Zündkanal

Morgen Herr Möller,

wie groß darf der Zündkanal einer Hülse sein? Was man im Netz so liest, versteht man (ich) nicht so ganz. Von 1,6 mm bis 2,1 mm Ø ist alles vorhanden, aber konkret wird keiner. Meine Hülsen haben von sich aus Zündkanäle von 1,7 bis 1,9 mm.

Ist ratsam die 1,7 mm dann auf 1,9 oder 2 mm aufzubohren, so daß man gewährleistet immer den gleichen Zündvorgang auszulösen.

Oder soll man die Hülsen in Lose einteilen wie man das mit den Gewichten der Hülse auch macht?

MfG Eichhorn, Peter, Mittwoch, 2. August 2017 10:19

Herr Eichhorn,

Das Zündhütchen, der aufschlagende Schlagbolzen und das Zündloch, oder wie sie sagen, der Zündkanal, bestimmen den Zündstrahl.

Je kleiner das Loch ist, desto schärfer wird der Strahl. Je größer das Loch ist, desto milder wird der Strahl.

Je voller der die Hülse ist, desto leichter zündet der Zündstrahl das Pulver. Je leerer die Hülse ist, desto schwerer zündet der Zündstrahlt das Pulver. Ladedichten unter 90% sind zu meiden. Unter gewissen Umständen droht Detonation! Gute Ladedichten (für ordentliches Anzünden und damit gleichmäßige Ergebnisse) liegen bei 95%. Stopfladungen sind, solange das Pulver das Geschoß nicht nach dem Laden wieder aus dem Hülsenhalt drückt, auch gut. 

Manch Pulver sind leichter anzubrennen, manche schwerer. Siehe auch RS Pulver.

Grundsätzlich sollen zu verschießende Gebrauchsladungen gleich sein. Das gilt für jede Zutat, auch für Zündlöcher. Wenn die in einem Los voneinander abweichen, werden die zugehörigen Patronen unterschiedlich zünden. Der Genauigkeit hilft, die aneinander anzugleichen.

RS Pulver, die ein scharfen Zündstrahl lieben, werden daher besser in Hülsen mit engem  Zündkanal anbrennen.

Schluß: Eine Ladung, die einer Hülse mit einem Zündkanal gewisse Eigenschaften aufweist, wird in einer anderen Hülse, die einen anderen Zündkanal aufweist, andere Eigenschaften zeigen.

Waidmanns Heil, Lutz Möller