Die bleierne Sippe

Blei auf Wild zu verschießen zeigt jagdlich Zurückgebliebene

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Rehröntgenbild

Bild A. Trinogga / Leibniz Institut für Zoo und Wildtierforschung http://www.seeadlerforschung.de/

Der Treffersitz entscheidet nicht alles, aber fast.

Der Tod tritt bei Treffern ins Rückenmark nahe dem Kopf immer sofort ein, desgleichen bei Treffern im Hirnstamm, oder ins Kleinhirn Sekunden später, siehe Hirnschuß. Mancher dusselige Selbstmörder, der sich in seinen Kopf schoß, erfuhr, Großhirntreffer müssen nicht töten. Der arme Thor erblindete, lebte dann des Treffers trotz doch schwer beschädigt weiter. Unser Großhirn hilft uns zwar Brücken über Flüsse zu bauen oder das Internet zu nutzen. Unabdingbar lebenserhaltend scheint die neueste Gehirnschöpfung dieser Welt nicht zu sein. Sofern er im Krieg ruhig gezielt schießen konnte, schoß Ernst Lange, ein verstorbener Freund, Feinde im Krieg von vorn nie zwischen die Augen sondern immer auf die Nase, denn die Wirkung waren besser. Der junge Soldat war kein Mediziner, wußte nichts vom Hirnstamm, lernte aus eigenen erlebter Erfahrungen. Ohne Stammhirn kann niemand leben, auch Krokodile, denen die neuren Hirne, also Klein und Großhirn fehlen, nicht. Mit mehr als nur Stammhirn wären Krokodile noch gerissener als sie so schon sind.

Wie stirbt man?

lautet die Frage. Das Leben zu verstehen, den Tod ebenso. Tote reden nicht. Trifft man den Brustkorb (Kammer beim Tier), zieht die Atembewegung durch Ein- und Ausschuß, Nebenluft, so daß sich die Lunge trotze heiler Rippen und Zwerchfell weder weiter füllen, noch leeren läßt, also erstickt das Opfer. Das Opfer stirbt durchaus nicht, wie gefordert, plötzlich, sondern kann mit langsamen Kugeln „Dicken Pillen“, noch gut hundert Meter flüchten (Reh) oder bei Schwarzwild zweihundert Meter. Solange die Muskeln noch kraftgefüllt sind und das Stammhirn über Rückenmark die Muskeln erreicht, können die Tiere laufen. Wenn Kraft (ATP, Glykogen) und in den roten Blutkörperchen gespeicherter Sauerstoff verbraucht sind, kann das Hirn nicht mehr versorgt werden. Sauerstoffmangel tritt immer vor anderen Mangeln ein (Bedenke: Du ertrinkst schneller als zu verhungern). Das Hirn stirbt ohne Sauerstoff vor dem restlichen Leib. Das Hirn stirbt vor dem Herz. Das Herz eines vom Wagen plattgefahrenen Hasen schlägt noch eine Weile, obwohl das Tier bereits Minuten tot war. Fasse nur an! Der Herzmuskel ist nun ein besonderer, weder rein glatt noch nur quergestreift, sondern weist mit seine weißen Fasern irgendwie dazwischen. Das Herz ist gewissermaßen zu eigener, vom Hirn ungelenkter Tätigkeit, fähig, somit ein eher niederes Organ. Die jüngeren, entwicklungsgeschichtlich höher entwickelten, komplizierteren Hirne sind gegen Störungen empfindlicher. Herzverpflanzungen sind seid dem südafrikanischen Prof. Barnard schick geworden. Hirn verpflanzt nur der köstliche Dr. Frankenstein im Film. Trift man schwach die Leber verblutet das Opfer langsam. Andere Treffer werden gelegentlich überlebt, heilen aus.

Wie hängt die tödliche Schußwirkung nun von der Geschoßschnelle ab?

Die Energieaufnahme im Wildkörper wächst mit der Geschoßfläche, hängt von der Geschoßgestalt ab, nimmt allerdings quadratisch mit der Geschwindigkeit zu! So zerlegt sich neue bleierne Nato-Vollmantelgeschoß 5,6 x 43, oder .223 Remington bereits ab 800 m/sec (Sellier Kneubuehl) im Gelatineblock, wirkt bei der Schnelle wie ein sich zerlegendes Teilmantelgeschoß, wie die Vietnamesen in den 60er Jahren leidvoll lernen mußten

800 m/s ist für gewisse Zielwirkungen insofern eine wichtige Größe, die man sich merken sollte Was geschieht, wenn ein Geschoß dein Weichziel trifft? Vorn bremst die ruhende Zielmasse, hinten schiebt die Wucht (kinetische Energie) das schnelle Geschoß. Seitlich wirken zunächst keine Kräfte. Der Widerstand des Getroffenen (einer Flüssigkeit ähnlichen) Fleisches ist erheblich. Die von vorn und hinten auf das Geschoß wirkenden Kräfte erzeugen im Geschoß Stauchdruck. Der von der Stauchung des auftreffenden Geschosses hervorgerufene innere Druck bahnt sich in Richtung des geringsten Gegendruckes (das Energiepotential dem Druckgradient folgend maximal ausnutzend) seinen Weg. Das Geschoß platzt von vorn nach hinten fortschreitend seitlich auf. Im Grunde ganz einfach: Vorn bremst´s, hinten schiebt´s, also platzt das Ding!

Wie sieht in solch bleiernen Platzfall nun die Wunde aus?

