Lutz Möller .30"-06 Munition

Jagdgeschichten Seite 9

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.30-06 Spring-ins-Feld

Betreff: Fluchtunfähig

Moin Lutz,

Tatort vor dem Tatort um 16:50 h. Schußentfernung etwa 80 m

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LM: Schöner hoher Lungenschuß mit angekratzter Wirbelsäule. Sehr gute Zielwahl und ebenso gut getroffen. „Fluchtunfähig“, wie Du ganz richtig schriebest. Das Reh fiel am Platz! Nachsuche entfiel. Kein Scharfrand benötigt!

. Lutz Möller Munition im Kaliber 30-06 Spring-ins-Feld (in diesem Falle 30-06 Fiel-im-Wald.

Gruß Mathias Donner, Gesendet: Sonntag, 4. Januar 2015 18:31

Von meinem Samsung Galaxy Smartphone gesendet.

Keiler fiel im Feuer

Betreff: MJG .30-06

Mein erster Messing-Keiler mit 80 kg fiel im Feuer. Ein- Ausschuß wie schon oft beschrieben. Klasse!

Herzl. Waidmannsheil und gesegnetes neues Jahr aus Franken.

Jörg Schlei, Freitag, 2. Januar 2015 11:54

kurze .30-06 tritt wie ein Pferd

Hallo Herr Möller,

ich arbeite z. Zt. mit einer Steyr-M-Luxus, ältere Ausführung .30-06 mit 50,8 cm Lauf

LM: Für die Patrone zu kurz. Siehe Stutzenlauf

Damit gehöre ich auch zu den Jungjägern, die diese „Empfehlung“ damals bekommen haben. Die Waffe trifft sehr genau - tritt aber auch wie ein Pferd + bibt die üblichen, störenden Nebenwirkungen des zu kurzen Laufes. Bisher konnte ich damit leben. Nach einer schweren Schulterverletzung geht das mit dem massiven Rückschlag jetzt nicht mehr. Die Waffe ist 15 Jahre alt.

Frage: Lohnt hier noch eine Bremse anzubauen?

LM: Gewiß, allerdings nur mit Gehörschutz!

Oder lohnt mit Ihrer Munition den Rückstoß zu mindern?

LM: Ja, insbesondere in Verbindung mit meiner HDP-Bremse

Oder soll ich besser doch die Waffe wechseln u. einen Kaliberwechsel + längerem Lauf vornehmen auf 308, 6,5x55, 6,5x57, 7x64?

LM: 6,5x55 oder 6,5x57 sind selten - empfehle ich nicht. 7x64 ist für Sie mit Ihre kaputten Schulter zu kräftig. Wählen Sie die 7x57. Auch dafür paßt die Bremse. Das muß deshalb aber gar keine ganz neue Waffe werden. Lassen Sie in die alte Büchse einen 60 cm langen, neuen  7x57 Lauf einschrauben. Der sollte gleich ein 12 mm langes M15x1 Feingewinde aufweisen. In Ihem Falle, wählen Sie den Lauf etwas stärker, als die üblichen 15 - 17 mm Mündungsdurchmesser. Dann spüren Sie mit der Bremse den Rückstoß kaum mehr. Das Gewehr könnte dann ein schmächtiges kleines Kind schießen - „tritt“ nurmehr wie ein Luftgewehr.

Bejagt wird alles vom Fuchs bis zum Hirsch. In der Regel Schußentfernung bis 200 Mtr., Vorgabe bleifrei!

LM: Klar. Ich schieße mit der 7x57 meines Freundes Svante in Schweden damit erfolgreich Reh, Sau und Elch.

7x57 Munition

Möller 7x57 Muntion in Schweden

Möller Sauen

Möller 7x57 Sauen in Schweden. Waffe 7x57 Tikka.

Svante Elchkalb 2015

Mein Freund Svante, lockte heute morgen dieses 80 KG Elchkalb und streckte es mit seiner Tikka.

Über eine Empfehlung würde ich mich sehr freuen

Waidmannsheil, H:L., Donnerstag, 8. Januar 2015 15:48

Munition für Steinböcke im Pamir Gebirge

Hallo und guten Tag Herr Möller,

ich habe die Freude im Herbst im Pamirgebirge zur Steinbockjagd zu gehen. Der Veranstalter empfiehlt .300 Win. Mag. als Munition zur erfolgreichen Jagd.

LM: Gar nicht dumm.

