Lutz Möller Geschoß mit Sollbruchrille

Morgenstimmung

Zu weiches Kupfer

8 mm KJG Restbolzen aus 8x68S und Qryx

Kupferner 8 mm S Restbolzen aus 8x68S aus Oryx von Dieter Nagel, Wien, 2009 aus Namibia

8 mm KJG Restbolzen aus 8x68S und Qryx

Kupferner 8 mm S Restbolzen aus 8x68S aus Oryx von Dieter Nagel, Wien, 2009 aus Namibia

8 mm KJG Restbolzen aus 8x68S und Qryx

Kupferner 8 mm S Restbolzen aus 8x68S aus Oryx von Dieter Nagel, Wien, 2009 aus Namibia

Der obige Restbolzen aus weichem Kupfer zeigt eine unerwünschte Aufpilzung. Ein Querschnittsvergrößerung auf das 1,41-fach verdoppelte die Bremsfläche Q und halbiert folglich die Tiefenwirkung x_max. Erinnere: Die Flächenlast des eingedrungenen Geschosse bestimmt (mitsamt der Schnelle) die Eindringtiefe.

Jean-Victor Poncelet

Eindringtiefe nach Poncelet.

Das stört, muß nicht sein. Ein festerer, härterer Werkstoff könnte solch unerwünschte Querschnittsvergrößerung des Restbolzens vermeiden. Schließlich stellen bei meinen Geschossen Splitter den erforderlichen Wirkungsquerschnitt beim Lungenschuß her. Deshalb und aus andern folgenden Gründen entwarf ich meine neunen Geschosse aus dem festeren härtern Messing. Selbstverständlich können Lutz Möller Geschosse nicht einfach aus Messing gefertigt werden und dann noch erwartet werden, damit sei es getan. Eine Sollbruchrille, teilweise andere Spitzen und weiter werkstoffgemäß e Auslegung passen die Zielwirkung dem Werkstoff an.

Der Winter naht.

Drei MJG in 7,6, mm 8 mm S und 9,3 mm für Finnland (siehe finnische Jagdgeschichten)

Gleich düse ich nach Finnland, um dort mein neunen „Sprößlinge“ zu prüfen.

Waidmannsheil, Lutz Möller Freitag, den 5. November 2010

Lieber Lutz,

ich meine die „alten“ Lutz Möller Geschoß mit der schwarzen Kappe. Welche Überlegung versteckt sich denn hinter dem Begriff „Sollbruchnute“.

Viele Grüße, Ulrich, Freitag, 3. September 2010 08:29

Lieber Ulrich,

die bekannten, alten Lutz Möller Geschoß werden aus einer kurzspanenden Kupferlegierung mit 80% Zerspanungsindex hergestellt. Nur die 10,3 mm Geschoß aus einem Kupfer mit 20% Z-Index. Auch deshalb sind die so teuer. Die Schneidplatten dafür kosten 20x so viel wie die für die gewöhnlichen alten Geschoß.

Trennschneiderduese

Trennscheiderdüse aus dem Werkstoff aus dem Geschoß sind.

Das geht, ist aber noch nicht bestmöglich. Die spanabhebende Industrie und ihre Werkstofflieferanten kennen Werkstoffe bis zu 100% Z-Index. Ob sich ein Werkstück, hier ein zu drehendes Jagdgeschoß, besser oder schlechter bearbeiten läßt, bestimmt im Weiteren auch Genauigkeit und Preis. Zurück aus Afrika 2005 schrieb ich über Kupfer oder Messing (Messing ist ein Kupferlegierung, die Zink enthält.). Das zu erkennen erfordert Schulterstabilisierung ganz zu verstehen. Damals schrieb ich:

