Bugschuß

Hirschbrunft mir deutscher Magnum

Lutz Möller 8 mm Geschichte 2018

Lutz Möller 8 mm Geschichte 2018

Servus Lutz,

nach Deutsche Magnum vom 16. Juni 2008 und

Oskar Krug erste Scheibe

Oskar Krug erste Scheibe

8x68S 8003 KJG

8x68S 8003 KJG

Erste 8 mm S 8003 Scheibe vom 16. Juli 2008 sende ich Dir nun den versprochene Jagdbericht der erfolgreichen Hirschbrunft in Ungarn mit dem 8 mm S 8003 MJG:

Wir reisten Sonntag den 7. September 2008 um etwa 10 Uhr vom nördlichsten Teil in Österreichs Richtung SSO nahe dem Dreiländereck Österreich, Ungarn, Slowenien ab. In Österreich war es so heiß wie seit 1942 nicht mehr. Nach einem Mittagessen in Österreich kamen um etwa 15:30 im Jagdhaus an. Auch in Ungarn herrschte Rekordhitze. Vor 89 Jahren maßen die Ungarn zuletzt solch Höhe Temperatur. Jagdleiter Matthias begrüßte uns nicht unpassend mit den Worten „Willkommen in Afrika!“.

Bild 1, Jagdhaus

Klarerweise war bei dieser Temperatur nur ganz schlappe Brunft zu erwarten. Der erster Abend brachte zunächst erfolglosen Ansitz am Brunftplatz.

Bild 2,  ein Brunftplatz

Wir pirschten über erstklassig gepflegte Pirschsteige auf einen großen Schlag, kamen bei letztem Schußlicht dort an. Pirschführer Laszlo stieg auf und deutete schnell, schnell zu schießen. Beim Erklimmen der Leiter stieß ich mit dem Schuh an. Rumms! Ein Hirsch äugt aus 60 - 70 m zu uns her. Anstelle stehend angestrichen zu schießen, setzte ich mich nieder und stieß mit dem Gewehrlauf an. Krach! Auch das Tier warf auf und beide verschwanden blitzartig. Das wäre mein Lebenshirsch, ein Kronenvierzehner mit 8 bis 9 kg Geweihgewicht gewesen. Ich war selbst Schuld die Gelegenheit versaubeutelt zu haben.

Montag, den 8. September 2008: 4 Uhr Tagwache. 4:30 brachen wir ins Revier auf. Dabei begleiteten uns einige Gewitter mit unergiebigem Regen. Sie regneten uns nicht wirklich naß. Wir beobachteten nur wenig Brunftgeschehen, sahen kaum Wild.

Bild 3, Frühstück

Bild 4, Maßnahmen gegen den Durst bei der Hitze

Am Abend kam Laszlo nach einer Nachsuche im Nachbarrevier müde zurück. Ein österreichischer Gast hat einen Zehnkilohirsch mit einer 338 RUM einen Streifschuß am Oberlauf verpaßt. AmAnschuß waren keine Knochensplitter zu finden. Laszlos Hannoveranerhündin Lena stellt den Hirsch nach 6 km. Nach einem Fehlschuß war die Suche abgebrochen worden. Sie sollte am nächsten Tag, dem Dienstag fortgesetzt werden.

Bild 5, Hanoveranerin Lena

Montagabend: Nach erfolgloser Pirsch saßen wir wieder am Schlag vom Sonntag an. Wir sahen 4 (!) Spießer von gering bis sehr gut und eine Menge Tiere mit Kälbern, aber nichts Kapitales. Wir versuchten noch im Mondschein röhrende Hirsche anzugehen, sahen auch solche, jedoch war mir nichts Passendes dabei.

Dienstag, der 8. September 2008 Um 5 Uhr verlosten wir, ob Röhren zu vernehmen sei. Wir versuchten zu pirschen, aber die Hirsche verstummten noch vor Schußlicht. Wir setzten uns wieder am Schlag von Sonntag an. Kaum saßen wir, vernahmen wir auf der gegenüberliegenden Seite im Bestand einen bereits eingezogenen Hirsch. Nach dem Lärm zu schließen, war es der kapitale vom Sonntag. Die Vermutung bestätigte ein mit Achtungsabstand vorbeiziehender Spießers, der ständig in Richtung des vermuteten Großen äugte und auf Abstand bedacht war. Wir baumten ab und beschlossen am Abend gleich hier wieder anzusitzen.

Bei der Fahrt ins Revier berichtete Laszlo von der fortgesetzten Nachsuche auf den angeschossene Hirsch. Die Hannoveranin Lena hatte die Wundfährte leicht aufgenommen. Dazu kam ein zweiter Schweißhund. Inzwischen waren fünf Schützen beteiligt. Lena stellte den Hirsch noch viermal immer im dichten, nicht einsehbaren Bestand. Der Hirsch brach jedes mal die Bail und entkam immer an Stellen, die nicht beschossen werden konnten.

