KJG Wirkung

= Splitterwucht + Tiefenwirkung

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Inhalt Gegensätze | Zerleger zerstören | Splitter | Wirkung | 7,6 mm | 9,3 mm | Kupferdeformationgeschoß | Zusammenfassung | Ausblick | Erforderliche Wirkung ein Tier waidgerecht zu töten

Gegensätze

Hallo Lutz,

erstmal herzlichen Glückwunsch zu dieser gelungenen Seite.

Da mein 98er Mauser (System und Lauf 1939) in 8x57IS irgendwie nicht mehr so will, wie ich kann, hat mir ein guter Freund seine 9,3x62 (DWM System und 58er Frankonia Lauf) nach Prüfzeit angeboten. Ich bin mit der Waffe bis jetzt hochzufrieden. Ich jage in erster Linie in Wald-Feld Lagen bis weitestens 130 Meter auf Schwarz-, Rot-, Reh- und Raubwild. Nun stelle ich meine Frage nach geeigneter Munition. In 308 , 7x64, 8x57 habe ich gute bis sehr gute Erfahrungen mit RWS H-Mantel, Winchester Silvertip, Norma Vulkan und S. & B. Teilmantel.

Ich suche ein Geschoß mit höchster Stopwirkung bei kleinster Wildpretentwertung im Bereich der 9,3x62.

Das H-Mantelgeschoß hat sich dabei bewährt! Trotzdem kam vor, das Schwarzwild mit besten Treffern (in die Lunge knapp hinters Blatt) noch flüchteten. Dabei war zu beobachten, daß die Kleinen weiter als die Großen laufen. Außerdem muß man doch auch auf die Bleistäbe und Tombaksplitter, die Sonntagmittag zurück auf die Teller fallen, verzichten können. Deshalb habe ich nun mal so an das Kieferle RS Geschoß gedacht. Das soll aber auch nicht so gut sein.

Waidmannsheil, Christian Hellwig, Sonntag, 5. Juni 2005 18:00

Guten Tag Christian,

Vorweg lies Zielwiderstand, Zielwirkung und Wundwirkung. Daraus sollten sich Erkenntnisse zu Fluchtstrecken und gutem Wildpret erschließen.

Bislang schossen Sie mit RWS H-Mantel, Winchester Silvertip, Norma Vulkan und S. & B. Teilmantel recht weiche Bleigeschosse, die bei brauchbaren Treffen auch gut wirkten, dabei billig sind. Ihre Forderung nach höchster Wirkung bei kleinster Wildpretentwertung ist der Gegensatz an sich. Ein Paradox zu sagen ist „Töte ihn, aber laß ihn heil!“

Lutz Möller

Zerleger zerstören

Lies Kaputte Rehe! Darin wird anschaulich im Bild gezeigt, wie herkömmliche Bleigeschosse, aber auch falsch ausgelegte Lutz Möller KJG (2005er 9,3 mm MJG = „9,3 mm Zerstörer“) Rehwild kaputt kloppten. Das muß nicht sein, denn Es geht doch!

Hallo Herr L. Möller,

ich bin ein interessierter Leser Ihres gelungenen Netzplates.

Seit etwa 20 Jahren jage ich in einem Revier im Hunsrück auf Reh- und Schwarzwild. Ich führte ein 98-System im Cal. .30-06, den ich vor 3 Jahren verkaufte und eine R93 im gleichen Kaliber. An Geschossen lud ich zuerst 10,7 Gramm RWS KS, dann 11,6 Norma Vulkan und letztes Jahr RWS 10,7 DK. Jedes der der damit geschossenen Stücke (Böcke bis 16 kg und Sauen bis 60 kg) lag damit im Feuer.

Die Wildbretentwertung aber ist nicht mehr zu vertreten! Im Sommer 2003 schoß ich einer Knopfbock (14,5 kg) in 80 m Entfernung im hohen Gras stehend mit .30-06 10,7 g RWS DK Geschoß. Ich hielt des Grases wegen etwas hoch an. Die Wirkung war einfach umwerfend. Der Bock lag im Feuer. Der Einschuß war ~ 5 x 12 cm groß und der Ausschuß sehen Sie selbst. Ein Grashalm zerteilte das Geschoß und erzeugte so riesigen Ein- und Ausschuß.

.30-06 RWS DK RehplatzerEinschuß

.30-06 RWS DK 10,7 g 80 m, Einschuß!

.30-06 RWS DK RehplatzerAusschuß

.30-06 RWS DK 10,7 g 80 m, Ausschuß!

Damit mir das nicht mehr widerfährt, suche ich eine besseren Patrone-Geschoß-Zusammenstellung. Ihre Internetseite kam mir wie gerufen. Da ich Wiederlader bin, möchte ich gern jeweils 100 Lutz Möller KJG in 6,5 mm ( für 6,5x57 ) und 7,6 mm für .30-06 bzw. 300 Win Mag bestellen.

Mit freundlichen Grüßen, Andreas Conrad, Montag den 5. April 2004

7,6 mm Zerleger

7,6 mm Zerleger

7,6 mm schneller Zerleger, 28,3 mm lang, 6,2 g schwer, 100% Splitter; BC ~0,325 für 71,1g mm lange .308"-Win.-Patrone mit 4,6° Drall, für Kopfschüsse und Gatterjagd. Höchster Wirkungsquerschnitt in geringster Tiefe. Meist kein Ausschuß, gefährdet die Umgebung wenig.

Man kann, muß aber nicht, auch Lutz Möller Geschosse als Zerleger bauen. Ich war (abschreckendes Beispiel) mit so einem in Afrika 2005, siehe da! Siehe auch Zerlegerverwüstungen!

Splitter

Sehr geehrter Herr Möller,

ich las auf ihrer Seite den Text zum Naturalis-Geschoß. Ich schieße dieses aus einer 8x57 Blaser R93. Ich benötigte ein Geschoß mit dem ich alles Wild erlegen kann und außerdem auch noch für Treibjagd und Nachsuche einsetzbar ist. Dies denke ich, ist das Naturalis-Geschoß, unter anderem weil es nicht splittert. (LM: Das ist falsch!) Nun macht mich aber etwas nachdenklich. Sie schreiben, kurz: Verschleiß, Schußentfernung und erhöhter Gasdruck. Bleibt der Verschleiß bei einer langsamen Patrone, wie ich schieße nicht im Rahmen, zumal ich nicht hundert Schuß die Woche abgebe? Bleibt der Gasdruck nicht auch im erträglichen bzw. ungefährlichem Bereich? Die normalen Weiten, auf die ich jagdl. schieße, also bis 150 m, sind doch für das Geschoß nicht zu weit, oder was meinen Sie?

