Stephan Heckeroth Afrika 2008

mit 7x65R KJG

Hallo Lutz,

wir sind gerade wohlbehalten aus Südafrika zurück. Ich bin froh, daß alles soweit gut gelaufen ist und wir heute wieder deutschen Boden unter den Füßen haben. Hier bekommt man vom Ernst der Lage nicht alles mit. Leider sieht es in Simbabwe sehr schlecht aus und die Südafrikaner machen den Mist auch noch mit. Wir haben aus erster Hand erfahren können was da so abgeht.

In Simbabwe ermorden Mugabeanhänger jede Woche zwischen 1.500 und 2.000 Menschen. Wer weiß hierzulande schon, daß die Tochter von Südafrikas Präsidenten Mbeki Schwester von Frau Mugabe ist! In Südafrika braut sich auch etwas zusammen.

Nun genug der schlechten Botschaften und ein kurzer Vorabbericht. Ausführlich werde ich dann nach und nach zum Teil bebildert berichten. 21 Stücke Wild Vom Steinböckchen bis zum Gnu erlegte sich. Verloren haben wir nur eines. Das lag aber am Schützen und am Schuß (tiefer Laufschuß). Wir verwendet .30-06 und 7x65R jeweils mit Lutz Möller KJG. Drei Steck Schüsse steckten und auch drei Geschoßreste fanden wir, wovon einer nicht den Wünschen entspricht und einer die geforderte Tiefenwirkung nicht erfüllte.

Jetzt werde ich mich erst mal vom Staub befreien und dann ins Einzelne gehende Berichte folgen lassen. Ich schaffe das nicht alles auf einmal. Vielleicht richtest du unter AFRIKA ja ein Stichwort (Afrika Stephan 2008) o. ä. ein und wir können die Berichte dann nach und nach dort folgen lassen. Afrika Stephan 2006 mit der 8,5 gibt's auch schon.

Gruß und Waidmannsheil Stephan, Freitag, 27. Juni 2008 12:20

Simbabwe und Südafrika

Wenn die gemeinsame Erblast blind macht

In den Townships, unter den einfachen Menschen am Kap, fühlte er sich nie zu Hause. Sein Parkett war stets die internationale Bühne. Doch nun hat Südafrikas Präsident Thabo Mbeki auch dort seinen letzten Kredit verspielt: Mit seiner „stillen Diplomatie“ gegenüber Simbabwes machtbesessenem Diktator Robert Mugabe steht er international ziemlich alleine da.

KAPSTADT. Beim Krisengipfel der Staatengemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) zur Notlage in Simbabwe war Mbeki gestern nicht zu sehen. Obwohl er eigentlich als Vermittler der SADC in dem blutigen Konflikt fungiert, blieb er fern. Beleidigt ließ Mbeki wissen, niemand habe ihn eingeladen.

Mbeki hat der mutwilligen Selbstzerstörung der einstigen Kornkammer Afrikas jahrelang nur schweigend zugeschaut. Bis zuletzt hat er Mugabe kein einziges Mal offen kritisiert und stets erklärt, Simbabwe müsse seine internen Schwierigkeiten allein lösen müsse.

Mbeki unterstützte seinen simbabwischen Kollegen bis zuletzt moralisch wie materiell. Er fühlte sich mit Mugabe verbunden – aus einer Art schwarzer Solidarität mit einem früheren Widerstandskämpfer. Schließlich ist Mugabes Zanu-Partei wie auch Mbekis ANC davon überzeugt, als frühere Widerstandsbewegung das Ende der Geschichte zu sein. Nach der Befreiung der schwarzen Mehrheit vom Kolonialjoch scheinen beide zu glauben, einen Blankoscheck auf die Macht zu haben.

Das Gleiche gilt für die Widerstandsbewegungen in Namibia, Angola oder Mosambik. Wer ihre Führungsrolle hinterfragt, muß nach ihrem Weltbild zwangsläufig ein von neokolonialen Kreisen im Westen gesteuerter Konterrevolutionär sein – exakt der Vorwurf, den Mugabe, aber auch Mbeki oder Namibias früherer Staatschef Sam Nujoma oppositionellen Kräften im eigenen Land machen.

Das erklärt auch Mbekis Tatenlosigkeit, als Mugabe eine Wahl nach der anderen manipulierte, vier Millionen Simbabwer aus dem Land trieb und den Rest der Bevölkerung drangsalierte. Ebenso naiv hat er Mugabes willkürliche Enteignung der weißen Farmer unterstützt. Dabei machte Mbeki mit dem engen Blick auf die koloniale Geschichte nicht etwa Mugabes Machtwahn, sondern die hochproduktiven Landwirte und mit ihnen die frühere Kolonialmacht Großbritannien zum Sündenbock für die wirtschaftliche Misere des Landes.

Selbst als Mugabe das Ergebnis der Parlaments- und Präsidentschaftswahl von Ende März wochenlang zu Betrugszwecken geheim hielt, konnte Mbeki keine Krise erkennen, sondern mahnte zur Geduld mit dem Despoten. Dabei verlangte Simbabwes Opposition von Mbeki nichts anderes, als für jene Werte einzustehen, die ihm im Kampf gegen die Apartheid und für die von ihm bei jedem Gipfel beschworene afrikanische Renaissance so viel bedeuteten.

Auch im eigenen Land hinterläßt Mbekis diplomatisches Schweigen Spuren: Die jüngsten Unruhen gegen schwarze Immigranten aus Afrika haben ihre Ursache darin, daß Mbeki den ungesteuerten Zuzug von allein vier Millionen Flüchtlingen aus Simbabwe jahrelang ignorierte.

Nelson Mandela reagiert

Ein anderer, der lange geschwiegen hatte, meldete sich indes zu Wort: Der frühere südafrikanische Präsident Nelson Mandela hat erstmals das Regime im Nachbarland Simbabwe öffentlich kritisiert. Dort sei ein „tragisches Versagen der Führung“ zu beobachten, sagte Mandela bei einem Benefiz-Dinner am Mittwochabend in London. Eine Reaktion Mandelas auf die Gewalt, die das Regime von Präsident Robert Mugabe gegen die Opposition ausübt, war lange erwartet worden.

Wolfgang Drechsler, Handelsblatt, 27. Juni 2008, Quelle, mehr bei Handelsblatt dazu unter Robert Mugabe!

