Geschoßwirkung gemessen

Tötungswirkung einiger Geschosse im Vergleich

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Inhalt Jäger-Messungen | FH Eberswalde | Möllers Forderungen | Lutz Möller Geschoßwirkung auf über 300 Meter | Kanone für Spatzen | Zielscheibe | Möller wirkt | Die DEVA veröffentlicht:  | Abprallverhalten von Jagdmunition | Technische Richtlinie Jagdgeschoß | TRJ (Entwurf) Forderungen | Forderungsvergleich | Möller erfüllt technische Richtlinie schon jetzt | DJV: Bundesjagdgesetz-Novelle betrifft private Wiederlader nicht | Bleiminderungsgebot nach dem Stand der Technik ab 2018

Jäger-Messungen

Lieber Herr Möller!

Beiliegend zwei Artikel aus dem JÄGER 07/2016.

Im zweiten Artikel wurde Ihre Geschosse in ballistischer Seife gemessen. Die Messung ergibt einen guten Vergleich zu Ihren Mitbewerbern. Meine Erkenntnisse daraus:

  1. Trotz kürzestem Lauf erreichen Sie die höchste v2. Das deutet schon einmal auf solide Ingenieursleistung hin, Kompliment! Und ihr Spezialpulver gibt´s also wirklich :-)

  2. Die Eindringtiefe Ihrer Geschosse ist sensationell.

  3. Die Wundkaverne Ihrer Geschossen im Vergleich lang und etwas kleiner im Durchmesser.

  4. Der Anfang der Deformation ist sehr kurz - ebendies wird auf Seite 59 rechts gefordert.

Jedoch werden gerade dort die „harten, zähen“ Werkstoffe bemängelt. Die Kritik widerspricht den Meßergebnissen Ihrer Geschosse. Da schreibt einer, der nicht weiß, daß hart und zäh zwei ganz unterschiedliche Eigenschaften sind!

AW, Dienstag, der 7. Juni 2016

FH Eberswalde

Lies Abschlußbericht „Ergänzende Untersuchungen zur Tötungswirkungen zeitgemäß er Geschosse“ der FH Eberswalde. Eine Schlappe für meinen Wettbewerb (sagte ich bereits 2009)! Aus Eberswalde kam auch Alfred Möller, Vordenker und wissenschaftlicher Begründer des gesunden, nachhaltig genutzten Dauerwaldes.

Zusammen bewirken Zielwirkung und Wundwirkung die dort sogenannte „Tötungswirkung“. Gegenstand der Untersuchungen der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde war die Geschoßwirkung, im Grunde ein Weiterführung der vom IZW beauftragten DEVA Untersuchungen 2009. Die sollte man vorher gelesen haben.

Folgende Kaliber wurden benutzt.

Anteil [%] 3,2 1,4 18,3 51,4 15,4 8,9
Kaliber [mm] 6,5 6,8 7, 7,62 8 9,3

Eberswalder Forderungen

Aus der untersuchten Masse der Ergebnisse folgern die Autoren des Berichtes (Carl Gremse Dipl. Forstwirt, Prof. Dr. Siegfried Rieger) drei Forderungen an ein waidgerechtes Jagdgeschoß, nämlich

erstens > 30 cm geradlinige Tiefenwirkung und

zweitens > 100 Joule / Zentimeter Energieeintrag in das Ziel (für verläßliches Zerreißen der Gefäßwände längs des Schußkanales) und

drittens > 1.500 Energieeintrag binnen 15 cm Fleisch.

So will ich die bemerkenswerten Ergebnisse der Arbeit hier zusammenfassen. Kundige Leser meines Netzplatzes wußten schon lange: Gemeinsam mit einem brauchbaren Treffer zählt das richtige Geschoß. Aus der Außenballistik und Zielwirkung ergeben sich für die untersuchten Geschosse folgende Grenzreichweiten für die waidgerechte Jagd mit diesen Geschossen auf Wild:

