Betrieb ruht Samstag bis Mittwoch wg. AZF Lehrgang

Zylinderverschluß

statt Blaser R93 Ringbundverschluß

In Antwort auf:


Bei den Entfernungen richte ich mich an den kanadischen Anforderungen aus, die ihre ollen Parker Hale Mauserwaffen aussondern wollen, um Weichzeile bis 1000 m zu zerstören und bis 1200 m zu stören.


Lutz,

für diese Forderung reicht eigentlich .300" Win. Mag., .338" Lapua Magnum. Ich denke der Trend geht in Richtung der .338" Lapua, da sie etwas mehr Platz für Sonderfüllungen im Geschoß hat.

Die Bedingungen haben sich für den Scharfschützen verändert. Er kann heute leichter aufgeklärt werden als damals. Ich nenne hier nur die Wärmebildgeräte. Aber man sieht als Angehöriger einer Waffengattung gerne nur bis zum eigenen Tellerrand. Dies ist aber selten so. Stichwort "Kampf der verbundenen Waffen". Die optimale Scharfschützenwaffe gibt es nicht! Man muß zuerst einmal analysieren was man überhaupt will und welchen Auftrag der Scharfschütze erfüllen soll. Von der Struktur her ist meine Vorstellung für die Infanterie so:

Grp/Zg Ebene - Selbstlader in .223 Rem. KE bis 600m
Kp Ebene - Repetierer/Selbstlader in .308", .300 Win. Mag. KE bis 800m
Btl und höher - Repetierer/Selbstlader .338" Lapua und größer KE bis 1200m

Das sollte reichen. Wenn ich unbedingt weiter schießen muß, dann sollte ich überlegen ob nicht andere ,,Werkzeuge" besser für den Auftrag geeignet sind, oder ob ich den Spruch der schottischen Jäger "get as close as you can, Laddy, then get ten yards closer" beherzigen sollte.

Von einem rückverlegten Verschluß halte ich nicht viel. Es sei denn, es gelänge die Bedienungselemente an der richtigen Stelle zu plazieren.

Bei der Konstruktion eines Schalldämpfers wäre die Wärmesignatur zu berücksichtigen. gemeint war die Wärmezunahme im Material. Die heißen Gase sind noch nicht das Problem. Nein, Scharfschützen schießen für gewöhnlich nicht so viele Schüsse nacheinander. Trotzdem muß die Waffe das abkönnen. Sprich auch noch handhabbar sein. Verbrenne ich mir an einem heißen Schalldämpfer die Finger beim Stellungswechsel, dann ist das eben nicht so gut. Das Problem verstärkt sich eben auch je mehr Pulver ich verbrenne. Und wenn ich viele, nicht vollständig verbrannte(?), Pulvergase in einen Schalldämpfer leite, der notwendigerweise relativ dünne Wandungen haben muß, die sich schnell aufheizen, dann habe ich eben ein Problem mit der Wärmesignatur. Einen Wassermantel halte ich für konstruktiv zu aufwendig. Nicht von ungefähr ist man bei den MG wieder davon abgekommen.

Die absolute Längenobergrenze würde ich bei 1200 mm ziehen. Das ist schon lang genug. Maximales Gewicht richtet sich nach dem Auftrag bzw. der Verwendung. In der o. a. Reihenfolge 6 - 7 - 10 kg (eventuell auch schwerer)

Elektronischer Abzug scheidet aus naheliegenden Gründen aus. Das wichtigste bei einem Abzug ist, er soll gleichmäßig und ohne zu "kratzen" funktionieren. Auslösekraft etwa 11-16 N. Die anderen Dinge sind von der Konstruktion abhängig. Hauptsache funktioniert.

Meine Anmerkung bezog sich auf das "Scheibenschießen". Wer glaubt, nur weil er weiter weg ist, aus der Reichweite des Gegners zu sein, der ist bald nicht mehr am Leben. Wenn ich mit Flachfeuerwaffen irgendwo hin wirken kann, dann bedeutet das im Kehrschluß, der Gegner kann mich auch optisch aufklären.

hawkeye

Links oben Mauser's Urverschluß, rechts ein von Recknagel überarbeiteter Mauserverschluß mit flacher Sicherung und neuartigem Abzug, der sich eignet, Zielfernrohre flach aufzubauen, ohne die ursprüngliche hochstehende Flügelsicherung zu behindern. Die wesentliche Aufgabe eines Zylinderverschlusses sind einerseits das Rohr, indem die scharfe Patrone wartet abgeschossen zu werden, nach hinten zu verschließen und andererseits die Schlagbolzenfeder zu spannen, um dem Abzug zu ermöglichen die Patrone zu zünden.

