Tiefenwirkung, Grundlagen

Eindringtiefe fester Geschosse erklärt

Tiefenwirkung zählt!

Nutze den TiefenwirkungsrechnerPoncelet

Der Elefantenschädel ist nicht massiv sondern ein Leichtbauwunder aus Waben. Nur wenige Teile sind voll, alle andern hohl.

Lies Elefantenjagd.

Werden nicht nur kleine Tiere sondern auch große bejagt, muß sich der Jäger überlegen, ob seine Kugel auch tatsächlich bis „ins Leben” dringt. Grundsätzlich muß die Flächenlast verstanden sein.

Ich weiß nicht mehr, wer mir das sagte, also muß ich aus der Erinnerung von einem Manne berichten, der 9 Büffel (oder so ähnlich) schoß. Zu dem Behufe benutzte der seine wohlbeleumundete Repetierbüchse mit der .500" Jeffrey Patrone und australischen 32g Woodleighgeschossen, denen man ja nachsagt, die taugten für Großwild.

Der Mann bemerkte am Telefon, daß er mit den 32 g Bleibatzen nie, oder fast nie (man verzeihe mir meine Erinnerungslücken) Ausschuß zu verzeichnen hatte. Als dann ein schräg von vorn getroffener Büffel grundsätzlich einen Herzschuß hätte haben sollen, der aber nicht geschah, weil das Geschoß am Oberarmknochen breit platschte (35 mm, 16g), deshalb nicht weiterkam, gab es die ,,schönste“ Nachsuche. Der weiß wie ,, freundlich“ angeflickte Kaffernbüffel sind, kann sich das eintretende Vergnügen vorstellen.

Der Mann ging zu Wim Degol nach Belgien und ließ sich Teilmantelgeschosse mit (*kopfkratz*) 1,8 mm oder so ähnlicher Wandstärke herstellen, fuhr wieder hin und schoß wieder auf Büffel. Siehe da: Die Restmasse steig auf 96% oder so ähnlich, die Aufpilzung sank auf 22 mm. Fortan schoß der Mann metertief schräg durch die Büffel und konnte unter der 1 cm dicken Haut seine Geschosse bergen.

Er meckert zwar immer noch über gelegentlich fehlenden Ausschuß, aber mit dem Starkmantel kommt er immerhin ins Herz, wenn er auf das Herz schießt. Das ist doch schon mal was.

Im November 2004 werde ich wieder nach Südwest fahren, um mit einem eher kleinen Geschoß ein eher großes Tier zu erlegen. Schwierig wird der Schuß, weil ich frontal auf den Stich schießen muß, um selbst mit dem 6,5 mm Lutz Möller Geschoß kurz das Geschoß zu gewinnen, sprich nicht ausschießen zu lassen. Den Kudu im Karoo bekam ich im Juli so leider nicht vor die Flinte, obwohl ich 6 Tage durch die Büsche pirschte. Aber warte mein Freundchen: Ich komm wieder; und wenn’s ein Oryx oder sonst ein Biest wird, soll das auch gleich sein. Hauptsache groß und von vorn. Sonst fehlt anschließend der Beweis.

Lutz Möller 26. August 2004

Messung

Ein altes und ein neues 7,6 mm Lutz Möller Geschoß wurden Im Jahre 2006 mit 900 m/s in 70 m in ein zwei hintereinanderliegende Gelatineblöcke geschossen. Die Lutz Möller Geschoß unterschieden sich nur in der Hohlspitze und damit der vorbestimmten Splitterung. Die Ergebnisse stehen in der Tafel:

Links altes mit kurzer und rechts neues 7,6 mm Lutz Möller Geschoß mit tiefer Hohlpitze nach 850 m/s Gelatinetreffer 2006

Geschoß Masse
[g]
Auftreffschnelle
[m/s]
Masseverlust [g] Eindringtiefe [cm]
Vorhersage Messung Vorhersage Messung
7,6 mm Lutz Möller Geschoß alt 9 850 1,5 1,66 89 ~ 85
7,6 mm Lutz Möller Geschoß neu 9 850 3,5 3,55 60 ~ 60

