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Waffenwahl

Nach Christer Holmgren’s lesenswerten Buch ,,Jagdwaffen und Schießtechnik“, aus dem schwedischen. Deutsch 1993 bei Paul Parey, Hamburg – Berlin ergänzt

Kaufangst

Der die Wahl, hat, hat die Qual. Viele scheuen sich Fragen zu stellen und eine Waffe genau zu prüfen. vor einem solchen Ladentisch sollte man von dem, was man will, genaue Vorstellungen haben.

So einfach ist dasEmpfehlung KaufangstBeherrsche Deine WaffeJagdwaffenFlintenschießenRehabsehenLeuchtabsehenEine für allesDrückjagdpatrone ● Schwarzwildwaffe ● Kipplaufwaffen Schießen zu lernenKleinwaffe

So einfach ist das

Hallo Herr Möller,

bitte um Rückruf! Jägerprüfung im Januar 2017:

  1. Waffenkauf

  2.  Kaliberwahl | Munitionsbestellung

 Vielen Dank und sonnige Grüße aus Düsseldorf Frank Kautz, Sonntag, 9. Juli 2017 15:09

Betreff: Ratschlag zu Waffenwahl, Patronenwahl


Sehr geehrter Herr Möller,

darf ich noch einmal Ihrer Erfahrung und Ihr Wissen Kompetenz nutzen?

Ich stehe vor der Frage – nicht zuletzt gedrängt durch Jäger mit mehr Erfahrung als ich – mir ( als Ergänzung zu meinem Repetierer in .308) einen Bergstutzen oder eine Bockbüchsflinte mit Einstecklauf anzuschaffen, um für Raubwild sowie Nieder- und Hochwild in „meinem“ Revier ( halb Wald halb Feld) besser gerüstet zu sein.

Wie sehen sie diese Wahl allgmein und zu welchen Waffen und Waffen-Kalibern würden sie raten?

Noch eine Frage zu ihren Patronen: Ich schieße bisher RWS Hit – bleifrei ist bei uns Pflicht – mit guten Ergebnissen. Besteht bei Ihrem Geschoß, zu dem ich gern wechseln würde, die Gefrahr, selbst bei gutem Treffersitz den „Magen-Darmtrakt“ zu beschädigen?

Ich wäre ihnen dankbar ,wenn sie meinen Namen nicht veröffentlichen würden ( ich will mir Erörterungen mit den sogenannten „alten Hasen“ in meinem Hegering ersparen).

Mit freundlichen Grüßen, U. W., Sonntag, 9. Juli 2017 14:53

Alten Nasen kennen meist meine Geschosse nicht. Mangels dieser erforderlichen Kenntnis, müssen Sie auf deren „Rat“ ohne hinreichende Grundlage ablehnen.

Empfehlung

Jahr um Jahr werden solche Fragen an mich herangetragen. Fernmündlich berate ich niemanden, der

Ich rate allen Jäger, die auf alles Wild (außer gefährliche Dickhäuter wie Elefant, Rhinozeros, Nilpferd, Löwe oder Tiger oder Vögel, die mit Schrot geschossen werden) jagen, zu einer einläufigen Kipplaufbüchse in 7x57R. Der unbedingt ein Reptierer möchte, wähle ebenso eine Vorzugspatrone.

Von Bastelkram (Bockbüchsflinte oder Drilling mit Einstecklauf, mehrläufige Waffen mit Einstellschrauben) rate ich ab. Mit meiner Munition sind verschiedene Patronen ganz unnötig. Jede meiner Vorzugspatronen kann alles außer obigen Einschränkungen.

Wenn ein mehrläufige Waffe für Dickhäuter benutzt werden soll, dann eine Doppelbüchse für sehr große Patronen, wie die 425 African, oder für alles andre Wild (außer Vögel, die mit Schrot geschossen werden) ein Bockbüchse. Doppelläufige Büchsen empfehlen sich der großen Masse wegen besonders für sehr große Patronen, die aber, wie oben bereits gesagt, nur auf Dickhäuter erforderlich sind.

Lutz Möller, Juli 2017

Kaufangst

Welche Büchse soll ich wählen? Die Frage bewegt sich zwischen reiner Selbstverständlichkeit bis zu ausgesprochener Kaufangst. Viele Jäger haben niemals dar über nachgedacht, weshalb sie gerade die Büchse besitzen, die sie haben. Oft liegt es daran, daß sie, als sie Jäger wurden, eine Büchse zugeteilt bekamen. Entweder als Erbe oder als Leihgabe von Verwandten oder guten Freunden erhielten sie ein Gewehr, wenn sie zur Jagd eingeladen wurden oder plötzlich eine Jagdmöglichkeit bekamen. Kommt der frischgebackene Jäger ohne vorgefaßte Meinung über Patrone, Geschoß oder andere technische Einzelheiten erfolgreich zum Schuß, braucht er in der Regel keine Waffen- oder Patronenangst zu befürchten. Besitzt man eine Waffe für eine zweckmäßige Patrone, hat es in der Praxis keine größere Bedeutung, welches Gewehr man wählt. Schließlich kann ein Stück Wild nach einem guten Schuß, unabhängig wie stark die benutze Patrone war auch war, nur einmal verenden.

Die gute alte Feuersteinspitze

Patronen und Geschoßreste

Was können heute die weichen Geschosse von heute besser als die einstige harte, scharfe Feuersteinspitze? In der Praxis nicht viel! Der Geschoßsitz entscheidet immer noch über die Wirkung.

Ein wiedergefundener Geschoßrest ist eine Schön Jagderinnerung, ganz gleich aus welcher Patrone erstammt. Er hat seine Bestimmung wohl erfüllt.

Theorie und Kataloge verwirren den Neuling

Jäger, die versuchen, Waffen nach Katalogen and ballistischen Tabellen zu wählen, erweisen sich oft einen schlechten Dienst, weil sie die Sache zu theoretisch angehen. Unsere Vorfahren and auch jetzt lebende Naturvölker schossen and schießen noch alles, auch die größten and schwersten Wildarten, mit einfachem Bogen. Ein wohlangebrachter Pfeil mit Spitze aus Feuerstein, Bein oder feuergehärtetem Holz ist für den Jäger eine höchst wirksame, vorausgesetzt, er kennt nichts anderes. Wenn man beginnt, an der Wirkung des Gewehrs zu zweifeln, wird's ernst. Tatsächlich verursachen selten oder nie die das Geschoß oder die Patron Wundschüsse oder lange Fluchtstrecken, eher der Schütze. Natürlich soll man ein Geschoß und eine Patrone für das Wild, das man bejagen will, auswählen, die im ausgewogenen Verhältnis zu dessen Stärke and Körperbau stehen.

