Betrieb ruht bis 3. Mai wg. Afrikajagd

Christoph Böhner

2005 mit 8x68S Afrika

Hallo Lutz,

hier die kleine Zusammenfassung über meine 8x68S mit deinem neuen 2005er Lutz Möller Geschoß in Afrika.

Zunächst ging es nach der Ankunft erstmal auf Kudu, um die Fleischkammer wieder zu füllen. Die Aufgabe übernahm ich selbstverständlich gern! ☺ Auf Richtung Wasserstelle! Dort angekommen, stellten sich am frühen Nachmittag gleich mehrere Kudue ein. Eine Ferse wurde aus 15 Kuduen ausgesucht. Schußentfernung ~ 50m, Kudu leicht schräg stehend, spitz von vorn war kein Problem. Thorax angehalten und Rumms! Typisches Verhalten das Wildes nach dem Schuß (das ich mehrfach beobachtete): Das Wild machte auf den Läufen gegen den Schuß kehrt, ging noch etwa 40 m gehend. Ich konnte es zusammenbrechen hören. Gut, Tier liegt. Gleich hin, da ja noch die Jungs geholt werden mußten, um es aufzuladen und aufgebrochen muß ja auch noch werden. An das Stück kommend, sah ich, es lag lag es in den letzten Zügen, sodaß ich dem liegenden Kudu noch einen Fangschuß zur Erlösung antrug. Beim Aufbrechen zeigte sich, daß ich beim ersten Schuß etwas tiefer als vermutet abgekommen war und der Schuß zwischen Herz und Lunge verlief. Den Geschoßweg schätze ich auf 70-80cm durch den Wildkörper. (Bilder LM1-7)

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Am übernächsten Tag kam allein noch eine Kudukuh, die es auch noch werden sollte. Sie war auf etwa 100 Schritt Entfernung bereits auf dem Weg zurück Richtung Busch. Im letzten Moment stand sie kurz breit, aber hinter einem Busch, sodaß nicht lange gefackelt werden konnte und eine freie Stelle gefunden werden mußte. Hoch im Leben angehalten und schon nahm das Geschoß seinen Weg. Das Stück fiel schlagartig im Feuer. Beim Aufbrechen zeigte sich, das die Wirbelsäule gekrellt wurde. (IMG_3404-3407)

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Bild 3407

Das Stück war innerlich regelrecht verblutet, was gleich der .458" WM Erfahrungen war. Tags zuvor schoß mein befreundeter Mitjäger mit seiner .30-06 einen Kudubullen mit ähnlichem Schuß (abgesehen von der Wirbelsäulenkrellung) mit PMP-Werksmunition, die KEINEN Ausschuß lieferte! Das fanden wir schon bemerkenswert, da die PMP Munition dort unten einen Recht guten Ruf genießt. Der Bulle ging noch ~ 80 m und sprang sogar noch über einen Zaun!

Beim ersten Kudu wunderten mich die deutlichen Hämatome, die beim zweiten Stück nicht auftraten und ich auch nicht an anderen Stücken bestätigen konnte. Ich führe diese u. a. auf die kurze Entfernung und Geschoßsplitter (auf Bildern zu erkennen) zurück. Da alle Schüsse Ausschuß lieferten, konnten keine Restkörper geborgen werden. Alle 8 mm Lutz Möller Geschoß Ausschüsse waren kalibergroß und lieferten „keinen“ Schweiß, der in diesem Fall auch nicht nötig war.