Los geht's

Hallo Lutz,

tut mir leid das es erst jetzt los geht, aber ich hatte zuerst die Aufzeichnungen verlegt und dann nicht daran gedacht, die Bilder machen jedes für sich so 2,5 MB aus. Nun hab ich Dir die Arbeit abgenommen und noch mal alles umformatiert, so daß nun eine vernünftige Dateigröße zur Verfügung steht. Diethard ist momentan schon wieder im Urlaub und hat mir die Geschoßreste noch nicht vorbeigebracht. Wenn er zurück sein wird, werde ich Fotos davon schießen. Den einen besonderen Restbolzen werde ich Dir zuschicken. Ich vermute ganz simpel einen Materialfehler im Kupfer. Es macht schon ganz schön Arbeit, diese Berichte zusammenzustellen, vor allem wenn man noch nebenbei die liegengebliebene Arbeit vom Urlaub aufholen muß.

Gruß Stephan Heckeroth, Mittwoch, 2. Juli 2008 16:31

Hallo Lutz,

jetzt geht’s los mit den Berichten zu Heckeroth Afrika 2008. Als erstes möchte ich kurz zu uns und unserer Ausrüstung Auskunft geben. Wenn ich von uns rede, dann spreche ich im Namen von meinem gutem Jagdfreund Diethard und mir. Nachdem ich in 2006 zum ersten Male in SA zur Jagd war, stand schon damals fest, ich würde wieder dorthin zurückkehren. Diethard hatte schon Namibiaerfahrung und wollte nun SA kennen lernen. Die Wahl fiel erneut auf die Game und Guest Farm von Johan Du Plessis, denn beim letzten Mal war wirklich alles vorzüglich gelaufen und warum sollte ich ein unnötiges Wagnis mit der Wahl einer neuen Farm eingehen.

LM: . . . nicht abenteuerlustig?

Zumal ich beim letzen Mal nur auf Impala, Bleßbock und Gnu gejagt hatte. Im Heckeroth 2006 Bericht steht auch noch die mißglückte Geschichte mit dem Gnu nachzulesen. Die Farm war daher bekannt und ich wußte, die Wildbestände sind äußerst gepflegt und somit konnte einigermaßen sicher mit Erfolg gerechnet werden.

Zuerst besprachen sich D. und ich über die Ausrüstung. Für meine Waffe hatte ich DIR damals die Wahl überlassen welche der beiden in Frage kommenden Waffen ich wählen solle. Zur Erinnerung es standen die Doppelbüchse S2 im Kaliber 9,3x74R und die Kipplaufbüchse K95 im Kaliber 7x65R zur Wahl. Auf Deinen Wunsch hin (und es war auch mein Vorzug) wählte ich die K 95. Schließlich sollte das KJG spitz geprüft werden und ich hatte Dir angeboten das für DICH eichtigere Kaliber zu wählen. Diethard wählte nach zögern und meinem Drängen hin dann auch das vermeintlich kleinere Kaliber. Bei ihm standen jeweils aus der R93 entweder .30-06 oder 8,5x63 Reb zur Wahl. Da ich die Reb schon 2006 mit hatte, war ich dann froh, daß er die .30-06 bevorzugte.

Folgende Ladungen wurden verwendet. 7x65R, 6,75 Gramm KJG spitz geladen mit 3,65 Gramm Rottweil R903 Länge usw. wie in Deinen Empfehlungen. 30.-06, 8 Gramm KJG S geladen mit 3,49 Gramm Rottweil R903.

Waffen: Blaser K 95, 7x65R, ZF Schmidt u. Bender 3-12x50 PM II Mile Dot Absehen und Diethard mit der Blaser R 93, 30-06, ZF Zeiss 2,5-10x50 Absehen 4.

Nun zur Reise:

9. Juni 2008

ab Frankfurt 22:35 Uhr mit der Lufthansa über Nacht geradewegs nach Johannesburg

10. Juni 2008

Ankunft war am frühen Morgen in Johannesburg bei nur 5 Grad Morgentemperatur.

Zuerst mußten die Waffen ordnungsgemäß angemeldet werden, was aber, da bestens vorbereitet, nur knapp eine dreiviertel Stunde dauerte. Unser Jagdführer Marius wartete schon am Flughafen und somit gab es keine Verzögerungen. Die Ausrüstung ins Auto und ab in Richtung Norden in die Nähe von Pietersburg heute Polokwane. Die Fahrt dauert ~ 3 Stunden und wir sind gegen 14 Uhr auf der Farm. Wir beziehen sofort Quartier und bauen die Waffen zusammen. Marius fährt uns danach zum Schießstand und verschwindet zum Farmer, während wir die Waffen prüfschießen. Diethard beginnt an und braucht auch nach dem ersten Schuß nicht weiter zu machen. Sein Treffer liegt ~ 3 cm hoch und bestens in Richtung.

Danach ich. Erster Schuß nicht auf der Scheibe. Ölschuß. Ich krieg auch gleich die Krise. Zweiter Schuß, 2 cm über Diethards Schuß in bester Richtung. Vielleicht hätte ich die Waffe doch nicht noch einmal richtig mit Salmiakgeist reinigen sollen, anderseits dafür macht man ja auch die Prüfschüsse.

Danach kurze Begrüßung des Farmers und Jagdbesprechung für die folgenden Tage. Wir legten fest, keine Schüsse vom Auto, keine Jagd an der Fütterung (Winter in Afrika bedeut für mache Tiere ebenfalls Notzeit, die gibt es nicht nur bei Schnee) aber Ansitz am Wasserloch. Zumindest entschied sich Diethard dafür. Ich wollte nur pirschen. Dann noch die Frage des Farmers nach der Bewaffnung und der Geschosse bzw. Geschoßmassen und auch die von mir erwartete, wenn auch nur geringe Skepsis, vor allem meinen 7 mm 6,75 Gramm KJG gegenüber. Aber er wußte schon aus 2006, daß Dein  KJG ist Einiges zu leisten im Stande ist. Um es vorweg zu nehmen, er ist und wird auch in Zukunft kein Freund der leichten schnellen Geschosse werden. Gleichwohl akzeptiert er die Entwicklung und ihm ist auch daran gelegen.

11. Juni 2008 6:4o Uhr Erster Jagdtag beginnt.

D. möchte überwiegend auf Warzenschein, Bleßbock und Impala jagen, während ich die größeren auf der Liste habe. 2x Gnu, 1x Kudu, 1x Orxy und 1x Eland waren vorgesehen. 7:4o Uhr Diethard hat mit Marius den ersten Bleßbock männlich angepirscht und schießt wie auch auf alle anderen folgenden Stücke, gleiches gilt für mich, über ein Dreibein.