2005 „Grobe Kupfersplitter dringen tiefer als feine Messingsplitter ein.“

Heute (fünf Jahre später) bemerke ich „Messing kragt nicht so aus!“  Damals setze ich meine werkstoffbezogene Arbeit nicht fort. Inzwischen verstehe ich die Zusammenhänge besser und bemerke, im Vergleich kragt Messing nicht wie Kupfer aus, sondern hält den Ø fest. Das bedeutet Messingrestbolzen dringen tiefer ein. Siehe Tiefenwirkungsrechner und Poncelet. Allerdings schrieb ich auch 2005:

„Messingnes MPG-08 mit 950 m/s in Wasser geschossen zerbricht ganz oder bleibt spitz = unbrauchbar!“

2005: „Somit kann ein Messingjagdgeschoß unter keinen Umständen schulterstabil durch das Ziel fliegen. Es wird das taumeln und dann aus seiner Schußbahn gelenkt seitlich wegfliegen, so daß der unbekannten Ablenkung wegen unmöglich ist den genauen Treffersitz tief im Tier vorherzusagen (Herz oder Pansen. Die beabsichtigte Wundwirkung stellt sich entsprechend unvorhersehbar ein.“

Heute erscheint mir meine damalige 2005er Schußfolgerung „Somit kann ein Messingjagdgeschoß unter keinen Umständen schulterstabil durch das Ziel fliegen.“ voreilig und unvollständig. Sicher splittert Messing anders als Kupfer, aber genau das ist der Grund, aus dem sich Messing gegenüber Kupfer deutlich besser drehen oder sonst spanabhebend bearbeiten läßt. Messing ist der Zerspanungswerkstoff schlechthin! Der Stoff setzt die Maßstäbe.

Zwei Hindernisse sind zu überwinden um aus Messing brauchbare Geschoße herstellen zu können.

Erstens muß die Dachsplitterung ohne Schultern  unterbunden werden und zweitens muß die Kleinsplitterung unterbunden werden. Das zu leisten ist Zweck der  neuen Entwürfe.  Die Dachsplitterung zu unterbinden sehe ich erstens am Ende der Hohlspitze eine Sollbruchnute  vor. Zweites erlaubt die schwarze Kappe  eine kurze dickwandige Hohlspitze. Dünne Wände, die klein splittern, sind nicht mehr vorhanden.

Diese Geschosse mit Sollbruchnute, hier als Ringnute, werden demnächst in die Versuche einfließen, zunächst im Wassertank, dann im Oktober in Schweden auf Reh, Sau und Elch, im November in Finnland auf Weißwedelhirsch und dann im Januar 2011 in Karelien auf Elch und Wolf.

Ich verspreche mir von dem Geschoß entweder größere Eindringtiefe bei gleicher Masse oder gleich Eindringtiefe bei geringere Masse und damit größer Reichweite, dazu aufgrund der leichteren Zerspanung genauere und schnellere Fertigung, damit (etwas) niedrigere Kosten, die ich durchreichen würde.

Waidmannsheil, Lutz Möller

Kein verzögertes Splittern

Lieber Lutz!

Danke für die Erläuterungen und die Anregung für den Jäger sich auch mit dem Werkstoff seiner Geschosse zu beschäftigen. Mein Horizont bezüglich Geschossen und Ballistik ist in den vergangen Jahren deutlich gewachsen, wobei Dein „lehrreicher Netzplatz“ den wesentlichen Anteil hat.

Für mich als Werkstofflaien sehr bemerkenswerte Überlegungen, insbesondere dann, wenn es gelingt große „Splitter“ zu bekommen, die (kaliberabhängig) erst bei tieferer Eindringtiefe  entstehen und der Restbolzen stabil fliegt. Für die Versuche viel Erfolg!

