼ so tief ein, wie ein Geschoß, dessen Durchmessergleich gleich bleibt. Auf ganz großes Wild störtdie Deformiererei also schon wieder.

Deformatoren sind und bleiben Sondergeschosse für Sonderanwendungen, insbesondere für Dickhäuter, aber nicht für den frontalen Kopfschuß auf Elefanten, weil dort eben größere Tiefenwirkung gefragt ist.

Bwana, Karibusana! (.600"NE versagt) !

Die Jäger können haben, was sie wollen, aber sinnvoll sollte es schon sein!

Gruß Lutz

Gedanken zum Deformator

Hallo Lutz,

Ich habe mir die Ausführungen von Hugo bezüglich Deformator nochmal durchgelesen. Besonders die Gedanken bezüglich nicht so optimaler Schüsse und der vermeintlichen Vorteile eines Deformators in diesem Fall habe ich mir auch gemacht. Ich habe immer noch das Erlebnis meines letzten Elches im Hinterkopf. Du erinnerst Dich, trotz Kammertreffer nicht unverzüglich verendet? Ich vermute, daß da mehrere unglückliche Umstände zusammenkamen: Altes MJG von 2002 mit geringer Splittermasse (dafür aber hohe Eindringtiefe des kalibergroßen Restbolzens), Treffer mitten auf dem kräftigen Blatt (und nicht hinters Blatt, wie von Dir bevorzugt, sorry, war im flotten Troll). Das würde bedeuten, daß die Splitter im Fleisch auf dem Blatt steckengeblieben sind, bevor die Kammer erreicht war.

LM: Ja, wahrscheinlich, so ein Elchvorderlauf ist am Blatt dicker alt 5 cm bis zur Kammer.

Röhren-Knochen einschußseitig nicht getroffen, die Blattschaufel splittern nicht großartig. Zwar hat der Restbolzen dann die Lunge durchschlagen (wie eine VM), aber keine nennenswerten Schäden verursacht. Die Lunge ist auch nicht zusammengefallen, da sich die kleinen Löcher (Ein- und Ausschuß) wieder mit Haut und Fleisch verschlossen haben, was ja durchaus bei Schüssen auf sich bewegendes Wild vorkommt Leider kann ich diese Theorie nicht mit Bilden bestätigen, wie Du ja weißt. Daraus stellt sich mir aber die Frage, wäre soetwas mit einem Deformator auch passiert?

LM: Ja. Deformatoren sind so. Dabei wäre die Wundwirkung kraft größeren Querschnittes etwas stärker gewesen. In solchen Fällen, in denen die Haut dicker als 5 cm ist, oder durch Läufe oder Weiches in die Kammer geschossen wird, bietet sich der diagonale Leberknotenschuß an die Wundwirkung zu erhöhen.

Jukkas vorletzer Elch mit dem 9,3 mm KDG mit 750 m/s VZ kam kaum sichtbar hinter Hindernissen und lief dann von ihm weg. Er konnte ihn erst auf 80 m stehend freihändig spitz von hinten neben der Keule ins Weiche schießen Der Leberknotenschuß fällte den laufenden Elch binnen 30 m Fluchtsstrecke. Das Geschoß stecke lehrbuchmäßig wie bei meinen Diagonalschweinen unter der schräg dem Einschuß gegenüberliegenden Decke vor dem Vorderlauf. Siehe hier:

9,3 mm KDG nach Diagonalschuß auf Elch

9,3 mm KDG nach Diagonalschuß auf Elch

Der Treffer macht die Wirkung. Mit dem MJG wäre die Geschichte genauso abgelaufen. Verschiedene Treffer = Verschieden Wirkungen!

Klar magst Du jetzt fragen, wäre das mit MJG 2006 passiert?

LM: Bei Dir und bei Jukka das selbe.

Ich werde im nächsten Jahr meine 8x68S auf jeden Fall auf das neue 2006er MJG umstellen.

Gruß, Christian, Freitag, 15. Dezember 2006 10:20

Geschoßart nach Wildart

Die Anforderungen zwischen dem kleinsten und größten zu bejagenden Wild in aller Welt unterscheiden sich so sehr, daß nicht nur eine Bauart alles Wild gleich gut, d.h. erfolgreich und schonend fängt. Witzbolde, die meinen mit der 14,5 mm T-REX, alles Wild gleich gut erlegen zu könne, nämlich vom Hasen bis zum Elefant mit Hirnschuß lassen wir mal unberücksichtigt.

