Wild (außer Dickhäuter)"> Einheitsgeschoß

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Einheitsgeschoß

Ein Geschoß für alles Wild

6,5x57 Universalgeschoß

Sehr geehrter Herr Möller, Wien am 1. Februar 2009

Ich bin ein Jäger aus Österreich und werde zu allerlei Jagden (darunter Ungarn) eingeladen. Darunter Reh, Gemse, Sau, Hirsch. Ein Jagdfreund führt ein edles Gewehr mit Blockverschluß und riet mir zum Kal. 6,5x57 bzw. 6,5x57 R. Mir gefällt diese Patrone: rasant und dennoch kein „närrisches“ Kaliber. Viele hochwertige Waffen werden in diesem Kaliber gebaut – auch in Ferlach. Ich will ein Universalgewehr kaufen – ich will kein Sklave des Waffenhandels werden („für jede Art von Wild ein eigenes Gewehr samt Zielfernrohr, Montage und Übungsschüssen …“). Ein Waffenhändler riet mir aber von der universalen Verwendung des Kalibers 6,5x57 ab, da es aus seiner Sicht für schweres Schalenwild zu schwach sei. Aber in Schweden führt man meines Wissens das (ähnliche) Kaliber 6,5x55 mit Erfolg auf der Elchjagd.

Meine Frage ist daher: ist 6,5x57 ein Universalkaliber für österreichisches Schalenwild? Mich interessiert die Verwendung von normalen vom Handel angebotenen Jagdgeschoßen und von Lutz Möller Geschossen.

Waidmannsheil, Dr. Thomas Mayrhofer aus Wien, Sonntag, 1. Februar 2009 20:24

6,5 mm Lutz Möller Geschoß alt | Norma VMS | GPA | HDB | Lapua Üb

6,5 mm Lutz Möller Geschoß Ladedaten

Guten Tag Herr Mayrhofer,

die Ferlacher bauen hervorragende Waffen. Österreich ist ein schönes Jagdland. Die Tagjagd auf Gemsen in den Bergen stellt dabei die größten Anforderungen an einen gestreckt Flugbahn. Ich erlegte bislang zwar erst ein einzige Gams, siehe Gamsjagd 2007 aber kenne die Aufgabenstellung aus Afrika auf ähnlich große Springböcke, and die nie nah ranzukommen ist. Unter 200 m ist kaum ein Schuß anzutragen. Oft sind die Entfernungen weiter, teils deutlich.

Eine Patrone ohne ihr Geschoß und die zugehörige Waffe zu betrachten ist sinnlos. Für die Waffe zur 6,5x57 gilt, der Lauf soll 60 cm lang sein, nicht kürzer.

Ob das geladene Geschoß die notwendigen Anforderungen an Wirkung und Flugbahn erfüllt kann nicht allgemeinen gesagt werden und im Einzelnen fehlt mir die Zeit zu antworten. Die Bleierne Sippe wird Ihnen aus jeder Patrone zu viel zerstören und in große Tiere nicht immer hinreichend tief eindringen. Außerdem sind die Gestalten oft nicht windschlüpfrig, so daß die Flugbahn so krumm werden, daß zu zielen schwierig bis unmöglich wird, weite Rehe und Gemsen also kein sicherer Schuß angetragen werden kann.

Auf Sau, Hirsch fehlt weichen Bleigeschossen wie TMS oder KS bei spitzen Schüssen aber die hinreichende Tiefenwirkung, so daß ein waidgerechter Schuß ebenfalls nicht angetragen werden kann, weil eine nur oberflächliche Verletzung mit einem flüchtenden Tier nicht Sinn der Jagd ist, zu unterbleiben hat.

Spezialgeschosse und -Patronen

Europas größer Hersteller von Spezialgeschossen, die RUAG Ammotec mit deren Marken

Norma, RWS, Geco, Hirtenberger usw. (siehe oben)

bietet zugleich die größte Patronevielfalt an. Sie wollen ein Universalgewehr kaufen – kein Sklave des Waffenhandels werden, d. h, gerade nicht

„für jede Art von Wild ein eigenes Gewehr samt Zielfernrohr, Montage und Übungsschüssen …“.