Ich jage u.a. mit einer Sauer 90 und Ihren 30-06 MJG Geschossen. Reicht das Ihrer Meinung nach für die Steinbockjagd, kurze bis mittlere Entfernungen (wie weit).

LM: Ja, bis 300 Meter. Die Steinböcke dort sind große Tiere.

Oder sollte ich tatsächlich nach einer Sauer in .300 Win. Mag suchen, weil besser?

LM: Erst fragen Sie den Veranstallter wie weit üblich geschossen wird und in welcher Höhe über dem Meer und bei welchen Lufttemperaturen gejagt wird. Damit melden Sie sich wieder bei mir.

Weidmannsheil und danke für Ihre Antwort, Uwe Siedler, Montag, 23. Februar 2015 14:34

Maibock 1

Hallo Herr Möller,

bisher schoß ich zwei Böcke mit Ihrem Geschoß 7627 aus der .30-06. Diesen Bock (aufgebrochen  12 kg) fing ich auf 80 Meter mit meinem 98er im Ziehen. Der Bock ging noch 10 Meter. Dan file und lag er.

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Obwohl ich nicht schlecht abgekommen war, fanden sich starke Einblutungen auf beiden Seiten. Leider versäumte ich Bilder vor dem Abziehen zu machen, weil äußerlich kein großer Schaden erkennbar war. Der Wildbretverlust war trotzdem nicht dramatisch, aber ganz zufrieden war ich nicht.

Waimannsheil WK,  Sonntag, 17. Mai 2015 16:16
p.s. sie können diese Nachricht und die folgende gerne anonymisiert veröffentlichen.

Maibock 2

Hallo Herr Möller,

hier ist der zweite Bock (aufgebrochen 17,5 kg) von heute, geschossen mit meiner Sauer 303 in 30-06 auf gemessenen (Leica Geovid) 178 m. Der Bock fiel im Schuß, der auch die Wirbelsäule erwischte. Äußerlich sieht er genau so aus wie der letzte - Ein- und Ausschuss mehr oder weniger kalibergroß.

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Innen war fast nichts zerstört. Ich bin nur gespannt, ob er auch wieder Einblutungen hat. Morgen abend oder übermorgen, weiß ich mehr und werde mich melden.

Waidmannsheil, WK

100 mal Erfolg

Hallo Herr Möller,

vollkommene Munition! Hundert Stück verschossen, keine Nachsuche, sichere Wirkung. Jetzt brauche ich wieder neue Patronen, bestelle gleich für einen Freund mit.

Herzliche Grüße! LS,  Dienstag, 26. Mai 2015

Sau fällt, Fuchs flüchtet

Herr Möller,

gestern beim Ansitz fielen die ersten zwei Stücke mit der H+K SLB 2000 in .30-06. Ein schwacher Fuchs auf 130 m lief mit einem Diagonalschuß noch gut 30 m! Der ♂ Überläufer (mit 45 kg aufgebrochen) fiel mit Treffer hinter dem Blatt sofort. Leider keine Bilder.

Waidmannsheil, G.H., Samstag, 13. Juni 2015 21:19

Doppelzentner Sau

Tag Herr Möller,

anbei schicke ich Ihnen noch ein paar Bilder von meinem ersten Keiler, den ich im Oktober 2014 mit Ihren Geschossen aus der .30-06 in unseren Revier in NÖ mit bester Zufriedenheit erlegte.

102 kg Keiler

Eder mit Keiler

102 kg aufgebrochen, Waffen 18,5 cm lang!

Mfg WmH Manfred Eder,  Freitag, 19. Juni 2015 14:35

7611

7611

Hallo, Herr Möller,

Ihre 7611 Geschosse sind angekommen und verladen. MJG 7611, 3,5 g R902 , RWS Hülse, CCI 200 Zündhütchen, 84 mm lang

7611

4 Schuß - Ergebnis , Blaser K 95, 100 m.

Was will man mehr? Danke!

Mit freundlichen Grüße und Waidmannsheil,Harald Krahmüller,Gesendet: Dienstag, 7. Juli 2015 16:40

LM .30-06 Munition begeistert

Einen schönen Sonntag, Herr Möller!

Gestern war ich endlich mit meiner gereinigten Büchse a.d. Schießstand und feuerte drei Schüsse .30-06 L.M. Munition in einen 3 cm Kreis. Der Treffersitz begeistert mich!

LM: Gut - durch Übung werden Sie noch besser treffen.