Geschoß Munition Grenzreichweite[m]
FLG 12/70 50
Vollmantel .308 Win nicht erreicht
Teilmantel Rundkopf 8x57 IS 230
  8x57 IRS 175
Hornady GMX (7 mm, 9 g) 7 mm Rem. Mag >300
  7x64 >300
  7 mm 08 265
  7x57 155
Impala KS ( 8 mm, 6,5) 8x57IS nicht erreicht
Impala LS 300 Wby. Mag. nicht erreicht
  300 Win. Mag. nicht erreicht
  .30-06 Sprg. nicht erreicht
  .308 Win nicht erreicht
Brenneke TAG (7,6 mm, 10 g) .30-06 210
  .308 Win. 190
Brenneke TAG (8 mm S, 11,3 g) 8x57 IS 140
  8x57 IRS 100
Brenneke TIG nature ( 7 mm, 8,3 g) 7x64 50
  7x65R 30
  7x57R nicht erreicht
Teilmantel, spitz (7 mm, 9 g) 7 mm Rem. Mag >300
  7x64 190
  7x65R 180
  7x57R 115
Teilmantel, Rundkopf (9,3 mm, 18,5 g) 9,3x74R 210
  9,3x62 210
Barnes TSX (7,6 mm, 10,7 g) .300 Win. Mag. > 300
  .30-06 Sprg. 270
  .308 Win 210
Barnes TSX ( 8 mm, 11,7 g) 8x57IS 180
Brenneke TUG nature (9,3 mm, 14,2 g) 9,3x74R 50
  9,3x62 85
Norma Vulkan (7,6 mm 11,7 g) .30-06 Sprg. 280
  .308 240
RWS Evolution .300 Win. Mag. > 300
  .30-06 Sprg. 280
  .308 Win. 200
Lapua Naturalis (7,6 mm, 11,7 g) .300 Win. Mag. 270
  .30-06 Sprg. 220
  .308 Win. 190
Barnes TSX (7,6 mm, 11,7 g) .300 Win Mag. 300
  .30-06 Sprg 210
  .308 Win 125
Lutz Möller (7,6 mm, 8 g) .300 Win Mag. >300
  .30-06 Sprg. >300
  .308 Win. >300

Möllers Forderungen

8004+Restbolzen+Splitter-frei.300.jpg

Meine Forderungen an ein waidgerechtes Hochwildjagdgeschoß sind bei richtiger Zielwahl und brauchbarem Treffer etwas anders, als die der Autoren, nämlich:

  1. gerade Tiefenwirkung > ½ m

  2. Energieneintrag (binnen 10 cm Fleisch)  > 500 Joule

  3. beide Forderungen bis 300 m erfüllt.

Schön zu sehen, daß öffentliche - von mir unabhängige - Stellen nach langer, mühevoller Forschung deutlich zeigen, wie ich alle (deren, meine) Forderungen mit meinen Geschossen locker erfülle - als Einziger!

Mein Gruß geht an die RWS, die nach dem Bionic-Versagen offenbar ein gutes Stück weit voran gekommen sind. Das mußte dringend sein (Allerdings ist das neue Evolution noch aus veraltetem Blei). Was Brenneke allerdings immer noch abliefert, genügt den o. a. Forderungen lange nicht. Traurig! Daß Impala gar nichts erreicht, sage ich schon seit vielen Jahren. Schön das mal zweifelsfrei bestätigt zu bekommen. Finger weg!

Waidmanns Heil, Lutz Möller, Donnerstag, den 20. Dezember 2012

Dazu ein fremder Entwurf  vom März 2013, zum dem ich - nach Lektüre - gewiß beitragen werde | Donnerstag, der 26. Februar 2016

Lutz Möller Geschoßwirkung über 300 Meter

Herr Möller,

eine kurze Frage! Ihre Geschosse sind für splitternde Wirkung auf Wild bis zu 300 Meter gerechnet, betonen Sie immer wieder! Haben Sie eine Vermutung, wie die wirken würden, wenn man sie auf Entfernungen von etwa 450 - 500 Meter (Bergjagd) einsetzen würde? Öffnet die Hohlspitze dann splittert? Oder ab welcher Entfernung funktioniert es sicher NICHT mehr? Ist das ausschließlich eine Frage der Geschwindigkeit?

LM: Ich schieße regelmäßig großes Wild in Afrika auf gute 350 m und gelegentlich darüber mit bestem Erfolg. Darüber liegen nur wenige Erfahrungen vor. Die sind allerdings gut und von dem gewünschten Erfolg gekrönt, denn  mein Restbolzen allein tötet durch den Kraftstoß, auch ohne Splitter, hinreichend gut. Reserven sind für Ihre Bergjagd Entfernungen genug da. Sehen Sie mal diese Trophäen!

