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Trägerschuß

auf Reh, Gams und Hirsch

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Inhalt: Daher schieße auf Träger nur von vorn oder hinten, nie breit!  | Trägerschuß von vorn | seitlicher Trägerschuß | Oryx | Bock von vorn auf den Träger | Schlegeln | Bluterguß nach Trägerschuß | Reh Lichtschuß | 8x68S Reh Trägerschüsse | Blutgefäße beim Trägerschuß | Trägerschuß auf Jährling 2014

Lies vorher Wundwirkung

Die Finnen bevorzugen Kopf- und Trägerschuß, weil sie das Wild ohne lange Nachsuche schnell und möglichst heil erbeuten wollen. Bei allen anderen Treffern laufen die Stücke noch! Bei Trägerschüssen schlegeln sie hingegen lange (Minute), so als wollten sie dem Tod in den Himmel entfliehen. Jedoch

Schieße hirschartige nur längs auf den Träger!

Der gute Grund rührt von den üblichen Bewegungen der Tiere her. Meist bewegen sie sich vor, aber nur ganz selten quer, fast nie rückwärts. Sie sind ja kein Krebse. Wenn die Hirsche einen neuen Platz einnehmen sichern sie häufig; dazu erheben sie ihr Haupt. Dann scheinäsen sie; dazu senken sie ihr Haupt. Der Träger wird also vornehmlich auf und ab bewegt, gelegentlich gedreht, aber fast nie seitlich bewegt. Da der Entschluß zu schießen vor dem Treffer erfolgen muß, kann sich das Stück in der Zwischenzeit bewegen. Wie? vornehmlich mit dem Träger hoch oder runter. Stand das Stück nun in Längsrichtung und zielte man in Trägermitte, wir auch eine zehntel Sekunde später noch ein Wirbel getroffen. Steht das Stück breit, verfehlt der Schuß sein kleines Ziel. Da, nehme ich an, war mein Fehler - zumal das Stück nicht zeichnete.

Der schlechte Grund nur längs auf den Träger zu schießen liegt im Trägeraufbau. Sofern das Blei mittig trifft ist die Wundwirkung durch das unterbrochen Rückenmark und die hirnseitige übereizung der ,,golden Schuß", sprich bannt an den Platz und nimmt dem Stück sofort die Besinnung, bis es stirbt. Selbst wenn das Stück immer sofort fällt, stirbt das Hirn ja erst am folgenden Sauerstoffmangel, da Herz und Lunge mangels Verbindung vom Hirn nicht mehr gesteuert werden können. Falls der Schuß nicht ,,golden", also genau auf Rückenmark trifft, sondern knapp daneben ins feste Muskelfleisch, langt die Erschütterung immer noch das druckempfindliche Rückenmark zu stören. Eine Halsschlagadern kann getroffen werden und den Karotsissinusreflex und in Folge Herzstillstand auslösen oder einseitig den Vagusnerv treffen und ebenfalls das Herz anhalten. Beides ist nur gut. Wird bei noch größerer Ablage nur noch die Haut geritzt, überlebt das Stück ohne bleibende Schäden.

Bei einem breiten Trägerschuß hingegen können unterschüssig die Luftröhre und Schlund geöffnet werden, ohne das Stück zu fällen. Die Verletzungen würden das verhungern oder an Lungenentzündung sterben lassen. Das wäre schrecklich, nicht waidgerecht, sollte also gemieden werden. Sichere Trägerschüsse lassen sich also nur längs antragen. Nur das muß man sich merken. Dann ist alles gut. Im übrigen bedenke mögliche, aber nicht sichere Nervenwirkungen.

Bei den Schweinen ist die 7x57 das Kal. mit den häufigsten Nachsuchen (mit u. ohne Erfolg). Gewöhne dich vom Fuchs bis zu größeren Schalenwild an Trägerschüsse. So wirst Du (als sehr guter Schütze) auch mit der 7x57 zufrieden sein.

