Franz Jäger

Kippblockverschluß

Bild 1: K77 Spannfeder, seitlich

Bild 2: K77 Spannfeder von unten

Bild 3: K77 Excenter schiebt Keil in Kippblock oder zieht ihn heraus um dden Lauf in der Basküle zu verriegeln

Bild 4: K77

Bild 5: K77 Duralbasküle

Bild 6: K77 Lauf mit Kippblock. Der Kippblock verriegelt in Laufüberhangnuten, nicht in der Basküle

Bild 7: K77 Laufüberhang mit Verriegelungsnut für den Kippblock

Bild 8: K77 Abzugklinke

Bild 9: K77 Abzugrückstellfeder

Bild 10: K77 Verschluß mit Abzug von links

Bild 11: K77 Verschluß mit Abzug von rechts. Mittig die Fallsicherung. Davor der Öffnungsentspanner

Bild 12: K77 Die Kippblockfeder vor der Laufüberhangsverreiglungsnut

Bild 13: K77 Die Kippblockfeder vor der Laufüberhangsverreiglungsnut

Bild 14: K77 Lauf geschlossen

Bild 15: Kippblock in der Basküle

Bild 16: Kippblock kippt um Achse

Merkel B3 Suhler Jäger Kippblockverschluß

Tach Herr Moeller!

Warum kann der Simson-Jäger-Verschluß mehr Stoßbodenkraft ab? Die gesamte Basküle ist aus Leichmetall (Dural) auf einer CNC-Maschine in null-komma-nichts gefräst. Über schlechte Fertigungstoleranzen bei Merkel-Leichtgewicht-Kombinierten (Bergstutzen) habe ich bei ihnen im Forum schon einmal gelesen.

Merkel Qualität

Gute Merkel-Waffen

Auf der anderen Seite wird die Merkel 2020 Bockbüchse seit mehr als 100 Jahren nahezu unverändert in Handarbeit aus dem Vollen aus bestem Gewehrstahl hergestellt. Der Verschluß ist doch, da ganz oben liegend plus doppelt verriegelnd, durch bessere Hebelwirkung physikalisch fester, meine ich, oder? Die Fertigungstoleranzen (Haltbarkeit) auch bei stärksten Kalibern (Ladungen) sollten doch gerade hier auf Weltklasseniveau liegen?



Kerstenverschluß bei Merkel Bockbüchse (Quelle)

Woraus leiten Sie dauerhafte Haltbarkeit (Gasdichtigkeit) des Jäger-Verschlusses gegenüber dem Kersten-Verschluß ab?

Allerdings habe ich die MERKEL B3 mit ihren 55er Läufen in der Hand gehabt. Mit 2,9 kg Lebendgewicht ist die tatsächlich ein imponierendes, führiges G'wehrle.

Mit einem 1-4 fachem Drückjagdglas und kurzer Patrone wäre die sicherlich mit Freude zu führen!

Mich erinnern die ultra-leichte MERKEL-Waffen allerdings irgendwie negativ an maschinengestrickte BLASER-Waffen, den Repetierer KR1 mal ausgenommen.

Falko Unruh, Freitag, 17. November 2006 12:50

Tag Herr Unruh,

anders als Sie schrieben, dichtet bei hinterladenden Handfeuerwaffen nicht der Verschluß einer Waffe den Gasdruck im Rohr nach hinten ab, sondern die Patronehülse. Das gilt für alle Handfeuerwaffen und Verschlüsse.

Daß ein Gerät 100 Jahre gebaut wurde, heißt nicht, daß es das Ende der Entwicklung darstelle. Genauso kann es sich dabei um ein Überbleibsel handeln.

Bei Kipplauffwaffen ohne Franz Jägers genialer Erfindung, dem Kippblockverschluß, muß die Drehachse zwischen Lauf und Basküle über Lauf und Basküle Kräfte aufnehmen. Je nach Bauart und Verriegelung und Passungen, leitet die Stroßbodenkraft ggf. auch erheblich Drehmomente ein. All solche Verschlüssen belasten die Basküle, z.B. über die Laufhakenverrieglung, nennenswert. Wie der Kippblockverschluß (KBV) zeigt, ist das gar nicht nötig. Der Kippblock verriegelt mit seiner Feder oben in der Laufüberhangsnut und unten um einem Zapfen. Damit nimmt der Kippblock die Stroßbodenkraft auf, ohne die Basküle zu belasten. das ist ein wesentlicher Unterschied! Die Basküle dient in KBV nur dazu Lauf, Schaft usw. zusammenzufassen und den Rückstoß in den Schaft einzuleiten. Weitere nennenswerte Kräfte muß bei einem KBV, anders als bei allen andern Kipplaufwaffen, die Basküle nicht aufnehmen, weil der KBV unter Last nicht von selbst entriegelt. Falls es für Franz Jäger noch kein Denkmal gibt, sollte man ihm eins setzen, damit man man mal ihn denkt! Sein Entwurf ist einfach große Klasse.

