Zündhütchen

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Inhalt Welche Zündhütchen soll man wählen | Schnelle Röhrchenpulver | Langsame Röhrchenpulver | Nitroglyzerinhaltige Kugelpulver | RS Pulver | Magnum | Zündhütchen | Pistolenzündhütchen in Gewehrpatrone | Versager | Der Fehler | Der Fachmann | Die Prüfung | Anzündung | Ladung | Hülsen | Pulver | Krater | Druckverlauf über Temperatur | Winter | 8x68S Gasdruck | Sommer | MJG spitz (schwarze Spitze) | Zündhütchenseltsamkeit | Neues 6,35 mm Zündhütchen | XL Fehlkonstruktion | Krater im Zündhütchen | Kleine Zündhütchen | Zündhütchen und Trefferlage | Zündlöcher | Zündlöcher 2 | Federal 210 verleiht Flügel | Benchrest Zündhütchen | Kälte

Schuß

Welche Zündhütchen soll man wählen?

Allgemein bestimmen vorwiegend Pulverlebhaftigkeit, Hülsenlänge und damit auch Pulvermenge die Anzündung. Lebhaftere Röhrchenpulver als R904, N 204, RP4NT oder ähnlich brennen mit verhältnismäßig großer Oberfläche und geringer Phlegmatisierung (d. i. eine Beschichtung die Lebhaftigkeit herabzusetzen, daß die oberflächlich langsamer brennen) recht gut an.

Schnelle Röhrchenpulver

Bis 4 g Pulver genügen dafür meist gewöhnnliche Büchsenzündhütchen wie CCI 200 oder Federal 210. Die R904, N 204, RP4NT sind so mittelmäßig, daß bis 4 g Pulver dafür meist vorstehende gewöhnliche Zündhütchen genügen.

Langsame Röhrchenpulver

ab R905, Norma MRP, Bofors RP5 NT werden in der Regel in größeren Hülsen verwendet. Sie sollten daher mit Magnumzündhütchen angezündet werden, nämlich CCI 250 oder Federal 215.

Nitroglyzerinhaltige Kugelpulver

sind sind geometrisch ungünstig, weil deren Oberflächenfunktion offensiv ist, soll heißen anfänglich viel Oberfläche mit viel Gasentwicklung bietet, aber bei fortschreitendem Abbrand zur Mitte die Oberfläche ~ 1/r² abnimmt. Daher sind solche Pulver außen besonderst stark behandelt „phlegmatisiert“, daß ihnen die Lebhaftigkeit verloren geht und sie „faul“ werden = langsamer brennen = bei gewisser Wärme und Druck weniger Gas als unbehandelt abgeben. Dicke Kugelpulver für Magnumhülsen mit schweren Geschossen brennen wie nasses Gras an. Solche Pulver werden oft aus wiederverwendeten 20-mm- Kannenpulvern, die bei der heute üblichen Umrüstung auf 30 mm Ø in großer Menge günstig anfallen, hergestellt. Besonders Olin - Winchester verwendet die. Dafür baut Winchester besonders starke Zündhütchen, nämlich die „WMR“, siehe Magnumleiter, um trotz stark gefaulter Pulver die Zündung ohne Hänger oder Nachbrenner sicherzustellen. Für einbasige, Rohrchenpulver sind die nicht erforderlich.

RS Pulver

Um den Temperaturgang der Lebhaftigkeit günstig zu beinflussen sind RS Pulver an der Oberfläche besonders behandelt. Der Vorteil geringer Wärmempfindlichkeit hat seinen Preis. So behandelte RS Pulver lassen sich schwerer anzünden. Günstig ist daher für RS Pulver Magnumzündhütchen zu verwenden.

Winchester und Remington liefern nun nicht solch Güte, daß man die Erzeugnisse unbedingt verwenden müßte, also können wir, bis auf den einen Fall, darauf verzichten. Deren Patronenhülsen genügen allenfalls geringen Anforderungen, aber nicht für anspruchsvolle Jäger. Daher sollte man davon Abstand nehmen.

Sogenannte Benrest- Goldmedallien oder ähnliche Zündhütchen brauchen wir Jäger nicht.

Lutz Möller Dienstag, den 15. Juni 2010

Sieh auch RS 40 in Vorzugspatronen

5,33 mm MagnumZündhütchen nach Stärke

schwächer stärker
CCI 250 RWS 5333 Federal 215 Remingtom 9 ½ M Winchester LRM

Sehr geehrter Herr Möller,

ich möchte demnächst die Patrone 9,3 x 74 R mit dem Lutz Möller Geschoß mit Ihren vorgegebenen Ladedaten wiederladen. Würden Sie mir bitte mitteilen, welche Zündhütchen (Hersteller) die geeignetesten sind? Vielen Dank für Ihre Mühe!

Mit freundlichen Grüßen, Hermann Arnold, Samstag, 23. Juli 2005 21:14

Tag Herr Arnold,

ich verwende zu meiner großen Zufriedenheit seit Jahren CCI 200 für herkömmliche Patronen und CCI 250 für Magnumpatronen. Die beim MJG best geeigneten schellen Pulver zünden besonders bei den empfohlene Ladungen mit annähernd 100% Ladedichte gut, so daß stärker Zünder nicht erforderlich sind. Schaden würden Sie aber auch nicht. Erforderlich sind Sie nur bei grobkörnigen, sehr langsamen Pulvern (R905, Norma MRP, Vihtavuori N650, PCL 513 u. ä. ) und bei RS Pulvern.

Mit freundlichen Grüßen, Lutz Möller 24. Juli 2005, 2015

Zehn Stück CCI Large-Rifle-Zündhütchen wiegen 3,38 g. Die Benchrestausführung desgleichen. Die Messung zerstreut die bislang gehegte Vermutung, die Ausführungen unterschieden ich in der Blechstärke. Zehn Stück CCI Large-Pistol-Magnum-Zündhütchen wiegen 2,99 g. Es gibt also durchaus Zündhütchen aus dünnerem Blech, aber eben andere.

Pistolenzündhütchen in Gewehrpatrone

CCI schrieb:

Question: I have CCI Large Pistol primers. Can I use them instead of Large Rifle primers that I need to load for my rifle loading?
Answer This is not advisable. Large pistol primers have less priming compound, and are shorter than Large Rifle primers. Misfires and under-ignition are very likely.

Guten Morgen Herr Möller

Ich habe ja über Herrn Luk das 6 mm MJG für die .243" Win. erhalten. Herr Luk war übrignes sehr freundlich und innerhalb der Schweiz hat auch alles perfekt geklappt. Ich habe mir nun die .243" Win MJG Ladedaten angeschaut und meine, die .243" Win werde ich mit dem empfohlenen Rottweil R903 laden werden. Da ich bis jetzt nur 9 mm Parabellum und .45" ACP geladen habe, möchte ich nur nochmals sicher gehen, Ihre Tafel richtig verstanden zu haben:

Lademenge R903 zu 2,8 Gramm (nicht grain)

LM: Ja.

Ist die Gesamtlänge der Hülse mit dem Geschoß 67 mm (habe ich bei der Einschießmunition von Winchester die ich zur Waffe miterhalten habe gemessen)? Auf Ihrer Seite schreiben Sie von einer 69,7 mm langen Patrone?

LM: 69,7 mm vom Boden bis zur Geschoßspitze!

Zündhütchen: Fiocchi Large Pistol Primers

LM: Ob Sie mir "Large Pistol" zurechtkommen werden weiß ich nicht. Empfohlen sind "Large Rifle". Über den Unterschied kann Ihnen nur Fiocchi selbst Auskunft erteilen. Ich verwende meist CCI 200. Bitte berichten Sie.

Besten Dank für Ihre Antwort im voraus. Mit freundlichen Grüssen aus der Schweiz, Arthur Jeanguenin, Dienstag, 9. Mai 2006 10:45

.243" Win. mit Fiocchi Pistolenzündhütchen

Links 1. zurückgekommen | Mitte 2. durchgeblasen | Rechts 3. Waffe zündet nicht mehr !

Guten Morgen Herr Möller

Ich habe die .234" Win. nach Ihren Ladungsangaben mit großen Pistolezündhütchen geladen und abgefeuert. Die ersten beiden Patronen haben gezündet, wobei beim ersten Schuß das Einschlagloch beim Zündhütchen wieder nach außen gedrückt wurde, beim zweiten Schuß hat das Zündhütchen ganz durchgeblasen und eine Beschädigung am Zündstift hervorgerufen (siehe Bild). So konnte ich den Versuch nicht weiterführen, da der Zündstift beschädigt oder verklemmt wurde und so nicht mehr richtig durchgeschlagen hat.

Von einem Einsatz der Pistolen-Zündhütchen im Gewehr ist unbedingt abzusehen, da die Wandstärke der Pistolenzündhütchen geringer als die der Gewehrzündhütchen ist und auch die Stärke und das Abbrennverhalten auf die schnelleren Pulver ausgelegt sind.

Ich habe übrigens beim Büchsenmacher die Munition von anderen Herstellern bez. ihrer Gesamtlänge angeschaut. Alle, auch RWS und Gecco, sind rund 2 mm kürzer gesetzt als nach Ihren Angaben. Laut Büchsenmacher soll aber ein möglichst langes Geschoß und dementsprechend lange Patrone von Vorteil sein.

Sobald ich meine Zanardini Prinz Kipplaufbüchse wieder vom Büchsenmacher zurückerhalten habe, werde ich mit der neu geladenen Munition das Einschießen fortsetzten. Die Treffpunktlage ist doch anders wie bei der FabrikLadung von Winchester (rund 10 - 15 cm tiefer).

So, das wär's fürs erste. Ich wünsche Ihnen ein Schöns Wochenende.

Arthur Jeanguenin, Sonntag, 14. Mai 2006 10:20

Versager

Liebe Leute von MJG,

vor einigen Monaten habe ich 60 Schuß in 9,3x62 mit dem Lutz Möller Geschoß erhalten und vor kurzem bei meiner Spanienjagd ausprobiert. Die Weitschußpräzision ist sehr ordentlich, Hirsch auf 270 Meter erlegt.

