Lutz-Möller-Geschoß-Eindringtiefe

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Lutz' 6,5 mm KJG Warzenkeilerkopfschuß auf ~ 10 - 15 m stehend freihändig 2004

Kopfschuß auf Überläufer

Sehr geehrter Herr Möller,

nachstehend sende ich Ihnen den Nachtrag eines Jagderlebnisses aus dem Jahr 2008 zum Thema Tiefenwirkung des Lutz Möller Geschosses. Waffe : Mauser M03, Lauf 50 cm, 9,3x62, KJG alt, mit S&;B 3-12x50, FD7, siehe Photo Nr. 1.

Photo Nr. 1: ♀ Überläufer, Kopfschuß von vorn zwischen die Lichter, 45 kg aufgebrochen, Sonntag, 19. Oktober 2008, 9:00 Uhr, Mauser M03 kurz, 9,3x62, KJG (alt), S&;B 3-12x50, FD 7, Vogesen.

Nach einem völlig ereignislosen Frühansitz am Sonntag, den 19. Oktober 2008 baumte ich um 8:30 Uhr ab und setzte mich etwa 200 Meter weiter auf einen Windwurfstubben an der oberen Kante eines Steilhanges in die wärmende Morgensonne. Der Hang war am 2. Weihnachtstag 1999 durch den Sturm Lothar und anschließende Holzbergung in Wildwestmanier verwüstet worden und ist seither zum besten Wildeinstand ausfgewachsen. Die Sonne hatte eine deutlich fühlbare Thermik in Gang gebracht, die die Luft vom Hangfuß nach oben trieb. Nach einigen Minuten hörte ich rechts im Hang noch recht weit entfernt die Geräusche einer anwechselnden Rotte Schwarzwild. Ich wäre geneigt zu sagen, sie waren auf einem Sonntagmorgenspaziergang, gut gelaunt bei angeregter Unterhaltung. Verhaltenes Grunzen und Quieken unterlegt von raschelndem Gras und leise knackenden Trockenästen elektrisierten mich, umso mehr als ich merkte, die Rotte war im Begriff hangparallel unterhalb meines Standplatzes durchzuwechseln. Ich stellte mich auf den Stubben, machte mich schußfertig und sah dann von der nur etwa 10 m unterhalb durchwechselnden Rotte bestenfalls die Rückenborsten der stärkeren Stücke. Von Brombeeren überwucherter Schlagabraum durchsetzt von nachwachsendem Jungbestand gab der Rotte Sichtschutz auf dem von mir bis dahin überhaupt nicht bemerkten Wechsel. Die Anspannung klang ab, wich einer gewissen Enttäuschung, daß wohl 30 Sauen am hellichten Tage ohne Schußmöglichkeit so nahe an mir vorübergezogen waren.

Plötzlich änderte sich die Richtung der Geräusche. Die Rotte schien nun in spitzem Winkel hangauf direkt auf mich zurück zu kommen. Unterhalb meines Standplatzes durchzog ein etwa hüfthohes Sandsteinband den Hang. Das Geländehindernis verdeckte die auf mich zuwechselnde Rotte. Ich schlug auf die Stelle, an der das Wild erscheinen mußte, an, als mir auch schon die führende Bache den Absatz überfallend regelrecht ins Absehen sprang (S&;B, 3-12x50, FD7, Vergrößerung 3). Die Entfernung betrug 7 Meter. Die mächtige Bache blieb wie angewurzelt stehen, die Läufe schräg nach vorne in den Grund gerammt. Durch das Glas konnte ich die Schwarte der linken Flanke deutlich vor und zurückwogen sehen.

Die ganze Bande drückte nach. Talseitig schob sich ein deutlich kleineres Stück an der Bache vorbei und erstarrte neben ihr, ebenfalls zu mir hin sichernd. Darauf hatte ich gewartet, wechselte im Anschlag auf das kleinere Stück und trug ihm von vorn einen Schuß zwischen die Lichter an. Der Treffer aus meiner Mauser M03, 9,3x62 KJG alt, riß das schräg am Hang stehende Stück von den Vorderläufen in eine nahezu senkrecht stehende Stellung hoch und ließ es über den linken Hinterlauf den Geländeabsatz hinab aus meinem Gesichtsfeld wegkippen. Ich hörte noch 30 sec. lang ortsfestes Schlegeln. Während dessen stob die Rotte in Fallinie, als ob keinerlei Geländerhindernisse vorhanden wären, den Hang hinunter.

