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Georg Forster 2005 inAfrika

8x68S für Afrika

Georg Forster berichtet:

Sehr geehrter Herr Möller,

zunächst einmal Hut ab vor Ihrem informativen und kompetenten Internetauftritt. Dieser sucht seinesgleichen.

Hinsichtlich Ihrer neuen KJG habe ich ein paar Fragen. Dieses Jahr geht es auf Kudu und Oryx nach Namibia.

Kudue

Oryxbulle

Ich führe u. a. eine Repetierbüchse Sauer 202 Alaska im Kaliber 8x68S, die ich dort in Afrika einsetzen möchte. Da ich kein Wiederlader bin, muß ich auf Werksmunition zurückgreifen. Präzision ist für mich ein wichtiges und wesentliches Kriterium. Die von mir favorisierten Doppelkammergeschosse wie CDP und DK schossen aus meinem Lauf nicht präzise genug. TOG gibt es erst im Herbst 2004, KS und H-Mantel sind mir zu weich. Mit dem Nosler-Partitions-Geschoß war ich auf Groß- und Kleinwild bis jetzt hinsichtlich der Zielballistik / Wirkungsweise und vor allem mit der Genauigkeit sehr zufrieden. ( Streukreise von 25 mm, bei 5 Schuß auf 100 mm, sitzend aufgelegt.) Über die Firma Hirtenberger kann nun diese Werksmunition nicht mehr bezogen werden. Auch auf die Gefahr hin, bereits schon Gesagtes und Dokumentiertes noch einmal zu hinterfragen würde ich gern von Ihnen wissen:

  1. Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungswerte mit dem KJG hinsichtlich der Präzision? Sind Streukreise unter o. g. Bedingungen von ~ 25 mm möglich? ( vorausgesetzt der Lauf gibt das her. )

    Herr Becker,

    25 mm Streukreis sollten Sie auf 100 m unterbieten können. Dabei kommt es vor allen Dingen auf eine geeignete Ladung an, die Sie am besten mit der Ladungsleiter ermitteln.

  2. Wie ist die Wirkungsweise auf wehrhaftes Wild?

    Gut. Der Vorteil ist der gegenüber weichen, aufpilzenden Bleigeschossen mehr als vierfache Tiefenwirkung mit schnurgerader Geschoßbahn im Ziel. So können Sie aus jedem Winkel und durch jedes Hindernis bis in Herz oder Hirn gelange. Im übrigen wirken die KJG auf wehrhafte Tiere genau so wie auf friedliche, sprich mit einem guten Treffer erzielen Sie eine gute Wirkung. Wehrhafte Tiere sterben nicht anders als Fluchttiere. Katzen, Büffel und Dickhäuter sind so verschieden, daß sie nicht ohne weiteres gegeneinader verglichen werden können. Sie haben nicht immer unbedingt so ein Glück wie ich auf der Bisonjagd. Insofern schlage ich vor, sie machen sich zuvor bestens mit der Wildbiologie vertraut. Lesen Sie Kevin Robertson "The perfect Shot". Dann überlegen Sie Kopf- und Trägerschuß anzutragen, weil nur damit Wild unbedingt am Platze fällt.

  3. Laufablagerungen / Verschmierungen / Reinigungsintervalle?

    Wegen geringere Einpreß- und Reibungskräften bei viel kleineren Reibflächen verkupfert das ,,Reibungsarme Führbandvollgeschoß" den Lauf weniger als andere Geschosse. Gleichwohl sollten Sie alle 40 Schuß den Lauf mit Salmiakgeist reinigen, siehe ,,Rohr frei".

  4. Wie lang sind Fluchtstrecken von breitstehendem Rehwild und geringen Sauen ( Schußentfernungen 40 – 80 m ) bei reinen Herz-Lungen-Schüssen?

    LM: 15 - 20 m. Lesen Sie dazu auch Loimaa 03 und Unerwartet. Mein beiden Kupfersauen liefen auf der Drückjagd noch 40 m und auf der Pirsch noch 50 m. Ein waidwund geschossenen mittleres Schwein flüchtet noch 150 m bis ich es hatte. Vergleichen Sie das mit kilometerlanger Flucht nach einem Waidwundschuß mit Bleigeschoß aus der .30-06 in Jungjäger.

  5. Könnte ich von Ihnen vorab für Probeschüsse ~ 20 Stück KJG beziehen?

    Damit kommen Sie nicht weit und können kaum Erkenntnisse gewinnen. Nein. Nur wie angeboten.

