Lutz Möller Geschosse =

Schulterstabilisierung im Weichziel

Staupunktströmung | Stoß | Kräfte | Voraussetzungen | Rundkopfgeschoß | Spitzgeschoß | Impala schlägt quer | Lutz Möller Geschoß Strömungsbilder | 0 und 10° gekippte Strömungsvektoren | 0° Strömungen | 10° Strömungen | 1. Beispiel Nils Stier 2008 | 2. Beispiel Sau 2008 | 3. Beispiel Warzenkeiler 2005 | 4. Beispiel Büffel 2008 | 5. Beispiel Gnu 2007 | 6. Beispiel Bock 2013 | Würdigung | Angriff! | Blödsinn | Was für den einen Blödsinn ist für den anderen alltäglich. | Der Fingernagel auf 100 m ist das Ziel | Kugelriß | MJG vollendet die Schulterstabilisierung | Gesammelter Blödsinn

Staupunktströmung

Satupunktströmung

Strömung auf eine Eben Platte (Prandtl ~ 1920) mit Staupunkt in der Mitte

Stoß

Nachdem ein Geschoß in Fleisch eingedrungen ist, stößt es das vor und beiseite. Da Geschoß das Fleisch vom Geschoß beschleunigt zu Seite wegstößt, benetzt das Ziel das Geschoß nur vorn. Bei einer mäßig schnellen Rundkugel benetzt das Fleisch z. B. die Vorderseite nur etwa bis 57°. Das Geschoß berührt nicht, wie man irrig annehmen könnte, das Fleisch bis ganz nach hinten. Der Schaft, oder die Seite bleibt frei. Das Geschoß fliegt also in einer Wasserdampfblase.

Von der ursprünglichen Gestalt unabhängig, bildet sich in weichem Ziel bei nicht zu harten und festen, hinreichend schnellen Geschossen immer eine linsenartige Geschoßvorderseite aus. Auch hier entsteht der höchste Staudruck in der Mitte, fällt von dort nach außen ab.

Taumelt das gestörte Geschoß nun ein wenig aus der Längsrichtung, kippt ein wenig, wandert der Staupunkt höchster Bremskraft entsprechend aus der Mitte zur Schulter aus. Die nun außerhalb der Schulter angreifende Kraft stellt durch ihr Drehmoment um den Masseschwerpunkt das Geschoß wieder gerade, bis der Staupunkt wieder mittig ist, die Kraft wieder in der Mitte angreift. So entsteht am Geschoß im Ziel wieder ein stabiles Kräftegleichgewicht. Dieses stabile Kräftegleichgewicht heißt Schulterstabiliserung.

Ein vorn linsenförmige Büchsengeschoß fliegt gerade durch das Fleisch, der Staudruck greift weiter, nur vorn bis zur Ablösegrenze, an. Oberhalb 550 m/s reißt der Staudruck Blei als kleinkrümeligen Bleistaub ab und weg. Die Staukräfte zerstäuben Bleigeschosse so lange, wie die Staudruckkräfte die geringen, aber vorhandene Scherkräfte im Blei übersteigen, nämlich oberhalb 550 m/s in Fleisch, Blut, Wasser u. ä. Wenn des Geschosses kinetische Bewegungsenergie im Ziel vollständig aufgezehrt ist, bleibt das Geschoß stehen.

Oben betrachteten wir die Strömung auf eine ebene Platte. Kaum verwunderlich, fließt die aufprallende Strömung dort längs der Platte ab. Geschosse sind aber keine unendlich ausgedehnte Platten, sondern endliche Rundkörper, im einfachsten Fall ein in Achsenrichtung fliegender Zylinder. Wie fließt nur hier die Strömung?

Zylinderstau

Im nebenstehenden Bild fließt die Strömung von oben nach unten auf den Zylinder zu, der in der Mitte aufgeschnitten ist. Am oberen Bildrand verdeutlichen die parallelen Strömungsfäden die ungestörte, frei Strömung. Die strichpunktierte Symmetrieachse schneidet den Staupunkt. Nur genau dort bremst di von oben eintreffende Strömung auf Null ab. Etwas radial außerhalb fließt die Strömung bereits vom Staupunkt nach außen ab. Die Stromfäden verlaufen in dem Eck um den Staupunkt hyperbelförmig. Ein Hyperbelschenkel ist die Symmetrieachse. Der andere Hyperbelschenkel ist die dazu rechtwinkelige Zylinderoberfläche. Das Fleisch spritzt also zur Seite weg.

Den weißen Bereich im Bild füllt nur Wasserdampf. Weit außen fließt die Strömung ungestört. Beide Strömungen, die ganz nahe und die ganz ferne, bilden also eine rechten Winkel. Bei kleinen Geschwindigkeiten unter 150 m/s liegt die Strömung noch am Schaft an. Sofern das Geschoß immer immer schneller wird, der Staudruck mit v² schnell zu Höhen Werten ansteigt, kann die beiseite gestoßene Strömung irgendwann dem Knick nicht mehr folgen und löst sich ab. Das ist der Fall, wenn der Dampfdruck der Flüssigkeit gleich dem Druck der Strömung hinter der Kante wird.

Man kann herleiten (siehe Duncan McPherson, Bullet Penetration), daß sich beide Strömungen im Nahfeld zu einem Abgangswinkel d = 35,26° überlagern, wenn es sich um eine Kugel handelt, die im Bild leicht angedeutet ist. Die genaue Buggestalt bestimmt zwar im Kleinen den Widerstandbeiwert Cd, ist aber für Strömung im Großen unerheblich. Ob ein stumpfer Zylinder, eine Kugelkalotte mit 90° - 35,26° = 54,74° Halböffnungswinkel oder ein Kegel mit d = 35,26° Halböffnungswinkeln betrachtet wird ist gleich. In jedem Fall spritzet über 150 m/s das Fleisch schräg weg. Schaft und Heck bleiben unbenetzt. Auf sie drückt nur der Wasserdampfdruck des Fleisches, der überall gleich ist. Daraus ergeben sich also keine weiteren nennenswerte Kräfte.

Welche Kräfte wirken?

Die Staukraft greift am platten Bug an. Die gesamte gerichtete Kraft (ein Vektor) über die ganze Fläche, läßt sich in einem Punkte angreifend vorstellen. Beim axial symmetrisch angeströmten Zylinder greift die Kraft im Staupunkt an. Die Staukraft drückt axial längs der Symmetrieachse.

Der durch den Stau gebremste Schwung des Geschosses (physikalisch Impuls) erzeugt Massenträgheitskräfte zu

FMasse = m • a

Das zusammenhängende, feste Geschoß wird überall gleich verzögert. Die Masse läßt sich im Schwerpunkt vereint vorstellen. Die Bremskraft greift also im Schwerpunkt an. Sie schiebt nach vorn in Flugrichtung. Der Masseschwerpunkt liegt auf der Symmetrieachse. Die Kraft greift längs der Flugrichtung, die mit der Symmetrieachse zusammenfällt an. Stau- und Bremskraft sind entgegengesetzt gleich. Ihre Angriffspunkte liegen eine halbe Zylinderlänge auseinander. Da der Masseschub hinter dem Staupunkt liebt, befindet sich das Geschoß im labilen Kräftegleichgewicht. Was geschieht nun, wenn das Geschoß das Ziel in einem kleinen Winkel trifft, oder wegen vorhandener Zielungleichmäßigkeiten ein wenig von der beschriebenen Gleichgewichtslage abkippt. Wir erinnern uns. Geschosse verlassen den Lauf oft 1 bis 3° gekippt.

