Auf Sauen

Meine alten Jagdgeschichten

Jäger

Saubejagung | Zielwahl auf Sauen | Jungjäger mit .30-06 | Krach im Dunkeln, M52 Nachsuche | Heide mit Schwarzwildbracke | Föhringe - I | Föhringe - II | Dirty Harry - Fangschuß mit .44er | .357 Mag. Fangschuß auf Sau | Pech | Schußwirkungen | Kupfergeschoßkeiler | Saugesöff | 8,5x64 |9,3x62 auf Sau | Abschuß führender Bachen | 8 mm Mazón | Sako Hammerhead | Unerwartet mit KJG | . . . doch noch mit KJG | Hotzenwald | Lutz Möller KJG Geschoßänderungen '04 | Klüngeldrücken mit TIG | Übung | KJG-Frischling | KJG Sau | 7 mm KJG-Sau | Zerstörer-Sau | Nachtsau | Maiskeiler | hundlose Nachsuche | Schwarzwildminderung

Ich fragte als ahnungsloser Jungjäger einen 76 Jahre alten, sehr erfahrenen Saujäger, was er auf Sauen führe. Er antwortete: „Ich führe 8 x 68 und halte voll drauf. Das vertragen die gar nicht!“

Oh Mann, wie harmlos! Das geht viel besser: Lies empfohlene Zielwahl und Zielwahl auf nahe Ziele!

Saubejagung

Moin Herr Möller,

Geschoßtechnisch sind Sie auf dem neusten wissenschaftlichen Stand, aber zur Schwarzwildbiologie sind sie noch im 'Blei-Zeitalter'

LM: Au weia!

Jäger beziehen ja auch meistens ihr Wissen vom Stammtisch. Sie wissen es besser als ich. Jetzt ein kleines Leitbachen-Update zu ihrem Zitat bei Frischlingsbachen: "Wenn große Leitbachen fehlen, kommt sowas leider vor." Hier ein schöner Artikel für moderne Bejagungsstrategien auf Schwarzwild:

https://www.researchgate.net/publication/266327237_Schwarzwild_Bejagungsstrategien_und_Schadvermeidung

Und ein schönes Bildchen aus dem Niedersächsischen Jäger von Herrn Dr. Oliver Keuling.

Saue Bejagung

Auch die Jagdpresse schüttelt manchmal ihren alten Loden ab. Manchmal. Eigentlich hängen sie doch nicht an alten jagdlichen Zöpfen.

LM: Nein, aber ich jage selten Sauen.  Danke für Ihren Hinweis, den ich gern an vordere Stelle einbaue. 

Grüße und weiter so, S. Heimsch, Dienstag, 22. August 2017 19:23

Zielwahl auf Sauen

Sauskelett

Sauskelett in Springe

Sauskelett gezeichnet

Sauskelett mit Innereien

Sehr geehrter Herr Möller,

ich beglückwünsche Sie zu Ihrer hervorragenden Seite! Ich habe bisher noch nirgends so viel über Geschosse und ihre Wirkung erfahren können und bin gefesselt von so vielen Informationen. Ich bin selbst seit 6 Jahren begeisterter Jäger und versuche immer das Beste zu finden! Ob es nun die schwache oder starke Sau an der Kirrung ist, oder der Bock auf 200 m. Die Präzision ist einfach herrlich und auch mit der Geschoßwirkung bin ich sehr zufrieden. Ich bin der Meinung, daß nicht so sehr das Geschoß entscheidet, ob ein Stück am Anschuß liegt, sondern die Treffpunktlage! Bei Sauen wird immer gelehrt: „Das Leben sitzt tief, also schieß tief!“ Ich habe diesen Rat anfänglich beherzigt und jede Sau ist trotz zerschossenem Herzen noch 30 - 80 m in die Dickung geflüchtet. Also setzte ich die Treffer höher ins Ziel, Lungenschuß dichter unter die Wirbelsäule (mit Nervenerschütterung) und siehe da: Neun von zehn Sauen fallen am Anschuß und bleiben dort und liegen, der Rest fällt nach ~ 15 - 20 Metern!

Ich bedanke mich für ihre Antwort und wünsche allzeit Weidmannsheil, mit freundlichen Grüßen, Friedrich R., Freitag, 21. April 2006 01:18

Ihre Aussage für die getroffenen Sauen:

Herzschuß → 30 - 80 m Fluchtstrecke, aber

Lungenschuß → 90% Null m, 10% 15 - 20 m Fluchtstrecke !

schüttet Wasser auf meine Mühle, den Jägern nahe zu bringen, daß die Zielwahl, natürlich mit mit gekonnt entsprechend sitzendem Treffer über die Wundwirkung weit mehr entscheidet, als die Zielwirkung des Geschosses, oder seine Splitterwucht. Ihre Erkenntnis ist das A und O der Jägerei, an sich. Warum kommen die andern Jäger nach 6 Jahren nicht von selbst auf den Trichter? Weil in der Jungjägerausbildung veraltete Meinungen vertreten wurden, oder weil diese veralteten Meinungen sich auf vergangene Bewaffnung gründeten? Wenn ich solche schlichten Merksätze höre, glaube ich manchmal die Schwarzpulverzeit mit langsamen Bleirundkugeln sei noch nicht vorbei.

Hubertus Biegert, Dienstag, den 2. März 2004

Jungjäger mit .30-06

Juni. Der wesentliche Grund, mit der.30-06 auf Sauen loszugehen, lag in dem Leuchtabsehen des Zielfernrohres jener Büchse begründet. Jene wolkenlose Vollmondnacht wäre ich allerdings auch ohne Leuchtabsehen zurechtgekommen. Doch wie geht es heute einem Jungjäger, der zum Jagdausrüster geht und sich seine Erstausstattung anschafft?

Im Geschäft ...

Jungjäger zum Verkäufer ,,Ja, meinen Sie denn, ich benötige ein Leuchtabsehen für die Schweine?"

Verkäufer ,,Wenn Sie schwarz auf schwarz erkennen können, dann nicht! Kommen Sie, nehmen Sie dieses Glas mit Leuchtabsehen und sehen Sie mal hier den Gang herunter in den dunklen Keller."

Jüngjäger geht mit Glas zu dem schwarzen Schlund. Gast dreht Leuchtabsehenpotentiometer auf und blickt ins Dunkel.

Verkäufer ,,Na, und?"

Jungjäger ,,Ja, den Punkt kann ich ganz Klasse erkennen. Solch Glas muß ich unbedingt haben!"

Verkäufer ,,Macht 2.895 DM zzgl. Montageteile, zzgl. Arbeit!"

Letzte Nacht waren mir die Götter wohl gesonnen. So konnte ich einen Überläufer und einen Bock schießen. Um 21 Uhr mit dem Jagdherren getroffen. Unter der Roßkastanie gesessen und geschwatzt. Noch zu früh. Gegen 22 Uhr ging der Vollmond gelblich blaß auf. Bald Mitternacht. Wind geprüft. Fast keiner. Na, dann los. Rein in´s Auto und bis zu den Strohballen. Zu Fuß zur Kanzel. Es knackt rechts in den Kiefern. Gut! Unsere Freunde sind da. Na, denn!

Gegen zwei Uhr morgens verlassen plötzlich alle anwesenden Dam?- und Rehwilde die etwa 10 cm geschossenen Lupinen. Nur ein Hase blieb erst noch mal da. Wer kommt? Purzel, purzel, holpern vier putzmuntere Überläufer im Vollmond früh aus dem Wald auf die Lupinen. Kaum 100 m auf dem Acker wurde ihnen bange, so daß sie erst mal wieder in den Mondschatten zurückwetzten, daß der Boden staubte. Die Wutze waren meiner Kanzel vielleicht 200m fern.

Ich konnte in dem 4-12x56er Zeiss Glas Absehen 4 mit Leuchtpunkt nicht viel erkennen.

Beim Zielen war ich so aufgeregt, daß mein Bein zu zittern begann. Na, mal sehen, ob die Sauen zu mir kommen. Wer weiß? Ich saß auf meiner Kanzel am Rand einer kleinen versteckten Brachfläche, auf die sonst selten je ein Mensch kommt.

Und richtig, an der Waldkante entlang, genau auf meine Kanzel zu, brachen die Sauen durch´s Feld. So 50 Gänge drehten sie bei, um breit zu stehen. Mensch, war ich aufgeregt. Aber auf der Kanzel das Gewehr aufgelegt, seitlich und auf dem Knie abgestützt, kann ja eigentlich nichts schiefgehen. Die Büchse, fest wie ein Schiffsgeschütz angeschlagen, wartete ich auf eine Gelegenheit zu schießen. - Wie kann man sich beim Essen nur so viel bewegen! Daß die Sauen dabei fett werden? Kaum zu glauben! Tz tz! Dann stand einer der Burschen allein, breit und ruhig. Seltsam hell und klein sah der aus!? Hoch hinter´s Blatt auf die Kammer gehalten, langsam den Abzug durchgezogen. Blitz & Knall!

Das Fadenkreuz auf dem Wildkörper bleibt mir im Gedächtnis wie ein Zielfoto stehen.

Dann sehe ich, geblendet, erstmal gar nichts mehr. Schnell das Doppelglas hoch an die Augen und die Rotte gesucht. Gefunden! Als ob ein Motocrossrennen in die erste Kurve gestartet wäre, gaben die Schwarzkittel Dampf. In flacher Schräglage stieben die Kerle rasend schnell in einer sich weitenden Kurve auf die Waldkante zu. Drei oder vier? Ich glaube, vier. Mist! DerAnschuß ist klar im Mondenschein zu erkennen. Dort sich die Trittsiegel wie Flugfurchen auf dem hellen Boden schwarz abzeichnen, beginnt die Fluchtfährte.

Wo ist meine Beute? AmAnschuß jedenfalls nicht. Also habe ich wohl vier Schwarzkittel in den Wald flüchten sehen. Na, daß ein zu Tode getroffenen Schwein nicht sofort liegt, sondern noch zweihundert Gänge läuft, kommt ja öfters vor. Ärgerlich, aber nicht zu ändern. Das Stück werden wir noch finden.

Die Nacht ist kühl geworden. Das kleine Stück kann noch liegen, ohne zu verhitzen. Also warten. Es ist ja erst zwei Uhr in der Früh. Die Sonne soll heute erst nach fünf aufgehen. Vielleicht kommen noch mehr. Meine Heym SR 20 N .30-06 Springfield 9,7 g S&B TM hat noch vier mal Futter im Kasten.

Erstmal ein bißchen angelehnt und versucht zu nicken. Der Puls geht; ich schlafe nicht; eher träume ich. Wie war der Haltepunkt? Habe ich verrissen? Nein, eigentlich habe ich schießplatzmäßig abgezogen. Der Treffer sollte sitzen. Na, zwar ein bißchen hoch - beim Schwein sitzt das Herz tief. Nächstes Mal mache ich´s besser, aber jedenfalls die Kugel auf die Kammer angetragen, damit ist die Lunge durchschossen. Das weiche, spitze 9,7 Teilmantelgeschoß spricht gewöhnlich schnell an. Der Ausschuß sollte ohne Knochentreffer mindestens 3 cm, mit Feder gut 5 cm breit sein (Wenn ich wüßte ...).

Der Hase ist wieder da. Mensch, weiß der Mümmelmann von seiner Schonzeit, oder warum äst der, kaum daß der Schuß verhallt, so unbekümmert vor meiner Nase seine Lupinen weiter?

Der Mond zieht langsam nach Westen. Im Osten zieht hellerer Schein auf. Der Morgen kündigt sich an. Geradewegs nach Süden auf den Brachflächen liegt weiß wie Watte der Nebel. Da endet mein Einblick. Vor mir auf dem Feld ist klare Sicht. Nur auf der kleinen Brache zwischen Wald und Lupinenfeld neben und vor mir bildet sich dünner Bodennebel.

Vier Uhr früh: Reh! Reh! Reh! Die Platzböcke melden fast gleichzeitig hinter dem Nebel im gegenüberliegenden Wald hinter der leeren Straße. Laut hallt ihr Rufen durch den nächtlichen Kiefernforst. Ich sehe auf 1 km Entfernung hinter dem Nebel nicht.

Im 10x50 Leica Doppelglas kann ich nun grüne Lupinen auf grauem Grund erkennen. Grün? Ich kann Farbe sehen. Ja, dann ist es schon heller. Der Morgen kommt.

Hüpf, hüpf, kommt westlich ein Reh aus dem Walde zügig über die Brache an die Lupinenkante. Keine 50 Gänge von meiner Kanzel. Was ist es? Bock, Ricke oder Schmalreh? Ich möchte jetzt in dieser Jahreszeit nicht auf werdende Mütter schießen! Es ist doch noch dunkel. Kann der Bursche bitte mal sichern und stillstehen? Jetzt, ein Bock, Gabler. Der schlaffe Kümmerling hat nicht mal gemeldet, als die Platzböcke Radau machten - so laut, daß Schlafende erwacht wären. Somit hat der kleine Bock Angst vor den Großen. Der feige Kerl kommt in diesem Jahr sowieso nicht mehr zum Beschlag. Außer Prügel von den Großen wird der Kleine nichts ernten. Soll ich ihn den Morgen noch erleben lassen? Nein, im Morgengrauen wird gestorben.

Also das Gewehr auf die Auflage gelegt, Ellenbogen an die Kanzelwände und auf dem freien Knie vereckt, einatmen, ausatmen, halten, ziehen, Krach!

Der Bock läuft, verdammt, er läuft, statt zu fallen! In, wie mit von einem rechtwinkligen Dreieck gezogen, geraden Fluchten rennt die schlanke graue Gestalt schnurstracks auf die Waldkante zu. 10 m, 20 m, 30 m, 40 m, er flüchtet gerade, ohne langsamer zu werden, 50 m, Waldkante, Bock weg. Und nun?

Wie kann das sein? So dicht schieße ich doch nicht vorbei. Es war doch schon fast hell; so hell, daß ich Farbe ( jedenfalls grün auf grau) sehen konnte. Ich schoß doch gut. Ich mußte doch getroffen haben! Aber mir zum Hohn bleibt der Bock trotz des vermeintlichen Kammertreffers fort, unsichtbar im Wald verschwunden.

Scheißgewehr!

Um sechs Uhr bin ich mit meinem Jagdherren, der 500 m weiter, nebenan auf der Kanzel an der Brache sitzt, verabredet. Im Auto schläft ,,Bracki", dessen alte Bracke. Nun, dann muß und werde ich eben warten.

Mein gestern mitgebrachtes gekühltes Bier ist inzwischen wärmer geworden. Da ich völlig vertrocknet bin, schmeckt mir der nachtkühle Gerstensaft nach den aufregenden Erlebnissen doch ganz ausgezeichnet. Erst mal sacken lassen.

Kurz nach fünf Uhr wird die Sonne aufgehen. Ob mein Jagdherr jetzt noch von Wild angelaufen werden wird?, frage ich mich. Mich drängt, ihn aufzusuchen und meine Beute aufzuspüren. Na jetzt, kurz vor fünf graut der Morgen bereits so hell, daß da wohl nichts mehr schiefgehen wird. Also hin! Bracki auf dem Fahrersitz begrüßt mich verschlafen und streckt sich, als ich meine Decken mit Kopfkissen auf den Wagen werfe. Der Hund hat's gut gehabt. Er konnte die ganze Nacht schlafen.

Jetzt weiter zur Kanzel an der Brache. Bei den Strohballen erkenne ich über die Erbsen hinten die Kanzel. Mein JH Jochen hebt sich gegen den Morgenhimmel gut ab. Ich nehme die Taschenlampe heraus, um das verabredete Zeichen zu geben. Lampe senkrecht schwenken: Bleibe weg! Waagerecht geschwenkt: Komm her! Ich blase auf der leergeschoßenen Patronenhülse, um auf mich aufmerksam zu machen. Dann schwenke ich die Lampe quer. ... Keine Bewegung. Ich warte und noch mal ... Wieder nichtJH Also gehe ich die 300 m zu Jochen.

Gast ,,Hallo. Na, was hast du gesehen?" JH ,,Einen Hasen, aber ich habe von 2 bis vier geschlafen". Gast ,,Oh, ..."

Wir gehen zum Wagen, um die Dachsbracke zu holen. Der Hund ist hungrig. Also los zum Anschuß. Erst nehmen wir uns das Schwarzwild vor. Der Anschuß ist klar an den ,,Trecker"spuren, die das davonstiebende Wild tief in den losen Sand zwischen die Lupinen grub zu erkennen. Lunge oder Schweiß oder sonstige Spuren eines Treffers sind dagegen nicht zu erkennen.

Der Hund windet nun am Boden und nimmt Spur auf. Die Nase tief unten läuft er dort längs, da wir die Fährte sehen. Den ganzen Bogen über das Feld bis zur Waldkante. Dann weicht er ab. Wieso will er dort in die Büsche. Da ist doch gar keine Fährte. ,,Nein Bracki, hier längs". Der Hund geht auf die sichtbare Spur zurück, folgt dem Wechsel durch Himbeeren und Weidengebüsch in den Kiefernwald. Er nimmt die Nase hoch. ,,Los, Bracki, such verloren!" Weiter. JH ,,Der Hund faselt. Zurück zum Anschuß". Das Ganze nochmal von vorn. Der Hund läuft über´s Feld im Kreis Ja, von hier sind die Burschen gekommen. Dort sind sie stiften gegangen. Was ist mit Bracki los?

JH ,,Laß uns erstmal Frühstücken gehen" Gast ,,Ja, gut."

Der Kaffee und das Schwarzbrot mit Wurst und Marmelade schmecken heute früh hervorragend. Die Nacht war lang. Des JH Frau ist schon wach und hört nun unsere Geschichten an. Nachdem wir uns wohl gestärkt haben, fahren wir dann wieder zum Anschuß ins Revier zurück.

JH ,,Jetzt werden wir uns erst mal um den Bock kümmern!" Gast ,,Hier, kurz vor der Brachekante, muß derAnschuß sein." Kaum sind wir am Anschuß, fallen deutlich helle Lungenstückchen und hellroter Schweiß ins Auge. Na, wenigsten den hat die Kugel im Haltepunkt erwischt, denke ich. ,,Bracki, such verloren!" Bracki läuft auf der Fährte geradewegs zu der abgebrochenen Birke an der Waldkante, da ich den Bock zuletzt sah und dort im Gestrüpp aus den Augen verlor. Der Bock schweißte wie aus einer Gießkanne. Im flachen hellen Sonnenlicht leuchtet der hellrote Schweiß auf grauer vertrockneter letztjähriger oder blaugrüner junger Quecke sehr gut, nicht zu verfehlen; sieht ein Blinder mit Krückstock! Jetzt sind wir durch die Büsche im Höhen Kiefernwald. Höhes Landreitgras, Him- und Brombeeren bedecken den Boden. Sowohl an den letztjährigen vertrockneten gelben wie an den heurigen grünen Halmen ist der Schweiß 15 – 20 cm breit gut zu sehen. Aber wie hält Bracki denn des Bockes Spur? Er läuft ja von der Fährte ab. Hat er denn nicht mehr nötig, seine Nase tief auf der Spur zu halten? Hat er keine Lust? JH ,,Der Hund braucht sein Erfolgserlebnis, bleibe hinten." Gut 100 m vom Anschuß liegt der Bock verendet im Höhen GraJH ,,Brav Bracki!" Bracki wird freundlich geklopft.

Wir tragen den Bock auf die Brache vor der Kanzel und besehen Ein- und Ausschuß. Der Treffer sitzt genau wie in meinem Erinnerungsbild vom Morgengrauen mitten auf der Kammer. Der Einschuß ist kalibergroß. Der Ausschuß dagegen etwa 3-4 cm breit und ausgefranst. Der Schuß flog glatt durch die Kammer, zerfetzte die Lunge. Auch das Herz ist an-, aber nicht durchschossen. Die 9,7 TM spitz .30-06 Sprg. hat sich also noch nicht wesentlich zerlegt, sondern ist mit Dampf nach etwa 15-18 cm wieder auf der anderen Seite aus dem Wildkörper ausgetreten. Ein Wunder, daß der Bock mit dem Treffer noch im Flitztempo schnurstracks, ohne zu wanken oder krank auszusehen, in den Wald laufen konnte. Auf den ersten 50m war der noch gut in Form. Der Flucht Ende im Walde konnte ich nicht mehr sehen, weil die Büsche alles verdeckten.

So, und die Sau?

DenAnschuß markiert wir im Morgen mit einem Bruch. Aber auch ohne Bruch hätten wir bei lichtem Sonnenschein denAnschuß leicht wiedergefunden, selbst jetzt, nachdem die dunklen feuchten Trittsiegel inzwischen, wie der umgebende Sandboden auch, getrocknet sind und heller erscheinen. Schon sind die Fährten von heute morgen gar nicht mehr so einfach von früheren Trittsiegeln zu scheiden. Zumal auf der Fläche nachts auch Damwild zog. In dem lockeren Sand zeichnen sich Trittsiegel ohne scharfe Kante nur undeutlich ab. In den schnellen Fluchten schlüpften die Schalen nur so durch den Sand, daß selbst das Geäffter kaum auszumachen ist. So läßt sich leicht ein Hirsch für eine Sau halten, denkt der Gast.

Inzwischen ist es bald 8 Uhr früh. Den Hund an denAnschuß gebracht. ,,Bracki, such verloren" Bracki sucht. Es ist wie bei der letzten Suche vorhin im Morgengrauen. Der Hund nimmt die Nase runter, zieht auf den Spuren Kreise, macht Strecke. Spuren gibt es viele: Den Weg der Sauen von deren Erscheinen vor der Höhen Kanzel bis weit aufs Feld kurz vor die Strohballen und zurück in West-Ost-West-Richtung zurück bis zur Waldkante. Den Ziehweg der Sauen an der Waldkante im Mondschatten bis kurz vor die Brache in Nordrichtung. Den Dreiviertelkreis vom Anschuß Ost-Süd-Nord bis in die Büsche. Bracki arbeitet Fährten. Die Zeit verstreicht. Der Hund geht aber nur auf dem Feld längs und findet nicht den Weg in den Wald. Ich untersuche nochmal denAnschuß. Schweiß? Fehlanzeige! Lunge? Keine. Mensch, ich habe doch auf dem kleinen, hellen Wildkörper im Mondschein etwa 1/3 vorn auf knapp halber Höhe angehalten. Die Sauen waren vielleicht 50 Gänge weit. Ellenbogen rechts und links angelehnt und vorn die Hand unter dem Schaft aufgelegt. Wie soll man denn da vorbeischießen? Und doch ... Kein Schweiß. Der Hund kommt nicht voran. ,,Was habe ich nur falsch gemacht?" fragt sich der Gast.

Ich gehe einfach zu der Stelle, von der ich meine, daß dort die Sauen (Ja habe ich nun drei oder vier gesehen?) ins Gebüsch der Waldkante geflüchtet sind. Etwa da, wo die Brache und das Feld sich berühren. Da! Was ist das? Ein dunkler vertrockneter Tropfen an einem Queckehalm. Und da! Noch einer! ,,Jochen, Schweiß! Ich habe die Fluchtfährte gefunden!" Mein JH kommt mit dem Hund. ,,Ich fährte mit Bracki vor, du bleibst hinter uns und bestätigst Schweiß!" Ich ,,Ja!" Jochen verschwindet mit dem Hund kriechend zwischen den Himbeeren im Weidendickicht an der Kiefernwaldkante. Also da sind die Sauen durch. Im Wald ist es lichter. Die verschiedenen Wildwechsel sind in dem Höhen Gras deutlich auszumachen. Während der Bock wie aus einer Gießkanne geschweißt hat, scheint jetzt jemand alle Meter eine Kunstschweißspur aus der Spritze gelegt zu haben. Ich muß sehr genau kucken, um Schweiß zu bestätigen. Doch es geht. Der Rüdemann mit der Dachsbracke ist lange außer Sicht. Manchmal höre ich ,,Schweiß!" Was soll das?, denke ich ,,Seh ich selbst!" Ich komme langsam voran. An Wechselkreuzungen ist besonders schwer zu erkennen, wo das Stück längsgeflüchtet ist, besonders wenn es abdrehte. Die Sonne hilft, auch wenn ich nur wenig dunklen Schweiß in kleinen Tropfen sehe. Also, nach 20 Minuten sind wir allerdings schon sehr viel weiter, als die von mir vermuteten 200m, die ich dem beschossenen Stück mit Kammertreffer als kräftigem Schwarzkittel zugebilligt habe, vorangekommen. Wieso nur?

Ich höre meinen Jagdherren rufen und schließe weit zu ihm auf, bestimmt schon 350 m. ,,Gast, das Stück lebt noch! Sieh hier." Da liegt die Bescherung, neben einem ausgescharrten Wundbett einige Brocken dunklen Muskelfleisches, noch warm! Unsere Gewehre haben wir zu Haus gelassen. Mein JH führt nun einen 2 3/4 Zoll .357 Magnum TM S&W Revolver und ich meine 120 mm 7,62 Tokarev 5,5g VM M-52, mit 520 m/sec Werksangabe, 462 m/s gemessen einen echter Flitzer unter den Pistolen. Jochen ist mit der Kurzwaffe Meisterschütze. Ich habe ihm beim Duellschießen schon gelegentlich einen Kümmerling abnehmen können. Jetzt gilt es!

,,Wie gehabt," sagt der JH, ,,ich führe den Hund und du bestätigst Schweiß!" Lutz ,,Ja" Mein JH ist schnell entschwunden. Ich komme Meter für Meter vorwärts Jetzt am Rande einer Lichtung, fast ohne Krautschicht, aber mit zerwühltem alten Laub, stecke ich fest. Ich gehe einen 1-m-KreiJH Nichts Ich gehe einen 2-m-Kreis. Nichts Ich gehe einen 3-m-Kreis, wieder nichts! Da: Standlaut weit voraus Wütend lautes Hundegebell hallt durch den Wald. Ich habe meinen letzen Schweiß markiert und laufe auf dem Wechsel in Richtung Hundegebell schnell durch den Wald. Peng! Ein Schuß hallt nicht weit vor mir! Was ist los? ,,Jochen?" ,,Hier!," hallt es aus einer Dickung. Ich krieche durch die bürstendichte Schonung beider Höhen Kanzel. Bracki bellt immer noch laut. ,,Wo seid ihr?" ,,Hier!" Ich kann keinen Meter weit sehen. Ich drücke mich zu Bracki's Laut. Jetzt sehe ich Jochen. Der ,,Lutz, du hast ein Hausschwein geschoßen!" ,,Was?" Jetzt sehe ich das Stück liegen. Bracki steht davor und ist aufgeregt, wie noch nie. Mein JH sagt: ,,Vorsicht, Lutz! Ruhig Bracki!", denn der hat schon mal den ,,Dollen Wernfried" gebissen, als der seine Beute in Besitz nehmen wollte. Auch ich bin schon mal mit der Keule in der Hand auf Bracki zugegangen, als der bei einer Drückjagd vor mir an dem erlegten Stück dran war. Aber Bracki und ich erkennen uns an und mögen uns. So kann ich mich dem Stück nähern, ohne Federn lassen zu müssen. Was liegt denn da? So etwas habe ich ja noch nie gesehen! Ein blondes Schwein mit schwarzen Flecken! Eine Schecke! Ja, gibt es denn solche Geburt bei uns? In den Jagdzeitschriften heißt es doch immer, solche Schecken seien selten. Mein viertes Schwein im Leben und dann gleich so eine Ausnahme? Ansonsten liegt vor mir ein ganz gewöhnlicher Überläufer von, aufgebrochen, etwa 23 Kg.

JH: ,,Das ist nicht unser Schwein. Unseres hatte größere Trittsiegel. Wer weiß, wer das beschoß?"

Der Treffer sitzt saumäßig schlecht. Ein Waidwundschuß hinten unten. Das Gekröse hängt zum Teil heraus Sind wir Verwirrten auf unseren Umwegen nun 500 m, 700 m oder gar 1 km gegangen? Jedenfalls weiter, als vermutet. Das arme Schwein mußte so leiden.