Nach Paul und Max Mauser's ersten Versuchen gingen wieder hundert Jahre ins, nun allerdings im Land der Angel und Sachsen, einem Land das den Wehrsport seit 1850 mit Wettbewerben und Preisen frönt, Gorge Swenson in Bisley der Gedanke kam, die alte und gute Lösung müsse doch noch zu bessern sein. Er würdigte den dänischen Ansatz von Schultz und Larssen einen Verschluß, statt wie Mauser mit 2 Warzen, nun mit 4 Warzen zu versehen. Warum, ist nicht bekannt. Seine Waffen sind als Swing und Paramount bei Langstreckenschützen beliebt.

Außerdem verlegte er die Abzugsrast vor die hintere Hülsenbrücke. Damit ließen sich kürzere Schlösser bauen. Der Sinn ist einzusehen: Kein Schütze ruht im Anschlag. Die allfällige Bewegung zwischen Abzug und Zündung zu mindern hilft, die Zündverzugszeit zu kürzen. Ist der Abzug frei, beschleunigt eine Feder eine Masse. Es gilt: Je stärke die Feder, desto flinker federt die Masse los, zündet die Patrone. Leider gibt es im Leben nichts umsonst. Denn ebenfalls gilt: Je stärke die Feder, desto größer die Abzugskraft! Swenson wollte die die Zeit, vom Abziehen, und damit den Bewegungsfehler, bis die Patrone zündet, mindern. Deshalb verkürzte, und erleichterte er den Schlagbolzen, um den schneller ins Zündhütchen zu treiben. Anders als beim Mauserverschluß verlegte er dazu den Abzug vor die hinter Hülsenbrücke.

RPA Engineering in Kent (Mike Cherry und John Wickham) und Tony Halberg in Neuseeland fertigen heute Verschlüsse nach seinen Entwürfen. Auch Detlev Fikker in Holland begeisterte sich an den neuen Gedanken, die Abzugsrast vor die hinter Hülsenbrücke zu verlegen. Allerdings langten ihm drei Verrieglungswarzen.

Tony Halberg's Verschluß

Tony Halberg Waffe

Austoßer vorn

Sako TRG-S



Austoßer hinten

Nadellager

Heym SR 20 N Verschluß

Detelev Fikker's Verschluß

Halberg's Verschluß weist eine sehr schwere Hülse auf. Das Auswurffenster ist recht klein geraten. Die Patrone herauszubekommen ist eine Fummelei. Die einseitige Öffnung ist asymmetrisch. Der achteckige Verschluß ruht in einem winkelig ausgefrästem Aufnahmeblock auf drei Pfosten in Hülsen.

Die Hülsen im Aufnahmeblock sind in Gummi gelagert. Der Verschlußanschlag ist ebenfalls nachgiebig. Diese biegsame Lagerung entkoppelt den Lauf vom Schaft, zumindest etwas. Leider ist der an sich richtige Gedanke nicht zu Ende gedacht. Je nach Patrone und Massen bewegt sich jeder Lauf etwa 2 bis 4 mm nach hinten, bis das Geschoß den Lauf verläßt. Der Schaft mit seiner Masse liegt immer unterhalb der Seelenachse. Das Geschoß treibenden Pulverschwaden drücken den Lauf im Schuß nach hinten. Deshalb bewirkt die oben angreifende, nach hinten gerichtete Kraft um den unten liegenden Gesamtschwerpunkt ein Drehmoment. Dieses Drehmoment biegt den Lauf nach unten durch; wie ein Peitsche. Die wiederum regt den Lauf zu Schwingungen kürzerer Wiederkehr, als der Schußentwicklungszeit von etwa 1,2 Millisekunden (ms) an. Um also zu verhindern, daß der Lauf peitscht und folglich zu schwingen beginnt, muß eine nützliche die weiche Lauflagerung eben jene 2 - 4 mm Weg erlauben. Erst dann kann ein von daher schwingungsfreies Gewehr gebaut werden.

Links im Bild sind die Befestigungspfosten und der Aufnahmeblock zu erkennen. Der Abzug liegt vor der hinteren Hülsenbrücke. Mauserabzüge dagegen liegen hinter der hinteren Hülsenbrücke.

Hier folgt ein Beispiel, wie einer alten kleinen Krico mit kurzem Verschluß zwei Schwingmetalle, grau, und etwas dickes Blech den Lauf vom Schaft entkoppeln, um ihn, während Geschoß beschleunigt, in der Achse gerade zurücklaufen zu lassen. Nachdem das Geschoß, den nicht schwingenden, Lauf an der Mündung verließ, schlägt der herkömmliche Rückstoßstollen an diesem Schaft an. Alle reden von frei schwingenden Läufen. Ich will keine schwingenden Läufe. Meine Läufe sollen in Ruhe bleiben. Sie sollen das Geschoß ins Ziel richten, statt wie ein Lämmerschwanz herumzuwedeln, sonst nichts! Ein richtig gutes Gewehr würde statt das Rohr hart anschlagen zu lassen, das rücklaufende Rohr weich abfangen, zum Beispiel mit einem Gummidämpfer. Die nachgiebigen Metallgummis sind für wenig Geld als Normteile von mehreren Herstellern günstig zu kaufen.