Nach seiner weiten Reise durch die Luft durchschlägt das ummantelte Bleigeschoß die Decke noch einigermaßen heil, dringt etwas weiter in das weiche Ziel ein, aber dann, nach wenigen Millimetern Eindringtiefe bauen sich zerfetzende Kräfte auf, reißen Geschoß und umgebendes Fleisch auseinander. Die Mantelmutter gebiert ob ihrer gewaltigen selbstzerstörerischen Kraft nackte Bleitöchter.

Eine Mutter-Tochter-Beziehung entwickelt sich! Nachdem das Geschoß aufschlug, zerlegt es sich – erst langsam – dann schneller – bis die bremsenden Zerstörungen die Geschoßwucht verzehrten. Die vorwärts stürmende Wucht der Mutter überwindet beim jähen Aufschlag im Kampf der Kräfte den festen Zusammenhalt des Tombakmantels wie auf der weiteren Reise ins Innere des Opfers den schwächeren Bleikernzusammenhalt.

Trennungsschmerz kostet Wucht. Weil das Geschoß seitlich auseinander platzt, weitet sich die bei Eintritt anfangs nur kalibergroße Zerstörung mit fortschreitender Eindringtiefe seitlich auf. Sofern das Muttergeschoß schnell genug traf, den Sprößlingen selbst ausreichend Zack mit auf den Weg gebend, ergeht es den Tochtergeschoßen, auf deren weiteren zerfetzenden Weg durch den Wildkörper, eben wie dem Muttergeschoß: Vorn bremst´s, hinten schiebt´s, also platzt das Ding! Töchter gebären Enkel.

Doch einen wesentlichen Unterschied der Töchter (Splitter) zur Mutter gilt zu achten. Die Töchter sind des schützenden, den Familienzusammenhalt wahrenden Mantels der Mutter beraubt. Soll heißen, die Mutter im Ganzen widersteht größeren Kräften als die mantellosen Reinbleitöchter. Die Kinder halten weniger als die Mutter aus, zerplatzen noch bei geringeren Kräften (Geschwindigkeiten). Wir dürfen also nicht mehr nur das einzelne eindringende Geschoß, die Mutter allen Schadens, betrachten, sondern müssen die ganze graue bleierne Sippe berücksichtigen. Nun gilt für die im Geschwader durch's Ziel fliegende Bande: Vorn bremst´s, hinten schiebt´s, also platzt das Ding! Der anfangs noch überschnell durch das Opfer schiebende Mutterrestkörper spaltet auf seinem Weg durch das sich widersetzende Fleisch selbstmörderisch seitlich ausbrechend weitere Bleitöchter ab. Die Mutter opfert sich für die Töchter. Die Geburten kosten Mutter und Töchter Kraft. Daher wirken schnelle Bleigeschosse nur auf sehr schwaches Wild hinreichend tief (weil Kleintiere nicht groß sind).

Die bleierne Sippe weitet sich auf ihrem Weg aus. Je weiter sie sich ausweitet, desto größere Widerstände setzten sich ihnen in den Weg. Je mehr Widerstand sich zeigt, desto mehr wird der zerfetzt. Die Schnelle bestimmt die Widerstände quadratisch zu ihr. Zwischen den sich durchdringenden Flüssigkeiten (bei solch hier wirkenden Wucht weichen die inneren Verformungskräfte des weichen Fleisches und Bleies hinter deren Durchdringungswiderstand soweit zurück, daß Flüssigkeiten die herrschenden Zustände annähernd gut beschreiben. Solange noch ein Quentchen Kraft die weiche Masse zerquetschen kann, geht´s weiter, beider Tod entgegen. Täter wie Opfer vermengen sich im letzten Gefecht, durchdringen sich bis keiner mehr wiederzuerkennen bleibt, lösen ineinander sich auf, sterben, sind nun tot. Leben vergeht, wurde zu bleivergifteten Speise. Der fliegende Tod löste sich auf, opferte sich seines Herren zu Liebe. Die anfänglich noch großen Töchter sind frühreifer als deren Mutter selbst neue Generationen „flüssigen“ Bleies zu erzeugen, da Ihnen der hemmende Mantel fehlt. Nackt und schnell dem Zielfleisch ausgesetzt vermehren sich die Töchter frisch geborenen selbst früh, prächtig immer neue kleinerer Generationen gebärend. Die Mutter-Tochter-Beziehung wird zur Familiensaga. Lampel prägte den Begriff „Inneren Schrotschuß“ für die Geschichte, vergißt damit allerdings den fortschreitenden Familienzuwachs hervorzuheben.

Welchen Weg nimmt unsere bleierne Sippe nun in ihrem Bestreben sich und deren Opfer zu vernichten? Schnell steigend bis zur tödlichen Katastrophe! Nämlich verläuft die Wunde wie ein Tunnel, der sich mit zunehmender Eindringtiefe wie ein Trichter dann rasch zunehmend aufweitend, bis der nach getaner Arbeit wieder zusammenfällt. Die Geschwindigkeit bestimmt die Trichtersteigung: je schneller die Kugel, desto kürzer der enge Tunnel und so steiler weitet sich der Trichter auf. Je langsamer die Kugel eindringt, desto tiefer durchdringt die Kugel im Wundkanal das Fleische und so schmaler bleibt der Trichter. 

Nicht von ungefähr schießen einerseits Großwildjäger bis fast einen Meter breites Wild wie Wasserbüffel, Elefant, Flußpferd mit langen harten Geschossen für große Tiefenwirkung.

Dagegen nehmen Schädlingsjäger andererseits für ratten- bis karnickelgroße Tiere von 5 – 9 cm Dicke kleine, schnelle Munition.

