Fluchtstrecke

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Lies auch (älter) sieben Zweifel | sechs Jahre KJG | KJG-S | KJG-S Versuche | KJG-Wirkung | Kupfer oder Messing? | Hohlspitze | Hart oder weich? | Holzversuche | Mindestzielgeschwindigkeit | Ferne Sauen

Inhalt Technischer Ansatz | Zielwahl | Zielwahl für weite Ziele | Zielwahl für nahe Ziele | Irrtum | Lichter | Verhalten bestimmt den Ablauf | Nahes Wild | Fernes Wild | Fehler | Wo steht der Feind | Zielwahl für nahe Ziele | Siebenter Halswirbel | Schußentfernung | Fluchtentfernung | Empfohlenes Verhalten

Technischer Ansatz

Hallo Herr Möller,

ich mache mir Sorgen, bin mir auch nicht sicher, ob eine Ihrer besten Ideen war, die Splittermenge Ihrer Geschosse weiter mindern zu wollen. So wie Ihr MJG bisher war, kann man von einem hervorragenden, umweltverträglichen Universalgeschoß sprechen. Aber noch größere Rasanz (durch geringere Masse) und erhöhte Tiefenwirkung (durch geringere Splittermenge) brauchen die meisten Jäger nicht!

Sicher ist richtig, daß ein einziger Splitter des MJG ein Tier töten kann.

LM: Ja. Gewiß. Dazu lies Streifschuß und Splitterwucht.

Aber, jetzt versuche ich mich mal physikalisch auszudrücken. Das Ausbluten eines Stück Wildes ist eine Funktion des Blutverlustes je Zeit. Dieser Blutverlust hängt von der Zerstörung von Gefäßen ab. Da an die untere Grenze des Vertretbaren zu gehen (Sie sprechen von hinreichender Wundwirkung) finde ich gewagt. Ich bezweifele, daß Sie damit den meisten Ihrer Kunden einen Gefallen tun!

LM: Mir geht es in erster Linie um das Wild, älter ausgedrückt, um Waidgerechtigkeit. Kunden sind mir wichtig, aber schlußendlich wollen wir Jäger töten, Tiere totschießen. Darum geht es. Sonst nichts.

Ich meine, das meiste Wild in Deutschland wird auf Schußentfernungen bis 120 Metern geschossen. Da ist unvermeidlich, daß das Wild u. U. den Zusammenhang zwischen Schußknall und Gefahr durch den Jäger gewahr wird und flüchtet.

LM: Falsch. Durch den nahen Schuß. Nein. Der ist gar nicht „unvermeidlich“. Muß man den so nah schießen? Nein! Lies Ferne Sauen!

Fluchtstrecken waren bei dem MJG bisher sehr zufriedenstellend, auch bei kurzen Schußentfernungen selten mehr als dreißig Meter. Ich sorge mich jetzt allerdings, künftig mit einem Geschoß jagen zu müssen, das zielballistisch einem Vollmantelgeschoß schon sehr nahe kommt!

LM: Quatsch. Zu meinen Geschossen lies Zielwiderstand | Zielwirkung | Splitter 2011 und später Flitzer Splitter | der 5ten Erbfolge meiner Jagdgeschosse | Splitterwucht | Wundwirkung.

8 mm sS 8 mm sS Kaput

Zur (erfolgreichen) Jagd mit unserem alten deutschen militärischem Vollmantelgeschoß 8 mm schwer spitz (rechts in Bildern) lies Afrika 2001!

Waidmannsheil, O.D., Donnerstag, 15. November 2012 09:15

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Zielwahl

Von ZNS Treffern mittels Hirnschuß, Trägerschuß abgesehen, benötigt jedes Tier Zeit zu sterben. Vom Treffer über die Bewußt- und damit Willenlosigkeit bis zum Tod vergehen (bei guten Treffern) Sekunden bis (bei schlechten Treffern) Minuten, bei sehr schlechten Treffern, wie Weichschuß, Stunden.