In niedrigbelastete Kipplaufwaffe taugen die herkömmlichen Verschlüsse wohl auch. Sie bieten den Vorteil einfachen und freien Zuganges zum Patronenlager, der bei der Flugwildjagd mit Schrot oder in sonstigen Fällen in denen viel und schnell hintereinander geschossen werden muß überwiegt.

Kippblockverschluß

Merkmal

Nutzen

Während also Schrotflinten ohne weitere Nachteile einen hochbelastbaren Kippblockverschluß entbehren können, der darin die erwünschte schnelle Schußfolge sogar behindern würde, stellt er für alle Kipplaufbüchsen, Bockbüchsen die erste Wahl da! Schering baut solche Waffen z.B. für die .300" Pegasus. Nicht daß man die haben müßte, aber wegen eines Ladefehlers wurde so eine Kippblockbüchse mit der immerhin 14,75 dicken Patrone mal mit 6.000 bar abgefeuert. Das rummste natürlich gewaltig und die Hülse floß, weil das Messing überfordert war. Die Waffe mit dem kräftigen Kippblockverschluß aber überstand die Pulververwechslung ohne bleibenden Schaden. Kein herkömmlicher Verschluß einer Kipplaufwaffe hätte das meiner Meinung, ohne mehr oder weniger zu versagen, nach vertragen. Das ist der entscheidende Unterschied! Aus dem Grunde ist der KBV für leichte, führige Hochleistungsbüchsen für das Gebirge die erst Wahl.

Es gibt aber noch andere Gründe. Heute wollen immer mehr Jäger kurze Waffen. Damit die Leistung nicht darunter leidet müssen für Stutzenläufe passende Patronen gewählt werden. Die 8x57 IRS ist dafür besonders geeignet. Dem Kippblockverschluß angemessen, wäre den Druck auf 4.500 bar anzuheben. Das gilt nicht für alle Kipplaufwaffen, sondern nur solche mit KBV. Die Zusammenhänge erklärt Stoßbodenkraft oder nachfolgende Vergleichstafel.

Patrone .300" Pegasus .300" WM 8 x57 IRS 8 x57 IRS 9,3x74R 9,3x74R
Stoßboden Ø oder P1 [mm] 14,73 13,03 11,95 11,95 11,90 11,90
Druck [bar] 4.413 4.300 3.300 4.500 3.400 4.500
Kraft [kp] 7.520 5.734 3.701 5.047 3.781 5.004
Verhältnis 130% 100% 65% 88% 66% 87%

Wird die Waffe mit gleichem Laufdurchmesser auch in .300" W. Mag gefertigt, halten die Läufe die Umfangsspannung der beiden dünneren Patronen auch mit zeitgemäßen 4.500 bar aus: Die dicke .300" Win. Mag. belastet den gleichen KBV mit einer Kraft, die der Erdanziehung von 5,7 Tonnen Masse entspricht. Nicht wenig! Der KB-Verschluß muß also was aushalten können. Das kann bauartbedingt gewiß. Die Stoßbodenkraft der 1 mm dünnere 8x57 IRS mit altmodischen 3.300 bar liegt 35% darunter. Heben wir nun den Druck der 8x57 IRS auf zeitgemäße 4.500 bar an, steigt die Stoßbodenkraft dennoch nur auf 88% der Magnum an. Die gürtellosen 8x57 IRS Hülsen vertragen den Druck ohne weiteres (sogar noch weit mehr, aber wir wollend die Kirche mal im Dorf lassen). Die Verhältnisse liegen bei der 9,3x74R mit 11,9 mm P1-Durchmesser mit 87% ähnlich.

Die Wandspannung muß natürlich auf beachtet werden, damit der Kessel nicht platzt. Da bei gleichem Außendurchmesser die Läufe die dickere amerikanische .300" WM mit 13,51 m Gürteldurchmesser aufnehmen und ihre Kräfte aushalten, ist bei den gürtellos viel besser ausgelegten deutschen 8x57IRS und 9,3x74R noch Luft. Zusammenfassend spricht alles dafür in Kipplaufwaffen mit Kippblockverschluß die 8x57IRS mit zeitgemäßen 4.500 bar zu fahren.