Ein herzliches Waidmannsheil, Ulrich, Sonntag, 5. September 2010 17:01

Lieber Ulrich,

sobald sich eine Hohlspitze im schnellen Aufprall mit weichem, unverdichtbaren Zielgewebe (Fleisch, Blut, Wasser) oder ähnlichem füllt, und dabei eben diese Hohlspitze das Zielgewebe (auch nach vorn aber) vorrangig rundum wegstößt, so daß über 150 m/s Wasserdampf das Geschoß  umgibt, drückt der innen auf die Hohlspitzwände wirkende Staudruck die Hohlspitze auseinander - sie platzt. Siehe dazu auch Zielwirkung. Die Hohlspitze zerreißt - und zwar sofort - in vier bis sechs große Splitter, die maßgeblich den nützlichen Wirkungsquerschnitt bestimmen. Zwar gibt es eine (kaliberabhängige) Verzögerung, aber nur im Millimeterbereich, im Verhältnis zu Zielgröße also zu vernachlässigen.

Gruß, Lutz 

Scharfrand für Schnitthaar

Den oft an mich herangetragenen, Wunsch nach einem Scharfrand für Schnitthaar amAnschuß werden die neuen Geschosse mit der (sieh da!) scharfkantigen Sollbruchnute erfüllen. So stellte sich schon 2005 Georg Scharfrand & Pirschzeichen vor.  „Hürsch“ meinte damals,

„Die Birschzeichen werden vor allem durch Geschoßkonstruktion und Treffersitz bestimmt. Ein Geschoßkonstrukteur, der nicht versucht das Geschoß auch in bezug auf Birschzeichen zu optimieren, hat seinen Job aus welch Gründen immer (meist wird's ja Unerfahrenheit und Unkenntnis sein) nicht ordentlich gemacht.

Geradezu eine Hauptanforderung an ein Jagdgeschoß ist, die Vorgänge nach dem Schuß so nachvollziehbar wie möglich zu machen!“

Aerodynamik

Hallo, Herr Möller,

ich lese gerade vom Scharfrand. Birgt der nicht aerodynamische Nachteile? Ich konnte und kann auf einen Scharfrand verzichten. Der Ausschuß gibt mir genug Pirschzeichen.

Waidmannsheil, K.G., Samstag, 11. September 2010 12:25

Moin K.G.,

wenn man sich um die Aerodynamik gar nicht kümmerte schon, aber die zu vermeiden benutze ich ja meine „elektronischen Windkanal“, sprich numerische Strömungsrechnung mit Finite-Elemente-Rechenplan.

Lutz Möller Geschoß 9303

Auf den heutigen Mehrkernrechner komme ich da schon ganz gut voran, da ich ja weiß, was physikalisch geschieht, kann somit die Gestalten schrittweise ändern, dann die Oberflächenkräfte im Strom im Rechner „nachmessen“, so daß ich tatsächlich optimieren kann, bevor auch nur eine einzige Stange zerspant wird. Das ist ja gerade mein Vorteil, den meines Wissens kaum jemand sonst im Jagdgeschoßentwurf einsetzt, obwohl die notwendigen Hilfsmittel käuflich zu erwerben sind.

Waidmannsheil, Lutz Möller

Weiterentwicklung

Sehr geehrter Herr Möller,

zunächst auch meinen herzlichen Glückwunsch zu den bestandenen Prüfungspaketen. Nun, sie sind alle geschafft und es kann weiter gehen. Ich möchte mich noch einmal mit ein paar Gedanken zur eventuell anstehenden Neugestaltung der Geschoß Reihe einbringen. Bitte verstehen Sie meine Überlegungen dahingehend, ich bin ein sehr erfreuter Geschoß-Nutzer der sich mit diesem Geschoß beschäftigt und sich freut, wenn er etwas dazu beitragen kann das vielleicht mit in Ihre zukünftigen Überlegungen eingeht. Niemals möchte ich im nachfolgenden anmaßend sein.

