Vom vom 21. April bis 2. Mai werde ich in Afrika jagen

Die Lehre von 2005 ist veraltet,

siehe Lutz Möller Afrika 2011

Lutz Möller mit 2005er KJG in Afrika

Die Lehre | Der Preis | Zesel | Kupfer oder Messing? | Warum KJG? | Forderungen an ein Jagdgeschoß | Einheits- oder Spezialgeschoß?

Die Lehre

Alexander Gänsler wollte mehr Wirkung und mehr Pirschzeichen. Mit den 2005 vertieften Hohlspitzen hat er die nun bekommen. Während mit dem 6,5x65 mit 6,5 mm KJG (kurz, 5,5 g oder lang 7 g ) große Antilopen oder Gazellen (siehe Afrika 2004) nach spätestens 70 m lagen, oft auch näher, kommen die gleichen Tiere mit dem 2,5-fach leistungsgesteigerten 2005er 9,3 mm KJG „Zerstörer“ mit massig 4,5 g Splittern und 461 m³/s anfänglichem Wirkungsquerschnitt binnen weitestens 20 m Fluchtstrecke, oder auch nur 10 m, zu Strecke, ggf. auch am Anschuß. Aber brauchen wir das wirklich. Ali, sag mal was!

Den Trophäenjäger mögen die mit der außerordentlichen Wirkung einhergehenden Zerstörungen nicht stören. Der Großraubwildjäger (Löwe, Bär) wird das 2005er 9,3 mm Zerstörer KJG lieben, da es ihm sein Leben sichert, aber der gewöhnliche Jäger muß solch überstarke Wirkung nicht haben, meine ich. Der Fleischjäger wird das 2005er 9,3-mm-Zerstörer-KJG fürchten.

Wie an dem Frischling zu sehen ist, kann auch das heftige 2005er 9,3-mm-Zerstörer-KJG wildpretschonend wirken, aber eben nur bei gut gesetzten breiten Lungenschüssen mit geringem Zielwiderstand.

Daher erscheinen mir meine Geschosse mit begrenzter Wirkung für allgemeine Anwendung auf alle Wildgrößen die besserer Wahl. Schließlich geling nicht jeder Schuß vollkommen, aber auch dann sollen sich Wirkung und Zerstörung die Waage halten. Die 7 - 8 mm MJG zeigen, das geht. Kundige Schützen schaffen das alles auch mit 6,5 mm Patronen fast ohne Wildpret zu entwerten, aber auch ohne viel Pirschzeichen.

Der Preis

Im Leben gibt es nicht umsonst, im Tode auch nicht!

Starke Wirkung und kurze Fluchtstrecken werden mit zerschossenen Tieren bezahlt. Kannst du lange genug warten die Tiere nur breit auf die Kammer zu schießen, stört selbst das heftigste Geschoß nicht, wie der das kleine Schweinchen eindrucksvoll zeigte. Volle Wirkung, aber keine Flucht oder nennenswerte Zerstörung trotz überstarker eingesetztem anfänglichem 461 m³/s² Wirkungsquerschnitt mit dem 2005er 9,3 mm KJG aus der 9,3x64. Willst du jedoch ein Einheitsgeschoß für alles Wild aus jedem Winkel auf jeden Fleck und legst großen Wert auf möglichst viel gutes Wildpret, auch bei schlechten Schüssen, dann mußt du dich zwingend in der Wirkung bescheiden.

Immer Bumm = tot + alles Fleisch ist gut, gibt es nicht (außer bei Kopf- und Trägerschuß!)

Ich rate nach all den Erfahrungen daher im Allgemeinen zu den bekannten 7 bis 9,3 mm Patronen mit Lutz Möller Geschoß mit anfänglichen Wirkungsquerschnitten bei 200 - 250 m³/s. Weniger WQ langt auch, siehe Afrika '04, zeigt aber weniger Pirschzeichen. Mehr anfänglicher WQ ist meines Erachtens wahrhaftig auf auf alles Wild, außer den großen Elfanten, Nashörnern, Löwen, Büffeln oder Flußpferden nicht erforderlich. Dabei sind die mittleren Jagdpatronen einschließlich der 9,3x62 mit leichtem KJG angenehm zu schießen und du triffst daher besser.

