Lutz Möller Afrika April 2013

Streifengnu

Trägerschuß | Gnu rennt | 327 m Oryx | Zwei Knalldämpfer | Nils | Schakale u. Geier | Streifengnu | Weißwedelgnu spitz | Oryx am Weg | Weißwedelgnu -Springbock | Giraffen | Eland | Bache mit Frischling, Taube | Überläufer | Keiler + Schakal = Strecke zu legen

Streifengnu im Schatten

Hege- und Fleischjagd!

Lutz Möller Mai 2013

Waidgerechte Jagd ist tierschutzgerechte Jagd

Manch einer kennt das Wort nur noch nicht.

Betreff: ...bevor noch einer schwach wird, die GRÜNEN zu wählen.

Hallo Herr Möller,

 die kleine Anfrage der Grünen im Deutschen Bundestag zu „Tierschutz bei der Jagd“ vom 22.03.13 zur Kenntnisnahme.

Mit freundlichen Grüßen, ULLRICH BRAUNS

Betreff: Danke und Grüne!

Sehr geehrter Herr Möller,

herzlichen Dank für die fotografischen Mitbringsel aus Südafrika. Heute habe ich mich über die spannende Gnu-Fotostory und den Film aus der Jagdpraxis einer tierschutzgerechten Jagd sehr gefreut.

LM: Wie schön.

Die Initiative der Grünen das Jagdgesetz zu überdenken finde ich gut.

LM: Meinen Ansatz dazu lesen Sie hier:

Lutz Möller Geschoß mit Restbolzen und Splittern

Lutz Möller fordert angesagte meßbare Leistung der Jagdmunition!

Jagd kann tierschutzgerecht sein. Gerade weite Schüsse mindern sowohl den Stress für das beschossene Tier als auch jene, die den Abschuß miterleben. Ich glaube auch, Nachtjagd mit Scheinwerfern oder anderen Hilfsmitteln kann tierschutzgerecht sein, wenn sie auch nicht der „Waidgerechtigkeit“ entspricht. Insofern kann ich mir weniger „Waidgerechtigkeit“ und mehr „Tierschutz“ im Jagdgesetz gut vorstellen.

Mit freundlichen Grüßen, Der Grenzjäger, Wien, Freitag, 24. Mai 2013 14:18

Herr Grenzjäger,

„waidgerecht“ bedeute auf hochdeutsch „dem Wild gerecht“. Das meint sachgemäßen Umgang mit dem Wild. Dieser ist, was die Beute als auch den Tierschutz angeht unabdingbar, durch nichts anders zu ersetzen.

Lesen Sie Wundwirkung unter besondere Berücksichtigung von Wie stirbt Wild? Daraus ergeben sich sachlich angemessene, d. h. waidgerechte = tierschutzgerechte Weg scheue Wildtiere vom Leben zum Tode zu bringen.

Die ausufernde Nachtjagd mit militärischen Zielmitteln, die ich wohl aus eigener Praxis kenne, gehört nicht dazu. Wild benötigt vornehmlich Äsung und Ruhe. Ein gewisser Jagddruck der Beutegreifer fördert die Auslese zum Besseren - ganz gleich ob den nun wir Menschen oder andere Tiere sind aufbringen. In unserer dicht besiedelten Landschaft mit der Möglichkeit dauern Druck auszuüben, werden wir einen gesunden und artenreichen Wildbestand aber nur hegen könne, wenn wird das Wild zu gewissen Zeiten und an gewisse Orten hinreichend in Ruhe lassen. Unsrem Druck weicht das Wild aus und verbeißt ggf. inder Not die Einstände, so daß die Schaden nehmen. Das muß nicht sein. Bei geringerem Druck kann das Wild sich auf den nahrungsreichen landwirtschaftlichen Flächen weiträumig bedienen, so daß verdichtete Schäden, die der Einzelne nicht tragen will oder kann, meist ausbleiben und jeder von uns Dreien sein Auskommen hat: Landwirt, Jäger und Wild. Die unterschiedlichen Belange dieser drei zusammenhängenden Beteiligten angemessen auszugleichen ist die eigentliche Kunst.

Als satter Freizeitjäger das Wild mit militärischer Nachtsichtechnik schonungslos und dauern zu „beharken“, um den Wald verbißrein zu bekommen, ist keine waidgerechte Jagd sondern gewalttätige Schädlingsbekämpfung. Nicht meine Sache! Das muß nicht sein, ist ganz unnötig. Bei genügender Ruhe - zeitlich und örtlich - also in den Einständen und nachts, verliert das Wild seine anzerzogene Scheu wieder und zeigt sich tags und kann bei gutem Licht bejagt werden. Dazu braucht man  Geduld und Nachbarn die mitziehen. Dann - und nur dann - klappt das bestens.

