Weichholzbeschuß

mit Lutz Möller Geschossen und anderen

Lies 1. Abprallergerücht 2. Weichholz 3. Hartholz 4. Kleinwinkelstreuung 5. FLG-Abpraller 6. Holzversuche !

Erster Versuch

LM: Achtung! Wegen drehbaren Holzes ist der erste Versuch vom Juli 2008 samt seiner Wertung überholt. Lies Zweiter Versuch!

9,3 mm Lutz Möller Geschosse auf Holz

Bild 1: Trockene Nadelbaumscheibe, 30 cm breit

Bild 2: Der erste Versuchsaufbau

Bild 3: Die Baumscheibe steht 1,8 m vor einem Zweitziel

Bild 4: Vor die Baumscheibe klebten wir eine Pistolenscheibe, die Einschläge aufzuzeichnen.
Dahinter ist eine graue Wand die Durchschüsse aufzuzeichnen. Der Keiler hat mal Pause.

Bild 5: Die 9,3x64 KJG Munition soll mal zeigen wie das mit dem trocknen Nadelholz Holz und der Flugbahn nun aussieht.

Bild 6: Ein irgendwie gearteter Treffer auf der Pistolenscheibe vor der Baumscheibe

Bild 7: Der Einschuß in die trocken Nadelholzbaumscheibe

Bild 8: Mittiger Durchschuß! 1 = Lutz Möller KJG-Treffer, 1a = Splittertreffer, 1b Holzsplittertreffer

Bild 9: Die Baumscheibe drehte sich bei außermittigen Treffern und die Pistolenscheibe löste sich.

Bild 10: Seitlich verteilte Lutz Möller KJG-Einschüsse

Bild 11: Ebenso seitlich verteilte Lutz Möller KJG-Ausschüsse d3r 30 cm Baumscheibe

Bild 12: In 1,8 m auf 0,6 m verteilte Holzdurchschüsse

9,3 mm Messingjagdgeschosse auf Holz

Bild 13: Die nächst Baumscheibe steht, diese ist außen etwa 10 cm feucht.

Bild 14: Nun sind alte Messingjagdgeschosse dran zu zeigen, was die in Holz können. Zu Messing siehe Die Lehre 2005

Bild 15: Torsten am Rohr

Bild 16: Das leider nicht passend scharf gestellte Bild zeigt eine Ausstoßerlochprägung, kennzeichnen Höhe Stoßbodenkräfte

Bild17: Torsten setze die Treffer enger zusammen. Die teilnasse und damit schwerere Baumscheibe drehte sich nicht.

(Kein Hebel - kein Drehmoment)

Bild 18: Alle Messingjagdgeschosse stecken noch in der Baumscheibe.

Bild 19: Kein einziger Ausschuß ist im Durchschußziel zu finden. Das waren alles Steckschüsse!

Bild 20: Unter der Rinde finden sich die Messingjagdgeschoßeinschüsse

Bild 21: Die Baumscheibe war im Kern trocken, aber außen naß!

9,3 mm Messingjagdgeschosse auf Holz 2

Bild 22: Eine neue Baumscheibe mit einem neuen Ziel, der guten Zielscheibe.pdf!

Bild 23: Auch diese Baumscheibe ist im Kern trocken und außen feucht

Bild 24: Ein Nachbarschütze

Bild 25: Beim Nachbarn knallte es nicht, weil das Zündhütchen der Schrotpatron zu tief saß, der Schlagbolzen da nicht mehr hinlangte!

Bild 26: Wir verheizen weiter Messing

Bild 27: Außermittige Treffer zum Rand hin drehten die Baumscheibe.

Bild 28: Da die Einschläge die Baumscheibe drehten, sagt das Einschußtrefferbild wenig.

Bild 28: Die nur am Rand auf die gedrehte Baumscheibe gefeuerten Messingjagdgeschosse durchdrangen < 30 cm Holz.

Ab hier verwendete ich einen unpassenden Weißabgleich (Fehler!)

Bild 29: Die streifend auf die außen feuchte Baumscheibe gefeuerten Messingjagdgeschosse spalteten einen Teil ab.

7,62 mm Lutz Möller Geschosse auf Holz

Bild 30: Der neue Versuchsaufbau entkoppelt das Schießziel vom Treffziel,
hebeln damit das Drehmoment gebremster außermittiger Geschosse aus.

Bild 31: Nun soll die .30-06 KJG Munition Holz durchdringen. Seht ihr das eine Museumsstück da drin?

Bild 32. So sieht der Schütze das Ziel.

Bild 33: Die 7,6 mm hdp-Bremse auf dem Rohr verhindert den Rückstoß.

Bild 34: Acht .30-06 Schüsse später.

Bild 35. Schon breit gestreut finden sich acht Treffer für das Holz dahinter.

Bild 36: Ja prima, das 7,6 mm Lutz Möller Geschoß durchdringt eine Baumscheibe, die in ähnlicher Größe, Beschaffenheit und Lage Messing aufhielt. Gut

Bild 37: Da sind nur 7 Treffer auf dem Durchschußziel. Da fehlt doch einer! Was polkt Torsten denn da an der Scheibe rum?