Für ihre fachmännische Meinung wäre ich ihnen dankbar. Gruß Sebastian Furth, 29. August 2005

Tag Sebastian,

natürlich sind Werkspatronen in den sicheren Bereich runtergeladen. Aber Sie kommen eben nicht weit damit. Wenn Ihnen das langt, bleiben Sie dabei. Wollen Sie weiter raus, wäre mein aerodynamisches Lutz Möller KJG Ihre bessere Wahl.

Mit freundlichen Grüßen, Lutz Möller 29. August 2005

Hallo Lutz,

klar ich schieße auch mal gern weiter, dann aber nicht mit 'ner 8x57. Und mit der kann ich sicherlich auch bis 140 m hinlangen, oder etwa nicht? Ich brauche aber ein Geschoß, das nicht splittert. Da erschien mir das Naturalis die beste Wahl. Was sagen Sie, Du denn nun zum Verschleiß? Das würde mich noch etwas angehen.

MfG Sebastian, Dienstag, 30. August 2005

Tag Sebastian,

alle Festgeschosse, die kein reibungsarmen Führbandvollgeschosse sind, schmieren fürchterlich. Das läßt sich aber mit Ammoniak entfernen (Siehe Rohr frei). Unsere Erfahrungen mit dem Naturalis sind nicht, daß die nicht splittern. Es kömmt auf Entfernung und Patrone an. So einfach ist das nicht. Auch wenn das Naturalis von Lapua stammt ist deshalb Kupfer in Finnland immer noch das selbe Element wie sonst im ganzen Universum. Es kommt weniger auf den Hersteller als auf die Physik an.

Gruß Lutz, 30.08.05

hi,

mir sind Führbandvollgeschosse durchaus bekannt. Auch physikalische Eigenschaften von Geschossen sind mir weitestgehend bekannt. Es ist ja aber so, daß Festgeschosse nicht wie meinetwegen irgend ein Teilmantelgeschoß splittern. Vor kurzem hat ein Hund bei einer Nachsuche sein Augenlicht verloren, weil ihn ein Splitter traf, obwohl der nicht im Gefahrenbereich stand.

LM: Tatsächlich ja wohl doch!

Das wäre mit einem nichtsplitterndem Geschoß nicht passiert, glaube ich.

Also würdest du sagen ich kann durchaus das Geschoß weiterschießen? Sollte ich aber vielleicht über ein anderes Führbandgeschoß nachdenken? Welches Geschoß könntest du mir empfehlen?

Gruß Sebastian, Dienstag, 30. August 2005

Tranås 04-01-11

Hello Lutz!

Here are three pictures of my Naturalis bullet



- Initial velocity on 4 m was 930 m/s
- Retained weight 71> % out of 11,7> g
- Expanded diameter =12,5 mm from 7,79 mm
- Remaining length= 19 mm from 31,7 mm

Note the compressed and fatter bullet. As you remembered, we found one splinter and saw marks of more. Penetration was excellent, like most copper bullets we tried.

Best regards, Svante.

Hope we can make some long shots in Africa. Thanks for your efforts!

Lapua Naturalis Geschosse sind gepreßt. Die Genauigkeit ist mäßig. Die Wundwirkung ist mäßig bis schlecht, je nach Entfernung. Lies Geschoßwirkung! Aber der feste Werkstoff im Zugkaliber ohne hinreichende Entlastung erhöht den Gasdruck, senkt die Mündungsgeschwindigkeit, heizt den Lauf und verschleißt die Felder. Ein aerodynamisches Heck fehlt. Die Aerodynamik ist schlecht. Für weite Schüsse ist das Naturalis keinesfalls geeignet, allenfalls für die Waldjagd auf nahes oder großes.

Bei 71% Restmasse waren wohl 29% Splitter. Von wegen, daß ein Lapua Naturalis nicht splittert. Ha, ha! Es splittert doch! Wenn du ein nicht splitterndes Geschoß willst, dann lade das Lutz Möller KJG rückwärts, Heck nach vorn. Bis 1.000 m/s vZ bleibt das Ding dann auch auf Knochen sicher heil, aus Deiner 8x57 also immer.

Vergleich mal die Standhaftigkeit der Lutz Möller KJG

6,5 mm KJG kurz
2004 5,5g
0,8 g Splitter

6,5 mm KJG - kurz, nachdem es einem Oryx (!) das Schultergelenk zerbröselte

6,5 mm KJG
2004 lang >7 g
0,8 g Splitter

6,5 mm KJG
nach einem Kopfschuß mit 1070 m/s v0 auf ein Warzenschwein in 10 m Entfernung

6,5 mm KJG
knackte je 5 Stück 2,5 cm lange Kudurippen längs

6,5 mm KJG durchdrang ei Warzenschwein längs

Gruß Lutz, 30.08.05

Lutz

alles sehr schön, aber wie ist es mit der Wirkung auf Wild, schwaches bis starkes Wild. Habe ich dann ordentlich Energieabgabe im Wildkörper etc. Ich muß dir mal für die ganzen Antworten danken,

Gruß Sebastian

Sebastian,

lies und verstehe Zielwiderstand, Zielwirkung, Splitterwucht, Tiefenwirkung, Wundwirkung, KJG-Wirkung ganz. Dann wirst du erkennen, ein Geschoß zu bauen, oder ein fertiges zu wählen, stellt immer eine maßvolle Entscheidung zwischen Wirkung und Zerstörung (Gefährdung) dar.

Mehr Wirkung ↔ mehr Zerstörung + Gefahr

Weniger Wirkung ↔ weniger

So einfach ist das. Die Entscheidung triffst du allein; sonst niemand.

Gruß Lutz, 30. August 2005

TMS gegen KJG Splittervergleich

Blei zerstäubt an der Oberfläche (siehe Bleikrümel vor Stecknadel), aber Kupfer bildet kräftige Brocken!

Lapua Scenar

Auch Bleistaub liefert im Ziel Splitterwucht. Reste eines 6,5 mm 7 g Lapua Scenar auf einen Überläufer ergaben Splittermasse zu 0,04 - 0,1 g. Die meisten Splitter waren kleiner! Das Geschoß wog noch ~ 1,5 g, oder 21%. Die Wunde wird zwar oberflächlich groß, aber nur 6 - 8 cm flach. Wenn sich Bleigeschosse in kleine Stücke, meist leichter als 0,1 g, zerlegen, kann sich die wirksame Geschoßquerschnittsfläche ohne weiteres auf das 30 - fache der ursprünglichen erhöhen, entsprechend wird das Geschoß früher gebremst, weniger tief eindringen, selten ausschießen, aber größere Tiere nur oberflächlich verwunden, ohne die je zur Strecke zu bringen.