Zwischen Ihrem Wunsch und dem Angebot der RUAG Ammotec liegen Welten. Ich weiß zwar nicht, ob die Sie als Sklave wollen, aber das Wort wählten Sie, nicht die oder ich. Verstehen kann ich Sie allemal. Eine einzige Jagdpatrone zu wählen und ein dazu passendes Einheitswaffe zu finden bedeutet sich von den Vorstellungen der Spezialgeschoßhersteller zu befreien für jede Art von Wild ein eigenes Gewehr samt Zielfernrohr, Montage kaufen zu müssen und Übungsschüsse abzugeben. Über den erkennbar willenlosen Spezialgeschoßhersteller http://www.spezialgeschosse.de/ witzelte mal ein Leser „ Demnächst bringt der zur passenden Jahreszeit noch ein Karnevalsgeschoß heraus☻“.

Ich halte vom Spezialgeschoß nicht viel, von zu vielen verschieden Waffe auch nichts. Man verzettelt sich, verliert den Überblick, beherrscht nichts ganz und, das entscheidet letztlich über die Richtigkeit, zweifelt, ob zu gerade herrschenden Lage das richtige Spezialgeschoß in der richtigen Waffe im richtigen Lauf geladen sei. Zweifel fressen Nerven. Nervöse Schutzen treffen schlecht, merkt schon jeder Anfänger.

Viele verschieden Spezialgeschosse zu bauen bedeutet heute für mich weniger die jeweils beste Lösung zu bieten (wenn jene das den gar wäre), sondern eher ein Plan vermissen zu lassen.

Das Einheitsgeschoß für alles Wild (in vernünftigen Grenzen) zu wollen, zeigt für mich dagegen die vernünftige Einsicht, sich mit einer Waffe vertraut machen zu vollen, sie ganz zu beherrschen, ihre Leistungen einmal zu verinnerlichen, um die dann im Urvertrauen schlafwandlerisch sicher einzusetzen. In der Ruhe liegt die Kraft, gerade beim Schießen. Sie bringt den Erfolg, Zweifel aber nehmen den. Also ist Eine-für-alles der bessere Ansatz die Aufgabe erfolgreich zu lösen. Wirtschaftlicher ist er obendrein. Genau deswegen entwickelte ich das Lutz Möller Lutz Möller Geschoß. Das ist das Einheitsgeschoß für alles Wild!

Mäuse schießen wir nicht, jedenfalls nicht mit Großkaliber und größere Dickhäuter als Büffel bejagt man nicht zufällig, sonder weiß vorher, ob die in Frage kommen (ggf. auch nur al Gefahr abzuwehren). Das Lutz Möller Lutz Möller Geschoß tötet alles Wild zwischen Fuchs und Büffel bestens, soll heißen ohne zu viel zu zerstören, mit gestreckter Flugbahn leicht zu zielen und hinreichender Tiefenwirkung, die für jede Ladung beschreiben ist. Im Vergleich mit dem Wettbewerb wirkt das Lutz Möller Lutz Möller Geschoß von 50 - 200 m am besten. Das gilt übrigens bis 300 m, aber die DEVA hat die Entfernung leider nicht mit untersucht.

Für die 6,5x57 Lutz Möller Geschoß Ladung lassen wir die Büffel mal weg. In Österreich kommen kein jagdbaren Büffelarten vor. Also stört das nicht. Alles andere Haarwild paßt in den Beutebereich des Lutz Möller Lutz Möller Geschoß. Das können die Spezialgeschosse lange nicht.

Allerdings sind wirklich weite Schüsse für ferne Beute mit der 6,5 x57 Lutz Möller Munition nicht zu bekommen. Dazu ist das Geschoß draus zu langsam. Ralf Rauchberger erlegte kürzlich auf 440 m den Berg rauf mit der .220" Swift Lutz Möller Geschoß Kurzdrall Ladung (Der Witz: Ein Spezialgeschoß nur für ihn für) ein Gams indem er Fleck drauf hielt. Da Geschoß ist aber aus 65 cm Lauf auch 1.250 m/ schnell. Die 1.000 m/s der 6,5x57 Lutz Möller Munition können das natürlich nicht leisten. Dazu braucht es dann schon eher die 6,5x68. Mit 1.165 m/s haben wir schon die 8x68S Lutz Möller Munition gemessen. Fast ebenso schnell jagte Ralf ds 9,3 mm Lutz Möller Geschoß aus der 9,3x64 heraus, mit der ich in Australien 2008 ganz locke auf Fleck Esel auf 250 - 350 erlegte (Büffel auch, aber näher, eher halb so weit und runter bis 50 m nah, auch in Afrika 2008).