Noch keine 2 Minuten später tauchten die Sauen im Gegenhang auf, da sie nun schon deutlich langsamer bei hellstem Sonnenschein in ein vom Sturm angerissenes Tannenaltholz zogen, ein Bild für jeden Jagdkatalog. Der Versuchung durch mein neues Glas über 230 m Luftlinie das zu Holze ziehende Wild zu beschießen widerstand ich, da ich spitz von hinten und stehend freihändig hätte schießen müssen, was wohl meine Fähigkeiten überstiegen hätte. Der Schuß hatte alles Wild in der Umgebung auf die Läufe gebracht. Im Hang hörte ich es noch an anderen Stellen rascheln und knacken, sodaß ich zunächst blieb, da ich war. Ein Rudel Rotwild wechselte weiter unten durch den Hang, davon ich jedoch nur einen mittelalten Zwölferhirsch den Sauen folgend ins Altholz ziehen sah (wiederum Jagdkatalog). Nochmals 2 bis 3 Minuten später wechselte eine weitere Rotte Schwarzwild tief unterhalb von mir durch den Hang, ohne daß ich ich irgend etwas zu sehen bekam. Dann war Ruhe. Ich ging die wenigen Meter zu der Stelle an der das beschossene Stück verschwunden war. Die Überläufer war von oben in eine Brombeerhecke gefallen, wo sie wie auf einem Schaukissen lag (Photo Nr. 2).

Photo Nr. 2: Beschossene ♀ Überläufer von oben in Brombeerhecke gefallen und nach ~ 30 sec Schlegeln verendet.

Das Lutz Möller Geschoß war etwa 2 cm nahe des linken Lichtes frontal in den Schädel gedrungen. Als Folge davon war das linke Licht dem Stielauge einer Weinbergschnecke ähnlich aus der Augenhöhle getrieben worden, rundum gehalten vom weißen Sehnengewebe des Augapfels. Ich drückte das Licht zurück in die Augenhöhle (Photo Nr. 3).

Photo Nr. 3: Kopfschuß von vorn zwischen die Lichter, in der Eile nicht mittig abgekommen.

Einen Ausschuß fand ich nicht. Mit einiger Anstrengung gelang es mir, das Stück hangauf über den Absatz zu bergen. Aus dem Gebräch traten nur geringe Mengen Schweiß aus. Ich stellte mich schon auf eine zerschosse Kammer und zerschossenes Gescheide ein. Zu meiner großen überaschung waren Kammer und Gescheide völlig unverletzt geblieben, so sehr ich den Aufbruch auch durchsuchte. Auch die zweite Niere fand ich zunächst nicht. Sie war gut in Weißes unter den rechten Rippenbögen verpackt verblieben. Als ich diesen Aufbruchrest aus dem Wildkörper zog, legte ich die Lutz Möller KJG-Bahn frei (Photo Nr. 4).

Photo Nr. 4: Schußkanal vom Haupt her kommend, hintere Rippenbögen durchschlagen.

Das Lutz Möller KJG hatte beim linken Licht eintretend den Wildkörper in Längsachse etwa 5 cm parallel zur Wirbelsäule durchschlagen, war vom leicht nach rechts gewendeten Haupt durch den Nacken zwischen Schulterblatt und Brustkern durchgetreten, hatte die anschließenden Rippen in Längsrichtung durchschlagen und war ohne die rechte Keule anzukratzen in der Leistengegend in einer Muskelhauttasche stecken geblieben.

LM: Der Lutz Möller KJG-eigenen Schulterstabilisierung wegen durchdrang es das Tier schnurgerade!

Dem Wundkanal folgend konnte ich den Restbolzen mit einem Rollgriff des Zeigefingers einfach bergen (Photo Nr. 5).




Photo Nr. 5: Lutz Möller KJG-Restbolzen und ein grober Splitter, 9.3x62 KJG (alt)

9,3-mm-Wasserleiter.jpg

LM: 9,3 mm Lutz Möller Geschosse nach Wassertankbeschuß

Einen groben Geschoßsplitter fand ich an der Bruchstelle eines Rippenbogens hängend. Aufgebrochen wog der ♀ Überläufer 45 kg. Aus Zeitgründen zerwirkte ich das Stück nicht selbst sondern überließ es einem Fleischereifachmann. Als er meiner Frau das Wildbret in der darauffolgenden Woche zum Einfrieren übergab sagte er, die Entwertung war vernachlässigbar.