WMH Niederwildjäger

Ein das Rückenmark durchtrennender Trägerschuß fällt das Stück unbedingt augenblicklich. Auch erschütternder Treffer in den Rücken bis knapp vor das Rückenmark stört zumindest kurzfristig Nerven und fällt das Stück, siehe Bisonjagd. Solch lähmende Treffer, die das Stück zwar zunächst fällen, aber nicht an den Anschuß binden, so daß es ggf. später wieder hochkommt und flüchtet nennt man Krellschuß. Ein Halskrellschuß wird als (Wirbelsäulen)streifschuß töten, wenn durch die Erschütterung Atemmuskulatur steuerndes Nervengewebe (in der Halswirbelsäule) lahmgelegt und die folgende Atemlähmung lange genug dauert, um durch Sauerstoffmangel im Hirn zu töten. Dieselbe Wirkung tritt auch bei Fleischtreffern am Hals ein, da der Trefferschlag das Rückenmark zur Lähmung ausreichend erschüttert (Um sich die Wirkung eines harten Kugelschlages lebhaft vorzustellen, denke nur an Hexenschuß oder lähmenden Bandscheibenvorfall, die wie der Blitz aus heiterem Himmel fallen). Nach einem Trägerschuß fehlt sämtliche ab dem Treffer abwärts sämtliche willkürliche Steuerung. Vom Rückenmark ausgehende unwillkürliche Bewegungen („zu schlegeln“) sind weiter möglich und kommen gerade dann vor, wenn das Tier vorher in Ruhe war.

Rotwildskelett, breit

Rotwildskelett, breit

Rotwildskelett, von links

Rehwildskelett, breit

Obige Zeichnungen zeigen allerdings deutlich, ein breiter Träger bietet Fehlschüssen weiten Raum.

Elch 2010 in Norwegen

Daher schieße auf Träger nur von vorn oder hinten, nie breit!

Der Herzmuskel ist ein besonderer, weder rein quergestreift (für kurze Lasten) noch rein glatt ist (für andauernde Lasten). Insofern erscheinen gewisse unwillkürliche Bewegungen auch nach gekappten Nerven möglich. Ob das Herz sofort zu schlagen aufhört, oder nicht ist, für die Flucht unerheblich. ZNZ-Treffer legen sofort! Wichtiger ist die Tatsache, bei Trägerschüssen ins ZNZ bleibt, anders als beim Herz-, Lungen- oder Leberschuß bleiben die großen Blutgefäße meist heil, so daß die Stücke nicht ausschweißen. Daher sollen Jäger sich im Schuß den Anschuß merken, und anschließend dahin gehen. Das geht schnell. Schließlich muß der Schütze nicht weiter suchen. Renso Eck zitierte 1990 in ,,Schrotschuß auf Rehwild"

,,Bei Damtierschlachtungen in Gehegen wiesen Stücke mit hohen Halsschüssen, bei denen die Halsschlagadern zerschossen wurden, das Herz aber noch einen Augenblick weiter pumpte, einen vollkommen ausgeschweißten Schlachtkörper mit pH-Werten zwischen 6,7 und 7 auf, hingegen lieferten selbst saubere Blattschüsse Schlachtkörper, die nicht ausreichend ausgeschweißt waren und deren pH-Wert dadurch zwischen 3,7 und 4 lagen."

Leider fehlt die Quellenangabe in dem Buch. Um das Blut nicht versauern zu lassen, soll der Jäger das Stück sogleich aufbrechen, aufhängen und und auskühlen lassen. Kann er das nicht sofort, soll er zumindest den Stich öffnen, dabei die Halsschlagadern zerschneidern, dann das Stück über Kopf hängen, damit das Stück ausschweißt. Andern Falles versauert das Blut sonst. Keinesfalls soll er das Stück einfach unaufgebrochen aufladen und erst Stunden später daheim in der Wildküche ausschweißen lassen. Da beim Trägerschuß die Stücke sofort liegen und damit schneller versorgt werden können als geflüchtet Stücke, wird Trägerschußbeute immer eher versorgt als bei anderen Schüssen. Ein weiterer Vorteil ist die unverletzte Kammer, in die kein Dreck eintreten kann, also sauber bleibt. Auch der Panseninhalt bleibt im Pansen. Insofern bürgen Trägerschüsse für hochwertiges sauberes Wildpret für gutes Essen.

