AZF Prüfung bestanden☺

 

Heym SR 30

Geradezugrepetierer

Heym hält | Keilerbüchse | Welche Patrone? | 9,3x62 bevorzugt | Stunned | 380 m Moose | Schnelles Reptieren

Heym SR30 vs. Heym SR 20/21

Hallo Joachim!

Dem hervorragenden Erfahrungsbericht von Leerprinz ist nichts hinzuzufügen. Ich habe zwar schon mit mehreren SR 30 geschossen, eine SR 20 habe ich auch schon mal geführt, aber es geht nichts über Erfahrungen nach langjähriger Erprobung. Im übrigen deckt sich die Aussage von Leerprinz mit anderen Jägern, die eine SR 30 besitzen - alle wollen ihre SR 30 nie mehr missen und das wird schon seinen guten Grund haben.

Die SR 30 ist aber mit der Blaser R 93 (ich nenne die Sache jetzt einfach mal beim Namen) nicht zu vergleichen, weder in der Verarbeitung, noch in der Handhabung. Alle Heym-Waffen haben eine sehr gute solide Verarbeitung, man sieht auch beim Auseinanderbauen des SR 30 oder der SR 20, daß hier mit viel Liebe zum Detail und Genauigkeit gearbeitet wurde und auch noch teilweise mit Hand. Da sind weder Bearbeitungsspuren vorhanden, noch irgendwelche Grate. Desweiteren besteht der Stahl der SR-Modell aus hochwertigem, massivem Geschützstahl. Der Schaft der Heym kann in Normalversion schon als Luxus bezeichnet werden. Dagegen ist der R 93 computergefertigte Massenware, zugegebenermaßen aber sehr funktionell und innovativ.

Die Handhabung der SR 30 ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, da die Waffe über den ziemlich weit hinten liegenden, nach außen stehenden Kammerstengel gesteuert, bzw. ge- und entspannt wird. Allerdings gewöhnt man sich relativ schnell daran, man muß halt ein bißchen umdenken.

Verriegelt wird er Verschluß der SR 30 über 6 federnd gelagerte Stahlkugeln, eigentlich genauso innovativ wie der Radialbundverschluß, die 6,5 mm großen Stahlkügelchen machen allerdings einen weitaus stabileren Eindruck. Auch der Schloßgang der Heym ist meiner Meinung nach deutlich geschmeidiger als der der R 93. Sowohl die SR 21 und die SR 30 bieten Wechsellaufmöglichkeiten und ein Steckmagazin. Alle Heym-Waffen, mit denen ich bisher schoß hatten auf Anhieb eine sehr gute Schußleistung mit mehreren Munitionssorten. Über die Heym SR 20 habe ich in vorausgegangenen Beiträgen schon ausführlich berichtet. Eine Repetierbüchse mit konventionellem Kurvenspannersystem in sehr solider, massiver und hochwertiger Ausführung. Die SR 30 kann man in weitestem Sinne als Geradezugversion der SR 21 bezeichnen, mit völlig anderen System versteht sich. Von der Verarbeitung sind beide Waffen gleich hochwertig und in der Oberklasse anzusiedeln.

Gruß, Moseljaeger, 21.01.2003, 20:15 Uhr


Sehr geehrter Herr Möller,

durch Zufall bin ich gestern auf Ihre hervorragend gestaltete Seite gestoßen und es hat mich einige Stunden Zeit gekostet, darin zu stöbern und immer noch nicht alles gelesen zu haben.

Unschwer läßt sich Ihr Faible für das legendäre System 98 erkennen. Als ich vor 8 Jahren meine Jägerprüfung ablegte kaufte ich mir einen R93 was daraus resultierte, da ich den Künsten der Büchsenmacher in meiner ländlichen Heimat nicht so sehr vertraute und diese bei dem Blaser-Baukasten nichts verpfuschen konnten. Zum Studium bin ich ins Rhein-Main-Gebiet umgezogen, mein Erfahrungsschatz ist größer geworden und ich bin etwas verunsichert wegen des in Verruf geratenen, häßlichen Prügels. Auch mir lief schon mal ein Schauer über den Rücken, als ich nach einem Treiben bei einer Drückjagd, bei dem ich einen Überläufer erlegte meine Waffe entlud und die kurz zuvor in die Kammer eingeführte Patrone eine kleine Einbeulung zentral auf dem Zündhütchen aufwies, welche nur vom Schlagbolzen her stammen konnte. Wahrscheinlich hatte ich zu heftig repetiert. Im Grunde ist es immer noch insofern ungefährlich, da die Laufmündung beim Repetieren schließlich nicht in Richtung der Schützen zeigt und dennoch möchte ich einem Schrecken vorbeugen und erwäge die Waffe wieder zu verkaufen. Ein ungewolltes Auslösen beim Repetieren erlebten auch 2 Freunde mit deren Heym-SR20, an denen wohl der Abzug zu fein eingestellt war. An 98er - Waffen mit Stecher kommt dies ohnehin öfters vor.

