Geschoßsitz

Hallo Herr Möller,

am vergangenem Wochenende habe ich die Sachkundeprüfung für das Wiederladen erfolgreich abgelegt. Nun kann es losgehen. Ich werde auch einen Setzer benötigen, aber da ich mir über den Matritzensatz (unser Dozent empfahl Hornady wegen des zentrierten Setzen des Geschosses) noch nicht im Klaren bin, muß das hinterhergeschoben werden. Bitte verlieren Sie noch kurz ein paar Worte zur Setztiefe der Geschosse. Die hat sich mir trotz Lehrgang noch nicht ganz erschlossen.

Ich wünsche Ihnen noch Schön Tage in Griechenland und hoffe, Ihre  MJG-Forschung geht voran!

Mit freundlichen Grüßen und Waidmannsheil aus Schwerin, Gunnar Schneekloth, Montag, 18. Oktober 2010 11:28

Herr Schneeklotth,

die Setztiefe eines Geschosses in die Patronenhülse beim Wiederladen bezeichnet den Abstand der Geschoßbodens vom Hülsenmund. Wenn die Hülse die Normlänge L3 aufweist kann man damit die Angabe auf der Norm-Patronenlänge L6 und der Geschoßlänge errechnen. Für meine Patronen gebe ich die L6 an. Sich daran zu halten führt zum Erfolg, solange die L3 nicht wesentlich (sagen wir mal > ± ½ mm) abweicht. Wenn die L3 nach oben abweicht kann die L6 folgen, wenn nach vorn Platz ist - sonst nicht. Wenn die L3 nach unten abweicht soll beim Lutz Möller  MJG die L6 folgen, damit die Führbänder (engl. Drive Bands) richtig im Hals sitzen.

Waidmannsheil, Lutz Möller

Lutz Möller Geschoßführung

Lutz,

da hast du eindeutig recht. Ich bemerke mit Deinen Lutz Möller Geschossen mit verschiedenen Setztiefen nur minimale Abweichungen in der Genauigkeit. Das ist sicherlich auf den Geschoßsaufbau mit den Führbändern zurückzuführen!

LM: Genau. Das ist Absicht!

Aus Sichte des Wiederladens ist deshalb das Lutz Möller Geschoß mit Sicherheit viel einfacher handzuhaben als herkömmliche Tombakmantel Vollgeschosse! Mit denen hat man oft auch bei geringster Setztiefeveränderung (auch weniger als einen Millimeter) sehr große Unterschiede in der Präzision, eben wegen des Patronenlagers und dem schlechten Zentrieren des Geschosses im Lauf.

Ich glaub nur wenige wissen, wieso das Lutz Möller Geschoß auch ohne große Erfahrung beim Wiederladen präzise trifft!

LM: Das müssen auch nicht so viele wissen. Es langt, wenn sie es merken.

Da wird wohl manch einer von Deinen Messingblitzen „verwöhnt“. Wenn er dann beim Wiederladen auf andere Geschosse umsteigt wird er plötzlich denken, er könne das Wiederladen nicht mehr :-)

Fabian, Samstag, 19. Februar 2011 10:21

Drückjagdmunition

zu Setztiefe und Patronenlänge

Betreff: 30/06 - Serie 7611

Sehr geehrter Herr Möller,

vielen Dank für die Zusendung Ihrer Munition. Ich habe bereits ein paar Stücken Wild damit erlegen können und bin mit der Wirkung Ihres Geschosses zufrieden.

Es gibt allerdings ein großes Ärgernis. Die Geschosse sitzen nicht tief genug ( alle unterschiedlich )

LM: Unsere Stichproben sagen das anders. Siehe weiter unten.

in der Hülse und lassen somit ein leichtes und schnelles Repetieren nicht zu. Der Kammerstängel geht teilweise nur mit erheblichem Kraftaufwand zu.

LM: Bei der .30-06 vermutlich Folge des delta-L-Problemes. Lassen Sie den Verschlußabstand prüfen. TeilenSie mir bitte das Ergebnis in mm mit. Vermutlich ist der zu knapp, so daß die Hülsen mit der Schulter im Patronenlager anstoßen. 

Ich habe gerade RWS Bleipatronen hinsichtlich des Repetiervorganges, die deutlich besser funktionieren,  geprüft. Die Geschosse sitzen auch alle gleich tief in der Hülse.

LM: Unsere Stichproben sagen das anders. Siehe weiter unten.

Ihre Patrone ( Hülse+Geschoss ) ist im Vergleich zu einer RWS Patrone 1 mm länger, was eben leider zu den beschriebenen Problemen führt.