Bail: Laut beim Stellen des Wildes
Bail halten: Anhaltendes Laut geben beim Stellen des Stückes
Bail brechen: Bail benden, wenn das gestellte Stück wieder weiter flüchtet

Am späten Nachmittag wurde die Suche abgebrochen. Man war gemeinsam zur Meinung gekommen, der Hirsch könne den vermutlichen Streifschuß ausheilen. Laut Hundeführer erstrecke sich die gesamte Nachsuchenstrecke über 20 km! Der Hund war gesund, aber logischerweise erschöpft. Bemerkung am Rande: Der verursachende Schütze soll für den Hund bis zu 20.000 € geboten haben (Das sind fast zwei Nettojahresgehälter eines ungarischen Berufsjägers!).

LM:  Idiot! Der soll lieber zu schießen und zu treffen lernen. Man kann doch nicht alles für Geld kaufen. Gewisse unabdingbare Fertigkeiten muß man selbst erwerben. So ein Blödsinn! Da geht mir doch glatt der Hut hoch!

Der Hund wechselte natürlich nicht den Besitzer. Abends saßen wir wie besprochen an dem gewissen Schlag an. Um 19:15 Uhr vernahmen wir bereits das „Erwachen“ des Kapitalen. Eine viertel Stunde später „zerwirkte“ er einen Strauch oder ein Bäumchen. Der Schlaglärm erhöhte bereits unseren Adrenalinspiegel. Er bewegte sich für uns hörbar  immer  am Bestandesrand etwa in einem U zwischen 80 und 120 m, begann zu trenzen und knören und trieb, immer noch im Bestand, ein Tier. Der Lärm bewegte sich ganz am Rand, die Stücke müßten jeden Augenblick erscheinen. Laszlo ordnete nun an, das Gewehr zu richten. Ich ging in Anschlag und richtete die Laufmündung laufend nach Gehör aus. In dem Augenblick rannte in etwa 3 bis 400 m ein Schafhirte laut brüllend durch den Wald, um ausgebrochene Schafe zurückzutreiben. Der leichte Wind stand noch dazu zu uns her. Augenblicklich war es totenstill. Die sprichwörtliche Nadel hätte man fallen hören können. Wir verkrampften uns beide im stillen Zorn – Die Jagd war für heute vorbei.

Mittwoch, der 10. September 2008: Wie gehabt wurden die Hirsche ab 5 Uhr verlost. Noch immer vernahmen wir nur sehr schwache Brunft. Die Hitze wich nur zögerlich. Im Grauwerden zog eine Rotte Schwarzwild von etwa 20 Stück auf 15 m an uns vorbei. Die riesige Bache hatte Schreibtischgröße. Stücke waren in Reihe bis zum geringen Frischling vorhanden. Obwohl wir kilometerweit pirschten, ließ sich wieder kein Hirsch angehen. Das war den Morgen der letzte Pirschgang. Wir gaben auf.

Beim Wagen, der am Forstweg abgestellt war, öffneten wir die Türen und wollten gerade einsteigen, als vom großen, benachbarten Schlag lautes Röhren erklang. Laszlo zischte: Schnell, laufe! Wir ließen die Türen offen und los ging es die Strecke geht entlang des Forstweges durch einen Kulturzaun am Schlagrand zu einem bereits bekannten Hochstand etwa einen halben Kilometer weit. In voller Ausrüstung mit Gewehr ging mir ganz schön die Puste aus. Laszlo triebt mich zu noch mehr Schnelle an. Ich keuchte mit offenem Mund. Er erklomm im Laufschritt die Leiter, riß das Glas hoch, sprach blitzartig den Hirsch an (Meine Bewunderung zolle ich ihm dafür). Kaum oben, zischte er mir bereits an zu schießen, das sei guter Hirsch.

Ich erkenne den Hirsch im aufgehenden Sonnenlicht im ganz leichten Bodennebel mit freiem Auge, gehe schwer keuchend in Anschlag, fasse Ziele und schon ist meine Kugel ist draußen. Das Ganze spielte sich innerhalb weniger Sekunden ab. Im Zielfernrohr bestens zu sehen, zeichnete Hirsch. Er riß die Vorderläufe hoch, brach zusammen, erhob sich nochmals, aber brach gleich wieder in sich zusammen. Laszlo haute mir einen sehr kräftigen Schlag anerkennend auf den Rücken. Ich lud sogleich durch, blieb im Anschlag, fand aber den Hirsch nicht mehr im Zielfernrohr. Mit dem Glas erkannte ich dann, wie er, den Windfang voll Schweiß, das Haupt hob.

Bild 6, Brunftplatz nach dem Schuß

Ich war überzeugt, der Hirsch wäre schwer krank, käme nicht mehr hoch, werde in Kürze verenden. Laszlo mochte ihm unbedingt einen Fangschuß antragen, nahm mein Gewehr und pirschte sich an. Nach wenigen Minuten brach der Schuß – Es war vollbracht.

Bild 7, Fangschuß

Die Entfernung zum Hirsch betrug laut Laszlo 220 – 240 m. Mein Treffer saß ganz hoch am Oberlauf (Gelenk?) durchschlug den Brustspitze, splitterte in die Lunge ab und schoß fast genau gegenüber wieder aus.