Um zu wirken müssen für kleine Ziele die Geschosse schnell sein. Je kleiner das Ziel, desto schneller die Kugel, gilt! Mit solch Geschossen kann man der gestreckten Flugbahn wegen auch weit schießen.

Umgekehrt gilt für großes Wild: Um tief einzudringen müssen feste Geschosse mit möglichst hoher Flächenlast treffen. Je größer das Wild, desto fester muß die Kugel sein, gilt!

Solche Bummeltanten fliegen im Banne allgegenwärtiger Schwerkraft mit einer Neigung den Erdmittelpunkt aufzusuchen allerdings stark gekrümmt. Dermaßen flugbahnbedingt kann man mit solch „dicken Pille“ nur kurz schießen, nie weit. Da die damit zu beschießenden Ziele groß sind, denn sonst bräuchte man keine „Bleibatzen“, muß nicht so genau getroffen werden. Große Ziele gleichen den Flugbahnnachteil der „dicken Brummer“ also teil wieder aus, wenn, ja wenn, es kein Jagdfieber gäbe. Je größer und gefährlicher die Beute ist, desto höher jagt das Beutefieber den Puls hoch, läßt den Jäger wie Espenlaub im Wind zittern, daß manche noch auf 50 m Büffel statt in die Kammer in den Vorderlauf trift - leider kein Einzelfall!

Wie wirkt die Platzerwunde vom Leben zum Tode?

Einen Schock kennen wir aus unserem Leben als eine sinnliche Erfahrung. „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Es darf auch etwas Schiller sein!“ sagten wir Kandidaten früher am Gymnasium. Des Lebens und des Todes geistige Dimension spielen in dem Drama „Schnelles Blei“ von Nitro Zellulose neben Blei Fetzer auch eine tragende Rolle. Wir fragen nach plötzlichem Tod, nicht langem elenden Siechtum. Wir wollen töten! nicht krank schießen. Wir lieben wir unser Beute. Wir hassen sie nicht. Nur wenn ich jemanden, den ich hasse, angehe möchte ich den Schuft quälen. Wir Jäger dagegen wollen der Welt nachhaltig Beute nehmen. Wir lieben unser Waid. Um dem lebendigen Wild gerecht zu werden, sollen wir uns schon Gedanken machen, wie wir schnellst bei geringstem Leid schnellstmöglich den Sensenmann rufen.

Nervenwirkungen

Nervlichen Reizungen wesentliche Wirkung im Tier zuzuschreiben, scheint nicht falsch zu seien. Bei gewissen Schüssen, ohne Zentralnervensystemtreffer, fällt die Beute am Anschuß umfällt, obwohl nach üblichen medizinischen Kenntnissen der Tod noch einige 10 - 15 Sekunden auf sich warten lassen sollte. Wie ist das zu erklären? In Punkalaidun ging zum Beispiel ein spitz vorn vor den Vorderlauf mit Kammertreffer und Ausschuß getroffener Weißwedelhirsch platt zu Boden, während kurze Zeit später am gleichen Ort mit derselben Waffe beschossen der nächste Anwärter für die ewigen grünen Wiesen mit gleichem Geschoß hinter den Vorderlauf auf die Kammer getroffen noch 30 m flüchtete? Durch Kraftstoß auf das Rückenmark)!

Kammertreffer

Die Kammer zu treffen, bedeutet für die Schußwirkung geringst möglichen Zielwiderstand hinnehmen zu müssen. Lunge ist teils Luft. Und Luft ist, anders als Fleisch, zusammendrückbar, gibt angreifenden Kräften leichter als Fleisch nach. Allerdings schont ein Lungentreffer auch das meiste Wildpret vor Thor´s zermalmendem Mjölnir. Ein Stück Wild mit zerschossenen Blättern, also ohne die geringste Möglichkeit mit den Vorderläufen letztmalig ins Leben zu springen, zu strecken, ist waffentechnisch keine Kunst, geht leicht auch mit gewöhnlichen Bleigeschossen. Der Wildpretertrag des Blattschusses bleibt hinter dem des Kammertreffers zurück.

Leberknoten

Wo ist die „bleierne Sippe“ noch in ihrem Element, breitet schnell das schwarze Laken über des Wildes Sinnen aus? Hinter der Lunge findet sich im Ziel die Leber. Einerseits ist die Leber ein stark durchblutetes Körperteil, anders als die Lunge, enthält die Leber keine Luft. Sie entspricht also weit eher als die Lunge einer Flüssigkeit. Diese Flüssigkeitseigenschaft der Leber bedeutet: Der Zielwiderstand steigt im Gegensatz zur Lunge. Treffer auf kurze Entfernungen mit einem leichten, weichen, schnellen Geschoß erzeugen im ganzen Geräusch bis zur nachgiebigen Kammer derartige Drücke, daß sich die Rippen heben; sich nicht nur ein bißchen heben, sondern dem gewaltigen Druck soweit nach oben ausweichen, bis je fünf Rippen vom Rückrat abreißen. Ein derart auf die Leber getroffenes Reh platzt fast. Diese Druckwelle schneller Geschosse im Fleisch ist einfach todesgewaltig. Von der bleiernen Kugel findet sich nichts mehr. Zerstoben in alle Ewigkeit. Aus den Möglichkeiten nah oder weit zu treffen, wählt der kundige Schütze nun bei gegebener Bewaffnung den der Entfernung angepaßten Schuß. Er wird mit Flitzern nämlich nah auf die Kammer, weit auf die Leber richten. Auf den vorzüglichen Genuß der Leber wird man bei weiten Schüssen (über 200 m) zwar leider verzichten müssen, aber das Stück fällt im Knall! Nur der Hund freut sich über die Leber. Sie wird ihn vergiften. Da auf den kurzen Rippen kaum Fleisch sitzt, auch die Bauchdecke kaum zählt, entwertet solch Lebertreffer wenig Wildpret. Sauen schießet man der Galle wegen besser nicht so.