Mit freundlichen Grüßen, Dieter Nagl, Donnerstag, 10. Januar 2013

Kanone für Spatzen?

Heute erreichten mich einige Bilder einer erfolgreichen Jagd. Ein Jäger hatte in größer Entfernung zwei geringe jagdbare Hirsch vor, die frei und zu schießen waren. Er rief seinen in der Nähe sitzenden Freund an, damit der sich von dort darum kümmern möge. Das dauerte. Da begannen die beiden Geweihten sich zu bewegen, und zwar - wie sollte es anders sein - in Richtung Bestand. Schon regt sich bei meinem Jäger Unruhe. Er griff bald seine vertraute Büchse in 6 mm Norma BR mit meinem 6003 Geschoß und legte an, um die ziehende Beute ins Visier zu nehmen. Der zu Hilfe gerufen Freund erschien nicht. Bevor die Hirsche verschwanden, krümmte sich der Abzugsfinger meines Jägers und sein Schuß brach. Dank richtiger Ausrüstung und kleiner Patrone ohne großer Nebenwirkungen (Blitz, Bumm, Ruck) sah mein Jäger durch den Schuß deutlich und scharf, wie der beschossen Hirsch zeichnete und den Abhang runter außer Sicht verschwand. Dann - vermeintlich lange später - vernahm er den Kugelschlag seines Schusses.

Sein Freund kam endlich - mit Hund. Der Hirsch war weg. Beide ging zum Anschuß und fanden - nichts. Der Freund fragte „Von wo hast Du geschossen?" Jäger „Von dem Sitz!“ mit Fingerzeig. Freund „Was? Sooh weit!" Da ging der Jäger zurück zu seinem Sitz um die Abschußlage wiederzugewinnen. Über Funk - zu rufen war zu weit - leitete er seinen Freund zum wiedererkannten Anschuß. Der Hund verwies Schweiß. Dann 20 m den Abhang runter und 30 m in den Wald hinein lag der Hirsch - tot.

Hirschhaupt | Hirsch am Haken

Lutz Möller Geschoß 6003 Einschuß auf 331 Meter in der Kammer, gute Zielwahl | Bild nah

Lutz Möller Geschoß 6003 Ausschuß auf 331 Meter aus der Kammer | 4,6 g 6003 | 0,9 g Hohlspitze | 3,7 g Restbolzen

4,6 g Geschoß 6003 | 0,9  g Splittermasse  | 3,7 g Restbolzenmasse

In 331 Metern Schußentfernung lassen die 0,9 g Splitter bei ~ 800 m/s gerade mal 288 Joule kinetische Energie in der Kammer. Der Restbolzen fliegt fast ungebremst durch die Kammer und wieder raus. Die nachgiebigen, luftgefüllten Lungen bieten keinen sonderlichen Widerstand.

Mehr Energie braucht es nicht in den Lungen, um einen Hirsch waidgerecht zu töten, wenn man das richtige Geschoß schießt!

Lutz Möller, Valentstintag 2013

Lob: Heiliger Gesangverein

Betreff: Kanone für Spatzen?

Im heimatlichen Idiom gesprochen: mein lieber Herr Gesangverein, lass' mir die Ruh!

Du berichtetest gerade am Telefon davon. Entschuldige die Wortwahl, aber: „Leck mich am Arsch!“ „Ist das mehr als gut oder ist das mehr als gut!“ Der Mann beherrscht sein Element, er hat nach entsprechender Ausbildung das erworbene Können erfolgreich angewandt. Da gibt es keine Fragen um irgendwelche Einzelheiten. Achtung und Weidmannsheil! Alles richtig gemacht. Keine weitere Erörterung. Er KANN es.

Stefan Simm

Mein lieber Stefan,

hier kannst Du sehen, was gute Leute mit meiner LM Munition anstellen können:

4 x Lutz Möller 8,5 mm Geschose auf 100 m

Vier 8,5 mm Lutz Möller Geschosse aus der .338" LM aus dem Weltrekordgewehr treffen auf 100 m in ein Loch!

Das Schußbild stammt von ihm. In Lutz Möller Genauigkeit findest Du weiter Beispiele. Meine Geschosse treffen genau, wenn der Schütze ruhig zielt und abzieht! Aber das weißt Du ja selbst.

