Betrieb ruht bis 3. Mai wg. Afrikajagd

H.-J. Drescher in Afrika 2006

Im März 2006 war ich zum ersten Mal zur Jagd in Afrika. Meine Frau und ich verbrachten zehn wundervolle Jagdtage auf der Jagdfarm „Otjiruze“ bei der Familie Rogl. Bei Barbara Rogl und ihren drei Söhnen fühlt man sich sofort wie zu Hause. Die Zimmer sind geschmackvoll jagdlich ausgestattet. Die Freizeit kann man im Pool oder auf dem Tennisplatz verbringen. Zum Essen oder einfach zum Unterhalten trifft man sich in der „Bar“. Dort erzählt man am Abend von seinen Erlebnissen auf der Pirsch. Das Jagdgebiet war sehr groß und sehr abwechslungsreich, sowohl von der Landschaft als auch von den Tierarten. Der Anblick der unterschiedlichsten Wildarten, vom Klippspringer über den Wasserbock bis hin zum Breitmaulnashorn, machte uns den Aufenthalt in Namibia zu einem unvergeßlichen Erlebnis.

Meine Jagdwaffe war eine Mauserrepetierbüchse Model 98 mit auf 480 mm gekürztem Lauf in 9,3x62. Ein Zeiss-Diavari 2,5-10 x 50, Abs.4 Zielfernrohr saß in Warne-Ringen. Die selbstgeladene Munition hatten folgende Daten:
Pulver: 4,1 g Hodgdon H 380
Geschoß: 9,3 mm Nosler Partition 18,5g Fabr.-Nr.:44750
Die Waffe war auf 200 m Fleckschuß eingeschossen, also auf 100 m mit ~ 10 cm Hochschuß.

Jagd auf Bergzebra

Dies war eine sehr anstrengende Jagd in „Okapuka“, einer bergigen Landschaft in etwa 2.000 m Höhe über dem Meeresspiegel. Die Bergzebras sind Kletterkünstler und sehr heimlich. Im Gegensatz zu den Steppenzebras sind sie sehr schußhart. Auch bei guten Schüssen können sie noch weit flüchten und es ist dann ein großes Problem, das Wild in diesem unzugänglichen Gebiet zu bergen. Erst nach stundenlanger Pirsch gelang es uns, diesem Zebrahengst auf 243 m nahe zu kommen. Einschuß links Blatt etwas tief. Das Geschoß durchschlug die linke Blattschaufel, das Herz und trat auf der rechten Blattschaufel mittig wieder aus. Der Hengst flüchtete etwa 20 bis 30m zunächst bergauf, schlug dann einen weiten Bogen und kam dann langsam und schwer krank auf uns zugezogen. Etwa 15 m hinter unserem Jagdwagen tat er sich nieder und verendete, sodaß die Bergung diesmal leicht war.

Jagd auf Oryx auf der Farm „Otjiruze“

Im Januar und Februar diesen Jahres 2006 regnete es in Namibia ungewöhnlich viel. Das Gras war entsprechend hoch und üppig gewachsen. Die Büsche hatten ebenfalls dichtes Blattwerk, sodaß die Sicht auf das Wild oft sehr erschwert war. Trotzdem gelang es uns bis auf ~ 50 m an diesen Oryxbullen heranzupirschen. Es war nicht einfach den, Bullen genau anzusprechen, nur das obere Drittel des Körpers überagte das Gras. Als mein Jagdführer den Schuß freigab, flüchtete der Bulle. Von den vielen heimischen Drückjagden auf Schwarzwild war ich gewohnt, auf flüchtendes Wild zu schießen. Also fuhr ich mit und ließ die Kugel fliegen. Wie auf dem Bild zu sehen, trat das Geschoß über dem Blatt in Höhe der Wirbelsäule ein. Es durchschlug mehrere Wirbel und blieb im Halsbereich stecken, wo es später geborgen werden konnte. Der Bulle brach augenblicklich zusammen und verendete nach kurzem Schlegeln.