Hallo Lutz,

Deine Seite ist wirklich sehr gut und bildet (vor allem an Tatsachen statt an Meinungen orientiert). Vielleicht klappt's auch dieses Jahr bei mir mit dem Jagdschein. Dann werden Deine Kenntnisse bestimmt sehr hilfreich werden. Danke!

Hier noch eine vielleicht wichtige Einzelheit zu Trägerschüssen: Da der Leib grundsätzlich weniger Blut, als höchstens in die Blutgefässe passen würde, enthält, muß die vorhandene Blutmenge dauernd den jeweiligen Erfordernissen entsprechend verteilt werden. Das geschieht durch zwei Teile des autonomen Nervensystems (Symphatikus und Parasymphatikus), die als Antagonisten (Gegenspieler) wirken und den Gefäßquerschnitt beeinflussen. Wichtig dabei ist, daß beide Systeme unterschiedliche Leitungsbahnen haben. Während der Sympathicus (Flucht, Kampfzustand) durch die Wirbelsäule verläuft und erst auf Höhe des Erfolgsorgans austritt, verläuft der Parasymphaticus (Verdauung, Entspannung) größten Teils über den Nervus Vagus, der frei durch die Bauchhöhle wandert (vagus = umherschweifend, schwankend, unbestimmt). Ein kleiner Teil verläuft zwar durch die Wirbelsäule und tritt sehr weit unten im Sakralmark aus. Dieser Teil versorgt aber nur Enddarm, Blase und Geschlechtsorgane und ist damit für den Mechanismus unwichtig.

Bei durchtrenntem Rückenmarkes kann somit der Sympathicus nicht mehr wirken und der jetzt nicht mehr antagonisierten Parasymphatikus weitet sofort die Gefäße (Wie beim Armdrücken: Wenn einer plötzlich aufhört zu drücken, knallt sein Handrücken auf den Tisch). Dies läßt ausgeklügelte Verteilungssystem zusammenbrechen. Somit bleiben dem Wild nicht nur die Beine weg, sondern es kommt auch zu einer erheblichen Störung der Blutversorgung, obwohl man ggf. gar keine größeren Adern getroffen hat. Dieses Phänomen ist in der Notfallmedizin bei Patienten mit Querschnittslähmung nach Wirbelsäulentrauma (Verkehrsunfall, Sturz aus großer Höhe) bekannt und heißt dort „Neurogener Schock“.

Viele Grüße, Jakob Lang, Sonntag, den 15. Februar 2004

Jakob,

herzlichen Dank für deine Nachricht. Sie ist wunderbar. Warum hat das nicht schon früher jemand gesagt. Das erklärt auch, warum die beiden Bisonkühe am Donnerstag trotz unzulänglich eindringender Bleimunition und seitlichem Treffer vor die Wirbelsäule ersten sofort fielen und zweitens sich ohne Gegenwehr den Fangschuß mit dem kleinen Revolver antragen ließen.

Die müssen sich also wie ein Mensch mit geringem Blutdruck, der aus dem Schlaf auf Anruf mit einem Sprung aus dem Bett aufsprang und dem dann vor den Augen schwarz und ansonsten schwindelig wird, gefühlt haben <= kein hinreichender Blutdruck in Netzhaut und Großhirn, oder?

Gruß Lutz, Sonntag, den 15. Februar 2004

Morgen Lutz,

ich vertreibe mir gerade den ereignislosen Nachtdienst mit Deinem Netzplatz. Deine Jagdgeschichten zu lesen macht wirklich Spaß.

