Hirnschuß

Anmerkungen zu „Kopfschuß“

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Lies auch 300 Whisper und Gatterjagd

Kopfschuß ins Hirn.

Ein schneller als die Reize in den Nerven fliegendes Geschoß vernichtet als Hirnschuß (siehe da) in das Stammhirn jegliche Empfindung, tötet also bevor die Beute, bevor sie merken kann tot zu sein.

Solch Hirntreffer ist für die Beute vollkommen leidfrei. Die Beute stirbt schlagartig in Sekundenbruchteilen. Leider sind Kopf und Träger nur kleine Ziele, die einerseits den Schützen fordern, und die andererseits für einen sicheren Schuß mögliche Entfernung einschränken. Von vorn angetragen müßten für eine Hirnschuß bei Tieren mit langem Gesicht erhebliche Knochen durchschossen werden. Das gelingt oft nicht gut, siehe hier in Loimaa, wenn das Hirn eben mangels Tiefenwirkung nicht getroffen wird.

Springbockkopfschuß 2003

Diesen Springbock rechts schoß ich in Südafrika im Karroo in Ratelfontein liegend auf meinem grünen Filzhut auf einem Stein aufgelegt von oben auf 100 m ins Hirn. Wir hatten uns hinter einem Hügel an einen anderen auf 200 m herangepirscht, den ich mit Herzschuß streckte. Als Jan meine, nimm den auch, fand ich die kurze Entfernung zu langweilig. Er rettete die Lage, indem er mir den Kopschuß vorschlug. Damit waren 100 wieder schwierig. Der Schuß lag etwa 2 cm aus der Mitte; bei einem lebenden Tier, daß sich bewegt, ein guter Wert. Die Augen treten dabei aus den Höhlen und die Schädeldecke platzt. Die Hörner waren also anschließend locker. Die nachgiebige Decke verdeckt die Wirkung. Selbstverständlich fiel der reife Bock am Fleck in sich zusammen. Keinerlei Wildpret wurde zerstört.

Keilerkopfschuß 2004

Dieser Warzige wechselte mich 2014 in Afrika an. Ich schoß stehend freihändig. Er fiel im Knall.

Jeder Kopschuß soll ein Hirnschuß sein. Der zu zerstörende Teil des Hirnes befindet sich in der gedachten Kreuzung zweier Linien von dem Lichtern zu den diagonal gegenüber liegenden Lauschern. Am einfachsten schießt man von vorn. Die Beute sieht dann so aus

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Büffel in Australien 2014 mit der 308 MJG

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308 MJG genügt

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Seitlicher Hirnschuß. Der zu zerstörende Teil des Hirnes befindet sich in der gedachten Kreuzung zweier Linien von dem Lichtern zu den diagonal gegenüber liegenden Lauschern.

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Einschuß

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Ausschuß

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Der Esel mit Hirnschuß sackte beim Treffer einfach in sich zusammen. Er war schon tot, bevor sein Bauchdecke den Boden berührte.

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Dieser mittige Schuß von vorn ging auch in die Wirbelsäule ins Rückenmark

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Auch dieser Esel war schon tot, bevor der den Boden mit der Bauchdecke berührte.

Sehr geehrter Herr Möller,

ich habe Ihren Bericht Kopfschuß gelesen und als Kaninchenzüchter noch ein paar Beobachtungen hinzuzufügen.

LM: Danke!

Nachdem ich beobachtet hatte, wie verunglückte Schlachtversuche von Kaninchen durch einen Schlag ins Genick zu erheblichen Leiden bei den Tieren vor dem Stechen der Halsschlagader und dem Ausbluten führten, habe ich mir meine Gedanken gemacht, die zu der Überlegung führten, der Kopfschuß scheine am besten geeignet, das Tier schnell zu betäuben um es dann tötend ausbluten zu lassen.

LM: In Deutschland gilt:

Aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf ist dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

Die Tiere sind so zu betreuen, ruhigzustellen, zu betäuben, zu schlachten oder zu töten, daß bei ihnen nicht mehr als unvermeidbare Aufregung, Schmerzen, Leiden oder Schäden verursacht werden.

Tiere sind so zu betäuben, daß sie schnell und unter Vermeidung von Schmerzen oder Leiden in einen bis zum Tod anhaltenden Zustand der Empfindungs- und Wahrnehmungslosigkeit versetzt werden.

Dabei ist dieser Tierschutz richtiger Weise Staatsziel.

Tatsächlich handelt es sich ja zunächst nur um eine Betäubung, bis der Blutverlust zum Tode führt.

LM: Ganz Richtig!