Bleßbock ♂, Entf. 197 m, .30-06 KJG Kammertreffer ohne Schweiß in der Fluchtfährte, Fluchtlänge 50 m



Diethard s erster Bleßbock, Einschußseitig

1o:1o Uhr Diethard hat schon den zweiten Bleßbock angegangen. Bleßbock ♂männlich, Entf. 157 m, .30-06 KJG Einschuß auf dem Blatt, schräg nach vorn in den Träger, unter der Decke steckt das 7,6 mm KJG von außen sichtbar, Fluchtlänge 0 m. Durchschossen sind somit lediglich Blattschaufel, Wirbelsäule (Knochen) und ein wenig Fleisch bzw. Herz, Flucht 0 m, Schuß steckt.

Du kannst Dir sicherlich vorstellen, wie bei mir jetzt erst mal durchatmen angesagt war, schließlich hatte ich Diethard überedet das KJG spitz zu verwenden und der Berufsjäger verdrehte die Augen auch ein wenig, aber nahm alles schweigend hin. Der Restbolzen lag quer unter der Decke, sieht aber genau so aus, wie es sein soll? (Bilder folgen und die Restbolzen schicke ich Dir zu, sobald Diethard wieder greifbar ist).

Am Nachmittag pirschten wir dann erfolglos auf Warzenschwein und Gnue

12. Juni 2008 6:4o Uhr Zweiter Jagdtag

6:4o Uhr Zweiter Jagdtag. Morgenpirsch auf Gnue und Impala.
7:1o Uhr Diethardt schießt den ersten Impalabock.

Impala ♂, .30-06 KJG, Entf. 100 m, Kammerschuß, Flucht ~ 80m, Ausschuß.




Diethard mit dem ersten Impalabock

8:45 Uhr folgte ich mit dem Berufsjäger eine zeitlang einer größeren Herde Gnue gefolgt und schnitt ihnen nun den Weg ab. Auf 85 m kann ich auf einer ~ 5 m breiten Schneise im Dickbusch den einzigen in der Gruppe befindlichen Bullen beschießen.

Gnu 1 ♂, Entf. 85 m, 7x65R KJG Kammertreffer ohne Schweiß auf den ersten 65 m, danach mit viel Schweiß bis zum Stück, gesamte Fluchtstrecke 130 m, Ausschuß.



Erstes 7x65R KJG Streifengnu Stephan



Erstes Gnu Stephan 7x65R KJG Einschuß aus der Decke

Erstes Gnu Stephan 7x65R KJG Ausschuß aus der Decke

LM: Stephan, Dein Treffer lag zu weit hinten, wie an dem Panseninhalt unschwer zu erkennen ist. Lies Zielwahl

Erstes Gnu Stephan 7x65R KJG Ausschuß aus der Decke LM: Au weia, Pansenschuß!

Erstes Gnu Stephan 7x65R KJG Ausschuß aus der Decke LM: Au weia, Pansenschuß!

Guten Morgen Lutz,

bei meinem Gnu erkanntest du richtig, der Ausschuß erwischte noch den Pansen. Der Einschuß allerdings lag auf der Kammer und erwischte die Lungen.

Das Stück stand nicht so rechtwinklig wie ich das gern gehabt hätte. Durch die hängende Lage sieht das alles ziemlich weit hinten aus. Tatsächlich lag es gar nicht so, zugegebenermaßen etwas zu weit hinten. Zum Auszug aus dem Perfect Shot werde ich am Ende abschließend meine Meinung ab- und die Bemerkung des Jagdführers weitergeben, gerade zu dem angeführten erläuterten Gnutreffer 1 paßt dies dann ganz prima.

Gruß Stephan, Donnerstag, 3. Juli 2008 08:10

Stephan,

bedenke der Pansen ragt mittig weit nach vorn in die Kammer hinein. Die Leber links. Lies dazu bei mir auch Lutz Gnue 2008. Da steht mehr dazu. Der Jäger muß sein Wild in jeder Lage innerlich räumlich kennen. Sonst kann er keinen waidgerechten Schuß antragen, nicht mal in Gedanken? Was in der Vorstellung fehlt, kann der Arm nicht richten!

Gruß Lutz,

12:15 Uhr Diethardt ist auf Sauen unterwegs. Er ist schon ganz aufgeregt, da es ihm in erster Linie um die Sauen geht.

Warzenschwein ♂, Entf. 166 m, .30-06 Kammerschuß, Flucht 0 m, Ausschuß.

16:10 Uhr Stephan. Nach verhältnismäßig kurzer Pirsch stoßen wir auf fünf Kudubullen, von denen ich den stärksten erlegen will. Der Jagdführer stimmt zu, obwohl er meint, man könne gegebenenfalls noch einen stärkeren finden.

Kudu männlich, Entf. 122 m, 7x65R KJG Einschuß hinter dem Blatt, Ausschuß auf dem Blatt, Fluchtstrecke 60 m, die ersten 10 m ohne, danach mit ausreichend Schweiß, Ausschuß ja.

Stephan mit 7x65R KJG Kudubullen



Stephan Kudu 7x65R KJG Einschuß aus der Decke

Stephan Kudu 7x65R KJG Ausschuß aus dem Vorderlauf aus der Decke

17:10 Uhr Diethardt schießt schon seinen dritten Bleßbock.

Bleßbock 3, ♀, Entf. 160 m, .30-06 Blattschuß, Fluchstrecke 5 m. Stück fällt um, kommt danach wieder auf die Läufe bleibt aber stehen. Diethard schießt auf Anweisung nach und das Stück geht endgültig nieder. Beide Einschüsse liegen nur 4 cm auseinander und es gibt nur einen gemeinsamen Ausschuß.

Diethards dritter Bleßbock ♀, Ausschüsse, zwei Ausschüsse in einem

Wie es möglich war, daß das Stück nach dem ersten Schuß nochmals auf die Läufe kam ist mir ein Rätsel?

LM: In welche Zeitabschnitten lief das denn ab?

Guten Morgen Lutz,

Diethards Bleßbock weibl. mit den zwei Schüssen. Das Ganze lief innerhalb 6 - 8 sek. ab. Vom Niedergehen nach dem ersten Schuß bis hin zum zweiten Schuß.