Der Treffer sitzt überhaupt nicht da, wo mein inneres Zielfoto mir sagt, ich sei abgekommen. Zumindest nicht, wenn ich eine ganz blonde Sau beschossen habe. Aber kam mir mein Ziel nicht merkwürdig klein vor? So als wäre der Überläufer deutlich kleiner als seine drei gleichalten Geschwister? Die Überläufergeschwister sollten alle etwa gleich groß sein! Ich betrachte mir die schwarzen Schecken auf der blonden Schwarte: Ein großer schwarzer Fleck auf dem linken Blatt, das Haupt links auch halb schwarz, ansonsten links fast überall blond ... Jetzt dämmert´s mir. Das Haupt meiner Zielsau habe ich ja nachts gar nicht deutlich gesehen, sondern nur aus der Sau Laufrichtung geschlossen, wo deren Bug sein mußte. Wenn ich im Mondschein von meiner Beute nur den hellen Teil deutlich erkannte, sodann etwa 1/3 hinter dem Bug auf die Breitseite zielte, ja, dann ergäbe der Haltepunkt genau diesen miserablen Waidwundtreffer. Ja, so könnte sich die Sache zugetragen haben.

Als wir auch die Sau geborgen haben, holt mein Jagdherr aus dem Handschuhfach seines Geländewagens zwei kleine ,,Jägermeister", einen behält er, den anderen gibt er mir und sagt ,,Waidmann Heil!" Ich antworte ,,Weidmann Dank!" Noch nie schmeckte mir nach durchwachter Nacht morgens um neun ein Schnaps so gut. Den habe ich mir wohl verdient!

Bleibt nachzutragen, daß die .30-06 keine besonderen Zerstörungen angerichtet hat. Ein schnelleres Geschoß hätte wahrscheinlich durch die hydraulische Druckwelle im Fleisch die Leber zerfetzt und das arme Tier schneller verenden lassen. Aber, wer weiß?

Wie sind Deine Erfahrungen mit der .30-06 Sprg.?

Bleibt weiter nachzutragen, die Sau verschwand genau dort in die Büsche (bestätigte Schweißfährte auf den Quecken im Sonnenschein), da wir die alte, erfahrene, eingejagte Dachsbracke beim ersten Nachsucheversuch weggezogen haben, weil wir meinten dort keine deutliche Fluchtfährte zu erkennen und daß der Hund dumm sei. Pustekuchen, wer hat uns denn zu dem Stück geführt? Genau die vermeintlich dumme Dachsbracke! Bei meinem Schneckentempo auf der Schweißfährte wäre das Stück entweder verhitzt, oder die nächste Nacht angebrochen, bevor ich das Stück gefunden hätte. Der Hund wird geschlossen haben: Mein JH will Fährte nicht, daß ich diese Fährte arbeite? Tz tz! Na, denn eben eine andere! Es sind ja genug da.

Krach im Dunkeln

7,6 mm Tokarev

7,62Tokarev im Einsatz Zum Schluß des Waidwerkes sind wir um 10 Uhr 15 am See verabredet, weil dann das Büchsenlicht schwinden und gemischte Schwarzwildrotten sicher anzusprechen schwierig wird, also um Bachen nicht zu gefährden. Als sich ins Auto steige summen riesengroße Insekten in den Wagen, das man bange werden kann. Einige Kerbtiere enden zwischen Hand und Glas, andere lauern summend im Dunkel weiter auf mein Blut. Ich sitze mit dem Glas um

22 Uhr 10 am See, als es von links aufbellt. Meines Jagdherren 98er .270 Win. bei der Arbeit. Aber hat der nicht schon gegen 20 Uhr geschoßen? Etwa noch eine Sau. Er sitzt nahe dem geschliffenen Dorf Zehrensdorf auf einer ehemaligen Ackerfläche am Wildacker mit der Kirrung, die er täglich beschickt. Der Mühe Lohn sollte dort wohl zu erbeuten sein.

20 Uhr 15 Autoscheinwerfer. Pünktlich taucht JH auf: ,,Die Rotte kam von rechts, obwohl ich gerade vorher noch ein paar illegale Badegäste rechts vom See verscheuchen mußte, ganz erstaunlich. Kam eine große hellgescheckte Bache mit fünf weißen Frischlingen, eine weitere kleinere Bache und ein brauner Überläufer. Kommen Sie mit, den holen wir jetzt." LM sieht in den forsteigenen kleinen Minigeländewagen, ,,Wo ist Ihr Hund?" (Teja, die junge Schwarzwildbracke) S: ,,Den habe ich zu Haus gelassen, weil ihn die Mücken auf der Kanzel immer so unruhig machen. So würde er mir das ganze Wild vergrämen."

22 Uhr 20 am Anschuß. Inzwischen ist die Dämmerung schon bald der Nacht gewichen. 60 m vor der Kanzel liegt die Kirrung vor der Goldrute. Deutliche Eingriffe sind zu sehen. Kein Schweiß. Na, wo ist die Sau? Die Sau ist nicht da! Wir kreisen..., JH mit Riesenlampe, LM mit Spielzeuglampe, die gerade mal geeignet ist Zeichen zu geben, oder beim Aufbrechen Licht zu spenden. Mit Arbeit im Dunkel hatte ich heute hier nicht zu rechnen. Denkste! In 10 m Umkreis keine Sau! in 20 m Umkreis keine Sau! Wir holen weiter aus. Da die Stauden der Krautschicht in dichten Horsten schon weit über kniehoch stehen, müssen wir hinter jeden Busch schauen, ob dort vielleicht unsere Beute liegt. Langsam wird mir mulmig zu Mute. Wenn die Sau nicht gleich umgefallen ist, sondern noch so weit gegangen ist, hat das Blei sie vielleicht nur angeschweißt und sie lebt noch. Dann könnte hier in der Dunkelheit, die sich inzwischen über uns gesenkt hat, hinter jedem Busch das Stück hervorspringen und uns ange-he? Ich ziehe meine Pistole - geladen, entsichert.

22 Uhr 30 JH findet Schweiß auf einer Schleifspur. Seltsam! Die Fährte weit von der Kanzel, vom Anschuß weg, in gerader Richtung in das angrenzende Kratt. Es raschelt! LM: ,,Da ist sie", zeige ich voraus über ein beschilftes Wasserloch. Ich sage: ,,Sie links herum, ich rechts herum". S: ,,Nein, wir bleiben zusammen!" Er ist der Meister, ich bin der Lehrling, außerdem hat er die Lampe. Wir gehen gemeinsam ins Gebüsch. JH trägt seine Langwaffe über der Schulter, ich mein Kurzwaffe gestreckt vor mir. Hier, mehr hinter- als nebeneinander, im Dunkel durch die Zweige zu brechen, kommt mir wie ein gefährliches Sicherheitswagnis vor. Ich entspanne der Pistole Hammer. Da raschelt es wieder. Halt! Stehenbleiben! Wir lauschen. Ich greife die Lampe und lenke sie zur Geräuschquelle. Da längs! Weiter. Es knackt usw. Wir arbeiten uns stückweise vor. Es scheint, als würden wir schneller als unsere Beute vorwärts preschen. Auf meine Ohren kann ich mich verlassen - die Raumortung funktioniert. Vernehmen ja, nur sehen können wir die Sau nicht. Unsere Beute hat gedreht, das Geräusch flüchtet über eine frei Fläche zu einer mittleren Kiefer zurück. Jetzt sind wir schnell. An der Kiefer. Ich sage: ,,Ich glaube, hier ist sie." Ein dunkler Buckel wölbt sich neben dem Stamm; so als ob sich das Tier neben der Kiefer ins Höhe Gras eingeschoben hat. Längst bin ich bei der Suche vorn. JH leuchtet zur Stammwurzel. Die Sau kommt hoch und nimmt mich an. Ich drücke ab Nichts! So schnell wie jetzt habe ich noch nie einen Hammer gespannt. Nun aber. Krach! Blitz! Die Sau dreht ab. Jetzt hinterher. Wieder ist sie in schwacher Deckung verborgen. Peng! Vorbei.

JH: ,,Machen Sie doch nicht so einen Krach."

Das Stück flüchtet weiter. Jetzt eine Deckunglücke und JH ist mit der Lampe drauf. Ich habe das Stück breit. Krach, es fällt. Wir hin. Ein kleiner dunkler Fleck auf der Schulter. Der braune Überläufer schlegelt. Nachdem ich eine neues Magazin einführen mußte, schieße ich ihm aufgesetzt den Fangschuß ins Hirn, der in den Ohren klingelt. Endlich Ruhe!

Dem Überläufer waren beide Vorderläufe weggeschossen. Ohne ihn in der Nacht noch zu stellen, hätten er mit der Verletzung sicher noch lange gelitten. Gleich, auch ohne Hund, zu suchen war richtig, oder?

Wir beide freuen uns riesig, die Aufregung gemeinsam, heil und mit Erfolg überstanden zu haben. Ich sage: ,,Nun jage ich mit noch viel größerer Freude mit ihnen, da ich erkenne, Sie sind auch nur ein Mensch, der Fehler macht. Ich war vorhin bei dem Schmalreh, so aufgeregt nur ja keine Fehler bei Ihnen zu begehen, schoß vorbei, obwohl ich glaube mir würde das in Ruhe nicht passieren." JH: ,,Ja, so ist die Jagd."

Jungjäger mit .30-06 | M52-Nachsuche Heide mit Schwarzwildbracke | Föhringe - I | Föhringe - II | Dirty Harry - Fangschuß mit .44er | .357 Mag. | Fangschuß auf Sau | Pech | Schußwirkungen | Kupfergeschoßkeiler | Saugesöff | 8,5x64 | 9,3x62 auf Sau | Drückjagdwaffe | Abschuß führender Bachen | 8 mm Mazón | Sako Hammerhead

Heide mit Schwarzwildbracke

Sonntag, Dezember, wollen JH und ich auf dem alten Militärgelände brackieren. Die schlesische Schwarzwildbracke im zweiten Jahre, gerade frisch geprüft, soll zeigen, das sie kann. Wir gehen zu zweien fürbaß durch den verschneiten Winterwald. Teja, so heißt sein Herr den guten Hund, ist fix unterwegs, meist durch Kiefernhochwald, gelegentlich Akazien, amerikanische Traubenkirschen sind auch da, was wollen die hier?, nur gelegentlich freie Trockensteppe oder feuchte Weiden oder gar Espen. Gestern noch brachen die Sauen am Wildacker unterhalb der neuen Eisenkanzel. Etwa von her gehen wir heute die Sache an. Das Zielfernrohr lassen wir im Wagen zurück. Wir schießen nach alt Väter Sitte Kimme und Korn. So lassen sich nahe Ziele entscheidend schneller fassen.

Auf den Wegen sehen wir Fuchs und Hasenfährten. Teja läutet entfernt. Sollen wir hin? hinter einer Hinter einer Verjüngung, durch die wir Schlakse nur im Schneckentempo durchkämen, läutet Teja. Unser Krach wäre jeder Sau auf hunderte Meter zu vernehmen. So umschlagen wir die Verjüngung, um den Sauen von hinten die Flucht abzuschneiden. Da, frische Fährten kreuzen unsern Pfad! Also kurz überlegt und dann zu der vermuteten Dickung hinterher. Wir stapfen in der Sonne durch den Schnee. Heute trage ich oben weniger Wolle und unten meine leisen Treter. Mein Jagdherr und ich keuchen einen Hügel, hinter dem Teja wieder läutet, an. Aha, also hat er sie. Leider verlieren sich hinter den offenen Birken die Fährten im Nachbarrevier in einer jungen

Fichtendickung auf einer alten Brandfläche. Das war nicht. Nun, es gibt noch mehrere Möglichkeiten. Aus Sicherheitsgründen trage ich auf Anweisung meine Waffe unterladen. Wieder auf einem Weg lauschen wir, ob wir unsern Finder läuten hören. Ganz still. ,,Fuchs!", sagt mein JH, nach rechts deutend. Tja, der Fuchs, ein starker Rüde, kommt etwa 100 Gänge entfernt ganz ruhig den einfachen Menschenweg, ohne uns Salzsäulen zu erkennen, entlanggeschnürt. Den Armzeig hat er wohl doch eräugt, denn er nimmt die Lichter hoch, spitzt und die Lauscher und sichert. Wie soll ich im Angesicht des Schlauen meine Waffe von der Schulter herunter und auf ihn angebackt bekommen, denke ich. Keine 10 Sekunden gesichert, springt der Fuchs rechts ins Gebüsch ab. Pech. Keine Gelegenheit. Wenig später kommt etwa an seiner Stelle in Hase auf den Weg und fliegt mehr als daß er läuft stiebenden Schnees den Weg fort. Klasse! So ein Hund rührt so Einige an.

Nu, wir weiter. Lauf, stapf, quatsch, steh, horch und so weiter. Die Saufährten beginnen sich zu häufen. Alle frisch bei leisem Schneefall, ohne frischen Schnee in den Siegeln, getreten. Große Siegel! Verheißend! JH ,,Hier in dem offenen Gelände dürfen Sie nun laden; aber sichern!" Ich lade durch, sicher. Meine 8,75 g TM Weichbleikugel vor ordentlich ,,Holz" in der .30-06 ist scharf! Teja läutet wieder. Zum vierten Mal. Ganz nah.

Ich frage sollen wir ...? Teja kommt laut in unsere Richtung. Noch näher. Ohne einen vernünftigen Gedanken zu fassen, krallen sich meine Profilsohlen in den Waldboden, Muskeln strammen sich, ich schnelle nach vorn, dem Laut entgegen. Da kommt die Sau! Waffe hoch, auf´s Ziel. Abzug durch - - - nichts, entsichert, wieder hoch, will die Sau mich umrennen? Abzug durch, Pitsch! Zack, liegt! Sekunden später ist der verfolgende Teja dran, zieht das Stück nieder, das zwar schon lag, aber was soll´s, knurrt, wütet. Der Hund erfüllt seine Bestimmung. Den Ein- oder Ausschuß kann ich nicht sehen. Doch das Stück zuckt. Teja zerrt. Jungjäger ,,Soll sich den Fangschuß antragen?" Mein sechzölliger .357er ist auch mit von der Partie. Hat mir schon bei der ganzen Hatz in die Seite geschlagen. Jetzt will er töten. ,,Nein, nehmen Sie das Knief." ,,Ich führe nur meine kurze Klinge, keinen Saufänger." Also ist zu schießen. Ich muß mir einen langen Dolch beschaffe - so geht das ja nicht weiter, denke ich in mir! Des Rüdemannes Wille geht vor. Schließlich ist zuckt das braun- schwarz Knäuel noch mächtig. Wer will seinem Jagdherren schon den Hund vor der Nase wegschießen? Ich nicht - und sonst wohl auch niemand. Der 25 Kg Frischling, einen solchen fingen wir hier, schlegelt, klagt. Verdammt der stirbt doch nicht! Wieso. Der Rüdemann nimmt seine Stutzen mit Rätz-Visier und verpaßt dem Schweinchen etwas gegen Schmerzen. Mitten in den Schädel. Ein Auge springt herauJH Also hat das Hirn kräftigen Überdruck bekommen. Kein Zentralnervensysten = keine Lebensfähigkeit mehr, denkt Jungjäger. Aber der kennt die Sau schlecht. Obzwar schon tot, schlegelt sie noch eine ganze Weile, bis dann endlich Ruhe einkehrt.

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Geschosse rechts in Bilder; nur 4,5 g von 8,75 g blieben über, etwa die Hälfte.

Der Treffer war ein Krellschuß mit untertassengroßen Ausschuß, ja diese weichen Kugeln, die das Stück, wie mit Blitzen von Mjölnir getroffen, zu Boden hauen. Doch Kreller töten nicht. Mein JH sagt ,,Geschossen, gelegt, der Rest findet sich!" Und schließlich haben wir unser Stück. Schönr Nikolaus!

Die von 4,08 g Vihtavuori N540 aus der .30-06 Springfield getrieben Kugel, siehe rechts, drang mit 1.023 m/s spitz von oben vorn in den Nacken, sprengte oberhalb der Wirbel ein gutes Pfund Wildpret weg und durchschoß dann längs ein Schulterblatt. Der Geschoßweg im Körper betrug so bei 20 cm. Unter der Decke findet sich der Geschoßrest an der Bleiabrißkante 12 mm breit mit Knochenabdruck flach aufgepilzt. Von 8,75 g sind etwa 5 g (ungenaue Briefwaage), also 44% Masse, übrig geblieben. Die Wirkfläche im Ziel ist etwa 2,4-fach so groß wie der außenballistische Querschnitt. Ein gutes Ergebnis!

Föhringe - I

März. Nachdem die .30-06 mit reichlich 4,08 g Vihtavuori N540 Pulver und sehr weichen 8,75 g Geschossen bei 1.023 m/s nun auf Rehwild taugt, mußte ich gestern Nacht die Kehrseite der Medaille erleben. Da das doppelbasige N540 bei leichten (8,75 g) Kugeln nachts eine riesigen tieforangenen Feuerball ausstößt, der den Schützen blendet, so daß er nicht erkennen kann, wie er abgekommen ist, wechselte ich für die leichteren Kugeln zu einem schnelleren Pulver, dem Vectan Tu3000, ein Röhrchenpulver der Lebhaftigkeit eines N133. Nach monatelangen Schietwetter bei Mond war ein erster Tag nahe Vollmond ohne Wolken. Also nach Mitternacht raus.

Wind geprüft. Aha, hier muß ich lang. Nach 100 m über die Wiesen auf dem Weg in die Föhringe zur Kanzel (wo steht die noch) höre ich die Sauen bereits auf 200 m grunzen. Glas hoch. Aha, da ist eine. Hm. sehr groß, unbeweglich, Ach so - nur ein Strohballen. Standen da gestern nicht mehr, so 30 Stück. Tief eingegrabene Treckerspuren beweisen: Die Dinger sind weg. Daneben ist noch ein kleiner Ballen geblieben. So ein dunkler. Bewegt der sich? Nein. Doch. Ohhh, der Strohballen ist dunkel, rund und bewegt sich. Guut! Also soll ich den langsam gegen den Wind anlaufen. Hinter meinem Ziel, 30 m weiter aus dem Föhringe, grunzt die Rotte. Nur die einzelne Sau macht sich an den Treckerspuren zu schaffen. Was will die da? Die Wiesen sind so naß, daß ich fast schwimmen könnte. Meine Tritte platschen. Wie komme ich ohne Geräusch nah genug an die Sau, um zu schießen? Gaanz langsam. Ein Blick durch das alte Kahles 6 x 42 Absehen 4. Nein, noch bin ich zu weit. Mein Herz schlägt mir bis zum Hals, daß die Waffe wackelt. Auf die Kanzel kann ich wohl kaum, denn gerade darunter sind die Sauen im Wald. Nur die eine Freche bummelt davor im Mondlicht herum. Ich komme auf knapp 100 m heran. Weiter trau ich mich nicht, denn bin ich zu Bange von dem einzelnen Stück gehört zu werden. Also entschließe ich mich den Schuß zu wagen. Afrikanischer Steppensitz kommt bei dem Matsch nicht in Frage. Ich kniee mich hin. Mitte Glas = Mitte Sau und lasse fliegen. Rums! - nichts - Patsch! Ich bin gut auf mein mittiges Ziel abgekommen. Der Tu3000-Feuerschein stört bei Mond nicht sehr. Gut. Endlich habe ich ein Nachtpulver gefunden. Und ich dachte schon, um den Feuerschein zu dämpfen, müßten Lithiumsalze müßten mit in die Patrone. Der Kugelschlag war deutlich zu hören - nur merkwürdig spät. Die Sau geht, gar nicht mal so schnell, ins nahe Föhringe ab. Wenige Augenblicke später knackt rechts aus dem Holz laut. Ist sie gegen einen Baum gerannt? Oder war das die flüchtende Rotte?

Das war's für den Abend. Anschließend fuhren sich noch zwei Geländewagen in dem Matsch fest (der 2. sollte den 1. herausziehen, aber das tat erst der dritte). Gegen 4 Uhr war man im Bett.

Als es hell geworden ist, suchen wir morgens bei leichtem Nieselregen mit Hund die Sau nach, Sabinchen der Rauhaarteckel vorn, Anja die DD als Mannschutz bei Fuß. Die kurzläufige 12/76 mit 36 g Brenneke am Mann führt der Rüdemann den Schweißhund an den vermutetenAnschuß, der von Strohballen, Treckerfährte und Waldecke unverbrochen durch Dreierpeilung gut wiederzufinden ist. KeinAnschuß zu sehen. Die Hinfährte aus dem Wald auf die Wiese heraus gut zu erkennen. Die Fluchtfährte bleibt jedoch verborgen. Etwa ein Schwein mit Flügeln? Der Dackel hat große Schwierigkeiten im Unterholz die Fährte zu halten. Er wittert häufig an Grashalmen oder Jungwuchs hoch. Ein Kreis und überkreuz nach dem anderen. Erst als wir das dritte Mal auf derselben Fährte ins Holz gehen, wissen wir "Diese Fährte muß es sein. Kein einziger Tropfen Schweiß ist zu sehen. Na, nach dem Morgenregen wohl auch kein Wunder.

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Auf 100 m noch 800 m/s schnell, 6 g Rest von 8,75g = etwa 68%

Sabinchen findet endlich das Stück. Faßt den Äser, knurrt und zerrt. So ist recht. Das Stück ist waidwund noch 300 m gegangen. Die 8,75g 7,62 mm #7350 Sierra SSP auf über 900 m/s gebracht ist auf etwa 10 cm zerplatzt. Ausschuß fehlt. Das Stück war (aufgebrochen, hängend) 21 cm dick. Der Geschoßrest sitz unter der dem Einschuß gegenüberliegenden Schwarte. Der weiche Bleikern ist auf etwa 13 mm schon weich und rund linsenförmig aufgepilzt. Wollte man die Linse als Kegel darstellen, hätte der einen 80° Winkel, also eher platt als stumpf oder gar spitz Die Mantelrestfahnen sind zwar größer, aber da die im Wundtunnel beim Schuß das Fleisch nicht berühren, nicht wirken, zählt deren Maß nicht von 7,82 mm auf 13 mm ergibt 2,8 fache Wirkfläche. Der Geschoßrest wiegt 6 g also 68%. 3,33 g Vectan Tu3000 trieben die Kugel. Das Geschoß traf langsamer ein weicheres Ziel als der Krellschuß oben. Insofern verwundern die größere Restmasse und die glatte Oberfläche nicht.

So erwünscht solche plötzliche Wirkung bei Reh und Fuchs sind, so enttäuschend ist sie (bei dem schlechten Treffersitz) auf eine 40 Kg Frischling. Die Sauen sind dieses Jahr unglaublich fett und groß. Die Eichelmasten der letzten beiden Jahre mit den milden Wintern zahlen sich aus. Wir werden Frischlinge ohne Ende bekommen. Hauptsache der Mond spielt mit.

Auf die Kammer geschossen, Lauf hoch und dann an der Körperunterseite kurz hinter den Lauf, hätte glatt das Herz zerschossen - aber auf die Entfernung nachts bei der Stellung versuchte ich keinen Kunstschuß, der zu leicht hätte daneben fliegen können, sondern es gab nur „Mitte Glas = Mitte Sau“ anzuhalten. Eine 8x68S mit hartem schweren Geschoß hätte wohl den erwünschten Ausschuß gebracht. Die 8,75 Weichblei - Dünnmantel - Kugel gibt bei solch schlechten Schüssen in das widerstehende Gekröse nicht den erwünschten Ausschuß. Also muß ich zukünftig entweder besser zielen, oder eine durchdringungsstärkere Kugel, bzw. Waffe einsetzen.

Es geht weiter ...

Bei einem Kammer-Herztreffer vom Hochsitz ruhig aufgelegt, hätte die Platzkugel wohl besser, indem sie das Herz und die Lunge zerlegt hätte, gewirkt, so daß das Schwein nicht mehr als 15 Sekunden bewußt hätte fliehen können, also wohl eben keine 300 m, vermute ich. Frage ,,Wie weit kann eine Sau in 15 Sekunden flüchten?" Eine kürzere Flucht wäre allerdings auch gleich gewesen, da man nachts die Sau im Holz eh nicht nachsucht, wenn einem seine Beine lieb sind. Nur die Sau an denAnschuß zu binden, wäre besser.

Föhringe - II

März nachts Um halb elf erscheint der Mond über dem Horizont und ich am Weg in den Wiesen. Südost, nicht zu knapp. Um 0°C. Diesmal steht keine Sau vor meiner Büchse. Auf dem Hochsitz am Nordrande des Föhringees, in der die Sauen ein Tiefbauunternehmen eröffneten, zieht der Wind mit die Tränen aus den Augen. Unangenehm. Noch ist nicht zu sehen. Die Wiesen sind naß. Früh nachts vor dem Frost platscht jeder Schritt. Ab Bodenfrost raschle ich zudem. Obwohl ich meine leisen, aber kalten, Pirschstiefel anzog, raschle ich und platsche ich zur Kanzel, daß es eine Sau grausen würde.

Oben angekommen verfalle ich in Starre. Der Wind ist stark. Blätter rascheln. Mich friert. Mein kleine Decke muß ich vor mein Gesicht halten. Sonst ist der kalte Strahl zu fies. Stunden rinnen. Meine Füße erfrieren. Ich muß sie bewegen. Bewegen raschelt. Mist! Der Mond rast von einer Himmelsrichtung zur nächsten. Keine Ruhe hat man. Mein Hände erfrieren. Ich setze mich um. Ich raschle. Die Blätter rascheln. Es platscht. Blöder Hase. Nö, kein Hase. Hasen lieben Trockenheit. Also wird dort unter meiner Kanzel im Mondschatten ein Reh ziehen. Schonzeit. Blödes Reh. Morgens um drei gebe ich mein Ansinnen auf, baume ab und fahre nach Haus. 3Uhr 55 Bett. 4Uhr 00 F1-Start. Zwei Ford überstehen die Zeit vor dem Start nicht. Zwei Mercedes die ersten acht Runden nicht. Schumi platzt ein Reifen, so wird er im Ziel punktlos nur achter. Da weiß man, was man fährt.

Sonntag nacht. Halb zwölf erscheinen der Mond und ich in den Wiesen. Dem Himmel sei dank, weht es kaum aus Ost Süd Ost. So gerade eben noch für die Nordkanzel gut. Ich sitze kurz vor Montag oben. Die Decke ist größer und dicker. Das Kissen ist dicker n weicher. Ich trage weiter zwei Lagen. In der gemütlichen Kanzelecke in die Decke eingemummelt, beginne ich zu dösen. Der döst, bleibt leise. Rückwärts 5-800 m zwischen Straße und Wald schrecken Böcke. Blitzschnell bin ich hellwach. Die Rotte? Binnen der nächsten halben Stunde bleibt es stumm. Also wieder nichts. Es platscht.

!!!

Genau wie gestern. Das war kein Hase. Aber auch keine Rotte Sauen. Wer ist es? Jetzt um halb zwei scheint der gut halbe Mond schon einigermaßen brauchbar. Ich blicke. Ich sehe. Nichts. Platsch, platsch! Ich kann nachts sehr gut Geräusch orten. Glas hoch. DA ist die Sau! Na prima. Und nicht einmal weit weg. Decke weg - klemmt, zerrt. Nur leise zu bleiben, denke ich. Die Sau steht in Lee. Nun hurtig ans Werk. Wenn sie mich windet, war's das! Waffe angebackt. Ich habe die Geschichte Mitte Sau- Mitte Glas - Waidwundschuß - NG Schelte noch gut im Ohr. So als ob ich absichtlich waidwund schießen würde. Tatsächlich ist der Leberknoten doch etwas weiter vorn als in Saumitte. In Wildrichtung umgesetzt. Glas hoch. Ziel erfaßt. Schnell die Waffe aufgelegt. Glas runter. Waffe angebackt. Atem gefriert an der frostkalten Okularlinse. Die Sau verschwindet demzufolge im Nebel. Taschentuch raus. Wischen. Waffe wieder angebackt. Die Sau ist im Mondschatten des Holzes schlechter als draußen auf der freien Wiese zu sehen. Nah bei. Keine 50 m. Mein Absehen-4-Zielkreuz im Kahles 6 x 42 muß ich mir denken, denn sehen kann ich es nicht. Ich denke mir meinen Leuchtpunkt früherer Tage her. Die Sau bewegt sich nur mäßig schnell. Ich kann gut mitziehen. Vom Boden her den Vorderlauf hoch. An der Körperunterseite eine Handbreit nach hinten. Etwas in die Höhe korrigiert, da ich von oben schieße, und Bumm! Schon stürmt das Blei seiner Bestimmung entgegen ...