Einfache Wahl

Wenn es sich um nordische Verhältnisse handelt, ist das Gewehr schnell gewählt. Einerseits haben wir in den meisten Ländern eine Gesetzgebung, die die unteren Grenzen eines zu verschießenden Kalibers für verschiedene Wildarten regelt, andererseits gibt es eine unendliche Menge bestätigter Erfahrungen, auf die man sich stützen kann. Die praktischen Unterschiede unserer gebräuchlichen Elchpatronen sind aus jagdlicher Sicht unbedeutend. Aus der normalen Schußentfernung kann man kaum signifikante Unterschiede in der Schußwirkung nachweisen. Auch ein erfolgreicher Jäger bekommt zu wenig Gelegenheiten, soviel Elche unter genau denselben Verhältnissen zu schießen, als daß er mit Sicherheit von kaliberabhängigen Unterschieden in der Schußwirkung sprechen könnte. Wo die Kugel trifft, ob das Stück erschrocken oder verletzt oder von der Anwesenheit des Jägers völlig überascht ist, entscheidet vorrangig über die Trefferwirkung.

Es gibt unzählige Beispiele, daß Elchkälber mit einem perfekten Blattschuß einer .375 H&H hunderte Metern geflüchtet sind, ebenso daß starke Elche und Hirsche nach einem lausigen Lungentreffer eines 6,5 mm Stutzens im Schuß zusammenbrachen. So etwas kommt unabhängig vom theoretischen Unterschied zwischen zwei Geschossen oder Patronen vor. So wenig man versuchen wird, an einer Höhen Steigung mit einem älteren Volkswagen zu überholen, genausowenig versucht man schräg von hinten mit einem 6,5-mm-Stutzen einen Elch zu schießen, vorausgesetzt, man kennt seine Grenzen and die äußeren Voraussetzungen, die nötig sind, um Unfälle zu vermeiden. Im Fall des VW handelt es sich um freie Sicht and eine ausreichend lange Strecke, im anderen um Schießfähigkeit and Anatomiekenntnisse.

Beherrsche Deine Waffe

.505 Magnum Gibbs Großwildbüchse. Schön! Aber geeignet?

Eine massive Großwildbüchse in den Händen zu halten gibt Selbstvertrauen and führt nicht selten dazu, daß man sich in sie verliebt.

Man muß eine Waffe führen, die man handhaben kann, sowohl psychisch, physisch als auch praktisch und Freihand. Der psychische Teil dreht sich meistens um Rückstoß and Schußscheue. Der praktische Teil bedeutet, daß die Waffe einigermaßen gut passen and mechanisch zuverlässig sein soll. Der Unterschied der Eigenpräzision zwischen groß- and kleinkalibrigen Waffen ist nicht so groß, als daß er bei der Jagd praktische Bedeutung haben könnte.

Dagegen kann es wegen des Rückstoßes schwierig sein, mit starkem Kaliber gut zu schießen. Auch wenn Schaft, Zielfernrohrmontage and andere Einzelheiten perfekt passen, ist es sinnlos, eine solche Waffe anzuschaffen, wenn man auch nur die geringste Angst davor hat. Alle Extra-Margen, die ein solches Gewehr geben kann, sind verlorene Liebesmüh', wenn man wegen Schußscheue nicht richtig schießen kann. Das Problem entsteht, weil nicht alle Jäger, bevor die Waffenerwerbsgenehmigung vorliegt und der Kauf vertraglich abgeschlossen ist, prüfen, was ihnen liegt. Schwere Geschosse, verhältnismäßig grobes Kaliber, viel Pulver und Höhe Anfangsgeschwindigkeit bedeuten bei einer normalgewichtigen Waffe immer kräftigen Rückstoß. Dies gilt für die Mehrzahl aller Magnumpatronen.

Auf dem Schießstand im Anschlag kommt die Wahrheit an den Tag!

Auf dem Schießstand zeigt die Waffe ihr wahres Gesicht. Dann beantwortet sie all die vorher nicht gestellten Fragen. Bewältige ich verläßlich den Rückstoß der Waffe, ohne die Schüsse über die ganze Scheibe zu streuen?

Trotzdem kommen die Waffenhersteller den Wünschen der Jäger, eine leichte and führige Waffe zu haben, ein wenig zu offenkundig entgegen. Remington mit der Ultra Magnum Serie ist das letzte hervortretende Beispiel, folgt damit Lazzaroni und Dakota. Mitunter vergessen die Hersteller dabei, daß die Gewehre bestimmt sind jagdlich bebraucht zu werden. Erwägt man, eine Waffe mit einer kräftigen Patrone zu kaufen, hat aber damit noch keine eigene Erfahrung, sollte das schwerste Gewehr, das angeboten wird, gekauft werden. So mindert man die unangenehmen überaschungen ein wenig. Wählst du Leichtgewi.phpodelle, wie sogenannte Nachsuchenbüchsen oder führige Stutzen, sind auch mäßigen Patronen um die 8x64 Brenneke und 7x57 schwierig zu schießen. Patronen dieser Größenordnung sind nicht für Eichhörnchen bestimmt, sondern geeignet, fast alles, das auf vier Läufen steht, mit einem Treffer zu erledigen. Ein Bekannter, der viele Jahre in Afrika arbeitete, erzählte, er erlegte die meisten Büffel mit gewöhnlichen mit 9,7 g Vollmantelgeschoßübungspatronen aus der alten Militärpatrone .30-06 Sprg. Was das Gesetz hierüber sagt, lassen wir beiseite. Aber weder dem Büffel noch ihm bot sich Gelegenheit, zu fragen, ob Geschoß und Patronen ausreichten, oder nicht.

Schaft

Der Schaft muß in der Höhe gut zum jeweiligen Schützen passen, auch wenn die Waffe mit einem Zielfernrohr versehen ist. Ein zu hoher Schaft kann nachträglich erniedrigt werden. Schwieriger wir die Änderung, wenn er zu niedrig ist. Wenn es sich um eine neue Waffe handelt, scheue man sich nicht, den Verkäufer zu bitten, provisorisch ein Zielfernrohr zu montieren und die Lage zu prüfen. Erst dann kann wird man feststellen, ob der Schaft zu tief and die Backe für die Wange zu schlecht ist. Beabsichtigt man ein Glas großen Objektivs zu kaufen, wird dies wichtig, weil die Montage dann höher gewählt werden muß. Wenn es sich um gebrauchte Waffen handelt, werden die Auswahlmöglichkeiten kleiner. Es geht darum, eine Waffe in gutem Zustand zu finden, die es wert ist, für ein Zielfernrohr nachgeschäftet zu werden, wenn sie ursprünglich für offene Visiereinrichtungen geschäftet war.

