375 Win Lutz Möller Munition

376 Win Lutz Möller Munition

Eine Patrone für nahe Ziele

Pfad / Heimat / 375 / 375 Win

Inhalt | 375 Win Maßtafel | Ladung | Setztiefe | 375 Win + 375 Kreuzer | Zündhütchen für Kugelpulver in 375 Win | Möller verwirrt | Nur Nahkampf | Blütenträume

Lutz Möller Geschoß 9505

Lutz Möller 9,5 mm Kreuzer mit Restbolzen und vier Splittern | Lies Setztiefe und Zündhütchen

375 Kreuzer Splitterentwicklung


375 Kreuzer entwickelt vier Splitter für den Lungenschuß und Restbolzen für Tiefenwirkung

Ladung

für 68 mm lange 375 Win Patrone, 40cm Lauf 191 m GEE, 220 m ± 5 cm Reichweite

Masse
[g]
Dichte
[%]
Druck [bar] Umsatz
[%]
V0
[m/s]
Bemerkung
höchst vorn
1,81 101,9 3.442 349 99,89 674 zu langsam
2,03 94,2 3.753 428 98,6 722 empfohlen
Flugbahn
0 50 100 150 200 250 300
722 659 ungeeignet ungeeignet ungeeignet ungeeignet ungeeignet
-4,5 X        
Leistungen
> 10
> 50

Setztiefe

375 Win Maßtafel | 375 Win Lutz Möller 375 Kreuzer Sitz

375 Win + 375 Kreuzer

Hallo Lutz,

ich suche gerade eine gute Ladung für meine 375 Win mit Deinen 375 Kreuzern. Laut QuickLoad würde WIN296 beste Ergebnisse liefern. Was hälst Du von dieser Kombination?

Vielen Dank.

Viele Grüße und Waidmannsheil, Christian, Samstag, 10. August 2019 12:53

Lieber Christian,

QuickLoad kannst Du offenbar bedienen. Geschoß und Pulver passen in der Patrone gut zusammen. Bedenke, Wichester Kugelpulver sind außen heftig beschichtet, müssen ebenso heftig angezündet werden. Sonst wird das nichts.

Die alte Schwarzpulverpatrone ist winzig. Winchester hat die zwar mit Nitrodrücken zugelassen, aber das hilft ihr auch nicht weiter. Durch den geringen Pulverraum beschlunigen de wenigen Gase das große, schwere Geschoß nach nur 40 cm Lauf schon fast nicht mehr. Das ginge dann auf die Gnauigkeit. Meine Führbandgeschosse sind Leichtlaufgeschosse geringster Reibung, hier also bestens geigenet.

Das hilft aber nicht über den deutlichen Mangel an Geschwindigkeit hinweg. Viel weiter als bis fünfzig Meter wirst Du bei herkömmlicher Zielwahl keine ansprechende Ziel- und Wundwirkung mehr erleben! Vorsicht.

Gruß Lutz

p.s. Waidmanns Heil mag ich in diesem Falle nicht schreiben, weil ich damit nicht jagen würde – es sei denn auf der Pirsch im dichten Bush auf nächste Entfernungen. Aber da hört Dich das Wild schon vorher und ist lange weg, bevor Du es siehst.

Zündhütchen für Kugelpulver in 375 Win

Betreff: 375 Win & Kreuzer

Hallo Lutz,

Vielen Dank für Deine Antwort.

Zur Deiner Beruhigung: die Leistungsschwäche der 375 Win ist mir schon bewußt. Tatsächlich setze ich sie nur auf kurze Entfernung im Wald ein. Eine Frage Habe ich noch: Du schreibst „das Pulver ...ordentlich anzünden“. Deine Seite Zündhütchen las ich. Je nach Marke unterschiedlich Stärke. Denkst Du da an Magnun-Zündhütchen? Wenn ja, an welche Marke?