Vierwarzenverschluß seitlich aus einem Stück. Links die Abzugsraste mit der Spannflanke. Halberg's Spannflanke mit runder Abzugsrast


Fikker's Schloßbolzen dreht sich nicht in der Verschlußhülse, sondern in einer eigenen Hülle, die ein Haltestift gegen die Hülse abstützt. Bolzen und Hülle sind nadelgelagert.

Die Hülle ist geriffelt. So läßt sie sich gut fassen, um das ausgebaute Schloß mit dem Hebel zu spannen. Bei Halberg wird dazu ein Sonderschlüssel benötigt, oder für Würger eine Rohrzange

Fikker's Spannflanke liegt innerhalb des Mantels im Schloß. Die Abzugsrast ragt aus der Bolzenhülle in die Verschlußhülse.

Fikker's Verschluß (schwarz) ist noch mal umhüllt. Schloßmantel und Schloß sind nadelgelagert.
Links die Abzugsraste.
Fikker's Verschlußgehäuse
Halberg's Verschlußgehäuse

Halberg's Schloß zerlegt: Oben das Verschlußgehäuse, darunter links der Federspanner, darunter links der Hebel Anschlag. Rechts unter dem Federspanner der Schlagbolzentreiber mit Tellerfederpaket. Hinten ist der gelocht, um die Abzugsrast aufzunehmen. Stecke die Abzugsrast durch den Federspanner. Dann schiebe den Spanner in das Schloß. Die Abzugsrast ist seitlich geschlitzt. Der Spanner schiebt sich in die Schlitze. So hält der Spanner die Abzugsrast in dem Schlagbolzentreiber fest, hindert ihn herauszufallen. Rechts daneben der Schlagbolzen.

Bei dem Dreiwarzenverschluß fehlt der Auszieher, der ja mitgedreht werden muß Auszieher am Dreiwarzenverschluß schräg seitlich
Verstifteter Auszieher am Dreiwarzenverschluß seitlich. Auszieher am Dreiwarzenverschluß von oben.
Das blaue Federspannerrohr links umfaßt den braunen Schlagbolzentreiber rechts, aufgeschoben verriegelt sie die geschlitzte grüne Abzugsrast.

Das geöffnete Schlößchen läßt die Abzugsrast in den Schlagbolzentreiber gleiten. Die Rast ist seitlich geschlitzt. Im Federspannerrohr veriegelt die Abzugsrast.

Halberg's Verschluß auseindergenommen: Hinten das Schloß, vorn das Schlößchen. Das Federspannerrohr vorn links umfaßt den braunen Schlagbolzentreiber rechts. Davor liegt die Abzugsrast. Drücke sie durch den Federspanner in den Schlagbolzentreiber. Schiebe vorher den gehärteten Ring über die Abzugsrast. Der Ring überträgt die Punktbelastung der Spannflanke auf die runden Abzugsrast.

Halberg's Spannflanke und Abzugsrast von der Seite

Die Spannflanke. Öffnen, drehe das Schloß links herum (hebe Hebel) gegen das Gehäuse. Das Gehäuse hindert die Abzugsrast mitzudrehen. Die sich gegen das Gehäuse drehende Spannflanke schiebt die Abzugsrast nach hinten. Endlich rastet sie in und hält. Die Abzugszunge hält die Abzugsrast. Schließe, drehe das Schloß rechts herum (senke Hebel), gib damit der Abzugsrast den Weg nach vorn frei den Schlagbolzentreiber freizugeben und den Schlagbolzen nach vorn gegen das Zündhütchen zutreiben.

Ausbau:

Drehe die schwarze Verschlußschraube aus dem feinen Gewinde heraus. Entspanne damit die Feder. Gib dem Federspanner Weg nach hinten frei. Schüttele den Federspanner soweit nach hinten, bis die runde Öffnung im Längsschlitz die Abzugsrast freigibt. Ziehe die Abzugsrast aus Schlagbolzentreiber, Federspanner und Verschlußbolzen hinaus. Damit gibst du den Innereien den Weg nach hinten frei. Schüttele die Innereien heraus. Ziehe den Federspanner vom Schlagbolzentreiber ab. Schraube den Stempel vom Schlagbolzentreiber ab, um die Feder auszubauen.