CIP-Mitglieder müssen allerdings auf die veraltete Norm mit Schwachdruck und mäßiger Leistung beschränken.

In Afrika habe ich so manche Patrone auf Leistung gebracht wenn ich mal hinfuhr.

In Afrika gibt es viel Wild. Die Leute sind hungrig und essen gern Fleisch, besonders Schweinfleisch, wie hier folgt:

Herero Gabriel und Sippe lieben Schweinefleisch

Hund auch, Timmy, Burebull

Das Lutz Möller KJG bringt's

Mit einem Kippblockverschluß Ihrer Wahl sind Sie also ganz auf der Höhe der Zeit und ich glaube die Beute lauert. Nun kommt es nur noch auf Können und Jagdglück an,

Assurbanipal (669 - 627 v. C.) bei der Löwenjagd

Assurbanipal (669 - 627 v. C.) bei der Löwenjagd
648 v. C. eroberte er Babylon und fügte die Gilgamesch-Tafeln seiner Bibliothek in Ninive hinzu

ob dem Schützen gelingt, die Gelegenheit in einen Streckenerfolg zu verwandeln. Geeignete Zielwahl vorausgesetzt, bestimmt der Mann am Rohr mehr als alles andere über Erfolg oder Ärger. Bei Bewegungsjagden muß die Drückjagdwaffe dem Schützen liegen und an die Wange fliegen. Ich wünsche Ihnen das mit ihre neuen Merkel B3. Nicht jedem Mann werden die Maße passen, aber, Kapitalismus und Marktwirtschaft sei dank, können wir uns ja unser Gerät passend aussuchen. Dem einen paßt dies, dem andern jenes. Wenn Rat für Schäftung gebraucht wird, oder Flüchtigschießen gelernt werden soll, hilft ein Besuch beim Flintenschützen Gregor Schmidt-Colberg.

Waidmanns Heil, Lutz Möller,

Brünner ZH-Verschluß

Hallo Lutz,

die Frage der 'Baskülen-Belastung' beim Brünner-ZH-Verschluß war zwar nicht zentrales Thema bei der Diskussion über mögliche Ursachen klemmender 7x65R-Patronen - ich möchte aber bei der Gelegenheit die Aussage von Torsten, daß der ZH-Stoßboden im ausgebauten Zustand ohne Basküle am Laufbündel verriegelt werden kann, bestätigen. Ich konnte dies selbst feststellen, als ich einen gebrochenen Schlagbolzen auswechselte. Niemand baut den ZH-Verschluß ohne Not auseinander, deshalb füge ich jetzt kein Bild bei. Für die Plausibilität der Aussage Torstens mag genügen, daß der Stoßboden der ZH zusammen mit der Kersten-Verriegelungseinheit samt Verschlußhebel in der Basküle verschiebbar ist. Das ist konstruktionsbedingt deshalb nötig, weil die Scharnierbolzen am Laufbündel nicht (wie normal) unten, sondern zwischen den beiden Läufen (also viel höher) angebracht sind. Die Lage der Drehachse würde es somit nicht erlauben, die Waffe zu öffnen bzw. zu schließen, wenn der Stoßboden nicht von der Unterkante des Laufbündelendes zurückgedrückt werden könnte. Damit die Verschlußeinheit der Excenterbewegung (beim Schließen der Waffe) selbsttätig folgt, wird diese über zwei Schraubenfedern in der Basküle nachgeführt. Diese Federn wären natürlich niemals geeignet, irgendwelche vom Schuß bedingte Kräfte oder Momente aufzunehmen. Der Vergleich mit dem Jäger-Kippblocksystem ist deshalb meiner Meinung nach nicht falsch, insofern er besagen will, daß auch beim ZH-System nur Rückstoßkräfte auf die Basküle übertragen werden (über die Scharnierbolzen). Die Konstruktion halte ich in puncto optimale Kräfteableitung für gleichwertig.

Donnerstag, 21. Dezember 2006 22:44


Guten Morgen Lutz,

hierzu Dank und meine Entschuldigung. Natürlich habe ich einen Namen, wenn auch keinen seltenen: Gottfried Müller, Dipl. Phys., Grainbach/Samerberg in Bayern. Ich lese Deine Internetseite seit Jahren und konsultiere diese bei jeder fraglichen Angelegenheit im Zusammenhang mit Jagd und Waffen - mit dem besten Gewinn.