Nordland

Um zu nordischen Verhältnissen zurückzukehren: Für die vorherrschende Waldjagd auf kurze Entfernungen können 7 bis 8 mm Patronen mit Geschoßmassen herkömmlicher Bauart um 10-15 g and Mündungsgeschwindigkeiten um 750-800 m/s als gut and kräftig genug für einheimisches Hochwild angesehen werden. Größere Kaliber braucht man normalerweise nicht.

Geschosse

Selbstverständlich soll man für das zu bejagende Wild die entsprechende Geschoßkonstruktion wählen, je größer, desto härter. Es viele Wahlmöglichkeiten, sowohl moderne als auch ältere von ganz weichen Teilmantelhohlspitzbleigeschoßen, über Starkmantelbleigeschoßen, Doppelkammer oder H-Mantelbleigeschoßen, bis zu härtern (Hohlspitz oder Flachkopf) Vollgeschossen aus Kupfer oder ganz harten aus Messing. Zu den moderneren Patronen rechnen viele Jäger kurioserweise die .30-06, die seit 1906 inzwischen bald hundert Jahre auf dem Buckel hat und ehedem eher für militärische Robustheit und Langlebigkeit, als auf jagdliche Anforderungen hin entwickelt und dimensioniert wurde. Das wichtigste ist trotz allem, die Waffenart und -ausführung so zu wählen, daß man ohne zu mucken guten Mutes den Rückstoß der gewählten Patrone und Ladung aushält.

Die Patrone ist, wie schon erwähnt, nicht so wichtig wie das Geschoß. Sofern der Schütze nicht selbst lädt, ist die Frage, ob in absehbarer Zukunft noch ausreichend Munition zu bekommen sein wird, allemal wichtiger.

Soweit Christer Holmgren. Sein Buch Buch ,,Jagdwaffen und Schießtechnik“, sollte man kaufen, lesen und beherzigen. Der Verlag schreibt im Klappentext ,,Deise Buch ist bestens geeignet die Handhabung und Qualitätsbeurteilung von Jagdwaffen zu erleichtern." Sofern man bedenkt, das die schwedischen Waldjagdverhältnisse als üblich vorausgesetzt werden, schließe ich mich der Verlagsmeinung an. ISBN 3-490-22012-9

Jagdwaffen

Merkel-KR1/Merkel-KR1-FS7-200-Feuerschlucker.jpg

Merkel KR1 mit Feuerschlucker FS7

Schießen zu lernen

Ein Lehrgang bei Olympiasieger Norbert Klaar (Schnellfeuerpistole) öffnete mir die Augen, weshalb ich in meiner Schießerei nicht weiterkomme. Ich hatte mir den ganzen Waffenpark zusammengekauft, weil ich bezüglich der Wundwirkung und Entfernung für gewisses Wild optimieren wollte.

Leider lernte ich nie, weder bei der Bundeswehr, noch während der Jägerausbildung, noch in der Schützengilde zu schießen. Mir fiel allerdings auf, je länger ich mit einer Waffe schieße, desto besser wurde ich mit der Übungswaffe. Bloß mit den anderen Schrankwaffen gingen die Leistungen dann leider ,,Berg ab“.

Ich kann Norbert Klaars ganztägigen Lehrgang hier nicht in wenigen Sätzen hinreichend wiederholen. Buche ihn selbst über Frankonia in Berlin. Suhl betreibt eine städtische Schießschule, auf der Olympioniken in Skeet und Trap trainiert werden. Die Reise - am besten für vier Tage oder so - lohnt sich! Gregor Schmidt - Colberg von der Flintenschießschule http://www.flintenschuetze.de/ meint, er kann jedem auf bessere Weise lehren, gut Flinte zu schießen, selbst wenn man, sich, so wie ich, als hartnäckiger Kugelschütze zu erkennen gibt. er meint, das käme ganz auf die Motorik an.

Lieber Herr Möller,

Motorik ist sicherlich das falsche Wort. Besser: Bewegungsablauf. Fest steht jedenfalls, das das Flintenschießen erlernbar - und kein Buch mit sieben Siegel ist. Passende Flinte + ein planvoller Bewegungsablauf = Erfolg beim Flintenschießen. Die CPSA Methode ein bewegliches Ziel zu beschießen ist eine gute Grundlage zum Erlernen eines planvollen Bewegungsablaufes. Die Clay Pigeon Shooting Assocation (CPSA) http://www.cpsa.co.uk ist die maßgebliche englische Organisation, die dort den Wurftaubensport organisiert. Sie organisiert Wettkämpfe und bildet Schützen mit einem eigenen flächendeckenden Schulungssystem aus. Dafür werden eigens Trainer nach den Vorgaben der Organisation geschult und einem Qualifying Examination in in einer Grundausbildung und in jeder Disziplin unterzogen um einen landesweiten Standard zu gewährleisten. Flintenschießunterricht ist im Prinzip immer Einzelunterricht oder Unterricht in Kleinstgruppen (höchstens 3 zu dritt!). Die bei uns in Jägerkursen stattfindenden Schießen für Jagdkursteilnehmer haben in den seltensten Fällen etwas mit Unterricht zu tun, kommen über das Stadium ,,Konzertierte Munitionsvernichtungsaktion" kaum hinaus.

Qualifizierter Schießunterricht beginnt mit der Anpassung der Waffe an den Schützen unter Einbeziehung seiner persönlichen Führungsaugeeigenschaften. Hierzu bedarf es einer ordentlichen Ausrüstung von gut balancierten Flinten mit unterschiedlichen und verstellbaren Schäften, die die körperlichen Unterschiede der verschiedenen Schützen berücksichtigen. Dann ist der Schütze Schritt für Schritt an die für das Flintenschießen in der jeweiligen Disziplin notwendige Deutbewegung hinzuführen. Im Einzelunterricht kann ein normal begabter Schütze an einem Tag - oder in wenigen Stunden in die Lage versetzt werden, die banalen Erfordernisse einer Jägerprüfung zu erfüllen - oder, falls er eine solche Prüfung nicht machen muß, die Freude am erfolgreichen Flintenschießen zu entdecken.