Die Waffe, die mir nun vorschwebt wäre eine Heym SR 30, die auch von mehreren Personen in meinem nächsten Bekanntenkreis geführt wird und die damit beste Erfahrungen gemacht haben. Das System imponiert mir vor allem wegen der Sicherheit und einfachen, geräuscharmen Bedienbarkeit und zudem erhalte ich die Waffe auch in ästhetischer, klassischer Schäftung, die mir ohnehin sehr liegt. Die Kaliberwahl fällt, da ich das Gewehr ohnehin nur auf heimisches Schalenwild nutze, auf die 8x57IS und als Geschoß nutze ich ein schweres Teilmantel. Schade nur, daß ich zu dem Gewehr keinen Wechsellauf in .375" H&H erhalte, doch da gibt es noch die günstige Alternative einer Zweitwaffe von unseren Neueuropäischen Nachbarn aus Brünn, die zwar etwas rauh gearbeitet, doch dafür sehr präzise sind.

Meine Frage an Sie wäre nun, ob es auch bei der SR30 verschiedene Bedenken gibt, sei es in technischer Hinsicht oder im Punkt der Sicherheit und 2. was sie von den klassischen Schäftungen in Bezug auf den Gebrauch des Zielfernrohres halten. Generell liegt mir diese Form sehr gut, besonders an meiner vielgenutzten, kleinen Dan Fraser 22 Hornet Blockbüchse, bei der das 2,3-7x36 Kahles Glas, sehr flach montiert ist. Wie ich mit dem Schaft und einem 50er Glas zurechtkomme muß ich erst noch ausprobieren.

Mit besten Grüßen, Thomas v. Landenberg

Sehr geehrter Herr Von Landenberg,

zu der Heym SR30N ist mir nichts Nachteiliges bekannt.

Ihre Frage zur Schäftung ist berechtigt. Leider sind gewöhnliche Schäfte für den beabsichtigten ZF-Gebrauch in der Regel einige Zentimeter zu tief. Nur ausgesprochen Sport- und Scharfschützenwaffen lassen sich einstellen.

Die Schäftung als solche zu beurteilen ist wenig hilfreich, da der Schaft zum Schützen passen muß. Wie stellen sie das fest? Nehmen Sie die Waffe in die Hand, schlagen an und zielen auf ein bekanntes Ziel. Wiederholen Sie einige Male mit Pausen zwischen drin. Lassen Sie sich Zeit. Dann wiederholen Sie das gleiche mit geschlossenen Augen und überprüfen im Ziel mit offen Augen, ob Sie im Ziel liegen. Kleine Abweichungen sollen nicht stören. Aber wenn Sie grob danebenliegen, holen sie sich besser fachkundigen Rat bei einem Schießlehrer, gern auch für Flinte, ob der Schaft wohl zu Ihnen paßt, bzw. was ggf. geändert werden sollte.

Mein beiden Heym SR20N liegen mir mit offener Visierung wie angegossen. Jedes ZF hat seine optische Achse jedoch höher als die offene Visierung. Mit ZF muß ich den Hals recken, bin bei Drückjagden also benachteiligt, werde deshalb auf eine Iriskimmenvisierung mit Recknagel-Diopter auf Recknagel-Montage umrüsten. Dann kann ich bei beide Zieleinrichtungen abwechselnd nutzen.

Statt einer langsamen und eine großen Kugel erwägen Sie doch mal, ob sie Sie vielleicht gleich eine 8x68S wählen, mit der Sie den ganzen Bereich abdecken.

Mit freundlichen Grüßen, L. Möller

Sehr geehrter Herr Möller,

belästige Sie noch einmal mit einer Frage nach dem geeigneten Repetierer. Nun ist mir die Heym SR 30 untergekommen. Geradezugrepetiersysteme sind mir als Technik-Fan einfach sympathisch und außerdem halte ich sie für eine sehr sichere Waffe (spannen-entspannen der Schlagbolzenfeder mittels Kammergriff)! Leider konnte ich auf Ihrer Seite unter der Überschrift Heym SR 30 nur einen Kommentar zur SR 20 finden. Gibt es zur SR 30 auch ähnliche Bedenken wie bei der Blaser R 93, oder kann man hier von einem zuverlässigen System ausgehen?

Nochmals vielen Dank und schönen Abend!

Patrick Mandl, Montag, 26. Januar 2004 21:55

Herr Mandl,

zu der Heym SR 30 N ist mir nicht Nachteiliges bekannt.

MfG L. Möller

http://www.wildundhund.de/cgi-bin/ubb/ultimatebb.cgi?ubb=get_topic&;f=39&;t=000751&;p=

carcano
Alter Hase
Mitglied # 635

erstellt 29. Januar 2004 15:56

So.
Ich habe jetzt, Joachims Bitte eingedenk, ein längeres Gespräch mit dem für die SR 30 zuständigen Büchsenmacher bei der Fa. Heym geführt. Dessen Inhalte sind natürlich auch nur Meinungsäußerungen, zumal von einem indirekt Betroffenen mit eigenem Interesse. Daher mit der immer gebotenen Reserve aufzunehmen. Dessen ungeachtet herzlichen Dank an Heym für die Bereitschaft zur Auskunft und die Zeit.

Von der SR 30 sind bei weitem noch nicht so viele Exemplare gefertigt worden wie von der R 93, vielleicht 4.000, vielleicht mehr. Wer's genauer wissen wollte, müßte sich bei Heym beim Marketing erkundigen.