Gruß Stephan, Donnerstag, 3. Juli 2008 08:10

Stephan, lies Wie stirbt Wild ! Erwarte doch bitte nicht ein Tier mit Kammertreffer wäre binnen 6 oder 8 Sekunden tot oder willenlos. Jede Wundwirkung, außer Nervenerschütterungen, braucht Zeit, den Blutdruck im Hirn soweit abfallen zu lassen, daß die Steuerung versagt. Vorher können die Tier noch mit den verblieben Gliedmaßen willentlich eine Weile handeln! das muß jeder Jäger wissen.

Gruß Lutz,

Es geht dann bald mit dem 13.06.2008 weiter.

Gruß Stephan, 2. Juli 2008

Hallo Lutz,

über den Gnuschuß besteht Einigkeit, der war etwas zu weit hinten. Nichts desto trotz bin ich der Meinung, das Lutz Möller KJG spitz wirkte bestens und vor allen zu meiner vollsten Zufriedenheit.

Jetzt muß ich dich mal fragen: Erwartest du mit solchem Pansen-Lungen-Treffer weniger als 160 m Fluchtdistanz? Ich finde übrigens 160 m sind wenig und ich war erstaunt, daß wir so schnell am verendeten Stück waren! Auch bei einem besseren Treffer hätte ich mit 150 bis 200 m Flucht gerechnet. Warte die weiteren Berichte ab, da kommt noch etwas.

LM: Ich hätte bei dem Treffer 179 m erwarte, so wie bei Lutz' 2. Gnu 2008

Zu Diethards Blessbock weiblich: Natürlich habe ich die Abhandlung Wie stirbt Wild mehr als einmal gelesen und auch begriffen. Aber, jetzt kommst du. Was hättest du gemacht, wenn ein Stück Wild unmittelbar nach dem Schuss niedergeht und sofort wieder aufsteht?

LM: Je nachdem ob ich passenden Kugelschlag vernommen hätte, oder nicht, gewartet oder nachgeschossen.

Ich kann nicht für Diethard sprechen, da er nicht erreichbar ist, ich für meinen Teil hätte auch sofort nach geschossen. Denn, den Umständen nach hätte ich mit einem Krellschuss gerechnet. Da bleibt vernünftigerweise nicht anderes übrig als nach zu schießen. Anders sieht das aus, wenn das Stück nach dem Schuss nicht sofort niedergeht und zum Beispiel einfach stehen bleibt oder langsam wenige Schritte fortzieht. Dann kann man davon ausgehen, daß man getroffen hat und das Stück in wenigen Sekunden bzw. nach wenigen Metern stirbt. Aber ein Stück das am Boden lag und wieder hochkommt, vor allem so kurz nach dem Schuß!

Soweit, ich werde versuchen heute weiter an Heckeroth Afrika 2008 zu schreiben. Zur Kurzweile schicke ich Dir mal ein Bild mit:

Kaffernbüffel

Den habe ich allerdings nicht erlegt ☻☼, aber 2010 werd ich's versuchen.

Gruß, Stephan, Donnerstag, 3. Juli 2008 16:21

Heckeroth Afrika 2008, Teil 2

Hallo Lutz,

endlich hab ich wieder ein wenig geschafft. Im Anhang die Fortsetzung vom Teil 1.

Gruß Stephan, Montag, 7. Juli 2008 22:42

P.s. Hast du die Mail mit dem anhängenden Büffelbild nicht bekommen, oder wolltest du nicht reagieren?

LM: Erstens, ja, zweitens beachte die Neuigkeiten.

13. Juni 2008, 6:4o Uhr Dritter Jagdtag

Morgenpirsch bis 11 Uhr ohne Erfolg. Mehrfach versuchen wir verschiedenstes Wild anzugehen, jedoch ohne in ausreichende Schußlage zu kommen, oder bei drehendem Wind vom Wild zu früh wahrgenommen zu werden. Um 11 Uhr pirschten wir uns dann endlich an zwei im Gras liegende Sauen bis auf 50 m an, zum Teil in allerniedrigster Gangart. Wir lagen im vollkommen deckungslosen Gelände nebeneinander auf der Erde und gaben uns nur noch mit Handzeichen zu verstehen, was als nächstes geschehen solle. Das Dreibein bauten wir ohne Schwierigkeiten in niedrigster Lage und nahmen im Schneidersitz dahinter Platz. Marius lag noch neben mir. Als ich ihm signalisierte ich sei fertig bin, pfiff er, wie abgemacht die Sauen an. Rechts der Keiler, links die Bache. Wie es kommen mußte, stand die Bache auch sofort auf und sicherte in unsere (meine) Richtung. Zeit genug zu Schießen war da! Der Keiler allerdings tat mir den Gefallen nicht, sondern ging spitz von mir weg in die Flucht über. Ich hatte keine Gelegenheit aus dieser Lager heraus zu schießen.

LM: Wie so nicht? Siehe Diagonalschwein 2005!

Marius sprang auf und bedeutete mir ihm zu folgen. Er rannte wie ein Besessener hinter den Sauen her. Ich glaubte fast er wollte sie einholen. Dicht folgte ich ihm. Nach 200 m blieb der Keiler tatsächlich stehen und ich wagte über Marius' Schulter auf etwa 120 m einen Schuß. Vorbei! Beide außer Puste konnte das auch nichts werden.

LM: Hast du denn kein Biathlon geübt?

Nun ja, eine Erfahrung mit der Verfolgungsjagd war es allemal.


12 Uhr waren wir zurück im Lage. Wie hielten bis 14 Uhr Mittagsruhe.

Ab 14 Uhr 3o Uhr lies ich mich dann doch zu einem Ansitz am Wasserloch übereden. Geringere Sauen und ein weibl. Grauduiker zeigten sich. Diethard saß an einem anderen Wasserloch und sah Gnubullen, Wasserböcke und einen einzelnen starken Gemsbock, kam jedoch auf den Gnubullen nicht zu Schusse.

14. Juni 2008, 6 Uhr 40, Vierter Jagdtag

8 Uhr 15. Nach einer schwierigen Pirsch, bei der eine größere Strecke offenes Grasland überwunden werden mußte, bis man wieder in Deckung einzelner Büsche bis auf 230 m herankam, erlegte Diethard seinen Gnubullen. Näher ging nicht mehr, da nur noch Grassteppe zwischen ihm und dem Bullen lagen. Obendrein hatte der Bulle den Braten anscheinend auch schon gerochen. Mit einem Treffer etwas zu weit vorn auf dem Blatt, flüchtete der Bulle noch 250 m um dann auf offener Fläche zu verenden.