Die Wirkung im Wildkörper läßt jedoch zu wünschen übrig und es kam trotz guter Treffpunktlage (sowohl bei kurzem als auch bei großen Entfernungen) zu weiten Fluchten. Das absolut größte Problem war aber die Unzuverlässigkeit bei der Zündung der Patrone. Durchschnittlich jeder 4 Schuß zeigte sich als Zündversager. Nach dem 7. oder 8. Versager habe ich auf diese Patronen verzichtet. Ihre Stellungsnahme interessiert mich sehr.

Mit freundlichem Grüßen, Franz H. Enk, 1. Dezember 2005

Tag Herr Enk,

das stimmt was nicht. Bitte senden Sie mir die Hülsen und die Waffe. Ich werde prüfen, was da los ist. Außerdem sagen Sie mir bitte genau, welche Tiere Sie wie getroffen (Einschuß, Ausschuß) haben und wie weit die dann liefen. Fügen Sie, sofern vorhanden, bitte Photos bei.

Mit freundlichen Grüßen, Lutz Möller

Hallo Herr Möller,

danke für die schnelle Antwort. Die Waffe möchte ich nicht gern versenden. Es ist eine von Ihnen so geliebte R93. Für dem 9,3er Lauf verwende ich normalerweise Munition von RWS mit dem TUG Geschoß, die sich als absolut zuverlässig erwiesen hat. Abgeschossene Hülsen habe ich auch nicht mehr. Was ich Ihnen zur Verfügung stellen kann, ist die restliche Munition, ~ 30 Schuß. Teilen Sie mir hierzu die Anschrift mit und fügen Sie bitte eine Munitionserwerbsberechtigung bei. Übrigens war die R93 selbstverständlich richtig und vollständig verriegelt. Nach dem ersten Versager habe ich besonders sorgfältig darauf geachtet. Das Erlebnis der Zündversager durfte ich mit 2 Büchsenmachern teilen, die ich beim Einschießen, bzw. während der Spanienjagd konsultiert hatte. Deren Vermutung war, daß die Einpreßtiefe der Geschosse nicht korrekt ist.

Vom Wild gibt es keine aussagefähigen Bilder. Das erste Stück war ein Schmaltier von ~ 40 kg, auf 70 Metern per Blattschuß erlegt, Flucht noch fast 200 Meter, (hätte eigentlich im Feuer liegen müssen) Ausschuß fast gleichgroß wie Einschuß, kaum Zerstörung im Wildkörper. Das zweite Stück war ein schwacher, ungerader 10er Hirsch, ~ 80 kg auf 270 Meter leider unmittelbar hinter dem Zwerchfell waidwund geschossen, Flucht ~ 1.000 Meter, nach 15 Minuten Nachsuche stehend gefunden und mit Fangschuß erlegt. Auch hier trotz der Schußweite nur ein kleiner Ausschuß und kaum Zerstörung im Wildkörper.

Vielleicht helfen diese Informationen ja.

Gruß, Franz H. Enk, Donnerstag, 1. Dezember 2005

Tag Herr Enk,

die Munition senden Sie bitte zur Überprüfung an Klaus Rechtacek, der ebenfalls eine R93 in 9,3x62 und 8x68S führt und damit erfolgreich jagt.

Siehe 9,3x62 Jagden in

Gräfenroda MarksuhlHainich KickelhahnKohlbach Hainich 2 Ilfeld Frauenwald Schwarzatal Hainich 3 Marksuhl 2

Seine R93 versagt die Zündung nur sehr selten, obwohl das auch bei seiner Waffe gelegentlich vorkommt. Das scheint eine Schwäche der R93 zu sein. Aber wir werden ja sehen. Damit werden wir das Zündproblem lösen.

Zu der 9,3 mm MJG-Wirkung kann ich nur sagen, daß alle Tiere mit Blattschuß in der Regel eine größeren Fluchtreiz, als mit Kammerschuß verspüren, besonders dann, wenn das Herz getroffen wird. Die Kammerwände, also der Brustkorb sind nur mäßig empfindlich und die Lunge, bis auf die großen Gefäße, gar nicht. Das bedeutet, ein hinter das Blatt in die Kammer getroffenes Tier wird kaum zeichnen und häufig am Platz bleiben und dann zusammenfallen. Gunnar Sauerwein schoß diesen September im Harz z. B. mit der .30-06 mit 7,6 mm MJG auf 130 m einen 165 kg Hirsch (aufgebrochen, ohne Haupt) also lebendig eher einen Vierteltonner breit in die Kammer hinter das Blatt. Der Hirsch fiel im Knall. Fragen Sie ihn mal, wie das war.

Daß Sie Ihren 270 - m Hirsch nach 1.000 m bekommen haben, obwohl der Treffer nur im Gescheide war, ist vergleichsweise gut. Mir ist ein Frischling vor Jahren mit Gescheidetreffer aus der .30-06 mit Bleigeschoß 2,5 km gelaufen (Siehe Jungjäger mit .30-06 und Gunnar Sauerwein ein Hirsch mit Kammerschuß mit .30-06 mit Bleigeschoß ebenfalls so weit. Fragen Sie Ihn nach Einzelheiten.

Waidmannsheil, Lutz Möller 5. Dezember 2005

Hallo Herr Möller,

wie bereits mitgeteilt, übersende ich die Munition gern. Dazu benötige ich die Anschrift von Herrn Klaus Rechtacek und seinen Erwerbsberechtigungsnachweis. Außerdem wüßte ich gern, wie die verbrauchte Munition vergütet wird.

Gruß FH Enk, Dienstag, 6. Dezember 2005 14:33

Hallo Lutz,

Ich führe die Versager bei meiner R93 auf die Sicherheitseinrichtung der Waffe zurück. Die Zündhütchen waren in beiden Fällen kaum angeschlagen. Bei 105 verschossenen Patronen kann das mal vorkommen. Ich glaube die verschmutzte Kammer, in die der Verschlußbund eingreift, hat die meiste Schuld. Auch sitzen die Geschosse sehr weit an den Zügen, so daß im Kegel kaum rotationsloser Geschoßweg vorhanden ist. Wenn man die Patrone nicht richtig kräftig in das Patronenlager repetiert ist schon der erste Fehler angelegt.

Heute hatte ich nur Anblick in 250 m Entfernung und konnte meinem Hund bei der Arbeit zuhören.

Gruß Klaus, Nikolaus 2005

Als Hintergrund zur Zündung der Patronen empfehle ich Hubbard &; Smith zu lesen.

Hallo Herr Möller,

Heute war ich auf dem Schießstand um die R93 neu einschießen zu lassen. Neben dem Einschießer und mir waren auch noch vier weitere Jäger gespannt auf den ersten Schuß mit dem Lutz Möller MJG von Lutz Möller. Was ich dann erlebt habe, war mir äußerst peinlich. Es machte lediglich „Klick“! Das kann ja mal passieren, haben wir gedacht. Patrone zur Seite und die nächste, wieder nur ein peinliches „Klick“. Nach Versagern brachen wir ab. Bei genauerem Betrachten konnte man eindeutig feststellen, daß das Zündhütchen zu tief sitzt um vom Schlagbolzen getroffen zu werden. Dies wurde uns von einem Schützen am Nachbarstand bestätigt, der es schließlich wissen mußte, weil der selbst auch Munition lädt.

Da ich immer noch der Meinung bin, daß das MJG seine Vorzüge gegenüber herkömmlichen Geschossen hat, möchte ich die Munition nachzuarbeiten lassen.

Viele Grüße, C. K.

Moin Herr K.

schauen wir uns doch mal am Beispiel des G-06 mit 6,5x47 Lapua Patrone aus, wie die Dinge zueinander liegen:

Übersicht: G-06 mit 6,5x47 Lapua Patrone abgeschlagen, Zündstift tief im Zündhütchen

Nahsicht: G-06 mit 6,5x47 Lapua Patrone abgeschlagen, Zündstift tief im Zündhütchen

Nahsicht: G-06 mit 6,5x47 Lapua Patrone abgeschlagen, 1 mm Schlagbolzeindringtiefe

Die meisten deutschen Patronen können mit einem Verschlußabstand bis zu 0,1 oder gar 0,15 mm betrieben werden, sagt die CIP. Die Hersteller prüfen ihre Zündhütchen auf ihre Zündfähigkeit unterschiedlich. Prüfzündstifte sind oft 2 mm dick und mit einer 2 mm durchmessenden Halbkugel abgeschlossen, die also am Zylinder tangential anschließt.

Manche Waffenhersteller meinen besonders klug zu sein, wenn Sie die Zündstifte etwas schlanker gestalten und eine kleiner Schlagkugel verwenden, ich z. B. mit meinem Weltrekordgewehr mit nur 1,5 mm, weil die Hütchen dann etwas früher zünden. Allerdings setzt das vollkommen mittige Zündhütchen zum Schlagbolzen voraus. Bei einem Sportgewehr, bei dem die Munition meist mit großer Sorgfalt handverlesen hergestellt wird, kann man das machen.

Aber bei einem Jagdgewehr, z. B. für eine Militärpatrone, kann man allerdings nicht von immer hochwertiger Munition oder Hülsen ausgehen. Militärverbrauchsgüter sind Schüttgut, die nach Menge und Preis hergestellt werden. Da wird oft ein unziemlicher Ramsch geliefert. Solche Hülsen haben das Zündhütchen wegen verschlissener Werkzeuge dann nicht immer in der Mitte, oder es hat nicht die normgerechte Größe. Wenn ein kleiner Schlagbolzen ein Zündhütchen nicht genau mittig trifft, quetscht der dann ggf. die Zündmasse zwischen Blech und Amboß nicht hinreichend, so daß die Zündmasse nicht detoniert, sprich das Zündhütchen zu zünden versagt.

