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Stopfladung

Preßladung

Schwierigkeiten die .375" H&H zu laden

Hallo Herr Möller,

mein erster Versuch die .375" H&H mit ihrem KJG zu laden, geht leider ständig irgendwie schief - siehe Fotoanhang.

LM: Kein Anhang zu sehen!
 
Lutz Möller KJG ist 29,1 mm mit Plastikspitze
RWS Hülsenlänge 375 H&H 72,33 mm (LM: Gut CIP L3 bis 73,29 mm)
Tubal 2000 mit genau 4,8 g - eingefüllt mit langem Trichterrohr.
 
Möglicher Fehler:

- daß zuviel Pulver in der Hülse wäre und das Geschoß nicht tief genug reingedrückt werden kann;
- daß das Geschoß (im gegensatz zum 30-06)  am Boden sehr flach, scharfkantig ist und dadurch nicht richtig in die Hülse rutscht.

LM: Nur bei Ihnen. Da erscheint kaum wahrscheinlich!
 
Ich bin mir bewußt, dies hat grundsätzlich nichts mit ihrem KJG zu tun hat, würde mich aber über fachmännische Hilfe freuen. Ich sehe ja die geladen 375iger auf ihrem Netzplatz - somit klappt es ja bei anderen. Also muß der Fehler bei mir liegen.

LM: Nicht unbdingt. Lesen Sie unten weiter.

Bei der 30-06 gibt es auch keine Störungen. Sollte ein kurzes Telefonat einfacher sein, dann rufe ich auch gern an. 

MfG, Frank Baron, Freitag, 10. Juni 2011 17:30

Tag Herr Baron,
 
Hülsen sind nicht alle gleich. Manche weisen einen größeren, andere eine kleineren Innenraum auf. Siehe zickige .300" WM! Wenn meine KJG mit dem Pulver zusammen nicht in die Hülse passen und nach dem Stopfen wieder herausgedrückt werden, faßt die Hülse eben nicht so viel Pulver. Also mindern Sie den Füllstand etwas weiter als das Pulver das KJG herusgedrückt. Dann bleibt es drin.
 
Mit freundlichen Grüßen, Lutz Möller

Krunkelhals

Betreff: Stopfladung

Hallo Herr Baron,

das ist ein anderes Problem. Ich dachte, die Geschosse ziehen sich etwas aus beim Verlassen der Matrize.

Sind das auch 9,3er Geschosse?? oder etwa 375er. Messen Sie bitte mal nach. Ich habe schon einmal diese beiden verwechselt und das gleiche Ergebnis produziert. Ansonsten stark entgraten und gut innen anfasen.

MfG, Hubert Bayer, 12. Juni 2011 13:51
 

Krunkelhälse

hallo herr bayer,

vielen dank für die info u. hilfe. anbei die fotos. sieht das nach dem beschriebenen problem aus?

grüsse frank baron

Hallo noch etwas, die Hülsen sehen aus, als wenn die Matrize zu tief steht. Als wenn sie die Hülse schon zu früh krimmt.

Gruß Hubert Bayer

Das im Bild oben Gezeigte ist nicht gut, weder von der Abbildung her, noch von dem Abgebildeten. Mit einer Stopfladung, wie von mir zuvort vermutet, hat das allerdings gar nichts zu tun. An der linken Hülse ist eine eingewürgter Hals zu erkennen. Die Einwürgung entsteht, wenn die Hülse am Mund gegen den inneren Abschlußkegel des Gesenkes gedrückt wird. Dann muß man allerdings aufhören zu drücken, nicht noch weiterdrücken. Das war der Fehler. Im mittleren Fall ist über das sinnvolle Maß hinaus weitergedrückt worden, bis dei SChultereinklapte. im rechten Falle noch weiter, bis der Hals krunkelte, d. h. sehr viel zu weit.

Setzgesenkeinstellung

Die Setzgesenke müssen so eingestellt werden, daß im oberen Totpunkt die Hülsenhälse den Innenkegel gerade eben berühren, oder, wenn eine Krempe gewünscht wird, der Kegel den Mund einwürgt. Das Würgen geschieht binnen weniger zehntel Millimeter Weg. Der Weg den richtigen Abstand des Gesenkes vom Hülsenboden, bzw. dem Hülsenhalter auf dem Pressenstempel, zu finden besteht in folgenden Schritten

  1. Setze den passenden Hülsenhalter für die gewünschte Patronenhülse auf den Setzstempel.
     

  2. Führe die gewünschte Patronenhülse in den Hülsenhalter ein.
     

  3. Bewege mittels des Pressenhebels den Stempel nach oben bis auf den oberen Totpunkt (= den oberen Anschlag)
     

  4. Drehe das zu der Hülse  p a s s e n d e  Gesenk in die Presse oben ein.
     

  5. Drehe das Gesenk so lange weiter runter, bis da Gesenk an der Hülse leicht anstößt. Nun ist der richtige Abstand zwischen Stempel mit Hülsenhalter und Hülse gefunden, wenn keine Krempe gewünscht wird. Das ist der übliche Fall. Nun wird das Gesenk, ohne die Einschraubteife zu verändern,  mit der Überwurfmutter festgesetz. Dann können Geschosse ohne Krempe richtig geladen werden.
     

  6. Falls zusätzlich ein Krempe gewünscht wird, und weiter das Gesenk über dem Hülsenmund einen Innnenkegel aufweist (Nicht jedes Gesenk ist so. Vergewissere dich darüber!), kann nur für g l e i c h   a b g e  l ä n g t e Hülsen das Gesenk einen „Tick“, oder je nach Gewindesteigung vielleicht ¼ oder ½ Umdrehung weiter heruntergedreht werden, um den Hülsenmund in den Kegel hineinzupressen. Siehe Krempe. Nun wird das Gesenk, ohne die Einschraubteife zu verändern, mit der Überwurfmutter festgesetz. Dann können Geschosse mit Krempe richtig geladen werden.

Der Vorteil des oben beschrieben Vorgehens Setzgesenke einzustellen, liegt beiGesenken mit Innekegel, z. B. den einfachen von RCBS, darin den Hüslenmund „in den Kegel hineinlaufen und anstoßen zu lassen“. Das legt den Hülsenmund im Verhältnis zum Setzer nach Länge und Mitte fest. In dermaßen festgehaltene Hülsen setze der Setze meine JG mittig und fluchtend, d.h. ohne Rundlauffehler. Dermaßen gesetzte Lutz Möller Geschoß liegen mit Hilfe des ertenFührbandes im Kegel dann mittig und fluchtend vor demRohr, schießen daher genau.

Krunkelhälse zeigen hingegen eine Fehleinstellung des Gesenkes zum Hülsenhalter, oder, was aber eher selten vorkommen wird, ein fehlerhaftes Gesenk, oder ein falsch ausgewähltes, das nicht zu der Hülse paßt.

Lutz Möller, Pfingstsonntag 2011