Die 8,75 g weiche Sierra SSP Pistolenkugel fliegt vor 3,36 g Tu3000 wohl gut 900 m/s (ungemessen). Kein Kugelschlag ist zu hören (bei knapp 50 m entferntem Ziele auch nicht verwunderlich). Sau liegt! Hurrah! Waffe runter. Es raschelt. Verdammt! Die wird doch nicht? Glas hoch. Sau weg! Oh Mann, schon wieder. Ist da was? Ein sehr breiter Maulwurfhügel. Die Sau? Lampe raus. Halogenpunktstrahler linke Hand. Glas rechte Hand. Keine Sau. Oh, Mann. 10 Minuten warten. Revolver raus und runter.

Erst als ich weniger als 20 m ran bin, erkenne ich die Sau. So eine wie Mittwoch. Als ich 5 m ran bin, sehe ich Schweiß. 2,5 m vom Stück beginnt die Schweißfährte wie aus der Gießkanne. Am Stück ein 0,9 m Schweißkreis.

Hm, Hm, mal aufbrechen.

Ergebnis: Einschuß genau hinter dem Vorderlauf. Dank auf Weichziele leicht ansprechender Kugel Herz halb in kleine Stücke geschoßen. Dwars zum Wundtunnel um das zerschossen Herz herum, durchbohrten Splitter die hellrosa Lunge in kleinen dunkelroten Wundkanälen (Bleierne Sippe bei der Arbeit) etwa 10 cm. Das angeplattete Geschoß riß etwa 2 cm durch die Rippen, verließ die Sau dann etwa kalibergroß durch die Schwarte, obwohl die Kugel beim Fleischtreffer in Vorderlauf und Herz sicher auf 12 – 13 mm aufgeweitet worden ist. Die Kugel durchdrang den Körper auf wohl weniger als 20 cm. Das Herz war wohl 7 cm breit. Das Keilerchen hatte wenig Feist unter der Schwarte, durchdrungen wurde im Vorderlauf noch 2 cm Fleisch, also 2 x 3 mm Schwarte = 0,6 cm + 2 * Rippen je 0,4 mm = 0,8 cm + 7 cm Herz = 10 cm festes Medium, zuzüglich 10 cm weiche, verdichtbare Lunge, die dem Geschoß eine oder mehrere Größenordnung(en) weniger Widerstand entgegensetzt. Also verwundert der Ausschuß bei solch Schuß an dieser Kammer Stelle nicht, siehe Tiefenwirkung.

Ich vermute: Das Stück wurde beim Treffer gefällt, raffte sich noch einmal auf (deja vue ,,Raschel“), ging dann binnen 12 Sekunden zu Boden.

Jetzt liegt es im Kühlschrank um bei 7 Grad 7 Tage abzuhängen, bzw. ist schon Gulasch. Oh wie gut das duftet!

Ich glaube früher schon mal gesagt zu haben, oder wer sonst sagte ,,Treffersitz ist Alles!" Und wer war das noch mal mit ,,Bei schlechter Sicht mit der 8 x 68S, Mitte Glas = Mitte Sau = Sau liegt“?

Beide Nachttreffer schlugen genau dort ein, da ich sie hinzielte. Der Mittwochtreffer war schlecht, weil ich dachte, ich müßte mit dem miesen Glas (gar kein 3.000 DM teures Zeiß 3 -12 x 56 mit Leuchtabsehen) mitten drauf halten. Der Sonntagstreffer (eigentlich eine Schön Bezeichnung) war besser, weil ich besser treffen WOLLTE, entsprechend handelte. Wie sagte doch mein alter Schießlehrer wohlwollend, ,,Mein Herr, Sie müssen treffen wollen!" Recht hat er. Dem kann ich nichts mehr hinzufügen.

Horrido

Dirty Harry

Juli. Das Rehgulasch und die brennenden Ölfelder waren gestern ein voller Erfolg. Doch heute wird der Mond voll scheinen. Also schlafe ich nicht, sondern suche die Wiesen. Ich warte auf die Morgenröte, daß ich am Morgen wieder töte (Joachim Witt). Wieder ist der Fuchs schlauer als ich. Kaum klappt die Wagentür, reckt sich mein Hut über das Wagendach, flüchtet Reineke von der abgeweideten Mäusewiese in die Höhe Brache. Gut für ihn - schlecht für mich. Die Dorfkatzen mäuseln dort ebenfalls, aber statt mich hier lange zu vertrödeln, will ich schnell in die Wiesen.

Kein Bock ist zu sehen. Die Sonne geht auf. Rosa scheint der Himmel. Fahl leuchtet der Morgennebel. Wie Scherenschnitte scharf reißen die Erlen mit dunklem Schatten des Morgenlichtes sanfte Farbübergänge entzwei. Piu!, ruft der Bussard. Sonst ist nichts zu sehen. Des Bauern Kühe werden gerade im Stall gemolken - auch von Norden ist daher Ruhe. In der Gegend verkehren nur wenige Kraftfahrzeuge.

Sechs Uhr, die Sonne ist lange über die Erlen geklommen. Sie gleißt mir ins Gesicht. Es rausch! Ha! Da ist er wieder. Vorgestern morgen um vier konnte die Sau in der noch schützenden Dunkelheit im Höhen Gras mir unter dem Hintern durchziehen, ohne daß ich ihr einen Schuß hätte antragen können. Heute sieht die Sache anders aus. Die Sau, ein einzeln ziehendes Stück, ist schlau. Nachdem ihr vorgestern das Geräusch aus den Bäumen über ihr, verdächtig war, meidet sie heute die hoch ausgewachsenen Erlen, zieht vor der Sonnen 15 - 20 m seitwärts durch Disteln und Quecke. Kluges Schweinchen. Auch ich habe gelernt. Diesmal bin ich noch leiser als vorgestern, als sich meinen Schuß vorbereite. Leise bedeutet auch langsam. Die Sau ist verdammt fix!

Der erste Schuß meine Hochwildbüchse kann sie nicht bannen. Höchste Zeit Zeit für einen gelungenen Fangschuß. Hinter den Blättern muß ich schnell sein, um jede Lücke nützen zu können. Etwas beweglicheres als meine lange Zielfernrohrbüchse ist nun dringend von Nöten geworden.

Aber mein Freundchen, Deine Rechnung ohne meinen brünierten Freund ,,Dirty Harry" wird nicht aufgehen. Wozu habe ich mit dessen kleinen Bruder (identischer Griffmaße) 1.200 Schuß zur Übung auf Pappe geknallt. Ich bin nun aufgestanden, ziehe meinen Achtzöller aus dem Halfter (merke, nächstes Mal muß der schon vorher bereit liegen, jede Verzögerung kostet Fluchtweg). Herabhängende Erlenzweige rauben mir die Sicht. Nun bin ich bereit. Die Sau ist so 25 bis 30 m weit. Als ich mich raschelnd bewege, sichert sie zu mir herüber. Das ist die Gelegenheit, auf die ich solange wartete. Einhändig, stehend freihändig setze ich ihr 10,9 mm 15,5 g Teilmantelflachkopf mit 400 m/s im Ziel auf die Rippen. Die Sau fällt, rafft sich wieder hoch, klagt Hurch! Hurch! Und binnen 5 Sekunden ist Ruhe. Ohne zu zaudern eile ich demAnschuß zu. Der ist mal wieder nicht zu finden. Ein paar Meter zurück nehme ich der Sau, im Höhen Gras leicht auszumachende, Fährte spitz auf, folge der bis zum Anschuß, durchmesse rechts und links von der Sau zwei im Todeskampf plattgewalzte Stellen, und sehe einen 50 Kg Überläuferkeiler mit sauberem Einschuß mitten auf der Kammer liegen. Sehr befriedigend!

Schußwirkung

Der Büchsenschuß traf nicht die Sau. Als die Sau zu mir sicherte, stand sie spitz zu mir. Das langsame TMF durchschlug eingangs hinter dem Blatt eine rechte Rippe, flog dann ohne auf den ersten Blick ohne erkennbare, ohnehin nicht zu erwartende, Splitterwirkung durch das Zwerchfell achterwärts, zerstörte leider das linke Filet (schade!), zerriß dabei einige Rippenansätze, um dann den Beckenknochen zu durchschlagen. Dessen Durchschuß erschient mir nur kalibergroß. Oben an der Keule verließ die Kugel nach wohl verrichteten Dingen des Keilers Leib. Brav!

Schußwürdigung

Der dünne Rippenbogen vermag einen 400 m/s schnelle, oder soll ich eher langsame, wenn ich die Kugeln betrachte die ich sonst so schieße, sagen, 15,5g TMF Kaliber 10,9 mm nicht wesentlich platt zu drücken. Die Lunge ist leicht und preßbar, verzögert auf knapp 20 cm die Kugel also eher sanft, ohne die Kugel dabei zu einem Pilz zu verunstalten. Der weitere Weg vom Zwerchfell durch das Filet (jammer) bis zum Becken sind wohl auch gut 20 cm festes zu durchdringendes Fleisch. Der Wundkanal mißt etwa 2 bis 3 cm, das Filet ist mehrheitlich zu Muß geschoßen. Der BeckenDurchschuß gibt mir der Kugel Maß, nachdem sie schon 40 cm Wundweg hinter sich hat: kalibergroß. Die Tatsache ist bemerkenswert! Die restlichen 10 cm bis zum Ausschuß kam die Kugel ohne größeren Wundkanal. Der Ausschuß durch die feste Schwarte ist unterkalibergroß. Nur am Einschuß sind kleine Blutgerinnsel - nicht der Rede wert.

Die Kugel ist also gut 30 cm durch Fleisch gegangen (Lunge zählt kaum), zerstörte dabei vier Rippen, einen Beckenknochen und gab noch Ausschuß! Allerhand! Man kann auf kurze Entfernung also auch mit langsamen Kugeln schießen, wenn man trifft. Ein glatter Kammerschuß, ohne das Herz zu treffen hätte eher 100 - 200 Flucht gekostet. Solch kurze Fluch und schnellen Tod hatte ich bisher bei Sauen nur mit Herzschuß. Der Spitzwinkelschuß bietet für feste Kugeln, die sich nicht zerlegen, also Vorteile. Man soll den Schuß dem Wild und der Waffe anpassen. Dann klappt´s.

Lutz

Pech

Ziemlich zu Anfang meiner jagdlichen Karriere entdeckte ich an einem Nachmittag zur Schonzeit für größere Sauen mit meinem Vater im Fichtenhochwald eine uralte bis dahin unbekannte Leiter. Hinter dieser Leiter wuchsen etwa zehn Jahre alte Fichtchen, die nicht durchgeforstet waren. Ich stieg die Leiter hoch. Dabei riß die oberste Sprosse ab. Als ich das morsche Ding dann hinter die Leiter in die Jungfichten warf, ging kurz vor mir ein Überläufer hoch. Wir waren recht erstaunt. Mein Vater und ich einigten uns schnell, daß diese Sau für mich bestimmt war. Die Leiter wurde wieder hergestellt. 80 Gänge weit wurde künftig eine alte Fichte regelmäßig mit Buchenholzteer bestrichen und davor eine Hand Mais unter einen dicken Stein gestreut. Schon während der Schonzeit setzte ich mich dort regelmäßig, sah dort meinen Freund meist gegen 9 Uhr abends. Endlich am 1. August begann hier zu meiner Freude bei Vollmond die Jagdzeit auf große Sauen. Der Mondschein war in dem Altfichtenbestand auch bitter nötig. Meine erste Jagdwaffe war eine Sauer 90 mit EAW-Schwenkmontage und einem Zeiß ZM 3-12x56 in .30-06 Sprg. Mit dieser meiner Traumwaffe war ich wirklich verheiratet. Dieser Schloßgang... Mit dem 11,7 g TUG schoß die „wie Gift“.

Schon um 19 Uhr saß ich draußen. Ein heißer Sommertag neigte sich dem Ende zu. Meinen Freund sollte eigentlich wie immer abends um 9 Uhr Uhr an der Sonderkirrung erscheinen. Eigentlich... Es wurde 21 Uhr. Keine Sau erschien. Um 22 Uhr war auch keine Sau zu sehen. Als um 23 Uhr noch immer keine Sau kam, ärgerte ich mich schon ... . Sollte der Wutz etwa wissen, daß die Schonzeit vorüber war? Dann 23.30 Uhr links knackte es in dem Jungfichtenbestand hinter mir. „Meine“ Sau zog von links mal eben 2 m vor der Leiter in Richtung Kirrung. Mir stockte der Atem, Jagdfieber trieb den Puls hoch. Zu rühren wagte ich mich nicht. Endlich stand die Sau an der Kirrung. Doch oh weh! In dem Bestand waren trotz Absehen 4 und Mond 80 m doch sehr weit! Ich hörte den Herrn schmatzen, doch er wollte sich einfach nicht breit stellen. Ich legte die Waffe auf meinem Gewehrriemen und zielte. Auf meine Schießkünste vertrauend beschloß ich nach 10 Minuten die Sau auf den Stich zu schießen. Gestochen war die Waffe schnell. Schuß, Blitz und ein markerschütterndes Klagen waren eins. Während die getroffene Sau in die Jungfichten floh, klagte sie ununterbrochen. Das zu hören war entsetzlich. Dabei war ich mir eines guten Schußes so sicher gewesen. Diese Sau war meine erste Sau, die nicht im Knall lag. Mit einer Taschenlampe untersuchte ich denAnschuß. Dort war dunkler Schweiß, der auf der Fährte jedoch schnell abnahm und ein winziges Knöchelein.

Weil die Sau wirklich größer als ein Frischling und zudem Nacht war, beschlossen wir erst den frühen nächsten Morgen nachzusuchen. Wohl einen Kilometer suchte Unser VGP-Drahthaar gut, dann faselte er. So riefen wir die Schweißhundestation zu Hilfe. Der helfende Rüdemann suchte mit seinem Hund schon mehrere hundert mal nach. Der Kundige meinte solch ein Knöchelchen bisher noch niemals gesehen zu haben. Er wußte auch nicht zu sagen, wo der Schuß nun saß. Wir suchten noch drei Kilometer. Dann fand er die noch lebende, sich in einem Bachlauf kühlende, Sau und erlöste sie von ihrem Leid..

Wo war der Unglücksschuß gelandet?

Obwohl gut gezielt, sah ich in der Dunkelheit jedoch nicht gesehen, daß sich die Sau um 180° gedreht hatte. Folglich saß der Treffer nicht auf dem Stich, sondern genau im Waidloch. Das Knöchelchen war ein Stück Schloß. Der aufgepilzte TUG-Rest steckte nach etwa 30 cm Weg durchs Gescheide knapp 2 cm vor dem Zwerchfell. Vermutlich wäre das Stück wesentlich schneller verendet, wenn das Zwerchfell durchschlagen worden wäre. Seit diesem Vorfall sind Kirrungen bei mir immer näher als 80m vom Sitz. Mittlerweile schieße ich mit großer Zufriedenheit auf dem Ansitz 8x68S und gucke immer dreimal wie die Sau nun wirklich steht.

Kuddel Dutt

.357 Mag. Fangschuß auf Sau

Fangschuß-Hohlspitzmunitionsvorteile?

Ich bin zwar selber glücklicherweise noch nicht gezwungen gewesen, einer ärgerlichen Sau den Fangschuß mit der Kurzwaffe anzutragen, nichts desto trotz ein Beispiel aus dem letzten Herbst. Auf der hiesigen Treibjagd nahm ein recht ordentlicher Keiler (110 kg) die Terriermeute an, die ihn aus seinem Wohnzimmer vor die Schützen treiben sollte. Der Hundeführer, der seinen Hunden in den Hecken mehr kriechend zu Hilfe eilte, leerte eine Trommel .357 Magnum auf den bis dahin noch gesunden Keiler, der es dann wohl vorzog, sich aus dem Staub zu machen, um ~ 200 m weiter bergauf einen vorstehenden Schützen anzunehmen, der ihn dann aus kürzester Entfernung mit einem Kopfschuß aus der Büchse endgültig zur Strecke brachte. Beim Aufbrechen stellte sich heraus, das nur eine Revolverkugel überhaupt die Kammer erreicht hatte, der Schaden, den sie dort angerichtet hatte war vernachlässigbar. Der Hundeführer hatte so Zitat ,,ganz weiche TM-Geschosse" verladen, um so seine Hunde vor durchschlagenden Geschoßteilen zu schützen.

Sicherlich war der Treffersitz der Revolverkugeln nicht optimal, ich bezweifle allerdings, das viele andere unter den Umständen besser geschoßen hatte.

Ich bezweifle allerdings, das Hohlspitzmunition hier bessere Wirkung erzielt hätte. Diese ist meinem Verständnis nach darauf optimiert, in möglichst kurzer Zeit möglichst alle Energie im Ziel zu lassen und keinen Ausschuß zu erzeugen, also wird sie bei harten Treffern wohl keine Tiefenwirkung erzielen und die Sau nur noch ärgerlicher machen.

Im Gegenteil, besagter Vorfall wirft die Frage auf, ob nicht härtere Geschosse bis hin zum Vollmantel trotz aller Risiken für die Hunde nicht die bessere Wahl sind. Besagter Hundeführer hatte Glück, 4 Hunde. Allerdings mußten an Ort und Stelle von einem mitjagenden Tierarzt mit Nadel und Faden zusammengeflickt werden.

Ich glaube nicht, das Hohlspitzmunition aus der Kurzwaffe in jagdlichen Situationen Vorteile bringt. Dem vermeintlichen Vorteil hoher Stopwirkung bei weichen Treffern (Stich oder evtl. noch Schüsse ins Gescheide steht IMHO ganz entscheidend bei hartem und gefährlichem Wild die mangelnde Durchschlagskraft entgegen, die die Kugel ins Leben befördert. Die Gefährdung des Hundes beim Fangschuß ist bei auschußbringenden Geschossen sicherlich gegeben, dies ist aber eine Frage der Prioritätenabwägung.

Vorteile lassen sich sicherlich im jagdlichen Selbstschutz ableiten, wo Hohlspitzgeschoße sicherlich ihre Berechtigung haben. Schließlich ist die Bekämpfung von menschlichen Zielen ihre eigentliche Bestimmung. Im Gegensatz zum Wildschwein hat der menschliche Körper im primär empfindlichen Oberkörperbereich nicht viel mehr als ein Paar lächerliche Rippen zu bieten. Beim Schwein ist der selbe Bereich durch zwei große und stabile Blätter sowie den lederartigen Hals und Nackenschild deutlich besser geschützt. Zusätzlich ist mehr oder weniger viel Feist vorhanden, der aber auch bei dem einen oder anderen Jäger da sein soll.

Ich für mein Teil rüste mich allerdings für die Jagd auf Wild aus, und nicht für den Häuserkampf. Böse Buben müssen dann wohl mit meinen für den Fangschuß vorgesehenen Ladungen vorliebnehmen. Das im Notwehrfall die Jacke des Angreifers auch hinten Löcher aufweist, und eventuelle Komplizen von den durchschlagenden Geschossen gefährdet werden, nehme ich billigend in Kauf.

M f G , Lars Stein

Schußwirkungen

  1. Auf einer Drückjagd schoß ein Jäger mit einer 8,6x63R (wohl so bei 750 - 800 m/s) mit Barnes-Vollgeschoß einen Frischling breit auf die Kammer. Der gut getroffene Frischling flüchtete noch etwa 300 m. Er wurde erst bei dem nächsten Treiben am selben Vormittag gefunden. Der Treffer saß mitten auf der Kammer. Das Herz wurde nicht verletzt. Der Ausschuß war 5-Markstück-groß. Derartige Wirkung empfinde ich als trostlos.

  2. Hinterm See an der Autobahn. Die Sauen kommen gegen 23 Uhr bei Frost und Mondschein an die Kirrung. Ich schieße auf 20 m mit 11,7 g Winchester Silvertip aus der .30-06 Sprg. mit 816 m/s (nicht schneller als die .308" Winchester!) spitz von vorn auf einen 23 kg Frischling. Der so getroffen Frischling flüchtet noch 190 m, wird erst am nächsten Morgen mit dem Hund gefunden. Die Kugel trat hinter dem Vorderlauf in die Kammer ein, gegenüber achtern nach wohl 40 cm Wundweg vor dem Hinterlauf wieder aus dem Tier aus. Derartige Wirkung empfinde ich als trostlos.

  3. Ein im Katharinenholz, da der Kaiser Paul Mauser zu seiner C96 beglückwünschte, ihn aufforderte ein Gewehr derart zu bauen, daß der nie schaffte, mit 7,6 mm 10,7g RWS KS auf 30 m auf die Kammer geschossener 15 kg Frischling fällt um.

  4. Klaus Rogge schießt auf dem Weg von der Kanzel zurück einen Überläufer mit 9,3x74R. Der Überläufer flüchtet. Alle suchen. Ich trete dabei fast auf einen noch gestreiften Frischling. KH ,,Den habe ich nicht geschossen!" Ein- oder Ausschuß sind nicht zu sehen. Doch liegt der Frischling in der Nähe des Überläuferanschusses. Erklärung: Tod durch Splitter! Den Überläufer finden wir mit Hund etwa 70m weiter (also nach insgesamt etwa 100 m Flucht).

  5. Zwischen den Tagen war ich in Landin und streckte auf der Drückjagd einen 80-Kilo Keiler; war auch nicht schlecht! .30-06 Sprg, 11,6g Norma Vulkan, 15 m hochflüchtig, mitten auf die linke Blattschaufel, rund 5cm Ausschuß am rechten Blatt, Schweiß wie aus der Gießkanne, ging aber noch 30 m den Hang hoch. Frank Ansbach

  6. Weidmannsheil. Ich wurde im Dezember von einem 5-jährigen Keiler angenommen. Trotz 2 FLG aus direkter Nähe, konnte ich ihn nicht davon abhalten auf mich los zu gehen! Ohne Hund wäre das böse geendet! Hab nun von den Hirtenberger EMB-Geschossen gehört! Auf nachfragen bei Hirtenberger gibt es diese nur für Polizei und...! Auf gar keinen fall an Zivilisten! Frage: Kannst du mir sagen wie ich da sonst ran komme? Denn nochmal will ich so was nicht erleben! Lies dazu Fangschuß und Kurzwaffen für die Jagd und Flächenlast.

  7. ... ab Rehwildgröße mit dem 11g Norma Vulkan Fabrikladung. Ich brach schon mal eine mit einer Vulkan aus .30-06 geschossene 50...60 kg Überläuferbache auf. Die lag zwar mit Kammerschuß mausetot, aber erst nach einigen zig Metern in einer Dickung. Mein Hund Alfons suchte die mir am anderen Morgen (seine erste echte Schweißarbeit). Der Ausschuß war praktisch nicht größer als der Einschuß, der Wildpretverlust beschränkte sich auf ein bißchen was an den Schälrippchen. Im Grunde ein gute Leistung, aber vor allem bei sommerlichen Temperaturen hätte ich das Stück halt gern im Feuer liegen. Ihr wißt ja wie pingelig die Vorschriften zur Wildbrethygiene heute sind....
    Grüßle Volker Volker Wollny

  8. 5,6 mm auf Sau Hallo Lutz ! habe nunmehr noch immer zuwenig Zeit um zu jagen, aber jetzt im Herbst nehm' ich sie mir schon des öfteren, hier in Österreich und vielleicht auch ein bißchen auf meinen Feldern in Rumänien egal ob mit 6,5 oder .222 oder .308 (.30-06). Am liebsten aber Gänse und Enten mit der Browning oder der Perazzi. Auch Tauben und Kaninchen gibt's heuer in Mengen letztere habe ich heuer mit der .22 Magnum bejagt - tolle Sache- vielleicht werde ich doch noch zum ,,Brettlbohrer“ (österr. für Kugelschütze) :-)).

    Beobachte eure NG nach wie vor nur die Zeit fehlt mir - Deine Homepage wird immer besser - fast schon ein Klassiker. Freue mich daß du meine Erfahrungen da einfließen ließt; speziell die 6,5 mm Geschichte hilft vielleicht dem einen oder anderen Jungjäger weiter.

    Leider kann ich momentan nicht posten - aber einen Satz kann ich mir nicht verkneifen - als Jäger mit 25 Jährchen Erfahrung betreffend .222 Rem. oder andere 5,6 mm auf Sauen. Natürlich sollte man die unteren Zeilen nur unter der Voraussetzung lesen daß,

    1. man halt momentan keine andere Waffe als die ,,Kleine“ mithat und

    2. die Entfernung und das Licht ,,passen“.

    Da man auf Sauen sowieso nie weit schießt - schieß auf´s Blatt und die Sau wird liegen! Schießt du (als Jungjäger) schon besser - dann hinter den Teller und die Sau darf auch größer sein! Also ich würde meinen Lebenskeiler auf 50 Meter nicht ziehen lassen wenn ich nur die .222" mithätte!

    Waidmannsheil
    Fritz Kronsteiner

    PJH: Habe in der Rehbrunft 70 kg Bache (ohne Frischlinge) aufgebrochen mit .222" erlegt. Schußweite ~ 75 Meter, 3,6g Sierra Boat Tail TM, Blatt hinten - Fluchtdistanz - 3 m !

Kupferkeiler

Hallo Lutz,

endlich hört man mal wieder was von Dir (Lapua Scenar aus 6,5 x 65). bemerkenswerter Beitrag über Deine 6,5 mm. Beiliegend ein Foto von meinem Keiler. Den habe ich mit einem neuen Geschoß, dem sogenannten ,,GPA“ erlegt. Echt empfehlenswert. Patronendaten: Kaliber: .308" Win, Geschoß: 9,5 g GPA, Pulver: 2,8 g Vith. N140, Hülse: Norma, Zünder: CCI BR2, Hallo Lutz Die wundballistische Wirkung des Geschosses war einwandfrei. Die Lunge war mit einem etwa 5 cm breiten Kanal Schönn durchschossen. Das GPA schoß aus und jede Menge Lungenschweiß erleichterten im Oktober um 23 Uhr die Nachsuche. Die 50 Meter Fluchtstrecke war für einen 150 kg Keiler mit 19 cm langen Waffen nicht viel.

Gruß Michael M.

Zu erwartende Tiefenwirkung: Bei 3 g Masseschwund wird die Kugel aus bis zu 54 cm dickem Fleisch noch ausschießen.

Brenneke Legierungsmantel 1897 mit Führbändern

Wilhelm_Brenneke.JPGBrenneke_Mantel_1897.JPG

Wilhelm Brenneke, der bewundernswerte Erfinder und Entwickler deutscher Patronen, wie 7 x 64 oder 9,3 x 64, oder dem pfeilstabilen Flintenlaufgeschoß, die auch heute noch gute Wahl sind, schuf bereits 1897 ein Jagdgeschoß mit Führbändern.

Damals lag das Augenmerk allerdings mehr auf dem Mantel aus härterem als Blei Legierungswerkstoff, als den Führbändern. Die durch Aussparungen Reibung- und Verschmutzung mindernde Führbänder für Jagdgeschoße wurden leider wieder vergessen.

Im Bild oben sind im Mantel Längsrillen, oder Nute mit sich entsprechend einfügenden Wülsten, oder Federn am Bleikern zu beachten. So sollte bei der Beschleunigung der Mantel das drallverursachte Drehmoment sicher auf den Kern übertragen. Den Kern nicht im Mantel frei drehen zu lassen, ist auch heute noch wichtig, durch Preßpassungen leider nicht immer zufriedenstellend gelöst.

Der schlechten Versorgungslage für gute Kupferjagdgeschosse wegen, entschloß ich mich mit einem deutschen CNC-Präzisionswerk eigene Geschosse anzubieten. Die Werte für die Tiefenwirkung bei Fleisch- und Knochen sind Mindestwerte. Ich biete euch daher vorerst folgende Geschosse in Kleinserie an. Ende November 2003 erhoffe ich Lagerware. Das Weitere wird sich finden. Falls ihr solche wollt, schaut euch Lutz Möller MJG Geschoß an und schreibt mir.