Ich knüpfe noch einmal an meinen 7x57R Muffel an und möchte drei Überlegungspunkte darstellen. Bei der Betrachtung, ob man beim bisherigen Geschoß noch etwas „herauskitzeln“ kann erkennt man unschwer jetzt schon eine gewisse Obergrenze eines besten Entwurfes. Klar, Sie möchten schnelle und wirkungsvolle Lutz Möller Geschoß. Die haben Sie! Zukünftig sollten sie vielleicht noch schneller sein. Ob sie dann auch wirkungsvoller sind ist fraglich. Dies sind für mich zwei Eigenschaften, die sich zum jetztigen Entwicklungsstand „beißen“. Beißen deshalb, weil mehr Schnelligkeit weniger Masse voraussetzt und weniger Masse weniger Wirkungsweise mit sich bringt.

LM: Falsch. Weit verbreiteter Irrtum. Lies Wirkungsquerschnitt!

In Anbetracht des jetztigen Entwicklungsstandes Ihres Lutz Möller Geschoß sind wir als Jäger mit der Rasanz und somit der jeweiligen GEE eines jeden Kalibers im Vergleich zur bleiernen Sippe erheblich besser gestellt. Ich glaube, die meisten der Jäger shätzen dies schon jetzt sehr an den Lutz Möller Geschoß schätzen und mit dem Ausreizen der deutlich größeren GEE auch an ihre Grenzen kommen. Weitere Schußentfernungen und genaue Treffer erfordern nicht nur die Fähigkeit des Schützen, sondern auch allerlei technische Hilfsmittel für genaue Angaben zur Entfernung, Windgeschwindigkeit, Höhe, Temperatur, Feuchtigkeit und BC-Wert, sowie einen Umrechner und nicht zuletzt einer hochwertigen Optik die diese errechneten Werte für einen exakten Treffer aufnimmt. Ich mag vielleicht ein wenig weit ausholen, aber ich möchte damit sagen, das mit zunehmender Entfernung ein verantwortungsvolles jagdliches Schießen und genaues Treffen nicht gerade erleichtert wird und jedermanns Sache ist. Hinzu kommt, bei einer „Abspeckung“ könnte trotz einer eventuellen Sollbruchnute vermutlich auch die Wirkung nachlassen.

LM: Nein. Wird nicht!

Der andere Überlegungspunkt ist der schon erwähnte Wunsch nach mehr Wirkung, die sich aus der Splitterwirkung ergibt. Wenn man die alten Geschoß ansieht (habe sie damals selbst auf viel Wild geschossen) so ist unschwer zu erkennen, die hatten eine dünnere Bohrung und somit ein größerer äußerer Splittermantel zur Verfügung stand als bei den jetzigen Geschoß.

LM: Wieder falsch. Die Splittermenge leg ich willkürlich fest, weil ich weiß wieviel gebraucht werden. Sie ergibt sich nicht.

Ja, der damalige Gedanke war u. a. noch schnellere Geschoße zu entwickeln und unerwünschte Nebeneffekte wie ungünstiger Drehmoment für Störkräfte zu minimieren. Da war noch Luft nach oben und Platz für Feinschliff. Könnte man vielleicht hier nun einen Ausgleich dahingehend finden, beispielsweise unter der Berücksichtigung eines noch akzeptablen Hebelarms des Drehmoments der Störkraft die Plastikspitze nicht ganz so tief herunter zu ziehen. Oder ggf. nur den Bohrungsdurchmesser zu mindern, so also mehr Masse für Splitter schafft? Umgekehrt könnte man dann zum Ausgleich der vorderen Gewichtszunahme die günstigen Strömungseigenschaften des LM-150 am Heck übernehmen, oder aber auch nur die dünnere Innenbohrung ein wenig tiefer in das Geschoß führen?

Mein letzter Überlegungspunkt. Eine stetige Entwicklung auch für bewährte Produkte sollte sein. Insofern würde eine Weiterentwicklung der Geschoß grundsätzlich gut tun wenn die richtige Richtung eingeschlagen wird und echte für den Verbraucher fühlbare Neuerungen bzw. Verbesserungen vorgenommen werden. Da aber der „Braten“ längst nicht jedem so gut schmeckt und ein jeder seine eigenen Anforderungen hat, sollte man feststellen was das Gros der Kunden wünscht. Offensichtlich verspüren Sie eine besondere Nachfrage aus anderer Richtung für schnellere, weiter reichende Geschoß, eben Jäger, die unter besonderen o.g. Anforderungen jagen möchten. Schlagen Sie doch den Weg in diese Richtung ein und entwickeln Sie ein besonderes weiter reichendes Geschoß.

