.30-06 aus ½ m Lauf

knallt laut und flammt

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Inhalt .30-06 aus ½ m Lauf | K3 extrem Patrone | Kurze Läufe | Vogl meint

Lies Stutzenlauf | Vorzugspatronen | Schalldruck | Mündungsfeuer | Knalldämpfer

.30-06 aus ½ m Lauf

Lutz Möller 30-06 Dreifaltigkeit

Guten Tag Herr Möller,

auf meiner letzten Drückjagd hörte ich von Ihren Geschossen und den sehr guten Ergebnissen damit.

LM: Danke. Siehe dazu auch Möller Geschosse wirken anders und Geschoßwirkung.

Seit kurzem verwalte ich ein Gut in Baden Würtemberg. Ab Januar benötige ich neue Munition. Die würde ich gern in .30-06 versuchen, bestelle hiermit eine Schachtel. Ich führe einen Mauser Repetierstutzen mit nur 50 cm Lauflänge.

Marcus Dotzauer, Sonntag, 8. November 2015 14:18

Guten Tag Herr Dotzauer,

Ihr Repetierstutzen mit nur ½ m kurzem Stutzenlauf wird mit der dafür zu langen .30-06 Patrone kräftig knallen und hell flammen, weil die in der langen Patrone verladenen faulen Pulver im Lauf nicht hinreichend abbrennen. Die .30-06 wird aus ½ m Lauf die Leistung einer 308 Patrone mit flotterem Pulver aus dem gleich kurzen Lauf nicht erreichen.

Mehr dazu steht in Stutzenlauf | Vorzugspatronen | Schalldruck | Mündungsfeuer.

Da Sie das Gewehr aber nun mal haben, sollten nun Sie an die damit verbundenen Folgen denken. Als Gutsverwalter werden Sie auf den Gutsflächen langfristig häufiger schießen. Im Laufe eines Lebens ruinieren Sie sich ungedämpfet damit Ihr Gehör. Denken Sie in diesem Zusammenhang mal über einen Knalldämpfer nach. Meine mindern Blitz, Krach und Ruck! Ich meine, man sollte hochwildtaugliche Großkaliber nie ohne Dämpfer schießen! Mindern Sie den Krach (auch für Ihren Hund, denn der wird vor der Flinte noch schneller ertauben) gleich an der Quelle!

Lutz Möller Büffel

Ich schieße seit Jahrzehnten nur mit Knalldämpfer (hier in Australien 2014), bin alt und erfreue mich deshalb bester Hörleistung. Siehe mein Audiogramm.

Waidmannsheil, Lutz Möller

K3 extrem Patrone

Hallo Herr Möller,

ich gedenke mir eine Merkel K3 extrem in 30-06 anzuschaffen.

LM: Ganz verkehrt. Lies .30-06 aus ½ m Lauf und Randpatronen.

Das Wild besteht zu 80 % aus Überläufern und Frischlingen, 10 % ausgewachsenes Schwarzwild und 5 % Rehwild. Würden Sie in diesem Fall mit Ihrer Munition auch zur 30-06 n eigen?

LM: Nein. Nicht aus 50 cm Lauf und schon gar nicht aus einer Kipplauffwaffe. Meine Vorzugspatronen fangen (brauchbare Treffer vorausgesetzt) jedes Wild (außer Dickhäuter) .

Was empfehlen Sie?

LM: Vor dem Kauf Munitionswahl und Vorzugspatronen zu lesen!

MS, Sonntag, 12. August 2018 09:59

Kurze Läufe

Hallo Herr Möller,

woher stammt das Gerücht, die 308 sei für kurze Läufe, aber die 30-06 für längere Läufe entwickelt

LM: Das ist kein „Gerücht“ sondern folgt Kenntnis der Innenballistik. Unsere PPU Hülsen in 308 weisen 3,48 ml, in 30-06 aber 4,42 ml Rauminhalt auf. Bei gleichem Kaliber beträgt der Unterschied von der 308 zur 30-06 immhin stolze 0,94 ml oder  27%.

 Wenn ich mir mit Quickload die Ladungen rechne, ergeben sich die gleichen Verhältnisse zw. eine 52 cm Lauf und einem 58 cm Lauf.

Vergleich

LM: Nein. Wie Sie oben selbst zeigen, ändern sich die Verhältnisse für jede Patrone mit der Lauflänge

Rechnungsgrundlage sind Ihre 7,6 mm Geschosse  mit max. Gasdruck der jew. Hülse und Ihren Setztiefen. Habe ich einen Denkfehler gemacht?

LM: Vermutlich. Ihr Aussage ist ja noch nicht mal unmittelbar (d.h. ohne weiter Erklärung) verständlich. Lies Innenabllistik!