Bild 8, Hirsch liegt

Mit einem Taschentuch am Bergstock (innerhalb des weißen Kreises) markierten wir den Ort, um den Hirsch beim Bergen leicht wiederzufinden.

Bild 9, Marke

Ich hatte deutlich höher, in Körpermitte angehalten.

LM: Warum das denn?

Soweit (von über Leibesmitte bis Brustbein) dürfte das 8 mm S 8003 bei der deutschen Magnum nicht fallen. Ich prüfe das am Schießstand nach, da ich ja bei 100 m fast +5 cm eingeschossen habe. Die zweite Möglichkeit war, ich keuchte zuviel!

Bild 10, Bugeinschuß außen

Bild 14, Bugausschuß außen

Bild 11, Bugeinschuß innen

Bild 12, Schußkanal im Brustbein am Bug

Bild 13, 8 mm S 8003 MJG Splitter wirkten in der Lunge gut, sie retteten den schlechten Treffer

Bild 15, Die Strecke vor dem Jagdhaus

Das war ein spannendes, erfolgreiches gutes Ende im allerletzten Augenblick. Der Hirsch ist zwar eine Klasse geringer als erhofft, aber meine Freude ist ob des spannenden Ablaufes nicht geringer. Mein neues Gewehr bestand mit dem Lutz Möller Geschoß erfolgreich seine Einweihung.

Weidmannheil, Oskar, Samstag, 20. September 2008 09:38

Oskar,

danke für Deinen gut bebilderten Bericht. Ich wünsche Dir Waidmannsheil zu Deiner und der Waffe Ersttat! Mögen noch viele weitere Erfolge folgen.

Das hier war knapp!

Ein auf 220 - 240 breit oberhalb des Vorderlaufes oberhalb der Leibesmitte angehaltener, richtig eingeschossener, 8003 MJG 8x68 S-Schuß trifft einen ausgewachsenen ungarischen Hirsch nicht in das Brustbein, oder knapp darüber. Die GEE beträgt 211 m! So weit vor und zurück stand der Recke nicht. Außerdem trafest Du den Roten vor dem Vorderlauf. Au weia, das hätte zwar nicht wörtlich, aber im übertragenen Sinne ins Auge, gehen könne, sprich ins Leere, oder viel schlimmer in Schlund oder Luftröhre. Sieh mal hier:

Hirsch, durchleuchtet

Dann hätten sich Lazlo und Lena auf eine Nachsuche einstellen könne, die sie nicht hätten abbrechen dürfen. Daß Du des schlechten Treffers trotz den Hirsch überhaupt so leicht, ohne Nachsuche, bekommen hast, verdankst Du ausschließlich den kräftigen Splittern. Im November 2007 landete Svante, der alte Meister (Goldmedaille für Schweden 2008), während einer Drückjagd in Finnland auf einen getriebenen, flüchtenden Weißwedelhirsch einen noch knapperen Streifschuß. Lies Dir Streifschuß genau durch. Da erkläre ich Wirkung.  Dan weißt Du, wer dich hier gerettet hat!

Also freue Dich und denke mal über Biathlon nach = Laufen + Schießen!

Gruß Lutz

Nachsatz zur Hirschbrunft mir deutscher Magnum

Moin Lutz,

als Nachsatz zu meinem Bericht und den Bemerkungen:  Mir ist mir völlig klar, welchen Anteil das 8003 MJG an dem Erfolg hatte. Die erstklassige Wirkung hat sich ja schon mehrfach im heimischen Revier bewiesen. Das ist auch der Grund, aus dem ich meine gesamten Kaliber ausnahmslos auf Lutz Möller Geschosse umgestellt habe. Es ist das am besten beschriebene Geschoß mit hervorragender Wirkung - was auch viele Berichte auf Deinen Seiten beweisen. Ich weiß, diese Sätze stehen oft bei Dir zu lesen. Aber manche Zögerer und Zauderer muß man halt länger überzeugen.

Zum Thema Biathlon: Meinen sechzigsten Geburtstag hab ich bereits hinter mir, mit einer 'Länge' von 193 cm und knapp 90 kg betrachte ich mich als schlank, die Fitness erhalte ich mit Sport und viel körperlicher Bewegung in frischer Luft. Aber neue Herausforderungen, vor allem jene die mir langfristig selber helfen, nehme ich gern an ☻! Zur Anschauung sende ich Dir das folgende Bild.

Ich bin der ganz links mit dem weißen Bart.

Weidmannsheil aus dem inzwischen sehr kalten Niederösterreich, Oskar, Sonntag, 21. September 2008 07:54

Den Splittern verdankte das MJG, neben dem Kraftstoß, seine gute Wirkung um den  eigentlichen Geschoßkanal herum. Die Splitter retteten vor kurzem Oskars Bugtreffer auf seinem ungarischen Hirsch vom Mißerfolg zum Erfolg!

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