Rehsippe in der Abendsonne

Bussard 1

Bussard 2

Bussard 3

Bussard 4 Übersicht

Bussard 4

Bussard 5 Übersicht

Abflug

Ackertiger

Katze 2

Katze 3

Tack, tack, tack, da kommen sie! Ricke mit Kitzen,zeilstrebig

Ricke + Kitze 2 auf dem Marsch

Ricke sichert, ein Kitz auch, das andere geht voran

Ricek+ Kitze vor Scheune eng gefolgt

Mutter voran, Stöpsel hinterher

Ein, zwei Meter weiter

Sprung voran

Genau jetzt hat die Ricke unseren Wind im Windfang. Die Lütten peilen nichts.

Wind!

Umkehr: Nun aber schnell zurück in den Wald!

Zügig gewinnen Sie Gelände

Kitze

Ricke

Zurück

Was die Optik doch so zeigen kann!

kanatapper, kantapper, in den Wald hinein

k2

Am Wald, geschafft!

Sie hüpfen vor Freude!

Hase im Abendrot mit rotem Hintern im Gebüsch. Links ein Hase . . .

. . ., oder doch nicht?

Ein Schönr Abend, Lutz Möller 2. Juli 2009

Ricke oder Kitz zuerst?

Hallo Herr Möller,

heute hab ich bei minus 9 Grad wieder mal rumgemöllert- Ricke und Kitz im Wald. Übrigens ein Schöns Argument gegen den Ricke-vor Kitz- Abschuß.

Mit der Ihnen bekannten Mazda-Dame Hildegard ging's heute in den Wald. (Benannt nach der Schauspielerin, die in den späten Jahren einen starken, aber dennoch attraktiven Faltenwurf im Gesicht hatte- wie auch unser Pickup. Was kann der Wagen auch dafür , das die Bäume im Wald beim Rückwärtsfahren hin und herspringen) . Faul, wie ich bin, bin ich bis fast unter den Hochsitz gefahren. Ich weiß, die Puristen und die anderen Waldheiligen werden jetzt aufschreien, weil ich nicht die vorgeschriebene Marathonstrecke pirschend zurückgelegt habe, dabei auswendig Kapitel von Hermann Löns zitierend. Ich fahre immer bis zum Hochsitz, und schieße von allen Jägern in unserer Gemeinschaft am meisten- und zwar vom Hochsitz aus. Manchmal stehen die Rehe keine 15 Meter vom Auto entfernt, was ja beim Aufbrechen praktisch ist. Spart die Schlepperei. Ein Auto ist anscheinend für Rehe so was wie ein hmmmm- Dingsda. Also ohne belang.

Ich mir das auf der offenen Kanzel so richtig gemütlich gemacht, alle Schotten dicht, (dh. Pelzmütze von Opa und Ansitzsack; immerhin, zu den Minusgraden kamen noch 3- in Böen 5 Windstärken), Tarnnetz davor und Buch raus. Der Ansitzsack hielt Wind und Kälte ab, ich saß warm und kommod. An diesen sehr verschwiegen liegenden Waldwiesen entwickelt sich alles recht langsam. Zeit genug, das Buch wegzulegen, (Mann muß nur nach jedem Absatz Umschau halten, dann geht's) Drilling hoch und...

Aber das kam erst später. Ich saß erst mal, freute mich wie ein Schneekönig über Wetter und Umstände und dankte dem Herrgott. Trotz dieser klirrenden Kälte hörte man aus der Ferne Hunde im Wald bellen, Autotüren klappen und Fahrgeräusche. Wir bejagen eben einen Erholungswald. Dies löst bei mir inzwischen jagdliche Tiefenentspannung aus. Denn aus Erfahrung weiß ich, das dies die Rehe auf die Läufe bringt. Vor Jahren sprach ich vom Hochsitz herunter mit einer Reiterin, und schoß 5 Minuten später ein Reh. Daran kann man recht gut die Gewöhnung von Rehen an den Menschen erkennen. (jaja, ich weiß. Aber ehrlich- das geschossene Reh hatte wirklich keinen Sattel auf dem Rücken.)