Zusammenbau: Lasse den Schlagbolzen in den Verschlußbolzen fallen. Schüttele ihn in sein Loch. Stecke die Feder über den Stempel. Schraube den Stempel in den Schlagbolzentreiber. Schiebe den Federspanner über den Schlagbolzentreiber. Dessen Längsschlitz und die Abzugsrastenbohrung im Schlagbolzentreiber sollen fluchten. Schiebe die Innereien in den Verschlußbolzen. Die Abzugsrastenbohrung soll in der Spannflankenöffnung erscheinen. Rücke mit einem Kegeldorn die Bohrungen übereinander. Stecke die Abzugsrast durch die Spannflankenöffung durch den Federspanner in die Schlagbolzentreiberabzugsrastbohrung bis er anschlägt. Richte die Schlitze in der Abzugsrast aus, indem du die Abzugsrast drehst, so daß sich der Federspanner mit seinem Schlitz über die Abzugsrast schieben läßt. Schiebe den Federspanner vor, um die Abzugsrast zu fangen und zu halten. Drehe die Verschlußschraube in das feine Gewinde. Nach einigen Gängen erhöht sich der Widerstand. Drehe die Schraube tiefer ein. Damit spannst du über den Federspanner die Feder. Drehe die Schraube bis zum Anschlag.

Grundsätzlicher Aufbau eines Zylinderschlosses mit Abzug vor der Hülsenbrücke

Einbau: Stecke den Verschlußbolzen in die Verschlußhülse. Die Verschlußhülse spart eine Längsnut aus, in der die Abzugsraste frei nach vorn gleitet. Ziehe ab, um den Verschlußbolzen bis ganz vor gleiten zu lassen. Die Verschlußwarzen (2 - 4, oder mehr, je nach Bauart, ) fluchten dabei in Aussparungen der Verschlußhülse. Der Verschlußbolzen schlägt längs an. Drehe nun mit dem Hebel den Zylinderverschluß zu. Dazu ziehe den Hebel nach unten, bis er anschlägt. Innen verdrehen sich die Verschlußwarzen gegen die entsprechenden Verschlußhülsenvorsprünge und verriegeln gegen Druck nach hinten.

In der Drehung gleitet die Abzugsrast noch ein bißchen auf ihrer Haltefläche. Weiter zu drehen führt die schräge Spannflanke an der Rast vorbei. die Rast verliert o ihren Halt. Die Abzugklinke hält nun die Abzugrast fest. drehe den Verschluß weiter bis zum Anschlag. Dabei gibt die Spannflanke den vollen Spannweg frei und der Verschluß schließt.

Willst du die Waffe mit geschlossenem Verschluß entspannt führen oder ablegen, dann ziehe erst den Abzug und schließe dann das Schloß, während du den Abzug weiter ziehst. Die Hülse hält die Abzugsrast im Winkel, so daß die nicht mit dem Verschlußbolzen mitdreht. Wenn der Abzug gezogen ist, während der Verschluß geschlossen wird, folgt die federbelastete Abzugsrast der Spannflanke wieder nach vorn, also umgekehrt wie beim Spannen. So entspannst du geräuschlos.

Ziehe ab, um zu schießen, sofern du eine Patron ins Lager stecktest. Ansonsten schlägst du nur den Schlagbolzen ab.

Fikkergewehr

Auch Fikker's Verschluß weist Tellerfedern auf. Die erzeugen sehr hohe Federspannungen. Der Schlagbolzenweg ist kurz gehalten. Als Dreiwarzenverschluß kann der Verschlußbolzen nur eine sechstel Umdrehung gedreht werden, um die Federn zu spannen. Damit wächst die aufzubringende Kraft. Um die Reibung, und damit Betätigungskraft zu mindern, dreht Fikker's Zylinderverschluß den Verschlußbolzen in einer nadelgelagerten Hülle.


Links der knickbare Verschlußhebel an der kreuzgeschlitzten Verschlußschraube . Die äußere linke Innensechskantmadenschraube spreizt mit einer Kugel die innen sich verjüngende Verschlußschraube gegen den Verschlußbolzen (als Sicherung). Die innere linke Madenschraube spannt über die Kugel mittels des geschlitzen Federspanner das Federpaket vor. Die Kugel lagert gleichzeitig die Drehbewegung von gedrehtem Verschlußbolzen gegen den ruhenden Abzug.

Die Schlitze der Verschlußschraube sind zu erkennen. Eine Madenschraube drückt an den Innenschrägen der sich verjüngenden Flanken die Kugel an, die so die Verschlußschraube spreizt und damit sichert.

Der geschlitze Federspanner liegt links neben dem Schagbolzentreiber, soll darüber gleiten, um die Federn vorzuspannen. Vor dem Treiber die Abzugsrast.

Die Innereien liegen links des Verschlußbolzens vor der Hülle. Erkenne die steile Spannflanke des drehbaren Verschlußbolzens und dien Längsschlitz des nicht drehbaren, sondern per Stift mit der Verschlußhülse verbundenen Hülle.