Ziel soll sein für je ein gewisse Gegend mit dem dort üblicherweise vorkommenden Wild ein Geschoß zu wählen, mit dem diese Wildarten wie gesagt erfolgreich und schonend erlegt werden können. Mit schonend meine ich nicht nur auf unnötige Zerstörungen zu verzichten, sondern auch auf unnötigen Krach und Rückstoß oder Masse (von Waffen und Geschoß) zu vermiden, also auch den Mann am Rohr zu schonen.

Diese zusätzlichen Bedingung erfordern also ein gewisse Wirtschaftlichkeit und schließen unnötige Riesenkracher aus.

Bleiben wir zunächst in Europa. Vom Federwild oder kleinem Raubzeug abgesehen, das gut und erfolgreich mit Schrot bejagt wird, sind Tiere ab Rehgröße sowie Sauen als Frischlinge und Überläufer die wohl überwiegende Strecke, die berücksichtigt werden muß. Danben gibt es dann noch Wolf, Dam- und Rotwild, Muffel, Gams, Steinbock, Bär und Elch u. v. a. Letzterer ist hier neben dem Wisent wohl das größte Tier.

Drei Bison im Kühlhaus. Das sind schon Fleischmassen! Sieh Bisonjagd

Amerika hat neben den größeren Hirschen und Bären dann auch den Bison zu bieten, aber die Hauptwildart werden wohl die mittleren Weißwedelhirsche sein.

Afrika beginnt bei den kleinen Steinböckchen (nur kitzgroß) über Duicker, Spring- und alle anderen Arten kleiner und größere Böcke. Auch sind da die verschieden Schakale, Wildhunde und Hyänen und dann die Katzen bis zum Löwen, als der größten. Der Kaffernbüffel, obwohl gar nicht so groß, ist sehr massig und leitet mit dem Nilpferd zu den Dickhäutern wie Panzernashorn und Elefant über. Mit 3 bis 6 cm lederartiger Haut und großen Ausmaßen stellen Sie die größten Anforderungen. Dazu kommen Krokodile und Alligatoren, die schon in Amerika aufgezählt hätten werden müssen.

In Australien gibt es neben Känguru und Dingo, viel massige Kamel, sowie Wasser- und andere Büffel (Lies Australien 2008 und Australien 2014 , teils verwilderte Hausrinder, ebenso wie Esel, Pferde, Schweine, Krokodile und natürlich zu viele Karnickel.

Asien kenne ich nicht so gut. Der Tiger fällt mir ein. Ziegen sind weit verbreitet. Neuseeland hat hiesige Wildarten eingeführt, als auch den asiatischen Thar.

Nun nach jeder einzelnen Wildart zu unterscheiden ist zumindest beim Haarwild müßig, weil die alle ähnlich sind und alle gleich sterben, wenn wir sie richtig treffen. Vögel und Reptilien sind da anders. Insofern langt vollkommen nach Größe zu unterschieden.

Damit Geschosse töten können, müssen Sie ggf. auch durch Knochen hindurch aus jedem Winkel in Herz, Lunge oder Hirn. Bleigeschosse verlieren beim Aufprall ¼ bis ½ ihrer Masse als nutzlosen Bleistaub im Ziel. Da Blei (auch im Tombakmantel) weich ist, platten bemantelte Bleigeschosse meist auf das doppelte Kaliber auf. Beides mindert die Eindringtiefe, die geradewegs mit der Flächenlast wächst. Bei bekannter Zielgeschwindigkeit bestimmt sie die Eindringtiefe.