9,3 mm Kupfer-Messing-Splittervergleich

Grobe Kupfersplitter, 4 - 6 mm groß, dringen tiefer als feine Messingsplitter ein, kein Vergleich zu Bleistaub.

Splitter langsamer 9,3 mm KJG zur Ermittelung der waidgerechten Mindestgeschwindigkeit

Große Splitter langsamer 9,3 mm KJG zur Ermittelung der waidgerechten Mindestgeschwindigkeit

Mittlere Splitter langsamer 9,3 mm KJG zur Ermittelung der waidgerechten Mindestgeschwindigkeit

Kleine Splitter langsamer 9,3 mm KJG zur Ermittelung der waidgerechten Mindestgeschwindigkeit

Splitter langsamer 7 mm KJG zur Ermittelung der waidgerechten Mindestgeschwindigkeit

Große Splitter langsamer 7 mm KJG zur Ermittelung der waidgerechten Mindestgeschwindigkeit

Mittlere Splitter langsamer 7 mm KJG zur Ermittelung der waidgerechten Mindestgeschwindigkeit

Kleine Splitter langsamer 7 mm KJG zur Ermittelung der waidgerechten Mindestgeschwindigkeit

Solch 7 mm KJG durchschießt zwei mal 7 mm Stahl im Regen, daher der Rost an dem Kupfer

Bleigeschosse platzen oberflächlich und zerstören oberflächlich. Dabei verursachen Sie wundkanalnahe Hämatome (Fleischmatsch) und Blutgerinnsel.

7x64 Kupferjagdpatrone im Schnitt

links 7 mm KJG alt und rechts spitz mit schwarzer Kapppe über Hohlspitze aufgeschnitten

Bevor bei meinen Lutz Möller KJG der Bug platzen kann, muß die Hohlspitze erst mit Fleisch gefüllt sein. Bis dahin dringt ein Lutz Möller KJG also (bei breiten Schüssen in die Kammer) ohne zu platzen ein. Decken unterhalb der Hohlspitztiefe kann ein Lutz Möller KJG also nicht oberflächlich zerstören, Einschußseitig keinen Matsch verursachen. Daher kann man also bedenkenlos auch mit größeren Lutz Möller KJG auf kleines Rehwild schießen, ohne Angst vor Einschußseitige Matsch haben zu müssen.

7 mm MJG spitz vor und nach dem Treffer mit wenigen groben Splittern, mehr siehe 7 mm Wassertankversuche!

9,3 mm KJG mit 1.100 m/S auf Wasser mit einigen Splitter, aber nicht allen. Mehr siehe Wassertankversuche in Finnland!

Siehe auch Versuche 2007

Beste Beispiele hervorragende Splitterwirkung sind

Svantes Streifschuß in Finnland 2007-II

Oskars Bugschuß in Ungarn 2008

MJG Splitter durchdringen Lunge

Hallo Lutz,

ich möchte Ihre Zeit nicht über Gebühr beanspruchen, aber mir ist noch eine Frage zu meinem Bericht von letzter Woche eingefallen. (.30-06 KJG Überläufer). Wie kommt es das ich drei Splitter unter der Schwarte bergen konnte, wenn diese normal nur 5 - 6 cm eindringen? Liegt es daran, daß die Lunge nicht genug Widerstand bietet?

Sollten Sie kurz Zeit finden mir zu antworten würde ich mich sehr freuen.

Beste Grüße aus dem Sauerland. Sebastian, Mittwoch, 25. Juni 2008 17:07

Sebastian,

lies Zielwirkung. Das muß du verstehen! Die Fleisch- und Knochenleistung bezeiht sich auf Fleisch und Knochen, aber nicht auf Lunge. Die Lunge ist viel weniger dicht als Fleisch und zudem lufthaltig. Luft läßt sich, im Gegensatz zu Wasser, verdichten. Daher bietet Lunge kaum Zielwiderstand. Siehe weiterführend auch Druckwelle und Kraftstoß!

Gruß, Lutz

KJG Splitter schießen aus Reh aus

Guten Tag Herr Möller,

hier ist mein heutiger Bock, erlegt auf 80 Schritte mit .30-06 KJG. Ungerader Sechser mit 18 Kg.

Einschuß etwas überkalibergroß

Ein drei Kaliber großer Restbolzenhauptausschuß  und drei kleinere Splitternebenausschüsse

Flucht fünfzehn Schritte. Falls Sie ihren Urlaub mit jagdlichem Treiben verbinden können wünsche ich gute Erholung und Waidmannsheil

Dieter Nagl, Samstag, 1. August 2009 18:46

MJG-Splitter retten Beute

Weidmannsheil Herr Möller,

vergangenen Samstag hatte ich mich mit meinem Freund Sven zur Jagd verabredet. Um 4:30 gingen wir los. Es regnete in Strömen. Unter der akustischen Tarnung des Regens kamen wir zügig voran. Noch vor unseren Kanzeln stieß mich Sven an und flüsterte „Sauen auf der Wiese!‟ Kurze sprachen wir die Sauen durch die Gläser an. Die Schweine lagen 50 - 60 m vor uns sauwohl im Regen, hatten uns aber wohl schon mitbekommen, denn sie wurden schon unruhig. „Du links ich rechts!‟, sagte ich in Anschlag gehend. Kurz darauf schossen wir beide fast gleichzeitig. Mein Stück fiel und lag im Feuer; dank hdp-Bemse gut zu sehen. Ich versuchte ein weiteres Stück ins Absehen zu bekommen, das aber nicht gelang, zu groß war das Durcheinander. Schon zuckte mir durch den Kopf: „Fällt im Feuer, aber wie kann das bei der Entfernung sein?‟ Die Rotte flüchtete nun auf uns zu, überfiel einen Graben mit Schilf und den Feldweg auf dem wir standen, rauschte an uns vorbei. Unterdessen hatten wir uns Rücken an Rücken gestellt, konnten aber kein Stück mehr beschießen.

Wir sahen uns an: „Was war das denn?‟, nämlich ein unziemlich unwirkliches Erlebnis. Wir gingen unsere Stücke zu versorgen. Svens Frischling hatte den .30-06, Norma-Vulkan-Treffer  kurz hinter das Blatt erhalten.