Die Innereien liegen vor dem Verschlußbolzen, der teilweise in die Hülle geschoben ist. Erkenne die die innere Lauffläche des vorderen Nadellagers.

Die Bolzenhülle ist teilweise über den Bolzen geschoben. Erkenne den Haltestift, der die Drehbewegung des Bolzens gegen die Verschlußhülse abstützt, die vordere innere Nagellagerlauffläche auf dem Bolzen sowie den Auszieher samt den ihn lagernden Stift. Das ist eine sauber Lösung.

Eine gut Verschlußhülse ist über dem hinteren Auszieherteil durchbohrt, um bei klemmender Hülse (Überdruck) den Auszieher einzudrücken, daß er die Hülse freigibt, dann den Verschluß zu öffnen und herauszunehmen und dann mit einem Dorn und Hammer die klemmende Hülse herauszutreiben.

Erkenne die hinteren Nadellagerlaufflächen.
Die Folge zeigt in drei Teilen, wie die Abzugsrast mittel Federspanner im Schlagbolzentreiber gefangen wird.
Links wartet der geschlitzte Federspanner über den Schlagbolzentreiber geschoben zu werden. Davor liegt die Abzugsrast.
Der Federspanner ist über den Schlagbolzentreiber geschoben. Die Abzugsrast ist durch den Federspanner teilweise in Bolzen gedrückt. Erkenne knapp über dem Federspanner den Schlitz in der Abzugsrast.

Anschließend drucke die Abzugsrast ganz in den Bolzen. Dann schiebe den Federspanner in die Abzugsrastenschlitze und weiter vor bis zu den Federn.

Der Federspanner umschließt nun den Bolzen, sichert dabei die Abzugsrast aus dem Bolzen herauszufallen. Das Ganze soll so nicht wie in den Bildern frei in der Luft, sondern im Verschlußbolzen zusammengebaut werden.

Links warte die Kugel die drehende Verschlußschraube gegen die ruhenden Abzugsrast zu lagern. Die Madenschraube spannt die Feder vor.

Links noch mal die kreuzgeschlitzte Verschlußschraube und rechts die Spreizung

Im Verschluß fehlen noch die Nadeln zwischen Verschlußbolzen und dessen Hülle. Im Bolzen erkenne den Federspanner. Er ist gebohrt um darin mittig eine Lagerkugel aufzunehmen.

Nun liegt auf dem Loch des Federspanners eine Lagerkugel. Drehe die Verschlußschraube in den Verschlußbolzen ein. Nach einigen Drehungen spürst du Widerstand, wenn die Schraube die Kugel gegen den Federspanner drückt und nun die Feder vorspannt.

Kugel und Madenschraube warten in die Verschlußschraube eingedreht zu werden, um die Verschlußschraube gegen den Verschlußbolzen zu spreizen, somit zu sichern.

Die Verschlußschraube ist teilweise in den Verschlußbolzen eingedreht.

Erkenne die Abzugsrast an der Spannflanke.

Die Abzugsrast ruht in abgeschlagener Stellung im Verschlußbolzen.

Der Federspanner hält sie in ihren Schlitzen, bewahrt sie aus dem Bolzen herauszufallen.

Das Abzugsrastloch ruht an der Kante zur Rast. Federspannerloch und Bolzenloch fluchten fast.

Erkenne den Halteschlitz in der Abzugsrast, in dem ihn der Federspanner fängt und im Bolzen hält.

Im Spannflankenloch erscheint das Tellerfederpaket. Der Schlagbolzentreiber ragt bereits aus dem Bolzen heraus. Federspannerloch und Bolzenloch fluchten, bereit die Abzugsrast in das Bolzenloch durchgleiten zu lassen.

Stecke die Abzugsrast durch die fluchtenden Löcher in den Bolzen. Dann schiebe den Federspanner im Abzugsrastenschlitz bis an die Feder vor. So sichert der Federspanner die Abzugsrast aus dem Bolzen herauszufallen und stütz gleichzeitig die Federn nach hinten ab. Später spanne die Feder dann mit der Schraube über die Kugel vor.

Ich meine ja nicht, obige Verschlüsse und die damit gebauten Gewehre seine schlecht. Der eine oder andere Preis läßt sich damit schon holen, siehe rechts, aber die Dinger lassen sich viel besser bauen. Vorhandene Verschlüsse sind meist ungleichmäßig ausgelegt. Einerseits ist die Hülse oben oft angebohrt, um die Zielfernrohrfüße festzuschrauben. Andererseits verstärkt unten ein kräftiger Rückstoßstollen, zumindest bei Mauser und Heym, die Verschlußhülse. Die am Bolzen abzustützenden Kräfte sind beträchtlich, zwischen fünf und acht Tonnen ziehen bei hohem Druck am Bolzen: Kraft = Druck mal Fläche. Eisen oder Stahl verziehen sich unter Druck.