Im linken Bild fliegt derselbe Zylinder um 5° nach links gekippt in dieselbe Richtung wie oben. Was ändert sich dadurch? Die rechte Schulter schiebt sich vor. Was bedeutet das? Nun, die anströmende Flüssigkeit fließt leichter zur abgekippten Seit, nach links, ab. Der Staudruck nimmt weiter vorn, also rechts zu. Zusammengenommen wandert der Staupunkt nach rechts; der Staukraftangriffspunkt auch. Damit ergibt sich für die Kraftvektoren folgendes Bild. Statt wie bisher im ungekippten, symmetrischen Fall greifen nun die beiden Kräfte Stau und Verzögerung nicht mehr in einer Achse an. Sie sind immer noch gleich groß. Wenn die Staukraft weiter außerhalb der Mitte als Bremskraft angreift, dann dreht die Staukraft dem Geschoß die voreilende rechte Schulter wieder zurück in die ausgeglichene Lage wie zuvor. Der ganze Vorgang wird Schulterstabilisierung genannt. Hier liegt ein stabiles Kräftegleichgewicht vor!

Dieses Kräftegleichgewicht ist von der Drallstabilisierung völlig unabhängig, denn die wirkenden Kräfte überschreiten die nach wie vor vorhandenen Kreiselkräfte mehrhundertfach.

Im vorgenannten Fall duldet das Geschoß in der Strömung also kleine Störungen. Aus der Mittenlage gelenkt pendelt es dann durch strömungsbedingten Unterschied zwischen dem höheren Druck an der voreilenden Schulter gegen den niederen Druck an der nacheilenden Schulter wieder in seine mittige Ausgangslage zurück.

Schulterstabilisierung bedingt zwei Voraussetzungen.

Einerseits muß das obige Bild der vom Schaft abgelösten Strömung zutreffen. Das trifft bei Geschwindigkeiten oberhalb 150 m/s in Fleisch immer zu. Unterhalb 150 m/s fliegt sowieso kein Geschoß noch weit durch eine weichen Festkörper, geschweige denn durch Knochen. Wir können uns für die gewünschte Zielwirkung also gern auf über 150 m/s beschränken, ohne für die Schußwirksamkeit wesentliche weglassen. Die Bedingung war also einfach zu erfüllen.

Die zweite Bedingung für die Schulterstabilisierung ist schwieriger zu beschreiben und zu verstehen, weil sie großer Einfühlung in die Strömungsphysik verlangt. Sofern der Bug nicht platt, oder annähend platt ist, verteilen sich die Staudrücke anders als in den obigen Bildern und greifen mit längeren Hebelarmen an.

Rundkopfgeschoß

Was ändert sich nun von Flachköpfigen zu dünneren und schlankeren Gestalten, also vom Rundkopf (VMR) bis zum Spitzgeschoß, z. b. dem Impala ?

32 g Hornady Vollmantelrundkof aus .460" Weatherby in Büffel geschossen drehte sich, schleuderte dabei Blei heraus, verlies den geraden Weg und wog nur noch 17g oder 53%. Ich schoß das VM auf 8-10 m als Sicherheitsschuß auf den zweiten auf der rechten Seite liegenden Büffel. Das Geschoß drang durchs Herz, schon im Nacken deutete die Wundhöhle auf ein Taumeln des Rundkopfgeschosses hin, das letztendlich unter dem Helm steckte. Safarischorsch, 13.November 2004

Festes Rundkopfgeschoß ohne Schulter kippt und dreht sich. Ohne Schulter entsteht kein rückdrehendes Moment. Solche Geschosse taumeln im Ziele

WWie weit darf sich nun die Rundung über dem Zylinder hervorwölben, um die Schulterstabilisierung gerade noch nicht zu gefährden?

Kalotte

Sofern bei dem immer gleichen Zylinder an dem Bug eine Kalotte aufgesetzt wird, deren Durchmesser gerade von Schulter zu Schulter reicht, fallen Schwerpunkt und Kalottenmittelpunkt zusammen. Wenn sich also das Geschoß ein wenig dreht, ändert sich die angeströmte Fläche gar nicht. Die Drehung erfolgt ja um den Schwerpunkt. Der wiederum ist ebenfalls Kalottenmittelpunkt. Eine gedrehte Kugel(kalotte) bietet in gewissen Grenzen, die hier durch die 35,26° Strömungsablösungswinkel gegeben sind, der Strömung immer die selbe Staufläche im selben Stromwinkel dar. Das ergibt sich aus allein der Symmetrie. /p>

MMerke: Die Schulter-zu-Schulter-Durchmesser-Kalotte stellt auf einem Zylinder den Grenzfall für erlaubte Wölbung dar, der unterschritten werden muß, um noch Schulterstabilisierung zu gewährleisten.

Rundkopfgeschoße sind eine Sonderform der Ellipsengestalt bei der die Halbachsen gerade gleich sind. Wie wären die bezüglich etwaiger Schulterstabilisierung zu bewerten. Ein Bild zeigt das. Darin ist die sich vom Rundkopf bei 54,74° Winkel zur Zylinderstirn ablösende und mit 35,26° zur Achse wegströmende Zielflüssigkeit mit zwei Trennlinie zur Gasblase gekennzeichnet.

Um den Rundkopf mit der vorigen Kalotte, deren Wölbung nicht überschritten werden darf, zu vergleichen, ist die gewisse Kalotte als dünner Bogen innerhalb des Rundkopfes eingezeichnet. Der Rundkopf wölbt sich um ein mehrfaches vor. Daraus folgt ohne weiter Rechnung klar, daß Rundkopfgeschoße nie schulterstabil fliegen können. Ganz im Gegenteil fliegen sie im labilen Gleichgewicht, aus dem sich Störungen verstärken und das Geschoß somit kippen lassen, bis es ganz querschlägt. erst dann findet sich wieder ein stabiles Gleichgewicht; leider mit deutlich verminderter Flächelast und folglich vollkommen unzureichender Eindringtiefe.

Wann Rundkopfgeschoße querschlagen hängt ganz wesentlich von den Anfangsbedingungen ab, insbesondere dem Anstellwinkeln. Ballistische Programme, die alle Freiheitsgerade um alle Achsen berechnen gibt es. Um Sie nutzen zu können müssen nicht nur die leicht ermittelbaren Trägheitsmomente um alle Achsen bekant sein, sondern auch die Strömungswiderstände bei schräger Anströmung und deren Ableitungen nach den Winkeln. Die beiden Werte lassen sich nur schwer errechnen, bedürfen immer der meßtechnischen Überprüfung und erschweren das Problem zu lösen sehr.