Ich führe die Waffe nun ganz ohne Riemen. Sie trägt sich mit dem dünnen Lauf angenehm und trifft mit dem fein und schnell (knapper Eingriff) eingestellten Flintenabzugsteil des Kombiabzuges „wie Gift!“. Ein 6 x42 - 4 langt mir für die afrikanische Jagd, sofern eher gepirscht wird, vollkommen. Stelle dir nur vor, ein Kudu auf 400 m ist im Absehen größer als ein Reh auf 200 m, deutlich größer! Für großes Wild muß also kein größerer Vergrößerung her.

Rundum bin ich mit der kleinen Giftspritze zufrieden, auch wenn ich das 9,3 mm Z-KJG in den Giftschrank verbannen werde: zu gefährlich für die Allgemeinheit. Das gibt es künftig nur noch als Sonderausführung, gewissermaßen „auf Rezept“!

Zesel

Als nächstes werde ich mit dem Ding = Heym SR 20 G in 9,3 x64 mit Zeiß 6x42-4 Zielfernrohr mal versuchen auf größere Entfernung (400 m, oder so, siehe auch 440 m Hirsch) ein Bergzebra zu erlegen, genaugenommen einen „Zesel“, d.h ein Kreuzung zwischen Esel und Hartmann-Bergzebra, deren Mischlingsvolk ausgelöscht werden soll, um die reine Bergzebraart nicht zu verfälschen. Da hat sich auf einer gewissen Farm ein gewisser Hauseselhengst mal einige Freiheiten genommen und seine Bastarde müssen's nun büßen. Mal sehen, wann sich das einrichten läßt. Dabei weiß ich schon, daß die 8x68S sich die dafür eigentlich besser eignete (siehe auch 440 m Hirsch), aber ich möchte eben die Grenze der 9,3 x64 mit dem verhältnismäßig windschnittigen 9,3 mm KJG ausloten, die Erfahrungen berichten, daraus lernen und somit Andern, die meine Möglichkeiten nicht haben, helfen, die richtige Ausrüstung für ihre Zwecke zu wählen.

Steppenzebrae in Etoscha.

Hartmann Bergzebrae im Tierpark von hinten mit kennzeichnendem Fischgrätenmuster.

Somaliwildesel im Tierpark, leichte Zebrazeichnung an den Läufen.

Dabei glaube ich mit dem Lutz Möller KJG das Einheitsgeschoß für alles Wild für alle Winkel für alle Entfernungen (jeweils in vernünftigen Grenzen) gefunden zu haben. Die für die jeweiligen Einsatzweiten günstigen Patronen dafür sind:

Kaliber Kurzstrecke, Wald mittlere Strecken, Feld weite Strecken, Berge
6,5 mm 6,5x57 6,5x65 6,5x68
7 mm 7 x 57 7x64 7 mm Rem Mag |7 mm SEvH
8 mm 8x57IS 8 x 64S 8x68S
9,3 mm 9,3 x 57 9,3x62 |9,3x64 9,3 x 70

Kupfer oder Messing?

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    

9,3x64 mit Lutz Möller Geschoß und eine solchen aus Messing.

Vier schön platte Lutz Möller Geschoßrestbolzen, 3/Wild + 1/Wasser.

Hervorragende Schulterstbiliserung, Bolzen durchdringen Hindernisse schnurgerade in Schußrichtung!

Torsten Enke berichtete, er beschoß auf 100 m mit der .30-06 KJG einen langsam ziehenden Bock auf's Blatt. Er bemerkte im Knall davor weiße Splitter stieben und dachte, Ach du Sch. . . !, aber der Bock fiel am Anschuß. Beim langsamen Mitziehen hatte er 10 m vor dem Bock einen etwa 5 cm Holzstumpf durchschossen. Der Treffer saß dennoch wie geplant und die Wirkung trat ebenfalls ein. So was können nur KJG! 25. Juli 2005

Weil ich Fleischvorräte hinreichend auffüllte, ruht heute die Jagd. Zeit für Versuche. Ich habe ein 9,3 m KJG aus Messing (=9,3 mm MJG) mitgebracht. Daraus sind auch gewisse andere Kupfergeschosse gefertigt. Das etwas leichtere ( rMessing = 8,45 g/cm³, statt 8,9 g/cm³ rKupfer ), daher etwas schnellere ) 9,3 mm MJG fliegt aus der 9,3x64 aus 65 cm Lauf mit 213 m GEE etwas flacher als das KJG mit 210 m GEE, also praktisch gleich!