1. Die sechs gehärteten Kugellagerkugeln der SR 30 verriegeln nicht in eine flache Ringnut nahe dem Laufende, wie bei der R 93, sondern in ebenfalls sechs konkave (also negativ kugelschalige) Ausnehmungen in der Laufhülse, die weiter vorn situiert und tiefer sind.

2. Die Verriegelungsaufnahmen werden im Laufe der Hülsenfertigung geprägt und dann gehärtet, sind also nicht etwa spanabtragend oder funkenerodierend gefertigt. Diese Art der Stahlbearbeitung sollte m.E. zusätzlich verfestigend wirken.

3. Wenn die Verriegelung so beschaffen ist wie mir unter 1. beschrieben, kann nur eine *wesentlich* geringere frontale Beaufschlagung der Verriegelungselemente durch Gasrückschwall geschehen. Hinzu kommt, daß die sechs Kugelsegmente dem Gasaufprall auch kaum Angrifffläche bieten, anders als die Spreizkrallen des Radialbundverschlusses.

4. Eine Außenentriegelung des SR-30-Verschlusses durch direkte Gasbeaufschlagung auf die Verriegelungselemente halte ich deshalb auch im worst case für kaum denkbar.

Ob - die dritte und grundsätzlich sehr realistische Möglichkeit - eine Außenentriegelung durch zunächst elastische, dann plastische Verformung und schließlich Sprengung des Laufes / der Laufhülse denkbar wäre (dadurch entweder direkte Freigabe der Verriegelung, oder Reduzierung der die Verriegelungslast tragenden Restfläche unter die Grenze des Verformungswiderstands, dann folgend ebenfalls Freigabe), das ist eine Frage der Dimensionierung der Laufhülse und insbesondere der Wandstärken.

Nach Blasers eigenen jetzigen Angaben sei der dortige Lauf in der Tat gerissen. Die R 93 ist im kritischen Bereich nun sehr gering dimensioniert (verglichen z.B. mit M 98); und mir scheint (!) die SR-30 deutlich mehr Reserven zu bieten, aber das kann nur die Konstruktionszeichnung klären.

5. Die Hülse der SR-30 hat eine einzelne rechtsseitige Gasentlastungsbohrung. Diese ist nach meinem Eindruck deutlich zu gering dimensioniert und im wesentlichen kosmetischer Natur. Es sollte dringend mindestens eine weitere und größere Ausblasöffnung geschaffen werden. Deren inhärenter konstruktiver Nachteil wäre eine potentielle Schwächung der Hülse und mögliche Rißanfälligkeit. Bei dem älteren niederrheinischen R-93-Unfall hatte ein materialtechnisches Universitätsgutachten allerdings (m.E. zu Recht) eine Ursächlichkeit der dortigen Gasentlastungsöffnung für den Laufriß verneint.

6. Zur Frage der Innenentriegelung des Verschlusses im Falle eines massiven Zündhütchendurchbläsers, -ausbläsers oder Bodenreißers. Dies war bei der R 93 früher ein in dem alten DEVA-Gutachten aufgezeigtes Problem, das Blaser jetzt für behoben hält. Die sechs gehärteten Kugellagerkugeln werden durch ein seinerseits gehärtetes Steuerstück im Inneren des Verschlußzylinders nach außen gedrückt und arretiert. Die Arretierung des Steuerstücks geschieht durch den Kammerhebel; zudem wirke die Schlagfeder einer frontalen Beaufschlagung entgegen. Man hält dies für ausreichend. Ob es wirklich ausreicht, weiß ich nicht. „Normale“ Durchbläser hat die SR-30 völlig problemlos verkraftet (was mich nicht verwundert); man bemerkt sie kaum, außer olfaktorisch. Auch Bodenquerabreißer habe die SR-30 verdaut (wie die meisten anderen Systeme auch, ergänze ich wieder).

Was aber bei massiver Gasfreigabe durch den Boden mit entsprechendem Überdruck (über 8.000 bar) geschieht, wissen wir nicht. Meines Erachtens sollte Heym ein oder zwei Waffen opfern und das Problem qua zerstörende Werkstoffprüfung simulieren (Verdämmungsbeschuß oder Bodenpräparation), und sei es nur zur eigenen Absicherung, zur sinnvollen Werbung und zur Vermeidung etwaiger Produkthaftungsansprüche.

Für unbedingt erforderlich halte ich noch eine Aufnahme ausreichend dimensionierter Gasabzugsöffnungen im vorderen Teil des SR-30-Verschlußzylinders. Das ist konstruktiv durchaus machbar; es muß ja nicht Gewehr-98-Dimensionen annehmen. Ggf. müßten alte Zylinder halt nachgerüstet werden.

Carcano

Editionshinweis: zwei technisch nicht ganz saubere Formulierungen nach dem freundlichen Hinweis von Sauvestre korrigiert - dankeschön !

[ 29. Januar 2004: Beitrag editiert von: carcano ]

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Sauvestre
Alter Hase
Mitglied # 1627

erstellt 29. Januar 2004 16:54

Zitat:


Original erstellt von carcano:

2. Die Verriegelungsaufnahmen werden im Laufe der Hülsenfertigung geprägt und dann gehärtet, sind also nicht etwa spanabtragend oder funkenerodierend gefertigt. Die damit verbundene Materialverdichtung sollte m. E. zusätzlich stabilisierend wirken.


