Vom vom 21. April bis 2. Mai werde ich in Afrika jagen

Fischer Afrika 2016

mit 308

Herr Möller,

heute übte ich auf dem 100 m Stand ein wenig für Namibia.

LM: Gut!

Die Scheiben sandte ich vom Handy – Die letzte ist noch etwas verbesserungswürdig, aber freihändig habe ich schon ewig nicht mehr auf Scheiben geschossen

LM: Drei Schüsse auf 100 Meter binnen 10 cm getroffen sind erst mal gut genug. In der Bewegung wird's besser. Beachte Vorhaltewinkel und Vier Schritte zum  Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen WK, Freitag, 8. April 2016 21:23

1. Scheibe

1. Scheibe

2. Scheibe

2. Scheibe

3. Scheibe

3. Scheibe

4. Scheibe freihändig

4. Scheibe freihändig

Ein farbiger Karton hinter der Zielscheibe die (schönen) Treffer besser erkennen!

Lutz Möller, Samstag, der 9. April 2016

Jagd auf Schönfeld

Wenn Sie veröffentlichen, dann bitte nur mit Initialen oder Vorname

Hallo Herr Möller!

Ich kann Sie beruhigen. Sie sind nicht der einzige, der aus dem afrikanischen Winter eine Grippe nach Hause mitnimmt. Meine Frau war die letzen beiden Tage schon erkrankt und ich sofort nach der Heimkehr - das halbe Flugzeug hat geniest, gerotzt und gehustet. Aber ich denke, es ist nur eine normale Erkältung.

LM: Gute Besserung

Ich fand es ja wirklich lustig, daß wir uns in Namibia auf der Hej Lodge beim Wettbewerb kennen lernten. War ganz spannen Sie selbst einmal persönlich mit Ihren Freunden, den (Vize-) Weltmeistern zu sehen :-)

Zu Ihrer Suche nach einem Mitjäger für Schönfeld /Omaruru / Namibia: Der Zeit hat, sollte die Gelgenheit nutzen! Es gibt sicherlich günstigere Jagdgelegenheiten in Namibia, ob es bessere gibt, weiß ich nicht - aber vom Service und der Unterbringung kann man Schönfeld fast nicht mehr steigern! Wir waren mit der ganzen Familie eine gute Woche auf der Farm und sind alle noch volkommen begeistert! Das Essen war reichhaltig und vielfältig, der Wäschedienst einfach eine Wucht und die Unterbringung wurde während der Zeit unseres Aufenthaltes einfach in bayerischen Hoheitsgebiet umgewandelt :-)

bayrische Flagge auf Schönfeld

bayrische Flagge auf Schönfeld

Nun zur Jagd: Ich war nicht auf der Suche nach großen Trophäen (obwohl es reichlich gegeben hätte), sondern wollte einfach mal das Jagen in Afrika erleben. Hegeabschüsse waren für mich also genau das Richtige.

Ich nehme aus den von mir gemachten Erfahrungen einige Erkenntnisse mit nach Hause bzw. sehe viele Erkenntnisse bestätigt:

  1. kleiner bzw. leichter ist feiner

    Ich hatte „nur" meine R8 in .308 Win dabei aber nie das Gefühl nicht ausreichend „motorisiert“ zu sein. Ich hate auf der Waffe ein große 56er Glas bebaut – ein leichtes 42er  hätte ausgereicht, ggf. sogar ein Drückjagdglas. Ich war die meiste Zeit am Ansitz. Da spielt das Gewicht keine große Rolle, aber beim Pirschen oder der Nachsuche ist man über jedes Gramm froh, daß man nicht mitschleppen muß. Dämmerungsleistung spielt in Afrika nicht die große Rolle, da es schnell hell und genauso schnell dunkel wird.

  2.  Weitschüsse sind auf Schönfeld die Ausnahme

    Entgegen meiner eigentlichen Annahme waren weite Schüsse eher die Ausnahme. Das Gelände ist stark mit Büschen bewachsen und hinter der dritten Buschreihe sieht man nicht einmal mehr eine Giraffe. Alle Abschüsse von uns bewegten sich im Bereich 50 bis 120 Meter. Trotzdem versuchte ich am Freiluftstand auch mal Flitzer sowie die Kino auf 200 m aus - Flitzer ging Fleck wie gewünscht und das Kino ~ 6 cm tiefer - beide mit identischen Streukreisen von ~ 6 cm - perfekt!

  3.  Ihr Schalldämpfer ist Gold wert

    Ich hatte meinen SD auf der R8 und kann nur sagen, daß ich ohne nicht mehr jagen will! Trotz der zusätzlichen Länge und des zusätzlichen Gewichts überwiegt einfach der Vorteil der Schallreduzierung = Gesundheitsschutz für Jäger und Jagdführer

  4. Der Treffer bestimmt die Wirkung - aber nicht das Kaliber

    Die von uns beschossenen 10 Stücke (Kudu - Oryx - Wasserbock) filen und lagen (mit drei Ausnahmen) im Feuer. Da ich Hegejagd machte, schoß ich die meisten Stücke auf den Träger, das Haupt. dabei stand das weiteste Stück 120 m entfernt. Da war die .308 Win. genau in ihrem Element - schnell und genau. Es wären viele Stücke wahrscheinlich sogar für eine Trophäenverwertung noch in Frage gekommen. Da in Afrika wirklich jedes Gramm des Wildes verwertet bzw. verkauft werden kann, war der Gastgeber mit meiner wildpretschonende Jagdmethode sehr zufrieden.

    Ausnahmen

    Ausnahme 1

    Ausnahme Nr. 1 war ein Schuß meiner Frau auf Oryx - schräg von vorne auf 80 m in den (bzw. neben den) Stich.