6,5x57 Grenzen

Wenn Sie glauben die 223 m GEE und 258 m ± 5 cm Reichweite für Ihre Jagdgelegenheiten auf Gams (Waldgams), dann nehmen Sie die gern, aber oberhalb der Baumgrenze im offen Kar werden Sie was schnelleres brauchen.

Lutz Möller, 8. Februar 2009,

Prost Mahlzeit

Hallo Lutz,

ich benötige 100 Lutz Möller Geschosse für .308" Win. Ein Freund bat mich heute für seine .308" Win Jagdbüchse Patronen wiederzuladen, er benutzt diese für Alles, von Reh, über Damwild bis Sau. Na denn, Prost Mahlzeit. Wenn ich schon diese Patrone für die Jagd laden soll, kann ich dies nur guten Gewissens, vor allem bei dem Wildspektrum, mit Lutz Möller Lutz Möller Geschoß machen.

LM: Stimmt!

Da meine langen 7624er für die .300" LM dafür nicht taugen, benötige ich auf dem schnellsten Weg 7,62er Lutz Möller Geschoß-S 7625.

Liebe Grüße, Dirk S., Sonntag, 22. März 2009 18:50

9,3 mal 74

Hallo Herr Möller,

ich möchte mir eine S2 Luxus für die 9,3 mal 74 Patrone kaufen! Ich schieße ~ 5 Schweine 30 - 80kg, ~ 5 Stück Damwild von 40 bis 70 kg und 5 Stück Rehwild, ein paar Füchse und Waschbären! Ich schieße nicht weiter wie 180 m und bin Pächter und Grenzjäger zum Staatsforst! Ich suche das Universalgeschoß ohne Nachsuche☺, also die eierlegende Wollmilchsau☺ Hätte sie einen Tip?

LM: Ja, lesen Sie Wundwirkung, insbesondere Zielwahl und Fluchtstrecke!

Wüßten Sie ein Geschoß?

LM: Ja, das Lutz Möller Geschoß!

Wieviel g m/sek usw?

LM: Siehe 9,3x74R Lutz Möller Munition

Ich verzichte gern auf 1-2 Kilo Wildpret, wenn ich keine Nachsuche habe!

LM: Je mehr Sie die Tier zerschießen, umso deutlich merken die, daß die getroffen sind und wenn die ahnen, wer ihnen das zu gefügt hat, flüchten die von Ihnen weg. Ihr Vorstellung mit mehr Zerstörung kürzer Nachsuchen zu gewinnen ist vollkommen abwegig. das Gegenteil ist der Fall. Je weniger Sie die Tiere stören, nämlich mit weitem Lungentreffer ohne Herz, ohne Blatt, ohne Vorderläufe, desto weniger regen Sie den Fluchtreflex an. Nur mit gekonntem Kopf- oder Trägerschuß können Sie Bewegungen verhindern.

Gruß und Waidmannsheil T.K., Sonntag, 5. April 2009 13:16

Sofortige Wirkung

Hallo Herr Möller,

ich darf mich kurz vorstellen: Mein Name ist Peter Wolf, ich bin Jäger, Großkalibersportschütze, Wiederlader, 2. Dan Karate = zusammen Alptraum für jeden Innenminister, i. O. Spaß beiseite. Ich möchte die Patrone 9,3x62 wiederzuladen beginnen. Hierzu bestelle ich 100 Ihrer „überzeugenden" Geschosse.

LM: Danke!

Ich benutze RCBS Matrizen - zum Setzen Ihrer Geschosse haben Sie lt. Auskunft meines Jagdkollegen einen entsprechenden Ein- Aufsatz - diesen würde ich gern mitbestellen.