Obige Vergleichmessungen im November 2004 zeigen in schönster Deutlichkeit die gute Übereinstimmung zwischen Modell und Wirklichkeit. Lutz Möller Geschosse können ohne weitere Schießversuche auf gewünschte bestimmte Eigenschaften hin gezielt entwickelt werden. Das ist ein großer Vorteil! Das bedeutet, mühsame Reihen aus Versuch, Irrtum und Änderung, wieder und wieder gefolgt von Versuch, Irrtum und Änderung, gehören zumindest für die Lutz Möller Geschosse der Vergangenheit an. Lutz Möller Geschoß liefern auf Anhieb die gewünschten und im Entwurf berücksichtigten Leistungen. Mir ist kein anderer Geschoßhersteller bekannt, der dazu in der Lage wäre. Die Zukunft sieht damit sehr gut aus!

Hier wird nur anhand eines schlichten Widerstandsmodelles die Berechnung der Eindringtiefen schulterstabiler Büchsengeschoße in Wild erklärt und anhand einiger Beispiele die Modellrichtigkeit belegt. Rechne selbst mit dem . . .

Holz oder Fleisch

Hallo Lutz,

wie besprochen habe ich nun ungebördelte 8x68S Patronen mit demselben N160 Pulver geladen. Um herauszufinden ob der Rückstoß die Geschosse der 2 im Magazin befindlichen Patronen reinschiebt, schoß ich auf einen Stapel Fichtenholzbalken quer zu den Fasern. Beide Geschosse wurden ohne Krempe nicht verschoben. Nachdem ich das Geschoß aus dem Holz geholt hatte, war ich über die geringe Aufpilzung desselben überascht! Verhält sich die Deformierung der Hohlspitze in Holz geringer als im Wildkörper oder Gelatine? Das Restgewicht liegt bei 99%.

Gruß,Philipp Dieterle, Dienstag, 28. Oktober 2003 10:57

Phillip,

ja. Holz und Fleisch sind zielballistisch nicht zu vergleichen! Holz enthält viel Luft, jedoch wenig Wasser. Insofern ist Holz ein löchriger Festkörper, jedoch keinesfalls eine Flüssigkeit. Innerer Staudruck gegen drucklose Umgebung öffnet die Hohlspitze. Ohne Flüssigkeit entsteht kein Staudruck, lediglich Scherkräfte wirken. Insofern pilzen Geschosse in Holz nicht so wie in Fleisch, Wasser, Blut oder Gelatine auf. Letztere kommt bei gewisser Zubereitung dem Wildpret noch am nächsten. Deshalb nehmen alle Zielballistiker auch Gelatine, Seife, Lehm oder ähnlich flüssige Stoffe, jedoch nie Holz. Mit Deinem Gedanken die Wundballistik mit Holz nachzubilden, warst du schlicht auf dem Holzwege

Gruß Lutz

Hallo Lutz,

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Der Versuch brachte für mich doch letztendlich eine wichtige Erfahrung! Hohlspitzgeschosse verhalten sich beim durchschlagen einer Deckung annähernd wie ein Vollmantelgeschoß und deformieren sich erst, wenn sie auf einen Wildkörper o. ä. auftreffen. Das heißt natürlich nicht, daß ich jetzt durch die Büsche schieße.

LM: Das geht ohne weiteres, siehe 6,5 mm Copper in Africa 2004

Die Ablenkung der Geschosse wird aber doch wohl dieselbe bleiben.

LM: Nein, siehe 6,5 mm Copper in Africa 2004

Da ich es schon öfters hatte, daß ein Geschoß vor dem auftreffen am Wild noch etwas streifte (Gras, Ästchen) und ich dabei Einschüsse hatte, oder mehrere Einschüsse, die eher wie ein Ausschuß aussahen, da sich das Geschoß schon am Hindernis zerlegt hatte, sehe ich hier einen Vorteil des Lutz Möller Geschoß, weil es sich zumindest nicht schon am Hindernis voll zerlegt!

Gruß Philipp

Genau, keine katzenkopfgroßen Einschüsse hinter Zweigen mehr! Na klar wollen wir ein und Ausschuß; aber doch nicht so, daß man, eine Katze durchwerfen könnte! Das Wildpret soll nicht nur der Hund, dem wir seinen Teil wohl gönnen, genießen.