So zirka 10 Minuten nachdem ich alles fertighatte, stand in der üblichen überaschenden Art ein Reh auf der Wildwiese. Völlig vertraut, äsend. Ich drehte die Vergrößerung des Zielfernrohres hoch auf 12, um genauer ansprechen zu können. Dem Leib und der Kopfgestalt nach konnte es ein Schmalreh, aber auch ein Kitz sein. Schwer zu sagen, weil es durch die Kälte dermaßen aufgeplustert war, das sich richtig eine Art Kragen um den Träger zum Haupt hin gebildet hatte. Für eine Ricke aber deutlich zu jugendlich und rammsnasig. Vor Monaten hatte ich auf diesem Hochsitz ein Schmalreh vorgehabt, ganz früh in der Jagdzeit. War es das? Oder hatte die Straße, 250 Meter hinter uns, für einen plötzlichen Tod gesorgt? Dann sah ich das zweite Stück, noch verdeckt von den Bäumen. Aha, eine kleine Ricke und Kitz, oder Schmalreh und Kitz. Aber welches war denn nun das Kitz? Das Linke oder das Rechte? Vor Jahren, als der Staatsförster noch Chef war, hieß es klar Ricke vor Kitz, die fressen den Wald, schießt alle tot (wörtlich), es ist genug da. Heute ist der Wald in privater Hand, und der Besitzer will natürlich auch Strecke sehen, muß aber nicht einem höheren Beamten Vollzug melden.

So saß ich da, und wog ab, was denn nun Kitz und Ricke wäre und traf die falsche Entscheidung! Das Reh fiel im Knall, das Zweite nach rechts weg in den Wald und ich froh und munter. Noch. 15 Sekunden später tauchte von dort ein Reh auf, ich vermutete das Kitz oder die Ricke, und machte Front zu dem toten Reh hin. „Das paßt“ dachte ich, hob den Drilling und wollte schießen. Allerdings etwas abgelenkt, weil mir die Pelzmütze zwischenzeitlich in die Augen rutschte. Ich schmiß die Mütze hinter mich. Jetzt ging's, Reh breit, Rumms, Schuß, merkwürdig der Schußknall. Schnee fiel vom Dach. Das Reh sprang nach rechts ab. Nun bin ich ja von Ihrer Munition gewohnt, daß die Rehe (dank Zielwahl) kaum zeichnen. Dieses kam mir aber doch sehr gesund vor. Zumal alle bisher mit LM geschossenen Rehe nach kurzer Flucht plötzlich stehenblieben und dann tot umfielen. Jedenfalls die, die nicht im Knall fielen. Und bei rund 15 Rehen im Jahr weiß ich, wie Rehe zeichnen und fallen. Weitere 30 Sekunden sah ich weiter hinten einen Spiegel im Wald nach wegwippen. Dann zog das Reh nach links durch den Stangenholzbestand am Ende der Wiese. Ich Idiot hatte natürlich nur das Fernglas in der Hand - nach 10 Jahren Waldjagd greife ich Trottel nicht zum Drilling mit dem 12er Glas, sondern nach dem Zeiss mit 8er. Knurr! Andererseits- wenn es das Beschossene war, dann war es gesund. War es nicht das Beschossene, dann liegt jenes nach rechts zwischen den Lärchen und dem jungen Eichenbestand. Aber Andererseits- woher sollte dies 3. Reh kommen? Der Bestand war bis weit hinten durchsichtig, so weit trennt sich doch kein Kitz?

Und dann begann das, was mein Jägerleben und mein zukünftiges, noch verantwortungsvolleres Handeln bestimmen wird: das Kitz klagte nach seiner Mutter. Genau so, wie ein Buttolo Blatter klingt. Nicht einmal, sondern im ersten Akt drei dutzend Mal. Lang und klagend. Es riß mich fast entzwei. Rein rechtlich ist meinem jagdlichen Handeln nichts vorzuwerfen. Das Kitz ist alt genug, und nicht mehr auf die Ricke angewiesen. Es kommt über den Winter, der diesen Ende Januar ja grade angefangen hat. Aber dieses herzerweichende Klagen nach der Mutter. Erst erkannte ich dieses Piepen gar nicht. Paßt ja auch nicht in die Jahreszeit. „Fangen die Vögel an zu singen?“, dachte ich erst. Immerhin waren die Drosseln vorgestern schon im Schnee am treiben und balzen. Und dann kam der Gedanke mit Macht: „Das Kitz klagt nach der Mama, du....!“ Da ich aufgrund meiner sonstigen Tiefenentspannung nur selten meinen Rucksack aufräume, fand sich darin der gute alte Gummiblatter. Und so gab ich auf jeden Fiep eine Antwort. Das Kitz antwortete mir! Dann polterte es von links heran, und zog etwa 25 Meter vor mir quer am Rand der Wildwiese nach rechts. Aber ich konnte wegen des Bewuchses nicht schießen! Es tapste rechts noch etwas herum und verschwand dann, nur noch gelegentlich fiepend. Das war der erste Akt. Vorhang, Nichtstun, Pause. Eine Viertelstunde war nichts. Kein Anwechseln, kein Fiep.