LM: Ja, den Setzer.

Ihre Ladedaten hierzu habe ich mir durchgesehen. Das empfohlene Norma N 200 ist, wenn überhaupt, nur sehr schwer zu bekommen. Was würden Sie als Alternative zum Norma Pulver empfehlen (z. Bsp. Rottweil können wir hier beschaffen)?

LM: Siehe 9,3x62 Lutz Möller Geschoß: SNPE Vectan Tubal 2000 oder Rottweil R 901 ab 2007, nicht früher.

Anforderungen: In unserem Revier kommt esnicht auf Reichweite an (reines Waldrevier, Schußweiten zwischen 40 bis 70 Meter), Wildvorkommen hauptsächlich Reh- und Schwarzwild. Für mich hat Präzision und sofortige Wirkung auf das Wild Vorrang (Grund: Kein Jagdhund) - i. O., ich weiß was kommt, Jagd ohne Hund ...., aber die beste Ehefrau von allen, ich denke mehr brauche ich nicht zu sagen und ich muß das hinnehmen.

LM: Lesen Sie Wundwirkung, insbesondere Zielwahl und Fluchtstrecke!

Deshalb ist meine Wahl ein Kaliber, das ein Höchstmaß an Sicherheit bietet.

LM: Das kann nur der Mann am Rohr und das Geschoß! Mit dem Kaliber hat das wenig zu tun.

Ich verwende hierzu die 8x57IS (bisher Norma Vulkan) sowie die 9,3x62 (Geco Teilmantel, die aber mitunter schon heftig wirken kann).

LM: Ja, die Bleierne Sippe kann Rehe vulkanisieren.

In all meinen jagdlichen Jahren hatte ich noch nie eine Nachsuche. Alle Stücke lagen entweder im Feuer oder flüchteten weniger als 25 m. Wenn es nicht paßte, blieb der Finger eben gerade (Ich höre schon wieder einige sagen, dann der Kerl halt nur 4 -5 Stücke bisher geschossen - mitnichten meine Damen und Herren - auf den Schützen kommt es hauptsächlich an und auf das was derjenige verwendet!).

LM: Da sind wir ja, wenn das „verwendete“, das Geschoß meinte, ganz einer Meinung.

Es kommt also nicht auf Geschwindigkeiten mit hoher Reichweite gepaart an. Deshalb stelle ich die Frage nach Pulver das insbesondere Präzision und Wirkung bietet (Lauflänge je 58 cm).

LM: Beides kann Pulver allein nicht bieten. Wie schon gesagt, siehe 9,3x62 Lutz Möller Geschoß: SNPE Vectan Tubal 2000 oder Rottweil R 901 ab 2007, nicht früher.

Gruß und Waidmannsheil, Peter Wolf, Mittwoch, 8. April 2009 13:24

MJG wirken anders

Hallo Herr Möller,

ich staune über die Meßwerte Ihrer MJG bei verschiedenen Patronen unter relativer Berücksichtigung der sonst üblichen gebräuchlichen Angaben von Herstellern der bleiernen Batzen zu selbigen Patronen. Geben diese doch lediglich bei den Patronen Aufschluß über die kinetische Energie und Geschwindigkeit des Geschosses. Von Eindringtiefen wird nicht so viel erwähnt. In sofern haben sicherlich bei meisten von uns noch andere Dimensionen von Leistung im Vergleich von einer Patrone zu einer anderen gegenwärtig. Beispiel die 7x57R („Die beste Patrone“) im Vergleich zur .30-06 Sprg. und selbst der .300 Win.Mag.

.30-06 Sprg. taugt auf Hochwild | 67 cm Fleisch oder 16 cm Knochen | 841 Joule Splitterwucht

.300 Win. Mag. taugt auf Hochwild | 71 cm Fleisch oder 17 cm Knochen | 1.049 Joule Splitterwucht

7x57R taugt auf Hochwild | 77 cm Fleisch oder 18 cm Knochen | 723 Joule Splitterwucht

7 mm Rem. Mag. taugt auf Hochwild | 82 cm Fleisch oder 20 cm Knochen | 932 Joule Splitterwucht

Es ist doch schon sehr erstaunlich, wie die 7 mm MJG auch mit schwächeren Patronen viele der.30er Kaliber in Punkto Durchdringtiefe sogar weit schlägt. (Ich gehe davon aus, die Angabe in Ihrem Lutz Möller GmbH Laden sind so richtig.)