Gruß Lutz

Dazu wird angenommen,

  1. Die Teilmantelgeschosse platzen in 2 Kaliberlängen auf, verlieren Masse und nehmen ihre endgültige Gestalt an.

  2. Als Bespiel für eine betrachtete Sierra #7350 SSP in Zahlen: Deren Masse verringert sich von 8,75 g auf 5,9 g in Fleisch und 4,5 g bei Knochenberührung. Der Durchmesser erhöht sich von 0,782 mm auf 1,3 cm. Dies Modell ist empirisch nur von wenigen tatsächlichen Schüssen untermauert, die Übereinstimmung also mit Vorsicht zu genießen.

  3. Fleisch wird mit 4 N/mm² Zugfestigkeit angenommen.

  4. Solange das Geschoß oberhalb 150 m/s Strömungsabrißgeschwindigkeit Vc (Velocitycavity) das Ziel durchdringt, stößt es das Gewebe zur Seite, so daß seiten und achtern das Geschoß unbenetzt fliegt. Da nunmehr allein der vorn angreifende Staudruck als Bremskraft wirkt, vereinfacht sich die Rechnung. Solch Modell würde bei langsamen Geschossen, wie z. B. Schrot oder Pistolen- und Revolverkugeln erheblich Fehler verursachen, weil in solchen Fällen der Anteil langsamen Eindringens verhältnismäßig größer wäre, sich deshalb dort der Fehler stärker auswirken würde.

  5. Sofern weiche Teilmantelgeschoße nur durch weiches knochenloses Gewebe dringen, pilzen die Geschosse immer gleichartig auf, bilden bei den üblichen Mänteln und Geschwindigkeiten, gleich wie schnell die waren, bei 6,17 bis 7,82 mm Kalibern seitlich etwa 2,2 – 2,6 mm Krempe aus. z. B. 6 mm Hornady V-Max 4,86g weitet von sich 6,17 auf 10,5 mm auf.

  6. Weiche Geschosse zeigen nach dem Aufprall immer dieselbe linsenartige Buggestalt mit, bei halbem Radius gemessen, angenähert 11° Winkel und etwa 1,5 mm Bleiabrißkantenradius. Daher wird angenommen, der Staudruck verteile sich über die Oberfläche immer gleich, reiße, eine Kavität bildend, immer gleich an der Bleiabrißkante ab.

  7. Aus den vorigen 5 Annahmen folgt, für alle platten Geschosse nur einen Widerstandsbeiwert anzunehmen, ist zulässig, da sich nach den ersten schlimmen 1 - 2 Zentimetern im Ziel alle Geschoßreste, ungeachtet deren ursprünglicher Gestalt, gleichen. Duncan McPherson nennt in seinem Buch "Bullet Penetration" nach ausgiebigen Messungen für verschieden Gestalten oberhalb des kavitätenbildenden Strömungsabrisses folgende Cdc Werte: Zylinder 0,83 Rundkopf 0,57 45° Kegel 0,52. Ich nehme für die Linse 0,7 an.

  8. Die Strömungsabrißgeschwindigkeit Vc (Velocitycavity) liegt bei einer Kugel in Wasser bei 150 m/s. Darunter nimmt die benetzte Fläche wieder zu. Die Kräfte wachsen insofern mit der Staufläche. Dies rechnet sich in den Widerstandsbeiwert Cd ein, indem Cd zu Cdc*Vc/V wird.Cd

  9. Die Fleischscherfestigkeit bleibt, ungeachtet der Kugelschnelle, immer gleich. Je Wegschritt wird sie dem Kaliberumfang * Schrittweite * Zugfeste berücksichtigt. Hautscherfestigkeit ist nicht bekannt. Unterhalb 50 m/s ist nicht mehr mit Ausschuß zu rechnen.