LM: Das beabsichtige ich mit dem Geschoß. Wenn dann das bisherige Geschoß ebenfalls auf noch mehr Wirkung geändert würde wäre das doch eine tolle Sache.

LM: Nein. Mehr Wirkung bedeutete nicht besser zu töten. Der Zerstörerunsinn 2005 zeigte das deutlich.

So hätten Sie ein Geschoß „extra weit“ und ein Geschoß „extra Kraft“. Ich könnte mir vorstellen, das würde die wenigsten Kompromisse erfordern und den Anforderungen des Marktes gerecht werden. Was halten Sie von den Gedanken?

Waidmannsheil und beste Grüße, Martin H., Donnerstag, 23. September 2010 16:51

Herr H.,

Sie unterliegen dem Zusammenhang von Masse und Wirkung einem Irrtum. Geschosse bringen in das Ziel Wucht (kinetische Energie) mit. Die bemißt sich zu E= ½ m v². Das bedeutet, größer Masse steigert die Energie verhältnismäßig, aber größer Schnelle steigert die Energie quadratisch (v mal v!). So schrecklich viel Energie benötigen wir aber nicht, um ein Tier zu töten. Wir wollen töten, aber nicht zerstören und verwüsten. Als abschreckendes Beispiel lies Zerlegerverwüstungen!

Gleichwohl bedanke ich mich für Ihre Mühe mir Ihre Anregungen ans Herz zu legen.

Waidmanns Heil, Lutz Möller

Wünsche

Moin Lutz!

Wie geht's denn so? Ich hoffe die Sache mit SAX hast du gut überstanden,

LM: So schnell bleibe ich nicht liegen. Der Boxer geht mal in die Knie aber dann steht er wieder auf!

und du kannst dich wieder der Zukunft widmen... :-)

LM: Ich bin dabei, derzeit vorrangig mit dem Feuerschlucker 7!

Zum neuen Geschoß, dessen Entwicklung mich sehr angeht, habe ich einige Gedanken, die ich Dir mitteilen möchte: Die Sollbruchnute, wie sie in Deinen Entwürfen abgebildet ist, bringt sicher die Vorteile mit sich, die du angeführt hast (größere Eindringtiefe bei gleicher Masse oder gleiche Eindringtiefe bei geringerer Masse). Die Aerodynamik hingegen, im Vergleich zum derzeitigen Lutz Möller Geschoß, begeistert mich nicht so sehr. Wäre aus technischer Sicht möglich (ich kenne mich bei CNC-Drehmaschine absolut nicht aus :-/ ), die Sollbruchnute im Inneren, sprich am Boden der Hohlspitze, auszudrehen? Dann würde das Geschoß von Außen gleich aussehen, aber eine geringere Masse aufweisen = schneller fliegen.

LM: Die Sollbruchnute soll vor allem den richtigen Abbruch zur Kante für die Schulterstabilsierung gewährleisten. Das kann nur außen, nie innen geschehen!

Zur Schwarzen Kappe: Das Plastik könnte ruhig etwas fester sein, da die schwarze Spitze meiner Patronen, wenn sie etwas länger in Magazin, Rucksack oder Hosentasche aufbewahrt werden müssen, sich gern verformt, da das Plastik eben ein wenig weich ist. So ein Stoff wie Nosler oder Hornady es bei ihren Geschossen verwendet (Polymer, entweder Thermoplaste oder Duroplaste) wäre sicherlich geeignet! Denk mal drüber nach!

Schönn Tag noch - F.F., Mittwoch, 29. September 2010 14:34

Danke Fabian,

mach ich.

