Steyr Mannlicher Zündfehler

Steyr Mannlicher Zündfehler

bei 9,3 x 62 Flitzer

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Steyr Mannlicher Zündfehler

Sehr geehrter Herr Möller,

seit längerem nehmen in meiner Waffe Zündfehler zu.

LM: Was ist mit Dreck? Haben Sie schon mal das Schloß von Staub und altem Fett befreit?

Nachdem das immer häufiger vorkam, versuchte ich Verschiedenes an meiner Steyr Mannlicher.

LM: Was denn? Bitte beschreiben Sie mir Ihre Versuche mit der gewissen, versagenden Steyr-Mannlicher!

Dann lies ich noch einmal die Waffe beim Büchsenmacher prüfen. Der Schlagbolzen liegt in der Toleranz.

LM: Wie groß ist der Verschlußabstand. Wie viel springt der Schlagbolzen vor? Siehe Schlagbolzenvorsprung!

Die Feder ist auch i.o.

LM: Nämlich? Freie Länge geprüft? Spannung geprüft?

Auch hat er das Schloß noch einmal gereinigt.

LM: Gut

Anschließend zündete beim 5ten Schuß die Waffe die Patrone schon wieder nicht.

LM: War das Schloß sicher ganz geschlossen? Nicht daß die Schlagbolzensicherung griff.

Dadurch verpaßte ich schon wieder eine Sau. Ich finde das sauärgerlich! Ich sprach meinen Ansteller darauf an. Der sagt sogleich, daß läge an der Munition von Lutz Möller.

LM: Ach was. Bloße Feindpropaganda, genauso wie die CO2 Hysterie der „Grünen“ (aber nicht der wahrlich grünen Loden-Fraktion)!

Er zeigte mir mit Tasten über die Patronen-Böden der ungezündeten Munition im Gegensatz zu der funktionierten Munition, dort sei eine Delle zu spüren ist. Er meinte, die Fläche des Zündhütchens läge zu tief.

LM: So, meint er das. Falsch! Lies Zündhütchen.

Zu Hause lagen zufällig noch die letzten drei Versager von zuvor. Alle zeigen denselben Befund. Daraufhin prüfte ich meine Bestände durch und fand mehrere Patronen mit demselben Befund.

Mit der Schußleistung Ihrer Munition bin ich ja zu frieden, aber so ist das kein Zustand. Können Sie das abstellen?

LM: Sie sitzen dem Irrtum Ihres Ansteller auf. Sie meinen daher scheinbar, ein Zündhütchen mit Sitz unterhalb des Patronenbodens sei mangelhaft. Nein. Das ist nicht der Fall.

LM: Oben sehen Sie Darstellung von Zündhütchen und eines größeren Gewehres für 50 BMG. Zündhütchen für übliche Jagdbüchsenmunition (nicht 50 BMG) werden mit einem 2 mm Ø Schlagbolzen geprüft. Der Schlagbolzen soll vom Stoßboden 1 mm vorspringen. Bei größtem Verschlußabstand (meist 0,1 mm) dringt der dann bei bündigem Zündhütchen 0,9 mm ein. Wenn das Zündhütchen tiefer in der Zündglocke sitzet (z.B: 0,1 mm) dringt der dann noch 0,8 mm tief ein. Beides genügt.

Warum hat das Problem eigentlich zugenommen?

LM: Die vermutliche Ursache finden Sie heraus, wenn Sie alle obigen Fragen beantworten.

Haben Sie die Produktion geändert, oder bekomme ich diesbezüglich 2te Wahl?

LM: Wir bieten keine erste und zweite Wahl Munition an. Alle Patronen sind diesbezügliche gleich.

Meine Waffe versagte die letzten zwei bis drei Jahre sicher schon zwanzig bis dreißig mal Ihre Munition zu zünden

Davor steckten schon einmal Hülsen fest bzw. klemmten.

LM: Dreck? Wie oft reinigen Sie ihre Patronenlager?

Anfangs hatte ich all diese Probleme nicht. Bitte keine Experimente mehr, was durch meine Waffe alles weggehen könnte! Ich wage gar nicht daran zu denken, was geschähe, wenn man von einer Sau angenommen wird und dann die Waffe wieder versagt die Munition zu zünden.

LM: Genau deshalb werden auf wehrhaftes Wild Doppelbüchsen mit unabhängigen Schlössern oder Mauser 98 System mit altbewährter sicherer Militärtechnik geführt.