DDer Aufwand ist entbehrlich, da ja kein Großwildjäger mit Rundkopfgeschoßen schießen muß, sondern Flachkopfgeschosse nehmen kann, die schulterstabil fliegen. Mehr muß er nicht tun, um größte Eindringtiefe in Fleisch und Knochen zu erhalten.

Afrikaner

Rundkopfgeschosse haben keine Schulter . . .

kaputte Rundnasen - Schrott

. . . also drehen sie sich im Ziel und quitschen den Bleikern hinaus!/p>

Spitzgeschoß

Größer Änderungen ergeben sich mit schlankeren Spitzen aus der Strömungsmechanik.

8 mm S Tombakmantelspitzgeschoß

8 mm Tombakmantelspitzgeschoßrest aus Springbock (mitten drauf). Das ohne Schulter im Ziel unstabilisierte Geschoß drehte sich, platte auf, zerspritzte sein Blei fast vollstämdig und zerriß

Wir wissen von militärischen Spitzgeschossen mit mehrere Kaliber langen Spitzen, daß die keinesfalls mehr schulterstabilisiert fliegen, sondern deren Tragflügelartige gestalt genügend auftreibt, um die Geschosse nach 10 bis 15 cm, je nach Anstellwinkel, flugs zu drehen und dann aus der geraden Bahn zu schmeißen; ein Verhalten, daß z. B. der Elefantenjäger nicht hinnehmen kann, weil er auf geradem Wege in der Tiefe des bis zu 90 cm langen Schädels das Hirn treffen muß, um zu überleben. Den muß er zwar nicht ganz durchschießen, aber von vorn doch halb.

Impala schlägt quer

Ein Bespiel für ein nicht sinvolles Jagdgeschoß ist das Impala. Sie folgend Impala auf Gelatine:



Gelatineblock aus Blumenkasten, etwa 80 cm lang vor Weinkarton. Vorn ist eine Pappe eingegossen.

Gelatineblock in 100 m vom 8 mm Impala aus der 8x68S getroffen. Das Impala verließ den Gelatineblock nach etwa 35 cm nach unten und durchschlug das Brett, auf dem der Block lag. Das Geschoß wich also seine angetragene Flugbahn nach unten ab. Das kann der Jäger nicht gebrauchen!



Impala

Der zweite Schuß auf den inzwischen verkürzten Gelatineblock brachte dieses denkwürdige Bild hervor. Nun weit oberhalb des Blockes schlug das Impala quer durch den Weinkarton, hinterlies einen deutlichen Riß. Wie von der Vollkegelspitze nicht anders zu erwarten, kann das Impala nicht schulterstabil durch Wild oder Gelatine dringen, sondern verläßt sein gezielte Flugbahn unvorhergesehen. Damit wird der Schuß auf Wild zum Glücksspiel. Wer weiß den vorher, wo das Ding im Ziel hinfliegt, oder heraus, wie in diesen beiden Fällen?

Neben einem erbosten Leserbrief des Vertreibers des Impalageschosse in Europa über den negativen Testbericht des I-Geschosses von Herrn Klups findet sich ein Leserbrief eines erbosten Impalanutzers, einem Herrn Lorenz Moranz aus München, den ich keinem vorenthalten möchte:

„Vollmundige Werbung

Wäre der Bericht von Norbert Klups über die Impala-Geschosse etwas früher erschienen, wäre mir viel Ärger und dem Wild manches Leiden erspart geblieben. Ich habe genau die gleichen Erfahrungen gemacht , wie Sie in Ihrem Test. Bei einem Stück Schwarzwild, das ich leicht schräg beschossen habe, war der Einschuß hinter dem Blatt und der Ausschuß an der Unterseite des Stückes kurz vor dem Schloß. Das war eine Riesensauerei beim Aufbrechen. Das Geschoß verhält sich im Wildkörper völlig unberechenbar. Drei Sauen haben wir gar nicht gefunden und bei vier Stücken Rot- und Schwarzwild gab es eine längere Flucht trotz gutem Treffersitz. Alles mit .30-06 beschossen. Ich bin da den vollmundigen Werbeversprechungen aufgesessen. Das passiert mir nicht wieder, werde jetzt abwarten, bis ein Testbericht in der DJZ erschienen ist, bevor ich wieder etwas Neues ausprobiere.“

Soweit Herr Moranz . . .

Safarischorsch, 23. Januar 2006 18:15

@all: ich habe mal Herrn Beat P. Kneubühl zum Impala und der auf der Impala-Seite gegebenen Erklärung befragt (wer ihn nicht kennt sollte mal Googeln oder Amazon befragen...). Hier seine Antwort:

. . . Ich habe mir das Impalageschoß angeschaut. Der (offensichtlich in Seife) geschossene Wundkanal entspricht durchaus jenem eines Vollmantelgeschosses. Die dazu gegebene Theorie ist völlig dem entgegengesetzt, was allgemein von einem Jagdgeschoß erwartet wird. Natürlich fällt das Tier, wenn mit diesem Geschoß das Rückgrat in Genicknähe getroffen wird oder der Blattschuß ganz genau sitzt. Bei einem nur leicht ungenaueren Schuß wird das Tier jedoch ziemlich leiden und der Jäger suchen müssen. Die Erklärungen betreffend den vom Scharfrand ausgehenden „Schockwellen” würde niemand abgeben, der einmal eine Hochgeschwindigkeitsaufnahme eines Geschoßdurchgangs durch Gelatine gesehen hat. Das Geschoß befindet sich nämlich mit dem größten Teil seiner Oberfläche in der temporären Höhle (siehe Abb. 5.1 im Buch „Wundballistik”). „Schockwellen” können dadurch gar nicht von den Kanten ausgehen. Das Geschoßverhalten entspricht völlig jenem eines Vollmantelgeschosses. Dies wird auch durch persönliche Erfahrungen bestätigt, die ich mit einem ähnlichen Geschoß selber geschossen habe.

Mit freundlichen Grüßen, Beat Kneubuehl

Jeder weitere Kommentar ist wohl überflüssig.

Oliver, waldkauz, Alter Hase, Mitglied # 2995, Bewertung:, erstellt 30. Juni 2004 08:02

Lutz Möller Geschoß im Weichziel

Dreher

untaugiches Messinggeschoß links taumelte und drehte sich ( SanDeindruck ist zu sehen),
Lutz Möller KJG rechts flog schulterstabil!

Geschoßreste aus ♣ Büffel Afrika 2008Büffel Australien 2008 ♣ seitlich

Australien+Afrika+Holz

Geschoßreste aus ♣ Büffel Afrika 2008Büffel Australien 2008 ♣ schräg

Australien+Afrika+Holz-von-oben

Geschoßreste aus ♣ Büffel Afrika 2008Büffel Australien 2008 ♣ von oben

Obige KJG-Reste, die ja bis zum Stillstand stabil geflogenen Geschossen entstammen, zeigen quer zur Flugrichtung geschnitten ellipsenartige Gestalt mit den beiden Halbachsen im Verhältnis 1 zu 2, ganz wie Prandtl vor 80 Jahren schon meinte. Ohne weitere Rechnung dürfen wir also als gegeben hinnehmen, daß ein Geschoß mit ellipsenartigem Bug der Halbachsen im Verhältnis 1 : 2 in Fleisch stabil fliegt.