Kopfschuß

Mein Überläufer sah so aus 8x57IS KJG: Schlechter Kopfschuß

Ganz schlechter Treffersitz, darüber brauchen wir nicht zu reden. Der war so auch nicht ansatzweise geplant. Froh bin ich über den Treffer nicht, wohl aber über die Wirkung Ihres Geschosses, die Splitter retteten die Beute, ersparten dem Schwein lang zu siechen und uns eine vermutlich erfolglose Nachsuche in über mannshohem, bürstendichtem Schilf.

Mit freundlichen Grüßen und Weidmannsheil, Stefan Simm, Freitag, 31. Juli 2009 15:56

Splitter auf der der „falschen Seite“

Lies vorher Splitter!

Sehr geehrter Herr Möller,

ich konnte mittlerweile die ersten Stücke Wild mit dem Lutz Möller KJG erlegen. Auch wenn es noch keine aussagekräftige Zahlen gibt, bin ich bisher doch recht zufrieden.

LM: wie schön!

Allerdings konnte ich beim letzten Bock etwas ungewöhnliches feststellen.

MJG-Splitter aus 188 m Bock

Die drei Splitter auf dem Bild befanden sich Einschußseitig unter der Decke. Sie drangen nicht einmal bis ins Fleisch zwischen den Rippen gedrungen. Der Restbolzen sorgte zwar dennoch für Ausschuß und Wirkung, aber vielleicht können Sie das ja erklären.

LM: Ohne weiter Bilder fällt mir das schwer. Könnten Sie Ein- mit Ausschuß verwechselt haben? Das würde die Splitter an der vermeintlich „falsche Seite“ befriedigend erklären.

Die Schußentfernung betrug 188 m. Der Bock Wild stand breit. Der Einschuß war die „handbreit“ hinter'm Blatt.

Mit freundlichen Grüßen, Peter Beer, Freitag, 9. Juli 2010 11:04

Sehr geehrter Herr Möller,

eine Verwechslung von Ein- und Ausschuß ist ausgeschlossen. Um weitere Bilder werde ich mich bemühen. Ich bin mir sicher noch mehr Bilder gemacht zu haben. Allerdings ist die Kamera gerade auf dem Weg nach DSW. Vier weitere größere Splitter sind übrigens weiter geflogen und wurden Ausschußseitig wahrscheinlich durch den Sog mit durch den Ausschuß herausgezogen. Es sind jedoch deutlich Splittereinschläge auf dem Ausschußseitigen Rippenbogen erkennbar gewesen. Da der Restbolzen immer nur für einen minimal kleinen Ausschuß sorgt, ließ sich dies gut auseinanderhalten.

Mit freundlichen Grüßen, Peter Beer, Büchsenmachermeister, Freitag, 9. Juli 2010 14:14

Moin Herr Beer,

mir kommt das genauso seltsam wie Ihnen vor, aber ohne den Bock selbst zerwirkt oder mindesten hinreichende Bilder vor Augen zu haben, wäre alle weitere reine Vermutung. Da halte ich mich lieber zurück und wundere mich.

Waidmannsheil, Lutz Möller

Wirkung

Üblichen KJG - Kupfersplitter sind alle unterschiedlich groß, aber meist näherungsweise als 1 mm dick. 100 mm² wiegen wegen der spezifischen Kupferdichte zu 8,9 g /cm² dann 0,89g. Daraus errechnete sich Splitterflächen zu 112 mm² KJG - Splitterfläche je 1 g MJG - Splittermasse. Die Splitter dringen nach bisherigen Erkenntnissen noch etwa 7 - 8 cm in Fleisch ein. Grundsätzlich kann ich beim KJG die Splitterwucht mit der Hohlspitze im Verhältnis eins zu drei eingestellen. Der Preis vergrößerten Wirkung ist allerdings mit mehr zerstörtem Wildpret zu bezahlen. Die Vorgange verstehe ich gut. Jede Forderung nach kürzerer Fluchtstrecke muß Wildpret opfern, anders geht das bei Kammer- und Blatt- oder Leberknotenschüssen nicht. Die Forderung keine Fluchtstrecke bei keiner Wildpretzerstörung lassen nur Kopf- oder Trägerschuß zu.

7,6 mm KJG

Moin Lutz,

ich wollte Dir nur mal ein paar weitere Jagdergebnisse zum 7,62 mm KJG geben. Drei Tage bevor der Keiler aufging habe ich einen 90 bis 100 kg Keiler an der Kirrung gesehen. Der wußte, daß er noch nicht dran war. Aufgeregt war ich an den darauffolgenden Tagen mehrfach im Revier, aber leider ist er bis heute nicht mehr aufgetaucht, gern hätte ich das KJG auf schweren Keiler dokumentiert gehabt. Der Keiler kam natürlich auch die nächsten Tage nicht, dafür aber vorletzten Sonntag Abend ein 6er Bock, nach Gebißuntersuchung fünf bis sechs Jahre alt.

7,6 mm KJG -308 - Bockausschuß

Hab auf ~ 90m fliegen lassen, imposanter Zisch-Knall bei derV0=907 m/s 308 aus meinem TRG 22 mit Nightforce NXS 5,5-22x 56 !-). Bock wie vom Erdboden verschwunden, ich sah nur Staub von der trockenen Wiese aufgewirblet. Nervös baumte ich ab. Hinter die Kornfeldkante geschaut nix - mist dachte ich.... wollte dann zumindest denAnschuß an der Feldkante suchen. Dort lag er dann einen Meter im Feld, mausetot, wie vom Blitz getroffen, 0,8 m „Flucht“. Hochblatt getroffen , weil ich wenig Fluchtstrecke haben wollte (schon Dämmerlicht), daß es dann so wenig wurden hätte ich auch nicht erwartet, zumal nachher bei der „Obduktion“ herauskam, daß weder Rückgrat verletzt, noch das Herz getroffen wurde. Lediglich Lunge und Rippe. Wahrscheinlich macht die ~ 840 m/s (bei 90m) Auftreffgeschwindigkeit doch einiges aus.

Letzten Sonntagmorgen streckte ich mal ein Kaninchen, da keine Sau kam.