Bei den meisten Gewehre stehen die Schlagbolzen bis 1 oder gar bis 1,4 mm vor, so das bei 0,15 mm Verschlußabstand die Schlagkugel noch 0,85 bis 1,25 mm eindringt, wenn die Patrone Maß hält. Die Hülsen sind aber wiederum oft zu kurz, nur daß sie auf jeden Fall ins Patronenlager passen. Die 6,5x47 Lapua Patrone erlaubt z. B. an der Schulter 0,2 mm Mindermaß. Damit sinkt die Schlagbolzeneindringtiefe auf 0,65 bis 1,05. Das reicht alle mal zum Zünden. Gute Zündhütchen zünden bereits bei 0,35 mm Eindringtiefe.

Der Fehler

Die Zündglocken der untersuchten Remingtonhülsen wiesen 3,45 mm Tiefe auf. Die vorgesehenen Zündhütchen sind 3,1 mm tief, halten also das Maß, während die Zündglocke 0,35 mm zu tief ist. So eine krasse Abweichung ist mir bislang noch nie untergekommen! Mit üblicherweise bis zum Anschlag gesetzten maßhaltigen Zündhütchen verringert sich die Eindringtiefe in unserem Beispiel bis runter zu 0,3 bis 0,7 mm. Letztere Wert würde genügen, ersterer nicht. Wenn zudem, wie bei Blaser R93 der Fall, der Zündstift kleiner als 2 mm ist (Messen Sie doch mal nach!) versagen die Zündhütchen bei nur kleiner Außermittigkeit ihren Dienst. Genau das haben Sie ja berichtet. Die entscheidende Fehlerursache liegt also in den mangelhaften Remingtonhülsen. Wenn man Hülsen nur nach Patronenbezeichnung bestellt, ohne den Hersteller anzugeben, kann einem schon mal so ein Mist ins Haus fliegen. An Hülsen zu sparen hat also keinen Wert. Von Hülsen solcher Hersteller wie RWS, Norma oder Lapua ist mir solch krasse Maßabweichung noch nie untergekommen oder berichtet worden.

In Ihrem Falle hilft nur die Schrotthülsen zu entladen, zurückzusenden und Ersatz zu verlangen. Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zu den Kosten. Es ist im leben immer so, der billig kauft, kauft zweimal, nämlich

  1. Billigen Mist, aber nachdem er durch Schaden klug wurde dann

  2. gute Ware zum höheren Preis.

Zusammengenommen ist das die teuerste Art einzukaufen. Es gibt im Leben nichts umsonst. Man bekommt eben immer nur das, was man auch bezahlt. Diese Zündhütchen, oder besser Hülsengeschichte unterstreicht das mal wieder ganz deutlich. Wir sollten daraus lernen und gleich hochwertig Hülsen kaufen.

Die Blaser R93 allerdings weist eine weiter Tücke auf. Falls die Patronen, anders als oben vermutet, nicht zu kurz, sondern in der Schulter zu lang wären, schließt der Verschluß nur teilweise und die im Verschluß eingebaute Sicherung läßt den Schlagbolzen nicht ganz vor. In dem Falle bekommen die Zündhütchen immer nur eine kleine Delle, die aber bestimmungsgemäß zu zünden nicht langt. Prüfen Sie also noch einmal, ob die Waffe mit den Patronen vollständig verriegelt. Sollte Sie das aufgrund von Überlänge nicht tun, wäre die Versagensursache eine andere, gleichwohl aber von den Remingtonhülsen bedingt.

Waidmannsheil, Lutz Möller 27.Mai 2006,

Der Fachmann

Heute sprach ich mit meinem gewerblichen Wiederlader über die Zündversager der Blaser R93. Er hat mit der Laderei mehr Erfahrung als ich, da er mehr lädt und auch anderes Gerät benutzt. Er meinte CCI-Zündhütchen seien widerstandsfähiger als Federal oder Remington und würde aus dem Grunde für Kipplaufwaffen, die häufig nur schwach schlugen, dort zu sicheren Zündung eben Federal oder Remington einsetzen.

Des weiteren sagte er, Hersteller teilautomatisierter Ladegeräte würden z. T. nur CCI- und Winchester-Zündhütchen für ihre Geräte freigeben, weil die durch Quetschen nicht zünden würden, während all anderen (amerikanischen) Zündhütchen also Federal und Remington auch vom Quetschen zünden würden. Insofern habe er den Eindruck, CCI seien sicherer.

Er meinte aus einer Kenntnis habe die R93 habe schon öfter zu Zündversagern geführt. Die Versager könnte auch waffenbedingt sein. Das muß untersucht werden.

Waidmannsheil, Lutz Möller 31. Mai 2006

Die Prüfung

ergab eine falschen vermuteten Fehler. Der vermutete Fehler kam bei 50 Patronen etwas vermindert allerdings nur einmal vor. Die einmalig erhöhte Setztiefe as kann aber keine 5 Versager begründen oder erklären. So sah die Prüfung aus.

Zündhütchentiefe 0,1 mm 0,2 mm 0,3 mm
Anzahl 44 5 1
Schlagbolzenberührung oder Delle 0 0 0

Setztiefen zwischen 0,1 und 0,2 mm sind völlig in Ordnung. Das bedeutet, der vermutete Fehler kam nicht allgemein vor. Möglichweise lag auch ein Meßfehler vor, indem in der Mitte der Zündglocke am Zündloch, statt am Rande gemessen wurde. Kein Zündhütchen zeigte eine Delle oder einen Einschlag! Daß 5 Patronen hintereinander in der Blaser R93 versagten, muß also einen andern Grund als den vermuteten Fehler zu großer Setztiefe haben.

Als Erklärung bietet sich Schmutz an, genauer ein verschmauchtes Patronenlager. Wenn eine Blaser R93 nicht ganz geschlossen werden kann, sperrt ein eingebaute nicht von außen zu betätigende Sicherung den Schlagbolzen. Wird der Abzug abgezogen, löst der Schlagbolzen zwar aus. Dann allerdings fängt ihn die Sicherung (hoffentlich immer). So will Blaser verhindern, daß eine Patrone in der halbgeschlossenen = halboffenen Waffe zündet und den Verschluß dem Schützen ins Gesicht schleudert. Der Gedanke ist an sich richtig.

Da der Zündstift der Blaser R93 keines der Zündhütchen auch nur berührte, wird die Waffe wohl nicht vollständig geschlossen gewesen sein. Wenn das nur an der Verschmutzung liegen könnte, wäre eine Reinigung das einfachste und angebrachtetste Mittel die Störung zu beheben. Ich bitte das zu prüfen. Der Störung werden wir schon noch auf die Schliche kommen.

Waidmannheil, Lutz Möller 9. Juni 2006

Ich habe gestern im Raps einen Frischling mit der alten RWS 8x57 TIG Munition geschossen. Das Zündhütchen hatte eine deutliche Vertiefung. Schmutz scheidet aus. Das haben wir eingehend selbst kontrolliert. Waffe hat ohne Schwierigkeiten verriegelt. Christian Kilz, Freitag, 9. Juni 2006 15:53

Aha! Wenn die Waffe sauber ist, könnten die Hülsen an gewissen Stellen zu groß sein, so daß die Waffe nichts schließt. Also müssen die Patronen in einem CIP-Maßlager vermessen werden, um zu prüfen, ob Sie passen oder nicht.

Lutz Möller 9. Juni 2006

Anzündung

Pulver anzuzünden ist keine einfache Aufgabe, wenn es darum geht das immer wieder gleich zu tun. Erschwerend wirkt das Verhalten des Geschosses sich zu bewegen. Leider lösen keine einfachen Kraft-Massen-Weg-Differentialgleichungen die Bewegung, weil zunächst das Geschoß in der Hülse klemmt und losgeruckt werden muß, besonders mit Krempe. Dann muß der Gasdruck auf dem Geschoßboden die Einpreßkräfte im Kegel über die Felder überwinden. Das Lutz Möller Geschoß als reibungsarmes Führbandvollgeschoß tut sich das besonders leicht, siehe vergleichende Messungen zu den Einpreßkräften und zum Druck.

2-9,3-mm-Geschosse.jpg

Zwei 9,3 mm Geschosse
links mit lang einzupressendem Langschaft, rechts kaum einzupressende Führbänder

Allfällige Ungenauigkeiten jeder Reihenfertigung, sei die auch noch so genau, erschweren die Pulverladung immer wieder gleichmäßig anzuzünden. Herkömmlich Langschäfter müssen auf einer viel größeren Länge im Kegel in die Felder gepreßt werden. Lange Anlageflächen erfordern mehr Raum für die Felder. Neben anderen Einflüssen bestimmt die umzupressende Werkstoffmenge die erforderlichen Kräfte, die der Gasdruck am Geschoßboden aufbringen muß, um die Felder in das Geschoß zu pressen.

7-mm-KJG-aus-95-kg-Keiler-seitlich.jpg

Reibungsarmes 7 mm Lutz Möller Geschoß nach Lauf und Keiler (Lauf blieb heil, Keiler fiel und starb)

Brennek TUG Schrott

7 mm RWS TUG nach Lauf und Ameisenhügel (Lauf erhitze stark, TUG →Schrott)

Die Bilder erläutern offensichtlich, wie die Felder bei Langschäftern viel mehr Werkstoff kraftaufwendig und energiezehrend in den Schaft einpressen müssen, damit das Geschoß durch den Kegel in den Lauf kann. Geschoßmassen sind im allgemeinen von Stück zu Stück fast gleich. Das haben alle guten Hersteller im Griff. Die Masse setze der Geschoßbeschleunigung nach der Anzündung also fast immer den gleichen Widerstand entgegen. Bei den Einpreßkräften dagegen sehen die Verhältnisse je nach Geschoßart und Aufbau völlig anders aus. Langschaftgeschosse mit großer Einpreßarbeit setzen kleinste Durchmesserschwankungen in verhältnismäßig große Widerstandschwankungen um, besonders bei Kupfer- oder Messinggeschossen. Das beutet aber die bei Langschäftern bestimmt vorrangig die durchmessermäßig schwankende Einpreßarbeit die Verzögerung gegen die gasdruckbedingte Beschleunigung.

