Robbenjagd in Norwegen

auf Gurskoya im Januar am 2010

Um 9:30 treffe ich mich mit meinem Jagdfreund Robert am Hafen. Es ist windstill und -11°C Grad kalt. Alles sieht nach einem guten Tag für die Robbenjagd aus. Robert befreit das Boot von Schnee und ich verlade unser Gepäck.



Morgenstimmung am Hafen

Wir haben unglaubliches Glück mit dem Wetter, da an einem gewöhnlicher norwegischer Wintertag von Wind, Schnee, Regen und Temperaturen von -5 bis 10 Grad herrschen. Nach einigen Schwierigkeiten mit unserem 2-Takt Motor kommen wir gegen 10 Uhr endlich aus dem Hafen. Mit 12 Fuß fahren wir in Richtung Atlantik.

Die beste Zeit Robben zu bejagen ist eine Stunde nach Flut bis Ebbe. Wir kommen, da die Flut um 10:30 Uhr ist, also in die beste Jagdzeit des Tages. Unser Ziel sind die kleinen Inseln an den Öffnungen der Fjorde, an denen wir schon vor Saisonbeginn oft Robben bestätigt haben. Nach einer halben Stunde Fahrt haben wir außer gefühllosen Fingern, allerdings noch nichts gesehen. Robert ist als erfahrener Robbenjäger schon sehr verwundert, denn an all den Stellen an denen sich die Robben sonst aufhalten, sehen wir heute nichts. Wir entscheiden also in Richtung offener Atlantik zu fahren, obwohl trotz des guten Wetters dort immer mit stärkerem Seegang gerechnet werden muß. Doch auch hier werden wir enttäuscht, sehen wieder keine Robben. Nach einer weiteren Stunde nimmt der Wind zu und wir entscheiden wieder in die schützenden Fjorde zu fahren.

Am Eingang zu einem Fjord sehe ich auf einmal einen Seehund. Ich springe so schnell es geht auf eine der kleinen Inseln und richte mich ein. Der Seehund ist mittlerweile abgetaucht. Somit heißt es zu warten bis er zum atmen auftaucht. Die Sako in 6,5x55 mit Dose und Zeiss Diavari 3-12*50 liegt im Anschlag, aber nichts ist von dem Seehund zu sehen. Da die Seehunde sehr neugierig sind, nehme ich ein Stück Metall und schlage einige Male kräftig auf den Felsen. Keine 10 Sekunden später sehe ich auch schon den Kopf des Tieres auf 30 Meter aus dem Wasser schauen um sich zu orientieren. Jetzt muß es schnell gehen, denke ich mir, zu zielen und abzudrücken sind eine Bewegung. Der Schuß ist noch nicht ganz aus dem Lauf, da höre ich auch schon den Bootsmotor aufheulen und sehe Robert auf die tote Robbe zurasen um sie, bevor sie sinkt, zu bergen .



Erfolreicher Robbenjäger

In Norwegen immer mit Dose

Nur mit solcher Zusammenarbeit kann man erfolgreich Robben jagen. Wenn man die Robben von vorn auf den Kopf schießt, sinken die Robben sehr schnell, da dann die ganze Luft aus den Lungen entweicht. Durch einen Schuß in den Hinterkopf, kippt der Kopf nach vorn, aber die Luft kann nicht entweichen. Erleichtert, daß der Jagdtag doch noch Erfolg gebracht hat, fahren wir in Richtung Heimat. Keine 200 Meter vor unserem Hafen sehe ich auf einmal noch einen Seehund. Diesmal springt Robert auf die Felsen und kann auf etwa 75 Meter einen sauberen Schuß anbringen, und ich das Stück bergen.

Roberts Seehund

Roberts Gewehr mit Dose



Pelz kaputt: Unnötige Wirkung eines 6,5 mm Lapua Teilmantelgeschosses. Mit Lutz Möller MJG Geschoß wäre der Hund noch heil!



Die Beute des Jagdtages. Plempe mit Dose

Nachdem wir die Robben gehäutet und die Häute in die Gerberei gebracht haben, sitzen wir um 17 Uhr durchgefroren aber glücklich auf der Couch und lassen diesen guten Jagdtag noch einmal Revue passieren.

Mit freundlichen Grüßen und Waidmannsheil, Frederic Hanner - Novahunt Deutschland, Ruf +49 173 3161 362