Getroffene, beunruhigte Tiere können, wenn sie wollen, in der verbliebenden Lebenszeit zunächst noch flüchten. Ob Sie das denn wollen, bestimmen vorrangig die Entfernung zum Schützen und die Zielwahl und - je nach Schießfertigkeit - der sich ergebene Treffer. Daraus folgt je nach Geschwindigkeit des Tieres die Fluchtstrecke.

Zielwahl für weite Ziele

Ich empfehle hohe Lungenschüsse knapp unter der Wirbelsäule über dem Herzen knapp hinter den Vorderläufen (wichtig! ohne Vorderläufe, Schulterblätter oder Herz zu verletzen).

Kaum empfindet ein Tier einen breiten, hohen Lungenschuß hinter die Blätter. Kammerwände sind außen wenig empfindlich, innen zwar schon, aber dünn und der Schuß geschieht sehr schnell. Insofern fühlt man den Kammerdurchschuß eher wie ein kurzes Pieken. Das rosa Lungengewebe empfindet gar keinen Schmerz. Die großen Gefäßen, also der Ort an dem wir einen Hustenreiz verspüren, wenn wir einen Krümel verschlucken, können Schmerzen. Das bedeutet, Tier merkt seinen Lungentreffer, gegen den Herztreffer vergleichen, kaum. Daher bleibt ein Fluchtreflex aus. Nur durch die Lungen getroffene Tiere zeichnen kaum oder selten. Die Tiere stehen da, als habe man vorbeigeschossen. Nach einer halben Minute oder so fallen Sie um und sterben an mangelnder Sauerstoffversorgung.

Zielwahl für nahe Ziele

Gegen den sehr wirkungsvollen hohen Lungenschuß mit Kraftstoß auf die Wirbelsäule zur Nervenerschütterung ist auch bei nahen Schüssen rein gar nichts einzuwenden, wenn man Fluchten erträgt. Aber wenn man bei guter Sicht in der Nähe genauer zielen und genauer treffen kann, bieten sich kleinere, wirksamere Ziele an:

Neben Hirn- und Trägerschuß empfehle ich für nahe Ziele den Schuß auf den 7. Halswirbel. Dazu siehe Wildscheibe. Solche Treffer auf den 7. Halswirbel mit ZNS Treffer zeige ich im Film in Afrika Juni 2013.

Von meiner 308 im September 2014 fielen viele, große Büffel und Stiere, die mit Hirnschuß mehrheitlich vor laufender Kamera am Anschuß. Freilaufende Weiderinder schießt man mit meinem 5600.1 Hornet rückwärts in Hirn. Diesen Montag 7:15 Uhr wieder. Ich werde meine Kamera auf's Stativ stecken. Mal sehen, ob ich in der schrecklichen Frühe (bin morgens eher schläfrig) einen Film zustande bringe.

Irrtum

Siehe auch Irrglaube

Der Technische Ansatz seitens vieler Jäger, sich aus irgendwelchen technischen Maß- oder Kennziffern Erfolg oder Mißerfolg, Umfaller am Anschuß oder Fluchten ableiten zu wollen, ist ein Irrtum. Ohne umfassende, belastbare medizinische und physikalische Kenntnisse vorhandener Zustände und ablaufender Vorgänge, ist sich etwas zurechtzuglauben sinnlos wie Glaube, Liebe Hoffnung, denn das Verhalten bestimmt den Ablauf.

Ich muß wissen, was geschieht, weil ich aus dieser Kenntnis die Bauart und Wirkweise meiner Geschosse ableite und bestimme. Das können nur sehr wenige Menschen. Ich kenne keinen Jäger, der das kann. Auch der Wettbewerb überzeugt nicht mit schlüssigen Lösungen.

Den Technischen Ansatz beherrschen Jäger nicht. Ihn, wie in der obigen Zuschrift von 2012 dennoch zu versuchen, ist sinnlos.

Lichter

Rothirsch

Rothirsch

Fluchtwild (nicht Raubzeug) wie Reh, Hirsch, Muffel, Gams usf. usf. trägt seine Lichter seitlich am Haupt, um möglichst gute Rundumsicht zu ermöglichen. Das verhindert aber weite Entfernungen genau schätzen zu können. Die Erkenntnisleistungen des Fluchtwildes können mit den unseren überhaupt nicht mithalten. Wir können einen stillen Hirsch auf 300 m klar erkennen. Er kann uns auf solche Entfernungen aber nicht (als Mensch) erkennen. Er kann uns zwar irgendwie sehen, aber nicht erkennen. Auch wenn wir näher an ihm dran sind, erkennen wir ihn immer noch, er uns aber immer noch nicht.