Das mit dem schnell Aufstehen und dem Blutdruck kommt hin, wenngleich ich auch nicht weiß, wie stark der Effekt bei Tieren ins Gewicht fällt. Auf jeden Fall hat man bei Trägerschüssen neben der Extremitäten Lähmung und dem Effekt auf das vegetative Nervensystem unter Umständen noch zwei weitere Effekte, die ins Gewicht fallen:

Wirbelsäule

Menschliche Wirbelsäule

angeknackst menschliche Wirbelsäule nach Skiunfall

Wenn man das Rückenmark hoch genug durchtrennt, ist auch keine Atmung mehr möglich. Der Nerv, der das Zwerchfell versorgt, tritt, zumindest beim Menschen, relativ hoch aus (Abschnitte C3, C4, C5 in der Halswirbelsäule → three four five keep Diaphragma alive).

Unterdruck im Brustkorb erzeugt wesentlichen venösen Blutrückstromteil in den rechten Herzvorhof. Der fällt bei Atemlähmung aus. Da das Herz wie eine normale Pumpe nur fördern kann was vorne anliegt (Vorlast), senkt das natürlich den Auswurf (Herzminutenvolumen).

Insgesamt ist also wieder alles für den Schockkreislauf gegeben: mangelnder venöser Rückstrom → geringe Auswurfleistung usw. Das ist ja auf Deiner Seite alles genau beschrieben.

Auf Deiner Seite wird noch über die Erregung des Herzens diskutiert. Ich weiß jetzt nicht, auf was Ihr euch einigtet, aber es gibt dort einen Grundsatz: Wirbeltiere (einschließlich Mensch) haben myogene Herzen. Das bedeutet, daß die Erregung im Herzen autonom gebildet wird und nicht zentral z.B. über Nerven von außen erfolgt. Von außen werden nur Frequenz und ähnliche Parameter beeinflußt. Ansonsten funktioniert das Herz allein (und schlägt auch nach Hirntod o. ä. noch eine Weile weiter, solang es eben von der Sauerstoffversorgung geht). Bei Insekten z.B. ist das anders: Die haben neurogene Herzen, die tatsächlich von außen ihren Impuls erhalten.

Vielleicht sollte ich noch eine Bemerkung machen:

Alles was ich hier so schreibe beruht auf dem menschlichen Körper. Wie viel man davon auf Tiere übertragen kann, weiß ich leider nicht. Allerdings sind die meisten „Erfindungen“ der Evolution, die die alltäglichen Prozesse in unserem Körper bestimmen, älter als der Mensch. Deswegen gehe ich davon aus, daß man von der Notfallmedizin das eine oder andere auf tierische Organismen übertragen kann.

Viele Grüße, Jakob Lang, Sonntag, der 22. Februar 2004

PS: Ach ja: Der Sinusknoten sitzt beim Mensch an der Mündung der Vena Cava Superior (obere Körperhohlvene) in den rechten Vorhof, ist 2 mm lang und 2 - 3 cm breit.

Hallo Lutz,

ich melde mich also aus dem Rasdhoo-Atoll, Kuramathi Island.

Ich vergaß, bei Kitz mit .30 R Blaser das Hautemphysem, also die beim Tasten knisternde Luft unter der Decke im Einschuß (~ A4-Groesse) und auch ein wenig im Ausschußbereich zu beschreiben. Ob es Blutergüsse gab, erfahre ich von meinem Vater, der es zerwirken wird (ist ja noch in der Kühlkammer), glaube ich aber nicht.

In Bezug auf die Trägerschüsse mit Schlegeln des Loimaas 06 (Nackenschuß 1, Nackenschuß 2) vielleicht noch eine Ergänzung.

