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Repetierbüchse

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Inhalt Bekannte Schwierigkeiten | Patronenwahl | 30-06 Steyr klemmt | Fehlkonstruktion oder Wertarbeit

Bekannte Schwierigkeiten

Hallo Herr Möller,

vielen Dank für die informative Seite über Waffen und Munition. Ich bin wirklich begeistert und habe schon etliche Stunden mit Lesen verbracht. Mir wurde eine Steyr Luxus in 30-06 angeboten. Wissen Sie etwas über Schwierigkeiten mit dieser Waffe, oder kann ich diese bedenkenlos kaufen. Als Jungjäger möchte ich Fehler möglichst vermeiden

Herzlichen Gruß und weiter so mit der Seite!

Michael Osterwald, Freitag, 9. Juni 2006 11:30

Tag Herr Osterwald,

ich höre von den Steyr Repetierern nur Gutes, würde also, wenn der Preis stimmt, zugreifen. Meist werden Büchsen ja mit Zielfernrohr angeboten. Insofern kommt es auch sehr drauf an und wie die aufgebaut sind. Eine Suhler Einhakmontage ist was Feines, wenn das Glas paßt, wenn nicht, aber sehr teuer zu ersetzen. darauf sollten Sie achten. Das ZF mit Montage kostet ja oft mehr als die Waffe selbst!

Waidmannsheil und halten Sie mich gern auf dem Laufenden, Lutz Möller

Steyr ProHunter

Steyr Pro Hunter

Patronenwahl

Grüß Gott Herr Möller,

seit längerem lese ich begeistert auf Ihrer Seite und erweitere somit stets mein ballistisches Wissen. Da in den nächsten Monaten die Jägerprüfung ins Haus steht, bekommt das Thema erste Büchse eine zunehmende Bedeutung. Nach vielem hin und her soll es eine Steyr-Mannlicher ProHunter werden. Sie entspricht meinen Vorstellungen; Schlagbolzensicherung, Kunststoffschaft, kaltgehämmerte Läufe und vor allem lange Läufe – mittlerweile ja eine Seltenheit! Laut Werbung taugt eine Büchse ja nur noch etwas, wenn sie kurz und „führig“ und von BlaMaSauMerk ist; und den Verlust an Laufstahl soll der Kunde dann auch noch extra bezahlen!

Jetzt meine Frage: Welche der unten aufgeführten Patronen wären anhand des jeweiligen Dralls sowie Lauflänge, zusammen mit Ihren MJGen die geeignetsten Patronen aber welche Verbindungen wären nicht zu empfehlen? Die Dralllängen hat mir Herr Fehringer von Steyr geschickt.

LM: Sehen Sie für das Übliche bei der C.I.P. nach!

Zur Strecke kommen sollen Rehe, die stets mehr werdenden Sauen. Die Bälge Fuchs und Co. sollen nach dem Schuß noch gut verwertbar sein, und nicht in einzelnen Fetzen umherliegen. Entscheiden ist natürlich die Ziehlwahl, das hab ich dank ihrer Seite schon verinnerlicht!

LM: Siehe auch Zielwahl für nahe Ziele

Patrone Lauflänge Drall
6,5x55 SE 60 cm 203 mm    LM: selten
270 Win 60 cm 254 mm    LM: selten
7 x 64 60 cm 218 mm
308 Win 60 cm 305 mm
30-06 60 cm 254 mm
300 WSM 60 cm 254 mm    LM: Selten
300 Win Mag 65 cm 254 mm    LM: nicht so häufig
8 x 57 60 cm 241 mm

Für Ihre Hilfe bedanke ich mich schon einmal vielmals!

Schön Grüße aus Bayern – „Sumpfohreule“
p.s. Unkenntlich dürfen Sie meine Post gern auf Ihrer Seite veröffentlichen!

Guten Tag, junger Mann,

Lesen Sie Jagdpatronenwahl. Da steht's.

Wichtig für den Treffer, und in Folge dessen seiner Zielwirkung und Wundwirkung, auf die es schlußendlich ankommt, wirken in der Reihenfolge

  1. Zielwahl

  2. Treffer

  3. Geschoß

Die Patrone kommt gar nicht vor. Bei mir sieht die Verteilung so aus (nicht weil ich das so will, sondern weil die Leute so bestellen)

Patrone  Absatz
30-06  30%
308  15%
8x57IS  15%
9,3x62  15%
alle anderen  Rest

Bei anderen Anbietern mag das anders aussehen. Mit meinen Geschossen benötigen Sie nichts  größeres als 7 mm. Für allgemeine Anwendungen empfehle ich die die 7x57 („Die Beste Patrone") und für weite Schüsse die 7 mm Rem Mag, siehe Afrika.

Wenn Sie etwas wählen, bedenken Sie, daß Sie dafür lange Zeit Nachschub benötigen werden. Also wählen Sie nur solche Munition, die weit verbreitet und sicher zu beschaffen ist. Bei mir gilt das für die Beschaffung der Hülsen. Wählen Sie besser nichts, das Sie nur von einem Anbieter bekommen, außer Sie wissen, daß Sie sich felsenfest auf jenen Anbieter (wie auf mich) verlassen können. Daher fallen seltene Patronen von selbst aus der Wahl heraus

Eingeführte Militärpatronen verbreiten sich weit und halten sich lange. Daher dürfen Sie bei 7x57 | 308" Win. | 30-06 |  8x57IS von ewiger Verfügbarkeit aussgehen. Ewig in dem Sinne, so lange wir leben.