Beim Lutz Möller Geschoß als reibungsarmes Führbandvollgeschoß mit verhältnismäßig viel geringeren Einpreßkräften baut sich der Druck dagegen vor allem massebedingt, nicht einpreßbedingt, auf. Weil die Massen aber innerhalb vernachläßigbarer Grenzen immer gleich sind, zündet Lutz Möller Geschoßmunition gleichmäßiger als herkömmliche. Das ist eines der Geheimnisse, aus denen heraus Lutz Möller Geschosse verhältnismäßig weniger enger als andere Geschosse treffen, genauer schießen, bis auf den Punkt! Nämlich so:

Hallo Lutz,

ich komme gerade vom Schießplatz und bin dem Abzug auf die Schliche gekommen. Er funktioniert nun nach meinen Belieben. Nach dem der Büchsenmacher die dicke Waffe halb zerlegt hatte, machte ich zur Sicherheit noch einige Schüsse auf der 100 m Bahn. Ich glaube der Lauf brauchte nur ein wenig Kupfer, um richtig zu schießen.

Vier mal 8,5 mm MJG, lang aus .338" LM auf 100 m

Alle 4 Geschosse schlugen fast Loch in Loch ein. Ich bin begeistert!

Gruß, Hein Mück, Mittwoch, 12. Juli 2006 17:18

Ladung

Nur eine Ladung, die in der Hülse unabhängig von der Vorgeschichte immer gleich vorliegt, kann immer gleich gezündet werden. Teilleere Patron bieten das nicht. Patronen sollen also immer ganz gefüllt oder sogar ein bißchen gestopft werden. Nur dann liegt das Pulver immer gleich und die Patronen zünden lageunabhängig. Patronen bei denen man durch Rütteln das Pulver deutlich hörbar schütteln kann, sind zu leer. Die werden immer zickig sein.

Dermaßen volle Hülsen oder gestopfte Hülsen bieten der Zündflamme aus dem Zündhütchen einen gewissen Widerstand. Das ist ganz gut so, denn so können die Pulverkörner in der Hülse nicht weit frei bewegt werden, sondern sich frisch angezündet beim beginnenden Abbrand nur gedrängt verschieben, nicht jedoch frei beweglich mit großer freier Weglänge gegen die Hülsenschulter knallen und durch den heftigen Stoß angeregt detonieren. Kleine Pulverkörner neigen dazu mangels Masse und Ausdehnung zwar weniger als grobe, aber ausgeschlossen wäre das dennoch nicht. Volle Hülsen sind sichere Hülsen. Gestopfte Hülsen sind sicherere Hülsen. Erstens lassen sich Stopfladungen nicht überladen, deckeln also den Höchstdruck, vorrausgesetzt das richtige Pulver geeigneter Lebhaftigkeit wurde gewählt und gestopft, also nicht verwechselt. Zweitens lassen sich bei Stopfladungen (ggf. gefährliche) Unterladungen von außen auch ohne genaue Waage feststellen, indem man die Patrone schüttelt. Raschelt das Pulver hörbar, ist zu wenig drin, muß die Patrone verworfen werden. Ganz einfach, aber sicher! Drittens liegt in gestopften Ladungen die Ladung fest, bietet also lageunabhängige Zündung. Viertens bringen volle Hülsen mehr Leistung. Deswegen füllt man ja überhaupt nur Pulver darein. Mehr ist also besser!

Hülsen

Die Hülsen sind für die Anzündung ebenso wichtig, wie das Pulver, die Ladung oder die Zündhütchen und auch das Geschoß. Dabei kommt es wesentlich auf das Dicke-zu-Länge-Verhältnis an, die Fettheit, wenn man Sie denn so nennen will. Schauen wir uns mal ein paar Hülsen an.

Kurze dicke 6,5x47 Lapua | 6x51 und 7,6 x51 Hülsen

9,3x62+9,3x64-Patronenboeden.jpg

12 mm dünne 9,3x62 und 13 mm dicke 9,3x64 Patrone

Lange dünne Boforshülsen, grausam anzuzünden. Sie benötigten eine besondere Zündladung mit einem gelöcherten Zündrohr bis nach vorn um die schrecklich lange dünner Pulversäule ordentlich zu entflammen.

Das durch den Schlagbolzenschlag gezündete Zündhütchen (Die Stoßzündung wollen wir bei der Treibladung bitte nicht, auf gar keinen Fall!) bläst die Zündflamme in den Pulverraum und brennt das Pulver an. Die Flammfront schreite mit einer gewissen Geschwindigkeit voran. Hier kommt nur Gestalt ins Spiel. Je größer der Querschnitt ist und dabei je kürzer der zurückzulegende Weg, desto schneller zündet das Pulver. Lange schmale Pulversäulen zünden also langsamer als kurze dicke. Aus diesem Grunde sind Hülsen mit größerem Querschnitt bei geringer Länge leichter zu zünden als solche mit geringem Querschnitt aber langer Pulversäule.

Die Krönung des innenballistischen Schwachsinnes: Die Bleistiftpatrone 6x70R. Bild: Brömel

Verschiedene 6,5 mm Geschosse mit 6,5x47 Lapua Hülse, kurz und dick, genial für genaues Schießen!

Der Merksatz für Widerlader lautet:

Kurz und dick : unser Glück!

Lang und schmal : unsere Qual!

Manche Stopfer versuchen die Anzündung ungestalter Hülsen durch stärkere Zündhütchen zu verbessern. Das kann nichts bringen, denn eine stärkere Zündflamme kann die Gestalt nicht ändern. Die langen alten Hülsen haben ausgedient. So einfach ist das. Früher in Zeiten schwacher Stähle mögen dünne lange Hülsen durch die verbleibende Rohrwandstärke geholfen haben Höhe Drück zu erlauben. Die alten Super-Expreß-vom-Hofe-Patrone waren vor dem Krieg solche Kraftmeier. Heute sind sie überflüssig. Nicht von ungefähr sind erfolgreiche Sportpatronen vergleichsweise kurz und dick, als fett. Fett ist schön, nicht bei uns, aber bei Patronenhülsen.

12 mm Ø: Links lange .243" Win. Jagdpatrone rechts kurze 6 mm BR Norma Sportkanone

kurze trifft Papier lange flitzt auf weites Wild

Die kurze 6 mm Norma BR ist anerkannte Sportpatrone für genaues Treffen, während die lange .243" Win. in dem Papierbohrerbereich kein Rolle spielt, einerseits wegen der schwierigeren Innenballistik, aber auch der geringeren Lauflebensdauer wegen.

Zwei-Patronen-geschnitten.jpg

links Sportkanone 6,5-284 Norma| rechts Jagdpatrone 6,5x65 RWS

Bei fast gleichem Pulverraum bestimmt die 12,7 mm dicke aber bis zur Schulter nur nur 45 mm lange 6,5 - 284 Norma heutzutage die weiten Sportwettkämpfe gewinnt, während die nur 12 mm dünne 6,5x65 RWS mit 53,85 mm bis zur Schulter in dem Bereich keine Rolle spielt, obwohl der Übergang in den Kegel enger und besser gestaltet ist.

von links nach rechts 9,3x62 | 9,3x64 | 8,5x64 von schlank zu dick

Im Jagdbereich ist die 13 mm dicke 9,3x64 noch einfacher zu handhaben als die weiß Gott nicht schwierige aber nur 12, 1 mm dicke 9,3x62. Beide Patronen weisen fast den gleichen Abstand vom Pulverraumboden bis zur Schulter auf. Wilhelm Brennekes dickere 9,3x64 zündet also je Flammweg mehr Pulver als der ältere Vorgänger, Otto Bocks 12,1 mm dünne 9,3x62 für die deutschen Schutzgebiete.

Dabei gönnte Brenneke seiner Dicken immerhin fröhliche 4.400 bar Dampf, während zur Kaiserzeit Otto Bock, sicher auch im Gedanken an große Hitze in den deutsche Schutzgebieten in Afrika nur 3.900 vergönnte. Waeum? Das leitet und nun zum Pulverabbrand über.

Pulver

Die 9,3x64 stammt aus einer Zeit, als die Entente uns bereits unser Schutzgebiete geraubt hatte. Tropenhitze war leider nicht mehr bestimmender EntwurfseinFluß. Deutsche Wissenschaftler und Werker waren aber weiterhin auf der Höhe. Außerdem waren die Werkstoffe bereits besser und die Fertigungsgüte in Deutschland allgemein vorangeschritten, daß Brenneke sich Messings Fließgrenzen etwas weiter näher konnte, ohne mit der Sicherheit oder der Zuverlässigkeit zu spielen. Bei gleichen 5,3 mm Zündhütchen fängt der größere Stoßboden mit mehr Fleisch die auftretenden Stoßbodenkräfte auch besser ab, so daß die Spannungen nicht übereizt werden. Die gute alte 9,3x64 ist in dem Sinne eine gute Patrone, was die Auslegung angeht auch ein recht moderne, die manchem heutigen Nachfolger immer noch zeigen kann, wo der Hammer hängt.

Zeitliche Nachfolger langer Super Expreß Patronen waren die Magnumpatronen. Ziel war bei immer mehr Pulver vor das Loch zu stopfen, um die Geschosse stärker zu beschleunigen, auch schwere. Das war und bleibt bei schweren ein Widerspruch. Wenn die Geschosse schnell sein sollen, müssen Sie verhältnismäßig leicht sein. Ansonsten muß dermaßen langsames Pulver gewählt werden, daß der Wirkungsrad bodenlos in den Keller fällt und letztlich das viel Pulver nichts nützt. Ein Ausweg ist hoher Druck, aber ab 4.500 bar Gebrauchsgasdruck werden bei gewöhnlichen Messinghülsen die Räume für Fehler knapp. Man bewege sich folglich nur vorsichtig darüber hinaus. Auch hier sind Grenzen, die beachtet werden müssen, wenn kein Murks herauskommen soll.