Saugesöff

Guten Morgen,

unsere Sauen mögen einen ganz besonderen Spezialtrunk, dem sie in der Abend- oder Morgendämmerung nicht widerstehen können. Allerdings benötigt das stinkende Gebräu mehrere Wochen zu reifen. Wir haben aber immer Vorrat da. Es besteht aus Mais, Wasser und Hefe. Alle Woche wird etwas Wasser nachgefüllt. Sobald das Gebräu einen grünlichen Pelz hat und unbeschreiblich stinkt, wird es an bestimmten Stellen nahe Wasserlöchern ausgeschüttet. Von dem Gebräu bleibt kein bißchen übrig. Auf der Ranch können 3 Ansitze genutzt werden.

Da wir hier auch nachts Schüsse hören und Nachtjagd auch angeboten wird, werden wir uns noch einmal kundig machen, was für eine Sondergenehmigung notwendig ist. Das kann allerdings ein paar Tage dauern, da die Behörden hier sehr langsam arbeiten. Sobald wir Bescheid wissen, melden wir uns wieder.

Die Jagdzeit auf Sauen 1 h vor Sonnenaufgang bis 1 h nach Sonnenuntergang trifft nur für den Weißwedel zu. Sauen können also auch nachts gejagt werden. Für weitere fragen stehen wir gern zur Verfügung.

Viele grüße aus Texas Yvonne, André & kids http://www.scorpioranch.com/

8,5x64 auf Sau

Die Gegend ist so arm, daß die Kiefern verhungern. In Kummersdorf wurden Raketen geschossen, bis Walther Dornberger und Wernher von Braun mehr Platz brauchten und, um weit über See schießen zu können, nach Peenemünde auswichen. Die Panzer blieben. Die Sauen auch. Da die nächsten Felder noch weit sind, schätzen die Sauen Kirrungen besonders. Die Gegend wird von Menschen wenig besucht. Das Wild benimmt sich hier anders als in der üblichen deutschen Kulturlandschaft.

Als ich mal morgens um 7 Uhr bei bestem Sonneschein einen sehr langen geraden Sandweg durch die offene Heide befuhr, eine 6,5 x 65-Sau im Kasten, regte sich im Augenwinkel etwas: Eine prächtige Rotte Sauen: Starke Bache mit etwa 7 - 8 Überläufern liefen etwa 10 - 20 m neben mir durch Gras bzw. Heide. Wie schnell ist eine Sau im Fernverkehr? Nun, so schnell wie ich fuhr, um auf dem Weg nicht in ein Loch zu fallen, 30 km/h! So liefen, fuhren wir einige 100 m nebeneinander her, ich im Flachschnauzer auf dem Weg, die Sauen eng beieinander im offenen Gelände. Afrika könnte nicht besser sein. Dann wurde ich den zottigen Feistlingen zu lahm und wurde im großen Bogen überholt, der Weg 25 m vor mir überfallen. Die Tiere schwanden gleichmäßig schnell, kraftvoll, eng beieinander, in der endlosen Gegend.

Wenn der Jäger seiner Waffe nicht sicher ist, muß er im Revier die Waffe anschießen. So 2 - 3 Schuß braucht man schon, um sicher zu sein, daß alles in Ordnung ist (Hinweis: Zur Übung im Revier zu schießen ist in D. verboten. Ich halte das zwar für Quatsch, aber die Gesetze sind ja auch von anderen, nicht von mir). Eine olle 1,5 cm Eisenplatte weist in 100 m danach über 1 cm große Löcher auf. Na gut, Poncelet sagt für gestaltfeste 14 g 8,6 cm Geschosse 4 cm Eindringtiefe voraus. Die olle 318 Panzerbüchse brachte auf 300 m immerhin noch gut 3.

Nachdem mein letztes Schweinchen mit breitem Herzschuß noch 15 m lief, wollte ich den Fußweg nun verkürzen. Der alte Förster empfahl statt des ,,waidgerechten Blattschusses, bei dem die Sauen immer noch laufen", wie an letzter Stelle beschrieben, nicht hinter dem Vorderlauf unten, sondern ,,weiter vorn und höher“ anzuhalten, also die Kreuzung von Schulterblatt und Rückrat als Ziel zu wählen; eben das Schwein nicht blutleer laufen zu lassen, sondern die Verbindung zwischen Gedanken und Bewegung zu kappen, also einen Zentralnervensystemtreffer zu landen. Von der eben beschriebenen Tiefenwirkung auf harmlose Alteisen ermutigt, saß ich also stundenlang an der belaufenen Kirrung, vom besten Sonnenschein an bis eigentlich gar nichts mehr zu sehen war. Also baumte ich dann ab um nach Haus zu fahren.

Leider fuhr ich die luftgekühlte Asphaltpistensau trotz üppiger Aufstandsfläche fest. Das Ganze nachts im Dunklen, weit jeder Hilfe. Was tun? Motor an. Versuch. Motor aus. Ungutes Gefühl. Siehe nach. Knall die Tür. Zuletzt hilft nur zu schippen. Also auf den Bauch und kratze mit der Hand den aerodynamisch glatten, leider nun auf der Heide aufliegenden, Boden mit der Hand frei. Zwar ist, der herumliegenden Munition wegen, dort verboten zu graben, aber was kümmert's in der Notlage. Solange die Fingernägel halten und ich nicht durch eine Mine explodiere schippe ich mich frei. Das dauert. Sand rieselt überall herein.

Einige Nächte vorher kamen irgendwelche Idioten nachts um drei in die verlassene Gegend und knallten etwa 15 Schuß mit der Pistole herum, um dann mit brüllendem Motor das Weite zu suchen. Ich fühlte mich also nicht besonders sicher, mit dem Arm unter den Wagenboden eingeklemmt laut kratzend ohne Umsicht dort zu schippen. Aber leider war kein Bergepanzer in der Nähe. Und dann dieses Grunzen!

Grunzen? Wieso grunzen? Jetzt aber hoch und die Waffe geschnappt. Ja, ist denn das die Möglichkeit? Als Jäger versuche ich so leise und unauffällig wie möglich zu sein, kriege fast eine Nervenzusammenbruch, wenn ich auf der Kanzel mal hüsteln muß, weil sich ein Krümel verklemmte, und nun, als schabender Havarist, stören sich die Sauen kein bißchen 50 m weiter die Kirrung zu besuchen. Die Sau grunzt, recht nah, recht tief. Aber die mißratenen Kinder scheinen die Warnung zu mißachten und stürzen sich auf das ,,Gold". Alle gleich groß, oder besser gesagt klein. Mütterchen Vorsicht ist nicht zu erkennen. Na, dummen Schweine werden immer zuerst geschoßen. Also nehme ich das kleinste Stück der Sippe 30° spitz von vorn in die Glasmitte, halte zwischen Kopf und Schulter, eher zum Kopf, hoch und lasse den beruhigend starken Rückstoß der 8,5x64 ohne Bremse mir die Waffen halten. Die Sauen spritzen zur Seite. Der Wind kam quer. Eine Sau, die Sau, rennt geradewegs auf mich zu, oder doch fast, auf der anderen Wagenseite durch den Wind, kriegt mich also mit und ist dann etwa drei bis fünf Meter hinter mir im Holz ... und grunzt; ... die mit der tiefen Stimme. Oh Mann ...

Jungs, so macht die Jagd Freude. Aber ohne Waffe wäre ich mir in dem Augenblick allein auf weiter Heide doch unnötig nackt vorgekommen.

Wertung

Die Sauen konnten mich nicht gewindet haben. Weshalb das eingängige Mahngrunzen erfolgte, obwohl jedem im Umkreis von 100 m klar war, daß ich dort einen festgefahren Wagen ausbuddelte (Mensch oder Schwein) ist mir unklar. Die Sauen wußten, nicht allein gewesen zu sein. Als die Sau dann zu mir flüchtete, dachte ich erst an Rache für das Kind (weiblicher Überläufer, kippte mit kombiniertem Träger-Herzschuß der dicken Wumme mit weichen 14,3g TMS einfach nur von den Schalen, um dann, wie nach einen ZNZ-Treffer üblich, noch eine Minute oder so Wild zu schlegeln) und war auf Böses gefaßt, aber der beunruhigend tiefe und nahe Ton, galt wohl mehr der überlebenden Sippschaft, als mir.

Beim Aufbrechen sah ich mir den Mageninhalt an. Dort war im wesentlichen festes grünes Rauhfutter zu finden, der örtlichen Äsung entsprechend. Die Sauen waren also heimisch, kein Wechselwild. Aus der Not erklärt sich vielleicht die schweinische Gier nach Mais, der ja doch etwas besser als Gras nährt.

Guten Tag Herr Möller!

Der 8,5x64 Erfahrungsbericht auf Sau verwundert mich auch nicht. Ich sagte ihnen ja mal am Telefon, daß ich den Sauen immer "die Mechanik" kaputtschieße, indem ich immer mittig auf die Blattschaufel ziele. Da ich ja bisher immer das TUG geschoßsen habe, dessen vorderer Teil ja auch gut zum Splittern neigt ist es auch sehr häufig so gewesen, daß die Wirbelsäule, obwohl selbst nicht getroffen (manchmal sehr knapp vorbei) ein oder zwei Flußeisensplitter abbekommen hatte. Ob die schlagartige Wirkung nun auf die Splitter oder auf das nah vorbeisausende Geschoss zurückzuführen ist weiß ich nicht, doch bin ich mit dem Haltepunkt bisher gut gefahren. Bin nur etwas skeptisch, ob die Wirkung beim splitterarmen CDP aus der 8x68S auch so umwerfend sein wird.

Jörg Schollasch

Hallo Lutz,

war auf Sauenansitz eingeladen, schoß mit .300WM 11,7gr.Nosler BT eine 50 kg Überläuferbache auf ~ 65 m. Ich zielte auf die Stelle an der sich Schulterblatt und Rückgrat überschneiden. Die Bache lag sofort im Feuer. Weiters hätte ich noch eine Frage bezüglich Mündungsbremsen. Welches Material nimmt man am besten? Beim geistigen Durchexerzieren Deiner Skizzen fiel mir das Wort "Negergewinde" auf. Kannst du mir das bitte kurz erläutern, denn mein Freund an der Drehbank kennt den Ausdruck auch nicht. Ich glaube nicht, daß das ein Gewinde ist, welches nur unsere schwarzafrikanischen Mitbürger herstellen können? Scherz beiseite. Danke für Deine Antwort Gruß

Peter Maedl

überaschung in der Steppe

Eigentlich saß ich mittags bei Sonnenschein an, um einen Frischling zu schießen. Mein Förster hatte mittags beim Kirren schon zwei erwischt. Das wollte ich auch mal versuchen. Der üblicheAnschuß auf die 100 m entfernte 1,5 cm Eisenplatte ergab wieder ein Schöns Loch. Die Platte bewegt sich. Der Einschuß ist gut zu sehen. Also alles bestens. Ein kleines Bier (⅓ l) mit Brot und Wurst waren bald genossen. Die Sonne schien. ☼ Leider zog die Luft genau auf die Kirrung zu. So war zu warten wohl nicht sinnvoll. Also spazierte ich in der Sonne ein wenig durchs Höhe Steppengras. Der seichte Wind kam quer. Plötzlich erschien aus dem Nichts, oder besser gesagt aus dem Höhen Gras, nicht weit vor mir eine Sau, keine 10 m weg. Ganz automatisch ohne nachzudenken entsichert ich die Waffe sie flog an die Backe. Der Pürzel zeigte zu mir - Ruhe - Spannung - zunächst schien sie verwirrt. Dann drehte sie sich zu mir. Das war mir auf die kurze Entfernung dann doch zu heiß. Schon klatschte die 14,5g 8,5 mm Kugel mit 875 m/s ins Ziel. In dem Fall ohne nachzudenken aufs Blatt. Die zentnerschwere Sau zeichnete, griff ein, flüchtete 5m, kippte, fiel, versuchte nach mal hoch zu kommen und lag. Kurze Zeit später war Ruhe. Der Treffer schoß das Herz oben entzwei. Die Lunge war großflächig zerstört. Die Bleierne Sippe hatte mal wieder zugeschlagen.

Für so einen Schnellschuß, eigentlich eher zur Selbstverteidigung als zur Jagd, geschossen, war die Trefferlage gut, die Wirkung auch. Da das Stück an den Forst ging, weiß ich keine weiteren Einzelheiten.

Ach doch. Von Rückstoß und Knall war gar nichts zu spüren. Die Bremse wirkt gut. Im Kampf höre ich nie den Knall.

Gebrüll

Die Hirsche röhrten bei gutem Mond des Nachts in der Steppe, daß es eine Art hatte. Rechts hinten beiden Dünen, 1 km oder weiter, röhrte der dickste Platzhirsch Urh Oähr! Links daneben in vielleicht 2 km tönte ein anderer fast ebenso laut eher einsilbig etwas leiser, Uahr Uahr. Weiter im Süden und weit weg war noch mehr Krach. Neben den Platzhirsche brüllte noch ein Wanderhirsch. Bei dem Krach kann man ja keine Sau hören, dachte ich mir so, legte mich schlafen und pennte ein. Dann, Stunden später, knackte es. Nein, keinen Sauen: Hirschgeweihe. Der Laut elektrisiert. Der Wanderhirsch hatte sich an den großen Platzhirsch rechst gewagt. Die Geweihe knallten aufeinander. Könne sich Hirsche eigentlich freuen? Jedenfalls mußte der Herausfordere weichen. Der Platzhirsch gröhlte mit einer derartigen Begeisterung, als würde er über dem ,,mit der Axt Erschlagenen" stehen und rufen: ,,Du kommst nicht wieder, du Weiberräuber! Die Siegesfreude war im deutlich anzumerken. So hörte ich noch nie eine Hirsch brüllen. Na ja, schön ist's ja, aber ich wollte Sauen schießen. Dann knallte es gerade vor mir in der Dickung gegenüber der Kirrung aus der Dickung. Der Wind zog von da. Was sollte das? Dort standen zwar auch mal einige jüngere Hirsche, aber daß die jungen Kerle nun hier einen auf Brunftgetümmel miemen, hatte ich nun doch nicht erwartet. Das kam mir an dem Ort eher seltsam vor.

Als dann am Weg auf dem offene Sand schwarze bewegliche Klumpen erschienen, war mir klar: Die knallenden Hirschgeweihe von gegenüber waren von Sauen geknackte Kiefernzweige. So können Hirsche einen verwirren! Tja, auf 100 m von der Kanzel nachts um eins bei fast Vollmond und einigen Wolken eine Sau von der Kanzel zu schießen ist nicht schwer - wenn sie bloß stille hielte und nicht flugs den Weg überfallend in Höhe gelbe Gras eintauchen würden. Die Tiere kamen aus der Dickung nur bis in den Mondschatten, dann schwupp über den Weg, und ab ins Gebüsch! Was soll man da tun? Runter vom Sofa und rein in die Kneipe, äh, ich meine von der Kanzel und auf die Füße.

Der Wind stand gut. Winden konnten mich die Schwarzkittel nicht. Ich vermutete, sie zogen nordwärts. Genau dahin führte ein Weg durchs gelbe Gras. Also hinterher. Wenn sich Sauen sicher fühlen, sind sie oft laut. Das war auch gut so, weil sich der Himmel zuzog. Nach 300 m hatte ich sie im Blick. Also näher ran. Stehend freihändig auf über 100 m im Mondschatten auf schwarze Sauen im gelben Gras ist nicht jedermanns Sache. Also zögerte ich. Die Sauen sind so doof nun wieder auch nicht. Pfffh! Schon bläst eine. Wird sie grunzen? Nein Gottseidank nicht. Also kam ich ihnen spanisch, aber nicht gefährlich, vor. Wenn die wüßten! Der Generalplan stand. Die Sauen wollten nach Norden. Der Wind kam von Westen. Der Weg bog irgendwann nach Westen ab. Also müßten die Sauen den Weg planmäßig weiter vorn überschreiten. Wie sie das angingen, hatte ich ja gesehen: Bis ran, warten, winden und dann los. Ich auch. Also bin ich schnell und mit langschäftigen Lederstiefeln nicht gerade leise den ansonsten geräuscharmen Sandweg einige 100 m weiter vor bis zur Krümmung. Die Hirsche orgelten immer fröhlich weiter. Schön Dank für die Geräuschkulisse. Der sich tarnt lebt länger, sagte mein KP-Chef immer! Recht hat er. So wie ich schon mal einen Hirsch als Schwein getarnt erlegte, wollte ich diesmal nun sehen, on eine Sau auch als Hirsch getarnt zu bekommen sei?

An der Biegung angelangt, waren die Sauen schon da. Klar, die rät zu mir. Mensch sieht bei bewölktem Himmel mit Glas immer noch besser als Sau in der Sonne. Und wieder ist kein Baum das Gewehr anzustreichen da. Ich hocke mich also hin. Die Sauen sind unschlüssig. Sollen Sie nun (über den Weg) oder nicht. Tja ich weiß auch nicht so recht. Soll ich nun (schießen) oder nicht. Die Tiere halten einfach nicht still. Schließlich sehe ich trotz Wolken in meinem 6x42-4 auf (keine Ahnung wie weit, vielleicht 50 - 100 m, schätz besser, wenn du in der Steppe bei Mond hinter Wolken jagst), die eine kommt breit. In dem Augenblick, als sie ihre Winkelgeschwindigkeit nur knapp absinken läßt, kracht die 8,5er ihr breit vorn mittig auf den Kasten. Heller Kugelschlag! Also doch weiter als 50 m, denke ich in dem Moment (sonst hätte ich den nicht vernommen). Trotz feuerdämpfender Bremse blicke ich nicht ganz durch. Ergebnis: Krach entfernt sich westlich. Tja und nun? Kein Hund, ja, ja Schund, ich weiß, am Mann. Leica hilft. Ein Blick durchs Doppelglas: Schon sehe ich neben der kleinen dunklen Kiefer im hellen Gras noch etwas Dunkles, das vor her noch nicht da war. Ein Lauf schlegelt. Das sieht gut aus! Also mal näher ran. Büchse im Anschlag! Da liegt sie und zuckt noch mit dem Haupt. Fluchtstrecke 0 m + heller Kugelschlag deuten auf Krellschuß. Ich bin vorsichtig. Es sind immer die toten Säue, die einen ins Bein beißen!

Diese nicht. Die mittlere 62 kg Sau empfing die schnelle weiche 14,5g Kugel hinter dem Blatt mittig knapp unter dem Rückgrat: Blatt-Rückratschuß. So zersplitterte die Kugel hinreichend, um sowohl die Lunge zu zerstören als auch das Rückgrat zu treffen. Ausschuß gibt's dann nicht mehr. In dem Sinne war der Schuß ,,Varmint-Syle"! Ach ja, fällt mir ein, können nur Hirsch brüllen? Nö! So einen Freudenschrei, die Sauen planmäßig überlistet zu haben und dann noch auf mittlere Entfernung freihändig im Halbdunklen sauber getroffen und gestreckt zu haben, wie ich aufstieß, können Hirsch überhaupt nicht ablassen. Gewissermaßen aus tiefstem Jägerherzblut können Menschen das schon. Je länger du jagts, desto weniger weißt du, was du tust, aber um so mehr klappt. - und wenn's die Sau ist, und zwar, um.

Safarischorsch Quelle Wild & Hund

..und ich säch noch, mok dat Swin dout, aber nei, he let sich von de Höners beeten!

Kurz und schmerzlos

Der Vollmond ging um 16:08 h bei leichte Dunst und Frost auf. Kurz nach 18 Uhr, saß ich an der Kleinbahnleiter, 50 m gegenüber der Kirrung, die seit einer Woche unbeschickt war. Leicht Wind kam westlich. Die Kirrung lag südlich. Der Mond kam von links. Die Kirrung lag tief im Mondschatten. Kaum hatte ich mit großem Getöse alles umgeladen, bewegt, mich in den Ansitzsack gezwängt, als ich schon die Sauen hörte. Kurz danach kamen die beiden ersten Schweine aus der Dickung auf die Kirrung. Ich wollte nichts anbrennen lassen, nahm meine 8,5x64 mit Mündungsbremse mit 14,5 TMS bei 875 m/s und nahm sie in mein 6x42-4 mit Gummiblende. Die Beiden bewegten sich, wie es so der Schweine Art ist. Als eines einigermaßen ruhig und spitz stand, ließ ich fliegen. Dank Hochdruckladung und 65 cm Lauf brannte das Pulver ohne wahrnehmbares Mündungsfeuer ab. Dank Bremse, gepaart mit mäßiger Vergrößerung, ruckte die Waffe nicht so sehr, als daß ich die Sau nicht hätte fallen sehen könne.

Die zweite Sau ging ab. Im Wald ertönte ein tiefe Grunzen. Also nahm die Leitbach ihre Rotte vom Fleck weg. Automatisch öffnete ich langsam den Verschluß, nahm die kostbare Hülse raus, steckte die in meinen Muff im Ansitzsack und repetierte möglichst geräuschlos durch. Die Sau lag noch am Ort ihre Falles. Sie schlegelte und blieb dann ruhig.

Da hörte ich in Lee am Weg schnelles Getrappel. Pech. Zu spät . Die Sauen waren durch. Als sie durch meinen Wind liefen grunzte die olle noch mal. Nun gut. Ich brauchte also nicht länger sitzen und hoffen die Rotte käme zurück Die nicht!

Der Überläufer war für meine kleine Wagen zu groß und schwer, vielleicht aufgebrochen 60 kg, oder so. Jedenfalls astete ich ziemlich beim einladen, als in Luv Sauen quiekten. Warum auch nicht. Auch die könnten zu der Kirrung wollen. Schwups hielt ich die Waffe. Leider kamen sie nicht.

Was mich aber völlig durcheinander brachte war die Wundwirkung. Der Treffer war, anders als vermutet, fast breit hinter den Vorderläufen durch die Kammer gefetzt, ohne das Herz zu verletzen (soweit man das beim Aufbrechen im Wald sehen kann). Die Lunge war dunkelroter Matsch, also von der Bleiernen Sippe hinweggerafft. Die Sau hatte wohl 5 cm Weißes unter der Schwarte. Vom der Kammerinnenseite betrachtet war der Einschuß etwa fünfmarkstückgroß, der Ausschuß durchmaß wohl 5 cm. Das mäßig schnelle weiche 14,5g TMS hatte sich also ziemlich zerlegt. Das erklärt aber nicht den plötzliche Fall, das deutlich Schlegeln und schnell Ableben. Was war hier los? Das selbiges Geschoß auch über größere Tier schnell das Leichentuch zieht, bemerkte ich ja schon an dem Rotspießer im Sommer.

Mir scheint die Bleischauer, die beim Rehwildgeschoß die Fluchtstrecken so segensreich verkürzen, wirken ein paar Nummern größer auch bei größeren Tieren. Oder was meint Ihre?

Waidmannsheil, Lutz Möller

Gepirscht

Insgesamt waren in der Heide wenig Fährten in Schnee zu sehen. Die letzten zwei Tage war das Wild es also ruhig. Dennoch war die Kirrung kürzlich untersucht worden. Also mußten die Borstigen in der Nähe sein. Binnen einer viertel Stunde auf der Fährte hatte ich sie. Aus dem Gestrüpp vernahm ich Bewegung und flugs die Büchse von der Schulter. Schon tauchte die kräftige Bache mit ebenso kräftigen (> 30 kg) Frischlingen am gegenüberliegenden Hang kurz auf, keine 40 m. Dummerweise fand ich sie mit meinem 6x42-4 nicht so schnell. Um ein Ziel schnell zu fassen wäre eine offene Visierung besser! Dann hatte ich blöderweise auch noch vergessen zu entsichern. Tja wenn man sich fremde Waffen zur Jagd borgt kann das passieren. Jedenfalls war ich erst fertig, als ich nur noch den Pürzel der Dicken ins Visier bekam und dann zu schießen war nun nicht nach meines Vater Sohn Geschmack.

Schnell hinterher. Starker Schweinegeruch überall. Aber die Sauen waren im Kratt schneller als Mann in Winterkleidung mit Glas und Gewehr. So legte ich erst mal meine zu dicken Sachen ab, das Glas ebenso und nahm erleichtert die Verfolgung auf. Bei guten Licht im dünnen Schnee geht das schon. Allerdings schlagen die Sauen gelegentlich Haken, so daß man schon recht gut aufpassen muß, gelegentlich kreisen, um den Anschluß zu finden. Erschwerend waren die anderen Rotten, die in demselben Revier ihre Kreise zogen. Da ich allerdings wußte, eine starke Bache mit zwei starken Frischlingen zu verfolgen, die ich ja schon sah, ging das einigermaßen. Verlor ich die Fährte, hielt ich mich an die allgemeine Zugrichtung und lief Zickzack. So fand ich die Fährte immer wieder. Mir schien als seien insgesamt drei Rotten unterwegs.ren beiden Töchter. Zweitens eine größere Rotte mit kleineren Frischlingen so in der 15 -20 kg Klasse und drittens dann noch eine Rotte, die aus etwa gleich großen Tieren zu bestehen schien. Im nachherein kommt mir das merkwürdig vor, aber in dem Augenblick war’s mir gleichgültig. Ich wollte Rotte Eins!

So nach gut einer Stunde, war mir irgendwie merkwürdig. Die Fährtenlage war mal wieder unklar, ich erschöpft und was wie ich noch mich treib mal innezuhalten.

Da hatte ich sie. Ich stand in einer Senke. Hinter dem Hügel ebenfaß in einer Senke sah ich einen nicht so dunklen Wildleib. Ha. Endlich. Aber was war das? Die Lauscher so groß! Der Träger so lang! Kahlwild! Scheiße! Ich hatte mich verlaufen. Nun ist Rotwild immer ein besonderer Anblick, also umschlug ich geduckt außer Sicht den Hügel, bis ich zwischen einigen kleinen Bäumchen ohne zu großen Riß über der Kimme auftauchen und das Rotwild ansehen konnte. Ich sah genau in die Abendsonne über dem Wild. Das war bedenklich. Jede Optik hätte den Tieren geradewegs in die Augen geblitzt. Da die keine 100 m weg waren, konnte ich sie auch so sehen. Schön Tiere! Ganz ohne Frage hatten die mich mitbekommen, denn Sie äugten und lauschten aufmerksam in meine Richtung. Winden konnten Sie mich nicht.

Warum sprangen Sie nicht ab. Warum sicherten Sie gelegentlich nach links? Im Augewinkel klärt sich unter den Bäumen der Grund. Sauen! Ha. Hatte ich Sie endlich. Links versteckt ein sehr großes Stück. Rechts versteckt ein fast ebenso starkes. Schon grunzte die Alte. Ich dachte schon, Mist, nun hauen sie ab, aber sie blieben. Dann kam ein sorgloser kleiner Frischling so 18 kg von rechst rüber. Also war es wieder nicht Rotte eins sondern Rotte drei. Da ich nun quer zur Sonne äugte, backte ich an, um de Schweine durch mein ZF zu beobachten. Auch die hatten mich zweifelsohne bemerkt, denn die Alte sichert ein meine Richtung.

Aber so ist das mit Hirschen und Schweinen. Sie ziehen ohne sich zu fürchten kreuz und quer durcheinander, vertragen sich gut. Nun war mir klar was die dachten. Die Sauen dachten wohl, ich sei ein Hirsch, während das Rotwild dachte, ich sei ein Schwein. Die Sauen waren wohl etwa 60 m entfernt. Der kleine Braune war nach rechts Muttern gezogen, rechts standen seine Tanten, also wartete ich. Er kam dann auch wieder auf die einsehbar freie Schneefläche. Die paar dünnen Zweig im Weg kümmerten mich nicht. Eingestochen hatte ich. Ich saß im mit dem linken Knie hoch abgewinkelt, darauf stützte ich meinen linken Ellbogen ab und ließ auf das langsam ziehende Schweinchen auf den Träger fliegen. Krach! Mein Schweinchen kippt um. Die andern düsten ab. Der Frischling schlegelte wie verrückt. Nach einer Minute war Ruhe.

Ich hatte nicht mitgezogen, war also zu weit hinten abgekommen. Die weiche 8,5 mm 14,5 g Kugel mit 875 m/s v0 platze schon im Lauf auf, zerstörte die Lunge und Teile des Herzens und zerschoß den gegenüberliegenden Lauf. Der flächige Ausschuß war schon in der Schwarte deutlich zu erkennen.