Den entgangenen Jagderfolg und die Rennerei und den Ärger, können Sie gar nicht ausgleichen.

LM: Muß ich das denn? Wollen Sie mir di Ursache zuschieben? Sie sehen auf die Munition, aber nicht auf die Waffe. Dort sollen Sie Fehler suchen, auch bei sich selbst, bzgl. nicht immer ganz geschlossener Waffe und Dreck, der dasselbe verursachen kann. Ich erinnere nur an die Krico 902 mit Spannschieber, die bei Kälte keine Munition mehr zündete, in Wärme aber einwandfrei!

Was schlagen Sie da vor? Was machen wir mit den Versagern der letzten Jahre

LM: Die Versager Ihrer Steyr-Mannlicher sind Geschichte, oder meine Sie damit meine Patronen?

Was machen wir mit der möglicherweise die Toleranz überschreitenden Munition?

LM: Die kann man prüfen. Ich sende Ihnen die Anschrift eines Sachverständigen, der das erledigen wird. Siehe dazu Fallhammer!

Bitte schicken Sie mir nur noch in jeder Hinsicht 1a 1te Wahl Munition.

LM: Ja klar

Mit freundlichen Grüßen, Johannes Graf Wengersky, Dienstag, 26. November 2019 00:11

Betreff: Steyr-Mannlicher Zündfehler | Dienstag, der 26. November 2019

Sehr geehrter Herr Möller,

leider hört sich Ihre Antwort dermaßen geübt und vorgefertigt an, daß ich davon ausgehen muß, daß Sie das häufiger hören. Wenn das neuartig wäre, wäre man ja auch an einem Exemplar interessiert, um es zu untersuchen und ggf. einen Mangel abzustellen.

LM: Fragen Sie mal in einem Krankenhaus, ob die öfter Kranke sehen. Fragen Sie in einer Autowerstatt, ob die kaputte Autos kennen. Ich entwickele seit 2002, nummehr 17 Jahre Munition. Was glauben Sie, sollte ich NICHT kennen?  Wenn ich das nicht kennte, wer denn?

Ich bin ganz im Gegenteil zu Ihrer Vermutung, und das können Sie aus meiner letzten Mail herrauslesen, eben zunächst nur auf die Fehlersuche bei meiner Waffe gegangen. Also was soll die theatralische Unterstellung. Ich habe natürlich auch die Waffe, Patronenlager etc. gereinigt. Das Klemmen der Hülsen lag doch daran, das Sie bei der 2ten oder 3ten Lieferung das Entgraten eingespart haben. Seit dem Sie meine Patronen wieder entgraten, sind Ladehemmungen nicht mehr aufgetreten. Ich habe auch den Schlagbolzen messen lassen, und dieser ist um einiges länger als das Minnimum, das die Norm vorschreibt. Da spielen die von Ihnen angegebenen Spiele von 0,1 bzw. 0,2 mm überhaupt keine Rolle.

LM: Sie bleiben unbestimmt. Auch „Einiges  länger“ sagt nicht wie lang! Solche Angaben nützen gar nichts.

Bei den nicht erfolgten Zündungen, und zwar bei allen fünf letzten, die noch auf meinem Schreibtisch liegen, kann ich Ihnen versichern, das Schloß war zu, und der Schlagbolzen hat auf das Zündhütchen geschlagen. Nur die lagen, im Gegensatz zu denen der Patronen die zündeten, viel tiefer im Patronenboden.

LM: Kein Fehler. Lies Zündhütchen.

Man kann das schon mit dem Finger deutlich spüren, und auch sehen. Dieselbe Abweichung kann ich auch bei einigen noch nicht versuchten Patronen feststellen. Ich möchte Ihnen die zurücksenden,

LM: Ich nenne Ihnen eine Anschrift für die Prüfung.

zusammen mit meinen letzten Zündfehlern und dafür neue einwandfreie Patronen bekommen. Ich kann die ja auch mal mit zum Büchsenmacher nehmen, das der mal die Toleranzen nachmißt, bevor ich Ihnen Unrecht tue. Jedenfalls sind die Zündhütchen spürbar tiefer als der Hülsenboden.

LM: Kein Fehler. Lies Zündhütchen.

Können Sie mir zusagen, daß solche Patronen zukünftig nicht mehr in Ihren Lieferungen an mich vorhanden sind? Ich habe jetzt aus einer 50er Schachtel mal alle durchgesehen und etwa fünf höchst wahrscheinliche und fünf mögliche Versager unterschiedlich markiert. Bin mal gespannt was nun geschieht, wenn ich die nehme. Wäre doch zu schade, wenn das nicht in den Grifff zu bekommen wäre, denn die Schußleistung Ihrer Patrone ist sehr zufriedenstellend.

