Lutz Möller mit 2005er KJG in Afrika

Warzenkeiler

Warzenkeiler | Wundwirkung | Würdigung

Sauen angepirscht

Die Sau hat mich entdeckt. Ich schieße diesmal nur mit dem Photoapparat!

Grundsätzlich kann man in Afrika Sauen pirschen. An dem Tag sah ich dreimal Bache mit 1 Frischling, davon dieselben zweimal, dann einmal Bache mit 2 Frischlingen, einmal Bache mit 4 Frischlingen und einmal Bache mit 5 Frischlingen, sowie einmal zwei große Sauen, Näheres unbekannt. Um die zu jagen, benötigt man nur etwas Zeit und einen guten Hut gegen die Sonne sowie ein leichtes Gewehr, das man gut tragen kann. Außerdem muß man schnell und sicher freihändig stehend schießen und vor allen Dingen treffen können. Soll vor allen Dingen Fleisch besorgt werden, fährt man in der Regel mit dem Wagen aus, um das Fleisch schnell bergen zu können und schißt entweder vom Wagen, oder pirscht abgesessen gesichtetes Wild. Folgende Geschichte berichtet also von einer Ausfahrt.

Warzenkeiler

Die Straßen sind mit einem breiten Seitenstreifen als Schutz vor plötzlich anwechselndem Wild versehen.

Neben der Straße ist dann die „Weide“ sagt man in DSW, ich würde „Busch“ sagen.

Ausfahrt. Links im Busch steht ein Keiler. Epson sagt (Er spricht also laut mit vernehmlicher menschlicher Stimme) „Halt!“, statt ohne Worte dem Fahrer ein Zeichen zu geben, z. B. mit den Fingern zu schnipsen oder auf das Kabinendach zu klopfen. Letzteres konnte er aber gerade nicht, weil er am Wagenende stand. Der Keiler haut ins Gebüsch ab.

übliches Gebüsch (äh, ich meine selbstverständlich Weide!)

Epson und ich springen vom Wagen und gehen langsam hinterher. Dabei arbeite Epson die Fährte. Unglaublich! Ich erkenne nichts! Er sieht alles! Kurz darauf sehen wir vor uns den Keiler aufstehen und im leichten Troll abmarschieren, leider genau von uns weg. Er zeigt uns nur sein Hinterteil. Der Finger bleibt gerade. Dann dreht er sich etwas nach links. Mein Glück, sein Pech! Auf etwa 30 m trage ich ihm von spitz hinten auf das Weiche hinter der kurzen Rippe den gewollten Herzschuß an. Kugelschlag höre ich ob der Nähe nicht. Ich müßte aber drauf gewesen sein. Doch der Bursche zieht ab. Wir gehen zum Anschuß. Epson findet und arbeitet die Fährte im Höhen gelben Gras. Nach vielleicht 30 m liegt er mausetot im Grase auf der Seite.

Wundwirkung

Einschuß ganz spitz im streifenden Einfall von hinten ins Weiche.

Das 2005er 9,3 mm Lutz Möller Geschoß saß nach 80 cm Eindringtiefe auf dem rechten Blatt.
Die Schwarte öffneten wir anschließend mit dem Messer , um den Sitz zuzeigen!

Da ist es ja!

Mein 2005er 9,3 mm KJG drang von links hinten links 70 - 80 cm bis rechts vorn durch das Weiche, die Kammer und das rechte Blatt bis unter die Schwarte. Das Herz war nur gestreift. Kein Herzschuß! 30 m sind in der Lage eben doch nicht so wenig. Innen sah der Bursche gar nicht mal schlecht aus, sondern war sogar noch erstaunlich sauber. Um den Einschuß mußte etwa handgroß weggeschnitten werden.

Versäuberter Einschuß

Mein 2005er 9,3 mm KJG verformte der streifende Einfall leicht

Mein 2005er 9,3 mm KJG war an der Schweinseite leicht abgerundet, ansonsten ein Schönr platter Bolzen, der schurgerade durch das Schwein drang. Schulterstabilsierung vom Feinsten!

Würdigung

Um unter solchen Bedingungen erfolgreich jagen zu können, benötigst du ein sicheres, leichtes Gewehr und mußt schnell und genau schießen und vor allen Dingen treffen können. Die Waffe führst du geladen, gespannt und entsichert. Also schußbereit. Die Waffe mußt du immer so halten, daß kein zufälliges Ziel getroffen wird, also in einen unempfindlichen Kugelfang, oder nach oben gerichtet. Mein 2005er 9,3 mm KJG zeigte ich was die Wirkung und Zerstörung von seiner besten Seite. Daß ein ausgewachsener Warzenkeiler ohne Herztreffer nach 30 m lag, ist gut. Der von hinten angetragene Schuß war schwierig. Zu weit außen getroffen hätte ich die nur angeritzt oder ganz verfehlt. Zu weit innen getroffen, hätte ich die Keule verwüstet. Die leichte Heym SR 20G in 9,3x64 mit dünnem Lauf (15,5 mm Ø an der Mündung) ist recht führig und liegt mir gut. Das 6 x 42 - 4 Zeiß Glas ging, aber besser, weil schneller zu zielen, wäre ich mit der offen Visierung gewesen.

Mein Fehler war also gewesen, beim Absitzen nicht gleich das Zielfernrohr von seiner handlichen Suhler Einhakmontage heruntergenommen zu haben. Man lernt nie aus!

Lutz Möller 21. Juli 2005

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