Photo Nr. 6: ♀ Überläufer von links, linkes Licht bedingt durch die Schußfolgen deutlich geweitet.



Photo Nr. 7: Lage und Länge des Schußkanals in etwa durch roten Pfeil angedeutet, geschätzte Länge 60 bis 70 cm durch Knochen und Muskelgewebe, Kammer und Gescheide völlig unverletzt.

Ich habe die Eindringteife nicht gemessen, würde aber durch Schädelknochen, Muskelfleisch und mehrere Rippen in Längsrichtung 60 bis 70 cm schätzen. Überflüssig zu sagen ist, ich war mit dem Ergebnis dieses Zufallsschusses mehr als zufrieden. Dabei hatte ich mir das neue S&;B 3-12x50 Zenith für weitere Schüsse im Wechsel zu meinem Drückjagdglas zugelegt. Es hat nun nicht wie geplant mit einem Schuß über weitere Entfernung zur Einweihung des guten Teils geklappt. Ich kann aber aus Erfahrung versichern, das Glas erlaubt in 3-facher Vergrößerung zur Not auch auf 7 kurze Meter Wild sicher zur Strecke zu bringen, mittels Lutz Möller KJG selbst mit einem unorthodoxen Schuß ohne Wildbret zu verwüßsten. Lutz Möller KJG-Schüsse wirken eben anders.

LM: Das sage ich ja. Lies Lutz Möller Geschosse wirken anders!

Mit einem kräftigen Waidmannsheil, H. G. (mit der Bitte bei Veröffentlichung nur meine Kürzel H. G. zu nennen)

Möller in Stein

Hallo Lutz,

zum Aufgang der neuen Jagdsaison habe ich meine 9,3x62 auf Treffpunktlage geprüft. So habe ich im Gelände in 150 Meter eine Scheibe in einer alten Backhausruine aus Vollschiefer als sicheren Kugelfang aufgestellt. Der Treffer lag genau im Abkommen und ich staunte nicht schlecht, als ich den Einschlag an der Vollschieferwand mir ansah.

Mauerfraese.jpg

Das MJG hat im flachen Winkel zur Wand diese, wie man sieht, regelrecht aufgefräst (nicht abgeprallt) und ist zudem von einem Geschoß, das durch einen Wildkörper gedrungen ist nicht zu unterscheiden. Ich find´s bemerkenswert, daß es nicht mehr deformiert wurde, obgleich natürlich Schiefer doch recht weich ist.

(Auch hier lag wie bei Halterbeck Afrika 2012 leider keinen Durchschuß vor)

Grüße, Martin, Freitag, 4. Mai 2012 13:40

Panzerstahlplatte Hardox durchschlagen

Moin Lutz,

es gibt Leute, die hätten gewettet, ein Lutz Möller Geschoß schaffe nicht eine Hardox Platte zur duchdringen, weil Bleigeschosse (man sieht ja die Bleiversuche bzw. länger zurückliegende Versuche und verrostete Stellen) dies auch nicht schaffen. Es gab die Gedanken, Schießplatzblenden aus diesem Werkstoff zu bauen.

Hardox-MJG-durchschossen.JPG

Seit gestern ist diese Vorstellung verworfen worden, nachdem ich mit der 7 Rem mag erst ein etwa 1,5 kalibergroßes Loch stanzte und danach noch eines, um sicherzustellen, es handele sich nicht um eine Fehlstelle im der Panzerstahlplatte handelte. Die anderen beiden Löcher sind von einem Laser. Weiter wurde berichtet, mit einer 300 Win Mag und irgendwelchen Mantelgeschossen sei auf einer Platte, die ich nicht selbst gesehen habe, seie lediglich eine Beule entstanden.

LM: Ralf, bist du sicher, bei dieser Platte handelt es sich tatsächlich um Vergütungsstahl Hardox aus Oxelösund?

Wh Ralf, Sonntag, 2. Juni 2013 05:50

Ralf: Welches Hardox? 450
Ralf: Wie dick? 10 mm

LM: Echt?