Wenn also an einer Seite der Verschluß zwischen Lauf und Bolzenabstützung, an der die Bolzenverriegelungswarzen ziehen, weniger zugbelastete Fläche bietet, als an der gegenüberliegenden Seite, dehnt sich die Verschlußhülse nicht nur in Druckrichtung und damit längs der Seelenachse aus, sondern auch schräg. Das Gewehr benimmt sich dann, als wackelte der Hund mit dem Schwanz. Im Bild wäre der Lauf der Hund und der Verschluß der Schwanz. Da ohne äußere Kräfte der Massenschwerpunkt sein Lage nicht ändert, also ruht, reißt der wackelnde Verschluß den Lauf aus seiner Ruhelage. Im obigen Falle zieht der Gasdruck den Verschluß oben an den ZF-Fuß-Bohrungen weiter auseinander, als unten, an dem der Rückstoßstollen den Verschluß verstärkt. Der Verschluß schlägt also hinten nach unten. Damit schlägt er die Laufwurzel nach oben. Fröhlich schwingt der Lauf in seinen Eigenschwingungen los. Weichen die Ladungen von Schuß zu Schuß unvermeidlich ein wenig voneinander ab, dann ändern sich mit der unterschiedlichen Erregung auch die Schwingungsauslenkungen und damit die Abgangswinkeln. Solche Büchse streut die Treffer über das Ziel, statt Loch in Loch zu treffen. Das will ich nicht.

Gestalte einen besseren Verschluß!

Nach der Vorrede liegt die Antwort nahe: Die gasdruckverursachten Patronenbodenkräfte soll der Verschluß ausgewogen abstützen. Das kann er nur, wenn der Stahl räumlich gleichverteilt ist, oder Unausgewogenheiten im Einzelnen genau ausgeglichen werden. Da der Lauf weich, rücklaufend gelagert wird, entfällt vorn schon mal der Rückstoßstollen. Soll für den ZF-Fuß vorgebohrt werden, dann bitte auch auf der gegenüberliegenden Seite. Im weiteren müssen die Verriegelungswarzen symmetrisch sein. Hier versagt Halberg's Vierwarzenverschluß. Mauser, ebenso wie Heym mit zwei Warzen und Fikker mit drei Warzen, zeigen gute Lösungen. Sportschützen laden selbst. Sie möchte jede abgeschoßen Hülse auffangen. Für ein Sportwaffe kann daher ein Ausstoßer entfallen. Einen Auszieher hingen wir immer benötigt. Ob zwei oder drei Warzen ist nicht so entscheidend. Wichtig ist den Aufbau einfach zu gestalten, damit einfach gefertigt werden kann.

Der Dreiwarzenverschluß erfordert wohl die Aussparungen mit Funkenfraß abzutragen. Der sehr große Zweiwarzenverschluß dagegen ist zu fräsen. Da die entsprechenden Aussparungen in der Hülse, die den Bolzen durchlassen sollen, bevor der gedreht verriegelt, vermutlich eh funkengefressen werden kommt es auf die Arbeitsweise vielleicht nicht so an.

In dem Falle, daß Funkenfraß benutz wird, ergeben drei Warzen schlankere Bolzen. Eine Eigenschaft, die kurze Abzugsrasten ermöglicht.

Die Verschlüsse sind vorn und hinten 40 mm rund. Vorn trägt ein 30x2 Feingewinde auf 16 mm, also 8 Gängen den Lauf, davor richtet auf 14 mm eine leichte zylindrische Preßpassung den Lauf zum Verschluß aus, nicht das Gewinde! Der Lauf schlägt mit einer 32 mm Wulst plan am Verschluß, die den Verschlußabstand bestimmt, an. Zwei sauber hergestellte Flächen bestimmen so die Lage von Verschluß und Lauf zueinander, statt sich auf ein toleranzbehaftetes Gewinde zu verlassen, das sich setzt und in der Wärme verzieht. Die beiden Preßpassungen, zylindrisch und plan, richten, sonst nichts! Solche Richtung bleibt auch in der Wärme und unter Last erhalten. Schießlich sitzt das Zielfernrohr möglicherweise auf der Verschlußhülse, nicht auf dem Lauf. Lauf und Verschluß müssen also immer ihre Richtung zueinander behalten, komme was das wolle.

Statt eine kleinen Auswurfes, wie bei Halberg oder Fikker, an dem sich die Schützen die Finger klemmen und die Hülsen herausfummeln müssen, wird der Verschluß weiträumig aufgefräst (Querschnitt siehe oben, seitliche und Draufsicht sieh links). Die Fräsungen sollen so groß wie möglich sein, aber innen den Bolzen und unten den Abzug halten. Außerdem muß ein Anschlag für den Spannhebel vorgesehen werden, um die Warzen über ihren haltendenden Gegenstücken zu stellen (Warzen in Aussparungen oder auf Halbmast halte nicht!).