LM: Ja! Gute Frage. Das Pulver ist je eingermaßen feinkugelig und lebhaft, insofern werden vermutlich nicht die allerstärksten gebraucht. Frage doch mal bei DEVA oder Beschußamt, ob sie Die Gasdruckkurven liefern können, wenn Du denen Patronen zur Prüfung einsendest. Den Verlauf der Anzündung herauszufinden, wäre das der beste Weg.

Danke.

Gruß und Waidmannsheil, Christian, Montag, 12. August 2019 07:51

Nur Nahkampf


Betreff: 375 Winchester

Sehr geehrter Herr Möller!

Kann es sein, daß Sie da etwas durcheinander bringen?

Die .375 Win. wurde in den 70er Jahren entwickelt und auf den Markt gebracht, die hat nie Schwarzpulver gesehen! Sie verwechseln sie wahrscheinlich mit der äußerlich recht ähnlichen .38-55 Win., die tatsächlich noch ursprünglich mit Schwarzpulver geladen wurde. Aus der .38-55 Win. wurde dann die berühmte .30-30 Win., die aber von vornherein mit Nitropulver geladen wurde, entwickelt. Beiden Patronen sehen sich zwar ähnlich, von der Leistung her trennen sie aber Welten, weil das Druckniveau so unterschiedlich ist!


	38-55: 2.400 bar
	375:   4.400 bar
	

Die .38-55 weist einen ähnlich gutmütigen Charakter wie unsere alte Schützenpatrone, die 8,15x46R auf, ist ihr aber leistungsmäßig überlegen.

Die .375 Win. ist zwar eine nicht sehr voluminöse, aber doch recht potente Patrone, die man nicht unterschätzen sollte. Mit Ihren 10 g schweren Geschossen sollten sich leicht mehr als 800 m/s ausgehen.

LM: Nein. Siehe Ladung!

Damit muß man sich durchaus nicht auf geringste Schußentfernungen beschränken, sondern kann sie problemlos bis etwa 150 m einsetzen, auch mit den aerodynamisch schlechteren Kreuzern!

LM: Nein. Siehe Ladung. Weiter als fünfzig Meter empfehle ich nicht als waidgerechte Schußentfernung auf Wild

Besonders lange Läufe braucht sie nicht. Man muß halt die Waffen, die für sie gebaut werden, mögen. Das sind nämlich Unterhebelrepetierer. Für bestimmte Jagdarten, insbesondere die Drückjagd ist so eine Patronen-/ Waffenkombination aber durchaus brauchbar.

Ich verbleibe mit freundlichen und weidmännischen Grüßen

L.Vogl, Montag, 12. August 2019 16:18

Blütenträume

Betreff: 375 Winchester

Heer Möller

na ja, 40 cm ist halt auch ein sehr kurzer Stummel! Da schaffen es nicht einmal flott brennende Hornetpulver vollständig abzubrennen, bevor das Geschoß aus dem Lauf ist. Außerdem sind Sie bei Ihren Ladevorschlägen noch weit vom Druckmaximum entfernt. Sicher sollte man einen UHR nicht überfordern, aber 150 bis 200 bar gingen sich noch aus. Auf Quickload mit 2.1 g Hodgdon H 110 oder Win. 296 gerechnet ergibt sich ein Maximaldruck von ca. 3.900 bar und eine Mündungsgeschwindigkeit von 790 m/s, bei 50 cm Lauflänge wären es 820 m/s. Damit könnte man durchaus mehr anfangen, als bloß auf 50 m zu schießen!

LM: Ich beschränke mich halt auf den Gebrauchsgasdruck nach 375 Win Maßtafel. Winchester baut seit 1873 Unterhebelrepetierer. Ich glaube, die wissen was sie tun. Wenn W. für diese Waffen eine Patrone baut, wird W. auch da wissen was geht. Ich habe mit UHR keine weiteren Erkenntnisse oder Erfahrungen, bleibe deshalb bei den Herstellerangaben.Wenn Sie jedoch meine, da ließe sich für Sie selbst was machen, bitte.