Moin Lutz,

MJG durchdringt Hardox-Platte ist ja ein Ding. Da ergeben sich Möglichkeiten für Militär und Behörden. Hoffentlich dürfen wir weiterhin damit jagen.

LM: Der Hinterlandgefährung wegen arbeite ich an den Kurzbahnern!

Beste Grüße, Stefan Simm, Sonntag, 2. Juni 2013 11:37

Erschrocken

Betreff: Hardox Platte MJG

Hallo Herr Möller,

beim Schauen auf Ihrem Netzplatz erschrack ich. Für alle, die Ihre Geschosse auch weiterhin nutzen wollen und für Ihrem geschäftlichen Belange bitte ich Sie, diese Nachricht nicht weiter öffentlich zugänglich zu machen. Es gibt Leute, denen gefällt diese Wirkung nicht. Mein Rat wäre es, diesen Absatz zu entfernen. Bitte veröffentlichen Sie diese Mail nicht. Es ist nur ein Rat an Sie. Denken Sie mal nach darüber.

Herzliche Grüße aus Berlin, Sonntag, 2. Juni 2013 16:22

Ach, bloß weil Ralf von Hardox schreibt, muß das kein Hardox sein - war es auch nicht. Alle Gewehrgeschosse durchschlagen dünner Baustahlplatten, aber keinen Panzerstahl. Da laag einVerwechselung vor. Lesen Sie mal weiter.

Wohl doch kein Panzerstahl!

Guten Tag Herr Möller,

hmm, der Titanic sagt man ja auch nach, sie sei unsinkbar!

Anbei mein Versuch mit einer 10mm Hardoxplatte die spielfrei zwischen zwei Betonpfosten verspannt war.

Damaliges Versuchskaliber war Ihr Kupfergeschoß aus der dicken Berta 8x68S, sihe Mittelfränkische G'nackschellen. Man sieht nur auf der Vorderseite ein kleine Delle. Das Geschoss wurde wie auf der bunten Scheibe sichtbar grob pulverisiert.

zerfetzt

LM: Génau so ist das.

Es ist schon seltsam welche Fähigkeiten Ihren Geschossen zugemutet werden. Ihr Kupfernes war zum Glück keine Hohlladung und auch kein Hartkerngeschoß. Zu seiner Zeit war es das beste Jagdgeschoß, das es gab und wurde nur durch Ihren unermüdlichen „Es muss noch besser werden“-Drang mit dem MJG gekrönt.

In diesem Sinne lese ich weiterhin mit Respekt und Hochachtung diesen unbezahlbaren Wissensschatz und sehe getrost meine Bestände der noch vorhandenen Kupferschätzchen schwinden.

Wie sieht es mit MJG für die 5,6x52R aus?

LM: Zu selten.

Verregnete Grüße auch Mittelfranken, Hary Danner, Sonntag, 2. Juni 2013 12:31

Hardox

Moin Lutz,

vom Namen her kenne ich das Wort Hardox noch nicht länger als eine Woche, und kann nur das sagen was ich gehört habe, die Platte soll aus Hardox 450 sein, 10 mm dick. Die Jungs auf dem Schießplatz konnten sich nicht vorstellen, daß mit Vollgeschossen aus Kupfer oder Messing ein Loch in die Platte zu kriegen sei.

LM: Das geht bei den Geschwindigkeiten aus der 7 mm Rem Mag duch Baustahl auch mit Blei. Versuch's mal!

Normale Stahlträger kann man auch mit Blei durchschießen. Dieses Zeug sollte erheblich standhafter sein.

LM: Ist es auch. Siehe Bericht von Hary Danner oben.

Das Zeug soll angeblich in Baggerschaufeln oder Schützenpanzerwagen verbaut sein.

LM: Ja. Sieh mal hier

Hardox.com

Genau weiß ich es nicht.

LM: Da hat jemand was verwechselt.

Jedenfalls hat man nicht schlecht gestaunt.

LM: Man beachte beim Schießen die unabdingbare Erforderlichkeit eines sicheren Kugelfanges.

Wh Ralf, Sonntag, 2. Juni 2013 14:43

Mein 40. Schuß mit Ihrem Geschoß galt auf 35 m einem 58 kg Überläufer erstmalig zwischen die Lichter. Ihr Geschoß ging zwischen Blatt in die Kammer und steckte - bis auf die Sollbruchstelle gekürzt - in der Keule, obwohl das Stück nicht weidwund war. Schußkanal Schulter ohne nennenswerten Wildbretverlust.