7,6 mm  KJG -308 - Kaninausschuß

7,6 mm KJG -308 - Kaninanschuß

7,6 mm KJG -308 - Kanin aufgebrochen

Auf 28 m hat's das Ding erwischt und ist noch 30 cm weit gekommen. Durch den sauber angetragenen Kammerschuß (total zerstört) ist sonst alles heil geblieben, was Rücken und Keulen anbetrifft (siehe aufgebrochen). Nach vorn zur unteren Brust ist es etwas aufgeplatzt, aber sonst tip top; daher Fazit: perfekte Schußwirkung auch auf sehr kleines Wild

Eine Meinung hätte ich gern noch von Dir eingeholt. Ich überlege, ob ich mir noch eine reine jagdliche Büchse für grobes Wild (ggf. auch afrikanisches) kaufe. Ich schwanke zwischen der 8x68S und der 338" LM. Beide in gebremster Ausführung. Was meinst Du?

Viele Grüße, Thies Langmaack, Donnerstag, 14. Juli 2005

LM: Mit Lutz Möller KJG gilt, erlaubt ist, was Spaß bringt! Für die deutsche Magnum findest du leichter ein gutes Gewehr, außer du willst beim TRG, dann hier - 42, bleiben.

9,3 mm Kupferdeformationsgeschoß

9,3-mm-KDG.jpg

9,3 mm Kupferdeformationsgeschoß

Zäheres Tombak 7,6 mm MEN SFC mit 820 m/s in Wasser

Spröderes Kupfer 9,3 mm KDG mit 810 m/s und schneller in Wasser

Ein 9,3 mm 14 g Kupferdeformationsgeschoß ist aus der 9,3x62 auf 50 m noch etwa 795 m/s schnell (weiteres siehe Ladung). Das 9,3 mm KJG hingegen fliegt aus derselben Patrone in 100 m dagegen noch 845 m/s schnell (weiteres siehe Ladung). Da die Gesamtmasse (Restbolzen + Splitterfläche) die Splitterwucht und Tiefefnwirkung einfach, die Geschwindigkeit aber quadratisch bestimmen, kann also nun die Frage beantwortet werden,ob das 9,3 mm KJG oder das 9,3 mm KDG besser wirke. Dabei ist das KDG nach schwedischem Wunsch angelegt auf doppeltes Kaliber (ohne Führbänder) aufzupilzen. Das wird nicht ganz erreicht, eher 15 mm. Daraus ergeben sich zusammen mit der VZ² - Abhängigkeit folgende verhältnismäßigen Wirkungsquerschnitte für die ersten 5 - 6 cm für die 9,3x62:

Geschoß Hohlspitztiefe Splitter WQ100
[m³/s]
WQ100
[%]
Eindringtiefe
Masse Frontfläche
Geschoß Splitter gesamt
9,3 mm Lutz Möller KJG, Ausführung 2004 11,4 mm 1,6 g 63 mm² 179 mm² 242 mm² 173 100 90 cm
9,3 mm Lutz Möller KJG, Jörg Bühler Art 14,0 mm 3,0 g 341 mm² 404 mm² 288 167 70 cm
9,3 mm Lutz Möller KJG, Ausführung 2005 18,0 mm 4,5 g 504 mm² 567 mm² 405 234 60 cm
9,3 mm Lutz Möller KJG, Ausführung 2006 12,5 mm 2,0 g 224 mm² 288 mm² 206 119 78 cm
9,3 mm KDG unwichtig 0 180 mm² 0 180 mm² 112 64 38 cm

Das bedeutet, splitternde Lutz Möller Geschosse sind dem aufpilzenden Kupferdeformationsgeschoß sowohl in Splitterwucht als auch bei der Tiefenwirkung klar überlegen. Erfahrungen stehen in Loimaa '05.

Guten Tag Herr Möller,

die Geschosse (8 mm S und 6,5 mm) sind angekommen. Dankeschön. Jetzt kann es losgehen. Mit der 6,5x68 habe ich noch einen Bock (Träger, deshalb wenig aussagekräftig) und ein Schmalreh mit Blattschuß erlegt. Das Reh lag im Feuer und war sauber ausgeschweißt Kleiner Einschuß und Ausschuß, Kaum Hämatome, jeweils eine Rippe zerschossen. Ein Loch muß man ja in das Wild machen, sonst fällt's nicht um. Der Käufer hat sich gefreut.

Mit freundlichen Grüßen und Waidmannsheil, Harald Beier, Montag, 13. Juni 2005 12:22

7,6 mm Naturalis aus 300 WM | V4 930 m/s | V100 833 m/s

Naturalis Restmasse 8,3 g = 71% >von 11,7g | Splitter = 3,4g

Naturalis Restbolzen Ø =12,5 mm >von 7,79 mm | Länge = 19 mm >von 31,7 mm

Die Festgeschosse sind ganz unterschiedlich gebaut. Die 7,6 mm Barnes X öffnen die 4-fach angeritzte Hohlspitze bereits bei gut 700 m/s und falten dann auf das 2,2 Kaliber also 17,2 mm Ø auf, aber nicht rund, sondern mit Zwischenraum der Querschnitt vergrößert sich dabei nicht wie ein doppelt großer runder Kreis auf die 4-fache Fläche (232 mm²), sondern aufgrund der Zwischenräume nur auf 129 mm², wie rechts im Bild dargestellt.

Sofern beim Barnes-X Geschoß unter 900 m/s die Fahnen nicht abreißen (wann Sie das genau tun ist unbekannt und daher eine Lotterie) hat es recht wenig wirkende Fläche. Falls die Fahnen abreisen, bleiben die in der Regel ganz und vergrößern die Fläche nicht sonderlich.

Das Lapua Naturalis mit seiner dicken Nase splittert aus der 300 WM doch. Die Splitter, die wir fanden, waren in der Regel aber eher 2 mm statt 1 mm wie beim KJG dick, so daß je Gramm Splitter nur mit 56 mm² Wirkfläche zu erwarten sind.

Mit den Flächen und den Querschnitten können nun die verhältnismäßigen Wirkungsquerschnitte errechnet werden:

Geschoß
aus 300 WM
Masse V0 V150 Hohlspitz-
tiefe
Splitter WQ150
[m³/s]
WQ150
[%]
Eindringtiefe
Masse Frontfläche [mm²]
Geschoß Splitter gesamt
7,6 mm Lutz Möller KJG, Ausführung 2004 9g 1.056 942 12 mm 1,6 g 48 180 228 202 100 90 cm
7,6 mm Lutz Möller KJG, Ausführung 2005 9g 1.056 942 17 mm 3,5 g 392 440 390 193 60 cm
7,6 mm Barnes X 9,7 1.014 897 ? 0 129 0 129 104 51 55 cm
7,6 mm Lapua Naturalis 11,7g 954 800 ? 3,4 100 190 290 186 92 80 cm

