Druckzeichen

Verstärkte 308 Ladung gemessen

Sehr geehrter Herr Möller,

Ihrem Rat folgend schickte ich 308 Patronen mit 10% Überdruck laut Quickload zum Beschußamt zur Messung.

Geschoß: .308 Kino (bringt gleiche Ergebnisse wie 308 Flitzer)
L6=63,7 mm (entspricht 73,0 mm bei Flitzer)
Lapua Hülsen einmal geschossen und vollkalibriert
Hülsenvolumen: 3,55 ml
Hülsenlänge: 50,95 mm
Pulver: Norma N 200 2,82 g, Ladedichte laut Quickload: 96,1%
Zünder: RWS 5341
Gasdruck laut Quickload (bei 49,5 und 60 cm Lauflänge): 4.455bar
v0 bei 49,5 cm Lauf laut Quickload: 943 m/s
v0 bei 60 cm Laufl laut Quickload: 978 m/s

Fünf Patronen vom Beschußamt Ulm gemessen: Druckmessung Mittelwert in bar: 4.643, SD 57 bar, v0 Messung in m/s: 976,4, SD 2,5 m/s. Die Geschwindigkeit stimmt sehr gut zu Quickload. Nur der Druck ist höher als berechnet. Die jeweilige Standardabweichung halte ich für gut.

Denken Sie die Ladung könnte auch bei höheren Umgebungstemperaturen aus einer R8 geschossen werden?

LM: Ja. Begründung: Stoßbodenkraft.

Beste Grüße und WMH, TT, Donnerstag, 16. November 2017 23:01

zu Verstärkte 308 Ladung gemessen

Sehr geehrter Herr Möller,

heute schoß ich bei 9° C, 70% Luftfeuchtigkeit und 949,54 hPa Luftdruck die verstärkte 308 Ladung aus meiner R8. Meine letzten Werte (915m/s) schoß ich bei 22.1°C, 55% Luftfeuchtigkeit und unbekanntem Luftdruck geschossen. Über die Genauigkeit kann ich noch nichts sagen, da ich nur Geschwindigkeiten maß und Druckzeichen suchte.

Druckzeichen konnte ich keine feststellen (s. Fotos, sehen Sie welche?).

1 2

LM: Da Sie die Hülsen nicht von der Seite abgebilden sind, kann ich doch gar keine Druckzeichen erkennen!

Mit Magnetospeed am 21.11.2017 gemessen :

Alte Ladung zum Vergleich bei dieser Temperatur mit 2,72g Norma N200: v/0:
Avg 907,00 S D 2.0
ES 4,00

Testladung mit 2,82g Norma N200 (wie von Beschussamt gemessen): v/0:
drei Reihen mit je 5 Schüssen:

1. Min 929,00 Max 937,00
Avg 932,00 S D 3.1
ES 8,00

2. Min 928,00 Max 938,00
Avg 932,00 S D 3.7
ES 10,00

3. Min 931,00 Max 938,00
Avg 933,00 S D 2.6
ES 7,00

LM: Wenn Sie ein brauchbare Aussage für die Jagd erhalten wollen, messen Sie zehn Schüsse bei gleich kalter Waffe (Nicht Munition). Die Temperatur müssen Sie messen (z. B. Fluke IR Fernthermometer). Die Temperatur bestimmt den Abbrand ganz wesentlich! Dazu sagen CIP und Beschußamt nichts, aber darauf kommt es an! Die Pulverlebhaftigkeit wächst exponentiell mit der absoluten Temperatur!

Quickload sagte bei Standardbedingungen (Temperatur etc.) mit meiner Lauflänge 941 m/s an. Die verstärkte Ladung steigert die v/0 um 25 m/s. Ob das einen merklichen bspw. ballistischen Unterschied auf jagdliche Distanzen bringt, kann ich nicht beurteilen.

LM: Dazu kauften Sie doch QuickTarget! Nutzen Sie das Programm mit denDaten für Vorhersagen, Flugbahnen.

Wie beurteilen Sie die Ergebnisse bezüglich der Gasdruckmessung und echte Messung aus meinem Lauf von heute?