Vielen Dank für die ausführlichen Erklärungen. Klingt alles plausibel. Nur den Punkt 2 muß ich leider etwas korrigieren: Der Werkstoff (ich nehme mal an Stahl) ist nicht porös, also kann er auch nicht „verdichtet“ sondern durch die Verformung höchstens verfestigt werden. Wenn hinterher jedoch gehärtet wird (Wärmebehandlung), dann ist jedoch die Kaltverfestigung im Eimer (es kommt zu einer zweimaligen völligen Neubildung des Kristallgitters). Und mit "stabilisierend" meintest Du wohl "verfestigend", wird aber umgangssprachlich oft durcheinandergeworfen.

Gruß Sauvestre

PS: Ich wäre froh wenn ich in Recht ein Deinen technischen Kenntnissen entsprechendes Niveau hätte ...

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Heym hält

Mit einer nach Hartmut Brömels QuickLoad auf 10.000 bar Spitzengasdruck berechnete .30-06 wurde in folgendem Versuchsaufbau aus einer Heym SR30N Geradezugrepetierbüchse abgefeuert, anschließend die Überlastwirkung photographiert. Der Verschluß hielt der Belastung zwar nicht unbeschädigt stand, anders als bei einer Blaser R93 zu erwarten, flog der Verschluß dabei aber trotz der Überlast nicht nach hinten raus, bzw. dem Schützen ins Gesicht.

Versuchsaufbau. Die Waffe wird fernausgelöst, denn man weiß ja nie . . .

Au weia! Die Patrone ist bei dem Druck zerflossen. Vom Zündhütchen ist nicht mehr zusehen!

Gleichwohl hielt Verschluß zwar nicht mehr Maß, dem Druck aber ohne zu bersten oder zu öffnen stand.

Auch das Verschlußinnenleben zeigt sich nach der Überlast einigermaßen heil.

Nun gut. Auch Stahl gibt nach. Die hochgespannten Pulverschwaden fetzten den Auszieher zu Krümeln
und rissen ihn mit durch die Entlastungsbohrung fort. Der Druck verbog Kammer zwar, konnte sie jedoch nicht zerreisen oder öffnen.

Ursprünglich war die .30-06 Springfield - Patron keine Gürtelhülse; nach der Vergewaltigung aber schon.

Wenn rohe Kräfte sinnlos walten . . .
Messing fließt ab etwa 6.000 bar, die hier deutlich sichtbar überschritten wurden.

Das Ding muß doch kaputt zu kriegen sein. Die Büchse hatte mit angepeilten 10.000 bar wohl noch nicht genug Druck auf dem Kessel um zu platzen. Pistolenpulver in Büchsenpatrone wirkt Wunder. Also flugs mal den zu erreichenden Zieldruck auf 10.700 bar gesteigert und abgezogen . . .

Tja, ursprüngliche war das Zündhütchen nur nach innen gedrückt, aber nun es wollte wieder raus. Und diese Nebenluft, tz, tz, . . .

Verdammt noch mal. Das sieht ja wie ein billiges Mopedzeihkeilgetriebe aus!
Immerhin sind alle Teil noch an ihrem Platz. Bei versuchten 10.700 bar finde ich das gut!

Vom Auszieher kann ich hingegen an dessen vorgesehenem Platz in der Aussparung nichts mehr erkennen;
Hülsenreste vielleicht!

Ja, Schelm! Keine Patron mehr da, aber noch Bodenstempelabdrücke!
Durch den Auszieherkanal floß der Überdruck ab und begrenzte somit den Spitzendruck.
Mein Gott, die Hülse vor dem Auszieherfenster als Überdruckventil. So eine billige Lösung!

Ja, da ist es wieder!
Das Loch in der Hülse, durch das der gefährlichste Druck abfloß,
ohne den Verschluß zu öffnen und hinten rauszuschleudern und den. Danke dafür!

Ein schönes Überdruck-abfließ-Hülsenloch vor dem Auszieherfenster, einfach Klasse!

Wiederlader aufgepaßt: DIE Hülse ist nun Schrott! Der Auszieher und seine Feder auch. Daß die Heym SR 30 N 10.700 bar erreichbaren Spitzengasdruck lediglich mit Hülsendruchbläser und Verformungen quittierte, statt zu öffnen und den Verschluß dem Schützen ins Gesicht zu schleudern, ist das eigentlich Bewundernswerte. Alle Achtung dem Konstrukteur Peter Fortner!

Heym SR 30 Keilerbüchse 7x64

Hallo Herr Möller,

ich muß schon sagen, Ihre Seite ist wirklich hammermäßig. Ich surfe seit circa einem Jahr auf Ihren Seiten und bin überascht über Kompetenz und Antworten die sie geben. Auch meine Waidgenossen denen ich Ihre Seite weiterempfohlen habe sind voll des Lobes.