Feuer frei auf Schakale

Diese beiden Jungschakale gehören zu den spektakulärsten und erfolgreichsten Schüssen, wie sie selten gelingen. Wir durchfuhren mit unserem Jagdwagen ein „Rivier“ wie es die Südwester nennen, ein Flußbett, daß die meiste Zeit des Jahres kein Wasser führt. Auf 200 m sahen wir die beiden Schakale. Unser Jagdführer Markus Rogl schaute durch sein Leica-Glas mit Entfernungsmesser und meinte:“ Das ist zwar sehr weit auf ein kleines Ziel, aber auf Schakale probieren wir es immer, also versuch dein Bestes.“ Ich legte auf der Motorhaube auf. Beim ersten Schuß fiel der eine Schakal mit gutem Blattschuß im Feuer. Der andere flüchtete das Flußbett entlang von uns weg. Plötzlich verhoffte er und äugte zurück. Dabei bot er die volle Breitseite. Markus: “Genau 252 m!“ Durch intensives Beschäftigen mit „Quicktarget“ (eines der besten Ballistikprogramme, die es gibt) wußte ich, daß ich etwa 15 cm hoch halten mußte. Auch der zweite Schakal erhielt die Kugel genau aufs Blatt und verendete im Feuer. Über zwei so gelungene Treffer ist natürlich die Freude groß.

Ein besonderes Erlebnis: Jagd auf Warzenkeiler

Normalerweise werden Warzenschweine an Wasserlöchern oder auf der Pirsch gejagt. Das es in diesem Jahr ungewöhnlich viele Niederschläge gab, hatte es das Wild nicht nötig, Wasserlöcher anzunehmen. Auch auf der Pirsch hatten wir keinen Erfolg, da das Wild in dem hohen Gras nicht auszumachen war. Doch manchmal spielt der Zufall eine große Rolle: Wir waren den ganzen Tag auf der landschaftlich einmaligen und sehr tierreichen Jagdfarm „Midgard“ auf Kudu unterwegs. Kudus sind sehr scheue Tiere, die im grünen Dickicht schwer aufzuspüren sind. So war an diesem Tag die Suche nicht erfolgreich. Doch auf der Rückfahrt in unserem Rangerover kreuzte plötzlich dieser kapitale Keiler unseren Weg. Markus meinte, dieser kapitale Bursche würde mit Sicherheit eine Goldmedaille bringen. Unser schwarzer Fährtenleser meinte: „Also laßt es uns versuchen“. Bei der anschließenden Pirsch über etwa 1,5 km durch hohes Gras, über Geröll, kahlen Felsboden und durch Gebüsch, habe ich große Achtung vor den jagdlichen Fähigkeiten unseres schwarzen Jagdgehilfen bekommen. Mit traumhafter Sicherheit verfolgte er die Gesundfährte, besser als jeder Jagdhund. Wir wären schon lange hilflos umhergeirrt. Warzenschweine, die verfolgt werden flüchten meist in Erdlöcher, die von Erdferkeln angelegt wurden. Sie schieben sich immer rückwärts ein, damit sie sich im Falle eines Angriffs verteidigen können. Unser Keiler wollte sich gerade einschieben, als wir uns durch ein Gebüsch zwängten. Da aber bereits eine Bache mit vier Frischlingen in dem Erdloch war, war ihm der Zugang versperrt. Er saß auf dem Erdloch und drohte in unsere Richtung, indem er laut mit seinem Gewaff klapperte. Auf etwa 7 m stehend freihändig konnte ich ihm die Kugel genau zwischen die Lichter antragen. Als wir an das verendete Wild herantraten und es vom Erdloch wegzogen, bekamen wir einen großen Schrecken: Die Bache mit ihren vier Frischlingen flüchtete aus dem Erdloch und suchte das Weite.

Nachtrag für technisch Interessierte

Zebraeinschuß

Zebraausschuß

Guten Tag Herr Möller!

Wie versprochen hier ein kurzer Bericht von unserer Afrikareise. Zusammenfassend muß ich sagen, daß ich mit der Wirkungsweise des Noslergeschosses sehr zufrieden war. Die einzige Einschränkung ist, daß besonders in einem Kaliber wie 9,3x62 die Entfernung doch sehr genau bekannt sein muß. Es erfordert viel Übung bei großer Schußweite entsprechend darüber anzuhalten, wenn das Jagdfieber in der Halsschlagader klopft. Bei dem Bergzebra wäre das beinahe schiefgegangen, nur einige Zentimeter tiefer und es hätte eine langwierige und wahrscheinlich ergebnislose Nachsuche gegeben. Bei den Kojoten war das eher wie beim Scheibenschießen: da habe ich in aller Ruhe und mit kühler Überlegung genau die Schüsse plazieren können.

Was ich damit sagen will ist, ein Geschoß mit guter Wirkung aber gestreckterer Flugbahn wäre ideal.

Deshalb möchte ich Ihre KJG hier im Revier prüfen und vielleicht nächstes Jahr in Afrika verwenden.

Waidmanns Heil, Hans-Joachim Drescher, Donnerstag, 25. Mai 2006 17:02

Afrika