Völlig anders stellt sich die Lage dar, wenn Bewegung ins Spiel kommt. Wir menschlichen Jäger sehen nur geradeaus. Fluchtwild sieht rundum. Wen sich schräg hinter uns etwas bewegt, bleibt uns das verborgen (sofern kein Geräusch entsteht). Fluchtwild sieht alles, nicht genau, erkennt auch nur wenig, aber bekommt sicher mit, wenn sich in seiner Fluchtdistanz etwas bewegt. Dann bewegt es sich (fort). Da es nicht kämpfen kann, greift es zur Flucht. Hirsch und Pferde rennen derart mühelos und schnell, daß man nur bewundern kann. Sogar Sauen können so schnell rennen wie ein Schwan fliegt. Wenn's Fluchttieren also „brenzlich riecht“, sprich ihnen ihre Lage unwohl wird, renne die – immer.

Verhalten bestimmt den Ablauf

Nahes Wild

An Wild tags nah heranzukommen ist hier schwierig. Ein Reh dichter als hundert Meter Schußentfernung anzulaufen wird schwierig. Das erfolgreich zu tun ist zwar möglich und ich habe das auch schon gekonnt, aber gemein wird das nicht einmal versucht. Wenn man Wild nah möchte, sitze an und warte, daß das Wild nah anlaufe. Dann kommt es schön nah. Schön? Wofür schön? Um es anzusprechen? Für einen leichten Schuß? Nicht alles an „nah“ ist schön.

Sofern Du zu dem (Haar)Wild aus dem Wind in Lee belegen bist und regungslos verharrst, erkennt es Dich nicht. Getarnt oder leuchtend rot gekleidet ist ganz gleichgültig, solange Du still verharrst, Dich keinen Fitz bewegst und noch nicht schossest.

Wenn Du dann schießest, geschieht Einiges, nämlich

  1. Büchse knallt, blitzt, schießet und bewegt sich

  2. Rückstoß bewegt Dich

  3. (hoffentlich) mein Geschoß trifft und verletzt das Tier.

  4. Gleichwohl merkt das nahe Tier Deine Bewegung im Schuß.

Was wird dann geschehen? Das nicht mit ZNS Treffer getroffene, (tödlich) verletzte Tier flüchtet dann. Es rennt von Dir weg, soweit es kann.

Sofern das aber Wild nicht flüchten, sondern am Anschuß fallen soll, nutze meine Geschosse und Zielwahl für nahe Ziele. Dann wird es dort fallen und liegen bleiben. Fluchtstrecken bis Lauflänge (wenn die umkippen) bleiben möglich. Weiter flüchten so Getroffene aber nie.

Fernes Wild

Lies auch Ferne Sauen

Das Schöne an weiten Schüssen ist, Fluchttiere, sehen (erkennen) uns Jäger im weiten Schuß nicht. Das kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Merke Dir das! Weil die Lichter der Fluchttiere mitsamt verarbeitendem Hirn auf Rundumsicht, binnen der Fluchtdistanz, aber nicht auf ferne Punktsicht, eingerichtet sind, erkennen uns Fluchttiere, wenn wir auf große Entfernungen schießen, selbst, wenn uns der Rückstoß etwas bewegt, nicht, daß wir uns bewegen. Auf große Entfernungen bleiben wir im Schuß den Fluchttieren unsichtbar.

Deswegen nützt Zielwahl auf weite Ziele auf weite Ziel, aber gar nicht auf nahe Ziele. Das darfst Du nicht vergessen, oder durcheinander bringen. Um kurze bis gar keine Fluchten zu erleben, wähle Dein Ziel je nach Entfernung passend.