Nun muß nur noch die in 3. genannte Bremskraft ermittelt, dann über den Weg integriert werden, um vorhersagen zu können, wie weit ein solches Geschoß eindringt. Die folgenden Einheiten heißen:

v := velocity, Geschwindigkeit [m/s]
m := mass, Masse [g]
p := pressure, Druck, hier Staudruck
F := force, Kraft [Kp]
a := acceleration, Beschleunigung [m/s²]
rho := density, Zielgewebedichte [g/cm³]
Cd := drag coefficient, Widerstandsbeiwert []
A := area, Fläche bzw, Querschnitt [cm²]
t := time, Zeit
x := Weg [cm ]

Das Kraftintegral über den Weg wird nicht analytisch, sondern numerisch durch einen einfache Rechenvorschrift gelöst.

Die Strömungsmechanik kennt man die Staudruckformel ps = ½ * rho*v². Sieh selbst, welche sagenhaft Höhe Drücke die Kugeln im Aufprall so aushalten müssen. Gib ein paar übliche Schnellen in m/s ein. Drückst du dann auf den "rechne"-Knopf errechne ich Dir den Druck!

Schnelle: m/s Druck: bar

Die Bremskraft ergibt sich aus dem wirkenden Druck auf die Fläche. Deren Wirkanteil wird durch den Widerstandsbeiwert Cd gekennzeichnet, also F = -Cd * A * ½ * rho * v²/100. Die nicht-SI-Einheiten mußten noch durch entsprechende Skalierungen angepaßt werden, in diesem Fall durch die Hundert im Nenner der vorigen Bremskraftformel.

Die aufgenommene Energie ist Kraft mal Weg, Ea := F*s; wird über den Weg summiert angezeigt. Bei splitternden Geschossen ist die im Ziel aufgenommen Energie kleiner, als die anfängliche Geschoßenergie, weil das Geschoß selbst Energie verbraucht um zu splittern. Splitter werden in der Rechnung nicht berücksichtigt; TW_Rechner_2 mit Energieaufnahme.

Auf meine Frage war, auf Anregung vorn Prof. Dr. Manfred Held, Herr Alois Freko so freundlich mir die Eindringtiefe nach Poncelet als schon vor 150 Jahren gelöste Differentialgleichung mitzuteilen.

Die schrittweise Integration ist in jedem Rechenblatt oder JavaScript erheblich leichter zu programmieren. Der TW_Rechner_2 ergibt sich. Die TW_Rechner sind in JavaScript programmiert. Spiele mit den Eingaben herum, um ein Gefühl für wesentliche oder unwesentliche Änderungen zu erfahren.

Ein 900 m/s V0 schnelle 8,75 g #7350 Sierra #7350 7,6 mm 8,75g SSP Sierra SSP zerplatzt nach 100 m im festen Ziel. Nach etwa 8,75 - 5,9 = 2,85 g Gewichtsverlust und 21 cm Weg durch eine Sau mit Waidwundschuß war das Geschoß zu langsam, um die Haut noch zu durchdringen und Ausschuß zu geben. Die Geschichte steht hier in Föhringe-1

Das selbe Geschoß mußte auf eine gleichgroße Sau bei Herztreffer nur etwa 10 cm festes Fleisch durchdrungen werden . Die Kugel verließ mit 364 m/sek, also wie aus der Pistole geschoßen, die Sau noch gut. Die Geschichte steht hier in Föhringe-2

Größere und auch längere, bzw. dichtere (Flächenlast := Masse/Fläche) Geschosse zerreißen die Haut schon bei niederen Geschwindigkeiten als kleinere, kürzere, die dazu schneller sein müssen (Merke: Pfeile stechen besser als Untertassen). Hornady V-Max 4,86g weitet von 6,17 auf 10,5 mm auf. Es liegen keine weiteren Daten für Büchsengeschoße von.

Achtung: Tiefenwirkungen in Festkörpern, die erhebliche Scherkräfte aufnehmen können, (Panzerplatten) lassen mit obigem Ansatz nicht gut abschätzen. Jedenfalls muß die Zugfeste, Scherfestigkeit dann mit entsprechend Höhen Werten eingesetzt werden.