Strömungsbilder

Hier folgen nun CFD-Strömungsbilder eines üblichen 9,3 mm KJG Restbolzens wie die aus ♣ Büffel Afrika 2008Büffel Australien 2008 in Schußrichtung und durch eine Störung 10° gekippt. Sofern der verwendete Brauser

JavaScript

kann, erkenntlich an bunter Laufschrift des Wortes JavaScript hierüber, wechseln die Bilder von gestuften Farben für die anzuzeigenden Werte in Linen gleicher Stufe (z. B. Isobare bei Druck). Beachte beim gekippten Geschoß die Verschiebung des Staupunktes, indem die größte Kraft angreift, von der Geschoßmitte zur vorgewölbten Schulter. Diese Verschiebung verursacht das ruckdrehende Moment um den Geschoßschwerpunkt. Sie begründet die Schulterstabilisierung der Lutz Möller Geschosse im Weichziel.

0 und 10° gekippte Strömungsvektoren

Strömungsvektoren eines nicht und 10° gekippten 9,3 mm KJG Restbolzen, wie aus ♣ Büffel Afrika 2008Büffel Australien 2008 ♣ Fahre mit der Maus über das Bild und siehe wie der Staupunkt am Lutz Möller KJG-Restbolzen von der Mitte zur vorgereckten Schulter auswandert. Beim gekippten Geschoß drückt der Strömungsstau außermittig auf die Fläche. Der Hebelarm vom Kraftangriffs-um den Masseschwerpunkt dreht den Restbolzen wieder in die Mittenlage zurück. Die Strömungskräfte bilden beim Lutz Möller KJG-Restbolzen ein belastbares stabiles Gleichgewicht, das Auslenkungen zurückstellt.

0° Strömungen

Hier zeige ich die Strömungen des ungestört in der Geschoßbahn mittig und fluchtend in ein Weichziel (Fleisch, Blut, Gescheide, Wasser, Gelatine, Seife o. ä.) eindringenden Lutz Möller KJG-Restbolzens, nachdem die Hohlspitze unter der schwarzen Kappe weggesplittert ist.

Druck-0-Grad

Strömungsdruck eines um 0° gekippten 9,3 mm KJG Restbolzen, wie aus ♣ Büffel Afrika 2008Büffel Australien 2008

Schnelle-0-Grad

Strömungsschnelle eines um 0° gekippten 9,3 mm KJG Restbolzen, wie aus ♣ Büffel Afrika 2008Büffel Australien 2008

Temperatur-0-Grad

Strömungstemperatur eines um 0° gekippten 9,3 mm KJG Restbolzen, wie aus ♣ Büffel Afrika 2008Büffel Australien 2008

10° Strömungen

Hier zeige ich die Strömungen des gestört in der Geschoßbahn mittig und gekippt in ein Weichziel (Fleisch, Blut, Gescheide, Wasser, Gelatine, Seife o. ä.) eindringenden Lutz Möller KJG-Restbolzens, nachdem die Hohlspitze unter der schwarzen Kappe weggesplittert ist.

Druck-10-Grad

Strömungsdruck eines um 10° gekippten 9,3 mm KJG Restbolzen, wie aus ♣ Büffel Afrika 2008Büffel Australien 2008

Schnelle-10-Grad

Strömungsschnelle eines um 10° gekippten 9,3 mm KJG Restbolzen, wie aus ♣ Büffel Afrika 2008Büffel Australien 2008

Temperatur-10-Grad

Strömungstemperatur eines um 10° gekippten 9,3 mm KJG Restbolzen, wie aus ♣ Büffel Afrika 2008Büffel Australien 2008

Schulterstabiliserungsbeispiele

1. Beispiel, Nils Stier 2008

Mit der Waffe als Maßstab ist der Stier hinten vielleicht 70 cm breit

Das 8,5 mm Lutz Möller Geschoß durchdrang den ganzen Rücken einschließlich der Wirbelsäule. Die Decke fing es.

Barry zeigt den Geschoßweg durch den Stier, wohl 50 cm Fleisch zuzüglich Knochen der Wirbelsäule

Näheres lies in Nils Stier 2008

2. Beispiel Lutz' Sau 2008

Im Gatter. Die Sauen sind zahm. Ein weiß noch nicht, daß Sie für ein Grillfeier bestellt ist. Zu Freunden ist man nicht böse. Also erledige ich die Sau kurz und schmerzlos.

Sau kuckt, Knarre ruckt

Sau liegt mit Kopfschuß

Da ist das Kopschuß-KJG

Kupferfund unter der Schwarte

Nach 1 m Sau

Das kann die 9,3x64 KJG Munition: Schnurgerade ein Schwein auf 1 m durcheilen ☻!

Näheres lies in Lutz' Afrikasau 2008.

3. Beispiel Lutz' Sau 2005

Damit nun kein falscher Eindruck entstehe, bringe ich noch ein Beispiel aus freier afrikanischer Wildbahn. Sieh auch Warzenkeiler 2005 . . . Kurz darauf sehen wir vor uns den Keiler aufstehen und im leichten Troll abmarschieren, leider genau von uns weg. Er zeigt uns nur sein Hinterteil. Der Finger bleibt gerade. Dann dreht er sich etwas nach links. Mein Glück, sein Pech! Auf etwa 30 m trage ich ihm von spitz hinten auf das Weiche hinter der kurzen Rippe den gewollten Herzschuß an. Kugelschlag höre ich ob der Nähe nicht. Ich müßte aber drauf gewesen sein. Doch der Bursche zieht ab. Wir gehen zum Anschuß. Epson findet und arbeitet die Fährte im Höhen gelben Gras. Nach vielleicht 30 m liegt er mausetot im Grase auf der Seite.

Einschuß ganz spitz im streifenden Einfall von hinten ins Weiche.

Das 2005er 9,3 mm Lutz Möller Geschoß saß nach 80 cm Eindringtiefe auf dem rechten Blatt.
Die Schwarte öffneten wir anschließend mit dem Messer , um den Sitz zuzeigen!

Das 2005er 9,3 mm Lutz Möller Geschoß verformte der streifende Einfall leicht

Das 2005er 9,3 mm Lutz Möller Geschoß war an der Schweinseite leicht abgerundet, ansonsten ein Schönr platter Bolzen, der schurgerade durch das Schwein drang. Schulterstabilsierung vom Feinsten!

4. Beispiel Lutz' Büffel 2008

Büffel mit 6-fach vergrößerndem Teleobjektiv vor dem stehend freihändigen frontalen Herzschuß durch den Stich

Hier sind die beiden hellen Streifen mit dem Einschuß dazwischen zu erkennen.