Sie
schießen das. Ich aber nicht

L.V. Dienstag, 13. August 2019 09:50

Betreff: .375 Winchester; Zuschriften auf Ihrem Netzplatz

Sehr geehrter Herr Möller,

Sie haben mit Ihren Hinweisen zur Ladung und den Anwendungsmöglichkeiten auch dieser Patrone wie immer recht!

Diese Patrone ist für die Verwendung aus Unterhebelrepetierbüchsen mit ihren in aller Regel schwächlichen Verschlüssen und kurzen Läufen und die Jagd in „gedecktem Gelände“ (so der Entwickler und einzige Hersteller, Winchester selbst) gedacht, also genau wie Sie sagen als „Nahkampfpatrone“!

Begibt man sich nun auf das vielfach bewährte QuickLoad-Programm  von Herrn Broemel, so gaukelt einem die Ladungs-Kalkulation, auch wenn der CIP einen höchst zulässigen Gasdruck von 4.400 bar (Piezo - Meßverfahren) angibt, eine theoretische Einsatzweite von mehr als 100 m vor. Ist der Lauf der in Rede stehenden Büchse noch kürzer als oben angenommen, dann ist die möglicherweise zu erzielende Mündungsgeschwindigkeit des Geschosses geringer und die daraus resultierende Krümmung der Flugbahn ganz beträchtlich stärker!

Begibt man sich aber in Folge dessen der Mühe, das Programm QuickTarget (wird immer zusammen mit QuickLoad ausgeliefert) desselben Autors mal aufzuklappen, dann werden solche Blütenträume rasch ad absurdum geführt! Selbst wenn - theoretische Annahme - auf der betr. Büchse mit Ihrem kurzen Lauf (in aller Regel ca. 525 mm) ein Zielfernrohr mit einer Bauhöhe von insgesamt 5 cm montiert und der Hochschuß der Büchse bzw. des Zielfernrohres auf 100 m mit 5 cm eingestellt wäre, dann erkennt man sofort, daß auch Ihre Murmel ab 100 m Flugbahn so stark abfällt, als ob man versuchte, einen Rucksack zum Ziel zu werfen!

Dazu kommt, daß das Geschoß aufgrund der dann zu geringen Zielgeschwindigkeit wohlmöglich nicht mehr ausreichend „arbeitet“!

LM: Ganz richtig erkannt, Herr Louen. Meine 375 Kreuzer sind vornhemlich für die 375 Holland & Holland, ein Magnumpatrone, die reichnlich Mündungsgeschwindigkeit liefert, bestimmt. Das Geschoß aus einer „Revolverpatrone“ kleinsten Pulverraumes zu verschießen, bringt an der Mündung Zielgeschwindigkeiten, die die 375 Holland & Holland erst weit draußen in der Steppe erlebt. Erst gewindigkeitsbedingter Zielwiderstand kann hinreichende Zielwirkung erzeugen. Die Mindestzielgeschwindigkeit meiner Kreuzer konnte ich zwar im Gegensatz zu den ungekerbten MJG senken, aber eine untere Grenze bleibt bestehen. Wenn die Ladung aus dieder „Revolverpatrone“ hier im besten Falle nur 740 m/s Mündunggeschwindigkeit liefert, ist nach 50 Metern schon Schluß mit hinreichender Wundwirkung. Deshalb ist das Ding ein Nahkampfpatrone!

Dies ist ein klassisches Beispiel für den untauglichen Versuch am untauglichen Objekt, wie z.B. der Versuch, mit einer Wasserpistole eine Wasserleiche noch zu erschießen!

„Theorie ist, wenn keiner weiß, ob und wie's funktioniert. Praxis ist, wenn es funktioniert, aber keiner weiß warum! Bei uns herrscht eine ideale Synthese von Theorie und Praxis: nichts funktioniert, und keiner weiß warum!“

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Wolfgang Louen, Norheim, Montag, 12. August 2019 20:02

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