Mit freundlichen Grüßen aus Thüringen, Tobias Schreiber, Montag, 26. August 2013 10:51

Geschoßangaben

Sehr geehrter Herr Möller!

Ihre Angaben bezüglich der Geschosse werden immer spärlicher bzw. ungenauer. Insbesondere die Geschoßmasse wird oft nicht angegeben.

LM: Die Leistungen der Munition, Fluggbahn und Tiefenwirkung - auf die es allen ankommt - gebe ich allerdings an, und zwar umfassender als alle anderen Hersteller.

Mir ist schon klar, daß Sie sich natürlich vor Nachahmung weitestgehend schützen wollen, bloß werden lückenhafte Angaben das nicht bewirken. Jeder Ihrer Mitbewerber kann sich Ihre Geschosse - allenfalls über einen Strohmann - besorgen und sie genau studieren. Das Nachwiegen ist dabei die einfachste Übung! Mir gefällt auch nicht, wenn Sie die Penetrationsleistung nur mit „größer als“ angeben. Das ist viel zu ungefähr und läßt keine Vergleiche zwischen den Patronen bzw Kalibern zu. Zudem dürften sich da auch einige Fehler eingeschlichen haben. Wenn etwa bei der .308 W die Penetrationsleistung mit mehr als 50/10 cm, die der .30-06 mit mehr als 80/16 cm angegeben wird, dann kann da etwas nicht stimmen, denn so groß ist der Abstand der beiden Patronen sicher nicht!

LM: Schon berichtigt: > ½ m Fleisch oder 0,1 m Knochen, wie bei allen anderen auch, denn so entwerfe ich meine Geschosse. Aus den meisten Patrone (8x57IRS und9,3x74R ausgenommen) gelingt das bis über 300 m Schußentfenrung. Siehe Geschoßwirkung. 

Exaktere Angaben wären also wünschenswert.

LM: Ich versuche meinen Nutzern brauchbare und verläßlich Daten zu geben, ohne die unnötig mit zu vielen Zahlen zu verwirren. All meine randlose hochwildtaugliche Munition bietet diese (> ½ m Fleisch oder 0,1 m Knochen) Leistung. Auf das Geschoß kommt es für die Wrkung (gute Zielwahl und Treffer vorausgesetzt). Mein Geschoß  bietet dies Leistung aus den übliche randlosen Patrone.

Bezüglich des 9,3 mm MJG ist mir aufgefallen, daß die Penetrationsleistung von den meisten anderen Kalibern übertroffen wird - teilweise dramatisch. Wenn ich etwa lese, daß die 6 mm XC eine Penetrationsleistung von 88/21 cm auf 100 m erbringt, dann erscheint sie als richtiger „Knochenbrecher“ gegenüber der 9,3x64, für die nur 63/12 cm angegeben werden.

LM: Ich werde die Werte anpassen. Mindestens ½ m Fleisch oder 0,1 m Knochen biete ich , allerdings bei schwächeren Randpatronen (8x57IRS oder 9,3x74R) nicht bis 300 m. Solche sind weit zu schießen nicht bestimmt. 

Sicher sind das nur Papierwerte, die die tatsächliche Wirkung nur ansatzweise wiedergeben können.

LM: Nein, ich geben die erzielbaren Durchdringungstiefen an.

Dennoch könnte man glauben, man sei bei Großwild, wo die Tiefenwirkung besonders wichtig ist, mit dem 6 mm MJG besser bewaffnet, als mit dem 9,3 mm MJG. Die Splitterleistung ist natürlich eine völlig andere, auch der Wundkanal den der Restbolzen stanzt, ist viel größer, er ist aber eben nicht so tief, so scheint es zumindest.

LM: Auch bei Großwild benötigen Sie beim breiten Schuß keine riesigen Tiefenleistungen, um durch den Vorderlauf  oder die Kammerwand durch beide Lungen zu schießen, wenn Sie nicht gleich auf's Hirn zielen, so wie ich in Australien 2014 oder Finnland 2014 mit der 308. 