Die folgende Tafel beschreibt nicht gewöhnliche Jagd, bei denen der Jäger in der Ruhe einen sauberen Schuß durch die Kammer ins Herz oder auch ins Hirn anträgt (Kopfschuß), sondern Notlagen in denen aus jedem Winkel Herz, Lunge oder Hirn getroffen werden müssen, auf ein verletztes, flüchtiges Tier als Fangschuß sogar notfalls von hinten! Wirklich große Tiere sind so nicht zu töten. Von vorn sind sind Hirn, Herz oder Lunge leichter zugänglich. Daher werden nur Winkel bis 30 ° oder 1/3 Länge berücksichtigt. Sie setze Tiergröße zu Geschoßlängen, ggf. nach der Teilzerlegung, oder Aufpilzung auf doppeltes Kaliber bei 700 m/s vZ ins Verhältnis. Damit kann man die Kleinen noch in 300 m kriegen und auf die Großen werden die dicken Dinger eh kaum schneller sein. Ich betrachte nur Fleisch oder Knochen, da die Dickhäuter nur von vorn unbedingt aufgehalten werden müssen, von hinten laufen sie weg. Im ersten Falle sind ein paar Zentimeter lederartige Dickhaut leichter zu durchdringen als im zweiten Falle ein paar Meter Fleisch.

Nilpferdschädel, Quelle

Die Knochen hingegen müssen insbesondere von vorn berücksichtigt werden, weil dort immer der Schädel vor dem Hirn sitzt und ggf. die Vorderläufe vor Herz oder Lunge. Die Massen gelten für ein 9,3 mm Tombakgeschoß. Sie ändern sich mit dem Kaliber. Nur die Länge entscheidet! Dabei müssen Kaliber und Länge zueinander passen, weder Bleistifte noch Plattlinge wären sinnvoll. So ist diese Tafel nicht als Bauanleitung zu verstehen, sondern nur als vergleichende Betrachtung. Die Zahlen sind gerundet. „1 Kaliber Ø“ bezeichnet den Restbolzen meiner MJG oder sonstiger nicht aufpilzender Geschosse. „2 Kaliber Ø“ bezeichnet auf das doppele Kaliber aufpilzende Deformatoren. Für gleiche Eindringtiefe müssen die 4-mal so lang sein und sind 4-mal so schwer.

Geschoßanforderungen

Art

lebende Masse[kg]

Länge
[cm]
Haut
[cm]
Fleisch
[cm]
Knochen
[cm]
9,3 mm Geschoß
cm lang g schwer
Reh 15 20 60 0,3 20 1 0,5 3
Gams 30 40 80 0,3 27 2 0,7 4
Muffel 50 60 90 0,4 30 3 0,8 5
Damwild 60 100 100 0,4 33 3 0,8 5
Sau 150 250 130 0,5 43 5 1,2 7
Rothirsch 120 250 200 0,5 66 5 1,7 10
Oryx, Kudu 300 400 210 0,5 70 7 1,8 11
Elch 300 500 270 0,5 90 8 2,3 14
Wisent 600 1.000 280 0,7 93 9 2,3 14
Bison 800 1.100 290 0,7 97 10 2,5 15
Büffel 600 1.000 300 1,0 100 10 2,6 16
Nilpferd 1.400 1.600 350 2,0 117 10 3,0 18
Nashorn 2.000 3.000 400 6,0 133 15 3,4 20
Elefant 3.000 7.500 700 6,0 233 20 6,0 36

Ein 0,5 cm langes Tombakgeschoß für Rehe wird kein Vernünftiger als 9,3 mm Geschoß bauen, eher in 5,6 mm. Am anderen Ende bei den großen Tieren würde in Restbolzen für 2,33 m Tiefenwirkung durch Fleisch bereits 6,0 cm lang werden. Solche Geschosse können nicht aus üblichen 9,3 mm Waffen verschossen werden, wären bei 6,45 Kalibern Länge auch nicht mehr schulterstabil, also unmöglich. Aus Handfeuerwaffen ist also kaum möglich solche gewaltige Tiefenwirkung zu erreichen.

Bei Deformatoren, die auf doppeltes Kaliber aufpilzen, bremst die vierfache Fläche. Die Flächenlast sinkt auf ¼ und die Eindringtiefe ebenfalls. Wenn ich aus der 9,3x64 mit 360 mm Drallänge 4 cm als die größte noch drallstabil zu verschießende Messingzylinderlänge ansehe, wiegt der dann 24 Gramm und dringt gerade noch 46 cm tief in Fleisch ein. Nicht tödlicher Steckschuß auf große Tiere. Ein böse-Macher! Ein Elefant- will-dann-auf-dir-herumuntrampeln-Geschoß! Nein danke.