Sofern die Tiere nicht zu groß sind, bleiben einfache weiche Bleigeschoße (TMS) immer noch ein gute Wahl, sofern sie groß und schnell genug sind. Es ist überhaupt noch kein Tier, das von der 8,5x64 getroffen wurde nicht entweder sofort umgekippt oder mehr als 15 m gelaufen. Dabei wurden nicht nur Trägerschüsse angetragen, bei denen die Getroffen nicht mehr flüchten können.

Zu meiner Schande muß ich gestehen, Rotte zwei war wohl nicht Rotte zwei sondern Rudel drei. In meiner Besessenheit Rotte eins zu finden, hatte ich die Fährten nicht genügend untersucht um Rot- vom Schwarzwild zu trennen, obwohl das eigentlich nicht so schwierig ist, weil die Schalen unterschiedlich rund sind. Die Afterklauen sind ja nicht immer zu sehen.

Das Rotwild lies ich in Ruhe weil ich die Kälber, die noch frei waren, nicht richtig ansprechen konnte und nichts falsch machen wollte. Bei Rotwild ist sonst die Hölle los. Aus einer Rotte Schwarzwild das kleinste Stück herauszuschießen, kann dagegen jeder Jungjäger. Insofern hab ich mir die Entscheidung einfach gemacht. Selbst wenn ich meine eigentliche verfolgte Beute, Rotte eins, nicht fand, war ich doch sehr zufrieden. Gesehen hatte ich genug und geschossen auch.

Quelle: Safarischorsch WuH

Waidmannsheil Safarischorsch. Die Geschichte erinnert mich an meinen Hirsch, dem ich als Schwein kam.

Lutz Möller

Abschuß führender Bachen

JagdZ VO BrB § 2 Jagdzeiten

(1) Vorbehaltlich der Bestimmungen des § 22 Abs. 4 des Bundesjagdgesetzes darf die Jagd ganzjährig auf folgende Wildarten ausgeübt werden:

Mink (Mustela vison)
Marderhund (Nyctereutes procyonoides)
Waschbär (Procyon lotor)

(2) Abweichend von den durch die Verordnung des Bundesministers für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vom 2. April 1977 (BGBl. I S. 531) festgesetzten Jagdzeiten darf die Jagd ausgeübt werden auf:

1.

Rehwild (Capreolus capreolus)

Schmalrehe

vom 1. Mai bis 31. Januar

Böcke

vom 1. Mai bis 15. Oktober

2.

Schwarzwild (Sus scrofa)

Schwarzwild außer führenden Bachen

ganzjährig

Bachen (führend)

vom 16. August bis 31. Januar

3.

Feldhasen (Lepus europaeus)

vom 1. Oktober bis 15. Dezember
(EinzelAbschuß aus Forstschutzgründen bis 15. Januar)

4.

Dachs

vom 1. Oktober bis 31. Oktober

5.

Graugans

vom 1. August bis 31. Januar, mit der Maßgabe, daß die Jagd in der Zeit vom 1. September bis 31. Oktober sowie vom 16. Januar bis 31. Januar nur zur Schadensabwehr auf gefährdeten Ackerkulturen ausgeübt werden darf

6.

Bläß-, Saat- und Kanadagänse

vom 16. September bis 31. Januar, mit der Maßgabe, daß die Jagd in der Zeit vom 16. September bis 31. Oktober sowie vom 16. Januar bis 31. Januar nur zur Schadensabwehr auf gefährdeten Ackerkulturen ausgeübt werden darf

http://www.wildundhund.de/

JagdZ-V Brandenburg

Bachen (führend) vom 16. August bis 31. Januar

@ LutzM

Trotz Zustimmung von Reineke sehe ich die Sache doch etwas differenzierter.

Zitat:


Der Forst in BRB sieht Überlauferbachen nicht als Bachen an, die dürfen das ganze Jahr bejagt werde, solange sie nicht mehr srät.


Als Bejagungsstrategie sinnvoll! Rechtlich zwischen 1. Feb. und 15. Aug. zumindestens bedenklich. Fraglich, ob eine Uberläuferbache mit eigenen Frischlingen in der Rotte im Sinne des BJG §22 (4) "führt"? Und die Verfolgung der Straftat obliegt dann nicht der Unteren Forstbehörde sondern der StA.

Zitat:


Bachen sind ab Mitte August bis Ende Januar bejagbar, srätde Bachen dürfen auch dann nicht geschoßen werden, kommt auch nicht so häufig vor, Leitbache, weil führend, sind ebenfalls zu schonen.


Das, was du schreibst, ist nicht Recht. Rein rechtlich darfst du in BRB srätde Bachen zwischen dem 16.8. und dem 31.1. bejagen. Der das vorsätzlich tut, ist ein Arschloch, aber kein Straftäter.

Sinn ist, daß man im Herbst ein Stück beschießen kann, ohne die Angst im Nacken zu haben, daß es eine Überläuferbache ist, die zur Unzeit gefrischt hat. Das entbindet den Jäger aber nicht vom §1 (3) BJagdG: ,,Bei der Ausübung der Jagd sind die allgemein anerkannten Grundsätze deutscher Waidgerechtigkeit zu beachten."

Alexander

Alexander,

Lutz schrieb: ,,Bachen sind ab Mitte August bis Ende Januar bejagbar, srätde Bachen dürfen auch dann nicht geschoßen werden, kommt auch nicht so häufig vor, Leitbache, weil führend, sind ebenfalls zu schonen."

Alexander schrieb: ,,Das was du schreibst, ist nicht Recht. Rein rechtlich darfst du srätde Bachen in BRB zwischen dem 16.8. und dem 31.1. bejagen. Wer es vorsätzlich macht, ist ein Arschloch. Aber kein Straftäter."

Ich drückte mich wohl mißverständlich aus. Ich meinte hier kommen zwischen Mitte August und Ende Januar nicht so viel srätde Bachen vor. Ich wollte nicht sagen, man solle oder dürfe srätde Bachen während der Bachenjagdzeit erlegen. Insofern würde man wohl doch Straftäter.

Gruß LutzM

Der kleine Dialog zwischen Lutz und Alexander betrifft einen Ausschnitt der Gesamtfrage, und wenn ich auf Lutz kurz eingehe, soll das nicht von der eigentlichen Fragestellung ablenken.
Einige Länder haben die Möglichkeit genutzt, den tatsachenoffenen Rechtsbegriff der "Brut- und Setzzeiten", den das BJG ja nicht weiter definiert, landesrechtlich direkt oder indirekt zu umschreiben, teilweise auch als Legaldefinition. Eine ausdrückliche dahingehende Normsetzungsermächtigung an die Länder enthält § 22 Abs. 4 S. 2 BJG dem reinen Wortlaut nach nicht, sie dürfte aus normhierarchischen Gründen (grundsätzliche Landeskompetenz aus Artt. 70 Abs. 1, 75 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 GG) aber auch nicht erforderlich sein.

Wo eine solche nähere normative Bestimmung existiert (z.B. auch in Niedersachsen), kann dann die Frage gestellt werden, wie es sich mit der Erlegung aufzuchtnotwendiger Elterntiere außerhalb der Brut- und Setzzeiten verhielte. Klar ist, daß dies jagdethisch zu verurteilen ist; ist es aber auch eine Straftat gegen § 38 Abs. 1 Nr. 3, Abs. 2 i.V.m. § 22 Abs. 4 S.1 BJG ?
Lutz meint ja, Alexander meint nein.

Die Kommentierungen äußern sich deshalb mehrheitlich nicht zu der Frage, weil sich die Antwort aus dem Gesetz ergibt. Lediglich Meyer-Ravenstein nimmt in seiner Kommentierung zum niedersächsischen Jagdrecht dazu Stellung, freilich mehr adhortativ als juristisch. Er meint zwar:

"Da § 22 Abs. 4 S. 1 BJagdG die Bejagung der zur Aufzucht notwendigen Elternteile generell untersagt und die Länder weder ermächtigt werden, die Brut- und Setzzeiten abschließend festzulegen, noch die Schonzeiten ohne besondere Voraussetzungen zu verkürzen (§ 22 Abs. 1 Satz 3 BJagdG), ist Wild auch außerhalb der gesetzlichen Brut- und Setzzeiten dann zu verschonen, wenn es als Tierart oder einzelne Kreatur von dem Schutzzweck erfaßt wird (ao auch Heider, Diss, S. 55). Eine Fähe, die bereits im März "gewölft" hat, darf also auch vor dem 1. April nicht geschoßen werden."

Darin wird man, was die Forderung betrifft, gewiß zustimmen können, und Stöberjäger wird seine jagdethischen Bedenken erfreulich klar berücksichtigt wissen; indessen ist davon natürlich zu trennen die Frage, ob das, was man "nicht darf", denn zusätzlich auch strafrechtlich sanktioniert wäre. Die Antwort ist - wie es Alexander schon schrieb - ein klares Nein. Dem steht das strafrechtliche Analogie- und Erweiterungsverbot entgegen, weil eben nur die Tathandlung innerhalb der (sc. allgemeinen) Setz- und Brutzeiten pönalisiert ist. Was diese sind, bestimmt sich nach wildbiologischer Kenntnis und, soweit eine Legaldefinition landesrechtlich vorliegt, allein nach dieser.

Man wundere sich übrigens nicht, daß gerade ich hier nun Alexanders Position gegen die Überlegung von Lutz unterstütze: wo er zufällig auch mal recht hat, hat er recht... und "even a broken watch is right twice a day" :-).

Weidmannsheil
Carcano

Nicht so schnell, Stöberjäger - Du befürchtetest wohl, von mir jetzt wirklich die Antwort zu bekommen, nach der Du gerade noch gefragt hattest ? :-) Am Worte anzusetzen, wie Du es jetzt unternimmst, ist ja auch grundsätzlich erst einmal richtig (schließlich war es nach Johannes "im Anfang") und entspricht dem hierarchischen Kanon der interpretativen Hermeneutik - angesetzt werden kann also sowohl am Ausdruck "Aufzucht" als auch am einschränkenden Adjektiv, das nun einmal ganz bewußt "notwendig" lautet (und nicht "hilfreich, förderlich, irgendwie von Betracht").

"Aufzucht" ist das Großwerden, und zwar nicht bis zum Hauptschwein (ohnehin erstaunlich, wievielen der jagdsprachlich offenbar mehrheitlich nicht ganz sattelfesten Poster sich unter der Hand ihre ursprünglichen Frischlinge und Überläuferchen im Netz verschriftlicht dann zu währschaften Schweinen aufblasen), sondern bis zum Selbständigwerden. Und Selbständigkeit heißt bei gesellig-hierarchisch lebenden Tieren (wie sus scrofa) auch nicht "Einzelgängertum, Lösung vom Muttertier", sondern "im Bedarfsfall eigenständig zum Überleben fähig".

Und das ganze erkläre ich auch noch einmal etwas näher unten unter Ziffer 4.

Zunächst einmal will ich aber noch auf Wutachs und houndmanns Anfrage antworten:

  1. Zur praktischen Anwendung und Umsetzung des Jagdrechts durch Behörden und Gerichte, von der - im Gegensatz zu mir - sowohl Reineke als auch Alexander keine Ahnung haben, empfehle ich Euch einen Blick auf die beiden Postings von Stöberjäger und wakoho (auf das erstere hatte ich im übrigen schon bestätigend Bezug genommen).
    Srafverfahren gibt es in dem Bereich nicht, und Jagdscheinentziehungen gleich doppelt nicht (unter anderen wäre letzteres auch deshalb nicht möglich, weil der von Alexander - wie üblich fehlerhafterweise - herangezogene § 17 Abs. 4 BJG die Regelvermutung mangels entsprechender Verurteilungshöhe gerade *nicht* hergäbe).

  2. Juristen freuen sich, wenn sie ihre Meinung in einem Kommentar bestätigt finden. Schlechte Juristen oder Netz-Möchtegernjuristen freuen sich doppelt. Daß in Kommentaren oft auch "Schwachsinn" zu finden ist (so der allgemein und auch im konkreten Fall zutreffende Einwurf von Amadeus), stört diese Freude nur unwesentlich. Denn gerade wer Schwachsinn verbreitet, freut sich natürlich, wenn es außer ihm noch andere Irre(nde) gibt; das sogenannte Geisterfahrer-Phänomen :-).

  3. Außerdem werden durch Kommentarzitate die Schriftsätze typographisch aufgelockert (weil diese in kleinerer Type oder kursiv gehaltens sind), und sie sollen dem Mandanten zeigen, daß das - hoffentlich Höhe Honorar - berechtigt ist und daß der Anwalt etwas für ihn tut. Den Richter interessiert der Kommentar weniger, denn er schaut erst einmal ins Gesetz. Dennoch ist es natürlich unterhaltsam und bildend, mal zu schauen, was denn die anderen Kollegen so meinen - keine juristische Hausarbeit ohne ausführliche Darlegung des "Meinungsstandes", und wie langweilig, wenn es da keine Abweichler gäbe. Und wenn wir das tun und einmal nicht in das dünne und auch sonst qualitativ zumeist unbefriedigende Bändchen des Kurzkommentars von Lorz/Metzger/Stöckel schauen, sondern in den seit dem Reichsjägermeister selig als "Standard" geltenden Kommentar von Mitzschke/Schäfer (der mit Stand 1982 freilich schon wieder ziemlich veraltet ist), was fällt einem dann sofort auf ?

  4. Nu, es fällt die dreiste Verlogenheit auf, mit der sich Reineke und Alexander zwar indirekt (nämlich aus zweiter Hand qua Metzger) auf Mitzschke/Schäfer zu stützen vorgeben, obgleich dieser - soviel lesen konnte der Kommentator dann doch - das genaue und klare Gegenteil aussagt. Nämlich das, was ich schon Stöberjäger vorab schrieb, bevor ich's jetzt netterweise nachgeschlagen habe: "notwendig" ist, was notwendig ist. Oder im Wortlaut:

    "Selbständig geworden ist ein Jungtier, sobald es sich selbständig fortbewegen und sich selbst Nahrung verschaffen kann; zur Aufzucht notwendig sind Elternteile insoweit, als ohne sie das Jungtier zugrunde gehen würde." (§ 22 Rn. 11 auf S. 335, 4. Aufl. 1982).

    Ebenso übrigens auch - ich trage dies nach dem Posting von Amadeus noch nach, zur Vervollständigung - die ansonsten sehr konservative Loseblatt-Kommentierung von
    Nick/Frank/Frank: Das Jagdrecht in Bayern (4. Aufl. mit Nachlieferungen), § 22 BJagdG u. Art. 33 BayJG, S. 222:

    "Zur Aufzucht notwendig sind Elternteile so lange, bis das Jungtier ohne sie nicht mehr zugrunde gehen würde."

    Für eine derartige, ich geb's zu, Trivialität muß man freilich weder Jurist sein noch Lehrstuhlinhaber für Wildbiologie und Jagdwissenschaft. Elementarkenntnisse der deutschen Sprache sollten eigentlich ausreichen.

  5. Es bleibt also dabei: die Geisterfahrer des Threads (mit 180 km/h gegen den Verkehr, aber dafür mit aufgeblendeten Scheinwerfern) sind nicht die Landesjagdverbände, die Landesforstverwaltungen, die obersten Jagdbehörden und die verschiedenen Fachautoren, sondern Reineke und Alexander. War ja auch schwerlich anders zu erwarten.

    Wünscht Weidmannsheil auf Sauen und insbesondere Bachen,
    Carcano, 4. Oktober 2002:

Alexander,

BJagdG § 22
(4)In den Setz- und Brutzeiten dürfen bis zum Selbständigwerden der Jungtiere die für die Aufzucht notwendigen Elterntiere, auch die von Wild ohne Schonzeit, nicht bejagt werden.
§ 38 BJgdG
(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer [...] entgegen § 22 Abs. 4 Satz 1 ein Elterntier bejagt.
(2) Handelt der Täter fahrlässig, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bis zu einhundertachtzig Tagessätzen.

Wenn bei Bachen Jagdzeiten als ,,nicht Setz- und Brutzeiten", angenommen werden, ist nach dem Gesetz der Erleger eine srätden Bache kein Straftäter.

Der Gesetzgeber mag sich noch einiges gedacht haben, aber für eine Verurteilung langt das alles nicht.

Seltsam zwar, aber wohl wahr.
Gruß LutzM

@ LutzM
Ich denke nicht, daß alleine eine Jagdzeit auf Bachen reicht, um den §22 (4) auszuhebeln, sondern daß der Gesetzgeber genau beschreiben muß, daß er "führende" Bachen meint. Das macht er in Brandenburg und - mit der Einschränkung "sollte" in Berlin.

Und ich muß ja nicht führende Bachen schießen. Wenn es innerhalb der erlaubten Zeit geschieht - aus Versehen, z.B. beim Mais häckseln - brauche ich aber keine Angst vor Repressionen zu haben.

Wenn du bei einer der jetzt stattfindenen Drückjagden in den Brandenburger Wäldern eine was auch immer die Definition von Führen ist Bache schießt, die zur Unzeit gefrischt hat, müßte dich der Sachbearbeiter der UFB anzeigen (LJG §39 (4), Hilfsbeamter der Staatsanwaltschaft, Legalitätsprinzip). Straftat, Jagdschein weg! Kein Mensch würde mehr auf Bachen schießen, aus Angst, daß diese Frischlinge haben. Deshalb ist die Brandenburger Regelung gut!

Wer jedoch aus Reduktionsgründen diesen Freiraum mißbraucht ist IMO mit Sicherheit kein Jäger, sondern ein Schädlingsbekämpfer.

Mit Waidmannsheil! Alexander

12 Wege die klassische Schweinepest zu bekämpfen

und überhöhter Schwarzwildbestände abzusenken

Ein landesweit seuchenfreies, landwirtschaftlich vertretbares und gesundes Schwarzwildvorkommen ist unser Ziel. Gemeinsame empfehlen das Ministeriums für Umwelt und Forsten, der Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e. V., die Interessengemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e. V und der Fachgruppe Jagdgenossenschaften im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz-S¸d e.V. für das Jagdjahr 2002/2003:

  1. Die Bestandsentwicklung und die Seuchenlage der letzten Jahre zeigen deutlich, daß Rheinland-Pfalz verzeichnet gebietsweise immer noch überhöhte Schwarzwildbestände. Um neue Seuchenausbrüche zu vermeiden, bestehende Seuchenherde zu tilgen und deren Ausbreitung aufzuhalten, muß mit dem Ziel den Bestand deutlich abzusenken landesweit weiterhin angestrengt gejagt werden. Eine Frühjahrsbestandsdichte von unter 2 Stück je 100 ha Waldrevierfläche wird angestrebt. Besonders vordringlich ist die Schwarzwildbestände in den wegen Schweinepest gemaßregelten Gebieten und deren unmittelbarer Umgebung abzusenken, fortzusetzen. In allen übrigen mit Schwarzwild besetzten Landesteilen von Rheinland-Pfalz ist der Schwarzwildbestand ebenfalls vorbeugend deutlich zu verringern. Die verschärfte Bejagung ist Belang der Jäger im Hinblick auf einen gesunden Wildbestand, sowie Lebensgrundlage bäuerlichen Schweinehalter.

  2. Während der Bestand abgesenkt wird, bedarf es zweier jagdlicher Schwerpunkte: Einerseits vorrangig Frischlinge, als Haupt- und Überträger des Schweinepestvirus, unabhängig von deren Stärke zu bejagen, als auch Überläufer. Andererseits Bachen, die keine abhängigen Frischlinge mehr führen, insbesondere im Herbst und Winter (Leitbachen schonen) gezielt zu bejagen. Den Bestand zu senken erreicht nur erheblicher Eingriff bei den Zuwachsträgern Bevölkerung. Der Anteil mehrjähriger Bachen an der Jahresstrecke sollte in Zeiten der Bestandsminderung mindestens 15%, der der Frischlinge mindestens 70 % betragen.

  3. Grundsätzlich sollte für die Schwarzwildbejagung während der Absenkung gelten: * Jagt Schwarzwild ganzjährige, angestrengt * jagt alle Gewichte * jagt unabhängig von der Verwertbarkeit (Frischlinge).

  4. Jagt landesweit, insbesondere aber in den gemaßregelten Gebieten in den Mondphasen und bei Schneelage in Gemeinschaftsansitzjagden mehrerer Reviere. Jagt im Herbst und Winter möglichst mit großräumigen revierübergreifenden Bewegungsjagden. Dabei verwendet nur fährtenlaut- und kurzjagende, möglichst ortsansässige Hunde ( um den Schweinepestvirus nicht zu verschleppen). Jedes Revier mit Schwarzwildvorkommen sollte sich, sofern es die Revierverhältnisse zulassen an mindestens 2, wenn möglich 3 Bewegungsjagden/Jahr beteiligen bzw. sie durchführen. Die Hegeringe und - wenn vorhanden - die Schwarzwildringe sind aufgerufen, bei der Umsetzung dieser Empfehlungen tätig mitzuwirken. Alle mit der Seuchenbekämpfung betrauten Behörden werden die tierseuchen- sowie die jagdrechtlichen Vorschriften konsequent anwenden und die Einhaltung kontrollieren.

  5. Wirksame Bejagung und Schluckimpfung braucht ordnungsgemäß e Kirrungen. Die Jägerschaft erklärt sich zur Mithilfe bei der oralen Immunisierung bereit. Außerhalb des Impfgebietes sollte die Kirrdichte 1 Kirrung je angefangene 100 ha Waldrevier -bzw. waldähnliche ( z.B. Sukzessions-) Fläche nicht übersteigen. Halte, soweit möglich, eine Mindestentfernung von 1000 m von Schweine haltenden Betrieben ein. Mißbrauch und Verstößen gegen die eindeutigen Kirrungsbestimmungen muß in der Jägerschaft selbst und von den Jagdbehörden entschieden begegnet werden.

  6. Bei Betreuung bewährt sich der Einsatz von Frischlingsfallen. Die Störwirkungen auf Schwarzwild bzw. Rotwild sind gering, die Wirksamkeit hoch.

  7. Die Schonzeit für Schwarzwild wird in Rheinland- Pfalz bis auf weiteres aufgehoben. Nur führende Bachen, d.h. mit abhängigen Frischlingen (gestreiften Frischlingen) sind zu schonen.

  8. Der Abschußlohn für die Erlegung von Frischlingen wird fortgeführt. Die Entsorgung der Aufbrüche sowie des virusguten Schwarzwildes durch die Tierkörperbeseitigungsanstalt wird weiterhin finanziell durch das Land unterstützt. Die Wildbretvermarktung bei Schwarzwild im gemaßregelten Impfgebiet in Eifel und Hunsrück wird massiv durch Abnahmegarantien und finanziell durch das Land unterstützt.

  9. Den Jagdgästen und Pirschbezirksinhabern der staatlichen Forstämter werden im gesamten Bereich des Landes Rheinland-Pfalz für die Erlegung von Schwarzwild keine Jagdbetriebskostenbeiträge in Rechnung gestellt.

  10. Die Landwirte sind ebenso wie die Waldbesitzer gefordert, die Jagdausübungsberechtigten bei der Bejagung durch Verbesserung der jagdlichen Infrastruktur zu unterstützten. Insbesondere die Landwirtschaft kann durch Verzicht auf Maisschläge unmittelbar am Wald, Freilassen von ausreichend breiten Schußschneisen und sofortige Verständigung der Jagdausübungsberechtigten bei Einwechseln von Schwarzwild, z.B. in Maisschlägen, selbst wichtige Beiträge zur verstärkten Bejagung leisten. Darüber hinaus verpflichten sich die schweinehaltende Betriebe sowie alle weiteren Beteiligte, besonders darauf zu achten, daß die tierseuchen- und hygienerechtlichen Vorschriften konsequent eingehalten werden.

  11. Die Kreisverwaltungen werden aufgefordert, während der Seuchentilgung die Möglichkeiten der Gebührenreduzierung für die Trichinenbeschau bei Schwarzwild auszuschöpfen.

Aus http://www.wald-rlp.de/download/schweinp.pdf / Landesforsten Rheinland-Pfalz Juli 2002

Bache mit gestreiften FrischlingenStöberjäger und Alexander,

mir fällt einfach schwer einzusehen:

Führende Bachen, auch wenn sie srät, zu schießen, ist innerhalb der Bachenjagdzeit keine Straftat, außerhalb schon.

Armes Deutschland oder besser gesagt, arme Schweine!

Ich bin bestimmt nicht jemand, der alles verbieten will. Ein Jagdrecht, daß als alleinige Bestimmung dem Grundeigentümer sein Jagdrecht zusteht, wäre mir schon genug. Mehr brauchte ich nicht.

Aber daß wir einerseits Tierschutz ins Grundgesetz stellen und andererseits stillende Mütter schießen dürfen, paßt mir nicht zusammen.

Geht euch das anders?

Gruß LutzM

8mm Mazón at work

Dear friend,

I hope you enjoy the picture of the beautiful boar I had the fortune to shoot with my 8 mm Mazón.

Before, it had stopped to fight the dogs seriously injuring five of them, one of which died the next day. It now run at full speed with the dogs chasing him at some distance, baying at his scent.

I took shot that him him in the ribs but did not stop him. A second shot in the ham when it entered the bush did not sop him either, but eventually fell 20 meters after.

Bullets where Brenneke's TIG in 12,8 gram at 890 m/s and both went through completely.

Regards,
Alvaro Matón, Dienstag, den 30. Dezember 2003 12:54

Dear Alvaro,

Waidmannsheil! I hope next time you utilize the 8 mm Lutz Möller Geschoß.

Lutz

Sako Hammerhead

Hallo Lutz!

Habe am Freitag bzw. Samstag 0.30 Uhr in einem Winkel mit der Streulichtblende, Ohropax und 7x64 SAKO Hammerhead auf 25 Meter eine Sau geschossen. Saß im Wald auf einer Kanzel, wo noch Schnee lag und die Sauen in der Nacht vorher an der Kirrung gewesen waren. Licht war relativ gut. Habe ständig was im Schnee gehört, aber nichts gesehen. War wohl ein Dachs, der dort rumfleucht. Links hatte ich auch was gehört, dann aber lange Zeit nichts mehr. Hatte aber das Gefühl, daß noch was passiert. Kenne das. Oft warten die Sauen bis sie sicher sind, daß niemand da ist. Um 0.30 kam vertraut eine Rotte von 10 Sauen oder mehr. Liefen und standen durcheinander und hintereinander. Eine kleinere stand dann ruhig allein. Mein Schuß durchbrach die Stille. Die Sau klagte, brach hinten ein und lief in den Wald. Ich rief meinen Jagdherr an und ging zum Anschuß, fand dort viel Schweiß. Der Jagdherr kam mit dem Hundeführer. Der Hundeführer, der ein guter Freund ist, war so voll, daß wir mehr Schwierigkeiten mit ihm als mit der Sau hatten. Sein Hund war auch von der Rolle - wohl deswegen - und lief nur Wild rum, nur nicht auf der Spur. Ich folgte der Schweißspur und fand die Sau 20 Meter vom Anschuß. War genau in der Mitte getroffen. Zwar nicht die Niere aber in diesem Bereich. Deshalb klagte sie wohl auch. Es hatte einen guten Ausschuß gegeben. Die Sau wog aufgebrochen 30 Kilo. Die Jungs meinte, weil sie klagte, kämen die Sauen die nächsten Tage nicht. Ich aber denke sie werden die Tage wieder da sind - ich auch ;-).

Wie läuft es bei Dir?

Viele Grüße, Benedikt Klein, Montag, 26. Januar 2004 10:06

Bendikt,

Waidmannsheil. Man sagt, bei Nieren- und Knochenschüssen klagen die Sauen.

Gruß Lutz

Unerwartet

Die heutige Drückjagd Ende Januar 2004 bei Schnee und Sonnenschein brachte bei gleichen Voraussetzungen wie Ende Dezember 2003 nur vier Sauen, statt zwanzig. Während ich letztens einen Überläufer schräg von hinten mit dem 6,5 mm MJG binnen 40 m zu Fall brachte, sah ich heute nur Hunde. Leicas, in diesem Falle.