Bei Nervenwirkung wird plötzlich gestorben. Man darf sich nicht von möglicherweise letztem Aufbäumen oder einer Halsdrehung der gestreckten Tiere, als wollten sie nachsehen, wer sie denn streckte, beirren. Von der „bleiernen Sippe“ Geküßte sind schon tot, auch wenn deren Fleische es noch nicht „weiß“. In der Reihen wird erst gezuckt und sich dann gestreckt ! Die Folge bedeutet uns: „Noch lebe ich fast – nun bin ich tot, ruhe für immer“. Wer hat nicht schon seine tote Beute am Boden schlegeln sehen. Gehängte zappeln auch noch am Galgen, tanzen die Tiburn Gigue. Das Gezappel bleibt. Toten spüren, deren Schlegeln trotz, doch nichts mehr. Hühner laufen ohne Köpfe weiter. Solches wurde auch vom Seeräuber Störtebeker gesagt, der kopflos noch an einigen Likedeelern lang lief, den Glücklichen in Hamburg auf dem Grasbrook darob hin das Leben geschenkt wurde. Sein Goldschatz wurde ihm zum Hohn an der Katharinenkirche außen auf den Turm plattiert. Na, der den Schaden hat, braucht für Spott nicht zu sorgen.

Thor´s Hammer, Mjölnir, tödliche Waffe, der Zermalmer streckt blitzend und donnernd Riesen! Schlag drauf und Schluß! So soll es sein.

Lutz Möller, vor vielen Jahren geschreiben,

Klaus „Doc“ Kessler

„Weg gebend, ergeht es den Tochtergeschossen, auf deren weiteren zerfetzenden Weg durch den Wildkörper, eben wie dem Muttergeschoß: Vorn bremst´s, hinten schiebt´s, also platzt das Ding! Töchter gebären Enkel.“

Wow! Eine so herzergreifende Familientragödie habe ich seit "Krieg und Frieden" nicht mehr gelesen ! :) War aber endlich mal ausführlich und sachlich verständlich beschrieben.

Markus K. V. Haake

>Und hydrodynamischen Schock im strengen Sinne gibt es ohnehin nur in stark wassergefüllten Geweben (Leber, Milz, Gehirn).

Endlich nennt es einer beim Namen ...

Ahnungslos

Servus Lutz,

erstmals möchte ich mich für Deine Seite bedanken. Nach dem ich vor drei Wochen meinen Jagdschein löste , kaufte ich mir natürlich sofort eine Büchse, .300 Win. ultra. mag. Ich möchte Reh und Hase jagen. Ich wollte es mit einem leichten Ballistic Tip zw. 4 & 8 Gramm versuchen. Was hältst du davon? Ich möchte mein Wildbret ja schließlich selbst verwerten. Des weiteren habe ich nächsten Sommer eine Einladung auf Mankei. Meinst du das reicht aus, oder muß ich mir nun extra eine neue Waffe kaufen.

Vielen Dank, Florian Klinder, Weidmannsheil, Dienstag, 14. November 2006 00:48

Lieber Florian,

schnelle weiche Geschosse platzen binnen weniger Zentimeter und zerstören die nähere Umgebung. Wenn dabei noch mit einer kräftigen Patrone auf kleines Wild geschossen wird, kannst du die Tier in Stücke schießen, wenn du mitten drauf hältst. Dein Ansatz wir dich schnurstracks ins Abseits führen. Für kleine Tiere benötigst du nicht mehr, sondern weniger Wirkung. Ich empfehle meine Geschosse.

Gruß Lutz

Hornady SST Light Magnum auf Maibock

Moin Herr Möller,

hier der erste Maibock mit der Hornady-Light-Magnum (Lauflänge 50c m): .30-06, Geschoß SST, ~ 110 m, hinterm Blatt rein, auf dem anderen Blatt raus. Man sieht ja, wie die gewirkt hat! Das Herz ist in maximal 3 cm große Teile zerfetzt worden - bumm um!

Waidmannsheil, Lukas, Dienstag, 1. Mai 2007 10:24

Einschuß

Auschußkrater

Verwüstung

kaputt

Ja Lukas,

Gratulation. Das ist der erste Maibock in diesem Jahr 2007. Man sieht wie die wirkte, nämlich wie die Bleierne Sippe. Also ich möchte meine Rehe nicht so behandeln. Man kann die zeitgemäß auch schonender zur Strecke bringen, auch mit Blattschüssen. Womit, muß ich ja wohl nicht mehr ausdrücklich erwähne, oder doch? Im übrigen soll man bei so einem Treffer die Zielwahl überdenken.

Waidmanns Heil, Lutz Möller,

Wirkungslos

Hallo Herr Möller ;-) ,

hier vielleicht ein Beitrag zum Thema Munitionswahl:

Ich wurde am letzten Samstag zu einer Nachsuche gerufen. Ein Freund sagte, er habe am Freitag abend gegen 20:30 Uhr einen ziemlichen „Bobby“ am Mais beschossen: Das Schwein fiel im Schuß um, drehte sich und verschwand wieder im Mais . Mein Freund schießt 7,62 mm TMS 9,7g Sellier & Bellot aus der .30-06.