Die Flugbahnen beider 9,3 mm Geschosse sind gehupft wie gesprungen.

Um Splitter zu erzeugen und zu fangen, schieße die Geschosse in eine Wassereimer über Sand, Ø 30cm, Höhe 40 cm.

Wassereimer über Sand ist Versuchsaufbau um Splitter zu gewinnen.

Dusseligerweise ziele ich über Kimme und Korn mit der Wange an der Schaftbacke und also dem Gesicht an der Seelenachse. Nachdem es ruckt, bekomme ich einen heftigen und schmerzhaften Schlag ins Gesicht, daß ich zunächst glaube verletzt zu sein. Das Wasser spritze aus dem beschossenen Eimer mit großer Wucht mir zurück ins Gesicht. Mein Oberleib ist bis runter zu den Beinen naß. Warum das Wasser nach dem Schuß so heftig zurückknallte ist mir nicht ganz klar, obwohl mir Bild an sich hätte bekannt sein sollen:

Operation Chastise, By Robert Taylor

Robert Taylor: Operation Chastise: The Night they Breached the Dams | May 17, 1943

The moment when the Mohne dam was breached. The air reeks of cordite, the night sky illuminated with the criss-cross of tracer and bursting shells as Dinghy Young's Lancaster flies through the hail of defensive fire just a few feet above the dam. His bomb has just exploded sending a plume of water 300 m into the air.

Siehe auch Ruhrschlacht.

Der Eimer ist jedenfalls geplatzt, an der Naht aufgerissen. Nicht alle Splitter wurden geborgen. Die gefundenen sind 1 bis 1,2 mm dick, also etwas dicker als bei den Rechnungen zum Wirkungsquerschnitt angenommen, und 3 - 6 mm lang oder breit. Über die Splitterbahnen ist noch nicht viel bekann. Hier muß noch geforscht werden. Solche heftigen Kupferbrocken durchschlagen bei einem Lungenschuß noch seitlich der eigentlichen, schnurgeraden, schulterstabilisierten Restbolzenbahn in Schußrichtung, die Herzwand, falls sie das Herz denn treffen. Damit wirkt das Lutz Möller KJG auch um seine eigentliche Bahn herum nach außen. Den unten abgebildeten 9,3 mm Möller - Restbolzen berge ich wenige Zentimeter aus dem Sand unter Eimer.

9,3 mm KJG Splitter aus Wasser-Sand-Beschuß.

Der 9,3 mm KJG - Restbolzen ist rundum glatt. Das Geschoß ist also bis zum Stillstand pfeilgeradeaus geflogen! Doch nun zum Messing. Die „Gelben Versuchskaninchen“ entsprechen dem 2005er 9,3 mm KJG mit tiefer Hohlspitze. Schlau geworden nun von mir armlang weg und ballere die spröden, harten gelben Dinger in den Eimer, den ich mit Polyestergewebe (alter Sack) ausschlug, um das Wasser zu halten. Wieder spritz das Wasser meterweit und -hoch. Der alte Sack zerreißt. Im mittlerweile feuchten Sand finde ich in dem Schlamm den Messingbolzen leider nicht. Die geborgenen gelben Messingsplitter sind feiner als die grobe Kupferbrocken, sprich das harte spröde Messing zerbröselt.

Grobe Kupfersplitter dringen tiefer als feine Messingsplitter ein.

Um endlich ein gelbe Restbolzen zu gewinne muß ich noch mal schießen. Ich zeihe mit meiner Tonne und dem Wassereimer an ein trockene Stelle um. Ein nächster Schuß bringt etwa 3 cm unter dem Eimer im Sand das gewünschte Messingrestgeschoß, aber was für eins!

Splitter zweier 9,3 mm Messinggeschosse mit spitzem Rest, keinen Schulterstabilisierung, taumelt wie Impala.

Obwohl ich das Ergebnis eigentlich im Kopf vergegenwärtigt haben sollte, staune ich nicht schlecht, als ich den gelben Messingrestkörper betrachte. Im Längsschnitt gesehen, oder wie oben im Bild seitlich betrachtet, sieht das kaputte Messingding wie ein Dach aus. Der Bohrungsboden ist noch als Rund zu erkennen. Von der kleinen nahezu ebenen Mitte fallen schräge Bruchflächen ab (Von Pilz oder platt kann keine Rede sein!). Die Erkenntnis bedeutet: Ein Messingjagdgeschoß bleibt also nicht nur ohne, wie das gelbe messingene Impala, sondern auch wie das MJG mit Hohlspitze, nach nach dem Trefferspitz!