Gnu, männlich, .30-06 KJG, Entfernung 230 m, 250 m Fluchtstrecke, Steckschuß!

Bei dem Geschoßrest vermute ich einen Werkstofffehler. Sobald Diethard zurück sein wird, werde ich Dir den wie angekündigt senden. Das Geschoß steckte übrigens auf der Ausschußseite innerseitig auf der Blattschaufel.

10 Uhr. Aus unmöglicher Lage, halb kniend, hab stehend beschieße ich unvernünftiger Weise einen weiblichen Bleßbock, verwunde jenen mit einem Höhen Vorderlaufschuß. Entfernung 125 m, ähnlich dem Warzenschwein rennen wir was das Zeug hält hinter den flüchtenden Stücken hinterher. Diese verhoffen jedoch nicht mehr, bevor sie den Dickbusch erreichen. Vorerst wird die Nachsuche abgebrochen und wir stärken uns für den Nachmittag. Ab 14 Uhr setzten wir die Nachsuche, bis die Dunkelheit dem ganzen ein Ende bereitete, fort. Während der ganzen Nachsuche kamen wir nicht einmal an das Rudel Bleßböcke heran.

Währenddessen schoß Diethard auf 230 m seinen vierten Bleßbock. Auch er schoß schlecht, konnte aber mit zwei Fangschüssen das Stück noch erlegen.

15. Juni 2008, 6:40 Uhr, Fünfter Jagdtag

9:40 Uhr. Stephan. Wir wollten versuchen ein Steinböckchen, das bekannt war, im unmittelbaren Nahbereich zum Lager zu erpirschen. Nach 45 min. trafen wir tatsächlich auf das Steinböckchen. Im Schuß ging jenes augenblicklich nieder. Entfernung 70 m. Die Bescherung liegt in Form eines zerschossenen Rückens vor mir. Zu hoch, deutlich!



Steinböckchen, 7x65 R, Entfernung 70 m, Flucht 0 m, Ausschuß

Starker Steinbock, bald 13 cm Länge und dicke Spieße! Trotz des schlechten Schusses freue ich mich riesig über dieses Waidmannsheil. Danke Marius.

Weiter dann in Kürze mit Afrika Teil III. Gruß Stephan

Heckeroth Afrika 2008, Teil 3

Hallo Lutz,

es geht mal wieder weiter. Der Dauerregen macht's möglich. Jetzt muß ich aber auch schnell raus, denn die heimischen Schwarzkittel halten mich auf Trab. Seit neuesten äsen sie bei uns jetzt auch schon Tritikale und Roggen. Verflixten Tiere, da bin ich doch lieber in Afrika, die Warzenschweine sind da doch umgänglicher☺!

Gruß, Stephan, Freitag, 11. Juli 2008 19:19

16. Juni 2008, 6:40 Uhr Sechster Jagdtag

7:30 Uhr, Diethard schießt ein Steinböckchen im landwirtschaftlich genutzten Teil der Farm. Eigentlich hatte er verkündet auf solch kleine Tiere wie Steinbock oder Duiker nicht zu jagen. Entfernung 126 m, Flucht 0 m und Ausschuß. Nachdem er (ich war in einem anderen Teil der Farm unterwegs) am Stück ist, wird er ob des kleinen Tierchens dann auch ein wenig wehmütig. Doch die Freude überwiegt am Ende, denn auch sein Böckchen liegt bei 10 cm Hörnern.

8:20 Uhr, Stephan. Da in Augenhöhe alles zugewachsen ist laufen wir Kilometer nur in gebückter Haltung, stoßen nach mühsamer Pirsch im Dickbusch, auf eine Gruppe Gnue. Die Pirsch galt allerdings einem starken Grauduiker, den wir in diesem Gebiet ausgemacht hatten. Da ich aber auch noch auf ein oder zwei weitere Gnue aus war, wurde die Gelegenheit genutzt. Allerdings hatten uns die Gnue schon spitz, schienen sich aber im Dickbusch sicher zu fühlen. Fast 10 min. kauerten wir hintereinander in unbequemster Haltung am Boden, da eines der Tiere uns ständig ansicherte. Da unendlich langsam lies die Aufmerksamkeit des Gnues nach und ebenso unendlich langsam baute Marius vor mir sitzend das Dreibein auf. Dann wechselten wir in Zeitlupe den Platzwechsel und ich war bereit zu schießen. Nun konnte der hinter mir kauernde Marius nicht mehr genau beobachten was sich vorn tat. Er flüsterte mehrmals schieß, schieß doch, aber das Gnu stand fast spitz zu uns und ich wollte diesen Schuß nicht wagen, da ich immer noch an den verwundeten Bleßbock denken mußte. Ich wollte kein weiteres Risiko eingehen, denn die schlechte Schußposition kam mir doch bekannt vor.

LM: Ach Stephan, du warst doch mit meinem KJG unterwegs. Das kann das doch, siehe Lutz Gnu 2007!

Nach einer halben Minute zog das Stück dann nahezu breit und schon war mein Schuß draußen. Die abgehende Herde war deutlich größer als wir vermutet hatten. Wir rechneten mit 10 bis 12 Stück, doch was da plötzlich alles in Bewegung kam waren sicherlich 40 und mehr Stücke.



Gnu, ♂, 7x65 R KJG, Entfernung 80 m, Flucht 30 m, Schuß steckt !

Restbolzen aus Gnu. Einschuß auf dem Blatt, Geschoß steckt von außen sichtbar unter der Decke am Ende der Kammer. Schuß somit durch die gesamte Kammer. Leider kein Foto, aber in Worten, die gesamte Lunge war längs durchschossen.



7 mm KJG Restbolzen aus der 7x65 R aus GnuBlattschuß

15:10 Uhr, Diethard. Wir jagen immer noch getrennt, deshalb habe ich wieder kein Bild. Er schießt ebenfalls im Bereich des morgendlichen Steinböckchens einen wohl 10 Jahre alten Keiler. Entfernung 130 m, Schuß durchs Blatt, Flucht 0 m, Ausschuß.

16:30 Uhr, Stephan. Nachdem wir das Gnu versorgt hatten, wollten wir uns dem vermeintlich vorerst zähesten und schußhärtesten Tier (Meinung des Jagdführeres) widmen.