LM: Dazu lies 7,62 mm Wundwirkung.

Geschossen hat er auf ~ 80 m. Ich kenne ihn als ausgezeichneten Schützen. Nach seinen Erzählungen vermutete ich einen Krellschuß. Ich untersuchte den Anschuß ½ Stunde lang, konnte aber außer ein paar Schnitthaaren, etwas Schweiß und ein wenig Feist nichts weiter finden. Also wagte ich mich, lebensmüde wie man nun mal ist, mit meinem HS in den Mais. Der Hund schien die Größe des Schweines zu ahnen und arbeitete sehr vorsichtig.

Lange Rede kurzer Sinn, das Schwein kam ~ 14 Std. nach dem es zum ersten Mal beschossen wurde zur Strecke, lebte also noch! Es wog aufgebrochen 68 kg.

Jetzt das Unglaubliche: Das Schwein hatte den Schuß eine Hand breit hinter der Blattschaufel, die Lunge wies einen Schußkanal auf und die Leber war, anscheinend durch einen Splitter, zerrissen worden. Ein Ausschuß war nicht zu finden. Eine Erklärung habe ich dafür nicht und wenn ich es nicht selber erlebt hätte, würde ich es auch keinem glauben.

Mit freundlichen Grüßen, Peter S., Dienstag, 4. September 2007 07:16

Nun Peter,

Ist dem Schützen beim Schuß etwas aufgefallen, ich meine zum Knall oder Rückstoß. Könnte sein, daß die Patrone nicht richtig geladen war, also zu schlapp?

Die Geschoßwirkung bei dem Treffer zu glauben fällt schon schwer. Offensichtlich konnte die Sau auf einer Lunge weiteratmen und die Leberverletzung war nicht so schlimm. Das ist ein schlimmes Beispiel für ungenügende Geschoßwirkung. Wie anders wirkte doch der schlechtere Schuß der 6,5x65 KJG Munition kommt auf ein ähnlich großen Überläufer. Lesen Sie hier.

Waidmannsheil, Lutz Möller,

Hallo Herr Möller,

eine Fehlladung fiel mir als mögliche Begründung auch ein. Ich fragte ihn auch danach. Er konnte aber keine Antwort darauf geben. Ich habe seit diesem Vorfall eine billige Kamera im Auto, damit auch fotografische Belege gefertigt werden können. Allerdings kann ich damit nicht beweisen, wie lange das Schwein noch gelebt hat. Wie gesagt, wäre ich nicht dabei gewesen, hätte ich es auch nicht geglaubt.

Waidmannsheil, Peter, 5. September 2007

Schlecht & Billig

Guten Tag Herr Moeller,

zu diesem Vorfall (wirkungslose 9,7g S&B TM) kann ich einen ähnlichen hinzufügen, der mich zu dem Schluß brachte, das die S&B („Schlecht & Billig“) schlichtweg zu schlaff und zu weich sind.

LM: Dagegen sind keine Einwände zu erheben. Ich sehe das genauso!

Ich beschoß unlängst einen 4-jährigen (aufgebrochen) 90 kg Keiler im letzten Vollmond. (Bilder anbei).

Das Geschoß war S&B SPCE (TM mit Scharfrand, siehe Bild) in .30-06, 9,7 Gramm.

.30-06 Springfield Sellier &Bellot SPCE 9,7 g SPCE

Ih traf breit auf rechts 70 Meter Tiefblatt den Oberarmknochen oberhalb des Gelenkes. Das Geschoß (Splitter, Bleimus) wurde um fast 90 Grad nach hinten abgelenkt. In diesem Fall war es Glück, denn das Herz wurde abgerissen, ein Lungenflügel zerstört und die Leber zur Hälfte zerrissen.

Verständlicher Weise gab es keinen Schweiß auf der 90 m Fluchtfährte, denn der Schweiß war in der Kammer vollkommen eingeschlossen. Selbst die gegenüber liegende linke innere Kammerseite wies nicht die geringsten Verletzungen auf. Aus Zeitmangel habe ich die Geschoßreste nicht länger suchen und folglich auch nicht bergen können.

Aber selbst ein 15 kg Frischling auf 60m breit auf Links beschossen (Bild anbei) ist nicht im Knall verendet.

♀ Frischling, .30-06 Springfield Sellier &Bellot SPCE 9,7 g SPCE Einschuß

♀ Frischling, .30-06 Springfield Sellier &Bellot SPCE 9,7 g SPCE Ausschuß

Zwar geht ein Herztreffer zu 90% „in die Beine“, sprich löste den Fluchtreflex aus, aber bei einem so kleinen Tier, wie einem 15 kg Frischling hätte ich schon mehr Wirkung erwartet.

♀ Frischling, .30-06 Springfield Sellier &Bellot SPCE 9,7 g SPCE Aufbruch

Auf dem Foto mit dem Aufbruch des Frischlings ist deutlich das nicht mehr vorhandene Herz zu „erkennen“.

Die einzige Augenblickswirkung konnte ich bei bis dato 3 Jungfüchsen feststellen, die alle am Platz fielen.

Waidmannsgeheul, CP, Mittwoch, 5. September 2007 09:46
PS: Bei Veröffentlichung bitte nur Kürzel.

Teilmantel taugt nichts

Sehr geehrter Herr Möller,

mit Anteilnahme verfolge ich seit Jahren Ihre Seite. Wir hatten auch schon einmal Verbindung bzgl. Schwedenmauser und Jagd auf Sauen. Ich jage sehr viel mit einem Repetierer und einer BBF für die .30-06 Patrone.