Messingnes MPG-08 mit 950 m/s in Wasser geschossen zerbricht ganz oder bleibt spitz = unbrauchbar!

Somit kann ein Messingjagdgeschoß unter keinen Umständen schulterstabil durch das Ziel fliegen. Es wird das taumeln und dann aus seiner Schußbahn gelenkt seitlich wegfliegen, so daß der unbekannten Ablenkung wegen unmöglich ist den genauen Treffersitz tief im Tier vorherzusagen (Herz oder Pansen?). Die beabsichtigte Wundwirkung stellt sich entsprechend unvorhersehbar ein. Den geborgenen gelbe Messingrest der 9,3 mm MJG näher zu betrachten bringt es an den Tag:

9,3 mm Messinggeschoß splittert spitz, taumelt wie Impala, schrappte mit Seite sichtbar im Sand!

Das kaputte gelbe Ding ist einseitig aufgerauht. Der getaumelte stabilierungslose Messingrest schlug quer. Nach 40 cm Wasser wäre das geborstene 9,3 mm MJG immer noch gut 250 m/s schnell, wenn es den geradeaus fliegen würde, was ja nicht der Fall ist. Insofern kann die Aufschlaggeschwindigkeit auf dem Sand nicht vernünftig vorhergesagt werden. Der Sand zeigt am Schaft seine Spuren. da gehören kein Spuren hin. Ein anständiges Jagdgeschoß muß im Ziele sein Ausrichtung behalten.

Solch streifende, fast längs angetragene Schüsse wie auf den Warzenkeiler I oder wieder auf den Warzenkeiler II, hinter die kurze Rippe dringen mit dem schulterstabilen, vorn platten Lutz Möller KJG immer schnurgerade durch das Ziel, aber mit einem spitzen Messinggeschoß, wie z. B. dem Impala, nie! Hie zeige ich noch mal die Bilder des ersten diagonal durchschossen Keilers (Warzenkeiler I).

Einschuß ganz spitz im streifenden Einfall von hinten ins Weiche.

Das 2005er 9,3 mm Lutz Möller Geschoß saß nach 80 cm Eindringtiefe auf dem rechten Blatt.
Die Schwarte öffneten wir anschließend mit dem Messer, um den Sitz zu zeigen!

Fachleute kennen das Phänomen sich drehender Spitzgeschosse schon lange, siehe Fackler: Military rifle bullet wound patterns aus den achtzigern oder später

Wound Ballistics of Unstable Projectiles. Part I: Projectile Yaw Growth and Retardation.
Journal of Trauma-Injury Infection &; Critical Care. 40(3S) Supplement:10S-15S, March 1996.
Peters, Carroll E. DSc; Sebourn, Charles L. MS; Crowder, Herbert L. MS

Wound Ballistics of Unstable Projectiles. Part II: Temporary Cavity Formation and Tissue Damage.
Journal of Trauma-Injury Infection &; Critical Care. 40(3S) Supplement:16S-21S, March 1996.
Peters, Carroll E. DSc; Sebourn, Charles L. MS

So zu tun, als würden sich Spitzegeschosse im weichen Ziel nicht drehen ist schlicht dumm. Ihnen fehlt ganz einfach die Schulterstabilsierung ! Schüsse mit entsprechenden Geschossen, ob nun aus Messing oder militärische Vollmantelspitz, sind als nicht waidgerecht abzulehnen. Das zum zylinderartigen, vorn platten Bolzen, bei hohen Zielgeschwindigkeiten > 900 m/s sogar leicht auskragende Lutz Möller KJG hingegen dringt aus allen Winkeln schnurgerade in und durch. Selbst ganz spitze Schüsse, oder auf wegzeihendes Wild, kannst du mit dem zielballistisch stabilen Lutz Möller KJG bedenkenlos antragen, weil du dir mit Kupferjagdmunition mit einem „Urvertrauen in die Waffe “ (Uwe Jellinek zu seiner Sauer 80 in 9,3x64 ) gewiß bist, dein eigentliches Ziele (Herz) tief im Wild drinnen sicher zu errechen und zu zerstören, so daß die beabsichtige Wundwirkung folglich eintritt, wie das „Amen“ in der Kirche. Das ist die ballistische Leistung, die im Busch gebraucht wird, alles weniger kannst du knicken!