LM: Schußharten Tiere gibt es nicht, sondern nur wildbiologisch unzureichend vorbereitete Jäger, oder solche die nicht treffen!

Den ganzen Tag über fanden wir keine Anzeichen von Oryx und wir wollten eine letzte Pirsch unweit des Camps versuchen. Nach einer Stunde fanden wir dann überaschend, da in diesem Bereich eigentlich nicht damit gerechnet wurde eine Gruppe von fünf oder sechs Stücken im halb offenen Gelände. Sie hatten scheinbar die Tatsache ausgenutzt, daß wir stets weiter vom Camp entfernt nach ihnen suchten und so ein stilles Plätzchen gefunden.

Südlicher Gelbschnabeltoko (Tockus leucomelas) während der Pirsch auf den Oryx

Jetzt mußte sich nach Meinung des Jagdführers das kleine 7 mm Lutz Möller KJG endgültig bewähren. Wir konnten uns zügig, da für uns guter Wind stand und viele einzeln stehende Büsche uns deckten, an die Gruppe anpirschen. Letztendlich fiel auf 132 m mein Schuß auf eine alte Oryxkuh.

Was jetzt folgte kann man schlecht niederschreiben, da ich Fassungslosigkeit des Jagdführers mit dem entsprechendem Gesichtsausdruck nicht wiedergegeben werden. Im Knall brach der Oryx blitzartig zusammen, hob lediglich einmal mehr das Haupt und war verendet. Für mich war auch erstaunlich, daß gerade die schußhärteste Kreatur sofort niederging. Gleichzeitig war es vom Steinböckchen abgesehen auch das erste Stück, daß wir ohne Flucht erbeuteten.

Der Einschuß ist auf am hinteren Rand des Blattes und der Ausschuß befand sich auf dem Blatt. Somit stand das Stück im Schuß fast breit.

Oryx, Entfernung 132 m, 7x65R KJG, Flucht 0 m, Ausschuß

Die Helfer hatten schon Feierabend (Tagsüber üblicherweise Farmarbeit) und wir hörten ihren Wagen herannahen, sie waren auf dem Heimweg. Marius konnte sie durch einen Spurt bis zur Straße gerade noch abfangen und zum aufladen heranziehen. Zu dritt, hätten wir den Oryx nicht auf den Wagen bekommen. Glück gehabt.

Oryxkuh mit langen dünne Spießen

17. bis 20. Juni waren wir im Krügerpark und den Drakensbergen unterwegs (ohne zu jagen).

Soweit erst mal wieder, als Nächstes kommen dann erst mal ein paar Eindrücke aus dem Krüger und den Bergen. Jagdlich folgt dann auch noch einmal ein wenig.

Gruß, Stephan

Heckeroth Afrika 2008, Teil 4

Hallo Lutz,

ich übersende Dir eine kleine Bilderauswahl aus dem Krügerpark. Falls du einige davon an meinen Bericht anfügen möchtest bitte gern. Es folgen noch ein paar von Land und Leuten aus den Drakensbergen und dann auch der letzte Abschnitt Jagd. Derzeit komme ich einfach nicht dazu, die Berichte fertig zu schreiben. Gut, daß alles per Hand aufgezeichnet wurde und ich mich nicht erinnern muß. Die Einzelheiten wären alle schon längst vergessen. Zum guten Schluß wird dann auch noch die Würdigung des Lutz Möller Geschosses S folgen.

Gruß Stephan, Dienstag, 22. Juli 2008 12:52

Wir reisen durch das Phabenitor im Süden ein.

Kaffernbüffel am Wasser

Argwöhnische Tüpfelhyäne

Elefanten im Gras

? Vogel

♂ Klippspringer

Junge Kududame

Halbsteppe im Krügerpark

Löwin am Wegesrand

Der Löwen Beute - Steppenzebrae kommen vom Wasserloch

Vermutlich ein Kormoranart

Buschbock

Afrikanische Elefant am Wasserloch

Wasserspiele

Weites Land mit Halbsteppe

Impala am Wasser

Huhn, bestens getarnt, aber es geht fast noch besser …

…. männlicher Kudu und Impala.

Warzenkeiler, alter Haudegen, ein Degen ab.

Seeadler

In der Ferne kleine Hügel

Krokodil beim Sonnenbad

Vermutlich ein Drosselart

Gnue in der Ebene. Offenes, weites Land

Die Gnue werden auch nicht verschmäht, junger männlicher Löwe

Aussichtspunkt nicht nur für die Löwen

Kapitaler Wasserbock



Ganz weites Land



Ralle auf des Hippo Kopf

Breitmaulnashörner

Hornrabe



Schlafende Tüpfelhyäne



Büffel im Morgennebel



Die größten Sieben Afrikas – alle tragen Namen – aber ich kenne sie nicht !

Wir verlassen den Park und fahren in die Darkensberge (Bilder folgen)

Krügertor im Westen



In der Mitte Paul Krüger

Den Gründern und Förderern des Parks einen herzlichen Dank von hier aus.

23. Juli 2007

Heckeroth, Afrika 2008, Letzter Teil

21. Juni 2008, 6:40 Uhr Sechster Jagdtag

Unser Jagdführer Marius hat bis Mittag von uns frei bekommen, da seine Verlobte kurzfristig eingetroffen ist und die beiden sich selten sehen. Außerdem planen sie für August ihre Hochzeit und haben deshalb vieles zu besprechen. Wir schnappen uns den Wagen und den schwarzen Jagdhelfer und ziehen auf eigene Faust los. Nach rund 1 Std. treffen wir auf einen ordentlichen Keiler. Diethard und Patrik (Schwarzer Helfer) pirschen sich an. Leider fehlt Diethard die Sau eindeutig, denn der Keiler überfällt den Weg unmittelbar vor mir. Da mir nicht daran gelegen ist, bleibt er von mir unbeschossen. Im weiteren Verlauf gehen wir mehrfach Impala an, kommen jedoch nicht zu Schuß. Kurz vor Einbruch der Dämmerung sehen wir auf den Rückweg noch weibliche Kudu, von denen ich auch gern einen erlegen möchte. Der Schuß bleibt aber auch hier im Lauf, da die Dunkelheit schneller ist, als wir pirschen anpirschen können.