Zwischendurch wurden ein paar Paviane - die an den Feldfrüchten zu Schaden gingen - geschossen. Hier zeigte das Geschoß jedesmal teilweise über faustgroße Ausschüsse, was meine Vermutung über die tempöräre Wundkanalwirkung, bzw. „Druck im Ziel“ auf den kleineren Wildkörper nahe legt (ich erinnere an den Steinbock mit der 458). Hierzu aber auch noch eine Geschichte. Mit schlechtem Wind ging es einen Tag auf eine Posten, um einfach mal zu schauen das vielleicht doch was passieren würde, vielmehr in der Hoffnung, das der Wind noch dreht, da ich tags zuvor noch einen außergewöhnlichen Bullen an anderer Stelle gesehen hatte, den mein Freund strecken sollte. Am Posten kaum angekommen, hörte ich links von mir hinten im Busch Paviane brüllen. Naja, auch Nackenwind kann was gutes haben, dachte ich, aber kaum der Hoffnung, einen in Anblick zu bekommen. Kontinuierlich kam das Brüllen näher und ich wurde langsam nervös, nicht das ein Überfallkomando Paviane über mich herfallen würde! ☻ Da, tatsächlich stand ein Pavian links neben dem Sitz, bestenfalls 15 m weit weg. Das Gewehr hatte ich bereits beim näherkommen im Anschlag. Dazu muß ich noch sagen, als ich im Dezember dort war, hatte ich behelfsmäßig aus alten Paletten Erdsitze gezimmert, und in einem dieser saß ich nunmehr, sprich, der Kerl schaute zwischen den Spalten der „Tür“ - Palette zu mir rein. Zeit, um das Zielfernrohr abzunehmen war nicht, und bevor der Kerl Anspruch auf den Sitz forderte, schoß ich kurzerhand. Nun kommts: Da das Zielfernrohr noch drauf war, und ich logischerweise auch durch den Spalt zielen mußte, ging der Schuß durch die Palette, noch einen Ast eines Kameldorns gestreift zum Pavian und traf diesen. (Bilder IMG_3535 bis 3542)

Bild 3536

Bild 3539

Bild 3542

Am letzten Tag auf einer anderen Farm schoß ich noch einen Kudu-Bullen mit recht ansehlicher Trophäe, allerdings schwach im Körperbau. Da er mich mitbekommen hatte und dabei abzuziehen war, mußte ich von hinten auf die kurze Rippe halten, als er seitlich in den Busch zog. Freistehend mitgefahren und Finger gekrümmt! Im Glas sah ich noch, das er zusammenruckte, aber ohne groß zu zeichnen weiter zog. Der Knall einer 8x68S kann auch schon erschrecken! Hin und am Anschuß nachsehen. Dort - bereits fast im Dunkeln - konnten ich die Eingriffe sehen, aber sonst keine Pürschzeichen find. Mist, dachte ich, gefehlt! Der Farmer - ein halber Buschmann wie sich rausstellen sollte - traute mir und meinen Schußkünsten wohl mehr zu als ich und ging der Spur nach. Wir konnten auf den ersten 50 m beim ersten Mal nichts finden. Also nochmal zurück, sämtliche Taschenlampen an und nochmals gesucht! Auf einmal, nach vielleicht 10 m, fand er wirklich einen einzigen Schweißtropfen im roten Kalahari-Sand (was heißt: ich such diesen noch immer! ). Sonst aber nichts. Also wieder hinterher. Zunehmend wurde es dunkler, als wir auf der Spur nach 120 m vom Anschuß ein Hufschleifen des Stücks im Sand entdecken konnten. Er war der Meinung, auch etwas beim Gang auf der Spur vernommen zu haben. Alles still und gelauscht. Nichts! Weiter im Dunkel. Vielleicht nach weiteren 10 m verlor sich die Spur im Buschwerk. Klasse denk ich, das am letzten Abend. Mein weißer Buschmann war aber der Meinung: Gutes Zeichen, der liegt hier irgendwo! Mir schoß der Gedanke im Kopf: So'ne Aussage auf 'ner 5.000 ha Farm ist auch nicht schlecht! Als wir die Lampen über die Köpfe hielten und uns die Gegend betrachteten, sahen wir - vielmehr er - den Kudu unter einem Kameldornbaum liegen. Da sah ich mal wieder, daß selbst ein toter Kudu immer noch ne gute Buschtarnung hat. Erleichtert am Stück angekommen, kam ein freudiges Waidmannsheil und ein erleichteter Waidmann stand neben seinem Kudu.