Fehler

Muskeltreffer schmerzen. Knochentreffer werden bemerkt. Fluchttiere sind kaum wehleidig. Wenn Sie aber eine derartige Störung, nämlich ein Muskel- oder Knochentreffer einer Bewegung zuordnen, weil Sie die bemerken, werden Sie die Bewegung einem (gefährlichen) Störer zuordnen und vor ihm flüchten. Deshalb vermeide unnötig Muskelfleisch (Wildpret) zu treffen, schmerzhaft und sinnlos zu zerschießen. Meide auf die Vorderläufe, Blätter oder alles andere außer der Kammer außer dem Herzen, zu zielen, zu schießen, zu treffen,

es sein denn,

Dein Ziel ist nah und Du kannst Hirn, Träger, oder den 7. Halswirbel treffen. Dann treffe genau das. Hilfsweise nützt da auch ein Leberknotenschuß.

Lutz Möller, Freitag, der 13. Oktober 2017

Wo steht der Feind?

Betreff: Schußknall

Als ich auf dem 300 m-Schießstand Anzeiger war, hörte ich erst den Geschoßknall und dann den Mündungsknall.

LM: Klar.

Nach Adam Riese 1 sec nach Einschlag des Geschosses. Nicht anders ergeht es beschossenen Wild: Ich vermute, der Knall auf der eigenen Haut beeindruckt die Aufmerksamkeit des Wildes mehr als der ferne Schußknall.

LM: Der ferne Getroffene hört den Geschoßknall immer lauter als den Mündungsknall!

In einem Video quittierte ein Grizzly den Schuß folgerichtig mit einem Prankenhieb nach seinem Feind an seiner Brust, nicht aber nach dem fernen Schützen.

Fluchttiere reagieren, wenn sie reagieren, hingegen mit Flucht.

WH J.W., Montag, 16. Oktober 2017 11:57

Zielwahl für nahe Ziele

Rückgratschuß


2012 auf große Entfernung stehend freihändig auf ein stehendes Tier geschossen. Schwieriger Schuß.

Einschuß in der Decke auf das Rückgrat. Siehe Nervenerschütterung

Ein- und Ausschuß innen. Mit solchem Rückgratreffer fällt jedes Tier am Anschuß. Lies Nervenerschütterung

Siebenter Halswirbel

Duiker

Duiker

Strecke legen

Warzenkeiler und Schakal

Oryx auf dem Kamm

gefallen

Schußentfernung

Lies vorher Fluchtstrecke von Beginn an

Letztens meckerte jemand über Hirnschüsse. Er verstand nicht, warum auf der Weide Rinder auf (gewisse, kurze) Entfernungen geschossen würden (anstatt eines aufgesetzten Schusses mit dem Bolzenschußgerät oder der Kurzwaffe). Hier ist dazu in Hirnschuß ein Film zu sehen.

Für das künftige Verhalten des (wilden) Wildes und auch unsere (zahmen) Haustiere spielt die Schußentfernung eine wesentliche Rolle. Tiere verstehen den Schuß und das Sterben nicht. Wir sollten das aber.

Wenn wir Jäger und Tierhalter wiederholt Beute aus der Herde greifen oder reife Tiere aus der Herde ernten wollen, kann uns der Eindruck, den wir dabei auf die Überleben machen, gar nicht gleichgültig sein.

Die Entfernung zwischen uns und unsere Beute scheidet Täter und Opfer. Damit die Überlebenden uns, wenn wir mal wieder ein Tier aus der Herde töten, nicht mehr fürchten, sondern eher weniger, sollen wir

  1. aus der Ferne töten, um dabei nicht bemerkt zu werden,

  2. dabei möglichst still sein, um dabei nicht bemerkt zu werden,

  3. die Beute erst nach einiger Zeit in Besitz nehmen, damit Schuß, Tod und Jäger nicht unmittelbar zusammenhängen

Andernfalls erschweren wir uns die Jagd, verstören unser Haustiere. Je mehr Übriggebliebene merken, daß wir mit dem wiederholten Verschwinden geliebter Herdengenossen zu tun haben, umso mehr werden Sie uns meiden. Daran kann uns Jägern nicht gelegen sein.