Durch den Trägerschuß werden auf- und absteigende Bahnen von Rückenmarksebene zum Hirn und umgekehrt unterbrochen. Das bewirkt zum einen einen sog. spinalen Schock mit allen folgen bis hin zum Kreislaufversagen durch plötzliche Unterbrechung, Störung der Gefäßweitenregulation. Zum anderen werden auch hemmende absteigende Bahnen vom Hirn (motorischer Cortex) unterbrochen. Infolge dessen finden wir massive Überaktivität motorischer Reflexe, die nur auf Rückenmarksebene ablaufen können, nun aber ohne hemmenden Einfluß des Zentralnervensystemes - es fehlt einfach die normalerweise vorhandene „Bremse“. Die einfachen motorischen Reflexe bestehen aus einem peripheren Rezeptor (reagiert auf Zug, Druck oder Spannung (oder auch auf Schmerz über Umschaltung)), einer afferenten Nervenbahn zum Rückenmark, einem alpha-Motoneuron im Rückenmark (gibt sozusagen den „Zündimpuls“ für die Muskelfaser), einer efferenten Nervenbahn vom Rückenmark zum Muskel mit sog. motorischer Endplatte zur Erregungsübertragung auf den Muskel.

Natürlich fehlen nach der Verletzung auch die Nervenbahnen vom motorischen Cortex (also Hirnrinde, die die sozusagen bewußten und gezielten Bewegungen steuert), d.h., daß keine zielgerichtete Bewegung mehr möglich ist.

Bis dann und beste Grüße von den Malediven - Torsten, Mittwoch, 25. Januar 2006 18:25


Trägerschuß von vorn

Hallo Lutz

Danke der Nachfrage. Es geht voran!

Ich hatte am Mittwoch kurz Zeit ins Revier zu gehen. Das Ergebnis siehst du an dem beiliegenden Bildern.

Bock tot

Bock tot

Trägerschuß von vorn

Trägerschuß von vorn oder hinten. So soll das sein!

Schußweite 150 m, .30-06 KJG, Alter lt. Kiefer 6 + Jahre.

Bezüglich Besuch würde ich mich natürlich sehr freuen und könnte eine Besuch bei den Faserfritzen anrühren.

Anbei noch ein Bild von einen Abartigen aus dem letzten Jahr ( Abnorme Böcke in Oberöstereich )

abartiger Bock, seitlich

abartiger Bock, seitlich

abartiger Bock von vorn

abartiger Bock von vorn

Reinhard Schwarz, Freitag, 5. Juni 2009 11:02


seitlicher Trägerschuß


Hallo Lutz

Den Bock habe ich von der Seite geschossen. Siehe Bild

seitlicher Trägerschuß, nicht zu empfehlen

Gruß Reinhard, Dienstag, 9. Juni 2009 15:30

Reinhard,

das solltest Du besser sein lassen, sieh hier!

Gruß Lutz

Oryx

Guten Tag Herr Möller,

Ihre Lutz Möller KJG sind verladen und die ersten Jagderfahrungen habe ich gemacht. Ich schieße die Lutz Möller Geschosse aus einem .30-06 McMillan Repetierer mit gewohnter KJG-Genauigkeit - Loch in Loch.

LM: Wie schön!

Bis jetzt habe ich mit dem KJG einen 2 Oryx, 1 Pavian, 1 Schakal, 1 Fuchs und 1 Jährlingsbock erlegt. Alle Stücke lagen im Feuer. Die Oryxe schoß ich hinters Haupt auf den Träger geschossen - somit war die Aussagekraft über Wildbretzerstörung eher gering.

Den Schakal hat es in 100 m regelrecht aufgerissen - schade - wollte ich den den eigentlich gerben lassen.

LM: Wo und aus welcher Richtung trafen Sie den denn?

Den Fuchs erlegte ich auf 40 m - einwandfrei.

Erschrocken war ich gestern bei dem 13 kg Jährlingsböckchen. Der Schuß traf auf 80 kurz hinters Blatt und trat auf der anderen Seite hochblatt aus. Beim aufbrechen mußte ich leider feststellen, sowohl auf der Einschuß- als auch auf der Ausschußseite waren Rippenbögen regelrecht geplatzt.

LM: Siehe Kraftstoß!