Im Zuge der Umstrukturierung bei der Firma Kettner konnte ich eine Heym Keilerbüchse SR 30 in 7x64 (Lauflänge 50 cm) mit Doctor Sight und EAW sehr günstig als Neuwaffe erstehen. Im bin sehr zufrieden und führe die Waffe mit RWS TIG 11,47 g auf Sauen erfolgreich. Dabei muß ich sagen, der Rückstoß ist kernig. Da die Waffe führig ist möchte ich ein 2,5-10x50 ZF montieren lassen und bald auf Rehwild führen. Dabei habe ich an die RWS KS 8 g gedacht, mit der ich auch einmal bis 200 Meter hinauslangen möchte. Jetzt zu meiner Frage:

Die Waffe hat eine Lauflänge von 50 cm, wie viel Zentimeter hoch muß ich die Waffe mit der RWS KS 8 g einschießen, damit ich auf 200 Meter noch Fleck schießen kann? Wie hoch sind die vermutliche Geschoßenergie Eo und die Geschoßgeschwindigkeit Vo? Gibt es eine Formel mit der unter einbeziehen der Lauflänge bzw. Drallänge sowie Geschoßgewicht usw. die Geschoßgeschwindigkeit und Energie errechnet wird?

Überwiegend werden die Daten ja auf den Munitionspäcken angegeben und sind aber aus 60 - 65 cm Läufen geschossen. Wie wirkt sich dies bei meiner Waffe mit 50 cm Lauf auf Rückstoß und Geschwindigkeit und Energie aus? OK, viele Fragen, aber ich hoffe Sie können mir weiterhelfen. Ich würde mich auf eine Antwort freuen.

Waidmannsheil Beppo, Uwe Brehm, Freitag, 6. Februar 2004 08:58

Herr Brehm,

viel Pulver + kurzer Lauf = viel Mündungsfeuer + viel Rückstoß. das war bekannt, steht seit Jahren in 7x64 Brenneke unter Stutzen. Weite Schüsse erklärt Außenballistik. Damit können Sie alles rechnen, wenn Sie den BC mit 0,29 kenne. Klappt's?

mfG L. Möller

Vielen Dank für die Antwort, werde nachlesen und berechnen.

MfG Brehm Uwe

Hallo Herr Möller,

Ich wollte mir bei Frankonia eine Heym SR 30 im Kaliber 7x64 kaufen. Nach zwei Stunden Verkaufsgespräch bekam ich endlich den Zuschlag eine erwerben zu dürfen. Laut Verkäufer ist die Waffe absolut kompliziert, da man zwei Dinge beachten muß, die Kammerhebelsperre und den Kammerstengel. Außerdem verkaufe man fast ausschließlich Blaser 93 und das Kaliber sei überholt und keiner könne mir auf der Jagd Patronen leihen. Gott sei Dank kann ich mir noch zwei Dinge merken.

  1. Man soll doch bei einem neuen Los immer einen Prüfschuß abgeben, also kommt fremde Patronen zu leihen gar nicht in Frage.

  2. Geht man zu jagen, nimm Gewehr und Patronen mit.

Ich wehrte mich also erfolgreich gegen Blaser, Sauer und Merkel, denn

Die Merkel KR1 hat am Schlitten (Verschluß) so scharfe Kanten, daß man damit Suizid machen könnte und der Kammerstengel macht einen instabilen Eindruck (die ideale Waffe für studierte Schlafkanzelbewohner).

Die Blaser R93 Pro erinnerte mich an meine Kindheit bzw. an mein erstes Plastikgewehr.

Die Sauer 90 fühlte sich wie eine polierte Eiche an.

Irritiert suchte ich dann zuhause im Internet nach Zustimmung und entdeckte ihre Seite. Jetzt sind meine Zweifel, was die Waffe in dem Kaliber angeht, endlich weg.

Aber ich habe mir 100 Schuß RWS DK mitbestellt. Nun las ich von ihren Lutz Möller Geschoß und frage mich, ob ich diese auf Damwild und Wildschweine nutzen soll. Für Fuchs und Reh sind diese für mich zu teuer. Also die folgende Frage: Wofür kann ich die RWS DK am besten verbrauchen bzw. sind die für Fuchs und Reh sinnvoll ?

Und noch mal was ganz anderes: Haben Sie schon mal was von Polarisationsfiltern am ZF gehört? Man kann ja Fotofilter an jedes Swarovski anschrauben.

Danke im Voraus, Frank v. d. Behrens, Mittwoch, 18. Mai 2005 12:11

Tag Herr v. d. Behrens,

Ich beglückwünsche Sie zu Ihrer Entscheidung. Sie trafen eine gute Wahl. Ihre Gesichtshaut wird sie Ihnen danken. Das RWS DK ist, wie das KS, vorn zu weich und damit wird gutes Wildpret gefährdet oder zerstört. Lesen Sie dagegen die neuesten Berichte von gestern:

Für Reh sei 8 mm Möller bestes Geschoß mit Augenblickswirkung, 8x57IS beste Patrone mein Michael Luther und setze noch einen drauf und sagte „6,5 mm, wozu?“

Maiböcke, 17. Mai 2005

Wildpret zu zerstören ist ein KS - und DK - Mangel, dem Sie nur begegnen können, wenn mit den weichen Geschossen dort treffen, da wenig Wildpret ist, also auf den Rippen, sprich Sie beschränken sich auf den breiten Kammerschuß hinter dem Blatt, also spitze Schüsse durch Blatt und Vorderlauf oder das Weiche meiden. Bei herbstlichen Sauen im Feist (5 cm Weißes unter der Schwarte) müssen Sie mit dem DK nicht immer mit Pirschzeichen rechnen. Also nehmen Sie, wenn kein Schnee liegt, besser einen brauchbaren Hund, der die Verwundfährte auch ohne Schweiß gut arbeitet, mit.