Gruß Gregor Schmidt-Colberg

Wenn man als Jäger gut treffen will, muß man neben anderen Voraussetzungen, z. B. wildbiologischer Kenntnisse, mindestens schießen können. Das klingt einfacher, als es ist. Damit meine ich, man muß seine Waffe zu bedienen gelernt haben. Also ...

  1. Erkenne bewußt den Aufbau und die Abläufe der Waffe. Also in welchem Winkel liegt Dein Abzugsfinger an welcher Stelle am Abzug. Rechter Winkel? Gut! Sonst schlecht! In einer immer wiederfindbaren Hautfalte? Gut! Sonst schlecht! Jeder Schuß muß unter denselben Bedingungen abzuziehen sein.
     

  2. Erkenne bewußt Deinen Aufbau und Ablauf. Also suche Dir eine wiederfindbare Lage = Haltung, in der du entspannt oder mit bestimmt herstellbarer Spannung (z. b. stehend freihändig spanne mit leicht eingewinkelten Füßen Deine Beine vor = stehst ruhiger) stehst, sitzest oder liegst. Dann erkenne bezüglich Deiner Bewegungen im Zielhaltebereich Deinen Atemablauf. Dann erkenne bezüglich Haltebereich im Ziel Deinen Herzablauf, die dadurch verursachten Bewegungen.
     

  3. Nutze obige Erkenntnisse zur Übung. Schieße auf je ein Problem bezogen wiederholt Deine Übungen, bis du gefühlt und bewußt begriffen hast, welche Dinge ablaufen, wie bestimmend sie wirken. Derartig zu Üben bedeutet nicht immer die 10 treffen zu wollen, sondern sich einmal für ein paar Wochen nur auf die Atmung zu besinnen, dann ein paar Wochen nur auf die Armhaltung (oder was auch immer; usw. usf. ).
     

  4. Dein Haltebereich wird immer deutlich größer als Dein gewünschter Zielbereich (seien das nun beim Wild Herz, Wirbelsäule oder die schwarze 10 auf der Pappe). Da du im Haltebereich von Lunge und Herz getrieben einen größeren Treffer Bereich als Dein eigentliches kleineres Ziel pendelnd wiederkehrend bestreichst, ist jeder Schuß also immer ein bewegter Schuß, dessen Dynamik du kennen mußt, um unbewußt richtig vorzuhalten - auch beim aufgelegten Schießen auf stehende Ziele!).
     

  5. Ob du alles bis zum Können lernst, merkst du daran, daß du die Dinge tun kannst, ohne sie Dir noch wie zu Beginn vorher zu überlegen. Dann bist du Künstler. Ein „Feldenkrais“lehrgang hülfe vorbereitend feine Motorik und Empfinden im körperlichen Lernen zu bessern, auch Aikido hilft.
     

  6. Dann erst solltest du Meisterschaften oder Kunstschüsse schießen.
     

  7. Der sich schießen zu üben zwingen muß, ist kein Schütze! ... wird, mangels innerem Vermögen sich in die Sache hineinzufühlen, nie ein Kunstschütz werden.

Mir fiel dann allerdings auf, je länger ich mit einer Waffe schieße, desto besser wurde ich mit der Übungswaffe. Bloß mit den anderen Schrankwaffen ging es dann „bergab“. Ach, wer *die* Einsicht hat, ist zumindest schon mal auf dem Weg der Besserung. Solche Einsichten kommen erst, wenn man fleißig übt. Obiges Kunstschießen kannst du zunächst nur mit einer Waffe (oder vielleicht einer gleichartigen Schwesterwaffe mit anderer Patrone ) auf jeden Fall mit demselben Abzug. Dabei kommt es auf die Waffe und den Abzug als solchen nicht so an, sondern daß du ihn gelernt hast und *kannst*! Künstler könne mit den seltsamsten Dinge Meisterwerke vollbringen. Ältere Künstler berichten von einer nach 10 - 20 Jahren dauernden Übung einsetzenden eigenen Weiterentwicklung seine Fertigkeiten dann auch auf mehrere Waffe ausdehnen. Zu schießen ist eine geistig seelische Übung, die wie Kampfkunst, bis ins Höhe Alter geübt und gebessert werden kann. Die im Alter oft übliche Weitsichtigkeit ist durch anpaßbare Zielfernrohre heute kein Hindernis mehr.

Raubzeug

Wie soll das Geschoß wirken?

Nun kommt es auf den Zweck, das Raubzeug zu erbeuten an. Im Jagdschutz soll nur das (meist Nieder-) Wild vor seinen Feinden (Fuchs, Marder, Katze, Marderhund) geschützt werden. Der wildernde Hund wird hier nicht mit betrachtet, da der unverhältnismäßig größer ist. Nachdem Schuß wird nur ein Beutezustand angestrebt: nämlich tot zu sein. Ob der Balg zu nutzen ist, rangt hinter dem ersten Zweck unser Wild zu schützen her. Soll dagegen Raubwild seines Balges wegen erbeutet werden, mutet uns der weitere Beutezustand nach dem Treffer wohl anders an.

Jagdschutz auf Raubzeug

Unsere Ziele sind klein. Also, wenn wir uns ihnen genügend nähern, können wir sie erfolgreich mit feinem Schrot beschießen. Eine Flinte oder Kombinationswaffe mit üblichen 12/70 Patrone ist geeignet. Der Lauf schießt. Der Schaft trifft. Nur eine dem jeweiligen Jäger bezüglich, Senkung, Schränkung usw. genau sitzende Flinte kann auf bewegte Ziele erfolgreich eingesetzt werden. Den Schaft richtig zu wählen, oder ggf. anzupassen sind leider nur wenige Büchsenmacher oder Schäfter in der Lage. Ich empfehle ein Reise nach Suhl in die dortige Schießschule. Dort sitzen ausgebildete Schießlehrer, die einen Schaft am Mann beurteilen können. Ohne den passenden Schaft kann man nie richtig Schrot schießen. Der Flintensitz ist gewissermaßen die Kimme. Dann muß selbstverständlich geübt werden. Dazu sind Trap, Skeet, Kipphase, Rollhase, laufender Keiler und gelegentlich ein Jagdparcour notwendige Übungen. Der nicht lernen will oder kann, sollte das dann besser bleiben lassen!

Raubzeugkugeljagd

Raubzeug (außer wildernden Hunden) ist klein. Raubzeug kann gut sehen. Raubzeug ist von großen Vögeln bedroht, sichert daher den Lauftraum (blickt zum Stand hoch). Weil das Raubzeug klein ist und gut äugt, muß ggf. weit geschossen werden. Weil das Raubzeug klein ist, muß die Kugel binnen kürzestem Weg im Ziel wirken. Der auf wirklich weite Entfernungen schießen will, muß bei derartig kleinen Zielen in der Lage sein, mit seiner Büchse auf 100 m auf ein 5 Pfg. Stück zu treffen; anfangs nicht immer, aber in guten Zeiten immer öfter.