Waidmannsheil, G. Müller, Freitag, 22. Dezember 2006 09:23

Lutz Möller,

Blaser S2

Blaser S2 Safari Luxus

Blaser S2 (Werkbild)

Hallo Lutz,

ich wende mich mal wieder mit einer Frage an Dich, um letzte Gewißheit zu erlangen. Der Suhler Jäger Kippblockverschluß meiner K 95 hält so ziemlich alles schadlos aus, was ich so veranstalte. Das wurde auch mehrfach schon auf Deinen Seiten erörtert bzw. festgestellt. Nun frage ich mich, wie das mit dem Kippblockverschluß der Blaser S2 aussieht? Der müßte doch gleich bzw. ähnlich sein. Für die K 95 gibt es Hochdruckladungen. Bei der S2 hat sich noch keiner geäußert. Da könnte man doch auch die 3.400 bar noch ein wenig steigern, oder liege ich da falsch? Ist der S2 Kippblockverschluß schlechter?

Ich wäre über eine kurze Stellungsnahme dankbar. Vielleicht stellst du ja sogar einen Vorschlag ins Netz ein.

Ergänzend hierzu noch gleich einen Abschußbericht (leider ohne Bilder - beim nächsten mal wieder, versprochen). Junijährling 10 kg aufgebrochen, Schußentfernung 180 m, 7x65R, Lutz Möller Geschoß. Jährling erhält die Kugel (ja Projektil) am hinteren Ende der Kammer mit Ausschuß im Gescheide (schei... Weichschuß) und jetzt kommt's, verendet augenblicklich im Feuer. Keine Flucht, kein Wildpret entwertet (!) und auch kein Leiden, das habe ich wiedermal besser noch nicht erlebt.

LM: Wie gut, daß Du das Lutz Möller Geschoß geladen, statt zerfieselnder Bleierner Sippe, die bei schwierigen Treffern nicht weit genug eindringt, um hinreichend zu wirken. So ist die Sach ja noch mal glimpflich abgegangen. Schön zu wissen, daß man sich immer auf das Lutz Möller KJG verlassen kann, nicht nur bei Schönwetter, sondern auch bei Sturm!

Ich werde Mitte Juli von den drei Wildarten, die als hart (Gnu, Zebra) gelten oder groß sind (Eland) das ein oder andere Stück genau mit dem neuen spitzen Lutz Möller Geschosse mit der schwarzen Kappe bejagen und wenn möglich die Jagd filme lassen, um deutlich zu zeigen, was das die 7x64 mit dem rechten Geschoß zu leisten vermag:

Eland + Oryx am Wasserloch

Eland und Oryx am Wasserloch. Im Vergleich ist zu erkennen wie groß der Elandbulle ist.

Zebrae

Zebrae

Gnu

Blaues Wildbiest oder Streifengnu

Mitte Juli geht es mit der 7x64 LM Munition nach Botswana auf Eland, Gnu oder Zebra, lies dort weiter!

Gruß und Waidmannsheil, Stephan Heckeroth, Donnerstag, 7. Juni 2007 18:29

Moin Stephan,

eigentlich sollte Blaser Dir die Frage zu den verträglichen Stoßbodennkräften der S2 beantworten, nicht ich, den die Bauen das Ding ja. Der Verschluß ist übrigens der Suhler Jäger Verschluß, nicht Blaser Verschluß. Er wurde anno dazumal in Suhl von einem Herrn Jäger entworfen und patentiert. Heute ist die Schutzfrist lange abgelaufen. Scheiring, Merkel und Blaser bauen Waffen mit diesem Kippblockverschluß. Bauartbedingt halten damit ausgerüstete Kipplaufbüchsen Einiges aus. Ich werde also die 9,3x74R Ladungen um verstärkte Ladungen für Kippblockverschlüsse ergänzen, damit nicht nur die nahen Kaffernbüffel, sondern auch die fernen Springböcke mit einem Treffer zu Strecke kommen.

Blick ins Springbockland

Karroo, Corndale 2004, Blick vom Berg auf die Farm, vom Kudu- und Bergriedbockland ins Springbockland.

Gruß, Lutz Möller

Hallo Lutz,

ich habe mich mal bei Blaser schlau gemacht und herausbekommen, alle Kippblöcke der S2 (Normal sowie Safari) sind gleich. Alle werden mit 5.600 bar beschossen. Um eine stramme Ladung herzustellen sollte das reichen. Nun will ich mit der S2 mit der 9,3x74 R meinen Kaffernbüffel erlegen.

Waidmannsheil Stephan, Freitag, 15. Juni 2007 12:16