In Afrika kenne ich zwei Jagdweisen:

  1. solche, in denen vom Kraftwagen geschossen wird

  2. solche, in denen ausschließlich auf der Pirsch gejagt wird

Die jeweiligen Farmer haben Ihre guten Gründe, aus denen die das so wollen. Das soll hier nicht Gegenstand sein. Die Folgen sind allerdings krass. Afrika ist groß. In trockenen Ländern sind Entfernungen weit, von einem Grashalm zum nächsten, von einer Farm zur nächsten. Während wir hier mehrere Rinder je ha nähren können, benötigt dort ein jedes einzelne Rind zehn ha, um nicht zu verhungern. Hier, mit reichlich Regen, können landwirtschaftliche Betriebe klein sein, dort in der kargen Trockenheit müssen Sie groß, sogar sehr groß, sein.

Im ersten Falle kommt man mit dem Wagen zwar in die Nähe der Tiere, aber wenn der Wagen hält, werden die wilden Tiere bald unruhig und gehen ab. Dort muß man, um Beute zumachen, weit und schnell schießen. Aus der Nähe sieht man wilde Tiere unter solchen Umständen nie.

Im zweiten Falle kann man mit dem Wagen durch die Herden fahren und sich die Tier aus der Nähe und in Ruhe betrachten. Auf der Pirsch kommt man an die Tiere auch nah ran, weil die meisten Jäger stehen freihändig, oder stehend angestrichen, nicht weit schießen (und genau treffen) können.

Fluchtentfernung

Wilde Tiere merken im Laufe der Zeit sehr wohl, wer ihnen nachstellt (wenn das so geschieht), wer gefährlicher Freßfeind ist. Solche suchen Fluchttiere zu meiden. Dabei flüchten Sie nicht weiter, als erforderlich.

Wenn Rehe von einem Dackel, der zwar beißen, aber nicht gut rennen kann, verfolgt werden, „flüchten“ die zwar, aber doch eher lässig, nicht schnell und nicht weit. Der Kleine kommt ja kaum nach.

Wenn Rehe von einen hochläufigen Jagdhund oder Wolf gehetzt werden, sieht die Lage ganz anders aus. Dann flüchten sie erstens schnell, suchen sich dann außer Sicht zu decken und gehen dann langsamer Widergänge und Verleitfährten, um bei mäßigem Krafteinsatz schnellere Verfolger zu verwirren.

Wir menschliche Jäger nutzen, anders als Tiere, zur Jagd Werkzeuge, früher Abhänge, Fallgruben, Fallen, Schlingen, Keulen, Speere, Pfeile, Armbrüste und schließlich Schußwaffen. Die Jagd würde dadurch langfristig nicht einfacher. Warum? Weil die Tiere ihre Fluchtentfernung, also der Abstand, den Sie von vermuteten Freßfeinden halten, sich nach der erfahren Wirkentfernung richtet. Eine Keule wirkt auf Armlänge. Ein Speer wirkt schon weiter, eine Schußwaffe noch weiter. Wenn die üblichen Schußentfernungen z. B. auf Rehe bei 50 - 100 m lägen, wären 200 m ein vernünftige Fluchtentfernung für Rehe. In etwa ist das so.

Empfohlenes Verhalten

Ich rate aus dem Bekannten, oben Genannten, Wild (oder Schlachttieren) nicht zu nahe zu kommen, außer wenn die sicher allein sind und keiner mehr weg kann (im Schlachthof).

Ich rate zu weiten Schüssen mit guter Zielwahl auf weite Ziele

Wenn die Beute nah steht und geschossen werden soll, rate ich zu anderer Zielwahl auf nahe Ziele

Wichtig, um später sich das Leben als Jäger nicht unnötig zu erschweren, ist dem Wild nicht zu verdeutlichen, das Jäger, Schuß und Tod zusammenhängen. Also bleibe ruhig. Bewege Dich nur langsam, wenn es denn geht, am besten gar nicht, achte auf den Wind, und lasse Deine Beute liegen, bevor Du Dich ihr näherst. Geduld ist eine Tugend, für Jäger eine besonders nützliche.

Wenn Du Dich (warum auch immer) mal zeigen mußt, lassen keine Zeugen übrig. Sonst lernt das Wild Dich zu fürchten.

Lutz Möller, 17. Oktober 2017