Herr Louen,

schreiben Siedoch mal, wie die Umstellung bei Ihnen lief und wie es heute zugeht und welche Erfolge Sie zu vermelden haben.

Tierschutzgerecht - gegenüber dem Hund - ist Schalldämpfer zu benutzen, damit weder man selbst noch der Hund Gehörschäden erleiden!

Waidmannsheil, Lutz Möller

Waidgerechte Jagd ist tierschutzgerechte Jagd 1

Betreff: erbitte Beitrag zu Waidgerechte Jagd ist tierschutzgerechte Jagd

Sehr geehrter Herr Möller,

wegen meiner langfristigen Erkrankung und zusätzlich einem Totalschaden meines dienstlichen Rechners, von dem aus wir in aller Regel Kontakt hatten, komme ich erst heute Ihrer Bitte nach, einen Bericht zur „waidgerechten Jagd mit Ihren Geschossen“ zu erstatten:

  1. Vorbemerkung: Ein alter bayerischer Berufsjäger hat mir vor Jahrzehnten mal eine „Definition“ von Waidgerechtigkeit gegeben, in dem er mir beim Nachtessen auf der Jagdhütte sagte: „Waidgerechtigkeit bedeutet Ehrfurcht vor dem Leben und Mitleid mit der Kreatur!“ Eine bessere Definition habe ich in meinem langen Jägerleben bis heute ( > 48 Jahre aktiven und passionierten Jagens) nicht gehört! Zu den großen Glücksmomenten meines Jägerlebens zählen zahlreiche Jagden mit Angehörigen von „Naturvölkern“, sei es in Afrika oder Nordamerika. Diese Menschen begreifen sich selbst als einen Bestandteil der Natur, wurden von uns arroganten Weißen als „rückständig“ verächtlich gemacht, nur weil in unserem Kulturkreis ein ähnliches Denken weder bekannt, noch opportun war; die Technik des Machbaren und ein schranken- und hemmungsloser „Fortschrittsglaube“ umnebelte unsere Gehirne! Diese Naturvölker verfahren genau nach der eingangs gegebenen Definition: Sie bitten – schon vor dem Beginn der eigentlichen Jagd – die zu erjagende Kreatur um Verzeihung, daß sie ihr das Leben werden nehmen müssen, um selbst zu überleben! Und ein solcher, tiefschürfender und –sitzender Respekt vor dem Mitgeschöpf und dessen Gott gewolltem Leben wurde und wird immer noch als „primitive Naturreligion“ bezeichnet, welche maßlose Arroganz!

    Der göttliche Auftrag aus der Schöpfungsgeschichte lautet: „Macht Euch die Erde untertan!“ Von Vernichten ist da nichts gesagt! Seit Jahrzehnten Ausbilder von Jungjägern vermittele ich diese Denkweise meinen „Lehrlingen“! Da ich diese meine Lehrlinge in ihrem Ausbildungsjahr mit allem, was zur Jagd gehört, vertraut mache, und sie nicht allein lasse, wenn sie ihre Prüfung bestanden und den 1. Jahresjagdschein gelöst haben, sondern sie ständige Gäste, Freunde geworden in meinem Pirschbezirk sind, ich sie also an die Hand nehme, sie führe, begleite, kann ich bezeugen, daß dieser Respekt und Anspruch zugleich sich bewährt hat! Aus meinen Jungjägern sind – unabhängig von Geschlecht oder Rasse und Staatsangehörigkeit – waidgerechte Jäger geworden. Ein System, das den eigenen Nachwuchs nicht best möglich qualifiziert, sondern dem Nachwuchs auch keine Perspektive eröffnet, sägt den Ast, auf dem es selber sitzt, nicht mit einem Fuchsschwanz, sondern mit einer Motorsäge ab!