LM: Mal sehen

WMH, Johannes Graf Wengersky, Freitag, 29. November 2019 02:35

Lösung für Steyr Mannlicher Zündfehler

Sehr geehrter Hr. Möller,

die beobachteten Steyr Mannlicher Zündfehler aufzuklären würde ich gern helfen !

Ich selbst führe solch einen Steyr Mannlicher Classic 2 (Baujahr ca. 2012) und leide ebenfalls unter diesen Zündfehlern. Ob mit mit selbst geladener oder gekaufter Munition, gleich welcher Marke ist egal! Dieser Fehler tritt nur bei hastigem und dadurch schlampigem Durchladen auf! Darum erlebte ich beim Einschießen dieser Waffe nie Zündfehler, aber sobald es auf den Laufenden Keiler oder auf Drückjagden ging doch!

Wenn nämlich der Kammerstängel nicht ganz hinuntergedrückt wird, schlägt der Schlagbolzen trotzdem ab, wird aber fonder Schlagbolzensicherung vor vollem Abschlag gehemmt, aufgehalten! Das kann man einfach selbst efleben. Ob`s mit geladener Munition ratsam ist, weiß ich nicht. Ich lege einfach einen Karton oder Papier auf den Verschlußboden. Dann sehe ich darin den  Schlagbolzeneinschlag.

Ich hatte Glück. Mein Büchsenmacher kannte den Fehler bereits und verriet ihn mir freundlicher Weise.

Waidmannsheil AG / Österreich, Samstag, 30. November 2019 17:03
(Veröffentlichung nur mit Initialien)

Einsicht

Betreff: Steyr-Mannlicher Zündfehler | Dienstag, der 26. November 2019 und Schützen-Zündfehler

Sehr geehrter Hr. Möller,

nun sind acht Schüsse ohne Zündfehler raus. Da waren zumindest ein paar – wie ich meine – heikle (vorher markierte) Patronen bei. Wenn das (die Antwort Lösung für Steyr Mannlicher Zündfehler ) stimmt, muß ich zu repetieren üben, bzw. mich darauf eine gewisse Zeit teilweise darauf besinnen.

LM: Ganz richtig. Siehe auch  Schützen-Zündfehler. Vor der Handlung kommt immer die innere Vorstellung derselben. Absichtlich kann man nur das Gewollte tun. Willenlos zu handeln geht immer schief. Erst der Wille weist den Weg.

Dann dürfte aber nie der erste Schuß versagen. Das werde ich jetzt zusätzlich beobachten, denn darauf habe ich bisher nicht geachtet.

LM: Die Kammer weiß nicht, ob sie das erste Mal von einer Reihe, oder aber ein weiteres, späteres Mal geschlossen wird. Nur ganz zu oder nicht ganz zu zählt! Wenn gezündet werden soll, darf die Schlagbolzensicherung nicht hemmen. Darauf kommt es an.

Müßten die Waffe die Patronen zünden, wenn man die angeschlagene aber ungezündete Patronen noch ein zweites mal in Ruhe repetiert und abschlägt?

LM: Bereits eingeschlagen Zündhütchen sind verändert. Was die beim zweiten Einschlag tun, ist ungewiß, kann u. U. sogar gefählich werden (sog. „Kriechzündung“, die Ihnen nach voreiligem Entladen fröhlich um die Ohren fliegt. Peng! Nach einer Fehlzündung mit dem Entladen zu warten, ist daher die sichere Vorgehensweise.

Ich würde dann gern ein oder zwei Schachteln je 50 Stk kaufen. Würden Sie mir der Einfachheit halber dazu bitte einen Link schicken.

LM: Gern, wenn Sie sich vorher für eine oder aber für zwei Schachteln entscheiden würden.

WMH, Johannes Graf Wengersky, Sonntag, 1. Dezember 2019 17:28

Ein dutzend Mal

Herr Möller,

ich feuerte noch einmal zwölf fehlerlose Schüsse im Stück ab. Daher entscheide ich mich für zwei Schachteln á 50 Stk., 9,3 x 62 Flitzer mit entgratetem Hülsenmund, wie gehabt.

WMH, Johannes Graf Wengersky, Mittwoch, 4. Dezember 2019 01:31

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