Soll der Verschluß nicht herkömmlich hinten sitzen, sondern, um Baulänge zu sparen, hinten sitzen, muß der Verschlußhebel statt hinten vorn angelenkt werden. Hier folgst Kirnstätters geglückter DSR-1 Entwurf. Dazu muß gesagt werden, daß der Bolzen an einer Hülse am Lauf verriegelt und das Waffengehäuse kein Gasdruckkräfte trägt, sondern nur den Abzug abstützt.

Der erste einfache Verschluß für Sportzwecke kann den Hebel hinten, außerhalb der Hülsenbrücke haben. Später wird dann für ein führiges Kurzgewehr der Hebel vorverlegt. Das wird dann auch ein Repetierer. Weiter geht's:

Druckpunktabzug

Neuer Verschluß 2

Neuer Verschluß 3

Tag Herr Thierfelder,

Derzeit entwerfe ich nun einen neuen, schnellen, kurzen Verschluß mit Abzug für die .338" Lapua Magnum, weil ich im Grunde das selbe Gewehr wie Sie haben möchte. Wenn Sie also noch eins haben möchten, bauen wir mehr. Lassen Sie mich mal wissen, was Sie dazu meinen.

Mit freundlichen Grüßen, Lutz Möller

Hallo Herr Moeller !

grundsätzlich bin ich immer an allen Entwicklungen, die in diese Richtung zielen interessiert. Da ich jedoch leider über kein unbegrenztes Budget für meine Leidenschaft verfüge, kann ich es mir bedauerlicherweise nicht leisten „zu probiere“ oder „zu bauen und dann zu testen“. Ich bedaure dies zutiefst aber dies ist die nüchterne Wirklichkeit. Ich versuche die Wahrscheinlichkeit waffentechnischer Fehlkäufen, die sich im jagdlichen Einsatz einfach nicht bewähren und damit finanziellen Verlusten wie von mir aus Unkenntnis oder wegen falscher „Beratung“ in der Vergangenheit gerne praktiziert, u. a. auch durch intensive www-Recherche möglichst zu minimieren und meine Risikobereitschaft in diesem ja auch recht kostenintensiven Hobby wird leider durch das bereits o. g. klar begrenzte Budget mehr als nur gebremst. Daß das alles insgesamt günstiger würde, je mehr Waffen man von dieser Art bauen würde, ist mir durchaus klar, jedoch kann ich selbst Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt diesbezüglich nicht weiterhelfen, war aber so frei das Thema an einige auch in diese Richtung interessierte und finanziell bedeutend unabhängigere Hubertusbrüder als ich weiterzuleiten. Sollte ich hier jemanden begeistern können, werde ich den Kontakt gerne herstellen. An jedem Entwicklungsergebnis, dem Endprodukt und den Erfahrungen in dieser Angelegenheit ist mir natürlich grds. immer gelegen.

Mit freundlichen Grüßen und Waidmannsheil, Andreas Thierfelder

Scherbelastung der Verschlußwarzen

Sehr geehrter Herr Möller,

ich besuche sehr oft Ihre Seite und muß sagen: Alle Achtung! Da sind wirklich sehr viele und sehr anregende Sachen bei! Ich studiere derzeit Maschinenbau und bin interessierter Sportschütze, wenn auch nur kurzwaffentechnisch. Auf Zylinderverschlüsse haben Sie einige Zeichnungen für Zylinderverschlüsse vorgestellt. Wenn ich  richtig verstanden habe sollten Neuer Verschluß 2 und Neuer Verschluß 3 für die .338 LM ausgelegt sein. Jetzt meine Frage: Woher weiß man bei einem Zylinderverschluß, ob die Warzenfläche ausreicht?

LM: Indem Sie die (gerichteten) Kräfte und die belasteten Flächen betrachten.

Wenn ich die Streckgrenze von einem sehr hochfesten Stahl nehme (z. B. 30CrNiMo8 mit Re = 1.050 im Bereich 16 mm <= d <= 40mm) und die Fläche der drei Verschlußwarzen von knapp 79 mm² betrachte . . .

LM: Achten Sie auf die Kraftrichtung der Stoßbodenkraft zum Verschluß, bzw., den Warzen. Druck, Pressung wirkt quer zur Warzenstirnfläche, Scherung längs der Kraft.

. . . kommt man auf eine Belastung von ca. 86,8 kN und einer Spannung von knapp 1.100 MPa, das liegt ja schon über der Streckgrenze.

LM: Mir ist jetzt nicht klar, woher Sie  79 mm² hernehmen oder ableiten. Beispielrechnungen finden Sie in Verschlußkräfte.