Gruß Lutz

Geschoß? MJG!

Sehr geehrter Herr Möller!

Natürlich verfolge ich alle Berichte, Versuche und Überlegungen zum neuen Geschoß. Sollte es nicht eigentlich MJG heißen?

LM: Ein Name ist geboren.

„K“ steht ja für „Kupfer“, was bei dem neuen Geschoß gar nicht stimmen würde. Verwechslungsgefahr mit irgendwelchen Wettbewerbern, etwa Impala, bestehen sicher nicht. Ohnehin müßte jeder Blinde erkennen können, daß in Ihren Geschoßen wesentlich mehr Gehirnschmalz steckt, als den Erzeugnissen der Konkurrenz. Also, nur Mut, und stehen sie zu dem Material das Sie verwenden, auch wenn es billiger ist! Das Endprodukt wird - zumindest schätze ich Sie so ein - dem Lutz Möller Geschoß in nichts nachstehen, da spielt es dann sicher keine Rolle, wenn das Rohmaterial und die Bearbeitung billiger ist. Schon gar nicht, wenn Sie zumindest einen Teil der Ersparnis an die Kunden weitergeben.

LM: Messing läßt sich besser als Kupfer zerspanen. Das ist der Hintergedanke. Dadurch werden Drehteile besser und billiger. Allerdings muß der anderen Werkstoffeigenschaften wegen der Aufbau neu ausgelegt werfen. Ich bin dabei.

Vielleicht noch ein paar Gedanken zum neuen Entwurf:

  1. Grobe, vielleicht sogar noch gröbere Splitter sind gut! Sie vergrößern den Wirkungsquerschnitt und haben mit zunehmendem Gewicht durchaus Tiefenwirkung (= Sekundärgeschoße).
     

  2. Die Tiefenwirkung des Restbolzens ist beim Geschoß sehr gut und sollte auf jeden Fall erhalten werden. Noch so grobe Splitter können die ausgezeichnete Tiefenwirkung des Geschoß nicht ersetzen.
     

  3. Restbolzenwirkung nicht durch Verkleinerung des Durchmessers schwächen! Wenn Sie mehr Tiefenwirkung wollen, dann erhöhen Sie doch das Gewicht geringfügig. Bei den Geschwindigkeiten, die mit Ihren Geschoßen zu erzielen sind, spielt die geringfügig geringere Geschwindigkeit jagdlich überhaupt keine Rolle. Bedenken Sie, daß noch leichtere Geschoße und noch höhere Geschwindigkeiten die Jäger höchstens dazu verleiten, noch weiter zu schießen, vielleicht mit fatalen Folgen!

Die Restbolzenwirkung ist, wie einige Berichte des heurigen Jahres zeigen, gerade bei starken Sommerkeilern sehr wichtig. Die haben nicht nur einen dicken Schild und grobe Knochen, sondern auch noch viel Weißes. Selbst große Splitter dringen da wohl kaum bis ins Leben vor. Dort muß der Restbolzen die Arbeit tun. Verkleinert man ihn, sinkt die Wirkung. Dies mag bei den Kalibern 8 mmS und darüber wenig Rolle spielen, weil immer noch ein Restbolzen in der Größe des bisherigen 7 mm Kalibers übrigbleibt, darunter sehe ich die Verkleinerung des Restbolzens eher kritisch.

LM: Möglich wäre in dem Sinne bis 7 mm bei Kupfer zu bleiben, erst darüber zu Messing zu wechseln.

Zusammengefaßt würde ich an Ihrer Stelle die Gelegenheit dazu benützen, beim Gewicht eher einen Schritt zurück, als nach vor zu gehen. Einige Meter weniger GEE spielen jagdlich höchstens eine positive Rolle. Denken Sie an die alte 6,5x54, die im Stutzen (Mündungsgeschwindigkeit des 10,3 TMR etwa 670 m/s) in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts sehr gern im Gebirge geführt wurde. 10 cm Hochschuß auf 100 m ergaben in dünner Höhenluft Fleckschuß bei 200 m. Und, glauben Sie mir, im Alpenraum wurde mit kaum einem anderen Kaliber mehr Wild (selbstverständlich auch Hochwild) gestreckt. Das sage ich, um zu zeigen, daß Rasanz zwar wichtig ist, aber auch nicht überbewertet werden soll.