Da werden wir nach dem Lutz Möller KJG suchen

Mein Herzschuß durch den Stich. Siehe das Loch im Muskel des aufgeschnittenen Herzens.Barry sagte also richtig an und ich schoß richtig. Gut! Der Zweig zeig die Geschoßbahn nach wohl einem halben Meter Träger an. Das Büffelherz ist groß, vielleicht 18 x 20 cm

Die Wand rechts im Bild ist das durchaus kräftige Büffelzwerchfell. Darin steckt das 9,3 mm Lutz Möller Geschoß

Die große Lunge zeigt mittig ebenfalls Zerstörungen. Loch in der Lunge

Hier sind die beiden Patronen und Geschosse oben.338" LM mit 8,5 mm KJG lang und9,3x64 mit 9,3 mm KJG von oben

Büffeltöter: links 9,3x64 mit 9,3 mm KJG und rechts .338" LM mit 8,5 mm KJG lang von vorn

Büffeltöter: 9,3x64 mit 9,3 mm KJG und .338" LM mit 8,5 mm KJG lang von oben

Der Büffelschweif kommt ins Ragout

Nils Einschuß aus Bange

Die Waffe ist 127 cm lang. Die Hörner spannen also gut einen Meter. Das Lutz Möller KJG erledigt so einen Büffel ohne wenn und aber, ob nun 8,5 mm KJG oder 9,3 mm KJG ist Geschmackfrage. Noch einfacher geing das 2014 inAustralien mit der 308!

5. Beispiel Gnu 2007

Aus 7x64 Gnu 2007,

Der gesuchte Bulle mit den abgekämpften Hörnern liegt

Einschuß spitz von vorn hoch in die Kammer durch die Lungen

7 mm KJG Geschoßbahn vom Knopp bis zu den kurzen Rippen wohl eine Meter durchs Gnu,
davon > 40 cm Fleisch + Knochen, Rest 2 Lungenflügel, kein Herz

Einschuß aus der Decke am Knopp

Nach ~ 1 m Tier Steckschuß unter der Decke

7x64 KJG Munition vor und nach dem Gnu

7 mm KJG fällte ein großes Gnu mit Lungenschuß binnen 40 m

7 mm KJG fällte ein großes Gnu mit Lungenschuß binnen 40 m

7 mm KJG fällte ein großes Gnu mit Lungenschuß binnen 40 m

7 mm KJG fällte ein großes Gnu mit Lungenschuß binnen 40 m

Das 7 mm KJG zerstörte nach der knöchernen Blattschaufel und ~ 30 cm Vorderlauffleisch beide Lungenflügel

Das Herz sparte ich mit dem Höhen Schuß bewußt aus, um die Wirkung des reinen Lungenschusses zu zeigen.

Die 7x64 KJG Munition tat's!

Würdigung

Den Begriff „Schulterstabilisierung“ prägte Beat. P. Kneubuehl von dem ich ich den Begriff übernahm. Sie ist der Mechanismus, der sinnvolle Jagdgeschosse (Das Impala ist kein sinvolles Jagdgeschoß) weiche Ziel schnurgerade in Schußrichtung durchdringen läßt, statt wie feste Rundkopf- oder Spitzgeschosse zu taumeln und von geraden Weg abzukommen.

Lutz Möller Mittwoch, den 29. Oktober 2008

Angriff!

Hallo Lutz,

hier sende ich Dir noch ein Beitrag zum Haupttreffer. Letztes Jahr in einer Mondnacht erspähte ich eine Sau auf dem Feld etwa 500 m von mir entfernt, sie anzugehen war angesagt. Ich kam bis auf 200 m ran, bis die Sau unruhig wurde und in den Schilf zog. Also schlug ich mich auch an die Schilfkannte und wartete ab.

Was ich dann erlebte, lies mein Adrenalinspiegel nach oben schnellen. Die ♀ 65 kg Sau kam 80 m vor mir aus dem Schilf, sicherte in meine Richtung und gab dann Vollgas in meine Richtung. Keine Frage, die Sau wollte mich annehmen. Aus der Hocke trug ich das Lutz Möller KJG 2 cm unters Licht an, rums lag die Sau 13 m vor mir.

LM: Gut zu warten!

Die Sau schlegelte nicht mal mehr und lag regungslos auf dem Acker. Also ging ich hin und als ich sah das sie aus dem Waidloch schweißte. Als auch die Molaren neben dem Stück lagen, ahnte ich böses.

Doch das Gegenteil war der Fall, Dein Lutz Möller KJG hatte den Kiefer und das Haupt schulterstabil durchdrungen, traf die linke Lunge und trat durch den hinteren Rippenbogen ausgetreten.

LM: Sag ich doch!

Wildpretentwertung = 0.

Daß die Sau aus dem Waidloch schweißte, schreibe ich dem Staudruck zu. Was meinst du?

LM: Richtig!

Sau aufgeschärft, Kugelriß, Nacken, Austritt, aufgeschärfte Lunge

Noch mal!

Nächsten Tag reihte sich wieder eine Sau ein, die ich mit Hauptreffer strecken konnte. Gleiches Ergebnis.

Allerdings kaM ich ein wenig hoch ab; was die Sau mir aber nicht übel nahm und am Platz verblieb. Ich glaube bei den Treffern machten die Splitter ihre Arbeit. Das war, an der gleichen Stelle an der ich ein Tag vorher die andere Sau gestreckt hatte,  auch wieder aus der Hocke geschossen, Schwein gehabt.

Gruß Burghard, Donnerstag, 13. Januar 2011 21:48

Geschichten die das Leben schreibt. Ich bin froh das es so ausgegangen ist, obwohl ich die .357 Magnum, warum auch immer, schon aus dem Halfter geholt und neben mich gelegt hatte, Donnerstag, 13. Januar 2011 23:02

Blödsinn?

Hallo Herr Möller,

als langjähriger Kunde, Leser und Begleiter ihres Netzplatzes muß ich leider mit erschrecken  feststellen, daß dort mehr und mehr Blödsinn verzapft wird. Wo ist ist die Deutsche Jägerei nur hingekommen ? Wem wollen die erzählen, daß eine Sau nachts auf  80 m einen Jäger annimmt? Und dann trifft  der Held bei Mondlicht die annehmende Sau noch genau unters Licht, Hut ab ! Am nächsten dann Tag das gleiche wieder nochmals eine Sau natürlich auch mit Haupttreffer! Waidmannsheil. Ich kenne Sie schon so lange Herr Möller aber ich wundere immer wieder, das Sie solche Geschichten präsentieren.

Waidmannsheil Frank Klaas

Moin Herr Klaas,

ich habe soeben Ihre Post weitergeleite. Dann wollen wir mal hören. Zu den Bedingungen kann ich nichts sagen, da ich nicht dabei war. Daß Sauen bekannte Jäger aus der Ferne gezielt annehmen ist mir hingegen von Klaus Zwonarz, dessen Email ich gerade nicht finde, aber durch unseren Jagdverein herausbekommen werde, ebenso berichtet worden.

Waidmasnnheil, Lutz Möller

Bild 96

Bild 97

Bild 98

Frank Klaas,

wie du an den Bildern sehen kannst ( hoffe ich) hängen da 2 Sauen die mit Haupttreffer aus der Ebene etwa 80 cm aus der Hocke gestreckt wurden und nicht vom Ansitz aus der Höhe, also angegangene Sauen. Vielleicht wollte die Sau auch nur spielen, wer weiß das schon. Ein bekannter Nachsucheführer der im Saupark Springe ( Da auch schlaue Sauen leben, die alten, die überlebten und immer schlauer wurden ) berichtete von Sauen, die ihn bei der Nachsuche auf der Wundfährte von hinten annehmen wollten aber vielleicht wollten die auch nur spielen, oder unmöglich weil du so was nicht erlebt oder davon gehört hast.