Tiefenwirkungen verglichen

Masse
[g]

Vo
[m/s]

Eindring-
tiefe
[cm]

B.C.
[]

Geschoßart

Sierra
#

Abfall
cm/200m

8,75

922

16,8

0,304

Single Shot Spitzer

7350

-10,2

9,70

917

18,0

0,408

Game King

2125

-9,4

11,70

800

19,5

0,501

Game King

2160

-13,3

13,00

765

20,5

0,560

Game King

2165

- 15,0

14,30

767

21,5

0,310

Pro Hunter

2180

-17,0

Nimm z. B. eine .30-06 Sprg, lade sie nach Vihtavuorivorschlägen. Nimm die angegebenen Geschwindigkeiten. Dann errechne daraus die Eindringtiefe bis knapp hier 50 m/s (oder besser 30 m/s) , also solange noch bis Ausschuß zu erwarten sei. Dann schieße die Waffe auf 100 m Fleck ein, rechne zu den Kugeln mit deren Luftwiderstandsbeiwerten den Geschoßabfall auf 200 m aus.

In der unten stehenden Tabelle Eindringtiefen sind fremde Meßwerte mit eigenen Rechungen des Tiefenwirkungsrechners verglichen. Tatsächlich wurde auf nasse Telefonbücher geschossen. Gerechnet wurde mit Fleisch zu 40 kp/cm² Zugfeste, Dichte 1 bis zu 30 m/s. Dann wurde die Rechnung abgebrochen. Ein Geschoß benötige mindestens 30 m/s um noch durch die Schwarte auszuschießen, vermute ich. Der Versuchsaufbau, die Rechnung und die Jagd lassen sich nicht so ohne weiteres vergleichen. Grundsätzlich Erkenntnisse sind in dem Datenwerk schon verborgen.

Eindringtiefenvergleich Rechnung - Messung
Geschoß Anfangs-
masse
[g]
Vo
[m/s]
Durch-
messer
[mm]
Rest-
masse
[g]
Masse-
schwund
[g]
gemessene
Eindringtiefe
[cm]
gerechnete
Eindring-
tiefe [cm]
Barnes X 9,7 869 13,5 8,6 1,1 42 47
Hirtenberger ABC 10,7 850 16,0 9,4 1,3 44 38
Nosler Partition 10,7 850 15,0 7,5 3,2 48 35
Hornady 10,7 850 13,5 6,4 4,3 41 37
Barnes X 10,7 850 12,2 8,7 2,0 53 56
Winchester Failsafe 10,7 850 11,0 8,6 2,1 66 66
Swift 10,7 869 17,0 10,1 0,6 49 38
Swift 11,7 838 15,0 11,5 0,2 55 51
Woodleigh 11,7 838 22,0 10,7 1,0 40 26
Speer 11,7 850 12,0 5,9 5,8 47 41
Sierra 11,7 831 14,0 6,8 4,9 43 36
Hornady 11,7 838 14,0 6,7 5,0 40 36
Sierra 14,3 770 12,0 7,0 7,3 46 46

Die Eindringtiefen in festes Fleische hängen also nur wenig von den Geschwindigkeiten ab. Die Wildentfernung, etwas näher dran, oder weiter weg, ist für den Durchschlag kaum erheblich. Der Geschoßabfall auf 200 m wird dagegen außerordentlich stark, sowohl von der Geschwindigkeit, als auch von dem Luftwiderstandsbeiwert, bestimmt.

Daraus ergeben sich logische Folgerungen:

Will man entweder mit der Patrone auf kleines Wild schießen, soll man eine leichte Kugel nehmen, um auch auf weite Entfernungen im kleinen Ziel zu bleiben. Bei kleinem Wild sind die damit einhergehende schnelle Verzögerung und geringer Durchschlag willkommen.

Andererseits muß für schweres, größeres Wild die schwerere Kugel gewählt werden, um den notwendigen Durchschlag durch festes Fleische zu gewährleisten. Treffpunktabweichungen nach unten, werden bei den größeren Zielen, eben deren Größe wegen, kaum nachteilig sein.

Kammerschüsse erfordern sind der geringeren Lungendichte wegen nur leichte Geschosse, da ja nur Haut, Rippen, Herz (sofern getroffen), Rippen und wieder Schwarte durchschlagen werden müssen. Diese Organe machen aber zusammen selten mehr als 15 cm aus. Also wird für ein gut gezielten Kammerschuß auf breit stehendes Wild eine weiche leichte Kugel besser als der dicke Brummer für andere Schüsse sein.