LM: Können denn heuet alle noch so schießen?

Ich verbleibe mit freundlichen und weidmännischen Grüßen Ihr, L. Vogl, Montag, 11. Oktober 2010 16:26

Ladedichten

Sehr geehrter Herr Möller

Gutes verbessern zu wollen, ist sicher kein Fehler, aber ob Sie mit noch leichteren Projektilen, die wiederum ein offensiveres Pulver verlangen, bei Standardkalibern noch eine vernünftige Ladedichte mit guter Präzision erreichen, ist fraglich. Bei Magnumpatronen vermutlich ausgeschlossen.

LM: Ich strebe Ladedichten zwischen 95 und 105% an. Die lassen sich meist auch erreichen.

Vielleicht lassen Sie sich eigene Pulver für die Messinggeschoße fertigen, die bei ähnlichem Pulverabbrand eine höhere Ladedichte ergeben. Eigentlich schade, daß Sie zwar Berichte über die alte 9,3x72R präsentieren, aber Ihr Geschoß für dieses Kaliber nicht mehr anbieten. Vor wenigen Wochen wurde ich von einem Deutschen Weidmann gebeten, Ihm für seine BBF, 20 Stück von meiner Ladung zu verladen. Ich kam seinem Wunsch nach, werde aber in Zukunft äußerst sparsam mit meinen restlichen Lutz Möller Geschoßen in diesem Kaliber verfahren (wenig Verusche oder verladen dieser für andere).

Vielleicht werden Sie aber in Zukunft von Ihrer Kundschaft wieder einmal veranlaßt, dieses Geschoß aufzulegen.

Weidmannsheil G. H., Montag, 25. Oktober 2010 17:56

Musterbild

Links MJG Vormuster in 8 und 9,3 mm im Vergleich zu einem 9,3 mm Lutz Möller Geschoß. Allen ohne Kappe in die Hohlspitze geschaut

Lies MJG-Versuche!

Vier Jahre Lutz Möller Geschoß

Hallo Herr Möller,

nach fast 4 Jahren Jagd mit dem Lutz Möller Geschoß, hier eine kurze Bilanz:

22 Sauen, 8 - 85 kg, Fluchtstrecken zwischen 0 - 50 Meter

27 Rehe, 7 - 19 kg, Fluchtstrecken zwischen 0 - 30 Meter

1 Muffel, 28 kg, Fluchtstrecke 30 Meter

5 Füchse, 6 - 11 kg, Fluchtstrecken 0 Meter.

Ich glaube mehr gibt es nicht zu sagen, bei richtiger Zielwahl gibt es momentan - Ich hoffe auf Ihren Forscherdrang zur Weiterentwicklung - nichts vergleichbares. Wildbretentwertung gleich null, kein Streß bei Wild und Jäger, so soll es sein. Alles Wild wurde mit den Kalibern: .22-250, 6,5x57, 8x68S und 9,3x62 erlegt, bunt gemischt, was eben gerade mit dabei ist kommt zum Einsatz. Leider gehen die Patronen, damals noch von Walter P. gestopft, langsam aber sicher zur Neige. Wissen Sie einen Wiederlader, der bereit wäre diesen Dienst für mich zu übernehmen?

LM: ja, demnächst. Siehe LM Munition!

Mit großer Anteilnahme verfolge ich die Weiterentwicklung des Lutz Möller Geschoß und wüßte gern wann mit selbigen in den o.g. Kalibern zu rechnen ist, da ich dann bereits die neuen Geschosse verwenden würde.