Da 9,3 mm gewissermaßen das Ende der Fahnenstange Ihrer Produktion darstellt und auch (und gerade) für Großwild gedacht ist, sollte meines Erachtens die Penetrationsleistung etwas gesteigert werden. Büffel beispielsweise müssen oft von vorn beschossen werden, wenn sie sichern und abzuspringen drohen. Die dicke und zähe Haut am Hals, sowie die kräftige Muskulatur, allenfalls große Knochen (wenn man schräg von vorne schießen muß) würden für ein etwas mehr auf Tiefenwirkung optimiertes Geschoss sprechen. Ein halbes Gramm mehr (für den Restbolzen) würde da sicher schon Wunder wirken!

LM: Büffel von vorn schießt man am besten ins Hirn. Meine Trägerschüsse in Australien 2014 waren wenig glücklich, da die Zielwahl schwierig war. Man weiß nicht genau, wo man hinschießen soll. Das Hirn, obzwar klein, ist leicht hingegegen auszumachen. Sie stellen sich ein schräges Kreuz zwischen Lauschern (deren Ansätze am Haupt)  und Lichtern vor. Da diese Organe deutlich sichtbar und leicht zu erkennen sind, kann sich jeder den Kreuzungspunkt vorstellen. Da schießen Sie hin. Dann fällt der Büffel am Platz.

Immer, sofort!

Hirnschuß

LM: Ein Hirnschuß fällte den Leitbullen sofort. Er war schon tot, bevor seine Bauchdecke die Grasnarbe berührte.

Büffel breit

LM: Ein wie oben breit durch Vorderlauf in die Lungen geschossener Büffel wird noch ~ 40 - 50 m laufen und auch dann fallen. Breit durch den Vorderlauf (die bessere Zielwahl ist dahinter) müssen Sie auch beim Büffel weder ½ m Fleisch noch 0,1 m Kochen durchdringen. Insofern genügen meine Geschosse für Büffel - so wie sie sind - vollkommen, auch aus der 308!

Sie könnten also entweder ein neues Einheitsgeschoß entwickeln, bei dem der Restbolzen geringfügig verlängert und die Führbänder entsprechend nach hinten versetzt werden, mit einer Masse von 10,5 g, oder die Masse so belassen (das 9,3 mm MJG in der jetzigen Form reicht sicher leicht für alles diesseits des 20. Breitengrades) und dafür ein 9,3 mm „Safari Geschoss“ anbieten, das dann 11 oder 11,5 g hätte. Die Vorteile Ihrer Geschosse, insbesondere die hohe Rasanz und der vergleichsweise geringe Rückstoß würden dadurch kaum beeinträchtigt werden!

Vielleicht denken Sie einmal darüber nach!

LM: Wenn ich ein neues Geschoß für Dickhäuter anbieten wollte, dann würde das ein Deformator werden, weil Splitter in Dickhaut (5 cm) oder im Vorderlauf nichts nützen, und ein Deformator in der Tiefe einen größeren Wirkungsquerschnitt bietet.

Ich verbleibe mit freundlichen und weidmännischen Grüßen, L.Vogl, Montag, der 24, November 2014

Schweinling

Moin nochmals, Herr Möller,

hier sende ich Ihnen eine kurze Geschichte zur Durchdringungsleistung des MJG:

Schweinling

Vergangene Woche wechselte mich auf einer Drückjagd ein 35 Kg Frischling spitz an. Jenen beschoß ich. Der Einschuß lag mittig zwischen den Lichtern. Das Geschoß, 7,62 mm verschossen aus der .308, durchdrang das Haupt, durchwanderte die Leibeshöhlen, drang in die linke Keule ein, brach dort den Oberschenkelknochen und verließ anschließend den Wildleib.

Immer wieder beeindruckend.

LM: Das „Schweinling“, Herr Schwindling, war für mein Geschoß eben zur kurz!

Der Schweinling machte natürlich keinen Pieps mehr.

LM: War ja auch keinVogel.

Der Verlust an Wildbret war nicht nennenswert, aus Träger und Keule zusammen eine Handvoll vom Versäubern des Schußkanals.

Schönen Tag weiterhin, Tom Schwindling,  Freitag, 30. Januar 2015 09:30

Moin Herr Schwindling,

danke für die lustieg Geschichte.

Mein Tag läuft bestens, denn morgen früh geht's ab nach Sölden zum Skifahren.

Waidmannsheil, Lutz Möller

Lies die Fortsetzung Lutz' Sau 2008 und Versuche 2008 | Elchträger