Tja, die Rechnung bringt es an den Tag. Gesamtfläche mal Geschwindigkeit zum Quadrat = Wirkungsquerschnitt. Darauf kommt es für die Wirkung im Weichziel vorrangig an. Tiefenwirkung wird für große Tiere gebraucht, wenn mit schrägen Schüssen von hinten durch Weiche ins Herz getroffen werden soll, z.B. bei einem fliehenden Tier, bevor es ganz aus der Büchsenschußreichweite entwischt. Aber zunächst soll das Tier ja so stark verletzt werden, daß es erst gar nicht weit läuft. Wie Herr Friedrich schrieb, verletzten die Barnes X Geschosse die Tier man gerade so wenig, daß die noch 4 - 500 m flohen, immer lange Nachsuchen anfielen. Mal vorausgesetzt die Zahlen stimmen (bessere habe ich nicht) dann wirkt das 7,6 mm Barnes X aus einer 300 WM in 150 m Zielentfernung nur 51% wie einen 2004er 7,6 mm Lutz Möller KJG aus derselben Patrone in derselben Entfernung. Mit dem leistungsgesteigerten 2005er (1,93 / 0,51 = 3,78) 7,6 mm 9 g Lutz Möller KJG vergleichen wirkt das Barnes X nur etwa ein viertel (26%). Deshalb rate ich ja zu dem Lutz Möller KJG zu wechseln.

Das langsamer Naturalis ist nicht gar so schlecht, wie das Barnes, kann aber auch nicht wirklich begeistern, liegt wie das KDG in der Wirkung immer zu niedrig!

Ein TMS, mit dem Herr Friedrich aus der 300 WM hochzufrieden war, wirkt bei breiten Kammerschüssen vorn wie die „Bleierne Sippe“. Seine Spitze explodiert in Bleistaub, der die weiche Lunge sehr wohl erheblich schädigen kann. Das bringt bei solchen Schüssen gut Wundwirkung. Leider sind spitze Schüsse und solche durch voranstehende Behinderungen nicht so einfach erfolgreich zu beenden. Insofern halte ich die TMS für „Schönwettergeschosse“, sprich, bei einfachen Bedingung erfolgreich, bei schwierigen Bedingungen aber unzulänglich. Hier kehrt das Lutz Möller KJG gerde auch in den schnellen 300 WM Ladungen seine Vorteile besonders breitbandigen Einsatzes mit großer Tiefenwirkung aus jedem Winkel, auf jedes Wild, auch hinter nahen (zum Tier) Hindernissen.

Steinbock mit 6,5 mm KJG

Steinbock (mit 6,5 mm KJGauf 15 m erlegt, Rückentreffer, Ausschuß Ø 2 cm)

Oryx (mit texanischem Herzschuß mit 6,5 mm KJG auf 200 m erlegt)

Ob kleiner 8 kg Steinbock oder großer 300 kg Oryx, ob handliche 6,5x65 oder heftige 338 RUM, ob nah, ob fern, das Lutz Möller KJG tut's immer gern! Der Erfolg ist gewiß . Das gute Wildpret wird geschont. Warten Sie nicht, steigen Sie um. Der Zug fährt schon. Fahren Sie mit in eine besser Jägerzukunft, in der Sie sich nicht mehr um Ihre Ausrüstung sorgen müssen, sondern im festen Vertrauen auf die überagenden Lutz Möller KJG-Leistung, sich ganz dem Wild widmen können. Da kommt Freude auf ☺!

Zusammenfassung

Splitterfläche und Geschwindigkeit bestimmen die Wirkung sehr viel mehr als das nackte Kaliber. Daher lohnt sich recht wenig die Leistung einer Patrone allein würdigen zu wollen. Das Geschoß ist für den Jäger viel wichtiger. Meine Geschosse erlauben dank klarer Trennung zwischen splitternder Hohlspitze und festen Restbolzen die Wirkung, zumindest im Verhältnis, genau vorherzusagen und damit die Geschoßwirksamkeit zu kennen.

Der Wirkungsquerschnitt ( = A * v²) ermöglicht, die Wundwirkung eines Jagdgeschosses allein aus seiner Geometrie nach dem Treffer vorherzusagen, bei KJG dank vorherbestimmter Splitter auch davor. Das ist gänzlich neu; so etwas gab es bislang noch nicht! Schulbeispiele sind der 9,3 mm Vergleich zwischen KDG und KJG oder die Erklärung, warum das Barnes X ein Versager ist. Damit sind Lutz Möller KJG in ein hinreichend vollständiges und genaues Vorhersagegerüst eingebettet. Das bedeutet, ein neu zu erschaffendes Geschoß kann innerhalb gewisser technischer und physikalischer Grenzen aus den Anforderungen abgleitet, gezeichnet und gefertigt werden und liefert dann binnen geringer Abweichungen die erwünschten außen- und zielballistischen Leistungen. Ich vermute damit die vollständigste, leistungsfähigste und vor allem schnellste Geschoßentwicklung derzeit anbieten zu können. Mir ist nichts Vergleichbares bekannt.

Das Lutz Möller KJG bietet heute die beste Lösung eines Einheitsgeschosses für die Jagd auf alles Wild, gleich welches Kaliber. Seine breitbandige Wirkung aus schnell wirkenden Splittern und tief wirkendem Restbolzen ist einzigartig. Dank ihrer Festigkeit, müssen KJGe nicht schwer sein. Der V² - abhängige Wirkungsquerschnittsvorteil zeigt sich insbesondere bei kleinerem Wild. Dabei kommt auch großes Wild nicht weit vom Anschuß weg, weil einerseits sich dieselbe schnelle Splitterwirkung auch bei großen Tieren entfaltet, besonders bei Kammerschüssen, andererseits die KJGe dank ihrer kupferbedingten hervorragenden Tiefenwirkung erlauben auch aus ungünstigen Winkeln spitz oder durchs Weiche immer das Herz zu erreichen, selbst durch nahe Hindernisse (Büschen, Bäume) vor dem Wild. Man lese englisch dazu gern 6,5 mm Copperbullets in Africa 2004. Dort zeigten 6,5 mm KJGe beste Wirkung auf etwa 25 Tiere zwischen 8 und über 300 kg, ohne die kleinen zu zerstören, oder die großen weit flüchten zu lassen. Solch breiten erfolgreichen Einsatz bot bislang kein anders Jagdgeschoß, schon gar nicht in 6,5 mm.