LM: Das wird noch eine Weile dauern, da ich in den größeren Kalibern für größer nutzbare Reichweite (mit hinreichender Wirkung) auch die schwarze Kappe anfassen muß.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Waidmannnsheil, Lothar Leifer, Dienstag, den 2.November 2010

Hallo Lutz,

Deine Versuche mit 1.100 m/s Vziel waren mir nicht bekannt. An anderer Stelle schriebest Du, Kupfer würde ab 1.000 m/s vziel weich. Daher meine Befürchtung. Das diese unbegründet ist, freut mich umso mehr. Dann kann ich das mit dem Kaliber ja mit dem Büma klären. Anbei nochmal der Artikel wegen des nicht hörbaren Kugelschlages.

Wegen Deiner Geschosse in Kupfer oder Messing warte ich noch. Der Büma hat ohnehin ein Jahr Lieferzeit. Die Lutz Möller Geschoß braucht er erst gegen Ende. Dann kann ich noch abwarten was Deine Messingversuche ergeben.

Mit freundlichen Grüßen, Florian Faulhaber, Freitag, 12. November 2010 21:58

Übergang der Spitzen in das erste Führband

Sehr geehrter Herr Möller,

zur Gestaltung Ihres Lutz Möller Geschoß frage ich mich, weshalb die Schön haacksche Spitze eher plötzlich in einem recht scharf hervorstehenden Führband endet.

LM: Um Raum für die Verdrängung durch die Felder zu bieten.

In einigen, wie ich annehme im Rechner hergestellten oder aufgearbeiteten, Schlierenbildern scheint mir, erzeugt dieser Übergang eine Druckwelle.

LM: Gewiß.

Wäre sinnvoll, die Spitze bis auf Zugdurchmesser zu führen, und so das erste Führungsband zu ersetzen?

LM: Aerodynamisch gewiß , vom Einpreßdruck der Felder und der folgenden gesteigerten Reibung nicht.

Es gibt zur haackschen Spitze uebrigens Alternativen (zum Beispiel im Englischen: "power series", auf deutsch etwa N hoch x) die in der zwei bis dreimal Überschallgeschwindigkeit gute Werte erbringen und auch manchmal fuer militaerische Sondermunition verwendet werden. Haben Sie diese Gestalten schon mal mit den Leistungen der haackschen Spitze verglichen?

LM: Für den bei der Jagd üblich vorkommenden Geschwindigkeitsbereich bieten Haacksche Spitzen hinrechend Vorteile. Im Übrigen Schipen Jäger nicht weit, meist unter ½ km, so daß das harte, schnelle, leichte Geschoß aus Kupfer oder Messing die Flugbahnen hinreichend streckt. 

Auch ein Meplat fehlt besonders an den Geschossen ohne Kunststoffspitze. Ist dies absichtlich aus ballistischen oder fertigungstechnischen Gruenden getan?

LM: Jagdgeschosse aus festen Werkstoffen müssen für die Wirkung vorn hohl sein.

Hermann Göring

Ich bin weder Ballistiker noch Jäger, stehe der Jagd jedoch sympathisch gegenüber, wenn es mir auch manchmal schwerfällt, zwischen deutschem Brauchtum und Waidgerechtigkeit zu unterscheiden.

So scheint mir, viele deutsche Jäger wider ungeheuer an, wenn ein Ausländer irgendwo auf dieser Welt ein Tier erlegt, ohne dabei die für die Jagd auf diese Sorte noch vom Reichsjagdoberführer H. Goering per Reichsgesetz vorgeschriebene, selbstverständlich in einer DIN Norm festgelegte spezifische Unterhose zu tragen. Diese Eigenart der Deutschen scheint sich allerdings nicht nur auf die Jagd zu beschränken.

LM: Na, da halten Sie uns ja einen schönen Spiegel vor.

Hochachtungsvoll, Christian van Mußcher, Montag, 7. Februar 2011 13:58

Fortsetzung in KJG-Zukunft