LM: Nein. Im Lauf ist innen Platz nach vorn bis in den Himmel. Da stört gar nichts. Meine .30-06 7611 Munition bleibt mit 84 mm Gesamtlänge 0,84 unter dem größtenMaß, aleo innerhalb der Norm.

Auch ein mehrfaches Repetieren der selben Patronen löst die Störung leider nicht.

Bitte lassen Sie mich wissen, wie wir nun verfahren können. Eventuell sollte ich Ihnen die Munition zurück senden ? Über eine kurzfristige Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar und verbleibe mit freundlichen Grüßen

C. Wendorff, Sonntag, 6. Dezember 2015

Fermündlich erfuhr ich, die beobachteten unterschiedlichen Patronen, waren solche, die bereits auf Drückjagden (mehrfach) rein und raus reptiert wurden. Des Weiteren meint Herr Wendorf, Patronen in den Schachteln sähen gleichmäßiger aus. Mit dem Meßschieber hat er nichts gemessen. Als Angaben seien Schätzungen aus Augenschein..

Betreff: Geschosse sitzen nicht tief genug ( alle unterschiedlich )

Moin Lutz,

ich komme gerade von der Pferd & Jagd und lese Deine Mail.

Weil ich noch 4 Schachteln aus dem Los hier habe, habe ich einen Karton = 50 Stück vermessen und von den 3 weiteren Kartons Stichproben gemessen.

.30-06 L6 Verteilung

.30-06 7611 L6 Längenstichprobe (Mit Meßschieber gemessen)

Deine Vorgabe ist 84 mm. Die vermessenen Patronen habe ich in ein Ladebrett gestellt.

seitlich

seitlich

schräg links

Man kann sehr leicht sehen, ob die Patronen unterschiedlich lang sind. Sie sind es nicht. Der Spalt zwischen Hülsenmund und dem breiten Führband ist gleich.

LM: Das zählt!

Unterschiedlich gespritzte schwarzen Spitzen bedingen hauptsächlichden leichten 0,23 mm Längenunterschied.  Manche Kappen sind recht spitz, aber andere eher kugelig bis platt.

schräg rechts

von oben

von oben

Die „Einspritzanlage“ in der Fertigung bedingt vermutlich die leicht veränderliche Spitzengestalt. Auch kann mal ein winziger Spalt durch  Kleber entstehen. (Durch den Kleber verfärben sich übrigens manche Spitzen leicht weiß).

LM: Längenunterschiede durch die schwarzen Spitzen sind unerheblich.

Pappschachtelboden

Pappschachtelboden mit Absätzen

Im Karton wirken die Patronen durchaus unterschiedlich lang. Das liegt aber am Kartonboden, nicht an den Patronen.

Grüße, Burkhard

Bei Drückjagden wird oft schnell und damit heftig nachgeladen. Die Patronen schießen in der Kammer dann vor, bis die Schulter im Lager aufprallt, so die Hülse plötzlich hart aufhält. Im Schwung mögen sich Geschosse im Hals dann noch weiter nach vorn verschieben. Wenn solche Paronen nicht auf Wild verschossen, sondern nach dem Treiben wieder herausreptiert werden, sind die länger, als neu. Das war oben der Fall.

Burkhard prüfte zum Vergleich zwei Wettbewerbsmunitionen neu aus der Schachtel.

RWS Munition

Die Abweichen lagen wie folgt:

Geco Cineshot 0,48 mm Längenunterschiede

RWS TMS 0,28 mm Längenunterschiede.

Schwarze Kappen

Schwarze Kappen

Insofern ist meine Munitio mit den schwazen Kappen genauer gefertigt, bzw. weichen weiche Bleispitzen noch mehr als meine  härteren Plastikspitzen vom Sollmaß ab.

30-06 7611 Sitz

.30-06 7611 Sitz

Solange die Geschoßsetztiefe (bei mir bei der .30-06 7611 10,85 mm) gleich bleibt, sind abweichende Patronenlängen ohne jeden Belang. Das gilt für bemantelte Bleigeschosse ebenso.

Wenn allerdings der feste Geschoßsitz meiner Munition für rauen Drückjagdbetrieb nicht genügt, sollte ich für solche Munition ein Krempe anbringen. Dazu wäre erforderlich zwischen den Führbändern Platz für den einzuwürgenden Hülsenmund vorzusehen. Die Geschosse heißen Kreuzer

9,3 mm Kreuzer

9,3 mm Kreuzer der 5ten Erbfolge mit vier Kerben für vier Splitter.

Splitter

vier Splitter von außen und innen

Der Ausschuß sieht dann wie „die fünf auf dem Würfel“ aus (Plümacher).