Polarisationsfilter sind bei zu viel Sonne und Gegenlicht gut, aber das tut auch eine gewöhnlich Sonnenblende am Tubus, die im übrigen auch Lichtreflexe der Linse vor dem Wild verbirgt, also vorzuziehen ist.

Waidmannsheil, Lutz Möller, 18. Mai 2005

Keiler - Kombo

Guten Tag Herr Möller,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Eine andere Frage: Ich möchte eine Heym SR30 in 9,3x62 für Drück- aber auch Ansitzjagden auf Rotwild kaufen; bin aber bzgl. der Lauflängeunsicher . Gewöhnlich schieße ich bis etwa 150 m. Reicht aus Ihrer Sicht im Hinblick auf Flugbahn und Energie ein kurze Lauflänge von 50 cm (SR 30 Keiler) aus?

9,3 mm Keiler - Kombo mit hdp-Rückstoßbremse für gute Zielbeobachtung und schellen Folgeschuß

LM: Mit meiner 9,3x62 Munition gewiß!

Würden Sie ein Zielfernrohr mit oder ohne Schiene empfehlen?

LM: Das ist vor allem ein Geschmacksfrage, die jeder selbst am besten beantwortet. Technische besteht bei den modernen Konvexschienen der Vorteil bei einem gelegentlichen Umbau mit Sicherheit keine sichtbaren Spuren am ZF zu hinterlassen. aber wie oft baut man denn um?

Herzlichen Dank für Ihre Hilfe.

Mit freundlichen Grüßen, K. Röttger, Mittwoch, 28. März 2007 12:10

Bremse

Hallo Lutz

Ich habe mir eine Heym SR 30 in 8x68S mit S&;B 2,5-10x56 gekauft.

LM: Sehr schön!

Nun soll auch die neue Waffe eine Bremse bekommen. Die Laufmündung hat 15 mm Durchmesser. Was soll für ein Gewinde auf die Waffe und kann der Kornsockel bleiben bzw. wird ausgefräst? Dann bestelle ich bei dir eine HDP Bremse.

Mit freundlichen Grüßen, Jens Heinrich, Montag, 16. April 2007 10:05

Hallo Jens,

dahast du dir ja was Gutes gegönnt. Meinen herzlichen Glückwunsch!

8 mm Rückstoßbremse hilft gegen Mucken mit Schraubanschluß für M15 x 1 Feingewinde auf 12 mm Länge. Für das selbe Gewinde gibt es auch auch Mündungsfeuerdämpfer und Schalldämpfer. Masse 51 g, Länge über Lauf 39 mm, Rückstoßbremsung je nach Ladung und Vergleich 41 - 48%, siehe Messungen:

8 mm hdp Rückstoßbremsenanbaumaße

Damit sollte deine Büchsenmacher zurechtkommen und auch wissen, wie der Kornsockeln zu behandeln ist. Bei Fragen kann er mich ja gern anrufen.

Gruß Lutz,

Warum so kurz?

Sehr geehrter Herr Möller,

nach bestandener Prüfung möchte ich mir nun ein Repetiergewehr zulegen. Ich habe folgende Kombinationen angeboten bekommen und würde gerne Ihre Meinung dazu haben:

1) Heym SR30 Keiler in 30-06
2) Sauer Forest in 308 WIN

Leider ist z. Zt. keine der Waffen in 8x57IS auf Lager. Jagdgelegenheit wird es für mich geben hauptsächlich Rehwild und Schwarzwild. Als Optik habe ich mich in der Kombination für ein S&;B Zenith 2,5-10*56 FD7 entschieden.

Mit freundlichen Grüßen, Andreas , Freitag, 27. April 2007 10:12

Tag Andreas,

herzlichen Glückwunsch zu bestanden Jägerprüfung. Willkommen im Club.

Aber warum so eine kurzes Gewehr? Wenn kurz, dann aber mit dazu passender Patrone, z.B. 8x57IS oder 9,3x62. Glas ist bestens. Waffen ansonsten auch. Wenn es die Patrone gerade nicht gibt, wirst du warten müssen. Der Jäger muß oft warten. Das soll er aushalten können

Mit freundlichen Grüßen, Lutz Möller

Stunned

Dear Lutz

THANK YOU very much for such a nice bullets. I’m totally and absolutely stun by their performance! I have to admit that I had big expectation form them, but I still did not dare to expect such accuracy from a hunting bullets. I’m including two targets for your evaluation.

Teresschak-7,62mmKJG308W.jpg

One Target was shot with Heym SR30 chambered in .308” (six shots).

380 m Moose

Thanks to your bullets two whitetails, one mule deer and one moos did not have to worry about winter chills anymore. :) Especially I’m impressed with long range performance of your KJG in .300" WM since moose was taken with it from about 380 m and went down right on spot.