  2. Aktuell : Wie zahllose Jäger und ich selbst natürlich auch, haben meine dem engsten jagdlichen Umfeld angehörenden Freunde, Jahrzehnte lang mit konventionellen Geschossen die Jagd ausgeübt, mangels etwas Besseren u.U. Nachsuchen und / oder beträchtliche Wildbretverluste als „Gott gewollt“ hingenommen. Schon die vor vielen Jahren vorgenommene Umstellung unserer Jagd - Büchsenmunition auf – nach damaligen Vorstellungen - „stabile“ Deformationsgeschosse minderte in ungeahntem Umfange die Zahl der Nachsuchen und in gleichem Umfange auch die Wildbretentwertung. Nachdem ich mich als ein „Protagonist“ der Gattung „Hülsanthropus wiederladensis“ als erster in diesem Umfeld entschlossen hatte, auf Ihre Geschosse, also zunächst das Kupferjagdgeschoss KJG, und seit fast zwei Jahren – verbrauchsorientiert – auf das Messingjagdgeschoss MJG umzustellen, sind von etwa 12 aktiven Jägern, darunter 3 ausgebildete ehemalige Scharfschützen, mittlerweile in unseren Mittelgebirgsrevieren über 600 Stück Schalenwild – weit überwiegend Rehe und schwache Sauen – aber auch Rot- und Damwild, sowohl auf der Einzeljagd, als auch bei Drückjagden mit Geschossen von 5,6 mm bis 9,3 mm aus allen möglichen Patronen auf Entfernungen bis an die 300 m ran erlegt worden! Ich darf, da wir das Wild weitestgehend selbst küchenfertig aufbereiten und vermarkten, folgendes kurzes Fazit ziehen:

    (a) Wir haben nicht ein einziges Stück verloren!

    (b) Wir haben nicht ein einziges Stück weiter als 25 m „nachsuchen“ müssen: auch bei ungünstigen Treffern (schlechter Treffersitz bzw. Schräg- oder gar Längsdurchschüsse) hat es immer Ausschüsse gegeben, so daß ich bislang kein „gebrauchtes Geschoss“ vorzeigen kann (ich gebe allerdings auch zu, daß ich mich nach dem Schuss auf das Versorgen und Bergen konzentriere und nicht auf die Geschosssuche bzw. das Photographieren) !

    (c) Die s. g. Wildbretentwertung ergibt selten mehr als eine Männerhand voll „Abfall“, selbst bei schweren Knochentreffern wie Durchschüssen durch beide Schulterblätter! Da wir fast alles Wild selber aufbereiten, sehen wir jedes Mal den Unterschied zu angeliefertem Wild, das mit konventionellen Geschossen erlegt wurde und den Stücken, die wir selber geschossen haben!
    Ganz kurz und bündig auf einen Nenner gebracht: Wir haben bisher nichts Besseres gefunden und werden sicherlich dabei bleiben!

  3. Ich kann die Verwendung dieser Geschosse nur uneingeschränkt empfehlen!

    Die diesen Geschossen nachgesagten „Nachteile“ gehören in das Reich der üblen Nachrede verbannt und zeugen nur von einer verminderten Kritikfähigkeit : es wird nämlich das „Öffnen des Kopfes“, das (selbst-)kritische Nachdenken und das Ziehen der daraus notwendigen Schlüsse verlangt, anstatt dem gedankenlosen Nachplappern der Herstellerpropaganda und dem „hinhaltenden Widerstand konservativer Funktionäre“!

    Liest man dazu deren diverse Forderungen nach Bewährungsproben und weitergehenden Untersuchungen, so verlangen solche Leute die „eierlegende Wollmilchsau!“ Dabei berücksichtigen sie nicht, daß die größte Fehlerquelle in diesem System immer noch der Mensch ist! Und hier gilt es anzusetzen!

    Ein weiterer Ansatzpunkt ist die berechtigte Forderung nach objektiv meßbaren Kriterien für Jagdbüchsenmunition bzw. für deren Geschosse: dann müsste aber folgerichtig auch das Bundesjagdgesetz in diesen Punkten des §19, Sachliche Verbote, völlig neu durchdacht und gestaltet werden. Bei den verbreiteten „Betonköpfen“ unter den Funktionären und Lobbyisten wird das aber noch das Bohren ganz dicker Bretter!

    Ähnliches gilt auch für den Einsatz von Schalldämpfern auf der Jagdbüchse, die lediglich dem Arbeits- und Gesundheitsschutz der Anwender dienen und keineswegs aus der Jagdwaffe einen „Meuchelpuffer à la Hollywood“ machen!

In diesem Sinne wünsche ich allen Denkern unter den Jägern von Herzen Waidmannsheil und Guten Appetit!

Mit freundlichen Grüßen, Ihr Wolfgang Louen, Norheim, Donnerstag, 20. Juni 2013 14:58

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