LM: Ja.

Also muß man hier umdenken. Ist es somit richtig, die gegenwärtige Leistungsabstufungen der Jagdpatronen rücken mit den Lutz Möller Lutz Möller Geschoß, MJG anders zusammen?

Viele Grüße, Martin H., Mittwoch, 22. Juni 2011 15:13

Lieber Martin,

meine Jagdgeschosse sind als Einheitsgeschoß bestimmt. Jedes Geschoß ab 6,5 mm ist in der Lage auf jede gewöhnliche jagdliche Schußentfernung (d. h. bei mir von 0 - 300 m) jedes Wild waidgerecht zu töten. Ganz gleich ist das nie hinzubekommen, für die verschiedenen Kaliber wiederum verschiedene Patronen angeboten werden, die wiederum mal schneller und mal langsamere Geschwindigkeiten bieten. Auf völlig Gleichheit kommt es nicht an, nur auf die Eignung für den Schuß auf Wild. Im Jahre 2008 stellten sich manche (Thomas Voß insbesondere) noch die Frage, ob denn mein 9,3 mm Lutz Möller Geschoß überhaupt sicher Büffel fangen könnten, obwohl ich bereits vor Jahren mit 8,5 mm (leider noch Blei) aus meiner 8,5x64 drei Bison fing. Nach Afrika 2008 und Australien 2008 und einem dutzend erfolgreich gestreckter Büffel später ist die Eignung klar. Kein vernünftiger Kopf würde die hinreichende Eignung heute noch sinnvoll bezweifeln können.

Aber der Weg zu kleineren Geschossen ist noch nicht zu Ende gegangen. Ich möchte allerdings mein Leser mitnehmen.  Für Afrika 2011 wählte ich die 8x68S als gegenüberder 9,3x64 kleinkalibrigeren Patrone mit einem kleineren, schnelleren Geschoß, dem 8 mm S MJG 8004, um zu zeigen, was meine MJG auf afrikanisches Steppenwild können. Huberts 7,62 mm MJG 7626 aus der 300 Blaser Magnum Patrone taten desgleichen. Beide sind dafür hinreichend geeignet. Man muß kein 9,3 schießen, nur weil eine große Wild erwarte.

In Schweden schieße ich meine Sauen und Elche mit „Der besten Patrone“ 7x57 Mauser. Mit meinen Geschossen langt die kleine Patrone für alles - nicht so schrecklich weite - Wild. Mehr braucht es nicht. Dabei schießen sich solche kleinen Patrone viel angenehmer als die großen. 

Ich werde also mit meinen „Beweisjagden“ weiter vorangehen, zeigen, was mit meinen MJG geht, damit jene, die nicht so wie ich alle Leistungen der Geschose im vorraus errechnen können, anschließend die Leistungen als vollbrachte Tatsachen erkennen, mir dann überzeugt auf dem Weg zu kleineren Kaliber hin folgen können - so sie das denn mögen.

Waidmannsheil, Lutz Möller

Geschoß für Reh-, Schwarz- und Rotwild

Sehr geehrter Herr Möller

ich schieße seit 15 Jahren die Mauser 66 Kaliber H-Mantel RWS 12,1 Gramm. Das ist bei Rehwild zu stark. Ich hatte mich vor Jahren entschlossen bei einer einschlägigen Waffenfirma ein Geschoß zu bestellen, daß sowie für Rehwild als für Schwarzwild und Rotwild verwendbar ist. Mir wurde das Geschoß TM-Spitz 9,7 Gramm empfohlen, das ich auch oft bei Rehwild einsetzte. Der Erfolg war immer in Ordnung. Nebenbei möchte ich erwähnen, daß beide Geschosse H-Mantel und TM-Spitz 9,7 Gramm die gleiche Trefferlage erzielen. Ich hatte vor Wochen mit der Teilmantel eine Keiler 58 kg erlegt: Einschuß kalibergroß, Ausschuß keinen, aber zerlegtes Geschoß ragte in der Schwarte heraus. Keiler lag nach sehr kurzer Zeichnung im Feuer. Meine Frage ist: Wie könnte sich dies diese 9,7-Gramm-Ladung  bei Rotwild mit  auswirken?

