AZF Prüfung bestanden☺

Schießen bei Frost im Winter

Winterwunder

Im Februar 2010 schießen wir bei zwischen -13 und -3°C im Schnee

Das TRG-42 mit Fernando und Feuerschlucker im „gefechtsmäßigen“ Liegendanschlag

Oehler Chrony kaputt. Das Gerät lieferte nie verläßliche Angaben, ist nicht zu empfehlen!

Schöne 2 Treffer auf 900 m in einem Schneeloch mit einem 8 cm Ausreißer (A4 Pappe ist 21 cm hoch), aber zu tief.

Die Munition ist kalt und schießt tief. Wie schnell die Geschosse waren, weiß ich nicht. Bereits ab dem 2. Schuß flimmert die Luft im Glas. Dabei erwärmt sich das Patronenlager auf 15°C, der Feuerschlucker hinten auf 25°C. Vorn wird er handwarm - im Winter zu warm. Ich mag keine Winterwunder (Mirage frz. Wunder).

Sonnenaufgang

Gebirgsjäger schießen regelmäßig bei Frost, siehe dazu auch Gamsjagd Kärnten 2007

Auch hier auf 600 m liegen wieder zwei Fernando-Treffer im zusammen und einer, der dritte, wieder abseits.

Am folgenden kälteren Tag zeigt sich mit dem LM-105 das selbe Bild.
Die ersten zwei Treffer liegen zusammen aber der dritte reißt aus. Der Querschläger stammt von einem Abpraller.

Mein Drückjagdschal (statt Warnweste) muß nun herhalten das „Winterwunder“ zu unterdrücken. Er isoliert den Feuerschlucker von der Luft darüberliegenden Luft. so daß die nicht mehr flimmern und das Licht wieder geradeaus, statt um die Kurve, scheint.

Um dauernden Einsatz heil zu überstehen bedarf  der Schal als Abwehr gegen Winterwunder allerdings noch einer Befestigung!

1000 m Scheibe

Auch auf 1.000 m liegen wieder zwei Treffer nah (~ 7 cm) aber einer wieder fort (~13 cm), so daß eine Lösung gefunden werden muß!

Auf Sonne waren wir ja vorbereitet!

Die zu prüfenden Sachen waren in letzter Minute erhalten und zusammengestellt, weder vollständig noch eingerichtet. So konnten in den 1½ Tagen wir nicht alle geplanten Versuche durchführen. Das nächste Mal soll eine genaue Liste helfen unnötige Fehler zu vermeiden. Das PR 5-25x56 Zielfernrohr lag auf 100 m 1 m über dem Ziel. Da stimmt etwas gar nicht. Nun gut. Die Ursache wird sich finden und abstellen lassen. Da das Glas erst am Tag vor dem Packen eingetroffen war, war ein Ablage zwar bekannt, ein Abhilfe leider noch nicht.  Die wird sich finden. Das zu prüfen schafften wir es an!

Gasdruck: Die Kälte stört doch sehr. Siehe hier aus dem Norma Wiederladebuch von Sven Eric Johansson: 

Druck / Temperatur für verschiedene Anzünder, 1 Mega Pascal (MPa) = 10 bar

Schnelle / Temperatur für verschiedene Anzünder

Mir scheint, wir wären im Winter, was die Schnelle betrifft, mit Federal 215 Zündhütchen besser als mit RWS 5333 bedient gewesen. Mit dem Norma MRP Pulver zeigte das F215 jedenfalls mit obiger Ladung eine geringe Wärmempfindlichkeit.

Soll das die Lösung für Winterschießen sein?

Im Winter ist jedenfalls ohne genaue Entfernungs- und  Wärme- bzw. Kältekenntnis nicht zu machen. Sonst landen die Treffer im Schnee!

Wieder im Schnee: Drei Einschüsse vorn. Drei Ausschüsse hinten.

Einschuß (Finger) und Ausschuß (links dreckige Löcher) im Schnee auf tief gefrorenem Boden

Diesen Bogen störte kein Winterwunder, aber, obwohl der schön leise schoß, reichte der auch nicht bis 1.000 m!

Lutz TRG 42 Fuerschlucker

TRG 42 mit Feuerschlucker im Sommer

Die Lehre aus dem Winterwunder

G6 vor dem Schuß mit Schnee auf Pappe ~ 10 cm unterhalb der Geschoßbahn ~ 30 cm vor der Mündung

G6 nach dem Schuß mit Schnee auf Pappe ~ 10 cm unterhalb der Geschoßbahn ~ 30 cm vor der Mündung: sehr kleine Signatur!

leicht, fest, gut: G6-Aluminium-Kohlfaser-Feuerschlucker

Von den Winterwaffen taugt das G6 am besten für den Schuß im Kalten. Leider lag das PR 5-25x56 völlig

Mirage

Der Drückjagdschal kann in der vorgestellten Befestigung (Schwerkraft mit Reibung) nicht als ernsthafte Lösung das Winterwunder abzustellen betrachtet werden. Ein herkömmliches Flimmerband wäre da schon besser geeignet gewesen. Die Lehre aus dem Winterwunder ist eine andere. Wenn Schußreihen abzufeuern sind, taugen herkömmliche Feuerschlucker aus unbewehrtem Metal nicht mehr, weil die erwärmte, flimmernde Luft über der Dose das Licht bricht und demzufolge zwar genau gezielt aber keinesfalls mehr der gezielte Fleck getroffen werden kann.