Meine Geschosse stelle ich von 6,5 - 9,3 mm bezüglich der Splitter alle annähernd gleich ein, da wir  hier alle das gleich Schalenwild bejagen, Rehe, Sauen, Dam und Rothirsche und einige seltenere Wildarten (Muffel, Gemsen). Es kommt also auf die Patrone fast gar nicht an, auf das Geschoß aber sehr. Da Sie dennoch eine Wahl treffen müssen, wählen Sie die kleinste, gängigste, die ihnen gefällt.

Waidmannsheil und halten Sie mich gern auf dem Laufenden, Lutz Möller

30-06 Steyr klemmt

Moin, Herr Möller,

ich hätte gern zwei Schachteln 300 WSM, weil ich mit den letzten, wie schon beschrieben, sehr, sehr zufrieden war.

Die Aufgabe, an meiner 30-06 Steyr Waffe den Verschlußabstand zu messen, konnte unser Büchsenmachen – wie ja zu erwarten war – nicht umsetzen. Lehre reingeschoben, paßt, aber leider kein Maß. Als er die Munition sah und von wem, ging ja die Schimpftirade auf die Hinterhofwiederlader los. Gewehr eingeladen und weg.

Die Klemmer lösen sich leider so aber auch nicht. Könnten Sie mir vielleicht eine Verbindung in der Nähe Wismar-Rostock, da einer Ihrer Kunden vielleicht Wiederlader ist, vermitteln, um mit jenem vielleicht etwas zu bewirken. Ich möchte eigentlich nicht wechseln.

LM: Klar. Wenn sich jemand meldet, gern. Die Ursache Ihre Störungen ist eine irrsinnige Norm. Sie verursacht das delta L Problem. Das 30-06 delta L Problem können wir, nur auf Anfrage, jeweils lösen. Bestelle mit der Bemerkung „um delta L gekürzt“. Dann setzen wir für Sie die Schulter entsprechend tiefer. Solche Munition soll nur aus der dafür bestimmten Waffe verschossen werden, aber nicht aus anderen, weil der Verschlußabstand dort sonst zu groß würde. Das gäbe Klemmer beim Entladen!

Mfg Becker, Donnerstag, 29. November 2018 08:35

Betreff: zu Steyr Mannlicher Klemmer

Servus Lutz!

das ist ein gut bekanntes Problem beim Steyr-Mannlicher und Mannlicher Luxus mit hinterer Verriegelung. Bei vielen ab 30-06 aufwärts klemmt der Verschluß nach dem dritten Schuß. Das kennen wir in Österreich nur zu gut. Meine Vermutung: Zu großer Verschlußabstand und, oder Verklemmen aufgrund Wärmeausdehnung.

Eine klassische Fehlkonstruktion - einer wollte mit Gewalt etwas anders machen, da es seit 1898 nichts anders zu machen gibt.

Mit freundlichen Grüßen AW, Sonntag, 2. Dezember 2018 18:05

Fehlkonstruktion oder Wertarbeit

Zuschrift zu Steyr klemmt

Sehr geehrter Herr Möller,

in meinem Leben habe ich viele Steyr / Steyr Mannlicher und Steyr Lux von Jagdfreunden, die genau das machten, was der Leser aus Österreich schildert,in Händen gehabt.

„Der Laie staunt (bzw. flucht), der Fachmann schmunzelt!“

Ich teile vorbehaltslos die Kritik Ihres Lesers, daß es sich um eine klassische Fehlkonstruktion handelt, auch wenn dieser Waffentyp tausendfach verkauft wurde und heutzutage in Internet – Märkten wie „sauer Bier“ zu unverständlichen Preisen angeboten wird.

Denn, begibt man sich der Mühe, mal mit Hilfe von Touchierpaste die Anlageflächen der Verriegelungswarzen auf tatsächliches Anliegen = form- und kraftschlüssiges Verriegeln im Hülsenkopf zu prüfen, dann wird offenbar, daß von den 6 Verrieglungswarzen der Steyr – Büchsen im besten Falle die Hälfte auch tatsächlich die erforderliche Anlage aufweisen, erkennbar an der Abschabung der Touchierpaste beim Repetieren!

Noch drastischer wird einem dieser Konstruktionsmangel an originalen Weatherby – Büchsen auffallen: von den so hochgelobten 9 Verriegelungswarzen dieses Verschlußsystems – auch wenn diese Warzen auf der Front des Verschlußzylinders und damit direkt hinter dem Patronenlager stehen – auch nach meinen Feststellungen - höchstens die Hälfte wirklich, mit den gleichen unangenehmen Folgen (Klemmen), nur mit erheblich mehr „Bums“ dahinter, weil ja diese „Hochleistungspatronen“ so beliebt waren, auch wenn kaum ein Nutzer die wirklich gebraucht hat!

Einzige löbliche Ausnahmen bilden die von Sauer & Sohn in Eckernförde in Lizenz für Weatherby gefertigten Büchsen: da tragen alle Warzen, und diese Büchsen sind für Ihre Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit und ihren leichten, „seidenweichen“ Schloßgang, auch bei rasch hintereinander abgegebenen Schüssen, bekannt. So greife ich selbst immer mal wieder gerne auf meine alte Sauer – Weatherby in 7 x 64 Benneke mit 65 cm – Lauf zurück. Das ist zwar ein „1,5 m – Gewehr“, aber die besten Eigenschaften dieser Büchse überzeugen, auch nach mehr als 40 Jahren Gebrauch. Aber, die sind halt deutsche Wertarbeit und keine Großserienschrubber!

Mit freundlichen Grüßen, Wolfgang Louen, Montag, 3. Dezember 2018 21:46

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