LM: Echt? Ist Ihr Geschwindigkeitsmeßgerät denn geeicht und kalibriert? Wie genau mißt es?

Machen die 25 m/s einen echten Unterschied und bringen Vorteile (wenige Meter GEE bei ohnehin schon über 200 m erachte ich als eher nebensächlich)?

WMH, TT, Dienstag, 21. November 2017 23:28

308 Hülsenbilder

Herr Möller

weitere 308 Hülsenbilder füge ich bei.

Ich feuerte aus kaltem Lauf. Die Temperatur maß ich nicht, allerdings wartete ich ausreichend, bis sich der Lauf ähnlich kalt wie vor dem ersten Schuß anfühlte. Wie genau das Gerät mißt, bleibt mir verborgen. Alle mir bekannten Untersuchungen, die das Gerät mit den Besten des Marktes vergleichen, bescheinigen Bestwerte und Genauigkeit auf deren Niveau. Quicktarget nutze ich selbstverständlich.

Ich meinte die Zielballistik, die ich selbst nicht rechnen oder einschätzen kann.

LM: Lies Geschoßwirkung

WMH TT, Donnerstag, 23. November 2017 19:48

Was sind Druckzeichen?

7 mm Rem PPU 6246 bar | 30-06 DAG 5748 bar Boden

7-mm-Rem-PPU-6246-bar+30-06-DAG-5748-bar-Boden.jpg

7 mm Rem PPU 6246 bar | 30-6 DAG 5748 bar Boden

links eine 7 mm Rem Mag Hülse nach 6.246 bar, die sie klaglos vergkraftetet und rechts eine DAG Hülse , die bei gut 5.748 bar in der Zündglocke nachgab.

Bei den unteren beiden 8x68S RWS Hülsen zeichnet sich das Ausstoßerloch ab. Ein Zeichen für entweder große Stoßbodenkraft oder weichen Hülsenboden.

Das sind Druckzeichen (aufgrund fünf Jahren über 30°C „gelagerter“ Munition, deren Pulverlebhaftigkeit dadurch (zusammen mit dem Gasdruck)) durch die Decke ging.

Zündhütchen sagen gar nichts

Immer wieder versuchen Leute an Zündhütchen Druckzeichen „zu erkennen“. Was soll der Unsinn? Patronenhülsen sind am Boden am Übergang zum Leib meist 0,75 mm dick oder dicker. Das Zündhütchen ist (meist) aus 0,65 mm dünnem Blech gefertigt, wird nach dem Gebrauch weggeworfen und gibt natürlich, während die zwölf mal dickere Hülse hält, nach.

Kinopatrone im Lager

Hier sitzt eine gewürgte 8x57IS Kino Patrone im Lager. Das Licht scheint auf den eingeschliffenen Rand. Die Hülse wird nicht auf ihrer ganzen Länge vom Patronenlager gestützt. Sie hängt hinten frei. Das ist der Bereich in dem sich Druckzeichen, die der Erwähnung bedürften, zeigen können. Wenn sich die Hülse im freien, nicht vom Patronenlager gestützten, Bereich knapp über dem eingeschliffene Rand ausbeult, dann – und nur dann – kann man von Druckzeichen sprechen, die den Benutzer zur Vorsicht rufen sollten.

  1. Solange nach dem Schuß die Zündhütchen noch so fest in der Glocke sitzen, daß die Hülse wiedergeladen werden, ist die Ladung harmlos.

  2. Wenn sich die Hülse über dem eingeschliffene Rand bis zum Patronelager ausbeult, darf von einer strammem Ladung ausgegangen werden. Solange 1. nicht vorliegt, paßt auch das.

Die Hülsen der abgefeuerten verstärkten 308 Ladung sind im freien (nicht gestützen) Bereich, den man anhand des Farbüberganges deutlich erkennen kann, kein bißchen ausgebeult. Diese Ladung läßt sich also ohne Nachteile bei der Sichherheit gewiß noch weiter steigern.

Lutz Möller, Donnerstag, der 23. November 2017