Vom vom 21. April bis 2. Mai werde ich in Afrika jagen

Hein Mück in Namibia 2008

mit .300" WSM KJG S

.300" WSM KJG Patrone



Hallo Herr Möller,

wie ich auf Ihrer Seite sah, hat sich bezüglich Antilopen und KJG spitz ja inzwischen einiges angesammelt.

LM: Ja, siehe Afrika 2008

Hier nun noch meine Erfahrungen von meiner letzten Namibiareise, von der ich gerade erst heimhehrte:

Ich jagte mit einem R93 in .300" WSM. Echte Lauflänge 65cm. Verladen habe ich das 7,62 mm KJG spitz vor 4,15g R902, also etwas mehr als empfohlen.

LM: Ohne Dampf keine Leistung, sagte der Heizer!

Die L6 setzte ich allerdings von den empfohlenen 72,7 mm auf 75,9 mm herauf. Bei dieser Länge liegt das Geschoß in meiner Waffe gerade an den Feldern an. QuickLoad sagte JA zu der Sache und das Ergebnis „paßte“. Diese Ladung erreicht bei mir die gewünschte Loch-an-Loch-räzision und ist dank geringem Rückstoß kinderleicht zu schießen.

LM: Langer Lauf + leichtes Geschoß = angenehm zu schießen → So trifft man besser!

Mit einem sturmversuchten Freund war ich im Norden des Landes auf Fleischjagd. Von den großen Knochen hängt bei mir schon genug, so spielten Trophäen für mich keine Rolle. Zu viel davon mag ich nicht, denn dann sieht das Haus nach meinem Geschmack zu sehr wie die Schreckenskammer von Pol Pot aus. Die Jagd war schwierig, da durch den reichhaltigen Regen (mit über 800 mm Niederschlag fiel 2008 dort mehr als die doppelte Jahresdurchschnittsmenge) der Busch noch im „Saft“ steht und das Wild sich an den Wasserstellen kaum blicken ließ. Das Gras war noch grün und stand teilweise über einen halben Meter hoch. Auch der Busch, hier überwiegend Mopane, war grün und weitgehend undurchsichtig. Dennoch kamen mit dem nötigen Einsatz immerhin sechzehn Stücke in vierzehn Jagdtagen zur Strecke.

Überwiegend wurden weibliche Antilopen erlegt. Der Zeitpunkt für diese Reduktion wurde gewählt, da die Kälber vom Vorjahr jetzt groß genug sind um auch ohne Führung der Mutter zurechtzukommen und ggf. vorhandene neue Embryos noch nicht weit entwickelt sind. So kann kein „Unheil“ angerichtet werden.

Hartebeest, Eland und Streifengnu waren die bevorzugte Beute. Geschossen wurde meist auf das breitstehende Stück. Um die Beschädigung wertvoller Fleischpartien zu vermeiden bevorzugte ich dabei den Treffpunkt hinter dem Blatt.

LM: Recht so, siehe Zielwahl!

Meist hatte ich Ausschuß, wobei es aber Ausnahmen gab. Ein schräg stehendes und ein spitz von vorne erlegtes Gnu hatten dann auch nur ein Loch. Auch eine breitstehende Elandkuh wurde hinter dem Blatt richtig getroffen. Sie ging zwar nach 60 m ins Wundbett, hatte aber erwartungsgemäß ebenfalls keinen Ausschuß. Als das Stück auch nach ein paar Minuten noch das Haupt hochhielt, gab ich aus 15 m noch einen Fangschuß von der Seite auf den Träger abgegeben. Dieser Schuß zerstörte einen der dicken Halswirbel und sorgte für ein schlagartiges Ende. Das Geschoß trat jedoch nicht aus und der Rest steckte ausschußseitig sicht- und fühlbar unter der Decke. Das andere Restgeschoß vom Eland wurde in den umfangreichen Innereien leider nicht gefunden.

KJG spitz Restbolzen, Klicke zur Vergrößerung

Auf Bilder toter Tiere verzichte ich hier bewußt, denn damit ist Ihre Seite schon reichlich bestückt. Das Foto zeigt links das Geschoß von dem Trägerschuß (Gewicht 5,31g, 66,5% Restmasse), rechts daneben ein Geschoß aus einem spitz geschossenen Gnu. Dieses fand sich im Pansen wieder (Gewicht 5,54g, 69,4% Restmasse). Weiter rechts daneben ein Restgeschoß, das ebenfalls aus einem im Schuß etwa 30 Grad schräg stehenden Gnu geborgen wurde (Gewicht 5,57g, 69,8% Restmasse). Wenn man die Reste im Vergleich zum neuen Geschoß betrachtet, würde man sicher eine geringere Restmasse schätzen. Zudem fällt auf, daß die Restmassen auch bei unterschiedlichem Zielwiderstand sehr ähnlich sind.

LM: Bauartbedingt!

Also erzielte ich insgesamt gute hinreichende Wirkung. Kein Stück flüchtete nach dem Schuß weiter als 60 m oder mußte länger gesucht werden. Dennoch konnte ich den Farmer nicht restlos überzeugen. Das Vorurteil gegen leichte Geschosse sitzt einfach zu tief. Er möchte unbedingt zwei Löcher im Stück haben, um ggf. zuverlässig Schweiß auf der Fluchtfährte zu gewährleisten.

Das dies mit seiner gewohnten .30-06 PMP Fabrikmunition noch weniger geht, paßt irgendwie nicht in seinen Kopf.

LM: Dickschädel, afrikanicher!

Bedingt kann ich's verstehen, denn mit den leichten KJG s hat man das Gefühl nicht mit einem Säbel, sondern mit einem Florett zu jagen.

Mit vielen Grüßen, Hein Mück, Freitag, 6. Juni 2008 22:40

Blume und Fährte

Ps.: Zum Schluß sende ich noch ein Bild, das mir besonders gefällt.

Der jagdlich und schießtechnisch bereits etwas gefestigt ist und ohne Reue aus dem Vollen schöpfen möchte, dem seien solche Touren empfohlen.

LM: Name, Rufnummer?

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