Ich prüfte das hochwirksame 2005er 9,3 mm KJG diesen Juli aus einer 9,4x64 in Afrika. Es war zu stark! Die Geschichten des Irrweges eins überstarken Geschosses stehen in Afrika 2005. Künftige KJGe werden ab sofort wieder auf verträgliche Wirkung zurückgenommen! Ziel sind rasante + wildpretschonende Geschosse mit 200 - 250 m³/s WQ100 aus gängigen Patronen.

Alfons Jungmayer verdanken wir einige gute bebilderte Berichte über Ein- und Ausschüsse mit Splitterbildern, siehe unter 6,5x57R ab „Blattschuß?“. Danke!

Ausblick

So schön es ist, die Wirkungsquerschnitte zwischen verschiedenen KJGen verhältnismäßig vorhersagen zu können, so notwendig erscheint immer noch ein weiterführender Ansatz die Wundwirkung in physikalisch richtig hergeleiteten absoluten Zahlen über die Tiefe vorhersagen zu können. Viele solche Ansätze hat es schon gegeben. Kein mir bekannter berücksichtigte den Geschoßaufbau. Des Mangels wegen können die vorhanden Modelle auch nicht besonders ernst genommen werden. Des weiteren spielt selbstverständlich das Ziel auch eine erhebliche Rolle. Ob die Kammerwand 0,5 cm oder 3 cm dick ist macht erheblich viel aus. Insofern werden solche Modellvorhersagen auf standardisierte Ziele angewendet werden müssen. Mit einem Büffelgeschoß eine Fuchs zu bejagen ist ebenso blödinnig, wie umgekehrt. Man wir also mit gewissen Einschränkungen, auch der Vorhersage, leben müssen.

Ich stelle mir eine Systematik vor innerhalb derer, anhand der auf das Ziel bezogenen Verwundungsmöglichkeit, der Jäger eine Hilfe bekommt zu der jeweiligen Patrone mit dem Lutz Möller KJG die Leistungsfähigkeit zu beurteilen. Das wäre insbesondere für Jungjäger, die sich ausrüsten wollen, oder den Jäger, der ins Ausland auf fremdes Wild fährt, wichtig zu wissen. Ich hoffe demnächst mehr sagen zu können

Lutz Möller 30. Juli 2005

Schnell oder langsam?

Nah oder fern?

Sehr geehrter Herr Möller,

für meine Remington 700 ADL in .308" Win möchte ich das Lutz Möller KJG verladen. Ich möchte 100 Stck. KJGe mit schwarzer Spitze bestellen.

Die Waffe wird überwiegend auf Rehwild und Sauen eingesetzt, im Ansitz und bei Bewegungsjagden. Die durchschnittlichen Schußentfernungen liegen reviertypisch zumeist unter 100 m, weshalb ich mit „100m+“ besser bedient bin. Wenn ausnahmsweise mal Bergjagd angesagt sein sollte, dann wird halt dort auf GEE eingeschossen.

Raten Sie mir trotzdem zu einer der auf einer Ihrer Seiten empfohlenen heißen Ladungen, oder würde eine zahmere Ladung waffen- oder zielballistische Vorteile bringen?

Für Ihre Antwort vorab vielen Dank. Thomas Bergmann, Donnerstag, 22. Februar 2007 23:35

Tag Herr Bergmann,

Als Hintergrund siehe Flitzerspitze sowie diesen Aufsatz ab Anfang. Überprüfungen mit Bildern finden Sie in Fragen und Antworten zum Lutz Möller KJG und Wassertankversuche. Jagderfahrungen stehen in Finnland '07. Nachdem Sie sich diese Seiten einverleibt haben, sollte die Frage eigentlich beanwortet sein, wenn da nicht ein Besonderheit bei weiten Schüssen wäre. Dort schrieb Axel:

„Nun zu den Wirkungen der Lutz Möller KJG in Abhängigkeit von Treffersitz und der tausend anderen Einflüssen. Um es vorweg zu nehmen, die Wirkung war gut bis sehr gut, manchmal hervorragend, nämlich bei den Schüssen jenseits der 200 m Marke. Ich weiß nicht, ob ich die weiten Schüsse besser vorbereite und noch sorgfältiger handelte, oder ob es einfach nur Glück war.“

Drauf antwortete ich ihm:

Zu den Schußwirkungen aber muß ich mich äußern, weil du sie teils seltsam findest. Ich nicht!

In Deiner Braunkohlenwüste, genau so weitläufig und leer wie meine Panzersteppe ist das Wild Menschen nicht gewöhnt. Bei immerhin 61 Stück Schalenwild beobachtetest du unter diesen Bedingungen zunehmend bessere Geschoßwirkungen, je weiter das Wild entfernt war, bis hin zu hervorragenden Wirkungen jenseits 200 m. Du mutmaßtest über Zufall oder Glück oder andere Dir verborgen geblieben tausend Einflüsse. Nichts davon trifft zu. Die Ursache ist eine andere, hat nichts mit dem benutzten Lutz Möller KJG zu tun, obwohl das entworfen wurde eben solch Leistungen zu bringen. Natürlich gefällt mir, dann tatsächlich immer wieder bestätigt zu bekommen, daß das Entwicklungsziel erreicht wird.!

Der Grund für die scheinbar bessere Wirkung der Lutz Möller KJG bei weiten Schüssen über 200 m gegenüber nahen Schüssen (70 m Sau mit 338 LM lief bei bestem Treffersitz noch 100 m) ist das Wild, nicht das Geschoß, oder der Treffer. Auf nahe Entfernungen wird das Wild den Schuß und den Jäger öfter als Zusammenhang erkennen, als bei weiten Schüssen. Je weiter du vom Wild weg bist, desto weniger oft wird das Wild erkennen, daß du die Ursache für den Treffer bist und je weniger oft wird es flüchten wollen. Ohne Gefahr hat es keinen Grund zu fliehen. Wild flieht ja nicht vor dem Treffer, sondern vor einer Bedrohung. Wenn es keine Bedrohung erkennt, oder erkennen kann, bleibt es stehen. Lies den 440 m Hirsch. Trotz drei Lungentreffer hintereinander flüchtet der Hirsch nicht, weil er bei der Zielwahl keinen Fluchtreflex verspürte, keine Bedrohung erkannt und nicht flüchten wollte. Selbstverständlich kann ein Hirsch mit einem Lungentreffer rennen, meinetwegen 100 m oder mehr, aber er muß es nicht. Er flüchtet nur vor der Bedrohung, nicht, weil es irgendwo in der Fern knallt. Ich habe viel Springböcke in Afrika über 200 m in die Lunge geschossen, bei denen ich nach dem Schuß zunächst dachte, vorbeigeschossen zu haben, weil die überhaupt nicht zeichneten. Die waren schon getroffen. Nur wollten sie nicht rennen. Die sackten dann nach einer Weil am Platz in sich zusammen. Viel besser geht es nicht. Dieses ganz natürliche Verhalten ist ein großer Vorteil bei weiten Schüssen. Richtig bewaffnet bist du dafür. Also schieße weit und erfreue dich der Beute ohne Fluchten.