Faule Pulver (Siehe Pulverlebhaftigkeiten) werden entweder aus groben Körnern mit viel Masse je Oberfläche gebaut, oder die Oberfläche behandelt. So sieht das aus:

Grobe Pulver, Werkbild Eurenco

Kugelpulver, Werkbild Eurenco

4,1g R901 in 9,3x62

Bofors RP 2 NT

RP 2 NT in der 9,3x74R

4,25g-N201-in-RWS-9,3x74R.jpg

4,25g N 201 in RWS 9,3x74R

4,55 g RP3 in 8x68S

4,55 g RP3 in 8x68S

4,95 g MRP in der dicken RWS 6,5x68

Faule, grobkörnige, oberflächlich mit TNT (giftig), Kampher (harmlos) oder ähnlichen Hilfsstoffen gehemmte Pulver brennen schlecht an. Zündflammen dehnen adiabatisch sich in die Pulverkornzwischenräume aus. Dabei entspannen sie und kühlen ab. Je geringer die Hitze und der Druck sind, desto schlechter brennt die Treibladung an, besonders, wenn die Pulver grob und verlangsamt sind. Die leitende unkenhemmende Graphitbeschichtung stört ebenfalls.

Ein Mittel die Pulverladung dennoch zügig und damit gleichmäßig anzuzünden ist wenige Entspannungsraum in Hülse zu lassen, die Hülse also vollzufüllen oder besser noch zu stopfen. Dann kann sich die Zündflamme weniger ausdehnen, Druck und Hitze bleiben erhalten. Das Pulver zündet besser.

Das zweite Mittel die Anzündung zu verbessern ist ein stärkere Zündhütchen zu verwenden. Das ist ein guter Weg. Er erhöht allerdings den Druck. Das ist nicht schlecht denn alle Pulver brennen mit höherem Druck besser, das heißt gleichmäßiger und mit höherem Wirkungsgrad. Auch aus dem Grunde ist die 9,3x64 der 9,3x62 vorzuziehen. Zwar benötigt bei gleichen Geschossen die großräumige Dicke mehr Pulver als die kleinräumigere Dünne, aber durch die erlaubten 500 bar und den größeren Durchmesser mehr kann die Angelegenheit dennoch zügig entflammt werden und bürgt damit für gute Trefferleistung.

Lange dünne druckschwache 9,3x74R Hülsen

Der langen dünnen druckschwachen 9,3x74R hingegen ist hingegen mit dem Druck, außer bei Kipplaufwaffen mit druckfesten Kippnlockverschuß, nicht einfach beizukommen. Ob wohl die Gestallt schrecklich ist und von einem Zündhütchen nicht verändert werden kann, bleibt dennoch ein Magnumzündhütchen ein Weg die Anzündung zu verbessern. Der letzte Weg ist das Geschoß. leichtere Geschosse erlauben lebhaftere Pulver, die sich leichter anzünden lassen. Auch deshalb sind Lutz Möller Geschosse für das jweilige Kaliber eher leicht. In diesem Zusammenhang dient das der Genauigkeit, die bei den MJG ja schon als sprichwörtlich bezeichnet werden kann.

So endet der hiesige Aufsatz über die Zündhütchen nach Blicken von vielen Seiten auf vernünftige und leicht zu beherrschende Ladungen mit der Einsicht, das alles zusammenhängt. Die Lutz Möller Geschosse berücksichteigen dies Zusammenhänge und bestimmenden Einflüsse und nutzen sie aus. Die empfohlenen MJG-Ladungen ebenfalls. Nach den Erläuterungen erscheint das vermeintliche Wunder vielleicht etwas kleiner und die Tatsache, das die empfohlen MJG-Ladungen ihre Treffer meist auf Anhieb eng zusammenlegen, leichter verständlich. Das ist alles kein Zufall. Das hat sein Grund.

Also freut euch drüber und nutz das aus. Ich wünsche allzeit guten Anblick und bei passender Gelegenheit fette Beute!

Waidmanns Heil, Lutz Möller

Krater

im Zündhütchen

Hallo Herr Möller!

ich habe Schwierigkeiten mit dem Laden der 5,6 x 50 R. Ich lade 1,78 g R902 Pulver mit CCI 400 Zünder in RWS Hülse, sowie 1,50 g N120 mit Rem 7 1/2 BR Zünder. Bei allen Ladungen ist das Zündhütchen ganz platt gedrückt und am Einschlag des Schlagbolzen ein starker Grat, der so stark ist, daß ich die Waffe kaum noch öffnen kann. Bei der Waffe handelt es sich um einen Rösner Bergstutzen. Es wer schön, wenn ich Sie anrufen könnte, damit wir das zusammen lösen könnten.

Mit freundlichem Gruß, Thomas Blome, Dienstag, 27. Februar 2007 11:23

Tag Herr Blome,

senden Sie bitte einige scharfe Bilder dieser Krater, sowie der nicht abgefeuerten gezünderten Hülsenböden!

Die 5,6 x 50 R MJG Ladung kennte kein R902 Treibladungspulver, weil das diese Geschoß in dieser Patrone viel zu langsam ist. Von Vihtavuoripulver rate ich für Jäger ab, sieh hier. Ich empfehle Norma 200. Warum nehmen Sie das nicht? Möglich wäre auch Vectan Tubal 2000 zu stopfen, um die Ladedichte gegen 1 zu bringen, also noch besser als mit Norma 200 zu 0,928. Für das Tu2000 liegen aber noch keine Daten vor. Wollen sie Versuche anstellen? Ich würde Sie unterstützen!

Der angerufene RWS - Kundendienst nannte das kleine RWS 4033 Zündhütchen mit 0,52 mm Blechstärke (groß RWS Zündhütchen weisen 0,66 mm starkes Blech auf) als für die 5,6x50 R vorgesehen. Herr Dowidat meinte sich zu erinnern, die amerikanischen Zündhütchen würden vergleichsweise höheren Gasdruck erzeugen ( 2 - 300 bar). Insofern rate ich zu RWS 4033 Zündhütchen zu wechseln. Ob die Bleche nun allerdings dicker oder dünner als bei CCI oder Remington sind, und welche Eigenschaft das Blech aufweist, war nicht bekannt. Die Auswirkungen könnten Sie nur im Versuch festzustellen. Dazu rate ich!

Waidmann Heil, Lutz Möller

Druckverlauf über Temperatur

Zündhütchen Federal 215

Guten Tag Herr Möller,

ich habe Ihre neuen MJG-S nun vor mir stehen. Danke für die prompte und zuverlässige Abwicklung! Wirklich perfekte und "Schön Ware" im besten Sinne!

Ich habe mir nun gerade die Druckverlaufskurven verschiedener Zündhütchen bezogen auf .300"WM bei 11,7-g-Geschossen auf Ihrer Seite angesehen: Dabei ist mir folgendes aufgefallen: Wenn ich nur den Parameter bei der Zündhütchenwahl, nämlich die Temperaturunabhängigkeit anschaue, ist das Federal 215 eigentlich für den Jäger, der sich von - 10 Grad bis +30 Grad Celsius im Freien aufhält und nur EINEN Schuß hat das Mittel der Wahl: Ich habe folgende Werte abgelesen:

zwischen -5 und +25 °C beträgt DDruck beim Federal 215 17 Mpa, aber beim CCI 250 34 Mpa

zwischen -5 und +25 °C beträgt DVo beim Federal 215 9 m/s, aber beim CCI 250 32 m/s

Bei mir geht es um neu zu stopfende 8x57IS mit den neuen 8 mm MJG-S. Hier wäre das CCI 200 ebenfalls ausreichend, allerdings sehen die Unterschiede für das CCI 200 noch ungünstiger aus. Wie wären Ihrer Einschätzung nach Werte für 11,7 g Geschosse auf das Lutz Möller MJG übertragbar, (wenn überhaupt)? Welche Gründe oder Erfahrungen würden aus Wiederladersicht gegen das Federal 215 sprechen? Die auf Ihrer Seite erwähnte höhere Quetschempfindlichkeit?

Beste Grüße, Waldmann, Donnerstag, 1. März 2007 16:44

Moin Waldmann,

Die .300"WM Messungen mit dem Federal 215 Zündhütchen für Norma MRP können Sie noch ohne weiteres auf ein andere Patrone und ein anders Pulver übertragen. Außerdem sind das Magnumzündhütchen, die in der 8x57IS üblicherweise nicht verwendet werden. Federal 215 (Magnum) mit CCI 200 (nicht-Magnum) zu vergleichen ist völlig schräg. Den besten Temperaturgang herauszufinden bleibt allein Messungen überlassen. Ich wünsch viel Erfolg! Ihr Ergebnisse will ich gern veröffentlichen.

Waidmanns Heil, Lutz Möller

Winter

Sehr geehrter Herr Möller,

mit großem Interesse las ich Ihr Internet-Forum über Lutz Möller Geschosse und habe dabei manchen lehrreichen Hinweis erhalten.

Da Sie mich nun sehr für Ihre Lutz Möller Geschosse überzeugt haben, bestelle ich 200 8 mm S 8 Lutz Möller Geschosse für K 98, 100 7,6 mm Messingsportgeschosse ( für Steyr SSG 69 ) und 100 8 mm S Messingsportgeschosse (für K 98). Sie haben sicherlich Gründe dafür, keinen Produkt-Katalog oder Preislisten zu veröffentlichen, dennoch wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie mir nähere Informationen zumailen könnten, mich interessieren besonders Geschosse in den Kalibern 7 mm, 7,6 mm und 8 mm S. Nun aber noch zwei Fragen, die Sie mir hoffentlich beantworten können:

Auf Ihrer Seite schreiben Sie, daß Sie gute Erfahrungen mit Norma- und Rottweil- Pulvern gemacht haben. Ich hingegen bin mit den Dupont-Pulvern, speziell IMR 4064 in für die .308" Win und 8x57IS Patrone mit leichten Geschossen sehr zufrieden. Da dieses Pulver nun wieder in Deutschland erhältlich sein wird, interessiert mich Ihre Meinung über dieses Pulver in Verbindung mit Ihren Geschossen.