LM: Ich habe in Geschichte auf meiner Seite von einem Jäger, der als er einen soeben geschossene Frischling aufbrach, von hinten von einer Bache angenommeen wurde. Glücklicherweise hatt er die anwechseln gehört und bereits seine Pistole gezogen. Sonst hätt er womöglich nicht mehr gerschreben. Ob die Bache die Mutter des Frischlinges war, ist hingegen unbekannt, aber zu vermuten.

Wenn ich eins bei der Sauenjagd gelernt habe, dann daß Sauen nicht berechenbar sind. Das kommt für den Jäger, der nur vom sicheren Hochsitz aus schießt, eher nicht zum tragen. Ich bin Jäger, der sein Wild an pirscht und eine Höhe Risikobereitschaft beim jagdlichen Schuß eingeht. Wie machst du das? Ich pirsche durch den Weizen und komme bis auf 3 m an die Sauen ran. Wie pirscht du? Ich jage in 3 Revieren, 2 davon Hochwildreviere, Jagdliche Einsätze habe ich etwa 300 im Jahr. Wie oft gehst du auf Jagd? Du solltest nicht immer nur von Dir und Deinem Können ausgehen. Woher willst Du wissen, was wer kann!? Du kannst „denken“ und „meinen“ was Du willst, andere aber aufgrund Deines ggf. eigenen Unvermögens zu bewerten, solltest Du überdenken! Vielleicht liegt's daran daß ich meinen Arsch besser zusammen kneifen und mich besinnen kann, wenn es mal etwas heißer wird. Versagen beim Schießen hat doch meistens mit Nervenschwäche beim Anblick der Beute und mangelnde Schießfertigkeit zu tun. Das sind doch die Grundübel. Bei Jagdhunden hat man da für den Begriff Wesensschwäche parat.

An den Läufen zu sehen entnahm die Proben für die Trichienbeschau dort, weil ich nachts den Zwergfellpfeiler nie finde, Nobody is perfect!

Was für den einen Blödsinn ist für den anderen alltäglich. Wenn zwei das Gleiche tun, ist das noch lange nicht das selbe.

Wmh, Burghard, Samstag, 15. Januar 2011 00:14

zu: Hauptreffer

Hallo Lutz,

ich habe schon lange keine Lust mehr meine Erlebnisse Anderen mitzuteilen. Du kennst ja die Anfeindungen und ungläubigen Belächeler, die mangels Können, falscher „Waeidgerechtigkeit“, NEID oder anderer Unzulänglichkeiten über einen herfallen und mehr schaden als nutzen. Jagd hat so viele Facetten, die nicht immer von Allen verstanden werden. Lasse sie teilhaben oder auch nicht. Sie denken doch meistens anders.

Dem nervenstarken Burghard mein ehrliches Wmh und weitere Erlebnisse mit den „lieben“ Sauen

Gruß Klaus, Samstag, 15. Januar 2011 13:01

Der Fingernagel auf 100 m ist das Ziel

Moin moin Lutz,

ach, da sind sie schon wieder. Die, die sich als die echten alten deutschen Jäger sehen. Nichts dagegen - aber wenn das immer wieder und immer wieder in Zweiflerei ausartet und alles und jeder kritisiert werden muß, der sich hier und da nicht nach den überlieferten und alten Ansichten richtet - nee, danke. Dabei möchte ich mich schon wohlverstanden wissen, nichts gegen Waidgerechtigkeit und viele andere gute Sachen, die heute leider manchmal etwas verloren gehen. Aber wer die Zeichen der Zeit nicht versteht und immer noch mit seiner BLEI-Spritze auf das Wild wartet, das in 25 m breit und zur Salzsäule erstarrt ist, nun, den hat die Zeit einfach überholt.

Erstens gibt es eben auch Jäger, die auf weite Entfernung sicher treffen. Mit weit meine ich eben die Entfernungen deutlich jenseits der 100 m. Auch ich muß in meiner Agrarsteppe auf abgeernteten Feldern sehr weit schießen. Du kennst das Revier. Ich habe das Revier seit 1995 und habe bei weiten Schüssen gehabt seither noch keine einzige Nachsuche, auch nicht bei Schüssen > 200m, auch wenn es sich um einen Fuchs oder ein Reh handelte. 3 kurze Totsuchen gab es am Mais, wenn die Sau sich noch mal in den Mais wendete. 1 Totsuche in einer kleinen Waldinsel gab es ebenfalls. Bei Höhen Lungenschüssen ist das halt so. Ein Hauptschuß geht leider nicht immer. Das Haupt ist manchmal verdeckt, manchmal stehen die Sauen im Gebräch und halten den Rüssel eben nicht still. Ansonsten hat das Haupt bei bei mir trotz großer Entfernung der Zielwahl schon eine Vorrangstellung. Zu einigen weiten Schüssen sind Beispiele von mir in Deinen Seiten versteckt.

Was zweitens die Angriffslust des Schwarzwildes angeht - nun, Gregor, Andy und ich haben da so unsere Erfahrungen ... ;-) . Unter dem Strich: nicht berechenbar, plötzlicher Wechsel von Flucht auf Angriff, ohne Beschuß Angriff aus etwa 100 m, Drückjagdnachsuche mit Angriff von hinten und so weiter. Wir jagen überwiegend vom Stuhl an Mais und Raps oder von Leitern. Das heißt also, oft zu ebener Erde (ist wegen Hügellandschaft mit gutem Kugelfang sicher). Burghard hat schon recht - das sieht vom gepflegten Hochsitz mit guter Auflage und Dach über dem Kopf viel friedfertiger aus. Zu ebener Erde sollte man dann doch schnell und sicher schießen und auch einen zweiten Schuß schnell und sicher anbringen können. Damit hat man die Chance, seine Pelle vor diesem und jenen Schlaatz zu schützen. Besonders beim Nachschießen steht das Wild in den seltensten Fällen noch breit und still. Im Gegenteil, man muß sich unter Umständen eben schnell mal mit der schmalen Front als Ziel zufriedengeben. Wenn sich das Ganze dann noch bewegt, wird es erst richtig spannend. Auch hier kann ich dem Burghard nur wieder recht geben.

Die dritte Sache betrifft die Treffsicherheit von Burghard. Ohne ihn weiter zu kennen, frag ich mich, was soll an seinen Schüssen oben unter Angriff beschriebenen Schüssen unmöglich sein?

Viel mehr Sorgen mache ich mir, wenn ich manchmal so auf dem Schießstand Umschau halte. Da wird ein paar mal geballert, dann am ZF herumgeschraubt und wieder geballert. Die Scheibe zeigt dann 3 oder auch 5 Einschüsse, die man kaum mit der Hand abdecken kann. Kommentar: „ . . . Oh, gut, kannste so lassen, wunderbar . . . “. Wenn es hochkommt, schießt man sogar mit der Muni auf dem Stand, mit der man auch jagt. Oftmals werden aber sogar zum Einschießen Patronen verschossen, die gerade irgendwo rumlagen oder billig waren - die eigentliche Jagdmunition ist aber eine andere. Leute, die die vielbeschworene Waidgerechtigkeit aber leben und echte (!!!, ich meine nicht das Gefasel der Grünen, von NaBu, ÖJV o.ä. - ich verweise hier nur auf die Slogans wie „Wald vor Wild“ usw.) Tierschutzgedanken hochhalten und auch dem Ur-Geist der Jagd folgen, geben sich damit nicht zufrieden.