Wider das „Bionic“ folgt ggf.

Warum KJG?

Vor Jahren saß ich mal mit meiner geliebten Heym SR20 N in 6,5x65, mit dem Machtgeschoß Lapua Scenar  gestopft, im Havelland und hatte alles frei. Hauptbeute waren Rehe, gelegentlich kamen Sauen und gelegentlich Rot- oder Damwild. Mit der weit tragenden und genau treffenden Waffe war ich für den breiten Kammerschuß durch die dünne Kammerwand (außer bei Wintersauen im Feist) in Lunge oder das Herz hinreichend gerüstet. Es war Sommer. Von den 7 g Blei spritzte das dünnmantelige Bleihohlspitzegeschoß im Treffer etwa 5,5 g Bleistaub in die Lunge und schlußendlich lag eine 1,5 g schwere Linse dann unter der gegenüberliegenden Kammerdecke. Nur durch Rehe flogen die weichen Matchgeschosse quer durch, allerdings nicht ohne die „Kleinen Braunen“ dabei zu töten. So weit, so gut! Später holte ich mir damit mal in Afrika auf 360 m einen waidwunden (nicht von mir) Springbock in der Kalahari (Sommer 2003, vor dem ersten Loimaa '03 in Finnland aus Weißwedel).

Springbock in Etoscha.

Den Sommerabend im Havelland kam ein Hirsch, ein großer Hirsch, ein kapitaler Hirsch und ein freier Hirsch. -Kurz gesagt hatte ich die Chance eines gewöhnlichen Jägerlebens. Leider war Nebel. Der Hirsch ging in di Erbsen, äst, rülpste, war als Schemen zu sehen, verzog sich mal ein paar Meter, aber ich bekam kein klare Ziel. Als der Hirsch schon 300 m weit weg war, lichtete sich der Neben kurz, so daß ich schießen konnte. Ein Hirsch wesentlich größer als ein Springbock und daher auch auf die Entfernung einfacher zu treffen. Ohne Wind auf der Kanzelaufgelegt und festverkeilt wäre der Schuß an sich zu schaffen gewesen, aber der Hirsch stand spitz! Das wunderschöne Lapua Scenar durchdringt leider nur 6 bis 7 cm Fleisch, ohne Knochen. Tja, was war zu tun? Spitz durch den Vorderlauf mit Knochen zu schießen kam mangels Tiefenwirkung nicht in Frage. Rechts daneben in die Lunge war des spitzen Winkels wegen für die weite Entfernung ein zu kleines Ziel, denn mit Fehlern mußgerechnet werden, als auch mit einem sich von selbst bewegenden Hirsch. Die Gefahr nur ins Weiche zu treffen war zu groß. Links auf den Stich war auch, weil zu klein, kaum möglich; Kopf- oder Trägerschuß mangels Zielegröße in 300 m auch zu gewagt. Hätte ich dennoch abgezogen, wäre der edle Hirsch im August vermutlich nur oberflächlich verwundet worden, die Fliegenmaden hätten die Wunde nicht heilen lassen und der König der Wälder wäre elendiglich verreckt.

Die Gelegenheit zu schießen währte nur kurz. Als ich mit dem ZF Maß nahm, blinkte die ungeschützte Objektivlinse im Mondgegenlicht dem Hirsch ein Zeichen. So bemerkte mich der Hirsch, verzog sich breit über den Acker quer in den Wald, kam im Wald, so 5 - 6 m von der Kante, wie hinter einer Gardine, auf mich zu bis zu meiner Kanzel, knörte mich an und verschwand dann auf leisen Schalen auf Nimmerwiedersehen. So ein As! Seit dem haben meine Zielfernrohre für die Nachtjagd ein Sonnenblende als Mond- und Gegenlichtblende. Das Mißgeschick soll mir nicht noch mal passieren!

Noch heute ärgere ich mich über die verpaßte Gelegenheit. Das schnittige und genaue Matchgeschoß war für die Jagd letztlich nur einfauler Kompromiß, weil es im Sommer 2003 für weite Schüsse für die 6,5 nichts Besseres gab.