Dieser hatte keinen Ausschuß! Das Geschoß drang an der kurzen Rippe ein und steckte auf der gegenüberliegenden Seite zwischen der ersten und zweiten Rippe und verletzte lediglich den rechten Lungenflügel. Dieser Schuß verwunderte mich doch sehr, da selbst der rechte Lungenflügel kaum Verletzungen aufwies, bzw. das Geschoß kaum Wirkung zeigte. Ungewöhnlich! (Bilder IMG_3661 bis 3663). Der Restkörper wog noch 5,4 g, Splitter fand ich keine.

Bild 3661

Bild 3662

Bild 3663

LM: Christoph, wenn du von hinten auf die kurze Rippe schießt, dringt das Lutz Möller Geschoß schnurgerade erst durch das Weiche, dann durch die Kammer und bleibt schließlich ggf. unter der gegenüberliegenden Decke stecken. Dan at es aber schon ein beträchtliche Strecke im Tier zurückgelegt. Daß du unter den Umstanden, also bei weit über einem halben Meter Eindringtiefe, das Geschoß bergen konntest ist ja bei angesagten 60 cm Tiefenwirkung zu erwarten, oder?

Schluß:

Nach dem letzten Schuß zu deuten, könnten fest am Geschoß bleibende Fahnen vielleicht doch von Vorteil sein, da auch bei den anderen Schüssen auf Kudue der Ausschuß kaum Schweiß lieferte. Dies gilt allerdings nur für stärkeres Wild. Die .458" WM war hier besser, da die Lunge jedesmal regelrecht wie mit einem Kamm mehrfach durchzogen aussah und die Tiere tatsächlich innerlich verblutet sind, was derart bei der 8x68S nicht zu erkennen war.

Über Genauigkeit brauchen wir uns nicht zu unterhalten, da ich mir erlaubt habe, auch mal aus 300 m Entfernung mal ein paar Schüsse auf 'ne Scheibe vor einem Termitenhügel zu donnern. Die Treffer waren alle einwandfrei und für afrikanisches wie einheimisches Wild oder zum Sportschießen tadellos! Meines Erachtens ist das Lutz Möller Geschoß immer noch die bessere Wahl gegenüber herkömmlichen Geschossen, da jene mit Sicherheit überhaupt keinen Ausschuß geliefert hätten. Das behaupte ich zunächst einmal, da es die PMP .30-06 auch nicht schaffte, und das mit einem guten Schuß, ohne großartig Knochen getroffen zu haben.

alte 8x68S Rückstoßbremse, Ausführung „Seitenbläser“

Die Rückstoßbremse, Ausführung „Seitenbläser“ schmeißt einem selbst beim liegend Schießen nicht den Staub und Sand ins Gesicht und ist einfach Klasse! Für die Rückstoßbremse hab ich noch eine Überlegung: Da die Waffe mit dem 65 cm Lauf ausgesprochen lang und damit schon ein wenig unhandlich ist, überlegen ich die Bohrungen fest in den Lauf zu setzen. Dieser hat vorn 19,5 mm Durchmesser und sollte mit entsprechend kleineren Bohrungen genausogut funktionieren, wie deine aufgeschraubte Ausführung. Ich hab schon mal die neuen Bilder von Rückstoßbremsen angesehen: Meinst du nicht, allein zwei axiale Bohrungen würden nicht ebenso die Waffe bremsen?

LM: Ja, so gut wie!