Bis bald und Waidmannsheil! Roland Hein, Sonntag, 19. Juli 2015 15:57

Gestreckte Reichweite

Hallo Herr Möller,

ich verschieße zur Zeit eine Norma Vulkan .30-06 mit eine GEE von 185 Metern. Ihre Munition wurde mir von einem Jagdkameraden empfohlen, da ich damit deutlich weiter schießen kann.

LM: Die gestreckte Reichweite ist ein bedeutender Vorteil.

Wieviell kostet ein Päckchen mit 50 Patronen? Ich benötige drei Paketen interessiert. 

MfG, Dr. Werner Templin, Sonntag, 9. August 2015 12:25

Das beste je

Betreff: Ihre .30-06 Geschosse

Sehr geehrter Herr Möller,

beim Verladen Ihrer Geschosse in die .30-06 Patronen hatten wir etwas Schwierigkeiten. Da wir die Vorzugsladung ( Pulver) für das Geschoß 7611 noch nicht haben, benutzten wir Norma 202 nach Ihren Vorgaben.

Die Waffe wurde gereinigt. Dann ging's auf den 100 m Schießstand. Mein Freund und Wiederlader lud mir sechs Patronen mit Cineshot- und zwei mit RWS Hülsen. Ich schoß 2 Cineshot. Die Treffer fanden sich nicht auf der von uns eingespannten Scheibe. Wir entdeckten Sie dann 25 - 30 cm außerhalb der Mitte auf der Pappe, die unsere Zielscheibe hielt. Leider machte ich keine Bilder.

LM: Die erhebliche Ablage war kein Wunder. Siehe Einschießen, auch Knalldämpfer einschießen.

Nun jubelte es in uns, da beide Geschosse Loch-in-Loch beisammen waren.

LM: Sehr schön. Da lockt der 10 mm Verein mit wertvollen Preisen für beste Leistungen!

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Am Zielfernrohr gedreht | wieder geschossen | nochmals gedreht | Mit den letzten 2 Cineshot kam dann dieses Bild zustande. Danach nahm ich die 2 RWS Geschosse, genau das gleiche Bild nur etwas versetzt.

Abends ging ich dann zum Ansitz und hatte Glück. Mir kam ein Schmalreh auf 70 m.

Am Anschuß fand ich ein Stück Leber und viel Schweiß. Das Stück lag 10 m neben dem Anschuß, allerdings im Maisacker.


Übrigens lassen sich Ihre schwarzen Kappen gut montieren. Also ich hatte keine Schwierigkeiten damit. Also alles in allem das beste Jagdgeschoß daß ich bisher hatte.

LM: Danke für Ihr Lob. Dafür arbeite ich.

MfG, Peter Eichhorn, Dienstag, 1. September 2015 16:06

Zerschossen

zu .30-06 MJG 7611 Das beste je

Sehr geehrter Herr Möller,

gerade schickte mir mein Jagdfreund Bilder des abgezogenen Rehes.

ab

Reh aus der Decke

Was meinen Sie dazu?

MfG Peter Eichhorn Gesendet: Dienstag, 1. September 2015 17:44

Nun, Herr Eichhorn,

bedenken Sie selbst, was Sie oben schrieben, nämlich „Am Anschuß fand ich ein Stück Leber und viel Schweiß.“, dazu das ausschußseitige Bild der Kammer von innen mit großflächig zerbrochene Rippen. Wieso?

Reh

Reh von oben. Lies dazu Wildscheibe

Der Treffer folgt nicht guter Zielwahl, nämlich möglichst breit knapp hinter den Vorderläufen über dem Herzen hoch quer durch die Lungen, sondern muß eher als verunglückter Leberknotenschuß erkannt werden, nämlich schräg in die Kammer hinten rein und noch weiter hinten schräg in die Leber.

Das fetzt!

Genauer: Die nasse Leber bietete dem Geschoß einen ganz erheblichen Zielwiderstand. Lies Zielwirkung und Wundwirkung. Die sich darobhin explosionsartig ausbreitende Druckwelle zerriß Leber un Kammer und schädigte.  Bei diesem Treffer ist das so.

Mein Geschoß verzeiht solche wenig gute Treffer in Maßen, weil ich seinen Krafteintrag bestimme und begrenze.

Gleichwohl sollen Sie künftig gute Zielwahl beachten, damit Sie auch die leckere Leber verzehren können. Schießen können Sie ja.