Die .30-06 Sprg. erscheint damit für Wild zwischen Reh und Frischlingen bei schlechten Schüssen (16,8 cm Durchschlag durch festes Fleisch) geeignet zu sein. Bei guten Herztreffern werden groben Sauen (Schwarte, Rippen, Herz, Rippen und Schwarte zu 21,5 cm) mit Ausschuß zu erlegen sein. Der die grobe Sau sicher in das Herz schießt, benötigt allerdings gewöhnlich keinen Ausschuß, da das Stück nah beimAnschuß fallen wird. Weit kommt man mit der .30-06 nicht. Aber es gibt bessere ...

Allgemein benötigt der Jäger eine Jagdwaffe. Grundsätzlich muß die Flächenlast verstanden sein. Eine gute Eine-für-Alles ist die 7x57. Für schwereres Wild und weite Schüsse nehme man die 7 mm Rem. Mag.

.338" LM auf Knochen

Hallo Lutz,

ich hätte noch eine leicht kritische Anmerkung zur Durchschlagskraft durch Knochen.

Den Schaft eines Röhrenknochens nennt man Diaphyse, seine beiden Enden heißen Epiphyse, der Abschnitt zwischen Epi- und Diaphyse Metaphyse, sagt http://www.merian.fr.bw.schule.de/mueller/Biologie/BFQ/bewegungsapparat.php

Ich beobachtete oft, bei Schüssen auf platte Knochen oder die Röhrenknochendiaphyse (Schaft), entsteht das Einschußloch weniger, indem das Geschoß verdrängt und mitreißt (wie man die Vorgänge im Fleisch unterhalb der Kavitationsgeschwindigkeit wohl bezeichnen könnte), als vielmehr durch in das Loch hineinbrechende Splitter. Die Röhrenknochensplitter sind oft sehr viel länger als das aufgepilzte Geschoß breit ist. Ich will die Abhängigkeit der Eindringtiefe von der Querschnittsbelastung nicht in Abrede stellen. Nur denke ich, daß bei o. g. Treffersitzen ein deutlich spürbarer Vorteil auf der Seite großkalibriger Geschosse liegt. Natürlich nicht in dem Maße, daß eine (im übrigen sehr schrecklich zu schießende) .600" NE einen Vorteil gegenüber einer .460 Wby oder der guten alten 9,3x64 hätte, aber bei gleicher Querschnittsbelastung hat das längere, schwerere Geschoß sicherlich die Nase vorn.

Mit freundschaftlichem Gruß, Stefan Bollmann, Freitag, 23. Januar 2004 20:33

Knochen wächst um Druck tragen, kann aber auch Zugkräfte aufnehmen. Er besteht zu etwa 60 bis 70 % aus anorganischen Salzen (Druckfestigkeit) und Kollagen (Zugfestigkeit). Knochen reagiert andere Belastungsrichtungen unterschiedlich. Das Elastizitätsmodul ist in Längsrichtung etwa doppelt so groß wie quer. Menschlicher Oberarmknochen: Äußerer Ø = 28 mm, Innerer Ø = 17 mm, Quelle: http://i115srv.vu-wien.ac.at/physik/ws95/w95b0dir/w95b2b10.txt

Mechanischen Eigenschaften verschiedener Stoffe

Stoff

Druckfeste Scherfeste Elastizität
N/mm² N/mm² 10² N/mm²

Stahl

552 827 2.070

Knochen

170 120 179

Eiche

59 117 110

Beton

21 2,1 165

Je schneller, länger, härter und dünner ein Geschoß ist, desto dickere Plattknochen durchdringt es. Die Wolframpfeile der Panzerkanonen sind der lebende Beweis.