Forderungen an ein Jagdgeschoß

Ich wollte in Jagdgeschoß

schnell wie eine Rakete,

windschnittig wie ein Pfeil und

durchdringend wie ein Dampframme,

damit nie wieder so ein seltene und verheißende Gelegenheit ungenutzt verstreichen müsse. Dabei sollte das Jagdgeschoß kleine Tiere (Rehe) nicht zerstören, große Tiere (Sau, Hirsch, usw., usf.) dennoch sicher zur Strecke bringen. Auch und gerade nach den Erfahrungen in Afrika 2003 - 2005, einschließlich des überstarken 2005er 9,3 Zerstörers, bin ich mir sicher mit dem Lutz Möller KJG den derzeit bestmöglichen Entwurf, der alle berechtigten Forderungen an ein Jagdgeschoß am ausgewogensten bedient, gefunden zu haben! Das KJG muß nicht das Ende der Entwicklung sein, aber heute kenne, verstehe, berechne und beschreibe und baue ich ein Jagdgeschoß in seinen Eigenschaften, daß jeder Jäger vorher weiß, was ihn erwartet. Da wird keine unbekannte Katz im Sack mit blumigen Worten angeboten, sondern nachprüfbare Tatsachen in Zahlen angegeben. Das KJG ist in allen Kalibern ein Jagdgeschoß mit vollständigem Datenblatt mit allen wesentlichen Eigenschaften, Ladungen für gängige Jagdpatronen und Pulver, einschließlich Wundwirkung (Fleisch- und Knochenleistung = Eindringtiefe). Das KJG-rundum-sorglos-Paket bietet sonst niemand!

Einheits- oder Spezialgeschoß?

Der Markt ist voller Spezialgeschosse. Die mögen alle etwas besonderes könne, oder auch nicht, aber ich frage, wie man die Dinger benutzen soll. Ich habe ja schon Schwierigkeiten mit verschiedenen Waffen gleich gut zu schießen bzw. zu treffen. Deswegen standardisiere ich ja auf Heym SR 20 (N oder G). Ich muß verschiedene Jagdpatronen versuchsweise gebrauchen um die Entwicklungsziele der Lutz Möller Geschosse am Wild zu zeigen. Am liebsten wäre mir eine Waffe mit einem Geschoß für alles. Wie sollte ich mich denn mit verschiedenen Geschosse auf die Jagd begeben? Die treffen doch nicht alle auf denselben Fleck. Soll ich laufend umschießen, oder was? Und dann die Wirkung: Ich sitze auf Bock mit meinem „Bockgeschoß“, aber jedes fünfte Mal kommt statt des Bockes ein Schwein: „Klapper, klapper umgeladen, oder wie? Berg- und Talstutzen, oder so?“ Die treffen doch auch höchstens auf eine Weite zusammen, aber nie über di ganze Bahn! Was soll das Gehühnere heute noch? Wenn ich das Haarwild mal in drei Klassen teile, gibt es vernünftigerweise

  1. Schädlinge, Raubzeug, Kleinwild: von der Ratte über Kaninchen und Fuchs bis zum Reh.

  2. Mittleres Wild: wie Sau, Hirsch, Gazelle, Antilope und Großräuber wie Hyäne, Löwe, Bär.

  3. Dickhäuter und Großwild: Büffel, Flußpferd, Nashorn, Elefant.

Zum geeigneten Jagdgeschoß bzw. Jagdpatrone wäre zu sagen:

Am unteren Leistungsrand, Schädlinge, Raubzeug, Kleinwild: Daß ich auf schon allein von den Munitionskosten für Schädlinge, Raubzeug und Kleinwild nicht denselben Aufwand wie für ertragreicheres (Fleisch, Trophäe) größeres Wild wirtschaftlich treiben kann, ist klar. da gibt es ganz pfiffige billige Randpatronen, wie die .17" HMR und ähnliche, di auch bei großen Karnickelhügeln oder Präriehundbauten Leistung und Strecke bringen, aber dabei den Geldbeutel wohltuend schonen.

