Betrieb ruht bis 3. Mai wg. Afrikajagd

Hanne Afrika 2013

9,3x62 Zebra im Damara Land

Hanne Zebra 201

Waidmannsdank!

Oh ja, die Geschichte(n) dazu gibt es:

Zum Abschluß meiner ersten Namibia-Jagdreise in 2010 bei Roland Horn auf Terra Rossa im Khomas-Hochland sagte Urib, der Damara-Jagdführer, zum Abschied: „Mister, ich 60, nächstes Jahr kann noch gut gehen, wir jagen Zebra“. Das war ein noch größeres Lob (er redete sonst nicht viel) als das der Farmerin, die sich bei mir für die sauberen Schüsse bedankte, und das viele verwertbare Fleisch. (Kunststück, es waren ja Ihre Geschosse).

Es sollte aber 2012 werden, und die Farm wurde leider umgebaut. Nichts zu machen. Im Anschluß an unsere große Rundreise verabschiedete ich meine Frau auf dem Flughafen und wurde am Tag darauf von Detlef zur Jagd auf Zebra abgeholt. Um es kurz zu machen: wir pirschten vier Tage, und scheiterten jedesmal an einer trächtigen, und sehr wachsamen Stute, oder am drehenden Wind, oder an den Springböcken, die immer wieder die Zebras mitrissen. Immerhin: ein Gnu-Bulle mit SCI-reifen Ausmaßen war der Lohn der anstrengenden Jagd, und der Kalahari-Rand im Oktober ist ein Traum.

Namibia ist eigentlich immer irgendwo grün, hinzu kamen die prall lila Jacarandas.

Schon kurz darauf fragte ein Freund, was ich empfehlen könne, er wolle nach Namibia. Nach Abgleich seiner Vorstellungen mit meinen Eindrücken, einem Anruf auf der Baustelle im Khomas, buchten wir eine Woche Schönfeld bei Hartwig. „Wir“, weil ich von dem „Virus“ nicht freimachen konnte, und meine Frau mich noch ermunterte: „Ich hätte gerne eine Zebradecke“.

LM: Ja, die wollen Sie alle!

Im Juni 2013 war es dann soweit. Aber während Christopher jeden Abend mit guten Trophäen nach Hause kam (Bergzebra am ersten Tag), war ich nach vier Tagen immer noch Schneider. Sonntags war es dann endlich soweit: Am Morgenansitz sichteten wir zwei Herden auf viele Kilometer Entfernung, anschließend gefährtet, und mußten mitansehen, wie die flüchtenden Hartebeester die Zebras wieder mit wegrissen. Aber die Fluchtrichtung war klar. Nachmittags mit Erassi folgten wir die Fährten. Er prüfte den Wind, dachte sich in die Herde hinein, wir gingen irgendwo in den Busch, wurden immer vorsichtiger und leiser, standen lauschend auf kleinen Felsen, hörten die Herde, sahen sie wieder wegrennen, aber wir hatten die Spur.

„Erassi, wo leben denn die Rhinozerosse um diese Tageszeit?“ „Na hier, im Flußbett, da wir jetzt sind“

LM: Die tun nichts. Die wollen nur spielen (grins).

Die Herde sah uns nicht, witterte uns nicht, spürte uns aber. Der Wind blieb gut, aber der Tag neigte sich langsam dem Ende zu. Wir folgten drei Stunden der Herde, kürzten ab, rissen uns an den Dornen die Kleidung auf, kreuzten wieder die Fährten, hörten sie vor uns, fanden sie nicht mehr, sahen frische Losung, hörten sie wieder, und dann hatten wir sie: Sie steckten in den Kameldornbüschen und wußten nicht, in welche Richtung sie fliehen sollten. Sie sahen und hörten uns nicht. Erassi umschlug sie schnell, winkte eifrig mit der Hand zum Nachkommen, und dann waren wir neben ihnen. Ein Tunnel in den Dornenbüschen gab uns begrenzte Sicht zum Schuß. Zuerst kamen die Leittiere. Erassi zählte mit, und als das letzte Fohlen mit seiner Stute vorbei war, bekam ich die ersehnte Freigabe.

Dem nächsten, einzeln vorbeilaufenden Tier trug ich die Kugel an und repetierte sofort. Aber Erassi hörte den Sturz und grinste nur: „Ist gut, Zebra liegt“ Nur wo? Aber auch hier machte das MJG aus Otto Bocks 9,3x62 ganze Arbeit. Nach den Pflichtbildern stellten wir fest, es war dunkel, die Jungs hatten Sonntags wegen  alle frei, der zweite Trupp war schon nach Hause gelaufen, und wir standen mutterseelenalleine im Busch. Nach dem Aufbrechen zogen wir alles aus, was wir entbehren konnten, dem Zebra zog ich meine Socken über die Hufe, und rundum hängten wir unsere T-Shirts und Hemden in die Büsche. Tatsächlich, es blieb bis zum nächsten Tag unversehrt.

Den Rückmarsch mit freiem Oberkörper durch die afrikanische Vollmondnacht zurück zum Auto werde ich nie vergessen. War das anschließend ein Tottrinken!

Beim Schoppen kämen noch alle anderen Geschichten dazu. Einfach schön.

LM: Da war ich wohl gern bei gewesen. Das klingt alles ganz gut!

Beste Grüße, Ihnen eine schöne Vorweihnachtszeit, Michael Hanne, Montag, 2. Dezember 2013 18:27