22. Juni 2008, 6:40 Uhr Siebter Jagdtag

Diethard erlegt um 7:50 Uhr einen weiblichen Impala für die Küche. Entfernung 110 m, Lungenschuß, Fluchtstrecke 25 m, Ausschuß; .30-06. Der weitere Tag verläuft mit etlichen Versuchen an Wild heran zu kommen, jedoch ohne Erfolg. Jetzt, da das meiste Wild erlegt ist, wird die Sache immer schwieriger, das richtige vor den Lauf zu bekommen. Bei mir steht nur noch der weibliche Kudu und gegebenenfalls Diethards weibliches Gnu auf dem Programm. Er hat den Abschuß an mich abgetreten bzw. wir vereinbarten, der Erste mit Möglichkeit zum Schuß schieße. Da Diethard inzwischen ein wenig Schwierigkeiten zu pirschen bekommen hat und die Gnue nur auf längeren Pirschgängen zu erreichen sind, war er so freundlich. Diethard sinnt immer noch auf Sauen und eventuell noch auf einen besonders starken Impala.

23. Juni 2008, 6:40 Uhr Achter Jagdtag

Diethard jagt heute mal alleine, während ich auf der Nachbarfarm versuche mein Eland zu bekommen. Während meiner Abwesenheit erlegt Diethard um 12:15 Uhr einen Impalabock und um 16:00 Uhr, wie sollte es anders sein, einen weiteren Keiler. Impalabock, Entfernung 52 m, Lungenschuß, Fluchtstrecke 20 m, Ausschuß. Keiler, Entfernung 30 m, Kopfschuß, Flucht 0 m, Ausschuß; beide .30-06. Während dessen versuchen wir, Marius, Peter (von der Nachbarfarm) und ich meinen Eland zu finden. Ich mache es kurz, wir sehen zweimal Elande, davon versuchen wir einmal an die Herde heran zu kommen. Ohne Erfolg. Nachdem wir ohne größere Unterbrechung 10 Stunden nach den Elanden gesucht haben, stelle ich Peter am Abend zur Rede. Kurze Frage meinerseits: Wo sind die Elande? Kurze Antwort seinerseits: In der bisherigen Jagdzeit sind schon 40 Bullen erlegt worden und die restlichen seien so scheu, daß äußerst schwierig sei einen weiteren zu bekommen.

LM: So ist das spät in der Jagdsaison (in Südafrika) immer. Lehre: Reise früh!

Ok soweit, aber der Nachsatz erklärt alles weitere. Von den 40 Bullen sind etwa 35 vom Kraftwagen aus erlegt worden. Peter ist ein wenig bedrückt darüber, sagt aber nur, er sei der Verwalter der Farm und es bliebe ihm nichts anderes übrig als die Anweisungen seines Chefs (sitzt in Pretoria und ist Manager bei einer großen Bank) aus zu führen und das ihm das auch nicht gefallen würde.Darauf hin erkläre ich nur noch, die Elandjagd ginge am folgenden Tag nicht weiter.

24. Juni 2008, 7:30 Uhr wir fahren zum Fischen auf dem Loskop Damm.

Zu fischen ist nicht viel drin, da um den Damm herum aber Naturreservat ist, gibt es eine Menge zu sehen. Die folgenden Bilder ohne weitere Reihenfolge und Erklärung.

Gebirge am Ostufer

Weiblicher Riedbock, leider bekamen wir keinen männlichen in Anblick

Zebra mit Impalaen am Ufer

Uferbefestigung aus Schüttsteinen

Nashörner



Diethard hat noch Hoffnung !



Baum am Nordufer, ebenfalls Schüttsteine.



Nyalabulle



Leopardenbucht, leider heute nichts zu sehen

Gewaltiges Nashorn



Echsen beim Sonnenbad am Abend

25. Juni 2008, 6:40 Uhr Neunter Jagdtag

Gleich um 7:50 Uhr fehlt Diethard ein weibliches Impala auf 140 m. Ganz sicher sind wir uns bei der Sache nicht, doch Marius erklärt das sein ein Fehlschuß gewesen. Nun, Schweiß finden wir keinen, auch keine anderen Anzeichen eines Treffers. Wir suchen auf unseren Wunsch hin weiter 1 Stunde nach, jedoch ohne Erfolg. Gegen Mittag kommen wir wieder an Impalae heran. Diethard schnappt sich meine Waffe, mit der er vorher keinen einzigen Schuß abgegeben hat. Er verschwindet mit Marius im Busch und kurze Zeit später fällt der Schuß. Auf 60 m erlegt er ein weibliches Impala, daß im Feuer fällt und liegt. Der Einschuß sitzt auf dem Blatt, der Ausschuß auf den Rippen; 7x65R. Am Nachmittag erlege ich dann das letzte Stück der Reise. Auf 125 m stehend ohne weitere Auf- oder Anlage fällt mir noch ein Küchenimpala zum Opfer. Der Schuß liegt in der Höhe gut, jedoch ein wenig zu weit hinten. Nichts desto trotz fällt das Stück im Feuer.

Impala, stehend freihändig, Entfernung 125 m, Fluchstrecke 0 m, Ausschuß; 7x65R KJG

Der letzte frei stehende Schuß stimmt mich sehr zufrieden, denn bisher hatte ich es stets vermieden frei Hand zu schießen. Warum eigentlich? Nun auf dem Schießstand erreiche ich stets über 190 Ringe in den 4 jagdlichen Disziplinen, da ist doch auch der Keiler dabei.

LM: Waidmannsheil!

26. Juni 2008 Abreisetag

Am Morgen machen wir eine letzte Fahrt über die Farm, zwar mit Waffe, aber ohne ernste Absicht. Die Waffe wird nur mitgeführt, um einem seit einigen Wochen bestätigten Karakal (Luchs) bei zufälliger Begegnung habhaft zu werden. Der Farmer hat schon einen richtigen Zorn entwickelt, da die letzten beiden Gäste den Luchs am hellerlichten Tage vor hatten, aber beide nicht fertig wurden. Danach verabschieden wir uns von allen und Marius fährt uns nach Johannesburg zum Flughafen. Mit einem kleinen Umweg bringen wir noch unsere Trophäen beim Präparator in Pretoria vorbei. Es ist immer von Vorteil, wenn man bei der Abgabe dabei ist, denn dann können Mißverständnisse hinsichtlich der Art der Präparation ausgeschlossen werden. Das gefällt mir sehr gut, denn ich sehe selber was die Dame beim Präparator auf den Auftragszettel schreibt und kann direkt gegenzeichnen. Der Präparator in Pretoria ist zwar nicht der günstigste und auch nicht der schnellste, aber er liefert hervorragende Arbeit ab und schließlich will man sich ja später an den Trophäen erfreuen und sich nicht darüber ärgern.