Thomas Hetschel, Samstag, 3. November 2018 10:30

Vogl meint

zu 6,5 mm MJG, 7 mm MJG Ladeprobleme,  kurze Läufe, Kreuzer für Röhrenmagazine

Sehr geehrter Herr Möller!

Die 6,5 mm MJGe sind nun bei mir eingelangt, danke!

Ausständig ist noch Ihre Antwort zu den von mir geschilderten Ladeproblemen mit den 7 mm MJGe.

LM: Neue Setzer sind für meine Vorzugspatronen 308 | 8x57 | 30-06 | 9,3x62 derzeit in Arbeit

Noch eine kurze Bemerkung zur Zuschrift „kurze Läufe“:

Ein weiterer, nicht unbedeutender Faktor, der die .308 Winchester wesentlich geeigneter für kurze Läufe macht, als die .30-06, ist, daß sie deutlich schneller abbrennende Pulver benötigt, um – bei gegebenen Volumen – auf den Arbeitsgasdruck zu kommen. Um das doch wesentlich größere Volumen der .30-06 auch nur halbwegs zu nützen, also auf eine Ladedichte von zumindest 85 % zu kommen,

LM: Lade nie unter 90% Dichte, darunter droht Detonation!

werden langsamer brennende Pulver benötigt. Das heißt, bei der .308 W und der .30-06 stehen sich eine kurze kleinvolumige Patrone, die mit mittelschnell (bei Verwendung von MJGe schnell) abbrennendem Pulver geladen wird, einer langen großvolumigen Patrone gegenüber, die progressiveres Pulver benötigt. Die .30-06 verbrennt also eine deutlich größere Menge von progressiverem Pulver, dessen Abbrand eben etwas länger dauert, auch, weil die Durchzündung der kürzeren Pulversäule bei der .308 W besser funktioniert. Da ist es doch meines Erachtens ganz klar, welche dieser beiden Patronen für kurze Läufe besser geeignet ist! Erinnert sei auch an die Faustregel: kurzer Lauf - kurze Patrone!

Kreuzer: Ein weiterer Vorteil Ihrer Neuentwicklung der sogenannten „Kreuzer“ dürfte sein, daß Patronen, die damit geladen sind, wohl bedenkenlos in Röhrenmagazinen verwendet werden können. Die Form der Spitze dürfte stumpf genug sein. Eine Zündung der vorderen Patrone im Röhrenmagazin kann wahrscheinlich ausgeschlossen werden. Damit wären die Kreuzer sehr geeignet für führige Unterhebelrepetierer auf Drückjagden. Wenn man sich strikt an das Jagdgesetz halten will, bspw. unter Verwendung der .308 MX, die sicher hochwildtauglich ist. Ordentlich geladen sollte dies aber auch die .30-30 schaffen.

LM: Zu selten. Ich beschränke mich zunehmend auf Vorzugspatronen, denn meine Weiternentwicklung soll nicht unütz in Sackgassen landen.

Wegen mangelnder Leistung bzw. Wirkung würde ich mir auch bei der .30-30 überhaupt keine Sorgen machen, wenn Ihre Geschoße verwendet werden. Wenn man mit einer .30-06 problemlos auf 250 m einen Hirsch erlegen kann, dann wird das genauso für die .30-30 bei Drückjagdentfernungen gelten! So ein führiger Unterhebler wäre mir für diesen Zweck jedenfalls lieber, als so mancher sperriger Repetierer mit vermeintlich stärkerem Kaliber! Für den Ansitz könnte man sogar Ihre Flitzer verwenden, wenn man sich darauf beschränkt, lediglich zwei Patronen zu laden. Der Zündeffekt im Magazin könnte dann nicht mehr auftreten und man hätte immerhin noch einen Schuß mehr als bei einer Pirschbüchse oder Bockbüchsflinte. Ich weiß, daß Sie Unterhebelrepetierer nicht mögen, aber vielleicht Ihre Kunden!

Ich verbleibe mit freundlichen und weidmännischen Grüßen L.V., Donnerstag, 8. November 2018 10:46

PS: Vielleicht könnten Sie, unter Berücksichtigung von kurzen Läufen, Ladeempfehlungen für die 6,5 mm Grendel abgeben,

LM: Lies Stutzenlauf | Lauflänge | Patronenhülsen | Gasdruck

Quickload gibt für diese Patrone  von 3.600 bar Maximalgasdruck an.

LM: Die 6,5 Grendel Maßtafel nennt 4.050 bar

Meines Erachtens wird dieser relativ niedrige Druck wegen der häufigen Verwendung in Sturmgewehren vorgeschrieben. In einem Repetierer (Howa, CZ) scheint mir das eher der Arbeitsgasdruck zu sein, als der Maximalgasdruck. Die Mutter, die 6 mm PPC, ist jedenfalls auf einen Maimalwert von 4.050 bar ausgelegt.

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