Stefan,

sprich bitte deutsch mit mir. Dann verstehen ich und Andere dich schneller und besser. Latein ist nicht mehr die ,,lingua franca"! Die .600" NE ist in Hart oder weich? gleich zu Anfang im Betrieb beschrieben und dort anschließend gewürdigt. In Kürze: Vergiß den alten Müll! Beachte:

Geschoß
Art
Kaliber
[mm]
Masse
[g]
Flächenlast,
anfänglich
[g/cm²]
VZiel
[m/s]
Aufpilzung Flächenlast
im Knochen
[g/cm²]
Knochen
-leistung
[cm]
Möller 8,59 13,5 22,4 870

keine

19,5 19,0
Woodleigh 8,59 16,2 28,0 850 doppelt 14,0 6,5
Woodleigh 9,30 18,5 27,3 700 doppelt 13,7 5,3
Woodleigh 9,53 19,4 27,3 700 doppelt 13,6 5,2
Woodleigh 10,74 25,9 28,6 700 doppelt 14,3 5,5
Woodleigh 12,83 34,0 26,3 700 doppelt 13,2 5,1
Woodleigh 15,75 68,3 30,0 700 doppelt 15,0 5,8

Deine Bebachtung, wie harte Ziel durchdrungen werden ist vollkommen richtig. Im harten Ziel drückt das hart verzögerte Geschoß gegen das stehende und noch unverletzte Ziel. Die Kraft [N] ist gleich Masse [kg] mal Beschleunigung [m/s²]. Das feste Ziel biegt sich, wölbt mit der Trefferrichtung aus. Mit der Wölbung ergeben sich Spannungen. Wenn die Spannung die Scherfestigkeit des Zieles übersteigt, reißt das Ziel und splittert. Die Platte reißt meist kegelig wie ein Trichter. Knochen, Röhrenknochenschäfte oder platte Knochen sind meist in in einer bestimmten Richtung bevorzugt verkalkt, tragen also richtungsabhängig ganz unterschiedlich.

Lutz Möller

Durchschlagender Erfolg

Hallo Herr Möller,

die 9,3x62 mit den 4,24 g R901 ist ein durchschlagender Erfolg! Ich komme gerade vom Ansitz - drei auf einen Streich - Die Versuchung war so groß und das Vertrauen in das Lutz Möller Geschoß war da ! Die Kirrung liegt am Berghang so daß eine wagerechte Flugbahn gegeben war. Nach dem von drei Frischlinge nach 10 Minuten noch immer keiner einzeln frei stand aber dafür alle in Reih und Glied, na ja, man tut das gewöhnlich nicht, aber ich wollte es wissen und lies fliegen.

Ende gut alles gut - 1. Frischling (28 kg) Lunge in den 2. (32 kg) und dann in den 3. (28,5 kg) Frischling jeweils durch den Teller mit Ausschuß! Das geht nur mit Lutz Möller Geschoß, bin ich überzeugt! Alle drei lagenb am Anschuß in einer großen Pfütze - Mein Jagdgenosse staunte nicht schlecht und kam mit den Worten „Du hast doch nur ein mal geschossen! Er wird sicher jetzt auch auf Lutz Möller Geschoß umsteigen ☺!

Ich weiß warum ich Lutz Möller Geschoß schieße☻!

Bitte nicht veröffentlicht da doch so mancher da wohl nicht damit einverstanden ist!

„Ungenannt“, Montag, 26. Januar 2009 01:06

7 mm Rem Mag Steckschuß

7 mm Rem Mag 7004

7 mm Rem Mag 7004

Gebrächschuß

Gebrächschuß von vorn

Sau bergen

abgeschleppt

aufgebrochen

aufgebrochen

Herz und Leber

Herz und Leber durchschossen

Restbolzen steckt

Restbolzen steckt am Becken (kam vom Gebräch, also einmal längs durch)!

7 mm Restbolzen

7 mm Restbolzen, der durch Knochen ging, daher etwas plattete 

Abmarsch

Aus der bekannten Breite des Geländewagens läßt sich die Länge der Sau und daraus die Eindringttiefe des Steckschusses ermessen - hinreichend. Der Lutz Möller 7 mm Rem Mag Treffer war ein Steckschuß, nämlich Einschuß am Gebräch, durch Herz und Leber, Restbolzen am Schloß, also einmal längs durch!

LM: 7 mm Restbolzen aus Afrika 2016

Lutz Möller

LM: 7 mm Restbolzen aus Afrika 2016

LM: 7 mm Restbolzen aus Afrika 2016 aus Zebra

Ralf, Samstag, 12. November 2016 16:13

Siehe auch Diagonalschuß und Steckschuß!