Waidmanns Heil, Lutz Möller

Danke für Ihren Rat

Betreff: .30-06 MJG 7611

Hallo Herr Möller,

zuerst möchte ich mich für die schnelle und durch Fachwissen untermauerte Antwort bedanken.

LM: Bitte sehr, bitte gern.

In Zukunft werde ich mich bemühen, meine Schüsse drei Finger breit mittig hinter's Blatt zu setzen.

Reh

LM: Nein. Zu tief. Mittig liegen noch Herz oder Schlund. Halte höher, über den Schlund. Am besten durch Lungen und Hauptschlagader knapp unter dem Rückrat. Da sitzt der beste Treffer.

Aber zur Wildbretentwertung wäre zu sagen, jene war nicht übermäßig groß. Rücken, Vorder- und Hinterschlegel sowie der Hals waren unversehrt. Von den Rippen hat man auch noch was gehabt. Was will ich mehr?

Präzision, Tötungswirkung und Wildbretverlust sind hervorragend.

Eine Frage hätte ich noch. Welches Geschoß nehme ich für meinen Krieghoff - Drilling - Plus mit Horneteinstecklauf von Lothar Walter.

LM: Schießen Sie die große Kugel mit MJG!

MfG, Peter Eichhorn, Mittwoch, 2. September 2015 14:28

1. Einsatz um 6:15

Guten Morgen, lieber Lutz Möller!

Heute morgen kam meine  .30-06 am Wild zum ersten Einsatz. Um 06:15 Uhr kam ein Keiler von rechts. Bilderbuchlage. Auf 12 Uhr blieb er stehen. Ich nutzte den Augenblick und ließ eine Wohlgebaute aus dem Hause Möller fliegen.

Ein Knall  - und - nichts geschah!

Durchs ZF sah ich den Bassen an und fluchte innerlich. Doch dann, nach einer gefühlten Ewigkeit (vermutlich waren es 2 Sekunden) fiel der Kerl um! Keine Flucht, kein Zappeln - einfach mausetot! Sowas hab ich noch nie erlebt, gesehen oder gehört!

LM: Lies „Wie stirbt Wild?“!

Ich bedanke mich, auch im Nahmen meines nachsuchen Hundes,

LM: den das wohl eher langweilt

für diese Patronen und freue mich auf meine nächste Bestellung!

LM: Ich auch!

Beste Grüße zum Wochenende und Waidmannsheil! Roland Hein, Freitag, 4. September 2015 11:45

7611 Bock auf 220 Schritte

Herr Möller,

den letzten Bock erlegte ich aus der .30-06 mit dem 7611 MJG auf 220 Schritte erlegt. Ein hervorragendes Geschoß! Der Bock fiel im Feuer und lag. Er stand nur etwas unglücklich schräg, so traf der Einschuß ihn sauber hochblatt, jedoch trat der Ausschuß diagonal vor dem Hinterlauf austrat.

LM: Ein Diagonalschuß

D.h der Schuß ging durch den Pansen. Dessen Inhalt drückte der Druck regelrecht ins Fleisch. Da erschrak ich erst mal.

LM: Bei Diagonalschuß müssenSie damit rechnen.

Es sah doch sehr unschön aus. Aber Wasserstrahl und Messer reinigten das Ganze doch recht gut. 100% verwertbar.

Überzeugungsarbeit zu leisten ist recht mühselig. Mein Freund und Fleischverwerter ( Metzger) fand 2 Splitter des Geschosses im Rücken (die anderen 2 Splitter habe ich entfernt, mir aber nichts dabei gedacht) und meinte, man könne das niemandem zumuten. Wenn da einer draufbeiße, solltest du noch Zähne zahlen.

Aber erstens sieht man die Splitter sehr gut und zweitens wie war, oder wie ist das mit Bleimunition! Für mich ist das MJG trotz allem Gehader und wenn und aber, das beste Geschoß überhaupt.

LM. Ja. Danke.

MfG Peter Eichhorn, Mittwoch, 30. September 2015 00:54

.30-06 gg. .308 unwirtschaftlich

Sehr geehrter Herr Möller!