Rehwildwaffenlastenheft

Für Rehwild gilt leicht verändert, der Größe angepaßt, das für Raubzeugkugeln gesagte. Rehe mit Schrot zu schießen ist sein dem Reichsjagdgesetz in Deutschland seit 1934 verboten. Nichts desto weniger kann man mit Schrot ganz hervorragend Rehe jagen, die, wenn getroffen, plötzlich tot umfallen, wie sonst nur beim Trägertreffer. Waidgerecht Rehe mit Schroten zu jagen, erfordert die zwei Grundregeln der Flintenschießerei, nämlich

  1. nur dann mit der Flinte zu jagen, wenn man ein guter Bewegungschütze ist, und

  2. die Schußentfernung bei 3,5 mm Schroten zu 35 m nicht zu überschreiten, strikt einhält.

So werden z. B. vor dem Hund im waldreichen Schweden jedes Jahr viele Waldrehe gejagt und erfolgreich waidgerecht gestreckt.

Während Fuchs und Katze an der Kammer kaum 10 cm breit sind, spannt die Rehkammer schon eher 15 - 18 cm. Das Reh kann also mehr als der Fuchs vertragen, bis die Kugelreste ausschießen. Der Zielbereich des Kammerschusses ist mit etwa 10 x 10 cm so etwa bierdeckelgroß. Innerhalb dieses 10 cm Zielbereiches sollen in jeder Entfernung die Kugel sitzen. Der Träger ist schmaler (von vorn oder hinten). Es versteht sich also, daß eine Rehwildwaffe fast so genau wie eine Raubzeugwaffe schießen muß - sagen wir mal auf ein 10 Pfg.-Stück auf 100 m. Das zu erreichen ist mit geeigneten Waffen leicht möglich.

Rehabsehen

Als Zielfernrohr kommen für weite Schüsse nur hochvergrößernde ZF in Betracht. Ob es nun gleich ein ofenrohrdickes 3-12x56 Zeiß sein muß, oder doch lieber ein schlankeres 10 x 42 Schmidt und Bender bleiben darf, ist auch eine Geschmacksfrage. Auf zierlichen Waffen sehen dicke Rohre plump aus. Das schlankere variable 14-fache Zeiß mit 42 mm sollte (nicht selbst geschoßen) mit das bestgeeignetste sein. Absehen 4 oder 8 sind die Wahl. Dabei sollte man sich überlegen, die Fäden und Balken dünner einbauen zu lassen. Schmidt & Bender fertigt jedes beliebige Absehen. Das Absehen 4 deckt auf 100 m mit dem dünnen Faden üblich 1,6 cm ab, und 16 cm mit dem dicken. Bei 200 m sind es also schon 3,2 cm und 32 cm und auf 300 m 4,8 und 48 cm = unbrauchbar. Um auf Rehe in allen Entfernungen sicher zielen zu können, sollte man also die inneren 15 cm noch eine Stufe feiner wählen. Ich schieße unter anderen ein Absehen mit 0,6 cm Fadenabdeckung auf 100 m im 10er Glas. Damit kann man das Schußpflaster mit einer 10er Vergrößerung schön vierteln. So kommt Freude auf! Da ein derartig dünner Faden in der Dämmerung kaum mehr zu erkennen ist, sollte die feine dritte Stufe auf 15 cm beschränkt bleiben. Der dicke Balken ist mit 8 cm auf 100 m immer noch dick genug, langt also aus. Da Rehe nachts meist nicht bejagt werden, ist für die Rehwildwaffe die Nachttauglichkeit des Glases unerheblich. Schmidt & Bender ändert auch vorhandene Gläser. Als besonderer Vorteil sei hervorzuheben, ausgediente 6 x 42 Schmidt und Bender können, indem einfach ein Linsensatz verschoben wird, auf 10-fache Vergrößerung gebracht werden. Also kann aus einem verschmähten abgelegten 6 x 42 / 1 ein hervorragendes Reh- und Fuchszielfernrohr 10 x 42 / 4 - Reh gemacht werden. Die festen Schmidt & Bender-Gläser sind sehr hell, streulichtarm, daher kontrastreich gut bis in die Dämmerung zu gebrauchen.

Zielfernrohr

Weniger als offensichtliche Zahlen wie Objektivdurchmesser oder Vergrößerung bestimmen die schwer zu messenden ZF-Eigenschaften wie Streulicht mit dem sich daraus ergebenden Kontrast die Dämmerungs- oder gar Nachtbrauchbarkeit. Fest vergrößernde Gläser sind leichter in dieser Hinsicht zu Güte zu züchten, daher billiger herzustellen. Variables ZF mit guten Dämmerungseigenschaften zu bauen, ist die ganz Höhe Kunst der Optik, erfordert Höhen Aufwand und damit entsprechende Kosten und Preise. Ein ZF kostet of mehr als ein Repetiergewehr. Zeiß/Wetzlar, Schmidt & Bender und Swarowski sind Hersteller, die hochwertige Optiken bauen können. Bei Doppelgläsern schießt Leica den Vogel ab! Leica baut die Besten. Solche Optiken sind teuer. Sich eine teure Büchse zu kaufen und dann beim ZF oder der Montage sparen zu wollen, ist völlig zweckloser Dummfug. Bei variablen Gläsern muß der Preis der Büchse für Optik und Montage noch mal oben drauf gelegt werden. Ein festes Glas, wie das 10 x 42 Schmidt & Bender ist ungleich billiger zu haben, ohne schlechter zu sein. Der Kontrast ist einfach Spitze! Sieh auch Zielfernrohr.

Rehhege

Man lese zur Rehwildjagd mindest Bruno Hespeler, Rehwild heute. Mehr ist nicht nötig. Wenn man das Buch versteht, weiß man Bescheid, wird waidgerecht Rehwild bejagen können. Wo man treffen kann, sieht man hier (/Wild/Reh) im Schnitt. Im kleinen steht hier mehr über Rehwildhege und Rehdichte.

Hochwild

So! lassen wir nun das Niederwild hinter uns, wenden uns der Höhen Jagd zu. Den Adler lassen wir mal fliegen. „Steige hoch, du roter Adler“ singt man in Brandenburg. Soll er. Der Auerhahn wird mit der kleinen Kugel bejagt. Da man auf kurze Entfernungen schießt, müssen die Waffen nicht so genau sein, die Kugeln nicht so schnell fliegen. 