LM: Ich habe damit keinerlei Erfahrung. Die Möglichkeiten erläutert QuickLoad! Das sollten Sie anschaffen!

Tatsache ist, daß bei kälteren Wintertemperaturen Treibladungspulver langsamer abbrennen als bei normalen Temperaturen. Ich vermute deshalb auch, daß auch Zündhütchen bei kalten Temperaturen nachlassen. Da ich gern Patronen für die Winterjagd in Nordeuropa laden möchte ( Temperaturen bis -30° C ) bin ich auf der Suche nach geeigneten Zündhütchen. Haben Sie als Jäger in Finnland Erfahrungen in dieser Richtung sammeln können?

Beste Grüße und Vielen Dank für Ihre Mühen im Voraus Reinhard Heise, Freitag, 16. März 2007 18:47

Tag Herr Heise,

Ich kenne die Schwierigkeiten vom Loimaa '06, den ich ursprünglich mit einer Krico 902 mit einer Patrone mit CCI200 Zündhütchen und Bofors Rp3 Pulver bestreiten wollte. Aus dem geheizten warmen Wagen herausgenommen knallte die Waffe auch schön, aber nach 5 - 10 Minuten auf dem nur 5°C warmen, oder soll ich besser „kühlen“ Schißstand, versagte die Zündung ihren Dienst und der einschlagende Schlagbolzen sagte nur „Plopp“!. Das genügte nicht. Die Waffe blieb zu Haus.

Die Nitrochemie in Wimis stellt wärmeausgleichende EI-Niesen Nitropulver her. Die Nitrochemie gehört zur RUAG. Die verlädt die Pulver selbst in ihren eigenen Patronen, verkauft die leider aber nicht in Kanistern an Wiederlader.

Bei ATK stellte Federal das große Magnumzündhütchen 215 her, daß zumindest mit dem Norma MRP in der .300" Win. Mag bei Kälte eine gewissen Ausgleich schafft, siehe Gasdruck # Zündhütchen. Wie das mit anderen Pulvern in anderen Patronen aussieht, weiß ich leider nicht zu sagen. Erkenntnisse wären nur durch Versuche mit der Tiefkühltruhe zu gewinnen

Die Zündmasse der Zündhütchen detoniert auf Schlag. das ite ein mechanische eingeleiteter chemischer Zerfall, bzw. Umsetzung. Insofern zünden Zündhütchen geschwindigkeitsempfindlich. Die Zündung bestimmt nicht nur auf die Schlagenergie, oder der Schlagimpuls, sondern insbesondere die Geschwindigkeit! Für den Winter wäre also vernünftig die Schlagbolzengeschwindigkeit zu erhöhen, entweder durch einen leichteren und damit schnelleren Schlagbolzen z. B. aus Titan, oder durch ein kräftiger Feder, oder eine Waffe, bei bei der sich die Federvorspannung einstellen ließe. Nachdem das Gewehr '06 sehr verspätet im März 2007 nun endliche in die Fertigung überleitet wird, arbeite ich an einem Sportverschluß mit eben dieser Einstellungsmöglichkeit. Der Grunde bei einer Sportwaffe die Schlaggeschwindigkeit und damit auch die Erschütterung einzustellen ist ein andere. Nicht alle Zündhütchen sind gleich. Die Blechdicken unterscheiden sich und auch die Zündmassen und Ambosse. Um nun Präzisionsschützen eine Möglichkeit zu bieten sanft aber dennoch sicher zu zünden, sehe ich die Einstellmöglichkeit vor. Das ist gar nicht schwer. Man muß sie nicht benutzen, aber man kann, wenn man denn will. So lassen sich z. B. die ganzen Vorteile empfindlicher dünnblechiger "Benchrest"zündhütchen nutzen, oder, wenn man den will auch von Pistolenzündhütchen, die aber nicht viel Druck abkönnen.

Wenn Sie einen leichten Titanschlagbolzen nutzen möchten, sagen Sie mir das bitte.

Waidmanns Heil, Lutz Möller

8x68S Gasdruck

Hallo Herr Möller,

kürzlich berichtete ich Ihnen von meiner sehr gut schießenden S202 in 8x68S mit der empfohlenen Ladung auf Ihrer Seite. Ich lud die Patronen gemäß Ihrem Vorschlag mit 4,74g R902, RWS Hülse und verwendete das CCI 250 Magnum- Zündhütchen (RWS 5333 sind einfach zu teuer).

Soweit so gut. Präzision super, das habe ich ja berichtet.

Beim Schießen sind mir an der Hülse auch keine verdächtigen Spuren aufgefallen, die auf überhöhten od. zu niedrigen Gasdruck hinweisen. Die Hülsen waren sauber, perfekt gelidert, nicht gerissen, keine schwarzen Ringfugen am Zündhütchen, keine ausgefallenen oder durchgeblasenen Zündhütchen.

Beim Sichten der Hülsen fiel mir am Wochenende folgendes auf: Die Zündhütchen sind etwas platt. Aber gleich dazu: Ich hebe immer alle Hülsen auf. Meine Hülsen der Fabrikladung mit dem Blaser CDP-Geschoß weisen auch platte Zündhütchen auf, sogar sehr platte! und das bei 90% aller verschossenen Patronen.

Weiterhin fand ich bei drei von 10 verschossenen Patronen nach Ihrem Ladungsvorschlag eine Prägung vom Ausstoßerloch auf dem Hülsenboden. Jetzt meine Frage: Haben Sie die Ladungen mal beim Beschußamt prüfen lassen, oder sind das nur die Quickload- Berechnungsergebnisse?

LM: Die Ladungen sind gerechnet.

Ich habe kein Problem damit, meine Waffe bis an die zulässige Grenze von 4400 Bar Gebrauchsgasdruck zu belasten, dafür ist ein Magnumsystem da und muß das aushalten. Unnötige Wagnisse will ich aber nicht eingehen, meiner Gesundheit zuliebe. Im Sommer bei Höhen Außentemperaturen bzw. auch bei Schußrehen ist der Gasdruck höher, das ist klar. Trotzdem muß alles sicher bleiben. Falls Sie Ihre Ladungen noch nicht beim Beschußamt hatten, werde ich mal 10 Schuß hinschicken.

Mit freundlichen Grüßen, Thomas Fügner, Montag, 26. März 2007 09:27

Tag Herr Fügner,

den Höchstgasdruck zu ermitteln habe ich mich an andere Stelle schon geäußert. Halten Sie mich beiden Prüfungen gern auf dem Laufenden.

Waidmann heil, Lutz Möller

Sommer

Erfahrungen mit dem MJG in der 8x68S

Sehr geehrter Hr. Möller,

vor einer Weile versuchte ich ein paar Ladungen Ihrer 8 mm JG in der 8x68S Patrone. Trotz recht guter Genauigkeit lies sich schon beim 3. Schuß die Waffe nur schwer nachladen. Nach dem 5 Schuß lies sich die Waffen nicht mehr nachladen. Zwischen den Schüssen verging immer eine gewisse Zeit (Scheibe ran holen usw.).

Mein Büchsenmacher sagte, die Patronen würden Überdruck erzeugen und ich hätte Glück, mit einer Steyr Mannlicher zu schießen (Die war an der Toleranzgrenze und wurde danach neu beschossen). Ich bin auf seinen Rat erst mal auf Blaser CDP umgestiegen.

Wie auch immer bin ich selber von Beruf Wissenschaftler und weiß, daß auch ein Mißerfolg ein Erfolg für die Wissenschaft ist. Mein Vorschlag wäre daher zu überlegen, ob man die Ladung etwas zurücknähme. Bei der besseren Aerodynamik sollte sich auf weite Strecken dennoch ein deutlicher Vorteil gegenüber anderen Ladungen einstellen und mögliche Waffenbeschädigungen wäre vom Tisch.

Mit freundlichen Grüßen und Weidmannsheil, Steffen Päßler, Montag, 11. Juni 2007 19:50

Tag Herr Päßler,

Was heißt, die Waffe war an der Toleranzgrenze?

Lesen Sie zunächst Klemmer, dann Drückverlauf über Temperatur, Winter und nun Sommer!

Ich vermisse Bilder der benutzen Patronenhülsen seitlich und vom Boden mit Zündhütchen. Knipsen Sie bitte mal und schicken mir die Bilder. Insbesondere zu weite Patronelager verursachen Klemmer. Wenn sich zu weiter Passungen wegen der Hülsenwerkstoff weit über die elastische Grenze streckt, federt er nur mehr wenig zurück. Je nach Waffenauslegung streckt sich das Patronelager ebenso und federt zurück. Ungünstige Werkstoffe, gepaart mit zu weiten Passungen bedingen dann Klemmer.

Außerdem ist Sommer. Bei 4,49 g Norma 202 vor 8 mm MJG spitz bei 87 mm Patronenlänge in der 8x68S ergeben sich je nach Hitze folgende Drücke

8x68S Druck / Wärme

Wenn Sie bei dieser Affenhitze die 8x68S munter hintereinander wegknallen heizen Sie das Patronelager binnen weniger Schüsse um mehre 10°C auf. Bei sommerlicher Hitze wie jetzt oft bei über 30°c mag das Patronelager dann gern über 60°C kommen. Der Druck liegt dann gut 20 - 25% über dem Einzelschuß im Winter.

RWS 8x68S Hülsenschachtel

8x68S RWS Hülsenschachtel

Die guten RWS Hülsen machend alles klaglos mit. Darauf können Sie sich verlassen. Allerdings sind Jagdladungen auch nicht für Reihenfeuer gedacht, sondern für den gezielten Einzelschuß. Jagdwaffen werden immer ungeputzt und kalt geschossen. Nur so schaffen Sie die Voraussetzungen für Widerholgenaue Treffer.