    Ausnahme 2

    Ausnahme Nr. 2 war ein Schuß von mir tief hinter das Blatt auf 90 m (weil ich die Wirkung der Flitzer dort sehen wollte). Beide Stücke flüchteten noch 30 Meter und keine Wildpretzerstörung - perfekt







    Ausnahme Nr. 3 war leider ein sehr schlechter Treffer meiner Frau tief vor dem Blatt. Da sich das Stück, ohne daß meine Frau das vor lauter Spannung bemerkte, vor der Schußabgabe noch etwas gedreht hatte, war es dann kein diagonaler Kammerschuß sondern ein glatter Durchschußs - Das ergab eine Nachsuche von fast einen Tag mit Pause in der Nacht. Aber das wäre mit keinem Kaliber oder Geschoss der Welt anders gewesen - der Treffer bestimmt die Wirkung!

    Schlechter Treffer

    LM: Dieser Treffer ist nicht im stich, sondern im Vorderlauf. Solche Treffer (wenn gerade von vorn angetragen) sind für 2 km Nachsuche gut!

    Trotz der Unannehmlichkeiten war für mich ein Erlebnis zu sehen, wie die Jagdführer mit kleinsten Schweißtropfen an Steinen und Pflanzen dem Tier über eine große Fluchtstrecke folgen können - ohne sich von Fährten anderer Oryxe ablenken zu lassen. Teilweise war auf bis zu 100 m gar kein Schweiß zu finden, wieder mehr wenn das Tier verhoffte oder ins Wundbett ging.













    Im Bild die beiden kongenialen „Spürhunde“ Manfred und Hilifa

    Letztendlich konnten wir das Tier 24 Stunden nach dem Fehlschuß am nächsten Tag stellen und durch zwei Flüchtigschüsse erlösen. Dabei ging ein Schuß hinten in die Keule (amerikanischer Blattschuß soll der „Fachbegriff“ sein) und ein Schuß ging von hinten 30 cm durch / entlang der Wirbelsäule und blieb im Haupt stecken.



    Das war das einzige Mal, daß ich einen Restbolzen des MJG sichern konnte (aus dem Haupt). Alle anderen Schüsse hatten einen sicheren Ausschuß.

  5.  Lutz Möller Flitzer aus .308 Win. oder .30-06 sind mehr als genug!


    Lutz Möller Flitzer

    Aus meiner eigenen Erfahrung, reicht für den deutschen Jäger, der einmal in Afrika jagen will ,vollkommen aus, seine gewohnte deutsche Büchse im hochwildtauglichem Kaliber zu führen. Ich denke es ist gleich, ob 7x57 / 7x64 / .308 Win. / .30-06 oder 8x57!

    Mit ihrem Flitzer sammelte ich bisher im heimischen Revier und auch jetzt in Afrika nur gute Erfahrungen. Wenn man es mit der Schußentfernung nicht übertreibt, einen guten Treffersitz landet und seine Waffe gut kennt („Fürchte den Mann mit dem EINEN Gewehr“), dann sollte man das meiste afrikanische Wild damit sicher zur Strecke bringen können. Ich rede hier nicht von Nashörner und Elefanten….

    Ich habe am Flughafen Windhuk bei der Ankunft einen deutschen Jäger getroffen, der mich fast auslachte, als ich ihm sagte, ich sei mit der .308 Win. hier. Der schoß nur die .375 H&dH mit mind. 16,2 g Geschoßmasse „da alles andere keine sichere Wirkung zuließe“.

    LM: Ha, ha.

    Zufällig traf ich diesem bei der Rückreise wieder in Frankfurt. Dabei konnte ich mir das Grinsen nicht verkneifen, als er von seinen drei Nachsuchen bei fünf geschossenen Stück Wild berichtete.

    LM: Au waiea – vielleicht des heftigen Rückstoßen wegen gemuckt? Lies Schußangst, Mucken! 

    Als er wissen wollte, wie es mir so erging, sagte ich nur mit einem dicken Grinsen im Gesicht, daß es für einen Pavian mit der .308 gerade so gereicht habe.

    Zeitgleich waren auch noch andere Jagdgäste auf der Farm, welche die .300 Weath. Mag. benutzten, diese hatten z.B. für einen Oryxbullen drei Schüsse benötigte. Das bestätigte wieder meine These das ein guter Treffersitz und ein gutes Geschoss eine Menge Pulver ausgleichen können :-)

    LM: Gerade solch überladen Hochleistungspatronen lassen zu weiche Bleigeschosse einschußnah zerplatzen, so daß die erforderliche Tiefenwirkung ganz fehlt. Das kann dann - außer bei bilderbuchmäßig breiten Kammerschüsssen -  nichts werden. Alles andere ist bei ungenügendter Tiefernwirkung grenzwertig oder gar nicht erst nicht anzuraten.

    Sippe

  6. Lange Rede kurzer Sinn:

    Meine ganze Familie hatte viele bemerkenswerte Erfahrungen und Eindrücke in Namibia sammeln können. Wir waren auch noch ein wenig in Swakopmund und der Walfischbucht - unbedingt zu empfehlen! Die Unterkunft und der Wildreichtum auf Schönfeld sind schwer zu überbieten und Hartwig und Elke von Seydlitz-Kurzbach sind mit Ihren Leuten vollkommene Gastgeber.

    Quad

    Auch mit der Familie kann man hier Jagdurlaub machen, da auch für die Kleinen etwas geboten ist. Und wenn es nur mit dem Quad, einem Sack voll Futter und Hund zum Füttern geht...

    Mit freundlichen Grüßen, WK, Freitag, 24. Juni 2016 10:58