Sauen

Kaum eine Wildart macht wie die Sauen so viel Freude. Sauen sind witzig! Sauen sind gesellig! Sauen kämpfen! Sauen sind gefährlich! Sauen sind planlos zu schießen - man ist nicht in so einen beschissenen dogmatischen Zwang eingepreßt, kann die Sache von daher etwas lockerer angehen. Allerdings bedürfen die Sauen, ob deren äußerst wichtigem Gesellschaftsaufbau her, einer besonders waidgerechten Jagd, sind also viel schwieriger als richtig Rehe zu bejagen. Als weiterführende Literatur lese man „Rolf Henning, Schwarzwild“, oder mehr zum Vergnügen, Henning nicht ersetzend, „Hans Hoffman, Ansitz auf schwarze Schatten“. Leider scheinen noch zu viel Jäger wenig waidgerecht einfach den „dicksten Klumpen“ zu schießen. Anders ist der Zustand des Schwarzwildes im Jahr 2000 nicht zu erklären. Als einfachste Regel schieße man immer das kleinste Stück der Rotte: Frischlinge, Frischlinge, Frischlinge. Nachdem man das 19 mal getan hat, gönne man sich einen groben Bassen, und dann wieder von vorn.

Sauwaffe

Die Sau ist größer als ein Reh. Die Sau ist breiter als ein Reh. Die Sau trägt jahreszeitlich mehrere Zentimeter dicken Feist, anders als Rehe. Die Sau suhlt, anders als Rehe, tragt davon übrig geblieben gelegentlich einen Panzer. Die Sau, anders als das Reh, das Haupt tief über dem Boden tragend, ist mit einer sehr tief unten verlaufenden Wirbelsäule und kräftigem Nacken innerlich völlig anders als ein Reh gewachsen. Um Fleisch und Fett verdauen zu können, trägt die Sau, anders als das Reh, an der Leber eine Gallenblase. Sauen gibt es ab kleiner Frischlingsgröße; so ab 10 bis 15 kg wird man sie jagen, bis zu einer viertel Tonne = 250 Kg, währenddessen Rehe meist zwischen 10 und 20 Kg schwer bejagt werden. Sauen können zwar sehr schnell laufen, springen anderseits nicht so leicht wie das gestörte Reh mal so eben ohne große Mühe einen Kilometer ab. Während Rehe dem Feind gern zeigen, daß es sich nicht lohnt sie zu jagen, indem sie sich zeigen, um dann leichtfüßig in weiten Sprüngen uneinholbar zu flüchten „Fang mich doch - du kriegst mich nie!“, sagend, sind Sauen mühseliger unterwegs. Wahrend das Reh vom erhobenen Haupt ausgezeichnet rundum Bewegungen bemerkt, äugt die Sau von unten kaum über das Gras oder Gesträuch, sieht also schlecht, können, wenn man leise sein kann, also leicht angelaufen werde. Sauen sind, anders als das Reh, das in der Dämmerung austritt, daher vorsichtigerweise meist nur nachts unterwegs. Sauen sind, außer wenn sie schlafen, fast immer, anders als das Reh das gern verdauend ruht oder ruhend sichert, bewegt. Sauen fressen Rehe, As oder abgelegtes Kitze. Wie eine Sau von innen gebaut ist, deren Innereien- und Knochenlage sieht man hier hier (/Wild/Sau).

Tiefenwirkung

ist für Sauen gefragt. Während der rote Bock vom Haar bis zur Lunge gerade mal einen Zentimeter Fleisch mißt, von da bis zum Herz sich kaum 6 cm leichte luftgefüllte Lunge bläht, bis die Lebenspumpe von der tödlichen Kugel zu erreichen ist, sind Sauen schon anders. Zunächst kann, aber muß nicht, die Sau einen Panzer tragen. Der Sauen Schwarte ist dicker als die Rehdecke. Dann trägt die Sau ggf. noch einige Zentimeter Feist auf den Rippen. Die Saukammern sind weit. Das Sauherz ist groß. Also wird für die Saujagd in jedem Fall ein, im Vergleich zum Rehgeschoß mehrfach tiefer einzudringendes ganz andersartiges Saugeschoß benötigt. Man lese Tiefenwirkung , dann rechne man, wie tief das gewählte Geschoß wohl eindringen könnte, mit dem Tiefenwirkrechner nach. Welten liegen zwischen Reh und Sau.

Nun bestehen Sauen nicht nur aus Fleisch. Die, schweren besonders, Sauen laufen auf dickeren Knochen. Um bei einem spitz von vorn auf das tiefe Sauherz angetragenem Schuß den Oberarmknochen zu durchschießen, eignet sich das dem Tiefenwirkrechners begründende Flüssigkeitmodell für Fleisch nicht. Knochen müssen gebrochen werden. Alte Militärüberlegungen zu PanzerplattenDurchschuß sind eher angebracht. Um ins Leben zu kommen, müssen Saugeschosse tief eindringen. 

Sauabsehen

Absehen 1 hat ausgedient. Der zwar an sich dicke, sich nach oben verjüngende Zielstachel wird je nach Helligkeit unterschiedlich hoch wahrgenommen. Da er nur unten steht ist in dunkler Nacht das Absehenbild unausgewogen. Was soll man mit einem Absehen mit dem man helligkeitsabhängige Hochschüsse anträgt; je dunkler desto höher, dann im ganz dunklen in der Not nicht mal ausgewogene Mitte Sau = Mitte Glas = mitten drauf = Lebertreffer erreichen kann, wenn's mal brennt. Ich empfehle nicht so zu schießen - auf etwas besseres Licht oder Schnee zu warten wäre besser. Ich weiß, das geht nicht immer. Also nimm Absehen 4 oder 8. Schon wirst du besser treffen. Im Hellen ist die Sache klar abzusehen (sic!). In der Dämmerung trügen bei 4 oder 8 keine langsam verschwindenden Zielstachelspitzen. Im Dunklen ist die Schwärzung bei 4 oder 8 ausgewogen, so daß du notfalls gut "Mitte Sau = Mitte Glas" schießen kannst. Also wähle Absehen 4!

