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Inhalt MJG Bock Juni 2011 | Neues Jagdjahr 2017

MJG Bock Juni 2011

Hallo Lutz,

wie Du weißt, war ich am Wochenende in meinem Revier in der Uckermarck. Sinn war sich zu erholen und einmal nach dem Rechten zu schauen. Natürlich wollte ich nach Afrika 2011 auch Deine neuen Geschosse in Deutschland prüfen. Ich lud meine Blaser R8 im Kaliber .308 Win. mit den neuen. Die Geschwindigkeit lag an der Mündung bei 980 m/sec.

Am 2. Abend sah ich einen mehrjährigen Gabler und beschloß ihn zu strecken. Auf 60 m erhiel er die Kugel leicht schräg stehend etwas hoch Blatt. Im Schuß brach er zusammen, und sprang sofort auf und flüchtete in die Höhen Brennessel. Als ich zum Anschuß kam, sah ich reichlich Schweiß, siehe folgende Bilder.

Anschuß

Schweiß

Schweiß

Schweiß

Schweiß

Nach etwa 6 m reichlich Schweiß lag der Bock, Einschuß

Ausschuß

Gehörn, Einschuß

Wenn man den schrägen Schuß sieht, wäre bei einem herkömmlichen Jagdgeschoß sicher der Pansen in Mitleidenschaft gezogen worden. Aber außer einem 2 cm großen Loch durch beide Lungen war nichts im Bock zerstört. Gewundert und erfreut hat mich die kurze Flucht und der reichlich vorhandene Schweiß.

Ich habe das Gefühl, das mit den neuen Geschossen wird etwas!

Gruß, Hubert, Montag, 6. Juni 2011 19:54

 Neues Jagdjahr 2017

Hallo Lutz,

ich jammert ja schon mal, auf Deinen Seiten werde nur noch spärlich lehrreiches oder erbauliches geschrieben.

LM: Alles Notwendige und Hinreichende ist bereits gesagt. Mehr macht's nicht besser!

Das Jagdjahr beginnt zwar eigentlich am 01. 04. aber ich betrachte doch den 01. 05. als den eigentlichen Beginn.

So kroch ich auch zum „Kampftag der Werktätigen“ bereits um 04:30 Uhr auf eine meiner Kanzeln. Ab 05.00 Uhr erschienen dann erste Schemen. Ich wunderte mich über einen „nassen Fleck“ an meiner Kirre. Ein Blick durch mein Glas zeigte mir das drollige Gesicht eines kleinen, halbwüchsigen Marderhundes! Ein Neozoen wird, wenn es das Gesamtkonzept des Ansitzes nicht versaut, sofort geschossen. Das tat ich.

Marderhund

Dreißig Minuten später hörte ich Schritte hinter der Kanzel. Mein neugieriger Blick traf einen Bock, der sich anschickte, an der Kanzel vorbei, in Richtung Kirre zu ziehen. Kurz vorm Erreichen der freien Fläche, drehte er aber um (vielleicht hat ihn der tote Marderhund verprellt) und wollte sich verdrücken. Als er 90° zur Kanzel ging, mußte ich leicht aufstehen, um ihn aus 8 m zu beschießen. Nach 10 m Flucht, schmiß es ihn um und er verendete.

Bock

Einen Tag später, gleiche Zeit, anderer Ansitz, eine freistehende Leiter. Im Glas konnte ich sehen, nachts hatten die Schweine die Kirre abgeräumt. Nicht schlimm. Dieses Jahr gibt’s massig Schweine und außerdem galt mein Hauptwunsch eigentlich einem Böckchen. Die Zeit verging und außer ohrenbetäubendes Vogelgezwitscher war nichts zu hören und nichts zu sehen. So gegen 06:30Uhr drehte ich mich, wie des Öfteren vorher, um den sich hinter mir befindlichen Buchen – Mischwald zu kontrollieren. Im Augenwinkel sah ich ein Schwein von West nach Ost zügig ziehen. Ich rum auf der Leiter, mit der Kanone nach hinten, aber zu spät.

So dachte ich mir, bleibst mal stehen und schaust eine Weile. Vielleicht 10 Minuten später, sehe ich wieder ein einzelnes Schwein auf 100 m auf mich zu trollen. Ich ging in Anschlag und bei 60 m beschoß ich das Schwein von vorn. Es ging sofort zu Boden, schlegelte wie wild. Nach 5 Sekunden sprang es auf und rannte, wie von der Tarantel gestochen, laut krachend in die Dickung. Nach 10 Minuten, verließ ich die Leiter und ging zum Anschuß, den ich mühelos fand. Ringsum lag lose Erde auf den Pflanzen vom wilden Schlegeln des Schweins, aber kein einziges Spritzerchen von Schweiß. Das war Sch.

Nach zwei größer werdenden Kreisen, die ich lief, um ggf. doch noch Schweiß zu entdecken, entschloß ich mich, einen Hund anzufordern. In der Zwischenzeit lief unbeeindruckt in 20 m Entfernung, eine Rotte Schweine mit unendlich vielen Frischlingen vorbei. Ich stand abersie hatten offensichtlich keinen Wind von mir.

Mein Freund kam mit zwei Teckel, ein junger zur Ausbildung und eine ältere, erfahrene Dame. Zunächst versuchten wir´s mit dem jungen Hund versucht, gaben aber nach 10 Minuten auf. Der erfahrene mußte ran. Zielsicher zog dieser los. Iin knapp 100 m Entfernung, fanden wir den verendeten 76 kg schweren aufgebrochen) Keiler. In respektvoller Entfernung verweilten wir und überzeugten uns, daß alles Leben aus ihm gewichen war. Die Freude war riesig! Der schon mal nachgesuchte, weiß was einem da alles für Gedanken durch den Kopf gehen. Aber Ende gut, alles gut!

Autokeiler

Ich schoß alles mit meiner Kipplaufbüchse K95 im Kal. 6,5 x 57R und MJG 6508 geschossen. Beim Keiler schlug das Geschoß am hinteren Teil des linken Unterkiefer ein, dann zerschlug der Restbolzen den Oberarmknochen, durcheilte die Lunge und steckte in der Leber!

KeilerLeber

6508 Restbolzen

6508 Restbolzen

Kein Ausschuß und demzufolge kein Schweiß!

In Anbetracht der Umstände war das eine sagenhafte Leistung des am meisten unterschätzten Geschosses.

Nach einigen unerfreulichen Experimenten mit Actionkameras und allen möglichen Haltevorrichtungen, habe ich mir auf jede Ansitzeinrichtung jetzt einen Streifen Edelstahlband mit Kameragewinde montiert.

Kamerahalter

Kamerahalter

In dieses kann man einen Videogelenkarm mit Videokamera schrauben. Man stellt das Teil in die Richtung, in der man das Wild vermutet, kann aber durch lösen der mittleren Schraube, mühelos auch das Teil durch die andere Luke richten. Das setzt natürlich die erforderliche Zeit voraus. Kommt das Wild aus einer ganz anderen Richtung, hat man natürlich Pech. Genau so, wenn das Licht nicht mehr ausreicht. Ansonsten hat man aber die Kamera nur aufzuklappen und auf den roten Knopf zu drücken, dann kann man sich der Kanone widmen.

Waidmannsheil von Rainer, Donnerstag, 11. Mai 2017 14:16