Kind Regards, Taras T., Donnerstag, 17. Januar 2008 05:40

Magazinlänge nur 85 mm

 Heym rät nur Patronen bis 85 mm zu verwenden oder das Auswurffensters zu verlängern und neu zu brünieren.

Heym SR 30 verglichen

Die Zeitschrift „Jäger http://www.jaegermagazin.de/ veröffentlicht in ihrem Septemberheft 9 / 2011 auf den Seiten 52 - 54 einen Aufsatz über Kurzrepetierer von Dr. Frank B. Metzner, aus dem ich folgende zwei Bilder ausreiße und hier zeige.

Ich empfehle das Heft „Jäger“ September 9 / 2011 zu kaufen und den ganzen Aufsatz zu lesen.

Waidmannsheil, Lutz Möller, Dienstag, den 23. August 2011

Erfahrungsbericht Heym SR 30

Sehr geehrter Herr Möller,

ich nutze die Gelegenheit auf ihrem Netzplatz einen kurzen Erfahrungsbericht zur Heym SR 30 abzugeben.

Ich führe die SR 30 seit 3 Jahren mit Beginn meines Lebensabschnittes als aktiver Jäger. Die SR 30 habe ich nach vielen Stunden Recherche und zuletzt nach eigenem versuchen als für mich beste Repetierwaffe entdeckt. Ich führe die Waffen in 7x64 (58 cm Lauf) . . .

LM: Eher zu kurz. 65 cm wären angeraten. Für den kurze Lauf empfiehlt die 7x57 Munition - „Die Beste Patrone

 . . . von Anfang an mit Ihrem KJG. Das Los bald zu Ende geht, werde ich dann auf MJG umsteigen.

LM: Gut. bei der Lutz Möller GmbH ab Lager vorrätig!

Bis heute konnte ich mehr als 40 Stück Wild vornehmlich Reh- und Raubwild damit zur Strecke bringen. In dieser Zeit habe ich ein großes Vertrauen in Schußleistung, Funktion und Robustheit in dieser Waffe aufgebaut. Immer mit ihrem KJG! Ich halte die Waffe in diesem Kaliber und dieser Munition für mich, als das optimale Waidwerkzeug in unseren Breitengraden mit reichlich Potential zu „Mehr“.

Zum Gebrauch der Waffe: Der Verschluß ist für mich nach dem 98er System mit das beste das heute auf dem Markt ist. Er funktioniert zuverlässig und ist mit seinem Handspannsystem sehr sicher. Auch das Spannen und Entspannen ist einfach durchzuführen und zudem noch geräuschlos möglich. Er ist zur Reinigung und zum Freiprüfen des Laufes schnell und einfach zu entnehmen. Der Kombiabzug läßt sich mit Rückstecher trocken auslösen und der Stecher sehr feinsinnig einstellen.

LM: Ich empfehle nur Flintenabzüge, denn die sind einfacher und damit störungssicherer - vor allem, was den Bediener angeht!

Lauf und Systemkasten sind auf höchstem Niveau verarbeitet. Man merkt dem dem Stück an, daß es keine reine Retortenware ist, sonder hier und da einfach eine erfahrene Hand eines Fachmanns gesehen hat, wie beispielsweise die Anlauframpe ins Patronenlager.

Zunächst hatte ich einen Kunststoffschaft von Heym geordert, Funktional war an diesem Schaft nicht zu bemängeln, da jeder Schuß ein Treffer war. Schußentfernungen bis 200 m waren immer ohne groß nachzudenken präzis zu verwirklichen. Insbesondere natürlich in der Kombination des 7x64 KJG auch völlig zuverlässig. Das man triff fällt in der Regel entweder am oder nahe bei dem Anschuß. Jedoch blätterte die Farbe des Kuststoffschaftes, aufgrund der schlechten Beschichtung des Glasfiebers ab. Das war sehr unschön. Nach Rücksprache mit Herrn Eisenbrandt - dem Geschäftsführer von Heym - wurde der Schaft durch einen von mir persönlich ausgesuchten Maserholzschaft kostenfrei ersetzt. Das nenne ich Service und Kundennähe! Bei der Gelegenheit konnte ich gleich die Manufaktur besichtigen. Eine schönes mittelständisches Unternehmen mit tollen Erzeugnissen. Leider wird für den europäischen Markt recht wenig Präsenz gezeigt. Man weiß eigentlich nicht, was Heym alles kann. Da ist man auf den amerikanischen Markt viel besser präsent, obwohl das nicht deren Kernmarkt ist. Der nunmehr neue Holzschaft den Heym in dieser Ausführung auch zukauft ist bestens verarbeitet und läßt in Ergonomie und Griffigkeit keine Wünsche offen. Auch hat sich an der Präzision nichts verändert und das gute Stück schießt wie am ersten Tag auf 100 m eine Fingernagelgruppe.

Verbesserungswürdig bei jetzigen Modell finde ich allein nur die Magazinzuführung. Die ist ein wenig eng bemessen, sodaß man beim schnellen Wechsel vorher ein paar mal geübt haben muß, um bei der Drückjagt im Zweifelsfall nicht ins Schwitzen zu geraten. Aber es muß ja auch noch das Potential für eine „SR40“ geben.