Subjektiv ist die hdp wie der Seitenbläser genauso angenehm zu schießen. Müssen es tatsächlich so viele Bohrungen sein? Ich hätte auch die Möglichkeit ähnlich den .50" BMG - Bremsen „Langlöcher“ zu fräsen, Denke mal darüber nach. Mein Gedanke geht dahin: Ich verkürze den Lauf um 30 mm, habe also immer noch 62 cm, das bei den offensiven Pulvern mit dem Lutz Möller Geschoß immer noch reichen sollte. Abgesehen davon, daß die Waffe durch wegfallende aufgeschraubte Bremse, etwas „kürzer“ wird, könnte ich das Gewinde quasi als Befestigung für einen „Übertopf“ á lá Feuerschlucker verwenden! Damit hätte ich Gewicht gespart und alle Spatzen gefangen! Die Bremse bleibt eh dran, da die Waffe einfach angenehmer zu schießen ist und eh damit nie mehr abgenommen wird! Ob es jetzt 35, 37, oder 41% Rückstoßminderung sind, bleibt subjektiv eh fast das gleiche und sind mehr von technischer Relevanz oder für Sportschützen mit großen Schußreihen bemerkenswert. Vielleicht bastele ich mal Testhalber eine, bist du wieder hier bist.

Mir ist nämlich die Bremse allein einfach zu laut! Das Klingeln im Ohr störet und sicherlich nicht gerade gesundheitsfördernd. Ich hab fast alle Tiere mit Ohrstöpseln geschossen. Das ist ja nicht gerade übliche Jagdpraxis!

Von hier aus Waidmannsheil für deine Afrikareise, Christoph Böhner, Mittwoch, 6. Juli 2005 10:56

8x68S Lutz Möller Geschoß für Afrika

Sehr geehrter Herr Möller,

meine 8x68 S schieße ich auf Gams bis Eland, auf Entfernungen bis zu 400 mtr. Ist das 8 mm Geschoß nicht doch etwas zu leicht für schweres Wild? Gibt es auch ein Geschoß um die 11-12 Gramm?

Mit freundlichen Grüßen, K.-H. Beck, Dienstag, 19. Juli 2005 15:02

ausgewachsene Elandkuh im Gatter am Outjokutjosee

zahmes Elandkalb dazu

Nein Herr Beck,

Sie können schon mit sehr viel kleineren Geschosse erfolgreich Großwild schießen. Lesen Sie dazu bitte auf Englisch 6,5 mm Copperbullets in Afrika 2004. Weitere 2005er Lutz Möller Geschoß-Erfahrungen mit der 8 x 68 S lesen Sie von Herrn Bichlmaier in 8 x 6 8S am Ostkap, der dort erfolgreich waidwerkte, oder gleich oben Christoph Böhners Bericht. Ich gebe Ihnen die Emailanschriftten der Herren, die wegen Mißbrauchsgefahr nie ins Netz stelle.

Mit dem 8 mm Lutz Möller Geschoß erreichen Sie 232 m GEE und 262 m ± 5 cm Reichweite, 50 - 60 cm Fleisch, bzw. 9 - 11 cm Knochenleistung. Damit können Sie jeden großen Elandbullen auch durch den „Knopp“ (massiver Schultergelenkknochen) ins Herz oder die größere Kammer schießen falls sie den optimalen Haltepunkt auf afrikaische Hornträger verfehlen, oder noch kürzere Fluchtstrecke erreichen wollen. Damit sollten Sie auch bis 500 m und auf große Elandbullen zurechtkommen, von Gemsen ganz zu schweigen.

Waidmannsheil, Lutz Möller, 20. Juli 2005

Sehr geehrter Herr Möller,

danke für die schnelle Antwort. Das klingt alles sehr überzeugend. Mann muß den PHs ja nicht auf die Nase binden, daß es sich nur um ein leichtes Geschoß handelt.

Mit freundlichen Grüßen, K.-H. Beck, Mittwoch, 20. Juli 2005 13:07

Hallo Lutz,

ich studiere gerade die neuesten Afrikaberichte, dabei bin ich auf die Zielfernrohrkorrekturtafel gestoßen und da ist Dir ein Fehler unterlaufen. Wenn die 8x68S bei GEE 232m auf 300m um 10,8 cm fällt dann kann es nicht genügen auf 500m das Zielfernrohr um19,9 cm zu verstellen.

MfG, Peter Bichlmaier, Samstag, 30. Juli 2005 09:13

Peter,

danke für deinen Hinweis. Ich prüfe das mal nach.

Gruß Lutz

Afrika 2005