Ich würde mich über Ihre Antworten sehr freuen,

Weidmannsheil und Grüße aus Ludwigsburg
Lutz Becker, den 12. Februar 2004

mfG, Lutz Möller, den 13. Februar 2004

Hallo Herr Möller,

RWS KS Geschoß KS: auf 200 m aus 8x68S auf Kudu 9 g Restmasse, kein Ausschuß!

nochmals vielen Dank für das ausführliche und informative Gespräch bzgl. Jagdgeschossen und Kaliberauswahl. Bei meinem ersten Namibia-Aufenthalt mußte ich die gleichen Erfahrungen, wie in ihrer Seite beschrieben, machen. Das 8x68S KS-Geschoß schoß weder aus Oryx, Kudu oder Hartebeest aus! Den Kudu hatte ich auf 200 mtr. hinters Blatt getroffen, auch hier kein Ausschuß, lediglich eine Rippe kaputt. Das Geschoß konnte ich unter der Decke rausschärfen. Anbei Foto von besagtem KS, Restgewicht knapp 9 g.

450 kg Gnu

Bessere Erfahrungen hatte ich mit der .300" WSM 11,7g Failsafe - Geschoß. Auf alle oben genannten Wildarten sowie 450 kg Streifengnu jeweils beide Blätter mit Ausschuß durchschossen. Nur der Bleßbock lag mit Blattschuß auf 250 mtr. im Knall. Oryx und Weisschwanzgnu Todesflucht von 40 - 80 mtr., Streifen-Gnu mit Blattschuß lag zwar am Anschuß, hatte aber das Haupt noch hoch, Fangschuß auf den Träger! Beim Aufbrechen konnten wir den Grund sehen, ich hatte ein Stück vom Rückrat getroffen.

Hier nochmal ein wichtiger Tip an ,,Afrika-Jäger”, beachtet die Anatomie der afrikanischen Grasfresser, das Rückrat sitzt tiefer und das Herz ist ebenfalls tiefer und weiter vorne. Vor allen Dingen benutzt ,,harte” Geschosse.

Auf meiner nächsten Afrika-Reise wird mich mein 8x68S mit Ihrem KJG begleiten.

Gruß, Georg Forster, Mittwoch, den 24. März 2004

Ich nehme mal an, Sie benutzten 14,g KS, oder?

Bei 870 m/s V0 und 692 m/s V200 bringt das 14,5g KS bei 9 g Restmasse und doppeltem Kaliber noch gerade 20 cm Fleischleistung oder 3,8 cm Knochen. Vergleichen Sie das aus der 8x68S mit dem LM 8 mm Lutz Möller KJG:

Flug und Wirkung bei 1,3 g Splittern und Zylinderstumpf

Weite [m] 0 50 100 150 200 250 300
Schnelle [m/s] 965 925 886 848 810 774 738
Bahn [cm] -4,5 +1,4 +4,5 +4,5 +1 -6,2 -17,5
Winddrift [cm] 0 0,4 1,8 4,2 7,6 12,1 17,8
Fleisch [cm] 101 99 97 95 95 91 89
Knochen [cm] 20 19 17 17 16 16 15

Dazwischen liegen Welten. Der .300" WSM fehlt verglichen mit der 8x68S Rasanz! Außerdem belastet die 14 mm Patrone die Verschlüsse höher, so daß die nicht sicher hochzuladen ist.

Mit freundlichen Grüßen
Lutz Möller, Mittwoch, den 24. März 2004

CDP oder KJG für Namibia?

Parforcemusik + 8x68S

Sehr geehrter Herr Möller!

Ich bin ein eifriger Leser Ihrer umfangreichen Seiten und habe soeben die „Parforcemusik” bewundert, die erklingt, wenn man das Kapitel Jagd liest. Bitte teilen Sie mir mit, wie die DVD heißt und welche Firma diese gepreßt hat, damit ich mir dann diese Musik kaufen kann.

LM: Guten Tag Herr Freund,

die Musik zog ich mal aus dem Netze geholt. Bitte fragen Sie http://www.hegering-gevelsberg.de nach der Quelle.

Auf Grund Ihrer Seiten nehme ich mir auf meine bevorstehende Jagd in Namibien meine Sauer 80, 8*68S mit.

LM: für das weite Zielland mit viel Steppe ein gute Wahl, sowohl Waffe als auch Munition .

Da ich kein Wiederlader bin, habe ich vor, das Gewehr mit der Schweizer 12,7g CDP Patrone einzuschießen.

LM: Dazu lesen Sie bitte CDP.