Johannes-Carl Hemmenstädt, Sonntag, 11. März 2012 15:52

Tag Herr Hemmenstädt,

Sie könnten damit dem Hirsch ein Loch in die Decke und in den Vorderlauf schießen, weil derartige Geschosse nicht immer hinreichend tief eindringen, insbesondere, wenn nicht nur breit auf die Kammer getroffen wird. Das heißt, möglicherweise verletzen Sie den Hirsch nur und der geht verwundet ab, ohne die Möglichkeit ihnen zu kriegen. Sie müssen auf Hochwild Geschosse einsetzen, die unter allen Umständen hinreichende Tiefenwirkung bieten. Hochwildtaugliche LM Munition dringe mindestens ein halben Meter durch Fleisch, oder 10 cm durch Knochen. Die sollten Sie dafür nehmen.

Waidmannsheil, Lutz Möller

39% von 832 Nachsuchen erforderten Hetzen

Kürzlich hielt ich im schönen Schleswig-Holstein einen Vortrag auf der Jahreshauptversammlung eines Schweißhundevereines, einem, der in Europa nach der Zahl der Nachsuchen auf dem sechsten Rang steht. Ohne Orte oder Namen zu nennen, wurden auch eine Beispiele genannt und aufgerufen unbedingt die Waidgerechtigkeit hoch zu halten. Die Zahlen sahen dann allerdings nicht so schön aus. Immerhin 39% von 832 Nachsuchen erforderten Hetzen. Das beutet, die zu hetzenden Tiere waren nur schlecht krank geschossen.

Das Wesentliche am Schuß: Brauchbare Treffer und richtiges Geschoß!

fehlten da ganz offensichtlich. Gut, daß es Schweißhunde mit Ihren Rüdemännern gibt, die derlei Fehlschüsse noch zu einem guten Ende führen. Ich sage immer wieder. Beachte Zielwahl! Dazu paßt folgende Zuschrift:g

Moin Lutz!

Seit einiger Zeit ist in unserem Gebiet ein unangenehmes Phänomen aufgetaucht. Immer mehr Jäger verurteilen diejenigen, welche mit Kupferjagdgeschossen jagen. Durch einige Vorfälle (z.B. schlechter Treffersitz) sehen sich diese „Haßprediger“ bestätigt, daß Kupferjagdgeschosse (gleichl ob es Deine sind, die von Jaguar, Barnes oder andere), vollkommen ungeeignet zur Jagdausübung seien.

Ein Hundeführer, welcher hier tätig ist, stellt bei eventuellem Anruf sofort die Frage, mit welchem Geschoss auf das nachzusuchende Wild geschossen wurde. Ist es Kupfer (oder Messing), kriegt der Schütze alles mögliche zu hören (derselbe Hundeführer behauptet,  mit Kupferjagdgeschossen hinterließen die angeschossenen Tiere keine Wundfährte hinterlassen, da er bereits mehrere Male die Nachsuche ohne Erfolg unterbrechen musste.). Einige Kupfernützer sind bereits wieder auf die "bleierne Sippe" umgestiegen, da sie dem Druck der "Waidgenossen" nicht mehr ausgesetzt sein möchten.

Ich selber habe immer die Verwendung von Kupferjagdgeschossen gelobt und forciert, und werde dies auch in Zukunft tun, da ich selber, als einstiger Kritiker, eben diese Geschoßart (vor allem Deine) unter die Lupe genommen habe und nun von deren Wirkung vollkommen überzeugt bin. Auch ich selber kriege manchmal zu Ohren, was für einen „Mist“ ich den Jägern anraten würde.