Ja und die Leuchtabsehen? Sind die nicht besser? Bei schlechter Sicht die Sau auf dem Acker zu finden ist immer schwieriger, als das Absehen im Glas zu finden. Die Sau ist vor dem Absehen der Wahrnehmung verschwunden. Lediglich in der Dämmerung kannst du mit einem sehr schwach beleuchtetem Punkt (kein Kreuz, Dreieck oder anderem Blödsinn) genauer zielen und damit treffen. Der Teufel hat einen Pferdefuß, damit du ihn erkennest. In unserer aufgeklärten Welt, die den Teufel nicht mehr kennt, hat statt der Teufel einen Pferdefuß, das Leuchtabsehen einen Knopf zu drehen. Stell Dir eine Schön wolkige Mondnacht bei leichter Brise vor. Die Wolken ziehen hoch und stetig. Für die Sauen ist es nicht zu hell. Sie treten aus dem Mondschatten der Sträucher und Knicks auch auf die offene Wiese. Gelegentlich bricht der voll Mond durch die Himmellücke und gibt Dir volle Kerze auf die Tiere. Ja, so sind gute Saunächte. Für Dein Wunderleuchtabsehen bedeutet eine derartig wildmäßig bestmögliche Jagdlage, du hast Deinen leuchtenden Wunderpunkt entweder bei Mond zu dunkel eingestellt, daß er nicht zu bemerken ist (durchaus nicht umsonst gekauft, sondern der Kosten trotz vergebens), oder bei Wolken überstrahlt der rote Wunderpunkt die dunkle Sau, daß du nur noch rot siehst. Was sei zu tun? Gibt es einen Mittelweg? Du drehst also fleißig Deinen Wunderpunkt am Drehkopf dunkler oder röter. Dabei gehst du aus dem Anschlag, knallst dabei mit Deinem Ellenbogen irgendwo gegen (Sauen vernehmen gut!) und verscheuchst sie geradewegs. Knallst du nicht, bist du mit Deiner Dreherei geistig so beschäftigt

,,Soll ich meinem Wunderpunkt noch ein paar rote Photonen mehr entlocken,
um die Sauen mit einem noch besseren Treffer gleich zu Tode zu schocken"

daß die munteren haarigen Tiere schon längst weiter sind. Der Wunderpunkt entwickelt sich bald zum nervenzehrenden wunden Punkt. Lasse das sein. Behalte Dein Geld für notwendigere Dinge. Die gelegentlich mit einem Leuchtabsehen auf Sauen zu erzielenden Vorteile werden mit Nachteilen erkauft. So bleibt fraglich, ob sich so ein wunder Punkt letztlich lohnt. Ich meine, nein.

Restlichtverstärker und der ganz andere militärisch Schnickschnack sind in Deutschland zur Jagd verboten. Wenn also ein Jäger bei stockfinstere Nacht ohne Mond laufend eine Sau nach der anderen heim bringt, denken sich die Nachbarn bald ihren Teil. Jagdneid ist schlimmer als Votzenneid! Derartiges Sauziehen zieht Folgen.

Nachdem du Deinem Wild seine Gewohnheiten ablauschtest, solltest du wie eine Sau denken und fühlen können. Mein Jagdreiz liegt geschickten das Wild zu überlisten, nicht Militärtechnik, statt auf Feinde, auf Wild loszulassen. Sauen im Gebräch mit der Waffe im Wald bei Mond bis auf 15 Meter anzupirschen ist ein saugeiles Erlebnis. Wie kann dagegen eine militärisch erbeutete Trophäe bestehen? Wie verhungern ja nicht, daß wir auf solche Mittel angewiesen wären, oder kämpfen ums Leben. Die Sauen kämpfen ums Leben! Indem wir bevorzugt die dummen Sauen schießen, da wir auf übliche Art die schlauen Sauen kaum kriegen, tun wir ihnen den Gefallen, sie schlauer werden zu lassen. So helfen wir uns gegenseitig. Der Jäger auch den Gejagten. Also lasse die Technik mit dem gewöhnlichen ZF enden. Mehr wäre nicht mehr!

Wie soll die Kugel auf die Sau fliegen?

Da Sauen größer als Rehe sind, zudem meist im Dunkeln geschossen werden, ist die Außenballistik der Geschosse nicht so wichtig. Streukreise von 5 cm auf 100 m sind hinnehmbar, Flugbahnabweichungen von jeweils 5 cm sind auf 100 m mit fast jeder Patrone zu erzielen.

Anders sieht die Sache aus, willst du keine langen Fluchten und Nachsuchen, sondern nachts mit Deiner Kugel die Sau ohne weiteres Mucken an denAnschuß bannen. Dann mußt du auf die tief im Träger liegende Halswirbelsäule schießen. Die liegt bei Sau und Elch sehr viel weiter unten, als bei Tieren, die ihr Haupt wie Reh und Hirsch hoch oben tragen. Die Halswirbelsäule zu zerschießen fällt jedes Tier augenblicklich. Allerdings ist bei der Sau der Hals, oder Träger auch deutlich stärker als bei anderem Wild gewachsen. 

Hirschwildwaffenlastenheft

hier begebe ich mich auf dünnes Eis, da ich erst wenige Hirsch schoß. Anders als Sauen tragen Hirsch ihr Haupt hoch, sehr hoch, höher als alle anderen Tiere in Deutschland. Hirsche rät gut. eine Hirsch kannst du nicht wie eine Rotte Sauen im Gebräch anlaufe; es sei denn, du wirst zum Schwein, sprich, mach's es wie ich, vertreibst die Sauen von der Maiskante an der auch die Hirsche stehen, krabbelst mit der Büchse auf allen vieren rascheln und grunzend auf die Hirsche zu und knallst dann dem Geweihten aus vertretbare Nähe ein Blei zwischen die Rippen. So etwas wird die Ausnahme bleiben. Man kann jedes Reh auf 100 m anlaufen, mit Geduld und List unter günstigen Umständen (Windgeräusch im Wald) sogar bis 30. Sauen im Gebräch kannst du auf 15 m im Wald anlaufen. Bei den widerlichen Lichtverhältnissen ist auch das für einen guten Schuß oft noch zu weit. Die dicken schwarzen Bachen kannst du zwar so kriegen, aber du möchtest ja die Frischlinge, die braun auf braun im Gras verschwinden, schießen.

Also, man kommt meist an Hirsche nicht so dicht heran. Da Hirsch fast so schwer wie Sauen werden, auch feist sein können, sind die Anforderungen an die Tiefenwirkung der Geschosse ähnlich hoch.

Da der Hirschträger wesentlich schmaler, als der Sauträger wächst, wird der Kunstschütze mit wesentlich kleineren, jedoch einigermaßen festen, Geschossen in der Lage sein eine Hirsch zu fällen. Die Gefahr mit einem marginalen Geschoß einen Hirsch nur krankzuschießen ist gewöhnlich zu groß. Er sollte von uns Jägern bessere Behandlung erwarten dürfen, also läßt du das besser bleiben.