Was sollte ich tun? Ich beschloß, abzuwarten und noch eine Fiepreihe zu flöten, doch das Kitz antwortete nicht mehr auf mein Bemühen. Aber: durch den kalten Frost und die gefrorenen Blätter konnte ich es von rechts kommen hören. Es trat auf die Wildwiese und es zog zur Stelle, an der Ricke lag. Ziemlich genau dahin, da ich in Jagdfieber oder sonstiger Aufgeregtheit vor einer gefühlten Stunde daneben geschossen hatte. Dann stand es breit, Knallbums, fiel es im Knall. Wieder fiel Schnee vom Dach herunter, aber diesmal klang der Schuß anders, richtig. Da ja noch gut. Licht war. So untersuchte ich den zweitenAnschuß sehr sorgfältig. Ohne Schweiß, ohne Eingriffe. Ich meine nur dahinter einen tiefen Kugelriß gesehen zu haben - also unterschossen. Eine weite Umkreissuche brachte auch keinen Schweiß bzw. kein drittes Reh zutage. Auf der dünnen Schneedecke wäre das bestimmt zu sehen. Morgen wird trotzdem nachgesucht!

Die Lehre für mich daraus: Erst das Kitz, dann die Ricke, wenn sie stehenbleibt. Wer dies so wie ich erlebt hat, kann anderes Handeln nur für Übel halten. Mit Pech, falscher Ansprache und ohne die üblichen Entschuldigungen - noch etwas zu warten, und ich hätte es vielleicht genauer gesehen. Bei mir war's kein Vorsatz. Ich will mich nicht zum Richter aufschwingen über andere Reviere, in denen andere Verhältnisse sein mögen. Nur wer dieses jammervolle Klagen nicht gehört hat, kann nur noch für Ricke vor Kitz sein.

Ach ja, was ich aber trotz Allem versuchen werde, wenn ich Ricke und Kitz vorhabe: nach der Erlegung eines Kitzes mit dem Gummiding zu blatten - dann könnte die Ricke ja mal wiederkommen. Vorbedingung ist natürlich Standruhe und eine leise repetierende bzw. Kipplaufwaffe. Und das wäre wohl eine waidmännische Dublette, oder?

Woran mein Fehlschuß lag, ich weiß es nicht. Übereifer, Hast, ein Munitionsfehler, was! - eher!. In 8 Stunden suchen wir.

Lieber Herr Möller, dies ist ohne Fotos, es sei denn sie möchten ein paar Wildwiesenfotos haben. Wenn veröffentlicht, dann nur unter Initial.

Herzliche Grüße NP, Montag, 27. Januar 2014 00:32

 Gewehr knallt scheinbar verschieden

Betreff: Tel von Heute, Ricke oder Kitz zuerst?

Hallo Herr Möller,

am Montag Morgen zogen mein Vater und Idris, unser türkischer Helfer und jetzt pensionierter Mitarbeiter von mir in den Wald. Nach anderthalbstündiger Suche kein 3. Reh. Also habe ich beim 2. Schuß entweder gehudelt, gemuckt, oder mit den sonstigen üblichen Entschuldigungen einfach drunter durch geschossen. Das ließen der Kugelriß und das Verhalten des Rehs nach dem Schuß vermuten. Wer auf deeeem Schnee keinen Schweiß gefunden hätte, wär auch schlicht blind. (Nein, auch kein Schnitthaar. Das liegt im jetzt Winter bei einem Treffer wie vom Friseur hingeschmissen amAnschuß).

Aber lieber gut vorbei geschossen, als fies angeflickt. An meiner jagdlich, psychischen Kondition muß ich beim 2. Schuß wohl nach arbeiten. Obwohl es neulich, wie mündlich berichtet, wiederum gut geklappt hat. aber das ist eine andere Geschichte.
Herzliche Grüße

Nun etwas Seltsames: Beim 2 beschriebenen Schuß klang der Knall viel leiser, obwohl ohne Mütze. erster Schuß, und dritter Schuß mit Mütze. Hatten Sie schon mal Berichte über solche Schwankungen in der Ladung?

LM: Nein, falsch vermutet. Der Grund ist ein anderer, nämlich das menschliche Gehör.

Ich bin eigentlich ein guter Schütze. Manchmal mucke ich auch, besonders in so einer Lage. Mir geht es nicht! um Entschuldigung des Fehlschusses, sondern um echte Ursachenforschung.

Liebe Grüße NP,  Donnerstag, 30. Januar 2014 01:09

Moin NP,

lies zunächst Schalldruck, oder auch Bremsenknall.

Ihre Aussage, Ihre Gewehr knalle im kurzen zeitlichen Zusammenhang mal so oder mal so, läßt zwei VErmutungen zu

  1. Das Gewehr knallt verschieden, oder aber

  2. 2. Sie hören verschieden

Zu 1 könnten die Ursachen verschieden Ladungen sein. Die unterscheiden sich aber kaum, meist binnen eines 1/100 Grammes, oder .  nur ander Lamuß betrach lieg

ann