Am oberen Leistungsrand, Dickhäuter und Großwild: So einen Dickhäutern schießt du nicht unvorbereitet mal so nebenbei! Sich dafür gesondert zu bewaffnen und zuz munitionieren ist erforderlich und wohl auch angemessen. Die dicken Dinger sind mit einem 9,3 mm KJG (Weniger Splitter, aber mehr Tiefenwirkung als das 2005er) zu kriegen. Tertius Joubert / Omujeve will seinen Elefanten diesen August im Caprivi mit dem 10,57 mm KJG aus der .416" Rigby aus der CZ 550 Magnum strecken. Auch gut, rummst aber mehr, wäre mit KJG nicht nötig.

Die Große Menge: Lediglich die Bergjagd z. B. auf Marco-Polo-Schaf, Argalli, Dallschaf, Schneeziege, Thar, Ibex oder Maral verlangt noch mal eine besonders weittragende Waffen mit sehr gestreckter Flugbahn, aber auch das weißt du vorher und kannst dich entsprechend ausrüsten. Ich will also letztlich eine Waffe für alles Haarwild vom Reh bis zum Büffel. Mit dem 6,5 mm KJG streckte ich in Afrika 2004 Wild vom 8 kg Steinbock bis zum 300 kg Oryxbullen, ohne daß der Kleine platzte oder der Große noch sonderlich weit weg kam.

Im Jahre 2005 setze ich das mit 461 m³/s Wirkungsquerschnitt überstarke 9,3 mm Zerstörer KJG vom kleinen Schweinchen für Tante. T. bis zum großen Kudubullen ein. Bei außer der gebotene Eile besten Bedingungen und suberstem breitem Kammertreffer fehlten dem kleinen Schweinchen keine 50 g Wildpret bei 0 m Flucht.

Schlechter Treffer in Rücken oder Blatt hingegen verwüsteten schon mal ein Kilogramm Fleisch und verursachten großflächige Blutgerinnsel. Als Lohn waren die Fluchtstrecken äußerst kurz: Bei Herztreffern nur 20 m, bei Lungentreffern nur 10 m. Bei Rückentreffern in oder an die Wirbelsäule flüchteten die Gemsböcke naturgemäß keinen Zentimeter!

Aber das 2005er 9,3 mm Zerstörer KJG ist ein Sonderling für Künstler, also eher ein Unding. Alexander Gänsler wollte 2004 mehr Wirkung, aber die erzielte 2,5-fache Wirkung gegenüber dem 2004er 9,3 mm KJG kann er kaum so gewollt haben. EinEjder kann die Büchse der Pandore öffnen, aber das Ergebnis können schreckliche Zerstörungen sein, mit dem 2005er 9,3 mm Zerstörer KJG kamen die, aber heftig! Ich rat davon ab und betrachte es für die Allgemeinheit als Fehlentwicklung, bei Sonderlösung auf wehrhaftes Raubwild (Löwe, Bär) hingegen halte ich es für fast unverzichtbar. Da Ding ist ein Sonderfall. Für allgemeine Anwendungen mit guter Wirkung, aber ohne unnötige Zerstörungen langen Geschosse mit um die 250 m³/s Wirkungsquerschnitt vollkommen hin. Das ist die in 2 Jahren Entwicklung gewonnen Lehre! Ich werde die Lutz Möller Geschosse künftig entsprechend einstellen.

Schlußendlich erfüllen Jagdpatronen mit KJG besser als alle anderen die Anforderungen an ein Einheitsbewaffnungen für mittleres Wild in allen Fällen. Lediglich die hauptsächlich zu bestreichende Entfernung muß beachtet werden.

Kaliber Kurzstrecke, Wald mittlere Strecken, Feld weite Strecken, Berge
Schußweite < 200 m > 200 m > 300 m
Lauflänge <60 cm 60 cm 65 - 70 cm
6,5 mm 6,5x57 6,5x65 6,5x68
7 mm 7 x 57 7x64 7 mm Rem Mag |7 mm SEvH
8 mm 8x57IS 8 x 64S 8x68S
9,3 mm 9,3 x 57 9,3x62 |9,3x64 9,3 x 70

Für nichtgenannte (zöllige) Patronen gilt Entsprechendes.

Lutz Möller, 27. Juli 2005, der, nachdem wir den 7. Lapua Sniper Cup gewonnen haben, mit frischem Mute nun hoffentlich das Gewehr 04 beschäftigen kann.