,,Eine-für-Alles" Lastenheft

Der Wunsch eine eierlegende Woll-Milch-Sau, die einfach alles ohne jede Beschränkung sicher strecken kann, zu schießen, ist verständlich, aber nicht befriedigend zu lösen, Punkt!

Wenn du beste Leistungen willst, benötigst du aus genannten Gründen Schwesterwaffe mit verschiedene Patronen und dazu mehreren Geschossen. Nur mit Schwesterwaffen gleicher Art, kannst du so üben, daß du mit allen Waffen gleich gut zu schießen lernst. Aber wenn nun ein Jäger dessen trotz eben nur eine Waffe führen kann, was sollte er wählen? Wenn er nur eine Wildart zu bejagen hat, nimmt er die bestmögliche und ist somit fein heraus. Will er aber von Fuchs über Reh und Sau bis Hirsch alles stecken können, wird die Sache ausnehmend schwierig. Höhe Schnelle für Fuchs und Reh, aber große Flächenlast für Sau und Hirsch lassen sich nur teilweise mit Geschoßwahl zu der gewählten Patronen ausgleichen. Jedenfalls muß der Lauf einen kurzen Drall aufweisen, damit lange schwere Geschosse auf Großwild stabilisiert werden. Ist der Drall kurz, platzen hochgeladene Weichgeschoße möglicherweise schon in der Luft. Sehr als Lesestoff zu empfehlen ist von Dynamit Nobel deren Wiederladerhandbuch. Auch der Jäger, der nicht selbst lädt, finden dort gute Beschreibungen der gängigen Patronen. Zwar werden leider fast nur RWS Geschosse und nur RWS Pulver besprochen. Den Einschränkungen trotzend ist eine Menge Grundwissen in das Buch geschrieben. Man lese es.

,,Eine-für-alles-Patrone"

Wenn der Jäger sich allerdings beschränken kann und bereit ist Grenzen anzuerkennen, dann gibt es in diesen Grenzen sehr wohl ,,Eine-für-Alles“. Aus vorgenannten außen- und zielballistischen Gründen kommen für Repetierbüchsen nur mittlere Patronen in Frage (sofern du keinen teuren Berg- und Talstutzen in zwei Kugelkalibern führen wirst). Repetierer wähle ich, weil sie günstig zu bekommen sind.

Abzug

Von aufgeregten, gespannten Menschen betätigten Geräte sollten immer die selben Bedieneigenschaften aufweisen. Der Schütze weiß oft nicht, ob er den Abzug nun vorgespannt oder nicht vorgespannt hat. In Un gewiß heit liegt Gefahr, die gerade wenig geübten Schützen droht. In der Regel geht zuviel Unruhe vom rein technischen aus. Darüber und vergißt man die Bedienung! So habe ich schon ein Sau verloren, weil ich dachte nicht gespannt zu haben. Dabei vergaß ich nur vorher einzustechen.

Ein trocken stehender Flintenabzug mit kurzem Weg ist daher die beste Wahl. Vor allem muß das Züngel im richtigen Abstand zur Handfläche liegen.

Rückstoßbremse

Um den der Rückstoß zu mindern kann eine Rückstoßbremse genutzt werden. Der Rückstoß bei der 6,5x65RWS ist zwar auszuhalten, mit Bremse schießt sich's doch angenehmer. Weiter unten sieht man Mündungswolken.

Was soll ich kaufen?

Lies vorher Waffenwahl

Hallo Herr Möller,

nach vielen Stunden und Abenden verliere ich mich immer noch regelmäßig in Ihrer Jagdseite. Leider habe ich Mühe die Masse an Berichten für meine Bedürfnisse sortieren zu können. Ich möchte Sie um Rat bitten, da ich bei der Qual der Wahl nicht weiter komme: Ich möchte mich von meiner R93 in 8×57 trennen.

LM: Ein ganz gesunder Entschluß, finde ich!

Dann möchte ich mir nach Versuchsschießen bei MSZU von Mauser, Sauer, Helix eine 202 neu zulegen. Ausführung mit Lochschaft, möglichst mit schwererem Lauf.

LM: Nein. Davon rate ich ab. Wählen Sie einen dünnen Lauf, eine leichte Waffe.

Der Lauf soll nur so lang wie notwendig sein.

LM: Für ½ m Läufe wählen Sie .308 Win. oder 8x57IS oder 9,3x62 (die Große muß nicht sein - die kleineren tun's genauso gut).

Als Jungjäger seit 06-2012 und Begeher in einem Rehwild Revier mit gelegentlich Sauen war ich mit 8×57 und Geco sehr zufrieden

LM: Unvorstellbar!

Ich möchte jedoch auf Ihre LM Munition umsteigen (meine Jagdkollegen sind ihren Dingen gegenüber noch mißtrauisch :-),

LM: Klar, was denn sonst?

Ich kenne sie nicht, möchte es aber trotzdem wagen. Nun kommt die Gretchen-Frage nach dem Kaliber: bei Schußentfernungen von i.d.R. 50 - 150 m würde sich einiges eignen. Doch welche Patrone würden Sie empfehlen?

LM: Eine Gängiges. Auch wenn mir das nicht gefällt, schießen die meisten Jäger hier die .30-06 (Lauf soll dafür 60 cm lang sein); halb so häufig sind .308 Win; 8x57IS und 9,3x62. Der Rest ist selten, soll ausnahmsweise nur bei besonderen Anforderungen untersucht werden.

Die von mir ins Auge gefaßte .308 Win. lese ich, sei eher unnötig groß im Ø, die 7×64 unnötig stark.

LM: Ach, die Beiden kann man schon nehmen - die 308 ab 50 cm lauf, die 7x64 ab 60 cm Lauf (besser 65).

Dann bleiben die .270 und 6,5×55 ?

LM: Nein, zu selten.

Wenn die zwei passen würden, wie lange müßten die Läufe dann sinniger weise sein um für die Munition zu passen?

LM: Die 270 Win. wird besonders in Österreich in den Bergen oft für weite Schüsse benutzt. Dafür ist die aus 65 cm Läfen gut geignet. Die schwedische Ordonnanzpatrone 6,5x55 soll aus 60 cm Läufen verschossen werden.

Würden die üblichen Dralllängen passen?

LM: Ja.

Ich Danke im Voraus für Ihre Mühe und zolle tiefen Respekt vor Ihrem Wissen.

MfG. D. Stoll, Freitag, 21. Juni 2013 17:54