Danach ist es kein Wunder mehr, daß auf wirklich große Tiere keine aufpilzenden Deformatoren sondern kaliberhaltige Penetratoren oder knapp unterkalibrige Kavitatoren geschossen werden um die erforderlich Eindringtiefe zu gewährleisten oder gar noch ein wenig zu steigern.

Deformatoren können also sinnvoll nur auf mittleres Wild eingesetzt werden, wenn die geforderte Tiefenleistung oder Knochenbrecherleistung nicht gar zu groß sein muß. Ab einem halben Meter wird das bereits kritisch.

Lutz Möller, 16. Dezember 2006

Plattling

Am Schalldämpfermeßtisch in Schottland

458 KJG Sand

Nach 770 m/s V0 in 50 mit 735 m/s VZiel in Sand ist das 11,4 mm MJG Mark nur mehr ein Plattling

Deformatoren, die gar nicht splittern, kann man bauen. MEN hat das vor Jahrzehnten bereits bewiesen. Das Geschoß hat unnötige Mängel, die man heilen kann, aber auch Eigenarten, die nicht abzustellen sind. Sein hoher Einpreß- und Reibungswiderstand wäre in einer Ausführung als reibungsarmes Führbandvollgeschoß auf verträgliches Maß zu mildern. Die stumpfe Nase aus zähem Werkstoff muß bleiben, damit es auch bei hohen Zielgeschwindigkeiten nicht splittert, was für Sie ja unabdingbar ist, um dem Geschoß die Ehrenbezeichnung „Maß der Dinge“ zuteil werden zu lassen. Damit fällt die Wirkung bei langsamen Geschwindigkeiten = große Entfernungen aber in den Keller, ähnlich dem Reichenberger-hdb. MEN (inzwischen brasilianisch) löste die Aufgabe damals im SF-Geschoß mit Kerben.

All das berücksichtigt und die unverzichtbare Aerodynamik nicht vergessen könnte ich heute durchaus ein Geschoß schaffen, aber wollen die Jäger das denn? Der Preis der Splitterlosigkeit sind schlechtere Aerodynamik und damit kürzere nutzbar Reichweite (eher bis 200 als über 300 m Schußweite wie beim MJG) und geringere Wirkung.

Lutz Möller, 10. August 2007

Kupfergeschosse in Norwegen

Lieber Herr Möller!

Ich schicke Ihnen hierbei die Internetadresse von Ihren Norwegischen Konkurrenten; Performance Bullet Production. Er hat eine bemerkenswerte Auswahl, hat aber nicht die Wichtigkeit des Wirkungsquerschnittes berücksichtigt. Vielleicht haben Sie Interesse an der Seite. Wenn Sie eine Übersetzung brauchen, kann ich vielleicht beitragen.

Viele Grüße von Morten Opsahl, Oberstleutnant (Veterinär), Oslo, Sonntag, 19. August 2007 00:43

Herr Opshal,

ich grüße Sie in Norwegen. Ihr Hinweis kommt anläßlich der andauernden Erörterung des Deformators gerade recht. Insbesondere auf seiner Seite Referanser befinden sich einige Zeitschriftenartikel mit Bildern, die sich zu betrachten lohnen, selbst wenn der Leser des Norwegischen nicht mächtig ist. Je länger ich jage und je mehr Abschußbericht ich höre, desto deutlicher wird mir, wie wichtig die Zielwahl ist und das dazu passende Geschoß zu nutzen. Durchweg neigen die getroffen Tiere bei anderen als reinen Lungenschüssen zu Fluchten, insbesondere bei Herztreffern. Weil das Herz sehr gut enerviert ist, die Lunge aber fast gar nicht, muß das auch so sein. Nun unterscheidet sich die Lunge von allen anderen Zielen im Wild. Alles Weiche oder auch Harte enthält kein Luft, läßt sich also auch nicht zusammendrücken, bildet getroffen eine Druckwelle, die dem Kraftstoß gehorcht. In solch weichen Zielbereichen, besonders wenn die tief sind, ist ein Deformator ein gutes Geschoß. Aber wer schießt den in Europa auf große Tiere? Die gibt es hier doch gar nicht. Die Großen leben in Afrika. Man weiß doch vorher, wo man ist. Und nur weich schießen wird hier doch keiner wollen.