Beidseitige starke Blutergüsse waren Ergebnis waren.

LM: Siehe Bluterguß!

Eine derartige Zerstörung hatte ich noch nie mit dieser Patrone und der bleiernen Sippe. Selbst bei Kitzen unter 10 kg nicht. Bilde werde ich Ihnen zusenden, sobald der Bock aus der Decke ist.

LM: Ohne Bilder kann man sich nur unzurechend ein Bild machen. Nicht nur aus der Decke, auch darin! So sieht das bei mir im selben Kaliber aus der .300 Win Mag Patrone aus: Siehe Bockkitz!


Mit freundlichen Grüßen, Ralf König, Mittwoch, 10. Juni 2009 12:45


Bock von vorn auf den Träger

Guten Tag Herr Möller,

hier zwei Bilder vom Haupt meines letzten Bocks vom 21. August 2009.

Erlegt mit KJG in .30-06. Ich mußte umständehalber auf hundert Schritt von vorne auf den Träger schießen. Fluchtstrecke 0 m. Der alte zurückgesetzte Bock (rechtes Licht bereits erblindet) fiel im Feuer. Kein Ausschuß. Ich traf tief am Träger. Lutz Möller KJG zerschlug die Wirbelsäule und zerstörte Rückgrat. Beide Schultern unbeschädigt. Rücken leicht beschädigt.

Waidmannsheil, Dieter Nagl, Wien, Freitag, 28. August 2009 12:02

Schlegeln

Hallo Lutz, liebe Jagdkollegen,

letztes Jahr schoss ich ein vor mir äsendes Kitz. Ich wählte den Weg durch die Wirbelsäule und weil die Schüsse aus allernächster Nähe meistens die schwierigstens sind, hielt ich etwas höher an, so daß die Kugel mittig durch die Brust, also Herz und Lunge ging. Das Kitz kippte sofort um, zuckte aber viele Sekunden lang noch. Dies ist mir bis heute völlig unerklärlich. Schuß durch die Halswirbelsäule, da muß doch schlagartig Ruh sein?

Gruß, B. Russ, Mittwoch, 6. Oktober 2010 07:33

Ja Bernhard,

willkürliche Bewegungen, sprich vom Hirn gesteuerte, könnte das  mit Trägerschuß getroffene Kitz nicht mehr ausführen. Unwillkürlich, die das Rückenmark einleitet aber schon. Zu laufen ist für Tier so lebenswichtig, das der Grundablauf und Reflexe, die kürzeste Reaktion erfordern, im Rückenmark verankert sind. Die höhere Steuerung sitz im Hirn. das bedeutet, wenn ein Kitz mit noch viel Sauerstoff und ATP in Blut und Muskeln seiner willkürlichen Steuerung beraubt wird, führt die unwillkürliche Steuerung eine (dann nicht mehr wirksames) Notrettung durch. Das vom Trägerschuß getroffene Tier fällt und „läuft dann in die ewigen Jagdgründe“. Erst „wenn es dort angekommen ist“ hat es seine Frieden im Tode gefunden, dann nämlich wenn die Kraft verzehrt ist.

Gruß Lutz

Bluterguß nach Trägerschuß

Reh Lichtschuß

.22" Mag unter linkem Licht schräg nach unten

Sehr geehrter Herr Lutz Möller,

beim Durchstöbern Ihrer Seiten bin ich auf die Frage des Herrn Ch. Krampecki gestoßen, der sich die Entstehung von Blutergüssen nach Trägerschuß nicht erklären konnte. Hierzu eine Begebenheit aus meiner jagdlichen Historie:

In der Blattzeit 2007 wollte ich einen guten Bock mit Kammerschuß erlegen. Leider stand der Bock wie häufig nicht so breit, wie gedacht. Der doch etwas tiefe Schuss der .223 Rem . . .

LM: Welches Geschoß?

. . . saß zwar einschußseits noch auf der Kammer, der Ausschuß aber vor der linken Kniefalte.