Ich habe ähnliche Treffer bis 360 m unter feldmäßigen Bedingungen (= ohne Sitz von einer gerade vorhanden Auflage, d. h. ohne  beste Unterstützung hinten, erfolgreich gelandet, vom guten Sitz mit fester, weicher Auflage vorn und hinten auch weiter - immer wieder. Siehe Afrika.

Gruß Lutz

Möller wirkt

Moin Lutz,

herzlichen dank für die Sendung.

Übrigens: Sonnabend mit Deiner Munition: Ich sitze an einem 100 Meter von der Grenze entfernten Hochsitz. Etwa 150 m nach Ost stehen fünf oder mehr Rehe. Die sind im Streifenbiotop nicht genau zu zählen. 200 Meter im Süden sitzt der Nachbar. Der beschießt eine Ricke auf ~ 100 M mit RWS Bionic. Schlechter Treffersitz. Die Ricke kommt über die Grenze auf meine Seite, tut sich immer wieder nieder. Dann kann ich auf 135 m der Ricke den Fangschuß antragen- fällt und liegt mit Deiner Munition im Knall.

Die fünf Rehe, die in der Verlängerung dahinter stehen, springen trotz der ganzen Knallerei nicht ab, sondern ziehen erst ganz langsam weg, als ich meinem Nachbarn entgegengehe und wir das Reh einsammeln.

Herzlichen Dank für Deine Munition und Dein Geschoß! Möller wirkt!

LG Nils,  Montag, 17. November 2014 12:49

Die DEVA veröffentlicht:

Abprallverhalten von Jagdmunition

Die DEVA hat in den Jahren 2009 bis 2013 ein umfangreiches Forschungsvorhaben im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bearbeitet. Es beschäftigte sich mit dem „Abprallverhalten von Jagdmunition“. Die Ergebnisse für Büchsengeschosse sowie für Flintenlaufgeschosse und Schrote finden Sie unter den nachfolgenden Links zum Download.

Des Weiteren sind auch die Gutachten von Dr. Beat Kneubuehl zu diesem Forschungsprojekt darunter zu finden.

DEVA Schlußbericht Büchsengeschosse

Dr. B. Kneubuehl Gutachten Büchsengeschosse

DEVA Schlußbericht Flintenlaufgeschosse

DEVA Schlußbericht Schrote

Dr. B. Kneubuehl Gutachten Flintenlaufgeschosse und Schrote

Technische Richtlinie Jagdgeschoß

Durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) wurde Dr. Dr. Beat Kneubuehl beauftragt, einen Entwurf für eine Technische Richtlinie Jagdgeschosse zu erarbeiten.

In der Arbeitsgruppe wirkten das Beschussamt Ulm und die DEVA mit.

Im Folgenden finden Sie den Abschlußbericht an die BLE und den Entwurf der Technischen Richtlinie Jagdgeschosse.

Entscheidungshilfe Abschlußbericht taugliche Jagdmunition

Entscheidungshilfe Entwurf Technische Richtlinie Jagdgeschoß

TRJ (Entwurf) Forderungen

BLE-TRJ Entwurf für Hochwild (für Niederwild und der FLG weichen ab)

  1. 6,5 mm Kaliber
  2. 2.000 Joule Ekin in 100 m
  3. mindestens 125 m J/cm Wirksamkeit während 4 cm binnen 12 cm Eindringtiefe
  4. mindestens 25 cm Eindringtiefe

Forderungsvergleich

für Geschoßwirksamkeit

  Kaliber [mm] Ekin100 [ Joule] Wirksamkeit J/cm Eindringtiefe  
Eberswalde 6,5 2.000 100 30  
TRJ Entwurf 6,5 2.000 125 25  
Möller ohne ohne 100 50  

Die Tiefenwirkung meiner Geschosse ist für ihre vier Splitter und den einen schulterstabilen Restbolzen bekannt. Sie gründet auf Naturgesetze und daran angelehnte Bauweise nunmehr in der 5ten Erbfolge.

Die in Vorbereitung des TRJ-Entwurfes von der DEVA durchgeführten Versuche zu Prüfung der Brauchbarkeit der vom Beauftragten vorgeschlagenen Methoden zeigten neben anderen Einsichten im Abschlußbericht taugliche Jagdmunition insbesondere diese für mich wesentlichen Ergebnisse:

Abschlußbericht Abbildung 9

Abschlußbericht Abbildung 9 / Kneubuehl

Deva Anhang 1

Deva Anhang 1 / Rottenberger

Möller erfüllt technische Richtlinie schon jetzt

Diese älteren Erkenntnisse sind in die Entwicklung der 5ten Erbfolge bereits eingeflossen.