Nachdem alles verblasen, und auch sonst der Brauch gewahrt war, entschwand ich in die offene Panzersteppe. Zunächst war ein paar Pärchen illegaler Spaziergänger auf das Betretungsverbot hinzuweisen. Man gab sich überascht, versprach die Fläche zu verlassen.

Dann pirschte ich nahe der Magistralenkanzel die beiden bekannten Kesse an. Pustekuchen! Kein Schwein zu sehen. Das Rotwild war auch schon weg. Aber die verduften ja immer recht fix. Also schlendere ich so fürbaß, ohne an etwas Besonderes zu denken, als ich im Birkenjungwuchs vor mir gute 100 m ein Schwein sehe. So in der Nachmittagssonne ist das ja erst mal ein Schönr Anblick. Keiler? Bache ohne Frischlinge? Wer will das Wissen. Das Schwein lebt immer noch.

Dunkle Wolken zogen auf, der Wind frischte von Südwesten und schon kam die Last von oben. Gefroren ist Wasser ja ganz angenehm. Da der Abend nahte war an den Heimweg zu denken. Also trollte ich mich in Richtung Wagen. Da ich zurück mit dem Wind ging, war auch keine Aufmerksamkeit gefragt. Das vereinfachte den Marsch.

An Zwischenziel ,,wartendes Fahrzeug“ angekommen, war die dunkle Wolke durchgezogen, der Himmel teils wieder frei und ein Rest Abendsonne schien flach und golden über die Weite. Nein! Dann kann ich nicht in die Blechkiste steigen. Ein Stück marschiere ich östlich auf der Magistrale um dann nördlich abzuknicken und mir viertel Wind Raum zu gewinnen. Mein Plan ist, bis zur Dämmerung im Freien Strecke zu laufen, später westlich ein Stück zurück und dann südlich eher gegen den Wind durch den Jungwuchs zurückzumarschieren, um dort die Sauen abzupassen, die dann wohl das sein oder durchwechseln werden.

Also laufe ich. Quer zu den planen Zielschleppbahnen im leicht welligen Gelände muß ich öfter mal einpaar Meter steil steigen oder, leichter, absteigen. Fährten sind überall. Die morgendliche Drückjagd hat wohl auch weiträumig einiges angerührt. Mit Schnee weiß der Jäger doch viel mehr als im Sommer. Schade, daß wir nicht wie die Hunde winden können. Aber was soll’s. Also weiter. Der stehende Flugzeugtank, der wie Wernher von Brauns Aggregat 4 (V2) aussieht erscheint dwars rechts in der Ferne. Verdammt. Ich bin schon weit. Noch war nix. Zu lange kann ich nicht laufen, sonst wird’s dunkel.

Da sehe ich von schräg links hinter mir eine frisch sehr belaufen Sauwechsel ungefähr in meine Richtung führen. Wie lange mögen die wohl schon durch sein? Viel waren’s und große. Frischlinge sah man in der Umgegend noch nicht; gefährtet wurde auch noch keine; die erlegten beschlagenen Stücke hatten nur recht kleine Zukünftige im Bauch, so daß mit dem Frischen wohl bilderbuchmäßig erst im März oder April zu rechnen ist. Das Jahr 03 hatte ein naßkaltes Frühjahr, nicht gesund für kleine Schweinchen.

Obwohl ich die Ferne überblicke und jede Bewegung mich in Alarm versetzen würde, stapfe ich auf dem belebten Wechsel ohne jede Gelegenheit durch den flachen Schnee. Wieder mal ist eine Zielschleppbahn vor mir. Ich bin tief. Die Bahn ist leicht erhöht. Ich muß sehn wo ich bergan hintrete um nicht auszurutschen und hinzufallen. Mit entsicherter Waffe wäre das nicht so prickeln. Da bewegt dich gerade vor mir was. Nein. Nicht gerade vor mir, sonder auf der anderen Seite der erhöhten Bahn. Sauen! Vier bis sechs. Entfernung 7 m. Ich backe an. Wozu habe ich Dussel eigentlich ein Zielfernrohr mit Vergrößerung auf der Waffe. Da sieht die Leitbache, die mich bis dahin trotz fast Mitwindlage nicht bemerkte. Hier gilt die Regel keine Leitbachen zu schießen. Aber Dir ist nun mal gerade vorn und hat das Fadenkreuz genau zwischen den Lichtern. Das gute an ehernen Regeln ist, das sie durch ewige Übung und Wiederholung ,,sitzen“, sprich sich gewissermaßen aus dem Unterbewußtsein anwenden, ohne darüber lange nachzudenken. Zeit ist knapp. Die Leitbache dreht, mit ihr die kräftigen Überläufer. In der Pirouette zeigt mir einer die Breitseite. Ich ziehe durch. Sieh da, es knallt und weg ist die Sau. Das Schön an der Jagd bei, auch sinkendem, Sonnenschein im Schnee ist, die Schwarzkittel sind gut zu sehen, selbst wenn sie stiften gehe. Der Überläufer scheint nicht so gut zu Fuß zu sein. Der Lauf ist nicht ganz vollkommen. Nach 40 m wir eine kräftige Birke getroffen, nach 50 m fällt die Sau und reißt die Schalen hoch. Als ich sofort und schnell dran bin ist schon Ruhe eingekehrt, also nach weniger als ¼ Minute, oder so.

Weil’s so schön war und des genauen Berichtes wegen, gehe ich zum Anschuß zurück, der sich klar an den Schaleneingriffen und wenig Schweiß im Schnee feststellen läßt. Nach etwa 10 m Flucht schweißte die Sau anständig, aber seltsam. So alle 2 Meter ist wie mit der Sprühflasche etwa ¼ Quadratmeter Schnee blutig bespritzt. An der Birke, die das todgeweihte Schwein mangels Blut in der Netzhaut schon nicht mehr sah, obwohl der Stamm dicke 18 cm durchmaß, ist ein großer zusammenhängender Schweißfleck.

Nach 50 m liegt die Sau. Das Stück war ein ~ 30 kg Überläufer, beschlagen. Das LM 6,5 mm Lutz Möller KJG Geschoß drang schräg von hinten ein, zerschoß das Herz oben und zerstörte die Lunge großräumig. Etwa ¼ Lunge war dunkelroter Matsch, ¾ noch rosa Schaum, also heil. Das schnelle, feste Geschoß zerklatschte noch den rechten Vorderlauf und verließ nach getaner Arbeit für immer das Schwein. Beim Lüften sah der zerschossene Vorderlauf zwar matschig aus; wie denn sonst? Aber die Räume zwischen den Bindehäuten waren den Umstanden entsprechend als „trocken“ zu bezeichnen, meint, ohne Bluterguß!

Sich verlassen zu können, das Geschoß durchdringe das Ziel bei jeder Größe, aus jedem Winkel schnurgerade bis „ins Leben“, gefällt mir schon.

Lutz M

Schön Geschichte Lutz, Weidmannsheil zum Überläufer!

Das mit dem Schweiß alle 2 m hängt wohl mit dem Herztreffer zusammen, jedes Mal wenn das kontrahierte, wurde aus den Wunden Schweiß heraus gepreßt, da die Wunden verhältnismäßig klein sind und sich die Schwarte auch zusammen zieht und die Wunden zusätzlich verkleinert, ergibt sich zusammen mit dem relativ Höhen Herzpumpdruck dieses von Dir beschriebene Bild der Wundfährte. Ähnlich ist dies auch bei Lauftreffern zu beobachten, jedoch ist dort der Schweiß nicht so heftig!

WeiHei, houndman

Waidmannsheil Lutz!

Was ist es dagegen doch langweilig an der Kirrung zu sitzen...

Hussa! Buschmann

. . . doch noch mit KJG

,,Die Bache die sich winters aus den lockeren Birken tagsüber trollte als ich nahte, hatte ich glaube ich schon mal gesehen, beschossen und auf 100 m stehend freihändig verfehlt. Den Kugelriß durch ein kleine Birke sah ich damals genau. Schweiß war auf dem Schnee nicht zu sehen. Die Sau ging heil ab.

Diesmal an fast der selben Stelle trollte sie sich wieder. Ich riß die Büchse hoch, drückte ab und NICHTS! Ich Dussel führte beider Pirsch ein gesicherte Waffe. Immer mehr komme ich zu der Meinung, an einer Waffe hat eine Sicherung nichts zu suchen. entweder will ich schießen, dann muß die Waffe auch schußbereit sein, ohne Sicherung Stecher oder sonstigen Firlefanz, oder ich will nicht schießen, dann muß sie entladen werden. Allenfalls eine Fallsicherung im Abzug, die den Ablauf nicht stört, kann ich mir noch als sinnvoll ohne hinderlich zu sein, vorstellen.

Die Bache ging nicht besonders eilig durch Birkenjungwuchs ab, ich hinterher. Gelegentlich sind in der Heide Ginsterinseln, z.T. mich Wachholder, in denen sich Wild gern einschiebt, auch junges Rotwild. Also pirschte ich vielleicht eine halben Kilometer oder mehr in Richtung der verschwunden Bache, bis eine solches Ginstereiland erschien. Das mußt du prüfen, dachte sich meins Vaters Sohn. Also brach ich laut kratzend und raschelnd durch das brustHöhe Gesträuch, in dem einzelne höher Kiefern die Übersicht teilweise versperrte. Da hörte ich ein Rauschen, so ein Rauschen, also ob Borsten an Ginster striffen. Ich rannte los und war binnen kurzer Zeit duch die Büsche durch und sah 20 m vor mir am Hang die Bache etwas verdutz stehen. So schnell es ging, backte ich an und sah zu einen Treffer zu landen, bevor die Sau mir wieder entwischte.

Leider schoß ich mit ZF zwar schnell, aber schlecht. Für die Pirsch wäre eine offene Visierung doch besser. Ich traf die mittlere Bache von schräg hinten ins Weiche. Die Sau zuckte deutlich im Rücken und lief. Ach du Scheiße, dachte ich. Mit so einem Treffer kann die Nachsuche endlos werden. So schnell ich konnte rannte ich der getroffenen Sau hinterher und, oh Wunder, nach 150 bis 200 m stand sie wiederum zwischen einigen Ginsterbüschen getarnt. Ohne etwas anbrennen zu lassen, schoß ich ihr wieder von schräg hinten ein Möllersches 6,5 mm KJG durch den Leib. Ich wüßte ja, es würde durch die ganze Bache marschieren und das Herz sicher durchbohren. Die Sau fiel. Da dennoch das Leben noch nicht ganz verlöscht war, setze ich ihr von vorn noch eins zwischen die Lichter und sie lag mit einem Zucken tot wie ein Stein.

Alle drei Treffer in die 70 kg Bache schossen durch. Das eine nur ins Weiche getroffen 70 kg Bache nach gut 150 m Flucht aufgibt ist außerordentlich. Ich bin jedenfalls mit der KJG-Wirkung, sehr zufrieden. Besser (bei dem schlechten Treffer) geht's nicht!"

. . . nach mündlicher Überlieferung von ,,Siegfried Schwarz" am 1. Mai 2004 niedergeschrieben, LM.

Ich selber kenne aus eigener Erfahrung als Jungjäger mit .30"-06 ein Flucht mit einem ähnliche Treffersitz eines langsamen bemantelten Bleigeschosses über eine Kilometer oder so. Die kürzeren, leichteren und vor allen schnelleren MJG wirken durch die größere Wundröhre eben besser.

Lutz Möller 1. Mai 2004

Ein gemöllertes Schwein im Hotzenwald

Nun hatte ich im wahrsten Sinne des Wortes wieder mal „saumäßig” Glück und eine Einladung (Dilldapp, danke!!) auf die revierübergreifende Murgtaljagd. Schon im letzten Jahr fand sich dort der eine oder andere, der auch im Forum aktiv ist. Auch dieses Jahr sollte wieder erfolgreich werden. Mit meinem Ansteller marschierte ich per pedes zum Stand und mir wurde erstmal gewaltig warm. Das Wetter war lange nicht so bescheiden, wie ich befürchtet hatte. Die Klamotten waren für Märsche zu dick, der Rucksack mit kompletter Kampfausrüstung und Atzung auch, und der Drilling zog gewaltig an der Schulter. Nun gut, irgendwann waren wir da und ich richtete mich am Hang ein und lies mir den Hinweis eintrichtern, von wo in der Regel die Sauen dort kämen. Auf alle Fälle würden sie schnell kommen, klang es mir noch im Ohr. Schon war ich allein und hatte erstmal eine halbe Stunde Ruhe, denn der Rest der Truppe war noch lange nicht verteilt und geschossen werden sollte bis zum offiziellen Beginn auch nur auf anwechselnde Sauen, um gerade diese ja nicht zu früh zu vergrämen. Um 10 ging's dann endgültig los. Auf den Drückjagden ist ja immer so: Wenn die ersten Hundelaute näher kommen fängt die Pumpe an zu laufen. Kurze Zeit später konnte ich unter den vielen meist größeren Hunden meinen DJT auch deutlich raushören. Das stimmte mich hoffnungsvoll. Der kläfft nur, wenn er was vor hat. So, nach der ersten Stunde hatte sich die größte Aufregung gelegt und neben dem Jagdtrieb kamen auch die anderen, nein falsch, ein anderer Trieb zum Vorschein, der Hunger. Also Rucksack auf, Tee raus, Wurst raus etc. Das macht richtig Laune, gespannt wie ein Flitzebogen im Wald zu hocken und auf beiden Backen kauend. Immer wieder wird man in seinem Freßvergnügen jäh unterbrochen, wenn man ein Knacken irgendwo wahrgenommen hat

Irgendwann dachte ich dann, oberhalb von mir würde wohl nichts passieren und das ganze akustische Geschehen würde sich unterhalb meines Standes abspielen. Also drehte ich mich vorsichtshalber mal um und nahm diesen Bereich unter die Lupe. Dort schien mein Hund besonders rege zu sein. Was war das? Irgendwas Dunkeles bewegte sich durch die Bäume! Das kann nicht wahr sein! Dort kommt doch tatsächlich im Troll ein einzelnes Stück Schwarzwild auf mich zu. „Hättest Du Sau bitte die Freundlichkeit, dich breit zu stellen, damit ich Dich erkennen kann?” Nichts dergleichen geschah. Dei Sau kam durch die Bäume geradewegs auf mich zu. Von vorn sah sie schmal aus und wirkte recht hell und braun. Nun gut, was mach ich jetzt? Irgendwann wurd's mir zu bunt, ich backe den DBD an und lies mit der 9,3 x 74 R das Lutz Möller Geschoß dem Schwein zwischen die Lichter fliegen (Hirnschuß). Die Sau fiel sofort um, schlegelte noch für wenige Sekunden mit einem Hinterlauf. Dann war Ruhe. Der Schuß war gewissermaßen eine doppelte Premiere. Das erste Stück mit dem Optima DBD und das erste Stück mit Möller in diesem Kaliber. Wie üblich auf der Jagd bemerkte ich den Rückstoß nicht.

Kurze Zeit später tauchte mein Terrier auch auf und fiel erstmal über die Sau her. Na gut, sollte er. Andere Hunde wurden energisch in die Schranken verwiesen und machten sich subito von hinnen. Was hab ich irgendwo gelernt „Ein DJT glaubt ganz fest, er sei ein großer Hund.” Dem ist so.

Nun peinigte mich noch bis Ende der Jagd die Neugier, was denn da nun läge. Ich mußte mich noch 2 Stunden gedulden. Dann ging ich hin. Von vorn hatte ich die Sau für einen starken Überläufer gehalten. Bei näherer Betrachtung entpuppte sie sich als Bache von vielleicht 60 kg. Nun mußte die Sau weg, aber das ging nicht, jedenfalls nicht allein und nicht diesen Hang hoch. Der Ansteller war auch inzwischen da, aber auch nicht willig, als Transportmuli herzuhalten. Er eilte in der Absicht Hilfe zu holen von dannen .

Wirkung

Inzwischen hatte ich die Sau aufgebrochen. Das war bemerkenswert. Das Geschoß war dort eingedrungen, wo ich hingezielt hatte und von dort seinen Weg in der Wirbelsäule fortgesetzt, dabei diese partiell geschreddert. Nach der ersten Hälfte Körperlänge gab's dann einen „inneren Ausschuß” in den Bauchraum. Das bedeutet, das MJG hat die Wirbelsäule nach unten schräg verlassen und ist dann augenscheinlich nach hinten aus der Sau raus. Im Bereich der Nieren war auch ein Loch von etwas mehr als doppelter Kalibergröße. Das Geschoß hab ich auf die Schnelle im Aufbruch nicht ertasten können.

Insgesamt lagen in dem Revierteil 6 Sauen und 2 Stück Rehwild.

Dann kam was, was mich besonders freute. Da wurde ein DJT lobend erwähnt, der ein leuchtendgelbes Halsband trug. Der hatte wohl nachweislich die eine oder andere Sau auf den „Schnellwalzer” gebracht. Es gab zwar einige andere Hunde und auch DJTs aber es war schließlich wohl doch Cäsar, der wieder mal zeigte, was er jagdlich drauf hat. Nachher beim Beisammensein am Sammelpunkt wanderte er dann, wie üblich, von Tisch zu Tisch und schaute, ob was für ihn abfiel. Das anschließende Schüsseltreiben mit gewohnt leckerem Essen und ausreichend Bier war für mich dann doch viel zu schnell beendet, da ich mich noch Familienpflichten riefen. Tolle Jagd, passendes Wetter, gute Organisation, wieder nette Leute und viele gute persönliche Eindrücke wohl nicht nur aus meiner sondern auch aus der Sicht von Cäsar. Außerdem eben noch die Premieren für den Doppelbüchsdrilling und das 9,3 mm KJG, das mir dankenswerterweise von BEANS verladen wurde.

Danke nochmal, Richtofen, 10. November 2004 16:46

<Kritik>

Mal ne Frage an die Oberlehrer und Moralapostel hier im Forum: Wann könnt Ihr auf einer Drückjagd optimal ansprechen, hää? Meist muß man doch schnell entscheiden und dann steh das Stück eben nicht immer für Minuten breit, vor allem nicht, wenn eine Horde Hunde auf der Fährte ist. Dann muß man eben auch mal aus anderen Erfahrungen heraus ansprechen, wie Silouette von von, Erscheinungsbild schräg, Gewaff oder keins etc etc. Das wird es am Hang auch kaum möglich sein, zu entscheiden, ob nun ne Sau 50 kg hat oder vielleicht 60. Aber es scheint wohl viele hier zu geben, die warten auf der Drückjagd nur auf die breitstehenden Sauen. Die Hunde machen dann ordentlich down und dann hat man Zeit um Ansprechen.

Fakt ist: Die Sau war richtig, sie lag im Feuer, es brauchte keine Nachsuche und es gab keine Wildbretentwertung. Also was wollt Ihr. Und das hier, wie irgendwo bemerkt, aus dem Forum so viele Aussteigen, liegt nicht nur an solchen miesen Jägern und Schlumpschützen wie mir, sondern eben auch an der moralapostelnden Oberlehrerfraktion, die hier auch immer breiter wird. An welcher Stelle ich das mit Waffe und Kaliber übertrieben haben sollte, muß mir jemand noch sagen. Ich habe die Waffe erwähnt, ich habe das Kaliber genannt und das Geschoß und kurz die beeindruckende Wirkung beim Durchdringen von komplexen Knochenstrukturen beschrieben. Vielleicht hätte ich das Wort „schreddern” weglassen können, Geschmacksfrage aber so sah es nun mal aus. Basta!

Gruß, Riho

So, jetzt haben genug Jägers auf den Riho eingedroschen. Ich hoffe, er ist deshalb nicht zu sehr geknickt. Zur Jagd:

@ Riho, sei nicht geknickt, manchmal fällt Kritik viel heftiger aus, als sie gemeint ist. Für mich bist Du ein untadeliger Jäger mit einem hochpassionierten DJT und wunderschönn Waffen, ob es nun die Kesslerin ist oder Dein neuer Optima. Beim nächsten Mal brauchst nicht so weit zu laufen, da setze ich dort einen Suzie mit Hänger ein.

Gruß, Dilldapp 11. November 2004

Lutz Möller Geschoßänderungen

Lies Lutz Möller Geschichte

Hallo Herr Möller,

ich möchte Ihnen heute von meinen ersten Erfahrungen mit Ihrem KJG berichten.

Ich benutze KJG 9,3 mm 3,96 g N135 im Mauser 98 Stutzen LL52 cm. Streukreis „Loch in Loch”.

LM: Die V0 erreicht in der 9,3x62 mangels Druck (nur 2.890 statt 3.900 bar) nur sehr langsame 820 m/s!

Am vergangenen Samstag konnte ich erste Erfahrungen mit der Wundwirkung sammeln. Auf einer Drückjagd kam ich dreimal auf Sauen zu Schuß:

  1. Die erste Sau, Bache ~ 40 kg, Schußentfernung ~ 20 m erhielt die Kugel in Leberhöhe. Die Sau schweißte sichtbar aus dem Einschuß und rollierte nach 10 m Flucht. Der Einschuß war doppelt kalibergroß, der Ausschuß nur kalibergroß; verkehrte Welt!.

  2. Die zweite Sau, ein ~ 17 kg Frischling, erhielt die Kugel kurz hinters Blatt. Er fiel im Knall. Kein Schweiß am Anschuß, Wundbild siehe oben. (Entfernung ~ 15 m).

  3. Die dritte Sau, ein 80 Kilo Keiler erhielt die Kugel auf ~ 20 m, stehend angestrichen auf stehendes Ziel. Der Keiler ging ohne zu Zeichnen noch ~ 100 Meter bergauf zu meinem Standnachbar, der nochmal auf ihn schoß. Diesmal brach der im Knall zusammen. (.30-06 Teilmantel Spitz Geschoß). Beim Aufbrechen konnte ich 3 cm hinter dem Blatt wieder das bekannte Wundbild feststellen: Der Ein- war größer als Ausschuß. Den zweiten Schuß des Nachbarn konnten wir beim Aufbrechen nicht nachweisen, so daß die Verwirrung groß war. Womit schießen Sie?

Obwohl der Keiler sichtbar beim Nachbarn zur Strecke kam, und ich Ihm den Keiler von Herzen gönne, war ich doch etwas verunsichert, weil ich normalerweise stehend angestrichen, auf ein Stück stehendes Wild, auf 20 m nicht vorbeischieße. Ich bitte das nicht als Selbstüberschätzung einzustufen). Wenn Sie Zeit und Lust haben, würde ich Sie um einen kurzen Bemerkung zur Wundwirkung bitten. Meine Vermutung ist, daß das Geschoß beim Auftreffen platzt, und der Geschoßrest für den kalibergroßen Ausschuß sorgt.

MfG, Jägerjockel, Mittwoch, 10. November 2004 21:01

Strecke 2004 in Frankreich

Mit Dieters tatkräftiger Mithilfe kam diese Strecke in Frankreich '04 zu Stande

Lieber Jäger Jockel,

zu Ihren drei Sauen auf einer Jagd biete ich Ihnen mein herzliches Waidmannsheil!

Der Nachteil solch verschlüsselter Emailanschriften ist, ich weiß nicht welche Patrone Sie schießen, da ich Ihren wahren Namen zu meinen Aufzeichnungen nicht zuordnen kann.

Gleichwohl unterscheiden sich 9,3 x 62 und 9,3 x 74 R nicht so, als das daraus ein Schuh würde. Bitte halten Sie sich an die Ladeempfehlungen! Mit N135 kommen Sie bei 9,3x62 und 9,3 x74R mit dem 9,3 mm MJG und der unnötig geringen Menge (gute 4,21 statt magrer 3,96 g N135 wären darin möglich) bei dem kurzen Lauf auf keinen grünen Zweig, allenfalls zu einen großen apfelsinefarbigen Feuerball! Ohne Dampf auf dem Kessel setz sich das Ding kaum flott in Bewegung! MJG sind mit deren Hohlspitze für die üblichen Jagdpatronen und deren übliche Geschwindigkeiten ausgelegt, nicht weit darunter!

Nun aber folge ich Ihrer Bitte, Ihren obigen Jagdbericht zu erörtern:

  1. Die erste Sau lag mit Leberschuß nach 10 m. Herz, was willst du mehr? Die hätte auch noch weiter laufen können! Meine letzte vom spurlauten Hund Getriebene lief mit dem gleichen Treffer noch ~ 100 m!

  2. Das zweite Sauchen fiel im Knall, also vermute sich einen Zentralnerventreffer, denn anders ist die mangelnde Fluchtstrecke nicht zu erklären.

  3. Selbstüberschätzung vermute ich bei Ihrem Bereicht, einen stehenden Keiler auf 20 m stehend angestrichen zu treffen, kaum. Ich würde eher sagen, der Jäger, der das nicht kann, solle lieber sein Eisen aus der Hand legen und anderweitig Erfolge suchen. Ich schoß Montag auf gut 10 m einen vom Wachtel gestellten, lungen- und leberkrank geschossenen, 65 kg Überläufer nach 100 m Flucht stehend freihändig mit dem 6,5 mm MJG von vorn zwischen die Augen, daß eines sofort heraussprang und der Kerl in sich zusammensackte, als habe man ihm den Stecker aus der Dose gezogen. Das sollte man auf einer Bewegungsjagd schon bringen können, meine ich. Ansonsten fehlt die erforderliche Schießfertigkeit, vermutlich mangels Übung!

    Wenn ich Ihre Schrift recht deute, trugen Sie dem Keiler einen Lungenschuß an! Richtig? Nun, bitte lesen Sie Fluchtstrecken nach! Dann werden Sie erkennen, ein langsam erstickendes Schwein kann sehr wohl noch gut 100 laufen oder sonst für ¼ Minute oder sogar noch länger, noch machen was es will, einschließlich sie anzugreifen und ihnen mit den Hauern mit einem Hieb die Brandadern zu öffnen, so daß Sie nur ¼ Minuten später bei Petrus klingeln!

    Wenn Sie wollen, daß ein Schwein nicht mehr so weit rennt, dann dürfen Sie nicht oben hinter das Blatt schießen, sondern sollen mindestens das Herz treffen, am besten spitz von vorn durch einen Vorderlauf, um einerseits den Zielwiderstand auszunutzen und weiter des Schweines Bewegungsmöglichkeiten einzuschränken. Weniger Läufe zu laufen zu haben, bedeutet für das Schwein, weniger weit laufen zu können. Das wollen Sie doch erreichen, oder? Bloß weil Sie mit einem Gewehr rumlaufen, können Sie deswegen noch lange nicht zaubern! Einem Tier, mit der festen Absicht, es gewiß zu töten, eine lebensgefährliche Verletzung zuzufügen, bedeutet noch lange nicht, daß der Erfolg unmittelbar eintritt. So schnell stirbt niemand. Sofortige Bewegungsunfähigkeit, nicht sofortigen Tod, bewirken nur Hirn- und Trägerschuß, sonst nichts. Alles andere ist Quatsch! Von Atombomben mal abgesehen.

    Hiroschima nach der amerikanischen Atombombe

    Bild: Einsamer japanischer Soldat 1945. Dort war mal die Stadt Hiroschima. Amerikaner, die heute scheinheilig gegen Massenvernichtungsmittel wettern, bombten im 2. großen Krieg die Stadt weg. Das meine ich nicht mit Jagd!

    In Sau finden Sie unsere wilden Schweine in Schnitten dargestellt, als auch Literatur empfohlen, in der dazu noch mehr steht. Ich kann nicht verstehen, warum mit den heutigen Waffen (also seit der Nitrozellulose Endes des 19ten Jahrhundertes mit flotten Pillen und modernen Geschossen, insbesondere mit dem meinem meinem Geschoß noch geschossen wird, als würfe man einen Ger.

    Danke, Ede Wolf!

    oder schießen mit Pfeil und Bogen oder allenfalls Schwarzpulver mit weichen Bleikugeln, die nicht tief genug eindringen um dem Schwein wirklich ernsthaft ans Leben zu gehen. Es hat wenig Sinn leistungsfähige Hämmer zu liefern, wenn damit wie mit Wattebällchen, die nichts können, umgegangen wird. Schießen Sie verdammt noch mal dem Schwein, oder der da sonst noch käme, mindestens das Herz entzwei, besser noch einige Knochen, um das Tier zügig von den Läufen zu kippen.