Der Fingernagel auf 100 m ist das Ziel und auf 200 m mindestens die Streichholzschachtel. Viele Deiner Leser und Jagdfreunde sind nicht zuletzt deswegen auf Deinen Seiten. Nur dann kann ich sagen: Ich schieße jetzt dieses Wild und werde dort an jener Stelle treffen. Das gehört für meine Begriffe eben auch unabdingbar zur Waidgerechtigkeit.

Bis denne - Torsten, Sonntag, 16. Januar 2011 19:00

LM: Danke Torsten!

zu: Burghard

Hallo Herr Möller

Ich möchte die Einlassung „Was für den einen Blödsinn ist für den anderen alltäglich.“ von Burkhard nicht gänzlich unbeantwortet lassen.

Hallo Burkhard ?

Sie können sicher sein, ich kann die beiden Sauen auf den Bildern sehen. Im Gegenteil zu Sauen äuge ich noch sehr gut. Das angehen von Sauen praktiziere ich ebenfalls seit Jahren mit sehr gutem Erfolg. Sie können also sicher sein, ich weiß wovon ich rede. Sich an Sauen, die im Gebräch stehen, anzupirschen ist keine Kunst. Ich streite auch überhaupt nicht ab, man könne sichere Haupttreffer anbringen. Das ist keine Schwierigkeit. Der Schädel der Sau ist ja groß genug.

Jetzt aber mal zu ihrem Bericht. Wenn man eine Sau auf 500 m in der Nacht erspäht und dann versucht diese anzupirschen, aber die Sau einen auf 200 m wahrnimmt, kann es mit dem Prischen nicht allzuweit her sein. Ein kleiner Hinweis ist das nächste mal besser auf den Wind achten. Was verstehen Sie eigentlich unter einer sehr Höhen Risikobereitschaft beim Schuß? Allein schon dieser Satz von ihnen genügt mir. Es gibt selbstverständlich erfahrene alte Sauen, die Hunde oder Menschen anzunehmen es gelernt haben, insbesondere solche aus Saugattern, die das Spiel mit den Hunden kennen. Auf den Bildern kann ich jedoch nur 2 Überläufer ansprechen, also keinesfalls alte erfahrene kampfversuchte Sauen. Aber es kommt ja noch besser. Auf 80 m nimmt dann die Sau mit Volldampf an. Na gut, wer das glaubt soll das gern tun, ich jedenfalls nicht. Dann nur einen Tag weiter die nächste Sau auch die wollte wohl wieder annehmen ? Sie haben wohl extrem angriffslustige Sauen im Revier ?

Nur mal so nebenbei zur Kenntnis. Bisher hat ein 70 kg Keiler versucht mich anzunehmen. Allerdings hatte der bereits einen Schuß. Ich habe ihm, Burkhard, man glaubt es kaum, auf 5 m einen Schuß auf das Haupt gesetzt. Das fand allerdings bei Tage statt, also nicht mitten in der Nacht.

Übrigens finde ich beim aufbrechen in der Nacht den Zwergfellpfeiler, zur Not gibt es nämlich eine Taschenlampe ich empfehle dabei dieLED Lenser von Zweibrüder . Lutz Möller KJGeschosse von Lutz Möller setze ich seit Januar 2005 mit Erfolg ein.

In diesem Sinne kneifen Sie mal ruhig weiter ihren Allerwertesten zusammen und erzählen Sie wem sie wollen solche Geschichten, mir jedenfalls nicht.

p.s. Auf weitere Erörterungen hierzu werde ich mich nicht einlassen.

Waidmannsheil Frank, Montag, 17. Januar 2011 14:29

Bock 2013, Schulterstabiliserung vom Feinsten!

Bock Stichschuß

Hallo Lutz,

letzte Woche erlegte ich diesen Bock mit einem 22-250 Schuß mit Deinem Geschoß von vorn tief auf den Stich. Der fiel und lag natürlich im Knall. Das Geschoß durchschlug den Träger und trat natürlich hinten wieder aus. Dann drang es wieder etwas seitlich in den Wildkörper ein.

5,6 mm MJG 5605 Restbolzen

Ich fand Dein 5605 Geschoß, bzw. dessen Restbolzen im Schloß nachdem ich dieses geöffnet hatte. Es hatte ~ 2 cm des Schlosses schon geöffnet. Ein klarer Beweis für die Richtungsstabilität des MJG.

LM: Schulterstabilisierung vom Feinsten! Man kann sich darauf v erlassen.

Mann beachte die schwierigen Verhältnisse der Flugbahn und das flache Wiedereintreten des Geschosses nach Durchschlagen des Trägers.

LM: Auch dann ist das so gewollt und gekonnt.

Jedes Andere Geschoß wäre irgendwo von der Bahn abgebogen und ins Nirgendwo verschwunden.

LM: Eben deshalb freue ich mich sehr über Deinen Bericht dieses durchaus seltenen rein - raus - rein - Treffers.

Gruß, H. Bayer, Mittwoch, 14. August 2013 16:34

Kugelriß

Mal wieder eine gute Erfahrung  mit 9,3 MJG gemacht

zu Schulterstabilisierung

Moin, moin Herr Möller,

gestern bei einer Maisdrückjagd veranlaßte ich auf 90 bzw. 120 Schritt einen Frischling mit HochBlattschuß und einen mit Herzschuß auf einem gegrubberten Acker zu je einem Salto. Ich schoß auf dem Boden stehend. Das Gelände ist flach und s e h r weitläufig.

  1. Bei erstem Stück fand ich 10 m hinter dem Stück den 40 cm langen Kugelriß und am Ende knapp 5 cm unter der Oberfläche den Restbolzen. Also kein Abpraller: sauber!

  2. Bei dem zweiten Stück erwischte und durchschlug der Restbolzen leider einen Maulwurfshaufen - weiteren Kugelriß konnte ich dann nicht mehr finden.

  3. Der dritte Frischling lag nach 80 Schritten ebenfalls mit Blattschuß in einer Gallowayweide mit Höhem Gras. Da sparte hab ich mir die Mühe, den Kugelriß zu finden und zu untersuchen.

Alle drei waren hochflüchtig. Ich schwang eine Frischlingslänge vor.

LM: Jawoll. Da kommt dann unbändige Freude auf. Siehe Vorhaltewinkel. Wenn man das einmal kann, will man nicht mehr davon lassen. Es ist einfach zu schön!

Wo ich wohl mit einem 18 gr Bleiklumpen von z.B. RWS hätte hinhalten müssen.

LM: Oh, oh! Da wird das Blickfeld im ZF außen schon wieder schwarz!