Ich bitte auch hier um Nachricht, ob dies eine gute Wahl ist.

LM: Grundsätzlich ist das CDP mit das Beste, daß sie ab Werk bekommen können, aber noch besser wäre das Lutz Möller KJG geeignet, weil die Flugbahn, gerade in der Steppe für weite Schüsse deutlich rasanter ist und zweitens weil Sie auch mal große Tier schräg und durch Busch oder Knochen erwischen können und dann Tiefenwirkung mehr als alles andere brauchen. Das Lutz Möller KJG dringe deutlich tiefer als das CDP ein.

Das Gewehr wird auf rd. 170m Seehöhe eingeschossen, mein Jagdgebiet in Namibien liegt ~ 1.700m hoch (Maltahöhe), ist hier ein Einschießen mit einem Hochschuß von rd. 2cm OK, wenn ich in Namibien auf 200 m Fleck schießen soll?

LM: Sie werden in Namibia die Waffe neu einschießen wollen, auch um sicher zu sein, daß sie den Transport überstanden hat. Vergleichen wir unten mal . . .

Abschließend möchte ich Ihnen noch mitteilen, daß ich mir fast eine Blaser R93, 300" Weath., gekauft hätte, nach dem Studium Ihrer Seiten und auch anderer Internetmitteilungen kann ich nur sagen - Gott hat mich davor bewahrt und ich habe mir meine alte 8 * 68S herausgesucht!

Vielen Dank im voraus und Waidmannsheil!
Th. Freund. Donnerstag, 27. Mai 2004 21:57

Wir rechnen mit einem Zielfernrohr 4,5 cm über der Visierung
und 5 cm erlaubter Bahnabweichung nach oben und unten.
Geschoß Masse V0 BC

Fleckschuß

170 m hoch 1.700 m hoch
8 mm S CDP 12,7 g 950 0,362 174 185
8 mm S KJG 11,0 g 965 0,42 181 192

So fliegen die beiden Geschosse in Südwest!

Geschoßflug 12,7g CDP aus 8x68S

V0: 950 m/s, BC: 0.362, ß: 1455, Höhe: 1.700 m , Wind: 4 m/s

ZF baut 4.5 cm hoch. Rechne von 0 m je 50 m bis 500 m.
F5 bezeichnet den Fallunterschied bei um 5 % von x abweichender Weite.

x
[m]
V(x)
[m/s]
Bahn
[cm]
Windb.
[cm]
Fleck-
klick
Wind-
klick
Zeit
[s]
Drift
[cm]
F5
[cm]
0 950 -4.5 0.0 0.0 0.0 0.000 0.0 0.0
50 918 1.9 1.1 11.9 0.7 0.054 0.7 -0.2
100 886 4.9 1.4 10.8 1.5 0.109 1.5 -0.1
150 855 3.8 0.9 13.2 2.3 0.166 2.3 0.5
200 824 -2.5 -0.5 16.9 3.1 0.226 3.1 1.9
250 794 -15.2 -2.7 21.8 4.0 0.288 4.0 4.1
300 764 -36.1 -5.9 27.7 4.8 0.352 4.8 7.7

Geschoßflug 8 mm KJG aus 8x68S

V0: 995 m/s, BC: 0.420, ß: 1727, Höhe: -1700 m , Wind: 4 m/s

ZF baut 4.5 cm hoch. Rechne von 0 m je 50 m bis 500 m.
F5 bezeichnet den Fallunterschied bei um 5 % von x abweichender Weite.

x
[m]
V(x)
[m/s]
Bahn
[cm]
Windb.
[cm]
Fleck-
klick
Wind-
klick
Zeit
[s]
Drift
[cm]
F5
[cm]
0 995 -4.5 0.0 0.0 0.0 0.000 0.0 0.0
50 966 1.4 0.9 11.6 0.6 0.051 0.6 -0.2
100 938 4.3 1.2 10.1 1.2 0.103 1.2 -0.1
150 910 3.7 0.8 11.9 1.8 0.158 1.8 0.4
200 883 -1.1 -0.2 15.0 2.5 0.213 2.5 1.4
250 856 -11.0 -1.9 18.8 3.1 0.271 3.1 3.2
300 830 -27.1 -4.4 23.5 3.8 0.330 3.8 5.9

Bis 200 m nehmen die sich im Flug nicht so viel aber dann fliegt das KJG dem CDP davon. Schließlich sind die langen Schüsse die schwierigen, nicht die nahen! Dabei verträgt das KJG auch mal eine Zweig in Zielnähe ohne sich gleich zu zerlegen. Der Kudu steht im Busch meist nicht frei. Da zählt das!