    Daß ein .30-06 TMS nicht aus einem 80 kg Keiler nicht ausschießt, außer ohne viel Feist breit auf die Kammer, war zu erwarten, siehe 7,6 mm Wundwirkung. Der weiche Flatscher platze in Bleistaub und Blechschrott. Was sonst? Daß der Keiler damit unverzüglich fiel, sagt mehr über den Schützen, als über das Geschoß. Wenn er blitzartig fiel, wie mir scheint, wird das Rückenmark oberhalb der Läufe seinen Teil abbekommen haben, entweder als Treffer oder über die Druckwelle im festen Fleisch. Eigentlich steht alles zum Tod schon lange in Ziel-, Tiefen- und Wundwirkung. Lesen und beherzigen Sie das!

    Weil Sie nicht der Einzige sind, der so schießt, und Viele mehr Wirkung bei Treffern auf leichte und weiche Ziele wünschen, werde ich meine Geschosse dahingehend ändern, sprich mehr Splitter auf Kosten der Eindringtiefe. Davon zu zehren fällt leicht, weil die in üppig vorhanden ist, so daß etwas weniger nicht stört.

    Lutz Möller 11. November 2004

Klüngeldrücken mit TIG

Ach ja,

gestern hatten wir noch ein kleines Klüngeldrücken. Ich stand in eine Kurve in einem halbrunden Talkessel im Altbuchenbestand, unter und vor mir war ein altes Gatter dahinter am Hang Douglasien. Kurz vor Ende des Treibens gab plötzlich ein Hund Laut in diesen Douglasien und wütendes Grunzen und Waffengeklapper folgte. Ich entsicherte die Steyr, kniete mich hin. Nach etwa 3 Minuten schoß eine Sau von Frischlingsgröße hinter dem Gatter die Böschung hoch und pflügte im Eiltempo durch den Schnee. Ich zog mit, als die Sau kurz vor der Böschungskante kurz langsamer wurde, schickte ich das 12,8gr TIG auf den Weg, Entfernung 70m. Ich merkte im Schuß, daß ich wohl etwas tief abgekommen war, doch die Sau fiel rückwärts den schneebedeckten Hang hinunter in Richtung Gatter. Ich hatte repetiert, da wollte sie noch mit dem Wurf das Gatter hochdrücken, doch ein gezielter Schuß hinter den Teller (6facher Vergrößerung sei Dank) beendete dieses Unterfangen. Bei der Sau angekommen war meine Freude groß. Ein Keiler! Alter über 24 Mon. aber sehr abgebrunftet (nur 50 kg) und duftend lag da im Schnee. Mein erster Schuß war sehr tief Blatt eingedrungen und gegenüberliegend wieder ausgetreten, wobei beide Blätter schwer mitgenommen waren. Zwar wenig Blutgerinnsel, doch mechanisch hat das TIG da gut gearbeitet. Ein Schönr Jagdjahresausklang.

Gruß, Jörg, 1. Februar 2004

Übung

Hallo Lutz!

Übung

Ich war die Woche nochmal auf dem Schießstand und schoß auf die Wild und HundAnschußscheibe. Die kennst Du bestimmt.
http://www.wildundhund.de/

Ich habe da mit Absehen 4 überhaupt keinen Anhaltspunkt, ob ich verkannt oder nicht. Im besten Fall verdecke ich hiermit die Linien des Fadenkreuzes mit denen der Zielscheibe. Hierfür sind die Linien aber zu dünn.

Da dachte ich mir, daß es doch besser sein müsse, wenn man in allen vier Richtungen Pfeile anbringen würde. Da kann man viel eher abschätzen, ob man nun genau im Winkel ist oder nicht. Anbei sind zwei, die ich gestern mal gemacht habe. Was hältst Du davon?

Saujagd

Beim letzten Vollmond schoß ich übrigens noch eine Sau. Mich freut besonders der Ort, nämlich an dem Sitz, an dem mich die Sauen sonst immer verarschen. Sie umschlagen den Sitz und kommen, wenn ich weg bin ☺ .

Eine Woche später bei Vollmond am 7. Februar saß ich dort, wollte diesmal die Füchse in Ruhe lassen. Ich hatte dort die Woche vorher drei Stück geschossen und war mal wieder verrückt. Von wegen Ansitzen sei langweilig. Mein Jagdherr meinte, ich könnte heute abend zu Hause bleiben, da es zu dunkel sei. Ich hingegen meinte, daß Wetter sei gut, das Lichte werde noch heller und ich sei jetzt fertig und würde gehen. Als ich über die Wiese ging, sah ich sogleich einen Fuchs, den ich aber nicht ins ZF bekam, wollte auch an dem Abend keinen Fuchs schießen. Genug der Niederwildhege. Auf dem Sitz tauchten vor mir zwei Rehe auf, die nach rechts zogen. Links von mir stand auch ein Reh unterhalb des Wäldchens, aus dem die Sauen meist austreten. Dieses stand genau im Wind, so daß es mitbekommen hätte, wenn in dem Wäldchen die Sauen gesteckt hätten. Mist, dachte ich, keine Sauen da.

Irgendwann schreckte dann aber genau dieses Reh und ich dachte, ich sehe nicht richtig. Eine richtig dicke Bache mit sechs Frischlingen auf die Wiese, auf der ich den Fuchs sah. Die mußte über 100 Kilo haben. Sie war aber zu weit weg und das Licht zu dunkel. Ich habe nichts ins ZF bekommen. Wenn ein Auto kam, zogen sie wieder ein und dann wieder raus. Ich hatte schon überlegt mich anzuschleichen. Dann knackte es im Wäldchen gegenüber. Die Sauen zogen also ab. Ich dachte, das war's, schieße noch einen Fuchs. Irgendwie hörte ich aber in dem Wäldchen immer wieder was und es roch nach Maggi, dachte ich. Nach einer Stunde höre ich es dort quieken, Äste knacken usw. Jetzt geht's los, jetzt sind sie vertraut, dachte ich. Also Gewehr hoch. Es kamen zuerst zwei mitteldicke Wutze spitz auf mich zu. Die wollten nämlich den Sitz umschlagen, um den Wind zu prüfen, ob da jemand auf dem Sitz wäre. So erlebt ich das auf dem Sitz gegenüber ja schon öfter. Deshalb hatten wir ja diese Kanzel gebaut und die wollten das Spielchen hier auch machen. Nur müssen sie hier übers Feld. Sie drehte sich und stand breit. Ich wollte schießen. Sie rannte aber wieder ein paar Schritte zurück, standen irgendwann aber wieder breit. Geschossen, rief meinen Jagdherrn an und baumte ab, fand Gott sei dank viel Lungenschweiß und eine gute Schweißspur. Wir suchten dann in den Büschen. Der Jagdherr hatte natürlich nichts dabei und fragte mich, ob ich was zu schießen hätte. Gab ihm meinen Revolver. Sau war so 100 m im Bogen gelaufen. Durch einen Zaun und wieder raus. Lag unter dem Zaun, durch den sie wieder raus wollte. Ziemlicher Brummer. Nichtführende Bache. 71 Kilo aufgebrochen.

Viele Grüße, Benedikt Klein, Freitag, den 20. Februar 2004

Benedikt,

Waidmannsheil! Gerade weil die Sauen schlau sind, sagt man ja auch ,,Schweinchen schlau". Deshalb ist sie zu jagen so reizvoll.

In Zielen findest du die Zielscheibe.pdf. Saarland überlegt das Schalldämpferverbot möglicherweise wieder aus dem Jagdgesetz zu streichen. Hamburg ist mit Wahl beschäftigt und in Bayer ist die Sache angeregt aber noch nicht inhaltlich beantwortet.

Gruß Lutz,

Hallo Lutz!

Waidmannsdank!

Du solltest den Anker ,,Uebung" nennen, da wegen dem Umlaut einige Browser nicht damit klarkommen.

Wieso nennst Du das eigentlich Übung? Deine Zielscheibe kenne ich. Nimmst du die zum Anschießen? Was hältst Du von meiner Variante?

Die Sau war gut getroffen, drei paar Finger breit hinter dem Blatt und dennoch ist sie noch 100 m gerannt. Sehr seltsam. Zwei andere von ähnlichem Kaliber, die ich auch dort getroffen habe, sind gleich umgefallen. Vielleicht weil sie nervös und auf eventuelle Flucht programmiert war, ist sie mit dem Adrenanlin noch so weit gerannt.

Die Sauen sind echt schlau. Mal sehen, wann ich an diesem Sitz nochmal eine schießen kann. Momentan sind sie unregelmäßig an einigen Plätzen. Würde sich bestimmt lohnen. Bin z. Zt. leider krank, so daß ich nicht raus kann. Aber wenn wir zunehmenden Mond haben, werde ich wohl wieder fit sein und auf die Jagd gehen können.

Viele Grüße
Benedikt

Benedikt,

,,Übung" nannte ich den Hinweis, weil du mit Übungsschießen anfingst.

Eine Sau, die mit Herzschuß mit 18 km/h, oder gemächlichem Fahrradtempo flüchtet, legt in der Stunde 18.000 m zurück. Die Stunde hat 60 Minuten je 60 Sekunden oder 3.600 Sekunden. Also läuft so eine Sau 18.000 m/s / 3.600 s = 5 m/s. In 10 Sekunden sind das 50 m. In 20 Sekunden 100 m. Daß also einen in Lunge oder Herze getroffene Sau noch läuft ist nicht ungewöhnlich. Ohne Nervenwirkung ist daran nichts zu ändern.

Eine hochgespannte Sau wird vermutlich weiter, als eine unvorbereitet getroffenen, laufen. Insofern beeinflußt die Erwartung auch die Fluchtsstrecke.

Daß andere Sauen mit demselben Treffer liegen, kann, muß aber nicht, daran liegen, daß sie keine Lust zu flüchten mehr verspürten.

Gruß Lutz,

9,3 mm KJG in Bergen

Hallo Lutz,

Ich war am 18. Juni zur Jagd auf Schwarzwild. Das 9,3 mm KJG hat sich aus der 9,3x62 auf 282 Schritt gut bewährt. Treffer etwas tief , aber die Bache (60kg) lag nach ~ 50 m Flucht.

MfG
Jörg Bühler, Mittwoch, 23. Juni 2004 18:52

MJG-Frischling

Hallo!

Waidmannsheil zur Feuertaufe des 6,5mm KJG.

Anbei ein Handyfoto eines auf 40 m beschossenen Frischlings, knapp 35 kg, der schräg von links oben mit der Rotte den Hang hinuntertrollte. Ein 8 mm MJG der ersten Std. vor 4,82g Norma 204, das vor dem linken Blatt rein und durch das rechte Blatt austrat, bannt ihn an den Platz. Wenig Zerstörung, er war schon beim Streckelegen verkauft. AmAnschuß lag ordentlich Schweiß.

Safarischorsch, Donnerstag, 9. Dezember 2004 20:28

Sau mit MJG aus WSM

Hallo Uli,

über die Weihnachtsfeiertage war ich noch einmal jagen. Habe beim Nachtansitz eine 61 kg Bache gestreckt. Sie war auf frischer Schneedecke trotz Dunkelheit gut anzusprechen, Entfernung ~ 85 m. Schuß mit 7,6 mm MJG vom relativ Höhem Hochsitz war gut (etwas tief) angetragen, verpaßte knapp das Herz, somit sauberer Lungenschuß. AmAnschuß war Lungenschweiß und ein Kugelriß deutlich zu erkennen. Die Sau rammte nach einem Meter direkt die erste Fichte, war also im Schuß direkt nicht mehr fähig wahrzunehmen. Aufgrund der relativ guten körperlichen Verfassung schaffte sie aber noch stolze 50 m im Unterholz. Die Nachsuche war auch ohne Hund durch Scheißfährte einwandfrei möglich. Der Einschuß war kalibergroß, der Ausschuß maß ~ 2 Kaliber, Wildpret war keins zerstört Daher stellt sich die Frage, ob das neue KJG mit Kerben, oder das Deformationsgeschoß unbedingt nötig sind, da hier mit Sicherheit auch mehr Wildpret zerstört wird bzw. die Weitschußeigenschaften verloren gehen. Für spezielle Gegebenheiten mögen sie sinnvoll sein, siehe Wald oder Bewegungsjagd. Bei reinem Ansitz habe ich lieber die Gewißheit: Fliegt flach [habe auf 50 m und 200 m Fleckschuß], hat 100% Ausschuß, wenig Zerstörung und ist zielgenau [auch für Kopfschuß geeignet].

Jedoch gab's auch wieder was Ärgerliches. Nach dem Durchrepetieren und anschließendem Entladen bei Jagdabbruch blieb das Geschoß trotz rundumläufiger Sekundenklebersicherung (zwischen Geschoß und Hülse) im Übergangskegel / Lauf stecken. Wie Du weißt ist das echt ne sch... Arbeit, die Waffe vom Pulver zu säubern. Daher brauchen wir da eine Lösung, Kleber reicht nicht. Entweder man macht auch hier eine Krempe wie beim Deformationsgeschoß, oder setzt das Geschoß doch wieder etwas tiefer (Verlust an Genauigkeit?) oder setzt mit einer engeren Matrize. Was meinst Du?

Hinsichtlich des .300" WSM Umbau der SAKO TRG22 (.308") habe ich mich noch nicht recht entscheiden können, habe so ein bißchen Bedenken, ob die sehr guten TRG Eigenschaften (Genauigkeit und butterweicher Verschluß) nicht auf der Strecke bleiben. Vielleicht sollte man sich für den reinen Weitschuß doch ne extra Waffe zulegen, entweder im Kaliber 8x68S oder andere Spezies. Wie ist denn Deine Entscheidung?

Viele Grüße und Waidmannsheil, Thies Langmaack, Dienstag, 11. Januar 2005 13:37

7 mm KJG - Sauen

Hallo Herr Möller,

vorgestern sind die 7 mm MJG aus der 7 x 64 zum ersten mal bei mir eingesetzt worden, aber dann gleich heftig. Ich erlegte mit 2 Schüssen 3 Sauen! Auf einer Weide stand im besten Mondlicht bei 15 cm Schneelage eine 14 - Sauen - Rotte. Ich pirschte mich auf ~ 150 m ran und strich an einem Weidepfahl an. Der erste Frischling, den ich beschoß, fiel im Knall, Einschuß auf dem Blatt, Ausschuß etwas schräg vorn versetzt in Richtung Wurf. Die Rotte zog sich zusammen und flüchtete 50 m. Dort verhofften die Sauen kurz, dann zogen die 70 - 80 Kilo starken Bachen vorn auf weiter. In dem Augenblick packte ich mir den letzten Frischling und schoß erneut auf etwa 200 m. Dann erst kam richtig Bewegung in die gesamte Rotte. Soweit so gut.

Zurück zum Wagen. Lampe geholt. Wagen an einer angrenzenden Straße geparkt. Mit dem Glas die Wiese abgesucht. Erste Sau lag deutlich im Schnee. Halt was ist das? In der Zeit in der ich meinen Wagen holte, war schon ein Fuchs an der Sau. Raus aus dem Wagen. Patronen gesucht. Repetiert, geschossen, Fuchs springt zwar hoch aber flüchtet. Der Fuchs geht 50 m, dreht um und kommt zurück. Ich denke, das darf nicht wahr sein. Erneut Patrone rein und geschossen. Verdammt wieder vorbei. Nun springt er endgültig ab. Die Entfernung betrug ~300 m.

Nun die Sauen zu bergen. Erste Sau ist einfach. Dann zu dem vermutetenAnschuß der zweiten Sau. Der ist wunderbar im Schnee zu sehen. Schweiß ist vorhanden. Nach ~80 m sehe ich meine Sau im Schnee liegen, aber es ist noch Leben drin! Waffe ist im Wagen, also mit dem Messer ran. Soweit so gut. Beim Ziehen der Sau komme ich über die Fluchtfährte der Rotte. Oh Sch..... was ist das? Noch eine Schweißfährte im Schnee. Hier muß mein Kollege mit dem Hund herbei. Mittlerweile ist 23:30 Uhr. Also Freund aus dem Bett geklingelt um die dritte Sau nachzusuchen. Um es kurz zu machen. Wir brachen in der Nacht die Suche ab. Gestern suchten wir mit einem Schweißhund nach. Die Sau war noch ~5 Km gegangen, ebenfalls ein 30 Kg Frischling. Diese Sau hatte den Schuß tief am Vorderblatt. Der Brustkern war angeritzt und am anderen Lauf hatte sie einen Durchschuß. Wir haben dann überlegt was geschehen war

Erste Sau ein Schuß. Sau lag im Knall. OK. Zweite Sau, die ich unmittelbar daneben gefunden habe, stand hinter der dritten Sau und hat das austretende Geschoß abbekommen. Die dritte Sau war die, die ich beschossen hatte, nur war der Schuß leider etwas zu tief und ich hatte die andere Sau dahinter nicht gesehen. Ohne Schnee hätte ich die dritte Schweißfährte nicht gefunden und wäre stolz mit meinen 2 Sauen abgezogen. So werde ich meine Lehren daraus ziehen. Ich bin gespannt wie die zweite Sau nach dem Abschwarten aussieht und wo der Schuß sitzt. Wenn Sie Interesse haben mache ich Bilder davon und schicke Sie ihnen.

Ps. Ob der Anlauf mit Deinen Geschossen zusammen hängt weiß ich nicht, aber es darf so weiter gehen ☺

pps Bilder schicke ich nächste Woche. Der Rüdemann hatte zwei Hunde zur Suche dabei einen jungen Hannoverschen Schweißhund und zur Hetze falls notwendig eine erfahrene Alpenländische Dachsbracke. Der Rüdemann hat sich übrigens sehr für das KJG interessiert. Zur 7 x 64 sagte er nichts.

Waidmannsheil, Frank Klaas, Donnerstag, 27. Januar 2005 08:49

Herr Klaas,

lassen Sie ihn 6,5 mmCopper in Africa 2004 lesen. Dann weiß der Mann, daß 5,5 g Kupfer 300 kg schwer Antilopen und Gazellen fällen. Mit Ihrer 7 x 64 sind Sie mit meinem Geschoßbestens ausgestattet.

Lutz Möller 27. Januar 2004,

Hallo Herr Möller

Wie versprochen sende ich Ihnen hier die Bilder von den drei Sauen.

Einschuß erste Sau am Vorderblatt.

Ausschuß erster Sau

Jagdfreund schwartet Sau Nr.1 ab



Einschuß zweite Sau



Einschuß zweite Sau



Ausschuß zweite Sau



Immer noch zweite Sau.

Obige Keule der zweiten Sau von der anderen Seite. Woher dieser Schuß kam, ist mir völlig unerklärlich! Bei dem Ein- und vermutlichem Ausschuß in den Rippen waren kreisrunde Löcher vorhanden diese Wirkung an der Keule kann doch kein Splitter haben! Oder etwa doch? Das ist die Sau die noch lebte und ich mit dem Messer abfing.



Einschuß am Vorderblatt rechts. Einschuß dritte Sau. Diese Sau kam bei der Nachsuche zur Strecke,
wie schon gesagt nach ~ 5 Km


Ausschuß dritte Sau. Das linke Vorderblatt ist ziemlich zerstört!



Das ist noch ein Bild von dem Splitter Sau Nr.2 den ich unter der Schwarte fand.

Vielleicht können Sie mir ja mal ihre Meinung anhand der Bilder zu den Schußwirkungen mitteilen. Vor allem interessiert mich ihre Meinung zur zweiten Sau.

Mit freundlichen Grüßen, Frank Klaas, 21. Februar 2005

Herr Klaas,

tut mir leid. Darauf kann ich mir keinen Reim bilden! Aus der Erzählung und den Bildern zu schließen was wirklich geschah und solches Geschoß dann durch das oder jenes Tier raste, wäre reine Gisserei.

Waidmannsheil, Lutz Möller 22. Februar 2005

Zerstörer-Sau

An einem Halbmondabend im Spätherbst 2005 saß Uwe am Mais und wartete Auf Sauen. Die Zeit war weit in die Nacht voran geschritten, aber die Schwarzkittel deckten sich. Der Mond sank und sank mit ihm neigte sich der Rest noch eben erkennbares Licht zur Neige. So baumte Uwe ab. Vollkommen vorsichtig entlud er vor dem Abstieg das Patronelager seiner 9,3x64 Sauer 80 mit 2,5-10x56 Zeiß, Absehen und stapfte mit unterladener Waffe seinem abgestellten Wage zu, als er im Augenwinkel ein Bewegung vermeinte. Was war da? Ein Schatten! Ein Schwein, glaubte er, könne man dafür ansehen. Der Wind ging. Der Mais raschelte. Die Sau trat aus dem Mais trollte sich an der Kante Richtung Wald entlang. Uwes Puls pumpte heftig Blut in Hirn und Muskeln. Gleichwohl gelang es ihm zügig aber ohne zu lautes Geräusch zu repetieren. Der Wald hinter ihm war nah. Die Sau näherte sich. Die Zeit drängte. Ewig war die Gelegenheit nicht. Er meinte das Schwein breit zuhaben und feuerte fast im Dunklen auf 30 m das Tier. Die Waffe knallte. zu sehen war nichts. Im Wald meinte Uwe ein Geräusch gehört zu haben, daß als Schlegeln zu erkennen sein.

Ohne Eile ging er zur Hütte, traf seinen Mitjäger, verschwatzte ein Stunde (ob getrunken, gegessen oder geraucht wurde, entzieht sich meiner Kenntnis, ist aber wahrscheinlich). In der dunklen Geisterstunde (von 0 bis 1Uhr) ging er das tote Tier im Wald zu suchen. Zu sehen war nichts. DerAnschuß zeigte nichts. Wer mitten in der dunklen Nacht schon mal ein wahrscheinlichen, aber nicht genau zu ortendenAnschuß gesucht hat, weiß wie gleich der wilde Boden aussieht und wie wenig zu erkennen ist. Uwe war aber nicht allein. Sein dicker Hund war mit. Vermutlich ganz ohne sich um sein Augen zu scheren, sondern einfach mit der Nase am Boden drehte der Hund um den vermeintlichenAnschuß einige Kreis und lief zu dem 25 m weiter im Wald liegen toten 60 kg ♂Überläufer. Wie macht der Hund das fragt man sich? Tolle Sache, so eindicker Hunde.

Tatsächlich muß sich die Sache etwas anders zugetragen haben, denn mein 9,3 mm Zerstörer (die nur Anfang 2005 kurz hergestellte Ausführung war vor dem Blatt durch das Schultegelenk eingetreten, durchtrennte anschließend einige Rippen, durchfuhr die Kammer, durchbohrte das Zwerchfell, ohne anschließend die Leber zu zerstören, drang durch den Waidsack und wieder auf der gegenüberliegenden Seite hinaus und verharrte schlußendlich nach wohl 60 - 70 Schwein inmitten der Lymphknoten vor der diagonal dem Einschuß gegenübereliegenden Keule im Weißen. Hier ist der erfolgreiche 9,3 mm Zerstörer in Bildern zu sehen

Die beiden obern 9,3 mm Zerstörer - Bilder zeigen den streifen Einfall anhand unterschiedlicher Auskragung
Schön ist auch die vollkommene Gasdichtung der Führbänder zu erkennen

Viele weitere 9,3 mm Zerstörer Geschichten finden sich in mit der 9,3 x 62 in Jagd und mit der 9,3 x64 in Afrika 2005.

Eine 65 kg Bache strecke Uwe im Dezember 2005 mit der 9,3 x 64 mit dem 9,3 mm KJG Zerstörer breit durchs Zwerchfell. Das Schwein fiele im Knall!

Sauschalen

Sauschalen = leise Sohlen

Technik hilft

Sieg über die Schwerkraft durch Technik!
Der dicke Hund und das Schwein, nicht das von oben, sondern ein folgendes im Dezember 2005

ZerstörerEinschuß außen mit Uwes gummibehandschuhten Fingern, feiste 65 kg Bache

ZerstörEinschuß innen in der feistem 65 kg Bache zwischen den Rippen

Der 9,3 mm Zerstörer durchtrennte die Pfortader, lies die Wirbelsäule aber heil

Ordentlicher 9,3 mm ZerstörerAusschuß, innen
Die 65 kg (aufgebrochen) Bache fiele im Knall am Platz

Nach der Erzählung niedergeschrieben, Lutz Möller 15. Dezember 2005

Nachtsau

Sehr geehrter Herr Möller,

falls Ihnen daran gelegen ist, sende ich Ihnen hiermit einen Jagdbericht eines erfolgreichen Sauansitzes letzte Woche zu, den Sie gern auf Ihrer Internetseite verwenden können. Bitte erwähnen Sie nur nicht meinen Namen, man weiß ja wie schnell man heute „gegoogelt“ wird.

Letzte Woche erhielt ich die Einladung auf eine Ansitzmöglichkeit in einem nahen Wald+Feld-Revier mit reichlich Sauen und natürlich auch reichlich Schaden sodaß bei dem guten Mond noch jemand gebraucht wurde, um die Schweine daran zu hindern allzu Wild in Frucht und Wiese zu Schaden zu gehen. Es herrschte zwar schon abnehmender Mond aber man konnte nach Mondaufgang der am Anfang der Woche noch gegen 23 Uhr lag bis zum Morgengrauen wunderbar sitzen. Da das Revier nur eine viertel Stunde von zu Hause entfernt liegt und ich auch sonst kaum große Pläne für die Abende hatte, war ich gern bereit mir ein paar Nächte ‚um die Ohren zu schlagen’.

Der erste Ansitz fand gleich am Dienstagabend statt und nachdem ich zuvor das Revier gezeigt bekommen hatte und eingewiesen worden war, ging es erwartungsvoll um kurz nach 22 Uhr raus. Um 22:30 Uhr hatte ich den Wagen an vereinbarter Stelle abgestellt und pirschte auch schon los. Noch war aber nichts zu hören noch zu sehen, obwohl der aufgehende Mond schon recht brauchbares Licht lieferte.

Nachdem ich aufgebaumt war und mich ein wenig häuslich eingerichtet hatte, sondierte ich die Lage: Die Kanzel lag am seitlichen Ende einer kleinen Waldfläche, die von einer brachliegenden Wiese einerseits und einem neu gesäten Rapsfeldes, auf dem schon kleine Triebe zu erkennen waren, umgeben waren. Seitlich zwischen Kanzel und Wäldchen lag eine eingezäunte Neuaufforstung, in die man aber nur sehr schwer einblicken konnte. Gerade aus sah man das Rapsfeld und den daran anschließenden großen Wald, rechts ein 150 m entferntes Maisfeld, hinten die brachliegende Wiese und links die Neuaufforstung und das Wäldchen. Also ein vorbestimmter Platz Schwarzwild anzuziehen! Ich saß nun und späte und lauscht in die zauberhafte Nacht hinein. Vorgenommen hatte ich mir bis 1 Uhr zu sitzen, da ich morgens zur Frühschicht im Krankenhaus erscheinen mußte.

Gegen 23.30 Uhr kam auch endlich Bewegung in die Sache, doch die Schwarzkittel zogen immer nur laut hörbar am gegenüberliegenden Waldrand auf und ab, das doch recht helle Licht schien sie wohl noch etwas zu stören.

Endlich um 1 Uhr, ich wollte bereits meine Sachen packen, sah ich auf ungefähr 250 m eine große Rotte mit an die 30 Stücke, Frischlinge, Überläufer und alte Stücke in flottem Troll aus dem Wald ziehen, das Rapsfeld überfallend in das Wäldchen einwechseln. Genauso war es mir auch beschrieben worden: Eine große Rotte, die ihre Fährte ziehen soll neben einer 6-köpfigen Überläuferrotte, die ebenfalls sehr zu Schaden gehen soll. Doch von diesen war nichts zu sehen und die große Rotte auf 250 m im Troll zu beschießen, kam mir nicht in den Sinn. Also mußte ich warten, vielleicht zögen sie ja im Wäldchen auf meine Kanzel zu. Tatsächlich nach Kurzem sind deutlich brechende Äste in meine Richtung zu vernehmen. Doch das sichere Wäldchen verlassen die Wutzen zum verrecken nicht.