Grundsätzlich wirken schnellere Geschosse besser als langsame. Ebenso grundsätzlich flüchten auf große Entfernung beschossenes Wild häufig seltener als nah bejagtes Wild, weil die Beunruhigung mit der Entfernung abnimmt. Das gilt weniger für Herzschüsse, aber insbesondere für Lungenschüsse. Mehr lies dazu in Zielwahl. Der beste Treffer wird also mit einem schnellen Geschoß auf große Entfernung nur in die Lunge angetragen.

Bei Ihnen im Wald können Sie nicht so weit gucken, also auch nicht so weit schießen, damit den einen Vorteil der Langwaffe nicht wahrnehmen. Aber warum sollten Sie auf den zweiten Vorteil der neunen, leichteren, schnelleren Lutz Möller KJG auch noch verzichten wollen? Dafür gibt es keinen Grund. Also laden die empfohlene Ladung, wie Sie dasteht und kümmern sich um Ihre Beute, statt sich um Ballistik zu Sorgen. Wenn Sie vernünftig treffen, erledigt das Lutz Möller KJG den Rest zufriedenstellend. Nach vier Jahren Erfahrung dürfen Sie mir das schon glauben.

Waidmann Heil, Lutz Möller

Erstaunliche KJG Wirkung

Lieber Herr Möller,

nach einem sehr erfolgreichen Jagdjahr dank Ihrem Lutz MöllerKJG möchte ich erneut hundert Stück für die 6,5x68 in 6 g bei Ihnen bestellen. Die Wildwirkung des Lutz Möller KJG ist wirklich erstaunlich: Kein Wild benötigte mehr als einen Schuß. Alle Fluchtstrecken lagen unter 40 m ( Schuß hinter (!) das Blatt ).

LM: Mein empfohlene Zielwahl

Wildgewichte ( Schalenwild aufgebrochen ) zwischen 5 und 250 kg, Schußentfernungen zwischen 30 und 280 m . Einziges Manko Füchse im Winterbalg explodieren regelrecht.

Waidmannsheil, R. Osmers, Mittwoch, 7. Oktober 2009 09:25

LM: Die KJG-Wirkung soll ab Reh bis Hirsch auf jede jadlich sinnvolle Entfernung  passen. Für den kleinen Fuchs ist das aber dann zuviel, wenn der nicht genau breit in die Kammer getroffen wird. Weichschüsse auf den Fuchs lassen den platzen! Siehe auch Kraftstoß. Jeder Forderungsausgleich findet Grenzen!

Hallo Herr Möller,

Erforderliche Wirkung

auf der Suche nach einer Patrone, für ein für meine Bedürfnisse (Rehwild in Wald und Feld bis 150 m, Schwarzwild an der Kirrung und am Maisfeld auf 20 m bis 100 m sowie gelegentlich Rotwild im nahen Schwarzwald) allgemein einsetzbares Gewehr, bin ich auf Ihren Netzplatz gestoßen. Die überwältigende Menge an Nachrichten und Berichten, die Sie hier dankenswerter Weise zur Verfügung stellen, habe ich noch nicht zur Gänze verarbeitet. Bei der Lektüre von „Wirkungsquerschnitt“ fiel mir auf, die Angaben der Splittermasse von der Angabe auf den jeweiligen Seiten der  Geschoße abweicht (z.B. 6,5 mm Geschoß 1,8 g zu 1,6 g, 7,6 mm Geschoß 1,9 g zu 2 g). Hierzu drängen sich mir nun drei Fragen auf, die ich Sie bitte mir gelegentlich zu beantworten:

1. Welche der Angaben sind die richtigen?

LM: „Wirkungsquerschnitt“ (ersetzt durch Zielwirkung, aus Splitterwucht und Tiefenwirkung)  ist in Teilen heute sechs Jahre alt und ich vermute mal, da ich, wenn ich Ihnen jetzt schreibe, ich die Daten der Weiterentwicklung nicht neuerdings abgeglichen habe, Fehler, bzw. nicht übereinstimmende Daten.

2. Bis zu welchem geringsten Zielwiderstand ist mit unmittelbarer tödlicher Wundwirkung auf unser heimisches Wild auszugehen, selbstverständlich unter der Voraussetzung der von Ihnen empfohlenen Zielwahl?

LM: Lies Svantes Streifschuß in Finnland 2007-II und Oskars Bugschuß in Ungarn 2008. Einzelne 4 x 4 x 2 mm Splitter mit 16 mm² Fläche und 1.000 m/s = 16 m³/s² töten an rechten Fleck gewiß . Bei 2 mm Dicke und r = 8,9 g/ml entspricht das 142 Joule vorhandener Splitterwucht. Das langt.

3. Es hat den Anschein, Sie ersetzen derzeit Ihre Lutz Möller KJG durch MJG. Die auf der 7 mm Geschoßseite angegebenen Wirkungsquerschnitte stimmen mit den Angaben für Ihre MJG überein. Trifft dies zu?

LM: Ja. Allerdings spiegelt die Rechnung, wie wir 2010 in Finnland überascht erfuhren, das wahre Leben nicht vollständig wieder. Kluge Überlegung hätte die Tatsachen allerding schon vorher erhellen müssen. Zähes Kupfer verzehrt gegenüber sprödem Messing beim Dehnen mehr Energie. Nachdem der Bug in wenige grobe Splitter zerrissen ist, fehlt die Dehnungsarbeit Kupfersplittern, ist aber in Messingssplittern noch vorhanden. An sich müßte dieser Geschwindigkeitsunterschied beim Wirkungsquerschnitt berücksichtigt werden. Da Messungen oder Rechnungen dazu nicht angestellt wurden, ist hier eine Ungenauigkeit vorhanden. Soweit bislang bekannt ist die allerdings unerheblich, kümmert den Jäger also nicht.

Für Ihre Antwort bedanke ich mich im voraus und bitte bei Veröffentlichung auf Ihrer Seite auf die Nennung meines Namens zu verzichten.

Waidmannsheil und machen Sie weiter so!

LM: Danke!

J. A. Dienstag, 1. März 2011 18:10

Lies unabhängigen Messungen zur Wirksamkeit der Geschosse!

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