Bild 38: Ei was ist denn da unter der Klinge?

Bild 39: Bewegte Klinge

Bild 40: Hier erscheint ein Lutz Möller Geschoßrestbolzen. Seine schiefe Lage verursachte das Messer. Der Bolzen stecke genau in Schußrichtung im Holz, gerade unter der Rinde, siehe Bild 38!

Bild 41: vergleich die Größe der teilfeuchten Baumscheibe mit dem Lutz Möller KJG-Restbolzen.

Bild 42: Anschließend üben wir noch ein wenig über U-Kimme und Perlkorn auf die Zielscheibe.

Obwohl Torsten und ich alters- und entfernungsbedingt das 4x4cm kleine hohle schwarze Quadrat der Zielscheibe nicht genau erkennen und damit auch nicht scharf anvisieren können, schießen wir beide 3-Schuß-Gruppen zu 5 und 6 cm Ø auf 50 m, wie schon in früher gezeigt:

< Afrika 2008 beginnt>

9,3x64 Heym SR20G in Afrika 2008

Zunächst gingen wir zur Beruhigung auf den Schießstand, wohl 40 m lang.

Die offene Heym SR 20 G in 9,3x64

Mein Trefferbild stehend freihändig mit Heym SR 20 G in 9,3x64.

< Afrika 2008 endet>

Holzbeschußwertung

LM: Achtung! Wegen drehbaren Holzes ist der erste Versuch vom Juli 2008 samt seiner Wertung überholt. Lies Zweiter Versuch!

Lutz Möller Geschosse streuen durch 30 cm Ø Nadelholz 19°

Zunächst läßt sich festhalten. Lutz Möller Geschosse streuten durch 30 cm Ø Nadelholz 19°, oder wurden seitlich bis zu etwa 10 Grad abgelenkt, auf gar keinen Fall aber rechtwinkelig, wie die DEVA zu einem Jagdunfall berichtete. Dabei muß ein Teil der Ablenkung auf die Drehung der außermittig getroffen Baumscheiben zurückgeführt werden. Daher erscheint sicher zu sagen die Ablenkung in 30 cm Weichlholz liegt unter 10°.

Weiter läßt sich festhalten, 30 cm trockenes Nadelholz durchdringen Lutz Möller Geschosse leicht, aber teilnasses so gerade eben, oder auch mal nicht (Dazu siehe Bild 36 - 41).

Messingjagdgeschosse versagten an der teilfeuchten 30 cm Ø Nadelholzbaumscheibe ganz und blieben alle stecken.

Im Flug scheren KJG unmittelbar vor sich und um sich herum trockenes Holz, zerreißen Fasern, drängen die fort und durchschlagen erhebliche Tiefen, bei 1,5 cm Restbolzenlänge immerhin 30 cm Holz oder die 20-fache Länge.

Nasses oder teilfeuchtes Holz sprengt die Hohlspitze, setze dem Restbolzen größeren Widerstand entgegen, weil feuchtes Holz denk des enthaltenen Wassers weniger verdichtbar ist, also mehr Masse bewegt wird. Das zehrt Wucht.

Harthölzer wie Eiche und Buche bieten dank größer Scherfestigkeit und Dichte den Geschossen größeren Widerstand. Ein vollständiges Bild und genauere Zahlen erforderte weitere Holzarten und Geschosse zu untersuchen. Das vollständige Bild wäre aber insofern wenig nützlich, da wir Jäger in Wald und Flur immer wechselnde Umgebung vorfinden. Auf sicheren Kugelfang müssen wir Jäger immer achten. Diese Pflicht kann uns niemand abnehmen. Eine 30 cm Fichte oder Kiefer sind kein sicherer Kugelfang. Erdbeschuß bei 20° Eintrittwinkel ist zwar sicher, aber nur wenn unter der Erdoberfläche nicht gleich ein Stein liegt, der dem Geschoß einen anderen, härteren, rückfedernden Widerstand bietet. Wer will das schon vorher ahnen?

Wie Jäger sind ausgebildet und gewohnt in schwierigen Lagen mit unvollständiger Kenntnis schnell Entscheidungen zu treffen und zielsicher zu handeln. Zu jagen ist ein Kunst, keine Wissenschaft. Wissenschaftliche, z. B. ballistische, Erkenntnisse helfen uns zwar, sind vielfach, wie in der Wildbiologie unsere jagdbaren Tierarten auch unabdingbare Vorraussetzung zu jagen, aber wir können uns nicht immer auf ihre Anwendung verlassen, weil die Lagen eben nur zum Teil bekannt sind. Also müssen wir oft vermuten und mittels Erfahrung und Gespür handeln. Der auf vollständige Kenntnis wartet, wird nie auch nur einen Schuß abgeben, dem Wild immer nur hinterher schauen und mit leeren Händen hungrigen Mäulern zu Haus begegnen. Deshalb will ich diesen Holzbeschuß auch nicht bis zum Ende ausweiten, sondern es erst mal mit dem Erreichten belassen.