Also komme ich wieder auf den bevorzugten Lungenschuß zurück. Vor der Lunge liegt die dünne Kammerwand auf Fleisch und Rippen.Die Lunge selbst enthält Luft, läßt sich also zusammendrücken und der Kraftstoß pflanzt sich deshalb ganz anders als im Weichen bzw. Fleisch fort. Diesen Unterschied beachten Viele leider nicht. Das beste Geschoß für eine wirkungsvollen Lungentreffer muß also bereits in der dünnen Decke „ansprechen“, soll heißen, sich von der aerodynamischen Fluggestalt zu einem in der Lunge wirkungsvollen Querschnitt umgestalten. Das unter allen Umständen sicher und gleich zu gewährleisten ist Kunst ein gutes Jagdgeschoß zu bauen.

Referanser zeigt einige Zeitschriftenartikel mit vielen Bildern, die das genau Gegenteil der sachlichen Anforderung an ein gutes Jagdgeschoß darstellen. Immer wieder stehen Geschosse nebeneinander die der Aufprall bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten unterschiedlich umgestaltet. Die Geschwindigkeit allein erzeugt über den mit ihr quadratisch anwachsende Staudruck schon genug Unterschiede in der Wirkung. Wenn dann das Geschoß noch eine ebensolche Abhängigkeit zeigt, läßt sich die Wirkung kaum mehr vorhersagen und sich nicht auf den Zweck abstimmen.

Beim MJG ist da anderes. Siehe Fragen und Antworten zum MJG (alt) und Wassertankversuche (spitz) oder Tara Tara Versuche. Eine zweckmäßige Hohlspitze muß gestaltet werden im gesamten Ziel und Entfernungsbereich gleich anzusprechen, also eben nicht so wie die Geschoßbilder in den Referanser Zeitschriftenartikeln. Nur weil jeder solche Bilder zeigt und wir die zu betrachten gewohnt sind, ist das Gezeigte weder zweckmäßig noch anzustreben. Solche Geschwindigkeitsabhängigkeit gilt es abzuschaffen! Die Hohlspitze des MJG verhält sich zwischen 700 m/s und 1.100 m/s gleich. Der das Ziel schulterstabil gerade weiter durchdringende Restbolzen verhält sich im selben Geschwindigkeitsbereich auch fast gleich. Die Unterschiede sind aber zu vernachlässigen.

Der Lungenschuß ist aus verschiednen Gründen DER waidgerechte Treffer. Erstens, weil die Lunge durch Ihre Lage zum Vorderlauf leicht zuerkennen ist. Zweitens weil die Lunge groß, und daher leicht zu treffen ist. Drittens, weil das Tier den Lungentreffer, von allen möglichen Treffern (außer Kopf- und Trägerschuß) mangels Nerven im den Lungenbläschen (rosa Lungengewebe) am wenigsten spürt und viertens der Lungentreffer in Folge den geringsten Fluchtreiz hervorruft, so daß fünftens die Fluchtstrecken bei Lungentreffern vergleichsweise kurz aus fallen oder ganz ausbleiben, das Tier in die Lunge getroffen Tier am Platz in sich zusammensackt. Sechstens, weil bei einem reinen Lungentreffer das Herz bis über das Zusammensacken des Tieres hinaus munter weiterpumpt und so den Leib gut ausschweißt und somit einwandfreies Wildpret liefert. Keine andere Zielwahl kann vergleichbar zweckmäßige sechs Gründe für sich bieten. Deshalb ist der Lungenschuß anzustreben. Nur den könnte man mit einem reinrassigen Zerleger oder der Bleiernen Sippe antragen, aber eben keine anderen! Pech für die. Sie müssen aus der weiteren Wahl daher gewiß ausscheiden.