Schelte

Hallo Lutz,

ich habe eben mal wieder einige Berichte auf deinem Netzplatz gelesen. Dabei bin ich auf einige Berichte eines mir nicht bekannten Herren gestoßen, der in Afrika jagte (oder was er so jagen nennen mag) und mir wurde bei seinen Erzählungen übel. (Berichte Oryxe (LM: Welchen, da gibt es mehrere) und Warzenkeiler 1)

Bei der Vorstellung, einen angeschweißten Oryx, weil nach 600 m der Schweiß weg war, nicht weiter nachzusuchen und zu sagen, es wäre wohl ein Zweig im weg gewesen, kann es nicht sein! Oder wie ist der hellrote Schweiß zu erklären? Vom Zweig kommt er bestimmt nicht!

LM: Ja Björn, da stimmt was nicht! Ich kann mich nicht erinnern das so gelesen oder geschrieben zu haben. Eine Nachsuche wird eigentlich nur aus drei Gründen beendet, nämlich

So wie du schreibst wäre keiner der drei Gründe eine Nachsuche anständig abzubrechen in Frage gekommen. Also sende mir bitte den genauen Text mit URL, damit ich das prüfen kann!

B. F.: Der Text, den ich meine steht unter Afrika, Afrika 2005, Kleine Oryxe, Oryx der dritte! Schreibe das mit den drei Gründen der Nachsuche nicht mir, sondern dem Verfasser bzw. dem der es so gemacht hat!

Bei einer weiteren Aussage, bei der Pirsch auf Warzenschweine würde die Waffe gespannt und ENTSICHERT! getragen, sträuben sich mir sofort die Nackenhaare! Welcher normale Berufsjäger läßt denn einen Gast mit entsicherter Waffe hinter sich durch den afrikanischen Busch laufen? Was passiert, wenn solche wilden, schußgeilen Jäger durch den Busch ziehen, konnte man kürzlich in der Jagdpresse verfolgen, als ein 24 jähriger Bekannter in den Rücken geschossen wurde und seinen Verletzungen erlag!

LM: Woher nimmst du deine Annahme, ein Berufsjäger sei dabei gewesen, noch genauer gesagt, vor dem Jäger hergegangen? Davon ist nicht die Rede gewesen; du irrst! Du kennst Afrika und weißt, wie schnell ggf. gezielt und geschossen werden muß. Also muß die Waffe u. U. schußbereit mitgeführt werden, nicht immer, aber zu gewissen Gelegenheiten schon.

BF: Bei der Pirsch auf sogenanntes "non dangerous Game", hat man immer die Zeit, die Sicherung oder die Kugelspannung im Hochnehmen der Waffe zu betätigen, vorausgesetzt man kennt seine Waffe und kann damit umgehen. das bedingt keinen Zeitverlust, steigert aber die Sicherheit für sich selbst und seine eventuellen Begleiter um das Hundertfache!

Zu den Aussagen des Schießens vom Fahrzeug aus und über seine Schießkünste möchte ich mich gar nicht erst äußern.

LM: So? Warum erwähnst du das denn?

BF: Weil ich meine, auch nicht erfahrene Afrikajäger sollten wissen, es geht auch ohne die weithin bekannte, sogenannte „Pirelli-Pirsch“. Jedem kann mal ein Schuß daneben gehen, das war schon immer so, und wird sich auch in der Zukunft nicht ändern, aber ein gewisses Training, vor solch einer Reise und ein Kennenlernen seiner eigenen Fähigkeiten und Waffe unter solchen Bedingungen in Afrika wäre wünschenswert. Das Wild wird es danken!

Diese Beiträge vermitteln gerade Afrika-unerfahrenen Jägern und Jungjägern ein völlig falsches Bild und dienen nicht gerade als gutes Beispiel!

LM: Deine Meinung veröffentlich ich hier unter Schelte. Bitte ergänze die fehlenden Angaben. Gruß Lutz

Mit freundlichen Grüßen, Björn Friedrich, Donnerstag, 13. April 2006 17:37

8x68S mit 2005er KJG in Afrika | 8x68S KJG für Afrika

Kudubulle | Warzenkeiler I | Kleine Oryxe | Wieder auf Oryx, oder der richtige Abzug | Warzenkeiler II mit KJG - Splittern | . . . endlich Oryxe | Kudufärse | Schweinchen | Die Lehre | Afrikawaffe | wird fortgesetzt . . .

Lies 2010 Kupfer oder Messing? und Lutz MJG 8x68S Afrika 2011

Afrika 2001Afrika 2005