In seinem Bestreben, die nächste Deckung anzunehmen, lief mich der Bock bis auf 20 m an. Um mir eine Nachsuche zu ersparen, trug ich ihm einen Fangschuß mit der .22 Magn. Rimfire auf das verlängerte Mark an. Der Bock stürzte sofort nieder. Ich lud die Waffe wieder. Nach ~ 1 Min ließ er eine gutturales Gurgeln hören und begann mit der Hinterhand vehement und wiederholt auszuschlagen. Als er auf dem Boden liegend einen kompletten Kreis beschrieben hatte, trat Ruhe ein.

.223 Einschuß

.223 Ausschuß

Bluterguß am Ziemer

Um die Folgen meines verunglückten Schusses einzugrenzen, schlug ich ihn sofort aus der Decke. Unter dem Ziemer hatten sich durch die von den übereizten, abgetrennten Nerven des Rückenmarks ausgelösten, unkontrollierten Schlegelbewegungen Blutergüsse unter der Spiegelhaut des Ziemers gebildet. Die waren deutlich anders, als die im Zusammenhang mit dem ersten Schuß stehenden Blutergüsse, die zudem eine deutliche „Sulzbildung“ aufweisen. Bilder gehen mit gesonderter E-Mail zu.

Noch eine Bemerkung zum Herzschlag:

Der Herzschlag hält solange an, bis nicht nur der Restsauerstoff aufgebraucht ist, sondern bis das in den Herzmuskelzellen gespeicherte Glykogen bzw. die Glucose im Restblut aufgebraucht ist, indem die Energie anaerob durch Bildung von Lactat=Milchsäure gewonnen wird. Die dafür notwendigen Enzyme der Herzmuskel-Zelle werden im Gegensatz zu den Enzymen der quergestreiften Muskulatur durch den pH-Wertabfall nicht gehemmt –d.h. das Herz „übersäuert“ nicht wie z.B. der Oberschenkel beim Sprint auf dem Fahrrad.

LM: Herzlichen Dank für Ihren mir nicht bekannten Hinweis zum Herzschlag.

MfG und Waidmannsheil auf den Maibock, Joachim Höfler, Donnerstag, 12. Mai 2011 17:41

8x68S Reh Trägerschüsse

Guten Tag,

zwei Rehe mit 8x68S Lutz Möller Geschossen vor 4,47 g Vectan SP7 auf 40 und 50 Meter



Rémy HEROLD / France, Donnerstag, 13. Dezember 2012 12:08

Blutgefäße beim Trägerschuß

 Man hat offenbar vergessen, daß beim Trägerschuß beide art. vertebrales sicher zerstört werden. Sie führen direkt zur art. basilaris, die den Hirnstamm versorgt. Das scheint mir doch sehr wesentlicher als all die Hinweise auf die aa. carotid. bds. Muß weiters besprochen werden. Die meisten Jäger denken, daß sie besser schiessen als sie tatsächlich tun. Das „Ansprechen“ der Jäger ist eine schwierige Aufgabe: Wie und wo hast Du geschossen, wohin gezielt, Abgekommen wo? Was fand man in situ. etc.?

PD DR.MED. URS WIGGLI, Sonntag, 29. Juni 2014 20:55

Trägerschuß auf Jährling 2014

Betreff: Trägerschuß mit .30-06 Lutz Möller Munition

SchneiseJährling

AusschußEinschuß

Einschuß

Moin Lutz,

Dieser Jährling kam mir gestern Abend, nachdem er 3 Stunden mit mir Versteck gespielt hat, spitz von vorn. Dein 7627er Geschoss durchschlug die Halswirbelsäule und tuschierte auf seinem weiteren Weg in den sicheren Kugelfang noch die Haut über dem Becken (siehe Bilder.

LM: Waidmanns Heil, Mathias. Sehr schön! Danke für die Bilder.

Gruß Mathias,  Samstag, 12. Juli 2014 07:48

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