Jedenfalls schien mir eine Schußwaffe sicherer als ein Bolzenschußgerät, da der Bolzen nur einen kleinen statischen Wundkanal verursacht, der bei schlechtem Treffersitz wirkungslos bleibt.

LM: Der Bolzenschießer muß in jedem Fall das Hirn treffen! besser Groß-und Stammhirn in Reihen. Ein hinreichendes Bolzenschußgerät genügt in der Hand des Kundigen und Fähigen vollkommen das damit in´s Hirn „beschossene“ Tier für eine Weile zu betäuben, sprich es in einen Zustand ohne Empfindung, Wahrnehmumg, Schmerzen, zu versetzen. Der eindringende Bolzen wirkt sowohl unmittelbar gewebezerstörend, als auch mittelbar durch Druck, Beschleunigung, Dehnung, Riß.

Versuche mit .22" WMR  . . .

LM: Auf kleine Kaninchen? Viel zu groß! Allerdings gelingen dem ungeübten Schießer durch die mittelbaren Wirkungen auch bei schlechten Schuß Betäubungen, die bei weniger wirksamer Munition oder Bolzen ausblieben.

. . . brachten geplatzte Köpfe und Brei, (LM: sic!), die ein sauberes Durchtrennen der Halsschlagader zum Ausbluten unmöglich machten. Mir schien mir fast, als hätten sich sämtliche Blutgefäße verengt, da kaum noch etwas ausfloß.

LM: Das Ausbluten ist auch eine Frage der Zeit von Schuß bis Schnitt. Jedes Herz schlägt ohne Hirn von sich aus noch eine kurze Weile  (selbstätig, „autonom“). Der Schnitt soll nicht später als 20 Sekunden nach dem Schnitt angetragen werden. Ohne pumpendenes Herz fließt nicht mehr viel!  

Die besten Ergebnisse zur Schlachtung von Kaninchen zeigte schließlich ein handelsübliches 4,5 mm 7,5 Joule Luftgewehr, das nach dem Rat eines erfahrenen Metzgers genau auf ein gedachtes Kreuz zwischen rechtem Lauscher und linkem Auge bzw. linkem Lauscher und rechtem Auge aufgesetzt wird

LM: Der Mann wußte Bescheid, denn genau darunter sitzt das Hirn!

Am besten mit einem Spitzdiabolo abgefeuert (dieses dringt im Gegensatz zum Flachkopf, ohne Fell nach innen mitzureißen, ein). Das Tier bricht sofort zusammen.

LM: Ein deutliches Zeichen für die (tierschutzgerechte) Betäubung!

Am Kopf bleibt ein winziges Loch, während ein  Stich in die Halsschlagader . . .

LM: Hoffentlich unverzüglich, jedenfalls nicht später las 20 Sekunden nach dem Schuß,

 . . . den Schweiß augenblicklich wie aus einer Gießkanne austreten läßt.

LM. Richtig. Jedes Schlachttier soll zunächst im Hirn betäubt und dann unverzüglich ausgeblutet werden; einerseits um das Tier ohne Bewußtsein vom Leben zum Tode zu bringen, andererseits um gesundes, hochwertiges Lebensmittel zu gewinnen. 

Das Bleigeschoß läßt sich mittels einer Pinzette durch das Einschußloch einfach und fast unversehrt (Restgewicht 100%) aus der Gehirnmasse ziehen. Der Kopf kann später (zeitgemäß) bedenkenlos verzehrt werden.

LM: Guten Hunger!

MfG J. B.  Freitag, 21. Oktober 2011 16:12
Ich bitte Sie meinen Namen nicht zu veröffentlichen

Hirnschuß auf Kitz

Am vergangenen Samstag wollten wir schauen ob evtl. noch ein Böckchen zu kriegen war bzw. weibliches Rehwild und Kitze jagen. In dem Kyrillhang an dem ich saß, steckte zwar kein Bock, dafür zog gegen 17:30Uhr eine Ricke mit ihren zwei Kitzen durch. Das erste Kitz schoß ich breit mit einem einen Tick zu hohen Lungenschuß. Es fiel auf rund 150 m durch den Kraftstoß ebenfalls wie vom Blitz getroffen.