Wenn Sie gern auf dem Schießstand herumknallen, müssen Sie anderes für eine heiße Waffe laden und die Waffe immer erst heißschießen. Beides geht nicht. Beim ersten Schuß kamen Sie klar. Müssen Sie fünf mal hintereinander in schneller Folge auf ein Stück Wild schießen?

Waidmannsheil, Lutz Möller

MJG spitz (schwarze Spitze)

Guten Tag Herr Möller,

ich schieße einen Mauser 66 SM Stutzen in den Kalibern .308 Win. und 9,3x62 (LL 53cm) sowie dafür zwei Wechselläufe im Magnumkaliber 6,5x68 und 8x68S (LL 65cm Standardsytem mit zusätzlichem Verschluß-13,1mm Stoßboden). Nun möchte ich gern Ihre MJG Spitz je 100 Stck. für die 9,3x62 und 6,5x68 als erstes versuchen.

Da ich bisher RWS Zündhütchen 5333 verladen habe, möchte ich Sie um Rat fragen, welche Zündhütchen ich für meine Kaliber benutzen soll. Sie beschreiben ja auf Ihrer Internetseite die Stärken einiger Zündhütchenhersteller. Soll ich meine vier Kaliber bei Verwendung Ihrer MJG mit Winchester LRM verladen, oder reichen CCI 250? Welches Zündhütchen können Sie mir empfehlen?

Für Ihre Bemühungen bedanke ich mich im voraus und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen Rolf Wendemuth , Samstag, 21. Juli 2007 12:16

Tag Herrr Wendemuth,

die gewöhnlichen Patrone bis zu 4 g Pulver zünden gut das CCI 200 und RWS 5341, sofern es sich um große Zündhütchen handelt. Ab 4 g Pulver sollten Magnumhütchen, also CCI 250 oder RWS 5333 verwendet werden.

Waidmannsheil, Lutz Möller

RWS 5333 Zündhütchen

RWS 5333 Zündhütchen

RWS 5333 Zündhütchen

RWS 5333 Zündhütchen Vorher Nachher (4,77g R904 .300" WM MJG Ladung in RWS Hülsen)

Offen RWS 5333 Zündhütchen. Die Löcher in der Abdeckung verursachte das Herauspolken mit der Nadel

Zündhütchenseltsamkeit

Sehr geehrter Herr Möller,

nach Monaten kam ich nun endlich dazu die .30-06 zu laden. Ich mich an Ihre Ladeleiterinstruktionen gehalten. Also auch Schmauch von 4 Patronen im frisch durchgezogenen Lauf bis es losging.

LM: Das kann nicht von mir sein! Was haben Sie in Zahlen ausgedrückt genau geladen?

Schönr .30-06 MJG Erstversuch

Das Trefferbild ist für einen Erstlader sehr zufriedenstellend.

LM: Mein lieber Mann, wenn Sie so anfangen, werden Sie noch weit kommen! So einen Kreis hatte ich bislang nicht mit Fabrikmunition. (nebenbei Ihre empfohlenen Pulverangaben)

LM: Hm? Kopfkratz! Meine Angaben für Fabrikmunition?

Als Material verwendete ich Hülsen zweier Herstellern (Sako/Blaser).

LM: Das war ein Fehler. Menge nie verschiedene Hülsen drucheinander!

..., die ich am selben Tag aus der der selben Waffe, in der Annahme, daß sich die Hülsen derart bereits an das Patronenlager angepaßt haben müßten, verschossen hatte.

Sako und Thuner Hülsen vermengt. Lasse das sein!

Links zwei abgeschlagenem recht zwei nicht abgeschlagene Zündhütchen

Dennoch, wie auf dem Bild ersichtlich, versagten zwei wiedergeladene Patronen. Der Schlagbolzen berührte die Zündhütchen scheinbar nur berührt!

LM: Ja. ganz offensichtlich. Haben Sie sich schon die Frage gestellt, warum das geschah?

Einen Versager habe ich nach 3 anderen erfolgreichen Schüssen nochmals probiert , ohne Veränderung. Man möge im Auge behalten daß die Patronen ab Fabrik funktioniert haben. Und soweit es mir möglich ist konnte ich keine äußerlichen Fehler ausmessen. Zündhüte sind von CCI Large Rifle.

LM: Ich sehe auf dem Bild, die Zündhütchen sitzen zu tief in der Zündglocke, soweit ich das aus der Ferne beurteilen kann. Prüfen Sie das!

Leider konnte ich nur wenig Blaserhülsen prüfen. Liegt's am Hülsenmaterial?

LM: Das wissen Sie, nachdem Sie den Tiefsatz maßen, die Hütchen ausbauten und deren Tiefe Maßen. Die sollen 3,1 mm teif sein.

Durch ein Mißgeschick mußte ich 15 Patronen mit dem Hammer entladen.

LM: Das kommt öfter vor. Deshalb, und damit man nicht immer „polnisch“ entladen muß, gibt es ja die Entladehämmer.

Hat dies einen schlechten EinFluß auf die Führungsrillen, bzw. Wiederverwertbarkeit der Lutz Möller MJG?

LM: Lutz Möller Geschosse haben kein Führungsrillen, sondern prägen Führbänder aus. Besser werden die davon nicht. Berichten Sie mal.

Danke vorweg für die Antwort, Andreas G., Donnerstag, 16. April 2009 10:24

LM: Bitte gern, bitte sehr.

PS: Nebenbei benötige ich 100 Stk .30-06

LM: Morgen!

Das Lutz Möller Geschoß bietet dem Jäger Vorteile, insbesondere flachere Flugbahnen, größere Reichweite, somit einfacheres Zielen (binnen ± 5 cm Reichweite sorglos Fleck anzuhalten), vorherbestimmten Wirkungsquerschnitt und Tiefenwirkung bei guter Wundwirkung, ohne deshalb sonderlich Wildpret zu zerstören. Das Lutz Möller MJG liefert auch bei schwierigen Schüssen (Weichschuß) immer gutes Wildpret.

Im Vergleich zu herkömmlichen Geschossen aus Bleikern mit Tombakmantel und besonders nicht reibungsarmen Vollgeschossen mindert es Abrieb und Laufbelastung deutlich, siehe Messungen und Mit dem MJG schonen Sie ihre Waffen, brauchen weniger zu putzen!

Lutz Möller

Neues 6,35 mm Zündhütchen

Grillmeier, Mitte mit Brille, bei auf dem Fortmeierstand auf der IWA 2010

schrieb G. J. Wasser hier

In der Mitte eine (für mich) neues Zündhütchen (2 Jahre alt) mit 6,35 mm Ø für die Grillmeiers 10,6x80 Patrone (Mitte).

Links ein 5,33 mm Ø Büchsenzündhütchen und rechts daneben ein .50 BMG Zündhütchen vor einer .416" Barret 

Hornady liefert Ladewerkzeuge für Grillmeiers 10,6 x 80 und Fortmeier Waffen

Lutz Möller Sonntag, den 14. März 2010

XL Fehlkonstruktion

Betreff: XL-Magnum

Ja, habe wenige Muster hier. Leider eine Fehlkonstruktion. Der Durchmesser ist o.k. aber die Näpfchentiefe ist zu klein. So ist das Zündsatzgewicht maximal 60 mg. Die großen Hülsen wie Cheytac usw. brauchen etwa 75 mg um vernünftig zu zünden. Ginex hat angesichts der kleinen Fertigungsmengen wohl auf halber Strecke die Lust verloren. Daher ist's beim alten Berdanzündervolumen geblieben.

H. Brömel , Mittwoch, 21. April 2010 17:15

Krater im Zündhütchen

Guten Tag Herr Möller,

als überzeugter MJG-Benutzer stelle ich nach 6,5x55 und .308 WIN gerade auch meine 7x65R auf Ihr MJG mit Plastikspitze um. Die von Ihnen dafür empfohlene Ladung von 3,36g R902 führt in meinem Drilling zu einem etwas aufgegrateten Zündhütchen. Infolge dessen verhakt sich das RWS-Zündhütchen wohl etwas am Zündloch (oder am Schlagbolzen), wenn die Waffe nach dem Schuß geöffnet wird. Das Ausziehen der Hülse aus dem Lager erfolgt jedoch problemlos; die Hülse erscheint auch nicht geweitet. Die von mir bislang verschossene Fabrikladung TMR von RWS zeigt das gleiche Bild am Zündhütchen, allerdings lange nicht so stark. Offenbar ist also das Zündloch des Kugellaufschlosses etwas groß.

LM: So ist das wohl bei Ihrem Drilling. Da das Loch nicht kleiner zu machen ist, sollten Sie folglich einen etwas vergrößerten Schlagbolzen einsetzen.

Dennoch möchte ich klären, ob der Gasdruck der gewählten Ladung ggf. zu hoch ist, so daß es zum verstärkten Einpressen des Zündhütchens in das Zündloch kommt.

LM: Für Messungenen wenden Sie sich an ein Beschußamt oder die DEVA!

Wenn ja, in welchen „Grain-Schritten“ kann ich die Ladung mindern, um den Gasdruck etwas zu senken?

LM: So können Sie ni.phpit mir reden. Ich verwende, wie seit den späten 60er Jahren im übrigen internationl vereinbart metrische SI Einheiten. Ich sende Ihen einTafel per Email.

Würde die Waffe zu stark belastet, wenn ich weiter die 3,36g-Pulverladung verschieße?

LM: Nein.

Mit freundlichen Grüßen und bestem Dank für Ihre Mühen, Thomas Iwan, Gesendet: Samstag, 5. März 2011 09:28

Kleine Zündhütchen

Guten Tag Herr Möller,




.223" Rem mit dem alten MJG 5601 und 1,66g Norma 200  neu und abgefeuert.

Viele Grüße, Helmut Dittmer, Gesendet: Samstag, 2. Juni 2012 18:20

Zündhütchen und Trefferlage

Hallo Lutz,

kannst du Dir vorstellen, bzw. hältst du es für wahrscheinlich, daß beim Wechsel von Federal auf CCI Zündern jeweils in der Magnum Ausführung die Schußablage 5 cm Höhenunterschied auf 100 m ausweist?