Wegen schlechtem Treffersitz dem Geschoß die Schuld am Schützenversagen in die Schuhe zu schieben, ist aber nicht meine Art, und jedem, der mich diesbezüglich anspricht, kontere ich sachlich mit Fakten und Argumenten (Hintergründe für schlechten Treffersitz sind meistens schnell abgegebene Schüsse, Schüsse auf sehr weite Distanzen, oder eben auch einfache Schützenfehler). Aber wahrscheinlich wird dieser Negativtrend, zumindest hier, kurzfristig nicht mehr aufzuhalten sein.

Ich hoffe aber, daß in einigen Jahren, wenn auch diese Sturköpfe „bekehrt, belehrt“ sein werden, die Vernunft wieder einzieht und die Diskussion Blei vs. Kupfer bzw. Messing wieder ungetrübt und ohne Vorurteile zustande kommen kann.

(bitte ohne Namen oder nur mit Initialien veröffentlichen, sonst gibt es wieder „Krieg“ mit unseren selbsterkorenen „Ballistikexperten“ )

F. F., Freitag, 14. September 2012 08:56

Stammtischexperten

Betreff: Das Wesentliche am Schuß: Brauchbare Treffer und richtiges Geschoß!

Sehr geehrter Herr Möller,

heute möchte ich mich auch einmal an der aktuellen Diskussion beteiligen. Diese sogenannten „Ballistikexperten“ gibt es wohl in jeder Kreisgruppe. Seltsamer weise trifft man solche Experten meist nur an Stammtischen aber ganz selten auf der Schießbahn. Dabei hört man von Schüssen jenseits von 100 m, nur auf den Träger natürlich, von sensationellen Erfolgen auf der letzten Drückjagd, usw. usw. jeder verantwortungsvolle Jäger kennt solche „Jagdkameraden“. Spricht man dann mal mit den anerkannten Nachsuchengespannen unter „vier Augen“ . . . erschreckend! Immer mehr häufen sich auch Fälle, daß angeschweißtes Wild verludert aufgefunden wird, überhaupt nicht nachgesucht wurde. Wird dann nachgefragt heißt es nur: „Ich habe nicht getroffen. Das Wild hat nicht gezeichnet, oder es doch ist gesund abgesprungen“. Ich kann es nicht mehr hören. Muß es erst soweit kommen, daß uns der Gesetzgeber einen jährlichen Schießnachweis abverlangt ? Mir scheint es fast so.

LM: Ich würde das, ähnlich wie in Skandinavien, durchaus fröhlich - weil sinnvoll - begrüßen.

Geht man den Argumenten bei der Geschoßwahl hartnäckig auf den Grund, kommt man meist zu der Aussage: „Viel zu teuer! Meine Patronen kriege ich schon für weniger als zwei Euro! Damit soll ich dann auch noch auf den Schießstand gehen ? Ich bin doch kein Krösus ! Außerdem gehe ich schon 30, 40 Jahre zur Jagd. Bisher hatte ich mit meinen Geschossen noch nie Probleme.“ Sieht man dann mal seine Patronenauswahl, könnte man meinen, manche sind so alt wie der erste Jagdschein dieser „Waidmänner“. Lose in der Tasche, Grünspan und Flecken, unterschiedliche Laborierungen unbestimmten Alters, usw.! „Aber das Kaliber stimmt doch!“ hört man dann. Darum müssen alle von Ihren Geschossen überzeugten Jäger zusammenstehen und sachlich mit Argumenten überzeugen. Auch der Mann, der Berge versetzte, hat einmal damit angefangen, einen ersten Kieselstein fortzutragen.

Ihr Netzplatz ist meiner Meinung nach im deutschsprachigem Raum die beste Seite zu diesem Thema. Lassen Sie sich bitte nicht entmutigen, gehen Sie Ihren Weg  - so wie in der Vergangenheit - zielstrebig voran. Die Zukunft der Jagdausübung wird Ihnen durch die Fortsetzung der Dokumentation der jagdlichen Ergebnisse recht geben.

LM: Na dann blicken wir mal fröhlich in die Zukunft.

In diesem Sinne mit freundlichen Grüßen und einem Waidmannsheil

Wolfgang Runge, Freitag, 14. September 2012 14:59