Wir brauchen uns nicht von blöden Schreckgeschichten rechtwinkelig von Holz wegzuckenden Geschossen beunruhigen zu lassen. Die gibt es nicht. Falls einer mal mit so einem Quatsch daherkommt lasse ihn Holz lesen. Wenn er klug ist, wird er verstehen. Versteht er aber nicht, lohnte die Mühe weiter auf ihn ein zu reden auch nicht.

Waidmannsheil, Lutz Möller 8. Juli 2008,

Zweiter Versuch

mit verdrehgesichertem Weichholz

Beim ersten Weichholzversuch im Juli stellten wir die Baumscheiben nur locker auf den Sandboden, oder unbefestigt auf einander. Der Versuchsaufbau war insofern fehlerhaft, als sich die Baumscheiben bei außermittigen Treffern drehen. Diese Drehung wiederum beeinflußt die Geschosse, lenkt sie ab. Meine erste Holzschußbewertung bei Weichholz (Fichte) gründete auf einem Meßfehler: Lose, drehende Baumscheiben lenkte Geschosse ab, war also fehlerhaft. Waldfremd war der Versuchsaufbau insofern, als im Wald Baume festgewurzelt in der Erde stehen und sich, auch unter Beschuß nicht drehen. Bäume stehen fest.

Winkeltisch

Bei den vorlaufenden Versuchen mit Weich- und Hartholz betrug der Abstand zwischen Streuziel (Holz) und letztem Nachweisziel (Papier) etwa 2 Meter. Weil die Streuwinkeln so klein sind langt bei Kleinwinkelstreuung solche Nähe nicht die geringe Streuung mit aussagekräftiger Genauigkeit aufzulösen. Um die Auflösung sinnvoll zu steigern, muß die Entfernung wachsen. Der Boden weiter vor dem Kugelfang ist allerdings tiefer. Also muß das Erstziel erhöht werden. Ralf baute daher einen Höhen Meßtisch.

Versuchstisch mit erstem Geschoßnachweis

Winkel- und Abstandesmesser für die Daten, nebst Holzverschraubung gegen verfälschende Dreher

Moin Lutz,

wie gefällt Dir das was Du siehst? (ein wenig Schleichwerbung muß auch sein!)

WaiHei Ralf, Samstag, 27. September 2008 11:40

Moin Ralf,

ich bin begeistert. Damit sparen wir uns einige Arbeit und brauchen uns nicht mehr zu bücken. Wichtiger ist noch, daß wie so weiter vom Zweitziel wegrücken, so genauer messen werden. Das werden wir für die Kleinwinkelstreuung notwendig brauchen.

Einem klugen Kopf können die Dinge eben auf Dauer keinen ernsthaften Widerstand entgegensetzen. Die Arbeit zeigt den Weg zum Ziel.

Harre wenig, wirke viel,

ist der kurze Weg zum Ziel

Danke für Deine kluge und tatkräftige Hilfe. Sofern vorher keine Sau ruft, werden wir uns dann am Dienstag wieder am bekannten Ort zu selben Zeit sehen. Bis dahin grüße ich mit

Waidmannsheil, Lutz Möller

Bild 48: Ralf sägt für 10 Schüsse eine hinreichend große frische Weichholzscheibe aus dem Stamm

Bild 50: Zehn mal .30-06 KJG ohne schwarze Kappe liegen bereit.

Bild 51: Ralf schießt fünf mal. Dann wechseln wir.

Bild 52: Hm, das sind nur neun Hülsen! Wo ist die zehnte?

Bild 52: Die festgeschraubte Baumscheibe sieht zwar von den Einschüssen gespalten aus, konnte sich aber nicht drehen!

Bild 54: Das Zwischenziel (1 cm Spanplatte) zeigt Durchschüsse mit Holzstaub

Bild 55: In das Zwischenziel drangen einige Splitter der Lutz Möller Geschosse ein

Bild 56: Der Stamm durchmißt 29 Zentimeter

Bild 58: Die Einschläge 6,1 m hinter der Baumscheibe

Weichholzwertung

Von den 9 oder 10 abgeschossenen .30-06 KJG durchdrangen 6 Lutz Möller Geschosse 29 cm frisches Weichholz. Die anderen blieben stecken. Im Gegensatz zum ersten Versuch mit 31 cm Ø trockenem Holz ohne Äste bietet ein frische Baumscheibe mit Ästen offenbar ein widerstandsfähigeres Hindernis. Auf 6,1 m lagen die Durchschüsse 38 cm seitlich und 45 cm in der Höhe auseinander.

Der Öffnungswinkel betrug in der Höhe 4,22°. Bei Durchschuß lenkt nicht drehbares Weichholz Lutz Möller Geschosse tatsächlich nur also 2,11° ab, nicht wie im ersten „Dreh“versuch fälschlich geschlossen weiter.

Lutz Möller 7. Oktober 2008,

Lies 1. Abprallergerücht 2. Weichholz 3. Hartholz 4. Kleinwinkelstreuung 5. FLG-Abpraller 6. Holzversuche !

Lies die Fortsetzung Hartholz !

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