Lutz Möller KJG können auch als fertig geladenen KJG-Munition bezogen werden.

Heia Safari, Lutz Möller, 27. Mai 2004

8x68S mit KJG in Afrika


Hallo Herr Möller,

ich wollte mich nach meinem Aufenthalt in Namibia bei ihnen melden und die gemachten Erfahrungen mit dem 8 mm Lutz Möller Geschoß in der 8x68S mitteilen. Ich war bereits zum 3. mal in Namibia, letzter Aufenthalt vom 2.-11 Februar .2005, bitte in Seite berichtigen. Erste Erfahrungen vor 19 Jahren mit 8x68S KS, 2004 mit .300" WSM Failsafe, siehe auch hierzu ihre Seite. Ich benötige noch ihre Adresse für den Versand von besagtem Geschoß!

Waffe: Sauer 202 Alaska, Linksausf., Kal. 8x68S, KJG, Zielf. Zeiß 1,5-6x42

8x68S KJG lang, platt

Oryx, alter Bulle, Schußentfernung 170 Meter, Blatt Diagonal, Todesflucht 30 Meter, kaum sichtbarer kalibergroßer Einschuß, kein Ausschuß, jedoch Geschoß fühlbar unter der Decke, Bild als Anlage, Restgewicht 9 gr., auf Wunsch sende ich ihnen das Geschoß gern zu.

Eland, Bulle über 600 kg, Entfernung 150 Meter, tief vor Blatt, Flucht 40 Meter, Fangschuß auf den Stich, Einschuß wie Oryx aber nur kleiner Ausschuß am Träger, vermutlich Splitter, weder Jagdführer noch ich konnten uns diesen Ausschuß erklären, beim Aufbrechen Einschuß auf Blattschaufel sichtbar (durchschlagen), auf der eigentlichen Ausschußseite Rippe kaputt, aber kein Geschoß gefunden (ist schon ein großer Berg Fleisch, so ein Eland!)

Hartebeest, Bulle, Entfernung 40 Meter, Trägerschuß, Rückrat durchschossen, Ausschuß doppelte Kalibergröße, (guter Küchenschuß laut Jagdführer), lag natürlich im Knall.

Warzenkeiler, 70 kg, Entfernung 80 Meter, Tief Blatt etwas schräg, Todesflucht ~ 100 Meter, „mehrere Ausschüsse” auch durch Knochensplitter.

MfG
Georg Forster , Dienstag, 15. Februar 2005 12:14

Hallo Herr Möller,

die KJG-Tiefenwirkung scheint ja sehr gut zu sein, aber das man keinen Schweiß findet ist schon ein großer Nachteil, vor allem da ich viel im Naturwald jage und wegen meines Studiums keinen Hund halte, wäre das ein zu großer Nachteil. Ballistic Tip in der 9,3x62 gab bisher auch auf sehr schweres Wild Ausschuß und Schweiß. Letzte Woche prüfte ich H-Mantel und war recht zufrieden. Leider gingen die Stücke alle noch 20 - 70m. Schweiß war aber mehr als genug. Mal gucken wie das H-Mantel auf brunftige Hirsche und später auf Sauen wirkt. Für Rehwild ist es wahrscheinlich etwas brutal.

Waidmannsheil
Philipp Bertelsmeyer, Freitag, 17. September 2004 10:26

Herr Bertelmeyer,

Im Loimaa 03 fielen bald 20 Hirsche, die Mehrheit mit KJG. Mangelnder Schweiß war nicht zu beklagen. Auch meine Sauen schweißten. Insofern scheint mir ein gewisse Besonderheit beim größeren afrikanischen Wild vorzuliegen, die gleichwohl beobachtet und, wenn sich die Beobachtung als Tatsache erhärten sollte, ggf. abgestellt werden müßte. Ich kann immer etwas Tiefenwirkung zugunsten größerer Splitterung opfern, da die Lutz Möller KJG ja tief genug eindringen. Der Entwurf gibt das leicht her. Das KJG gibt es nun bald ein Jahr und die Entwicklung ist noch nicht beendet. Gerade solche Berichte wie 9,3x62 mit KJG in Afrika helfen dabei. Insofern bin ich auch an detaillierten Abschußberichten aller Geschosse mit genauer Wundwirkung vom Zerwirken interessiert.

Waidmannsheil, Lutz Möller, 17. September 2004

Georg Forster 2006 in Namibia

Afrika