Leider hatte ich auf Rehwild in der letzten Zeit eher Mißerfolge mit meinen bisher geführten Patronen. Die verwendeten Teilmantelgeschosse fabrizierten reichlich Gulasch. Zudem sprangen rund 50% der beschossenen Rehe trotz tödlicher Treffer flüchtig ab. So ist mir ein toller Bock verloren gegangen. Insgesamt suchte ich mit drei Jagdfreunden mit insgesamt vier teils sehr guten Hunden nachgesucht. Der Bock blieb im dichten Mais verschollen. Ich erhoffe mir von Ihren Solids bessere Augenblickswirkung und weniger Hämatome.

Viele Grüße, Jürgen E., Donnerstag, 27. September 2007 20:52

Tag Herr E.,

beachten Sie eine angemessen Zielwahl, treffen Sie entsprechend und mein Lutz Möller Geschoß wird das Seine tun - angenehm zu schießen, genau im Ziel und sicher in der Wirkung, auch bei schlechteren als besten Treffern.

Waidmannsheil, Lutz Möller

Unbelehrbar, unverbesserlich

Hallo Herr Möller!

Ich war schon fast am Zweifeln, ob alles was ich je über Jagdgeschosse gehört und auch selbst erlebt habe jenseits der Realität liegt. Gott sei Dank haben mir die Bilder des "Eifeljägers" gezeigt, daß ich doch nicht alles falsch gemacht habe. Ich muß mich sehr über Ihre fachlichen Ausdrücke wundern. Selten hat ein einzelner Mensch soviel Fachwissen. Nicht minder wundere ich mich über Ihre Aussage zu Kemira-Pulver. Ich verwende es seit es in Deutschland auf dem Markt ist. Zu seiner Einführungszeit wegen dem mehr als günstigen Preis, heute weil ich von seiner Leistung überzeugt bin. Ich verwende es in 5 Jagdpatronen die dem Mittelbereich zuzurechnen sind. Anfangs hatte ich auch mit Hämatomen meine Schwierigkeiten. Mittlerweilen lernte ich einen der Chefballistiker der Schweizer Armee kennen. Seitdem sehen für mich die Gründe der Geschoßwirkung ganz anders aus. Das Bild des Eifeljägers ist ein Musterbeispiel dafür. Gegen die Verwendung von Vollgeschossen sprechen aus meiner Erfahrung 2 Gründe:

Der erste ist der, daß solche Geschosse auf fast allen Schießständen in meiner Region, die Geschoßfanganlagen aus Stahllamellen oder Stahlplatten besitzen, nicht mehr geschossen werden dürfen. Die Abprallgefahr oder auch die Abpraller von Geschoßteilen ist für die Schützen zu gefährlich. Ähnliche Situatuonen kann ich mir auch im praktischen Jagdbetrieb vorstellen.

Zweitens war ich schön öfters beim Einschießen eines Bockdrillings mit Naturalis dabei. Nach ungefähr, insgesamt 40 Schüssen, hat der Besitzer dieser Waffe wegen mangelnder Präzision aufgegeben. Mittlerweilen schießt er wieder seine problemlosen Norma Patronen.

Noch einen dritten Punkt möchte ich gerne ansprechen. Ihre Beiträge zur Hornet-Patrone. Ich glaube daß jede Diskussion zu Ihren Artikeln absolut überflüssig ist. Sowas habe ich noch nie von seriösen Jägern gehört. Auch ich besitze einen Repetierer in diesem Kaliber. Auch nur ein Geschoßwechsel von RWS zu Sierra, Speer, S&B, Norma und was weiß ich noch, und schon funktioniert es nicht mehr. Komischerweise geht's den anderen Jägern in unserer Kreisgruppe genauso.

Leid tun mir nur die Jäger, die sich wegen den bleihaltigen Geschossen so vergackeiern lassen. Bedenken Sie bitte, daß der größte Teil der Münchner Wasserleitung in Bleirohren liegt. Außerdem bitte ich alle Bleigegner zu bedenken, daß wir 2 Weltkriege hinter uns haben. Ich weiß nicht wie viele Milliarden Geschosse mit Bleianteil in unserer Erde stecken. Und wir leben immer noch.

Mit freundlichen Grüßen, Hans Germann, Montag, 1. Dezember 2008 18:23

Bleistaub

Bleistaub-vor-Holzscheiten.jpg

Auf dem Holzscheit ist Bleistaub zu sehen, der nach Durchschlag von 2 je 1 mm starken Blechen entstanden ist - so wird sicher auch der Wildkörper und der Aufbruch verunreinigt. Geschoß: Federal Power Shock 3,6 Gramm aus .223" Rem.; geborgen wurden noch 1,8 Gramm = 50%, d.h. 50% Bleistaub. Eindringtiefe des Bleikerns 4,3 cm, der Geschoßmantel ist gerade so noch in das Holz eingedrungen.