Zu Ihrem Geschoß: Mein Hund ist schon ganz traurig, weil er kaum nachsuchen muß und wenn dann nur ganz kurz. Mein Jagdkollege der regelmäßig sein Rehwild mit einer 6,5x65R mit DK zerstört, denkt jetzt langsam aber sicher darüber nach, evtl. auch die Munition vom „Jungjäger“ mal zu versuchen: „Weil die irgendwie nicht schlecht ist, wie es scheint“.

LM: Richtig. Die beiden langen 6,5x65(R) RWS Patronen muß ich wohl noch mit MJG anbieten.

Schußt: Alles in allem ist die SR 30 Von Heym für mich ein tolles Werkzeug, das mich auch nach 3 Jahren immer wieder begeistert. Jeden Euro den ich dafür ausgegeben habe, bekomme ich mit Zuverlässigkeit, Präzision und Robustheit wieder zurück. Ich habe bis heute es nicht einmal bereut mich für diese Waffe entschieden zu haben. Ich hoffe ich kann ein paar Mitleser hier auf ein echtes Spitzenprodukt „Made in Germany“ neugierig machen. Vielleicht gelingt es ja, dem Humbug aus Isny ein paar Menschen denen Qualität und Sicherheit vor „HYPE“ und Image geht, abtrünnig zu machen.

Meine nächste Heym SR 30 diesmal 8x68S für die langen Distanzen ist bereits in Planung. Ich besitze darüber hinaus noch eine Heym eine BBF S22 S2 mit 12/70 und .308 und noch ein Wechselsystem mit 12/70 und .223 für das Raubwild und Raubzeug auch eine mir lieb gewordene Waffe mit MJG ein sehr universelles und zuverlässiges Arbeitsgerät mit eine Spitzenpräzision.

Roman Landes Pörnbach,Samstag, 7. April 2012 11:52

Heym SR30 Selbstauslösung

Hallo Herr Möller,

ich hatte über Weihnachten auf zwei Drückjagden die Gelegenheit meine brandneue Heym SR30 in Kombination mit Ihren MJG (8x57IS, letzten Sommer gekauft) auszuprobieren. Eigentlich ja eine schöne Kombination. Folgendes Bild:

  1. Drückjagd vormittags: Zwei übliche Schüsse und dann eine Selbstauslösung beim zweiten Repetiervorgang; nachmittags: zwei nicht zündende Patronen

  2. Drückjagd: Ein üblicher Schuß und wieder eine Selbstauslösung beim ersten schnellen Repetiervorgang

LM: Sie sind mir ja lustig, erfahren mehrfach krasses Versagen, aber machen unbedarft einfach weiter, als wäre nichst geschehen. Wie können Sie? Keine Angst? Unverwundbar? Bei solchen Vorkommnissen muß man sofort stopfen. Mit der Büchse stimmt was nicht. Bringen Sie die unbedingt zur Nachprüfung zu Heym!

Nun bin ich natürlich höchst verunsichert.

LM: Reichlich spät!

Ich frage mich, was jeweils die Ursache für die beiden Fehler ist. Beim Büchsenmacher konnten wir schnell feststellen, der Schlagbolzen war nicht gebrochen. Die Waffe löst aber beim schnellen R epetieren sofort selbst aus – und zwar jedes Mal!

MG42 im Krieg

LM: Wie ein MG 42 (rechts im Bild)? Das darf - außer bei zuschießenden Maschinengewehren - nicht sein.

Bei einem langsamen Repetiervorgang nicht. Eine der Patronen, die nicht zündeten habe ich gefunden. Das Zündhütchen war deutlich weniger eingedrückt als die Patronen, die gezündet haben. Ich führe daher beide Fehler auf die Waffe zurück. Die Waffe wurde zur Überprüfung ins Werk geschickt.

LM: Ganz richtig.

Jetzt bin ich hinsichtlich der Heym durch eigenes Erleben und hinsichtlich meiner „alten“ R93 aufgrund der allbekannten Berichte verunsichert .

LM: Beide Gewehre sind ganz unterschiedlich aufgebaut, haben rein gar nichts miteinander zu tun.

In dem Zusammenhang eine Frage: Ich habe alle Waffen auf Ihr MJG umgestellt, so auch die R93 in .30-06 bzw. 8x57 IS.

LM: Richtig.

Gibt es Fälle mit diesen mittleren Kalibern in denen die R93 Ihren Dienst versagte, oder waren das alles Magnum-Kaliber?

LM: Nein. Lies R93 Unfälle!

Welchen Gasdruck entwickelt Ihre .30-06 bzw. 8x57 IS MJG-Patronen maximal

LM: Gebrauchsgasdruck nach CIP, der anzuwendenden Norm.

Sehen Sie die Kombination mit der R93 als kritisch an?

LM: Ich sehe alle R93 als unsicher an. Die soll man alle verschrotten.

Ich weiß, Sie sind kein Fan der R93 und der .30 - 06 auch nicht – mir geht darum zu ahnen, ob ein R93-Versagen mit den mittleren Kalibern genauso wahrscheinlich wie mit den Magnum Kalibern  ist . . .

LM: Ja.

. . . und ob dies die Unfallstatistik zeigt.

LM: Lies Heym hält! Vergessen Sie R93 - Schießen Sie nicht damit.

Besten Gruß, F. Kiefer, Montag, 18. Januar 2016 16:29

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