Verschlußabstand

Lies auch Klemmer und Das delta L Problem bei 308 und 30-06

Zum Schießen wird eine Patrone in das Patronenlager (auch „Kammer“ genannt) geladen, dann der Verschluß geschlossen und schließlich die Treibladung mit einem Schlag des Zündstiftes oder Schlagbolzens auf das Zündhütchen gezündet.

Der Verschlußabstand beschreibt den Spalt zwischen Patronenboden und Stoßboden. Bei üblichen deutschen Patronen liegt der zwischen 0,1 und 0,15 mm. Damit eine Patrone geladen, abgefeuert und wieder entladen werden kann, muß zwischen Patrone und Lager ein kleines Spiel sein (ein Bewegung ermöglichender Freiraum), damit die Patrone nicht im Lager klemme. Allerdings darf das Spiel nicht zu groß werden, weil Hülsen sonst reißen.

Waffen und deren zugehörige Munitionen sind in vielen Ländern genormt. Deutschland ist Mitglied der C.I.P. Sie normt für uns, legt die wesentlichen Maße fest. Für die Patrone sind das Höchstmaße. Für das Lager sind das Mindestmaße. Bei anständigen Patronen passen Patronen mit Höchstmaß in Lager mit Mindestmaß.

Amerikaner normen anders. Bei denen gibt es das delta L Problem z. B. bei 308 und 30-06. Dort wird für die größte Patrone im kleinsten Lager noch ein Zuschlag zum Verschlußabstand eingeführt, besagtes „delta L“, damit derarteig vernormte Hülsen auch ins Lager passen.

Die Normen beschreiben auch jeweils zwei Lehren für den Verschlußabstand, eine „paßt-“ und eine „paßt nicht-Lehre“. Solche Lehren nimmt man, um den Verschlußabstand zu messen. Der große deutsche Anbieter für Waffenwerkzeuge ist Triebel in Kaufbeuren. Wenn man selbst solche Werkzeuge zum Messen nicht kaufen möchte, geht man zur D.E.V.A., um dort messen zu lassen. Die haben alle Werkzeuge und können damit umgehen.

Ers nachdem ein Pärchen aus Waffe und Munition geprüft worden ist, kann man wissen, welche der beiden Schwierigkeiten bereitet, wenn's klemmt oder reißt.

Der Wiederlader hingegen, kann für sich und seine Waffen von Normen abweichend andere, eigene Maße verwenden, um seine Waffe und seine Munition aufeinader anzupassen. Dermaßen veränderte Waffen und Munition dürfen nicht in den freien Handel gelangen. Dort sind nur normgerechte erlaubt.

Lutz Möller Februar 2017