Grüße und ein schönes neues Jahr wünscht, Andreas, Dienstag, 30. Dezember 2008 16:32

P. K. Wild wird öfters auch mal zwischen 30 – 50 m beschossen. Wie sind da Ihre Erfahrungen mit Wirkung und Wildpretzerstörung besonders bei kleinerem Wild (Reh, Frischling?) 16. Februar 2009

LM: Beim meinem Geschoß gut, aber bei Blei schlecht. Während das der Aufprall dem dafür zu weichen RWS DK ähnlich dem RWS KS oberhalb von 550 m/s Zielgeschwindigkeit Blei wegfetzt, siehe Bleierne Sippe. Jede Geschwindigkeit, die Blei im Ziel oberhalb 550 m/s überschießt, zerstört das Blei in feine Splitterschauer, mehrere hundert (giftige) Bleikrümel (mit großer Oberfläche) sind die Regel. Also wenn ihr ummanteltes Bleigeschoß z. B. mit 820 m/s das Ziel trifft und eindringt, reißt der Staudruck so lange Blei vom Leib, bis der das nicht mehr kann. Da ist bei ~ 550 m/s der Fall, siehe Geschoßbilder und lies Zielwirkung. Deshalb wirken Bleigeschosse je nach Geschwindigkeit, oder Entfernung, die ja die Geschwindigkeit deutlich beeinflußt (je weiter, desto langsamer fliegt das Geschoß), so unterschiedlich, zerstören in der Nähe übermäßig an der Oberfläche, aber wirken in der Ferne kaum. Binnen 300 m aus mittleren Patronen splittern meine Flitzer immer bestimmt und gleich. Das ist wesentlich! Das unterscheidet das Lutz Möller Geschosse von allen anderen bekannten Jagdgeschossen, besonders denen aus Blei, die das nie leisten können. Siehe vergleichende Messungen von dritter Seite (DEVA) auf 50, 100 und 200 m (leider nicht 300 m) weiter in Wettbewerb!

Bleitoxikologie

Blei, ein zu der Kohlenstoffgruppe gehörendes zwei- und vierwertiges blaugraues unedles Metall, wird bei der Herstellung von Batterien, bleihaltigen Farben, Rostschutzmitteln, Adstringentien, Desinfizientia und Antiklopfmitteln bei Treibstoffen verwendet. Blei ist ein toxisches Spurenelement. Aus Industrie und Kraftwerken gelangt es über die Umwelt in Lebensmittel. Besonders hoher Gehalt in pflanzlichen Lebensmitteln (Blattgemüsen, Pilzen), sowie in der Leber, den Nieren, Innereien, Würsten und Fisch.

Bei Aufnahme über den Verdauungstrakt, die Atemwege, die Haut und Schleimhäute sind Blei und seine Derivate akut giftig. Auch eine Langzeitinkorporation geringer Mengen ist toxisch. Blei hemmt in den Erythrozyten die d-Aminolävulinsäure-Dehydratase und die Koproporphyrin-Decarboxylase mit der Folge einer erhöhten Ausscheidung von d-Aminolävulinsäure (siehe Infobox Porphyrie).

Eine akute Bleivergiftung ist selten, geht mit Gastroenterocolitis, Koliken (glatte Muskulatur), Hämolyse (Erythrozyten), Leberzellnekrosen, Atemstörungen und Lähmungen (motorisches Nervensystem) einher.

Chronische Bleivergiftungen beginnen mit allgemeinen Symptomen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Reizbarkeit, Appetitlosigkeit. Hypochrome Anämie (basophile Tüpfelung), Bleikoliken, Gefäßkontraktionen in Hirn und Haut (glatte Muskulatur), Blässe, Enzephalopathia saturnina. Schädigung motorischer Neurone. Bleisaum der Zähne durch unlösliches Bleisulfid. Es kann zu Anämien, Nierenschädigung mit Hauptstücknekrosen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel und Reizbarkeit, bei chronischer Intoxikation (Plumbismus) zur Enzephalopathie, Gefäßkontraktionen, Polyneuropathie, Paresen, hypochromer sideroachrestischer Anämie und Nephropathie kommen.

Blei reichert sich als Summationsgift im Organismus an und wirkt embryotoxisch. In der Bundesrepublik Deutschland werden zur Zeit durchschnittlich 200 - 300 mg Blei pro Tag oral mit der Nahrung aufgenommen, von denen 10% resorbiert werden (der von der WHO vorgeschlagene Grenzwert beträgt ~ 430 mg/Tag oral). Dazu kommen täglich 6 - 12 mg über die Atemwege resorbiertes Blei. Das resorbierte Blei wird zu 90% in den Knochen abgelagert. Die biologische Halbwertszeit bezogen auf Knochengewebe beträgt ~ 10 Jahre.

Quelle Labor Selig et al.

Indikationen: Überwachung bleiexponierter Personen in Industrie, Handwerk und Verkehr (Batterie-Herstellung, Malerbetriebe, Raffinerien, Keramikherstellung, Verkehrspolizei). Verdacht auf Bleiintoxikationen (z.B. bei Sportschützen).

Zerbleit

Hallo Herr Möller,

vielleicht kennen Sie mich noch, Tierpräparator Christian Jochner. Ich hatte ihnen schon mal einige Bilder von kaputten Birkhahnen gesandt. Hier habe ich wieder einige für Sie.

Zerbleiter Birkhahn

Blei TMS zerschossener Kopf. Was für eine Vorlage für ein Tierpräparator!

1 x Birkhahn mit .222" Rem Teilmantel spitz von vorn geschossen mit 1x Birkhahn mit Tausendguldenschuß. Auf 150 Meter wollte man den Kopf treffen. Das schafft man in hundert Jahren nicht!

Blei TMS zerschossener Murmel. Was für eine Vorlage für ein Tierpräparator!

Blei TMS zerschossener Murmel. Was der Tierpräparator mit dem Loch anstellen!

1 x Murmel mit faustgroßem Ausschuß .222" Rem Teilmantel

Bock 1

Bock 2

Bock 3

Bock 4

Bock 5

Bock 6

Bock 7

Bock 8

Bock 9

Bock 10

Bock 11

1 x Rehbock sehr seltsam. 7x65 R Kegelspitz RWS. Treffer am Vorderlauf, Kniegelenk. Splitter oder Geschoßrest ging durch den Unterkiefer und durchschlug dann die Schädeldeck. Falls Sie möchten, dürfen Sie die Bilder gern auf Ihrer Seite zeigen.