Gegen 1:30 Uhr kam schließlich leichter Bodennebel auf, der sich mehr und mehr häufte und schließlich völlig die Sicht nahm. Ich beschloß abzubrechen, obwohl die Sauen jetzt bereits laut schmatzend in die Neuaufforstung gezogen waren, keine 30 Schritt von meiner Position entfernt, doch sehen konnte man sie nicht in dem Gewirr. Es war zum verrückt werden. Ich stehe nun am Rand der Aufforstung und denke noch über eine Möglichkeit nach doch noch an die schwarzen Gesellen heranzukommen, als sich der Nebel plötzlich wieder zu lichten beginnt. Die Sauen ziehen wieder in das Wäldchen zurück, doch plötzlich ergibt sich überaschend eine Gelegenheit als eine kleine Horde Überläufer aus dem Wäldchen die Wiese betritt und zu brechen beginnt. Ich kann es kaum fassen. Doch im Stehen ist kein sicher Schuß auf diese Jungs anzutragen möglich. Also sause ich schnell vor und lege auf einem der Zaunpfosten der Aufforstung auf. Kaum bin ich da, wechseln sie wieder ein. Entnervt breche ich ab und pirsche zurück zum Auto – es ist bereits 2:30 Uhr und ich will nur noch ins Bett, schließlich ist heißt es bereits um 5:15 Uhr wieder aufzustehen. Die Schwarzkittel haben heute offensichtlich einen siebten Sinn…

Am nächsten Tag erstatte ich Bericht, bei meinem ‚Ansteller’ und er bietet mir an, gern die nächsten Tage erneut anzusitzen, so lange der Mond noch gut steht.

Nach einem Tag Pause, rufe ich am Donnerstag an und frage nach, ob es heute Abend möglich wäre noch einen Versuch zu wagen. Die Antwort fällt klar aus, ich solle es auf jeden Fall versuchen! Ansonsten sei eh keiner unterwegs und so bekomme ich eine schnelle Beschreibung auf welche Kanzel ich mich diesmal setzen solle. Sie ist baugleich mit der vom Dienstagabend und liegt am anderen Ende des Wäldchens, in das die Sauen einwechselten. Also sehe ich wieder den Blick gerade aus auf den großen Wald und rücklings auf die Wiese, nur daß diesmal das Wäldchen rechts von mir liegt. Angeregt durch zwei große Tassen schwarzen Tees, schaue ich ungeduldig gen Osten und erwarte den aufgehenden Mond. Endlich um 23:00 beginnt er zu steigen und ich mache mich auf den Weg. Meine Mutter guckt zwar recht sparsam, als ich ihre Frage, wohin ich denn wolle, mit der Aussage beantworte, ich wolle auf die Jagd, da ich eh nicht schlafen könne. Daß mit meiner Frühschicht im Krankenhaus sei auch kein Problem, da ich sicher spätestens um 5:00 Uhr wieder zurück sei. Na ja, Mütter eben…

Endlich im Revier finde ich auch recht schnell nach 400 m Pirsch die Kanzel. Noch ist aber nichts auf den Läufen. Ich richte mich ein, sondiere die Lage und sauge förmlich die herrliche Atmosphäre der Nacht in mich auf – Entspannung PUR. Wer will da schon schlafen? Doch nach einiger Zeit werden die Augen doch etwas schwer, doch ich will durchsitzen. Also hole ich die Kissen raus und richte mich schräg ausgestreckt in der Kanzel ein und nicke ein.

Kurz vor 2 Uhr erwache ich plötzlich. Ich schaue auf die Uhr und höre keine 30 Schritte entfernt leichtes Rascheln im auf einem Streifen Grases vor mir. Langsam richte ich mich auf und greife nach dem Glas. Im Schatten – Licht – Übergang sehe ich 6 Stücke Wild. Zuerst denke ich – Dachse, aber dann kann ich endlich glauben, was ich da sehe, die Überläuferrotte! Glas weg, meine Mauser hoch, Leuchtpunkt an und aus dem Fenster vor mir. Doch die Schweinebande wird plötzlich unruhig und beginnen nach links zu ziehen. Ich bringe die Waffe im linken Fenster in Position und versuche eines der Stücke auf Korn zu nehmen. Und tatsächlich auf 60 Schritt dreht eines breit und äugt in meine Richtung, ich fasse bei sechsfacher Vergrößerung das Blatt und schon lasse ich fliegen. Durch das Mündungsfeuer kann ich erkennen, daß es hinter dem Beschossenen staubt, er kurz inne hält und geht dann mit den Anderen Richtung Wald ab. Schon habe ich nachgeladen und schaue recht verdutzt der flüchtenden Horde hinter her. Doch dann sehe ich, wie sich ein Stück von den anderen abtrennt und einen Bogen nach rechts läuft bis es für mich nicht mehr zu erkennen ist. Ich sichere die Waffe, stelle sie ab und schicke eine kurze SMS, daß ich zu Schuß kam und später nachsuchen werde. Wir haben kurz nach 2 Uhr morgens.

Ich beschließe bis um 3 Uhr zu warten, vielleicht kommt die kleine Rotte noch mal wieder um nach ihrem Gefährten zu sehen oder die große Rotte erscheint wieder. Doch nichts tut sich und so baume ich um 3 Uhr ab und suche auf dem Feld denAnschuß. Er ist auch schnell gefunden und zu meiner Beruhigung kann ich reichlich hellen Lungenschweiß finden und sogar ein großes Stück Lunge. Schnell markiere ich denAnschuß mit meinem Pirschstock und folge der Wundfährte. Nach 20 m wird der Schweiß etwas weniger und verläuft nicht mehr geradewegs auf den Wald zu, sondern macht einen Bogen. Anscheinend ist die abtrünnige Sau, das beschossene Stück. Ich beschließe die Wundfährte zu verlassen und weiträumig leuchtend in die Richtung zu gehen, in der ich das abseits laufende Stück zuletzt gesehen habe. Endlich, nach gut 100 m erscheint die Sau im Schein der Taschenlampe. Eine Überläuferbache mit aufgebrochenen 35 kg, die vom Anschuß bis zum Zusammenbrechen eine Totflucht von gut 120 m zurückgelegt hat!

Das 11,7 g Sako Hammerhead aus der .30-06 Springfield drang hinter dem linken Blatt ein, zerstörte Lunge, einen Leberlappen und den Abgang der Aorta aus dem Herzen und trat leicht diagonal aus den rechten Rippen wieder aus.Ich bin begeistert. Die lange Flucht kann ich mir durch das bereits unruhige Ziehen erklären. Da weder das Rückrad noch die Vorderläufe zerstört waren, konnte die Wutz bis zum vollständigen Abbruch der Blutversorgung des Gehirns noch ein paar Meter Fluchtstrecke gehen.

Ich hole das Auto näher an den Sitz, und ziehe anschließend die Beute mit einem Strick zum Hochsitz, wo ich sie aufbreche und dann weiter zum Auto zerre. Nachdem ich es endlich in die Wildwanne gepackt habe, ist es 4:00 Uhr und meinen Frühsport habe ich bereits hinter mir. Ich rufe an und nachdem sich eine recht verschlafene Stimme meldet, erkläre ich die Lage: „Klar komm vorbei, wir hängen es bei mir auf. Schön, daß es geklappt hat, “ lautet die Antwort. Um 4:30 Uhr bin ich bei meinem ‚Ansteller’. Er wünscht mir Waidmanns Heil und wir bringen die Sau in den Keller, wo sie aufgehängt wird. Ich erkläre ihm noch den Ablauf und er ist über die erfolgreiche Jagd sehr zu frieden. Als er mir noch eine gute Nacht wünschte, sehe ich auf die Uhr: Es ist 4:45 Uhr und zu Hause dürfte in diesem Moment mein Wecker beginnen zu klingeln. Zu Hause angekommen, dusche ich und Frühstücke bei einer Tasse heißen Kaffee und einem Stück Kuchen. Ich bin hell wach, meine Familie schläft noch und weiß von nichts und ich breche gut gelaunt zu meiner Frühschicht auf…

Mit freundlichen Grüßen & Waidmanns Heil, A. W. Sonntag, 17. September 2006 23:41

Schwein im Mai 2007

Moin Lutz,

erstmal vielen Dank für die Kontaktvermittlung, netter Zeitgenosse!

Wenn es denn schon geschäftlich im Moment nicht so gut läuft sollte man doch wenigstens etwas WH haben. Die Bilder habe ich diesmal etwas verkleinern lassen, ich weiß nicht was der Rechner damit gemacht hat aber ich hoffe du kannst Sie gut verwerten.

Bild 1, Überläufer

Bild 2, Überläufer

Bild 3, Überläufer, So eine Mörtelkiste macht sich gut für die Gewichtsklasse.

Überläufer 1, 39 kg , kam vorgestern Abend bei noch sehr gutem Licht mit 3 Artgenossen über die Wiese gezogen. Auf ~160 m habe ich dann fliegen lassen. Das Schwein fiel auf der Stelle und blieb liegen, muß aber noch etwas geschlegelt haben, konnte das im Höhen Gras nicht erkennen .Man sieht es aber auch auf dem Bild. Der Schuß lag recht breit stehend hinter dem Blatt und erwischte noch die Wirbelsäule.

Für den anderen Kumpel von gestern war's da schon etwas enger.

Da liegt er

Der zog vorgestern 21:30 Uhr schon über die Wiese als ich gerade aufbaumte. Also sitze ich gestern um 9 und nach 5 Minuten kommt dieses 65 Kg Keilerchen. Hinters Blatt angehalten, etwas spitz, fliegen lassen. Danach hatte es die Sau sehr eilig und verschwand nach ~ 60 - 70m im Bestand. Damit rechnete ich nicht. Die Schußentfernung war nur 70 - 80 m.

LM: Eben!

KeinAnschuß, kein Schweiß, also Rüdemann! Nach einer viertel Stunde ging es dann zur Nachsuche. Erstmal war der kleine Willi so geil, daß er natürlich eine andere Fährte annahm. Jetzt machten wir einen Querschlag über die vermeintliche Wundfährte und Willi der kleine Rauhhaarteckel zog in die Richtung die mir als wahrscheinlicher schien. Im Bestand wurde, wenn auch sehr wenig , Schweiß bestätigt. Nach 30 m ging der Hund im spitzen Winkel weg? Sollte er sich wieder irren? Ich blieb erst mal stehen und markierte die Stelle. Nach etwa weiteren 20 m lag das Schwein, mausetot. Der Rüdemann meinte: „Der Hund hat meistens Recht“ und das war diesmal auch so!

Getroffen wie angehalten, hinter das Blatt (küchenfreundlich), Lunge kaputt, Leber angekratzt und noch etwas Sauerei weiter hinten. Der Ausschuß war dann weich. Für die Bilder habe ich die Schwarte etwas freigelegt.

30-06-Krempe.jpg

7,62x63 KJG-alt beim Setzen ohne, bzw. mit Krempe

Beide Schweine strecke ich mit 7,62x63 KJG-alt.

WaiHei Ralf, 24. Mai 2007

Frischling mit 9,3x62

Hallo Herr Möller,

ich möchte mal wieder eine Meldung über meine Erfahrungen mit dem KJG alt machen. Zur Zeit bin ich hauptsächlich auf Sauen unterwegs, die im Jagdrevier meines Jagdherren derzeit für Ärger sorgen. Wie nicht anders zu erwarten war, haben mehr Frischlinge den letzten Winter überlebt als in den letzten Jahren. So haben wir jetzt schon soviel Sauen geschossen wie im letzten Jagdjahr zusammen und es nimmt kein Ende! Ich war diese Woche schon mehrere Nächte lang unterwegs- sehr zum Leidwesen meines Arbeitstags (gähn!). Gott sei Dank bin, ich selbständig!

So geschah es Donnerstag auf Freitag, daß ich auf der Kanzel eingeschlafen bin und im Laufe der Nacht eine Rotte Wildschweine keine 20 m vor meiner Kanzel die Wiese aufgebrochen hat. Schön Szene: Der Jäger schnarcht oben in der Kanzel während unten die Säue friedlich schmatzen. Na ja, das Leben ist nun mal ein Stück weit ein Lotteriespiel und diesmal hatte das Wild eben Glück. Der Jagdcartoonmaler Geilfuß hätte an diesem Motiv sicher seine Freude gehabt. Lach!

Dann saß ich letzte Nacht an. Um nicht wieder in Tiefschlaf zu verfallen, verbot ich mir in der großen Kanzel zu liegen, sondern machte aufrecht sitzend ein Nickerchen. Um zwei Uhr nachts waren sie da: Zwei Bachen und etwa sieben bis acht Frischlinge. Meine Sauer 202 in Otto Bocks 9,3x62, die ich mir als Ersatz für meine alte R93 zugelegt hatte (Dank Lutz Möller Homepage), bekam Arbeit. Zunächst sah ich die Frischlinge alle von vorn oder hinten. Ein Schuß verbot sich, wollte man keinen Kopfschuß wagen. Dann zogen die Bachen weiter und endlich kam Bewegung in die Rotte. Ich hielt auf einen Fischling an, der mir seine Breitseite anbot. Da das Revier in der Nähe von Offenburg liegt, hatte ich den Vorteil, daß Streulicht aus der Stadt an den Wolken reflektiert wurde und ein ähnlich gutes Licht bot wie bei Vollmond.Die Rotte machte sich davon. Ich wartete noch eine Weile und machte mich dann an die Rote Arbeit.

Der Einschuß lag auf der linken Kammerseite hinter dem Blatt, der Ausschuß gegenüber hinter dem Blatt, zwei Zentimeter stark. Beide lagen oberhalb des Zwerchfells, ein reiner Kammerschuß also.

Auf der Ausschußseite waren unter dem Rücken zusätzlich mehrere Rippen abgerissen. Bemerkenswert war, daß, obwohl das Geschoß nicht in den Bauchraum eingedrungen war, der Magen offen, die Kammer regelrecht mit seinem Inhalt ausgestopft und die Leber nur noch zur Hälfte verwendbar war. Wie kann das bei Ein- und Ausschuß nur durch die Kammer geschehen ?

LM: Lies Druckwelle!

Ich vermutete mal wieder den berühmt berüchtigten hydrodynamischen Schock und befürchtete entsprechende Hämatome im Fleisch. Die wären bei diesem Kaliber und dieser Nähe auch für das Lutz Möller Geschoß keine Schande gewesen!

Der Frischling ♂ wog 7 kg.

LM: Immerhin war das Tier noch größer als das Geschoß ☻!

Da ich morgen keine Zeit habe die Beute zu zerwirken, habe ich heute schon mal angefangen, einen Teil der Arbeit zu verrichten. Beim Abziehen der Decke war dann die überaschung groß: Keinerlei Hämatome, nur Schöns rotes Muskelfleisch!

Meine Erfahrungen mit dem KJG waren bisher immer gut: Höhe Tötungswirkung, geringe Fluchtstrecken, geringe bis gar keine Wildbretentwertung, aber null Hämatome mit 9,3*62 auf diese Entfernung! Was will man mehr!

Ich kann jedem, der unentschlossen ist, nur empfehlen, es einmal mit dem KJG zu versuchen. Sofern er sich nicht scheut, seinen Lauf regelmäßig chemisch zu reinigen, dürfte er kein besseres Geschoß bekommen.

Waidmannsheil, Jürgen Seeholzer, Sonntag, 17. Juni 2007 16:25

Zu zweit Schwein gehabt

Hallo Herr Möller!

Was soll man tun, wenn zwei Schweinchen immer gemeinsam zur Kirrung kommen! Eins zu schießen und zu hoffen das andere ein paar Tage später zu erwischen? Nein – der Plan sah anders aus: Es war Ende Mai und es war Vollmond. Warum sollten wir den Sauhöhensitz nicht zu zweit besetzen? Gesagt – getan! Mein Jagdfreund Klaus und ich baumten um 21:00 Uhr gemeinsam auf. Die Zeit sollte gut sein, da die beiden Schweinchen fünf Nächte hintereinander die Wilduhr zwischen 23:00 -23:45 Uhr umwarfen! Es war ein Tag vor Vollmond, der seinen Namen aber nicht verdient hatte. Er leuchtete nur schwach und brachte nicht das erhoffte Licht. Die Sauen kamen pünktlich um 23.00Uhr und plünderten die Kirrung. Sie ließen sich eine halbe Stunde Zeit dafür – scheinbar wissend, daß das Licht für einen Schuß nicht ausreichte.

Also nahmen wir einen zweiten Anlauf am 1. Juni. Wir waren etwas spät dran und beschickten die abgeräumte Kirrung indem wir eine Handvoll Mais warfen. Um 22:00 Uhr hatten wir uns eingerichtet und hofften auf „unsere“ Schweinchen. Klaus tippte mich an und zeigte nach vorn „ Da sind sie!“ Es waren noch keine fünf Minuten vergangen! So, jetzt brauchten wir noch keinen Mond und es sollte ernst werden. Aber auch kleine Schweine sind keine dummen Schweine! Unsere Witterung vom Kirren ließ die Beiden nicht wirklich auf die Fläche austreten – Sie kamen kurz aus dem Ahornaufschlag um sofort auf der anderen Seite wieder zu verschwinden. Dieses Spiel wiederholte sich und wiederholte sich – das Licht wurde weniger… 22:20 Uhr: Jetzt trauten sich die Beiden den Mais aufzusuchen. Vielleicht würde unser Plan aufgehen: Klaus saß rechts von mir und visierte somit das rechte Schwein an. Sobald er den Zielstachel sicher im Ziel hat sollte er leise „ok“ sagen – wenn es bei mir paßte, zählte ich leise bis 2. Bei gedacht 3 sollten dann beide Schüsse brechen! Es ging los: „ok“ „1….2…stopp“, nächster Anlauf: „ok“ „1…2…bumm. Beide Schüsse fielen faßt zeitgleich – Mündungsblitz – Waffen runter – Fernglas hoch – beide Schweinchen lagen am Anschuß! Die beiden ♂ Überläufer vom Sommer '06 wogen 36 + 40 kg.

Der eine fiel durch einen Herz-Lungenschuß mit KJG aus der 6,5x65, der zweite erhielt einen Lungenschuß mit Rückgratverletzung mit KJG in 9,3x62. Beide Schweine hatten keine Hämatome und der Wildbretverlust war vielleicht eine handvoll! So macht zu jagen Freude!

Mit freundlichen Grüßen und waidmannsheil aus dem Sauerland, M. Noisten, Sonntag, 17. Juni 2007 22:45

Absolut Klasse! Danke für den Schönn Bericht, Herr Noisten!

Mein Freund Jukka hat das mal mit drei Mann auf Elch versucht. Auf den Knall fielen alle drei Mann rückwärts von der Bank aber der Elch zog von dannen!

Waidmannsheil, Lutz Möller

Rückstoßbremse

für die Nachtjagd auf Sauen

Werter Herr Möller

Ich lade Ihre Geschosse und bin mit den praktischen Ergebnissen sehr zufrieden.

Ich möchte meinen K98 in .30-06 (Einfache Frankoniaausführung) mit einer Rückstoßbremse versehen. Ich gehe oft nachts auf Sauen und würde auch gern das Mündungsfeuer mindern.

Welche Änderungen müssen an der Waffe vorgenommen werden und was kostet das Teil?

Bernd Sell, Mittwoch, 26. September 2007 16:08

Tag Herr Sell,

siehe 7,6 mm hdp Bremse, Anbau und den Anhang

Waidmannsheil, Lutz Möller

Maiskeiler

Hallo Lutz Möller

als Anlage ein Bild von meinem 25ten Abschuss mit Ihrem Geschoß!

Waidmannsheil, Klaus Bäsler, Mittwoch, 19. Dezember 2007 13:22

Waidmannsheil Herr Bäsler,

wenn ich mir das Gebräch so aus der Nähe anschaue erkenn ich Maiskörner. Mir Scheint die Sau ist ihrem Hang zum Schweingold zum Opfer gefallen. Sehr schön!

Dabei fallen mir zwei Geschichte aus Schleswig-Hostein ein, die ich kürzlich hörte. Ein Jäger erzählte bei einer Drückjagd im Nachbarrevier hätten die Hunde einen mittelalten Keilergestellt, der sich jedoch mit seinem Hinterteil pfiffig vor ein großen Baumstellt und einen Hunde nach dem andern abwehrte. Zwei Hunde waren sofort tot. Zwei Hunde überlebten schwer verletz. Ein Hund überlebte schwer verletzt. Der Keiler kam später nach zu Strecke. Mit 90 kg aufgebrochen war er noch nicht mal groß.

Die nächste Geschichte klingt nach Jägerlatein. Inder Nähe von Rendsburg sei anläßlich einer Drückjagd ein Kronehirsch beschossen worden. Der Treffer erforderte ein Nachsuche. Auf der Nachsuche verletze der Hirsch den Jäger so schwer, daß die Jagd abgebrochen wurde und medizinische Nothilfe angefordert wurde. Nicht alle Jagdteilnehmer hatten den Abbruch mitbekommen. Ein Jäger beschoß noch einen Keiler, der nicht sofort fiel, sondern flüchtete. Der angeschweißte Keiler traf auf die Sanitäter die den geforkelten Hirschjäger versorgen und nahm die an. Die unbewaffneten Sanitäter flüchteten und der Keiler tötetet den Geforkelten.

Wenn jemand dazu Näheres weiß, möge er sich bitte melden.

Waidmannsheil, Lutz Möller

Hundlose Nachsuche

Moin Lutz,

Gestern Abend hatte ich schon gegen 19°° Uhr Bewegung im Bestand vernommen. Es knackte deutlich. Die Sauen konnten nicht mehr weit sein. Kurz danach zeigten sich 2 Überläufer an der Bestandskante. Durch das Knacken hatte ich mich ja schon auf die Richtung vorbereitet. Rechts ist für einen Rechtsschützen auch immer ungünstig, wenn man halb verdreht auf der Rückenlehne auflegen muß. Nachdem nun die Kammer einer Sau hinter dem Fadenkreuz fixiert war ließ ich das 7,6 mm KJG fliegen. Wie immer hatten es die Sauen auch diesmal sehr eilig, lautes Poltern und Knacken waren lange zu vernehmen.

AmAnschuß fand ich 3 Schweißspritzer.

7,6 mm KJG Sauanschuß mit drei Schweißspritzern

Schweißfährte Bild 1

Da es um viertel nach sieben noch sehr hell war, entschloß ich mich 10 - 15 m quer zur Fluchtfährte im dichten Unterholz zu suchen. Vermutlich saß mein Stammrüdemann selbst an, daß ich auf ihn eine gute Stunde hätte warten müssen. Ich fand tatsächlich ein paar Spritzer Schweiß.

Schweißfährte Bild 2

Nach meiner Erfahrung mit dem Lutz Möller Geschoß kann man auch Pech haben und trotz guter Trefferlage in der Kammer erst nach 30 - 40 m Schweiß finden. Der nahm hier allerdings mit der Fluchtstrecke deutlich zu.

Schweißfährte Bild 3

Schweißfährte Bild 4

Nach vielleicht 40 m lag ein ♀ Überläuf von 38 kg.

40 m vom Anschuß lag die Sau

Treffer, tot

Nur gut, daß ich die Batterien frisch gewechselt habe, die Lampen von LEDLENSER kann man wirklich weiter empfehlen.
In der Wildkammer noch eine Innenaufnahme.

7,6 mm KJG KammerDurchschuß von innen betrachtet

Der Treffer lag ganz knapp hinter dem Blatt, ein paar cm weiter vorn hätte es wohl Schaden gegeben.

WaiHei Ralf, Samstag, 20. September 2008 08:30

Moin Ralf,

gute Zielwahl + gut getroffen + Lutz Möller Geschoß + kluge Nachsuche + gute Lampe = Sau ohne Hund gefunden.

Ich danke Dir für Deinen knappen, aussagekräftigen Bericht mit den guten Bildern. So gefällt mir das. Sehr schön!

Waidmannsheil bis Dienstag, dann werden wir uns beim Holz sehen. Gruß Lutz

Schwarzwildminderung

ES GILT DAS GESPROCHENE WORT!

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus stellte heute einen Plan von Maßnahmen zur Reduzierung der Schwarzwildpopulation in Mecklenburg-Vorpommern vor.

„Die drastische Reduzierung der Schwarzwildbestände ist eine ganz entscheidende Maßnahme zur Verringerung der Gefahr, die von einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest ausgeht“, sagte er. Bei Ausbruch der von Wild- auf Hausschweine übertragbaren Afrikanischen Schweinepest (ASP) drohen Hausschweinehaltungen, Schlacht- und fleischverarbeitenden Betrieben im Land existenzielle wirtschaftliche Einbrüche. „Ich appelliere an die Jägerschaft, an Landwirte und Naturschützer, sich ihrer Verantwortung beim Thema ASP zu stellen“, so der Minister.

Backhaus hatte mit Unterstützung der SPD- und der CDU-Fraktionen im Landtag Mitte Oktober 2017 das Bereitstellen von Landesmitteln zur Bekämpfung der ASP-Gefahr und zur Reduzierung der Schwarzwildbestände gefordert und eine Taskforce mit der Erarbeitung entsprechender Maßnahmen betraut. Heute dankte er den beteiligten Regierungsfraktionen für ihre Unterstützung bei der Abstimmung über Landesmittel für ein auf zwei Jahre angelegtes Sofortprogramm zur ASP-Verhinderung in Höhe von 2 Millionen Euro.

Aufgewendet werden die Mittel maßgeblich für den vermehrten Abschuss von Wildschweinen. „Ich erwarte, dass sich die Strecke im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre um 20 Prozent auf 80.000 Stück Wildbret erhöht“, erklärte der Minister. „Dafür schaffen wir Anreize.“ So erhalten Jäger für das Erlegen von Frischlingen mit einem Gewicht bis 25 Kilogramm und für den Abschuss von älteren Bachen, deren Frischlinge keiner Führung mehr bedürfen, 25 Euro Aufwandsentschädigung je Tier. Damit soll ein deutlich höherer Anteil an Zuwachsträgern beim Schwarzwild erreicht werden, als in der Wildbewirtschaftungsrichtlinie vorgesehen. Mit 25 Euro je Jagdtag honoriert wird auch der Einsatz von Hundeführern mit Jagdhunden bei revierübergreifenden Jagden. Das im Zeitraum vom 11. Januar bis 31. Juli geltende Drückjagdverbot wird zur Erreichung einer wirksamen Bestandsreduzierung beim Schwarzwild für die kommenden drei Jahre ausgesetzt. Für Einladungen durch die Forst- und Nationalparkämter an private Jäger zur Beteiligung an Drückjagden nach dem 11.01.2018 entfällt das Erheben von Standgebühren und Jagdbetriebskostenbeiträgen.

Intensiviert wird die Schwarzwildjagd auch in den Nationalparken und Renaturierungsgebieten aus Seuchenpräventionsgründen.

„Als Dank an die Jagdbeteiligten werden in Forst- und Nationalparkämtern Frischlinge mit einem Gewicht von bis zu 25 Kilogramm aufgebrochen kostenfrei an die Erleger oder Jagdhelfer abgegeben“ erläuterte der Minister. Aufgrund ihrer geringen Vitalität gelten Frischlinge als die anfälligste Altersklasse gegenüber Krankheiten. Zudem tragen Frischlingsbachen ab dem Alter von acht Monaten bereits zum Anwachsen der Population bei.

Backhaus verwies auf das von Behörden, Jägern, Land- und Forstwirten unterzeichnete Schwarzwildpositionspapier, das bereits 2009 Maßnahmen zur Schwarzwildreduzierung zusammenfasste. Landwirte seien in der Pflicht, etwa Bejagungsschneisen anzulegen, kleinflächigeren Mais oder Rapsanbau zu betreiben oder Erntemaßnahmen mit der Jägerschaft abzustimmen, um Schwarzwild besser bejagen zu können.

Der Minister verdeutlichte nochmals die dramatischen Folgen, die Schweinehaltern im Fall eines ASP-Ausbruchs drohten. Allein in MV wären 200 Betriebe mit rund 830.000 Schweinen vom Verlust ihres Tierbestands bedroht. Mehr als 40 Schlacht- und fleischverarbeitende Betriebe mit rund 3.700 Beschäftigten und einem Umsatz von 980 Millionen Euro könnten von Umsatzeinbrüchen und Schweinefleisch-Exportverboten betroffen sein.

Donnerstag, 9. November 2017 12:40

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