Die flimmerbedingten Abweichungen lagen im Winter beim dritten Schuß schon bei 0,1 mrad!

¼' / 1.000 m ~ 0,0727 m. 0,1 mrad / 1.000 m ~ 0,01 m. Mit anderen Worten, wenn die schützenbedingte Streuung, wie auf der 1000 m Scheibe, 7 cm beträgt (¼ MoA), aber die flimmerbedingte Streuung ½ MoA ist im Ernstfall mit so einem „heißen“ Feuerschlucker kein Blumentopf zu gewinnen.

Das G6 zeigt den Weg.

Um Reihenfeuer genau ins Ziel zu bringen müssen andere Werkstoffe als blankes Metall eingesetzt werden. Ob Drückjagdschal oder Kohlefaserfuerschlucker besser geeignet seien, überlasse ich dem geneigten Leser zu beurteilen. Ich habe für meine kommenden Entwürfe jedenfalls wieder mal etwas, das zu berücksichtigen sich lohnt, gelernt . . .

. . . denn die Anderen warten schon auf unser Fehler!

Waidmannsheil, Lutz Möller, Montag, den 22. Februar 2010

Reihenfeuer mit Feuerschlucker

Hallo Herr Lutz Möller,

ich hätte ein paar Fragen zu dem Feuerschlucker. Ist der Feuerschlucker auch zum sportlichen Schießen geeignet?

LM: Ja.

Verwendung bei mehr als 30 Schüssen in Folge.

LM: Lesen Sie Winterschießen. Darin lesen Sie, ab ~ 30°C Temperaturunterschied zwischen Feuerschlucker und Umgebungsluft flimmert die Luft im Winter nach zwei Schüssen bereits so sehr, daß sich Licht krümmt und in Folge die Treffer von ~ 0,05 mrad auf 0,1 mrad streuen (oder von ¼ auf ½ Winkelminuten)! Das heißt, bei 30 Schüssen in Folge müssen Sie bessere Maßnahmen als einen Drückjagdschal überzulegen treffen, um davon nicht mehr betroffen zu werden. Der Feuerschlucker selbst verträgt die Belastung gut.

Welche Version würden Sie empfehlen für ein SAKO TRG 22 im Kaliber 308. DK5 oder DK6? Ich habe einen Arnold Lauf.

LM: Die SAKO TRG weisen einen 18x1 Feingewinde auf, also DK6 mit 18x1 Feingewinde, wie die 8,5 mm hdp Rückstoßbremse. Hat ihr Lauf die ursprüngliche Sako Kontur mit 22 mm Ø?

Mit freundlichen Grüßen, Jens-Uwe Schur, Montag, den 22 Februar 2010

Nur wenige Glückstreffer

Hallo,

ich habe eine Sako TRG 42 in Kaliber 300 Win. Mag. Ich schieße mit der Rückstoßbremse von Sako. Ich schieße auf 1000 m auf einen Luftballon mit ~ 25 cm Ø. Da ich alleine im Wald ohne Beobachter schieße, kann ich den Geschoßeinschlag nicht sehen. Somit weiß ich nicht, ob ich zu tief oder zu hoch bin usw. Ich schieße mit Ruag Swiss P Target .300 Win Mag 13g BC: 0,555. Ruag gibt an, daß die Vo bei einen 65 cm Lauf 870 m/s ist. Die Sako hat aber ein 69 cm Lauf. Ich habe von 20 Schuß auf 800 m nach unzähligen Glück-Korrekturen nach oben und unten nur zwei mal getroffen, da ich mit verschiedenen Vo geschossen habe. Aber das waren alles Glückstreffer. Aber auf 1000 m habe ich nie getroffen. Wind war am dem Tag gleich Null. Mir sagte man 1 cm längerer lauf wären 5 m/s Vo mehr. Also wären dann 4 cm ( 69 cm Lauf ) 890 m/s. Leider habe ich mit den Klicks für 890 m/s auch nicht getroffen. Nach 50 Schüssen auch nicht. Ich ziele mit Hensoldt 6 - 24 x72. Geschossen wurde mit 24-facher Vergrößerung ) 0,5 cm = 1 Klick. Vielleicht können Sie mir helfen von welcher genauen Vo ich ausgehen muß, da von 870 m/s oder 880 m/s oder 890 m/s sich die Erhöhung schon stark verändert.

LM: Die Mündungsgeschwindigkeit müssen Sie mit einem genauen Gerät messen! Im weiteren hilft QuickTarget!

Vielen Dank, Stefan, Sonntag, 28. Februar 2010 13:05

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