Mit freundlichen Grüßen, Benjamin Graf, Montag, 20. August 2012 16:10

Blaser

Blaser, früh

Blaser, später

Von den o.a. R93-Verschlüssen halte ich gar nichts. Sofern mal eine Patrone platzt (soll nicht, kann aber z. B. bei zu großem Verschlußabstand geschehen) können die rot argestellten Gase mit ihrer Kraft gegen den Ringbundverschluß drücken und so aus der Rast schieben, daß der Verschluß öffnet, sprich dem Schützen ins Gesicht fliegt. Das wäre mir zu unsicher.

Sehr geehrter Herr Möller!

Ich habe vor kurzem einen Geradezugrepetierer mit Wechsellauf 8x68S verkauft. Nicht die Schußleistung oder Präzision war der Grund, sondern die Sicherheit. Beim raschen Repetieren brach sofort der 2. Schuß, ohne daß ich den Abzug berührte. Gerade bei Treibjagden, wo viele Treiber, Hunde und Jäger sind, war mir die Waffe zu gefährlich.

Vor dem Geradezugrepetierer hatte ich eine Sauer 202 in diesem Kaliber. Die Sicherung am Kolbenhals bzw. die Entsicherung bei der Abzugseinrichtung ist auch nicht ideal. Da ich auch viel mit Jagdgästen im Hochgebirge unterwegs bin ist mir ein Repetierer mit einer Flügelsicherung sehr angenehm, weil sie oft unter dem Rucksack auf dem Rücken getragen wird und eine ungewollte Entsicherung nicht möglich ist. Außerdem sieht man den gesicherten oder entsicherten Zustand sofort.

Welche präzise gutfunktionierende Waffe für dieses Kaliber könnten Sie mir empfehlen? In Ihrem Bericht schreibt einer über den Mauser 66, oder wäre vielleicht der Steyr SBS eine gute Wahl?

Da ich mit diesem Kaliber nie Schwierigkeiten (Brunfthirsche, Sauen in Ungarn, Steinwild und Gams) hatte, möchte ich mir ehestens wieder eine Waffe in Kaliber 8x68S zulegen.

Danke im Voraus für Ihre Antwort., Peter Ziegler, Mittwoch, 29. Januar 2003 15:0

Verschiedene Abzugsanordnungen

Kurzverschluß 6

Kurzverschluß 7

Verschlußkräfte

Patrone
5.000 bar
Durchmesser Fläche Druck Kraft Warze Druck Warze Druck Kammer 3 Warzen 6 Warzen 9 Warzen
mm mm² N/mm² N mm² N/mm² mm² N/mm² mm mm mm mm
12,0 113 500 56.549 70 808 71 800 18 25,3 20,7 19,9
13,0 133 500 66.366 70 948 83 800 19 27,1 22,0 21,1
13,3 139 500 69.465 70 992 87 800 19 27,4 22,2 21,2
15,0 177 500 88.357 89 992 110 800 21 30,6 24,6 23,5
20,0 314 500 157.080 158 992 196 800 26 39,5 31,1 29,5
Durchmesser Fläche Druck Kraft Warze Druck Warze Druck Kammer 3 Warzen 6 Warzen 9 Warzen
mm mm² N/mm² N mm² N/mm² mm² N/mm² mm mm mm mm
12,0 113 700 79.168 70 1.131 99 800 18 27,7 21,7 20,6
13,0 133 700 92.913 70 1.327 116 800 19 29,7 23,1 21,8
13,3 139 700 97.250 70 1.389 122 800 19 30,1 23,3 22,0
15,0 177 700 123.700 125 992 155 800 21 33,7 25,9 24,4
20,0 314 700 219.911 222 992 275 800 26 43,7 33,0 30,8

Zündverzugszeit

Titanschlagbolzen jetzt auch für: Schweden-MAUSER M96/M38, MAUSER M98 SAKO, TRG 21 Sonderanfertigungen nach Wunsch möglich. Bewegte Masse kann bis zu 50% reduziert werden. z.B. MAUSER M96: orig. Gewicht ~ 93 g / Ti-Schlb. 51g d.h.: schnellere Zündverzugszeit, weniger verwackeln! 185€ Quelle: http://www.bmb-waffen.de/

Im Zylinderverschluß bewegt eine vorgespannte Feder eine Masse an, die zusammen einen allseits beschriebenen harmonischen Oszillator darstellt. Aus den Anfangsbedingungen kann sein Verhalten eindeutig vorhergesagt werden. Hier geht es um schnelle Zündung. Die Zündverzugzeit beträgt beim Gewehr-06 mit 25 g bewegter Masse und herkömmlicher Schraubenfeder nur 2,5 Millisekunden , also deutlich schnelle als vergleichbare Zylinderverschlüsse. Die Rechnung kann in Oszillator eingesehen werden.

Lutz Möller, 13. Mai 2006