Diethard mit Trophäen beim Präparator



Stephan mit Trophäen beim Präparator

Übrigens haben wir uns dort noch eine Weile aufgehalten und den Damen und Herren bei ihrer Arbeit zugesehen. Phantastisch ist zu sehen, wie gut die das alles hinbekommen. Außerdem hängen dort hunderte (!) Trägerpräparate an den Wänden und dutzende von Vollpräparaten füllen die Hallen, da könnte man locker einen ganzen Tag umherwandeln. Von der Giraffe bis zum Nashorn haben die alles in Arbeit. Einziges Tier das fehlte war ein Elefant.

So jetzt habe ich endlich die Zeit gefunden alles zu berichten. Bleibt zu erwähnen, der Afrikavirus hat wieder Auffrischung erhalten hat und eine weitere Reise wird für 2010 vorgesehen. Ich werde dann weniger als jagender Gast, sondern mehr als Organisator und Reisebegleitung in Erscheinung treten. Ich biete zwei Gruppen zu zwei Jägern (und je zwei nichtjagenden Begleitungen möglich) die Organisation und Begleitung einer Reise an.

Zusammenfassung

Nachdem nun alle Geschichten und Berichte zu Stephan Heckeroth Afrika 2008 erfolgt sind, soll die entsprechende Einschätzung und Würdigung der zum Einsatz gekommenen 7 mm und 7,6 mm KJG spitz erfolgen. Damit erlegten wir wurden 21 Stücke Wild. Zuerst möchte ich den verschiedenen Kalibern die Stücke noch einmal zuordnen.

Der .30-06 mit 7,6 mm KJG 8 Gramm spitz fielen 14 Stücke zur Beute, 1 Steinböckchen, 3 Impala, 4 Bleßböcke, 5 Warzenschweine und 1 Gnubulle

Der 7x65R mit 7 mm KJG 6,75 Gramm spitz fielen 7 Stücke zur Beute, 1 Steinböckchen, 2 Impala, 1 Oryx, 1 Kudubulle und 2 Gnubullen.

Die Gewichte der Gestreckten lagen zwischen 8 kg beim Steinböckchen und 270 kg beim Gnubullen. Die Gewichte der einzelnen Arten betragen (Höchstens)

Steinböckchen 8 kg
Impala 65 kg
Bleßbock 80 kg
Warzenschwein 130 kg
Oryx 200 kg
Kudu 250 kg
Streifengnu 270 kg

1 Bleßbock wurde angeschweißt, kam aber inzwischen durch Marius zur Strecke. Zwei Tage nach dem wir abgereist waren konnte er den weibl. Blessbock von seinem von mir angetragenen Laufschuß erlösen. Vier Schüsse trafen das Ziel nicht, je zwei Diethard und Stephan. Auf zwei weitere Bleßböcke trugen wir Fangschüsse an. Drei Geschosse konnten geborgen werden bzw. erbrachten keinen Ausschuß. Allerdings wurden allesamt erst auf der Ausschußseite durch die Decke aufgehalten. Davon fallen zwei auf die .30-06, bei folgenden Wildarten: Einmal bei einem Bleßbock und einmal bei einem Gnu. Ein Geschoßrest (Bild ist bereits eingestellt) von der 7x65R bei einem Gnu.

Die Fluchtstrecken lagen zwischen 0 m und 250 m, wobei die nächst kürzere Fluchstrecke nach den 250 m von Diethards Gnu schon nur noch bei 130 m liegt, Stephans Gnu und sonst keine Strecke 80 m überschreitet.

Abschließende Würdigung

des Lutz Möller KJG 2007 mit schwarzer Kappe.

Sowohl Diethard als auch ich sind uns einig darüber, man kann bedenkenlos mit den beiden aufgeführten Geschossen auf jegliches Wild in Afrika waidwerken, die Dickhäuter selbstverständlich ausgenommen. Ich hätte auch ohne Bedenken auf einen passenden Elandbullen geschossen, das ja leider nichts wurde.

Was die Steckschüsse angeht, scheinen uns die errechneten Werte jeweils nicht vollständig erreicht worden zu sein. Denn es wird Knochen- und Fleischleistung errechnet.

LM: Beachte: Die Angaben gelten entweder für Fleisch oder Knochen, nicht für beide gemischt oder hintereinander!

Der Weg durch einen Bleßbock stellt in keiner Richtung die errechneten Werte in Summe dar, zumindest hier sind die Zweifel groß. Bei den beiden Gnutreffern sieht das ein wenig anders aus, hier wurden jeweils der Pansen angekratzt und bekanntlich ist Flüssigkeit nur schlecht zu verdichten, so daß man diese beiden Steckschüsse durchaus als hinnehmbar einordnen kann.

Diethard hatte keine Erfahrungen mit Deinem KJG, will aber, sobald seine Vorräte aufgebraucht sein werden, alles nach und nach auf Deine KJG umstellen. Da ich auch schon mit den alten KJG unterwegs war, kann ich auch einen gewissen Vergleich feststellen. Die Menge der Abschüsse ist sicherlich noch zu gering um absolute Aussagen treffen zu können, ich für meinen Teil bevorzuge die alten, etwas schwereren KJGe. Auf die 10 m Reichweite kann ich gut verzichten, denn die 300 m Marke habe ich bisher noch nicht überschritten. Aus diesem Grund und für die Büffelvorbereitungen möchte ich denn auch hiermit 300 Stück 9,3 mm KJG alt, 12 Gramm, mit den alten Werten um 82 cm Fleischleistung ordern. Ich fühle mich damit besser aufgehoben. Von den 7 mm KJG alt habe ich noch einige und nach Verbrauch der Afrikapatronen werde ich auch dort dann wieder auf die Alten umstellen.

Somit haben wir gern mitgeholfen die Liste der Beweise weiter auszubauen und wünschen Dir weiter viel Waidmannsheil und Schaffensfreude. Die Arbeit beim KJG ist getan, daß sehe ich auch so, aber es gibt sicherlich neue Aufgaben und Ziele. Zuletzt möchten Diethard und ich unsere weitere Hilfe anbieten und falls du Arbeit hast, die wir gegebenefalles leisten könnten, scheue dich nicht anzufragen.

LM: Danke Stephan und Diethard für die Mühe diesen Schönn Bericht zu verfassen.

Gruß, Stephan, am 17. August erhalten

Afrika