LM: Ja.

Ich halte das für einen großen Unterschied lediglich durch einen Zündhutwechsel! Du schreibst ja, daß CCI schwach, Federal mittelmäßig stark sind. Wie ist Deine Meinung oder hast du gar schon mal probiert?

LM: Siehe Magnumzündhütchen nach Stärke. Die Druckunterschiede und verschiedenen Brennabläufe verstimmen die Gewehrlaufschwingungen, die dann die Abgangsfehler und die dann die Trefferlagen. 

Liebe Grüße, Jan G., Samstag, 9. Juni 2012 22:48

Zündlöcher

Betreff: Zündkanaldurchmesser

Sehr geehrter Herr Möller!

Wir hatten vor längerer Zeit über den Einfluss des Zündkanaldurchmessers auf das Abbrandverhalten und den sich daraus ergebenden Einflüssen bei der Schußabgabe gesprochen. Da damals keine gesicherten Erkenntnisse vorlagen, rieten Sie mir dies praktisch zu ermitteln.

Die Ergebnisse sind wie folgt:

Ausgangslage: Hülsen von HP (Hirtenberg Patronen) in .243 Win. mit original Zündkanal 1,6 mm. Alle Hülsen hatten ein Gewicht in der Schwankungsbreite von einem Gewichtsprozent. Es wurden jeweils 10 Stück in 1,6 und 2,1 mm vorbereitet. Es wurde alle wiederladerelevanten Tätigkeiten für den Beschuß, wie vollkalibrieren, trimmen, aufbohren der zweiten Serie, entgraten innen und außen von Zündkanal und Hülsenmund durchgeführt.

Als Zündhütchen lud ich CCI LR 200.

Als Treibladung wurde das empfohlene R903 allerdings mit 2,7g Ladung verwendet. Gewogen wurde mit einer Lyman 1500XP und in diesem Falle zur Kontrolle mit einer Radwag WTB 200 Apothekerwaage (max. 200g /0,001g) um eine möglichst gleiche Wiegegenauigkeit je Ladung zu erhalten. Ich habe versucht bei der Ladung die Toleranz auf max. 0,003 g einzuschränken. Bin mir aber nicht sicher ob dies gelungen ist. Als Geschoß ist das MJG in 5g (exakt 5,14 – 5,15) mit Faktorycrimp verwendet worden.

Großes Zündloch

Kleines Zündloch

Das Ergebnis: Der kleinere Zündkanal produzierte einen um leicht über 100 Bar höheren Gasdruck (Düseneffekt?). Man könnte auch sagen gehupft wie gesprungen oder auch unbedeutend und vergessen oder?

LM: Der enger Zündkanal bündelt den Zündstrahl, so daß die Treibladung schneller entflammt, anbrennt. Das hebet den Druck ein wenig. Bei 12 mm P1 Patronenhülsen sind 1,9 mm Zündlochdurchmesser üblich.

Eine Erkenntnis hat sich bei dieser Arbeit allerdings eingestellt, sind die angenommenen Gewichtstoleranzen überhaupt richtig oder übertrieben oder das Gegenteil.

LM: Sich bei 2,7 g Ladung auf weniger als 0,01 g Schwankung zu versteifen halte ich für übertrieben. Wie genau wollen Sie denn treffen?

Wie wäre es mit einer Datei in der die wesentlichen Toleranzen die einzuhalten, gesammelt ersichtlich sind?

LM: Das bezeiht sich doch immer auf den jeweiligen Zweck. Der aber ist immer verschieden.

Wenn Ihnen dazu noch etwas einfällt, wäre ich Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mir das mitteilen würden.

LM: Die Standardabweichung beim kleinen Zündloch ist geringer als beim großen. Die Ladung wird genauer treffen. Aufzubohren lohnt also nicht.

WH und liebe Grüße aus Wien bzw. Maribor, Walter Matzka, Montag, 11. Juni 2012 16:23

Zündlöcher 2

Hallo Lutz,

eine recht bemerkenswerte Feststellung ist Zündlöcher. Ich bitte einmal zu überprüfen, ob die beiden Abbildungen der Meßprotokolle oder die Beschriftung ggf. vertauscht sind?

LM: Nein.

Dennoch finde ich es bemerkenswert, daß zwischen den beiden Messungen bezogen auf den jeweils gemessenen V-Mittelwert von 3,61m/s Unterschied ein P-Mittelwert von 111,6 P max entsteht. Mit anderen Worten, durch ein Aufbohren des Zündlochs könnte man den Gasdruck unerheblich senken und muß dafür Geschwindigkeit opfern.

LM: Aber bekommt größer Schwankungen. Be dieser Ladung wäre das unnötig und stört die Genauigkeit.

Grüße, Martin, Dienstag, 12. Juni 2012 08:48

Federal 210 verleiht Flügel

Meine bewährte Ladung mit Ihren Geschossen in der 8x57 IS von 3,27 gramm Norma 200 wurde mit dem Federal 210 noch schneller – 1.005 m/s aus dem 557 mm kurzen R8 Lauf. Das war mit dem CCI 200 und BR-2 nicht möglich. Erfreulich ist, die älteren Norma-Hülsen haben noch Luft im Volumen und Gasdruck.

LM: Dann füllen Sie den leeren Raum doch voll. Auch das verleiht Flügel.

ChristianWaldmann, Mittwoch, 5. Juni 2013 22:20

Benchrest Zündhütchen

Sogenannte „Benchrest“ oder „BR“ Zündhütchen sind für Sportzwecke bestimmt, insbesondere für genaues Treffen durch schwache = erschütterungsarme Zündung. Sie weisen dazu im Vergleich zu üblichen Zündhütchen dünneres Blech auf.  Damit lassen sie sich auf gewissen Sportwaffen mit geringem Schlagimpuls zünden, halten im Gegenzug aber nicht so viel Druck aus, neigen eher zu Durchbläsern.

Für alle, die Hochleistung bei Vollgas wollen, nämlich Jäger, sind sie daher nicht angemessen.

Sehr geehrter Herr Möller!

Gibt es stabiler Zündhütchen als BRII?

LM: Ja. Siehe Benchrest Zündhütchen. Herkömmliche CCI Zündhütchen sind deutlich widerstandfähiger. VersuchenSie auch mal Murom.

Sind DAG Hülsen für 30-06 und 9,3x62 ausreichend stabil?

LM: Nein. DAG Hülsen sind aus billigstem Messing mit sehr Höhem Zinkanteil hergestellt, damit man die gerade nicht wiederladen kann. Das sind Einmalhülsen. Für das Wiederladen Finger weg. Hülsenreißer lauern sonst.

Derzeit verwende ich NORMA und RWS.

LM: Denken Sie auch mal über PPU Hülsen nach. Die sind hinreichend hart und damit druckfest. Siehe auch Patronenhülsen und Gasdruck

Besten Dank, werde Sie am Laufenden halten.

LM: Ja bitte.

WMH, Thomas Rotter, Donnerstag, 8. August 2013 07:58

Kälte

Hallo Herr Möller!

Nachdem ich auf Ihrer Seite in Winterschießen den Beitrag „Die Kälte stört doch sehr“ las, möchte ich Sie fragen, ob Sie schon solche Versuche durchgeführt haben.

LM: Nein. Ich passe meine Ladungen für Winter und Sommer an.

Ich verwende Federal 210 Zündhütchen. Da bei uns in Österreich im Gebirge im Sommer die Temperaturen in der Früh bzw. am Abend kaum über 15°C und im Herbst/Winter meist + 5° C bis -15°C liegen, könnte vielleicht ein Federal 215 Zündhütchen einen gleichmäßigen Druckverlauf bringen?

LM: Ja, stärkere Anzündung nützt bei Kälte

Ich lade meine .300 WSM mit Norma 203B und Ihrem Geschoß 7627 zur besten Zufriedenheit.

LM: Schön. Das Pulver brennt gut an.

Ich schieße aber auch eine .308 Win , eine .270 WSM und verwende auch Ihre Geschosse mit sehr gutem Erfolg).

LM: Welches Pulver laden Sie in der WSSM?

Ich versuchte schon viele bleifreie Geschosse. Von den RWS will ich gar nicht reden. Die bringen jedes Jahr „das Beste“ Geschoß heraus und nach einem halben Jahr kommt schon das nächste „noch bessere Geschoss“. Die haben kein gutes Geschoß. Sie haben die Zeit übersehen.

Der mit der Zeit geht, sehr gute Präzision und Wirkung haben will kommt bei „Ihren MJG“ nicht vorbei! Ich schieße seit vier Jahren Ihre Geschosse mit sehr sehr gutem Erfolg (habe schon über 50 Stk. Schalenwild erlegt: Reh, Gams Rotwild Sau und Steinbock von 50 – 300 Meter) keine oder nur kurze Fluchtstrecken vor allem keine Wildbret Zerstörung und keine Blutergüsse.

Im Buch von Robert Albrecht „Präzisionsschießen“ las ich aufgrund der Hülsengestalt, deren Längen–Dicken-Verhältnis kann auch bei einem Pulver schneller als z.B.: Norma 204 ein Magnum Zündhütchen verwendet werden.

LM: Kann immer, hat aber Folgen.

Mir scheint, Federal Zündhütchen, besonders die 215, sind am wenigsten kälteempfindlich.

LM: Solche Aussagen sollte man nur inVerbindung mit einer bestimmten Ladung in einer bestimmte Hülse und einem gestimmten Geschoß treffen. Solche Aussage ist immer besonders, nie allgemein.

Ich würde mich über Ihre Antwort freuen. Ansonsten müßte ich selbst diese doch aufwendigen Versuche machen.

LM: Ja, müssen Sie, wenn Sie das letze herausholen wollen.

Weidmannsheil aus der Steiermark, Josef Posch 12.03.2015

Lies auch Gasdruck und QuickLoad !

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