"Erst Wettkampf, dann Urlaub. Betrieb ruht bis August

Fluchtstrecken

Technischer Ansatz

Hallo Herr Möller,

ich mache mir Sorgen, bin mir auch nicht so sicher, ob eine Ihrer besten Ideen war, die Splittermenge Ihrer Geschosse weiter mindern zu wollen.. So wie das MJG bisher war, kann man von einem hervorragenden, umweltverträglichen Universalgeschoß sprechen. Aber noch größere Rasanz (durch geringere Masse) und erhöhte Tiefenwirkung (durch geringere Splittermenge) brauchen die allermeisten Jäger nicht!

Es ist sicher richtig, daß ein einziger Splitter des MJG ein Tier töten kann. Aber, und jetzt versuche ich mich mal physikalisch auszudrücken, das Ausbluten eines Stück Wildes ist eine Funktion des Blutverlustes pro Zeit. Und dieser Blutverlust abhängig von der Zerstörung von Gefäßen. Und da an die untere Grenze des vertretbaren zu gehen, Sie sprechen von einer hinreichenden Wundwirkung, finde ich riskant. Ich glaube nicht, daß Sie damit den meisten Ihrer Kunden einen Gefallen tun!

Das meiste Wild in Deutschland wird eben auf Schußentfernungen bis 120 Metern geschossen. Dann ist unvermeidlich, daß das Wild u. U. den Zusammenhang zwischen Schußknall und Gefahr durch den Jäger gewahr wird und flüchtet. Fluchtstrecken waren bei dem MJG bisher sehr zufriedenstellend, auch bei kurzen Schußentfernungen selten mehr als 30 Meter.

Ich habe jetzt allerdings wirklich Sorge, in Zukunft mit einem Geschoß jagen zu müssen, das zielballistisch einem Vollmantelgeschoß schon sehr nahe kommt!

Waidmannsheil, O.D., Donnerstag, 15. November 2012 09:15

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Ziehlwahl

Von ZNS Treffern mittels Hirnschuß, Trägerschuß abgesehen, benötigt jedes Tier Zeit zu sterben. Vom Treffer über die Bewußt- und damit Willenlosigkeit bis zum Tod vergehen (bei guten Treffern)  Sekunden bis (bei schlechten Treffern) Minuten, bei sehr schlechten Treffern, wie Weichschuß, Stunden.

Getroffene, beunruhigte Tiere können, wenn sie wollen, in der verbliebenden Lebenszeit zunächst noch flüchten. Ob Sie das denn wollen, bestimmen vorrangig die Entfernung zum Schützen und die Zielwahl und - je nach Schießfertigkeit -  der sich ergebene Treffer. Daraus folgt je nach Geschwindigkeit des Tieres die Fluchtstrecke.

Ziehlwahl für weite Ziele

Ich empfehle hohe Lungenschüsse knapp unter der Wirbelsäule über dem Herzen knapp hinter den Vorderläufen (wichtig! ohne Vorderläufe, Schulterblätter oder Herz zu verletzen).

Kaum empfindet ein Tier einen breiten, hohen Lungenschuß hinter die Blätter. Kammerwände sind außen wenig empfindlich, innnen zwar schon, aber dünn und der Schuß geschieht sehr schnell. Insofern fühlt man den Kammerdurschuß eher wie ein kurzes Pieken. Das rosa Lungengewebe empfindet gar keinen Schmerz. Die großen Gefäßen, also der Ort an dem wir einen Hustenreiz verspüren, wenn wir einen Krümel verschlucken, können Schmerzen. Das bedeutet, Tier merkt seinen Lungentreffer, gegen den Herztreffer vergleichen, kaum. Daher bleibt ein Fluchtreflex aus. Nur durch die Lungen getroffene Tiere zeichnen kaum oder selten. Die Tiere stehen da, als habe man vorbeigeschossen. Nach einer halben Minute oder so fallen Sie um und sterben an mangelnder Sauerstoffversorgung.

Zielwahl für nahe Ziele

Gegen den sehr wirkungsvollen hohen Lungenschuß mit Kraftstoß auf die Wirbelsäule zur Nervenerschütterung ist auch bei nahen Schüssen rein gar nichts einzuwenden, wenn man Fluchten erträgt. Aber wenn man bei guter Sicht in der Nähe genauer zielen und genauer treffen kann, bieten sich kleinere, wirksamere Ziele an:

Neben Hirn- und Trägerschuß empfehle ich für nahe Ziele den Schuß auf den 7. Halswirbel. Dazu siehe Wildscheibe. Solche Treffer auf den 7. Halswirbel mit ZNS Treffer zeige ich im Film in Afrika Juni 2013.

Von meiner 308 im September 2014 fielen viele, große Büffel und Stiere, die mit Hirnschuß mehrheitlich vor laufender Kamera am Anschuß. Freilaufende Weiderinder schießt man mit meinem 5600.1 rückwärts in Hirn.  Diesen Montag 7:15 Uhr wieder. Ich werde meine Kamera auf's Stativ stecken. Mal sehen, ob ich in der schrecklichen Frühe (bin morgens eher schläfrig) einen Film zustande bringe.

Irrtum

Siehe auch Irrglaube

Der Technische Ansatz seitens vieler Jäger, sich aus irgendwelchen technischen Maß- oder Kennziffern Erfolg oder Mißerfolg, Umfaller am Anschuß oder Fluchten ableiten zu wollen, ist ein Irrtum. Ohne belastbare medizinische und physiklische Kenntnisse, der ablaufenden Vorgänge, ist sich etwas zurechtzuglauben sinnlos, denn das Verhalten bestimmt den Ablauf. 

Ich muß wissen, was geschieht, weil ich die aus dieser Kenntnis die Bauart und Wirkweise meiner Geschosse ableite und bestimme. Das können nur sehr wenige Menschen. Ich kenne keinen Jäger, der das kann. Auch der Wettbewerb überzeugt nicht mit schlüssigen Lösungen. 

Den Technischen Ansatz beherrschen Jäger nicht.  Ihn, wie in der obigen Zuschrift von 2012  dennoch zu versuchen ist sinnlos.

 Verhalten bestimmt den Ablauf