Selbstverständlich kann der beste Lungenschuß nicht immer angetragen werden. Auch sitzt am Ende nicht jeder Treffer an dem Ort an den der Schuß zu Beginn angetragen wurde. Ein Konstrukteur für ein sicheres weidgerechtes Jagdgeschoß muß diese Möglichkeiten berücksichtigen und das beste Geschoß muß auch für andere Ziele taugen, nicht nur die Lunge. Das MJG nimmt auf die Forderung nach „Breitbandigkeit“ Rücksicht und bietet zusätzlich zu den Splittern für den anfänglichen Wirkungsquerschnitt, der beim breiten Kammertreffer immer die Lunge hinreichend zerstört, den Restbolzen für den Kraftstoß in der Tiefe. Ohne nennenswert aufzupilzen behalten selbst leichte und daher schnelle MJG-Restbolzen genügend Flächenlast für große Tiefenwirkung. Die steht in den Daten, ist also bekannt. Der Jäger kann sich der Leistung des MJG gewiß sein, aders als bei allen anderen Geschossen, deren Hersteller sich dazu in Schweigen hüllen und den Jäger, bzw. im Dunkeln stehen lassen. Falsche Geschoß- und Patronwahl kann da nicht ausbleiben. Der Wahn aus Angst vor ungenügender Wirkung (da ja keine bekannt ist) große und größte Kalibern mit mächtig Rückstoß zu kaufen bis sich Schußangst und Mucken einstellen und das Wild, vor allem auf der Drückjagd, gar nicht mehr, oder schlimmer, schlecht getroffen wird, erfüllt sich dann selbst, wenn solche unglücklichen Leute mich dann regelmäßig zum Herbst wieder nach Zerstörern mit noch mehr Wirkung fragen. Da ist der falsch Weg.

Schon recht kleine MJG fangen großes Wild, aber zerstören kleines nicht. Lies 6,5 mm Copper in Africa 2004 und 7x64 in Afrika 2007. Klar kann man auch mit der 9,3x64 ohne Reue Rehe schießen oder im Gebirge Gemsen jagen, aber man muß nicht. Mit dem MJG taugt jede übliche mittlere Patrone für alles.

Ein Derformator kann das nicht. Ihm fehlt, wie Sie ganz richtig bemerken, für den besten Lungenschuß der erforderliche Wirkungsquerschnitt und für den allgemeinen Einsatz die Breitbandigkeit, Dir wir ja schon bis zum Überdruß bei der veralteten Bleierne Sippe vermißten. Bei großen Tieren, deren Kammerwände die 5 - 6 cm MJG-Splitterreichweite in Fleisch übersteigen, hat er seinen Platz, also in Afrika auf dickhäutiges Großwild. Den Kaffernbüffel fängt die gewöhnliche 8x68S Lutz Möller Munition genausogut.

Ich freue mich über Ihre Anregung und höre gern wieder von Ihnen.

Waidmannsheil nach Oslo, Lutz Möller,

Kreuzung

Lieber Herr Möller!

Mittlerweile habe ich Ihre MJG in diversen Kalibern und auf viele der in Deutschland vorkommenden Wildarten eingesetzt (Reh, Dam, Schwarz-, Raub- und Muffelwild), aber auch auf Antilopen.

Kurzum die von Ihnen beschriebenen und beworbenen Vorteile sind nicht übertrieben, sondern Realität. Zumal lassen bemerkenswerte Ladungen herstellen, wie zum Beispiel MJG-S in .375 H&H mit Rottweil R 901 und einer GEE von 225 m, die sich zudem noch sehr angenehm schießt und meine Empfehlung als Auslandswaffe oder Jagdwaffen im fremden Revier ist. Eine fabelhafte „Allround“-Kombination.

Nachteil der schnellen MJG-S ist jedoch definitiv, daß der Ausschuß klein ist und daß in der Regel wenig Schweiß austritt.

LM: Nein! Schweiß bestimmt vorrangig der Schütze mit dem Treffer. Lies grundlegend Schweißfährte. Siehe die neuesten Schweißfährtenbeispiele in Gamsjagd und Loimaa '07 - II.

Gamsjagd, Anschuß der Gams, die sich im Schuß drehte und drei Sätzen absprang, bis sie fiel = nach 3 Sekunden willenlos

Loimaa '07 - II Samstag, Tier auf 200 m auf den Stich geschossen

Loimaa '07 - II Sonntag. Kalb auf 200 m von vorn ins Herz. Da lieget das Kalb vor dem Wald. Wie bei tödlichen Herztreffern üblich, rannte das stark schweißende Kalb wohl 50 m in einem Bogen, bis es fiel. Nach dem Treffer war es kein 5 Sekunden mehr auf den Läufen.