Mit Weidmannsheil, Tierpräparator Christian Jochner, Dienstag, 31. März 2009 18:30

Chronisches Gift

Hallo Hr. Möller!

Wir haben schon lange nichts mehr voneinander gehört, aber bin immer nah an Ihnen dran, lese immer Ihre Neuigkeiten, oder labe mich an Ihrem unendlichen Repertoire. Was Ihre Geschosse angeht, „Ästhetik, -Aerodynamik oder Wirkung im Wildkörper,“ gibt es wohl nichts vergleichbares auf dem Markt. Wenn man ein klein wenig Gefühl für Feinheiten und Details hat sind sie einfach hervorragend. Und obendrein das Wohlgefühl in ein Stück Wildfleisch zu beißen, das nicht mit Blei durchsiebt wurde, spricht eigentlich für sich, „einfach ein Genuß“. Wenn ich nun über Jahre Blei oder zeitgemäß erörtere, muß man sich schon, über die Sorglosigkeit und Gleichgültigkeit was Wissen „vor allem unter Jägern“ angeht, wundern.

Kleiner Auszug über Blei.

„Blei besitzt eine kumulative Wirkung und wirkt bei Aufnahme durch Nahrung und Atemluft schon in geringen Spuren als chronisches Gift. Es reichert sich in Knochen,-Zähnen und Gehirn an und beeinträchtigt die Funktionsfähigkeit des Nervensystems. Besonders Kinder sind gefährdet, sie zeigen oft Intelligenz Lern und Konzentrationsstörungen. Auch die Immunabwehr kommt bei Bleivergiftungen zu Schaden, daraus erfolgt eine erhöhte Infektanfälligkeit.“ Dr. Reinwald + Partner

Wenn man z.B. legaler Waffenbesitz, Bleivergiftung bei Seeadlern oder auch Abprallergerücht Ihrem Geschoß gegenüberstellt, ist das schwer nachzuvollziehen. Es ist nun mal kein Politikum, wenn Leute erkranken aber keiner weiß warum, da der Nachweis wohl sehr schwierig ist, oder manche schon gestorben sind. Ganz zu schweigen vom wirtschaftlichen Schaden der Krankenkassen.

Nun Hr. Möller, Sie sollten, was den Verzehr von gesundem Wildfleisch ausmacht, mehr Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Ich unterrichte meine Köche über das was sie da verarbeiten, und Ihren Gästen anbieten. Irgendwann fruchtet das auch, und Sie werden mehr Möller Jagdgeschosse fertigen können als bisher. Wenn Sie es dann noch selbst in die Hände nehmen, funktioniert das.

LM: DAS werde werde ich nun ganz gewiß!

„Denn Ihre Ware ist sehr gut.“ Sie kennen ja unsre geschäftstüchtigen Nachbarn. Als kleinen Spaß:

„Ja, wir machen Löcherli in die Verhüterli, damit der Umsatz für die Schnüllerli steigt.“

Mit freundlichen Grüßen, Waidmannsheil, S, Müller, August 2010

Norma 7,5x55 Sierra Match King HPBT für die Scheibe

Sehr geehrter Herr Möller,

haben Sie Jagderfahrung mit dieser Munition Norma 7,5x55 Sierra Match King HPBT 168 gr auf Rehe, Gams, Rotwild oder Schwarzwild gemacht? Wundballistik. Haben Sie die ballistischen Daten zu dieser Munition? Vo 100 m, 200 m, 300 m Joule 100 m, 200 m 300 m Flugbahn ? Besten Dank.

Mit freundlichen Grüßen, G. J. / Schweiz, Montag, 30. Mai 2011 14:18,
P.S. : Falls Sie meine Frage auf Ihrer Page verwenden, bitte ich Sie nur meine Initialen zu veröffentlichen. Besten Dank!

Tag Herr G. J.,

die Bezeichnung "Match King" =  „Wettkampfkönig“ soll anzeigen, hier handelt es sich um ein Wettkampfgeschoß. Die sind auf Kosten andere Eigenschaften für gute Flugeigenschaften gbaut. Das können die wohl, aber  sonst nichts. Das natürliche Ziel des Wettkampfgeschosses ist die Zielscheibe aus Pappe. Schießen Sie damit N I C H T auf Wild. Derlei Geschosse aus Blei mit Hohlspitze verfügen über einen sehr dünnen Mantel. Das Blei hät den Zielwiderständen nicht stand, es zerspritzt in „tausend Stücke“, genauer mehrer hundert Krümel, wie oben auf dem Röntgenbild zu erkennen. Die platte flache Restlinse des Geschosses besitz für Hochwild keine hinreichende Tiefenwirkung, dringt nicht weit genug ein um ein Stück Hochwild aus üblichen jagdlichen Winkeln sicher töten zu können, statt es nur oberflächlich zu verletzen, daß es füchtig elendiglich zu Grunde ginge und verludere. Damit will ich nicht verhehlen, daß Sie damit ein breit stehende Reh töten könnten, aber womit ginge da so nicht? Das breit Reh ist micht der Maßstab für Hirsch oder Sau.

Ich gebe Ihnen dazu keine weiteren Daten, um Sie nicht in die unwaidmännische Irre zu leiten.

Waidmannsheil, Lutz Möller

Lies auch http://files.dnr.state.mn.us/fish_wildlife/lead/index.php oder höre Blei im Radio!