Also danke für Ihre Raketen. :-)

LM: Ich freue mich, wenn die bestimmungsgemäß verwendt werden, den dafür sind die da! Danke für Ihren Bericht. Ich freue mich sehr.

Mit freundlichen Grüßen aus Ostercappeln, Axel Plümacher, Freitag, 18. September 2015 12:45

MJG immer gerade aus

Betreff: Ganzmetall - MJG

Sehr geehrter Herr Möller,

ein sehr großer Vorteil Ihrer MJG, eigentlich sogar ein Alleinstellungsmerkmal, ist die Tatsache, daß Ihr MJG nicht erst nach dem Zerplatzen des konischen Geschoßteiles zwischen der Kunststoffspitze und der Sollbruch-Einschnürung richtungsstabil den Wildkörper durchdringt, nein, es fliegt bereits auf dem Weg zum Wild richtungsstabil, auch nach Hindernisberührung an Ästen, Zweigen, Bäumen.

Wie geht das?

Vor dem Eintritt in den Wildkörper ist das MJG ja sozusagen noch heil, denn die Splitter bilden sich ja erst, nachdem Wasser, Blut oder Lymphe in die dafür vorgesehene Bohrung eindringt, schreiben Sie an anderer Stelle. Ich kann mir das nur so erklären, daß bereits der Kegelstumpf mit der Lochbohrung für die schwarze Kunststoffspitze genügend „Kante“ besitzt, um eine hinreichende Schulterstabilisierung zu gewährleisten. Die verhältnismäßig weiche Kunststoffspitze ist für Hindernisberührungen mit Holz nicht hart genug, um eine Geschoßablenkung einzuleiten.

Also, mir ist die Richtungsstabilität Ihrer MJG auf dem Weg bis zum Wildkörper mindestens genauso wichtig, wie die zuverlässige Wirkung im Wild.

Um im Wildkörper optimal zu wirken, muß das Geschoß ja diesen überhaupt erst einmal erreichen. Und da leisten Ihre bisherigen KJG und MJG mit der schwarzen Kunststoffspitze Außergewöhnliches. Ich habe jedenfalls in meiner 38jährigen Jagdpraxis keine andere Geschoßkonstruktion kennen gelernt, die so unempfindlich gegen Hindernisse in der Flugbahn ist wie Ihre bahnbrechenden KJG/MJG. Ich befürchte, diese Eigenschaft ginge verloren, wenn Sie ein Ganzmetallgeschoß mit langer, formstabiler Spitze bauen würden.

LM: Klug mitgedacht!

Nach allem, was ich in den vergangenen 12 Jahren auf Ihrer äußerst lehrreichen Internetseite gelesen habe, kann ein solches Ganzmetall-MJG gar nicht unempfindlich gegen Hindernisse in der Flugbahn sein, denn es wird erst schulterstabilisiert richtungsstabil fliegen, nachdem die Spitze weggeplatzt ist; dies passiert aber nicht beim Aufprall in Holz, weil dort die wässerige Flüssigkeit fehlt, die allein den Staudruck aufbaut, der die Spitze daraufhin platzen läßt.

LM: Richtig.

425 Flachkopf

425 Flachkopf

Aus diesem Blickwinkel würde ich es sehr begrüßen, wenn Sie Flachkopf-MJG wie die Sonderanfertigung im Kaliber .425 auch in den gebräuchlichen 7 mm -, 7,6 mm -, und 8 mm - Kalibern anbieten würden, es wäre eine tolle Alternative für Schweißhundführer und Durchgehschützen, mit diesen Flachkopf - MJG ein richtungsstabiles und nicht splitterndes Spezialgeschoß für eben diese Zwecke zu haben. Ich bräuchte dann Ihre MJG nicht mehr rückwärts zu laden. Das geht zwar und funktioniert auch, ist aber alles andere als optimal. Doch das ist eine andere Geschichte.

Mit freundlichen Grüßen und Waidmanns Heil! Detlef Radtke, Donnerstag, 19. November 2015 21:33

MJG vollendet die Schulterstabilisierung

Guten Abend, Herr Möller,

wir haben neulich schon einmal telefoniert

Ich habe noch etwas zu Ihren neuen Geschossen im Netz geforscht. Von einer Stelle habe ich gehört, seitdem die Geschosse aus Messing sind, manchmal irgendwelche Schrägflächen bilden (wenn die Splitter nicht abreißen) und der Restbolzen in eine unvorhersehbare Richtung abgelenkt wird. Z.B. beim Kammerschuss der Bolzen in der Keule zu finden war. Weiterhin war zu lesen, daß es zu Messingabrieb im Lauf käme, also kleinste Messingsplitter von den Führbändern abfallen, was laufschädigend sein soll. Dann meckerte noch einer über die Geschoßspitzen, zu weich und sie würden rausfallen und beim repetieren beschädigt.

Bitte verzeihen Sie diese Fragen, Darstellungen, aber wenn ich als Student viel Geld für Munition bezahle, dann möchte ich im Vorfeld wissen was ich bekomme.

LM: Lesen Sie dazu hier. Als Student sollten Sie in der Lage sein Dinge selbstständig, wissenschaftlich zu erkennen. Als mal ran.

Ich hätte auch einfach auf die Meinungen hören sollen, und Jaguar oder Sax kaufen können, doch bei den bal. Daten kann ich auch gleich 12,7g TMR kaufen. Außerdem unterstütze ich nicht gern Firmen, die geklaute Ideen als eigene Erfindung anpreisen.

LM: Wie schön.

MMfG, Jobst-Heinrich Lütgeharm (aus Pattensen), Freitag, 30. März 2012 21:57

8004-900-ms-dyn-pressure-contour

MJG im Flug in Luft bei 900 m/s, rot größter, blau geringster Druck

Restbolzen-900-ms-in-Wasser

MJG-Restbolzen,, rot größter, blau geringster Druck

MJG-mit-Splittern

MJG, dessen Restbolzen (aus Wild) und dessen Splittern aus dem (Wassertank)

MJG-mit-Splittern-von-oben

MJG, dessen Restbolzen (aus Wild) und dessen Splittern aus dem (Wassertank)

Wie man sieht, wenn man sehen und verstehen kann, vollendet sein Restbolzen die Schulterstabilisierung. Auf Wild eingesetzte, ist dann schon mal ein Schwein zu kurz, um den schulterstabilisiert schnurgerade durchdringenden Restbolzen als Steckschuß zu fangen. Das unten ist, auf mein MJG bezogen, ist

Gesammelter Blödsinn

Von einer Stelle habe ich gehört, seitdem die Geschosse aus Messing sind, manchmal irgendwelche Schrägflächen bilden (wenn die Splitter nicht abreißen) und der Restbolzen in eine unvorhersehbare Richtung abgelenkt wird. Z.B. beim Kammerschuss der Bolzen in der Keule zu finden war. Weiterhin war zu lesen, daß es zu Messingabrieb im Lauf käme, also kleinste Messingsplitter von den Führbändern abfallen, was laufschädigend sein soll. Dann meckerte noch einer über die Geschoßspitzen, zu weich und sie würden rausfallen und beim repetieren beschädigt.

Weiter siehe MJG.