Loimaa '07 - II Sonntag. Da liegt das Kalb, das seine Mutter verlies, um zurück in den Wald zu gehen. Der Einschuß in den Stich ist schön tief, so daß der das laufende Kalb den Schweiß reichlich herauspumpte. Das MJG leistet mal wieder ganze Arbeit. auf den punktgenauen Stehend-freihändig-200-m- Treffer bis ich stolz und freu mich. So bringt die Jagd Freude.

Loimaa'07 - II Sonntag, Weißwedeltier auf 200 m im gestreckten Galopp erlegt. Das Tier war schnell und landete mit Schwung!

LM: Ein bockendes Tier daß ich auf 200 m wegen zu geringen Vorhaltemaßes und der Bockerei in den Rücken schoß, schweißte tatsächlich fast nicht. Dafür fiel es aber aus dem Sprunge und kam nicht mehr weiter. Den Anschuß müssen Sie aber immer ohne Schweiß finden. Wenn das Tier da liegt, haben Sie es gefangen. In dem Falle ist die Schweißfährte zu erübrigen.

Mit bestem Dank, freundlichem Gruß und einem kräftigen Waidmannsheil,

Ihr Ulrich Winkler, Dienstag, 27. November 2007 14:52

Eigenbedarf

Sehr geehrter Herr Möller,

ich bin die letzte Novemberwoche auf Jagd. Ich möchte Sie also bitten, in der ersten Dezemberwoche zu liefern, wenn ich wieder da bin.

Ich habe noch eine fachliche Frage: Ein Problem der Deformationsgeschosse ist, ein Teil der Auftreffenergie baut nicht den Wundkanal auf, sondern benötigt die Deformation selbst.

LM: Richtig. Siehe dazu Kupfer oder Messing.

Vermißt man Wundkanäle an Simulantien wie ballistischer Seife oder nassen Telefonbüchern, so erkennt man, Deformationsgeschosse verlieren 2/3 ihre kinetischen Energie (oder mehr!) auf den ersten 6 bis 8 cm verlieren, aber reißen auf dieser Strecke oft nur 1/4 des Wundkanalvolumens. Das gilt selbst für Deformationsgeschosse, die ein sehr hohes Restgewicht aufweisen wie Swift A-Frame, Barnes etc.

LM: RechnenSie's nach: Hier!

Es ist also offensichtlich, daß die schwache Leistung von Deformationsgeschossen zu einem nicht unerheblichen Teil auf den Energieverbrauch bei der Deformation selbst zurückzuführen ist.

LM: Richtig.

Die anderen Teile sind die ungünstigen Penetrationseigenschaften des deformierten Geschoßes, die im Vergleich zur Druckkomponente einen hohen Reibungsanteil aufweisen, der bekanntlich für den Wundkanal unwirksam ist).

LM: Nein. Nich Reibung, sondern Fläche (Querschnitsfläche) Siehe dazu Tiefenwirkung-Grundlagen!

Jetzt zu meiner Frage: Haben Sie untersucht, wieviel Energie das Abreißen der Splitter an ihren Geschossen selbst verbraucht?

LM: Nein, aber Kupfer oder Messing wir das erörtert. Die Folgen sind im Übrigen offensichtlich!

Mir ist klar, daß ein 8 mmm MJG ~ 2 g Masse durch die Splitter verliert. Darüber hinaus gibt es aber auch einen Energieverlust durch das Abreißen selbst. Haben Sie dazu Daten – Messungen oder Rechnungen? Vielleicht steht das auch schon alles auf Ihrer Webpage. Ich habe es aber leider nicht gefunden.

LM: Messing bricht nach ~ 5 - 10% Dehnung, Kupfer nach ~ 40% (Jeweil legierungs- und zustandsabhängig). Arbeit ist das Intgral der Kraft über den Weg. Da sich die Wege stark unterscheiden, muß es die dabei aufgewendet Arbeit ebenso. Viel genauer muß man das nicht wissen, um die richtigen Schußfolgerungen zu ziehen.

Mit herzlichen Grüßen Ihr FB Dr.-Ing. Friedrich Böbel, Donnerstag, 12. November 2015 13:46

Lies auch Schußangst und Mucken.

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