6 mm Flitzer Fräser

Die damit neu eingeführten vier gefrästen Kerben für vier Splitter senken die Mindestzielgeschwindigkeit, die im Übrigen, wie anhand der vorgestellten Wassertankversuche und Abschußberichte auf meiner Seite über die Jahre dauerhaft berichtet, deutlich niedriger als von der DEVA angeben ausfallen (Verwechselung?). Die DEVA Werte passen hingegen gut zum Barnes Geschoß; dort ist genau so ein Sprungverhalten berichtet. Deshalb erachte ich Barnes Geschosse nicht als waidgerecht.

Für meine Vorzugspatronen rechne ich die (höchst zu erwartenden) Werte so aus:

Entfernung 100 m 200 m 300 m
Veränderliche
Maßeinheit
v100
[m/s]
w100
[J/cm]
t100
[cm]
v200
[m/s]
w100
[J/cm]
t100
[cm]
v300
[m/s]
w100
[J/cm]
t100
[cm]
7x57R 907 291 62 853 260 60 812 236 59
.308 Win. 887 280 38 813 252 37 734 207 35
.30-06 Sprg. 917 > > 841 > > 765 > >
8x57IS 881 284 73 800 235 70 710 186 65
9,3x62 885 439 56 792 354 53 691 273 50

Die Reißarbeit meiner Splitter aus der Hohlspitze ist bei obigen Rechnungen noch nicht abgezogen. Die tatsächliche Wirksamkeit wird daher um den Betrag geringer ausfallen.

Lutz Möller, Montag, der 29. Februar 2016

p.s. Ach, der noch nicht begriffen hat: Kein - wie auch immer entstanden und wem auch immer nützliches - Gesetz oder Verordnung wird mich aus dem Rennen werfen. Da ich meine Geschosse und Ihre Wirksamkeit vollkommen verstehe und vorhersagen kann, bin ich schneller als jeder Andere in der Lage mich ggf. ändernden Anforderungen anzupassen. Die TRJ-Forderungen begrüße ich. Sie schießen - wie ich finde - etwas über das Ziel  - die waidgerechte Jagd - hinaus. Das mag daran liegen, das dort nicht vorrangig Jäger beteiligt waren. Forensiker finden Ihr Objekte bereits tot vor. Uns Jägern bleibt, durchaus lebendige Tiere vom Leben zum Tode zu befördern - und zwar (wie in Deutschland seit 1934 richtiger Weise auch gesetzlich gefordert) ohne Ihnen deswegen vermeidbares Leid zuzufügen.

Wundwirkung, erklärt - wie! 

DJV: Bundesjagdgesetz-Novelle betrifft private Wiederlader nicht

Sehr geehrter Herr Möller,

hier erhalten Sie eine Pressemeldung des Deutschen Jagdverbandes (DJV) zur Veröffentlichung und weiteren Verwendung.

Vorgaben zu wiedergeladener Munition für den Eigenbedarf bleiben bestehen / Verbändeanhörung läuft bis Mitte März

(Berlin, 29. Februar 2016) Nach der Bekanntgabe des Entwurfs einer Änderung des Bundesjagdgesetzes ist die Diskussion über einzelne Inhalte der geplanten Neuregelung entbrannt. So sorgen sich private Wiederlader um die Möglichkeit, weiterhin genau auf ihre Waffen und die jagdlichen Bedürfnisse abgestimmte Munition verwenden zu können.

Der Deutsche Jagdverband e.V. (DJV) hat das Bundeslandwirtschaftsministerium auf diesen Punkt schon vor der Veröffentlichung des Entwurfs hingewiesen. „Wir lesen den Gesetzentwurf und den Entwurf der technischen Richtlinie eindeutig so, daß die Hersteller ihre Geschoßkonstruktionen zertifizieren lassen müssen und dann jegliche Munition, die die Vorgaben des Geschoßherstellers erfüllt, zur Jagd zugelassen ist“, sagte DJV-Geschäftsführer Andreas Leppmann. Damit ändert sich nichts an der derzeitigen gängigen Praxis. Die einzige geplante Neuerung besteht darin, daß ein nicht-gewerbsmäßiger Wiederlader sich ab 2018 darüber informieren muß, welche Geschoßkonstruktionen dem Stand der Technik entsprechen und somit verwendet werden dürfen. „Wir werden uns unsere Lesart des Gesetzesentwurfes im Rahmen der laufenden Verbändeanhörung vom Bundeslandwirtschaftsministerium bestätigen lassen und falls wirklich nötig im weiteren Gesetzgebungsverfahren eine entsprechende Klarstellung einfordern“, so Leppmann weiter.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hatte am 25.2.2016 einen Entwurf zur Änderung des Bundesjagdgesetzes vorgelegt. Zu diesem wird der DJV bis zum 10. März 2016 eine detaillierte Stellungnahme erarbeiten.