Auf den Schuß hin sprang die Ricke schreckend ab, nahm aber das zweite Kitz nicht mit. Ich sah es allerdings zunächst nicht mehr. Nach einer Weile entdeckte ich es hinter, neben einem Ginster spitz auf mich zu stehend. Es stand dort wie ausgestopft und bewegte sich keinen Millimeter. Da es bei Zeiten dunkel werden würde habe ich mit Pfiffen und Winken versucht es in Bewegung zu bekommen, da ich nicht auf den Stich des kleinen Tieres schießen wollte. Weil ich noch nie auf Hirn oder Träger geschossen hatte, kam ich zunächst auch nicht auf die Idee dies zu tun und überlegte. Plötzlich kam mir dann diese Möglichkeit in den Sinn, aber ich wußte wirklich nicht, ob das mein Ding sei. Einen Bierdeckel in 150m sollte eigentlich jeder noch treffen, aber es war halt kein Bierdeckel sondern ein Kitz. Da die Bedingung nahezu ideal waren (Licht, Auflage…) habe ich nach reiflicher Überlegung, Überwindung doch den Schuß gewagt (Ich hatte nicht wirklich Zweifel, aber eine riesen Portion Respekt und vielleicht auch wenig Bammel). Das Kitz schaute mit leicht erhobenem Haupt in meine Richtung, so daß ich die rechte „Nasenspitze“ als Zielpunkt wählte. Ich habe bewußt so tief gezielt, um bei möglichen Fehlern meinerseits (Entfernung richtig geschätzt?, Mucken in solch einer Situation?) noch etwas „Luft“ nach oben wie nach unten zu haben. Das 9,3x62 MJG trat am gewollten Punkt ein und leicht schräg (das Kitz stand ja nicht 100% im 90° Winkel) im Nacken wieder aus. Die Kiefer wie die Gaumenplatte und Wirbelsäule sahen natürlich nicht „schön“ aus und waren wie Brei im restlichen Gewebe eingelagert.

Ziemlich froh über den gelungenen Treffer lagen dann beide Kitze nur 5 m von einander entfernt am Anschuß. Für mich war der Schuß schon eine Art Grenzerfahrung und ich meine für mich werden Hirn- und Trägerschüsse eine Ausnahme bleiben! Da beim Aufbrechen wie immer alles super aussah, habe ich vergessen Bilder vom Innenleben zu knipsen. Sorry.

Kitze am Anschuß

Kitz 1 Ausschuß mit vile Lungenschweiß

Kitz 2

Ausschuß Kitz 2

Sonnuntergang

Somit waren die ersten beiden Feuerschlucker- und MJG-Einsätze in allen Belangen absolut erfolgreich! Das FS7-160-Muster schießt sich wirklich angenehm und, obwohl der Knall wirklich noch laut ist, auch ohne Gehörschutz ohne späteres Piepen im Ohr. Wie es sich im Dunkeln mit dem „Feuerschlucken“ verhält, werden hoffentlich die nächsten Einsätze zeigen.

Ich wünsch Dir noch einen schönen sonnigen Sonntag., Wdmh, Sebastian, Oktober 2011

Hinter die Teller

Betreff: Haltepunkt bei Sau und Reh.

Guten Tag Herr Möller,

ich habe mehrere Ihrer Beiträge mit großer Anteilnahme verfolgt. Ich bin 18 Jahre alt und habe seit 2 Jahren meinen Jagdschein.

LM: Sehr schön.

Ich habe auch schon eine ganze Reihe Wild erlegen dürfen. ich schieße von der Firma Norma das Geschoß Vulkan in 11,7 g aus der .30-06. Bis jetzt habe ich erst 2 Frischlinge im Hochsommer erlegen können. Wenn ich mit anderen Waidkammeraden spreche, wird häufig vom Schuß hinter den Teller gesprochen.

Sauschädel aus der Schwarte, außen

Sauschädel, halbiert



Ich las bereits auf einer Ihrer Seiten, Sie halten vom seitlichen Trägerschuß auf Rehwild nicht viel.

LM: Nein, rein gar nichts. Das soll man bleiben lassen.

Doch wie sieht es beim Schwarzwild aus? Ist bei Sauen ein Schuß hinter den Teller ratsam? Welchen Haltepunkt empfehlen Sie?

LM: Lies Wundwirkung,  Beachte Zielwahl. Falls Du davon abweichend einer Sau von seitlich in das Rückenmark schießen willst, siehe am oberen Bild die Wirbelsäule zwischen Haupt und Leib verlaufen. Anders als Rehe oder Hirsche haben Sauen nur ein kurzen Hals, der sich vornehhmlich waagerecht erstreckt. Das Ziel ist breit, aber nicht hoch. Das ist mit „hinter die Teller“ gemeint.

Ich freue mich auf Ihre Antwort!

Waidmannsheil ! Patrick Oberhagemann, Dienstag, 20. November 2012 17:56

Kopfschuß auf der Weide