Bleiminderungsgebot nach dem Stand der Technik ab 2018

Nach dem „Stand der Technik“ für Jagdmunition wie im TRJ-Entwurf beschrieben muß ab dem Jagdjahr 2018 das Mögliche und vernünftiger Weise Zumutbare getan werden, um Blei in Jagdmunition zu mindern. Dabei darf nicht hinter dem (fortschreitenden) Stand der Technik zurückgeblieben werden. Zehn Jahr später wird der Übergang vollständig vollzogen sein und es soll (technisch gesehen) kein Blei mehr im der Munition sein. 

Was Geschoßwirkung und Bleiminderung angeht, setze ich seit langem schon Maßstäbe. Daß diese nun - als tatsächlich vorhandener Stand der Technik , Andere zum Aufholen zwingen werden, hebt  - wie jeder Wettbewerb - des Geschäft. Für einige veraltet Hersteller wird das Leben ganz schön hart werden. Wenn die TRJ Richtlinie gekommen sein wird, nützt  ab 2018 keine noch so fiese Feindpropaganda mehr. Dann heißt es Bleiminderungsgebot zu beachten. Der also ein besser wirksames Geschoß mit weniger Blei - oder ganz ohne - anbietet, kann klagen. Ja das wird lustig! Da nützt dann kein Geld der Welt mehr, den Fortschritt zu vermeiden. Schön so. Nach alle den mühevollen Jahren freue ich mich mitzuerleben, das es nun in der Breite voran geht. 

Der Begriff Stand der Technik wird in § 3 Abs. 6 Bundes-Immissionsschutzgesetz und § 3 Nr. 11 Wasserhaushaltsgesetz einheitlich bestimmt:

Stand der Technik ist der Entwicklungsstand fortschrittlicher Verfahren, Einrichtungen oder Betriebsweisen, der die praktische Eignung einer Maßnahme zur Begrenzung von Emissionen in Luft, Wasser und Boden, zur Gewährleistung der Anlagensicherheit, zur Gewährleistung einer umweltverträglichen Abfallentsorgung oder sonst zur Vermeidung oder Verminderung von Auswirkungen auf die Umwelt zur Erreichung eines allgemein hohen Schutzniveaus für die Umwelt insgesamt gesichert erscheinen lässt. Bei der Bestimmung des Standes der Technik sind insbesondere die in der Anlage [der jeweiligen Rechtsnorm] aufgeführten Kriterien zu berücksichtigen.“

Das Europäische Patentrecht verankert den Begriff im Europäischen Patentübereinkommen (EPÜ), wo es in Art. 54V Absatz 2 fast wortgleich heißt:

„(2) Den Stand der Technik bildet alles, was vor dem Anmeldetag der europäischen Patentanmeldung der Öffentlichkeit durch schriftliche oder mündliche Beschreibung, durch Benutzung oder in sonstiger Weise zugänglich gemacht worden ist.“

§ 3 Abs. 1 des deutschen Patentgesetzes (PatG) lautet:

„(1) Eine Erfindung gilt als neu, wenn sie nicht zum Stand der Technik gehört. Der Stand der Technik umfaßt alle Kenntnisse, die vor dem für den Zeitrang der Anmeldung maßgeblichen Tag durch schriftliche oder mündliche Beschreibung, durch Benutzung oder in sonstiger Weise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden sind.“

Ihr, meine Kunden, wart schon immer die Speerspitze der Bewegung zu waidgerechter Jagd, seid voran gegangen. Nun wollen wir alle Zauderer und Zögerer mitnehmen.

Häme: Hoffen und Harren hielt manch zum Narren. Den Schuh muß sich nur anziehen, der ihm paßt.  Fortschrittliche sind schon viel weiter als der TRJ Entwurf fordert.