Die Erkenntnis Ihres Kunden ist zwar nicht bahnbrechend, aber richtig. Das haben Sie ja auch bestätigt, aber nicht erklärt, worauf dieses Phänomen zurückzuführen ist. Die Erkenntnis, daß Kurzpatronen in der Leistung gegenüber den längeren Standardpatronen kaum zurückfallen, verdanken wir den amerikanischen Unterhebelrepetierern. Diese hatten nicht so lange Systeme, wie bspw. das deutsche Mausersystem, sodaß auch kürzere Patronen erforderlich waren. Die Hersteller wollten stärkere und insbesondere rasantere Patronen anbieten, als die Oldtimer .30-30 Winchester und .303 Savage. Vorreiter dieser Entwicklung war Savage, wo nach dem 1. Weltkrieg eine Nachfolgepatrone für die schon etwas betagte .303 Savage gesucht wurde. In der Leistung solltesie gegenüber der Mauserpatrone 7x57 (sie war damals das Maß der Dinge in den USA!) nicht zu weit zurückfallen. Es entstand daraufhin eine noch heute sehr bemerkenswert moderne Patrone, nämlich die .300 Savage. Mit einer Hülsenlänge von 47,5 mm und 30 ° Schulter, sowie fast parallelen Hülsenwänden war sie ihrer Zeit weit voraus. Sie kann als Vorläuferpatrone der .308 Winchester gelten. Die Entwickler der Natopatrone haben sich weitgehend an ihr orientiert. Das Ergebnis konnte sich auch von der Leistung her durchaus sehen lassen. Mit der Kurzpatrone erreichte man das Leistungsniveau
der 7x57 bei sogar geringfügig niedrigerem Druck. Da das Modell 99, für welches die Patrone konzipiert war, kein Röhrenmagazin, sondern ein Trommelmagazin (ähnlich dem Schönauer-Magazin) hatte, konnte sie auch mit Spitzgeschoßen geladen werden und war damit der .30-30 haushoch überlegen.

Zu erwähnen wäre vielleicht noch, daß sie aus der einige Jahre vorher entstandenen, bei uns leider weitgehend unbekannten .250-3000 Savage entwickelt wurde. Diese ebenfalls sehr moderne und effiziente Patrone kennt man bei uns hauptsächlich als Mutterhülse der .22-250 Remington, die ursprünglich als Wildcat aus dieser entstanden ist.

Der Grund, warum kürzere Patronen effizienter als längere Patronen sind, liegt an der Pulversäule und deren Anzündung. Innenballistisch ideal wäre, wenn das Pulver nicht von unten her, sondern in der Mitte gezündet werden würden. Dies ist aber technisch nicht möglich. So ist für die optimale Umsetzung das gute Durchzünden der Treibladung von entscheidender Bedeutung. Hierbei tritt, da die Zündung von unten erfolgt, der sog. "Briketteffekt" auf. Untere Pulverschichten brennen schneller an, als die oben liegenden Pulverschichten, was dazu führt, daß die noch nicht angezündeten Pulverschichten stark komprimiert werden (eben wie in einer Brikettpresse). Das stark verdichtete Pulver zündet natürlich bei weitem nicht mehr so gut. Man kann das durchaus mit Kohlenstaub vergleichen, der sehr leicht entzündlich ist, was sich aber radikal ändert, wenn dieser Kohlenstaub zu einem Brikett gepresst wird, das dann sehr langsam brennt. Um die verdichteten Pulveranteile zu zünden vergeht Zeit und geht Energie verloren, die bei der Beschleunigung des Geschoßes fehlt. Dieser Effekt tritt stärker auf, je höher die Pulversäule ist, die angezündet werden soll, je langsamer brennend das Pulver ist, und je ausgeprägter der Flaschenhals der Hülse ist. Kurze Hülsen mit kurzer Pulversäule haben da natürlicheinen erheblichen Vorteil, weil das Pulver besser durchzündet und die darin gespeicherte Energie umsetzt.

Am stärksten ist dieser Effekt bei Overborepatronen, bei denen der Einsatz von Treibmittel zuerzielter Leistung in überhaupt keinem vernünftigen Verhältnis mehr steht. Diese Patronen würden sehr viel längere Läufe benötigen, als sie heute üblich sind, um auch nach Überwindung des Briketteffektsnoch ordentlich Leistung aus dem Treibmittel zu holen. Läufe von 80 - 100 cm wären da keineswegs übertrieben. Ob so etwas für Jagdwaffen überhaupt noch Sinn hat, ist natürlich eine ganz andere Frage!

Anhand der .308 und der .30-06 ist das sehr schön zu sehen. Die .308 Winchester steht der .30-06 kaum nach und ist ihr in kürzeren Läufen sogar überlegen. Schon bei den heute üblichen 56 cm Läufen besteht praktisch kein Unterschied mehr zwischen den beiden Patronen. Dabei hat die .308 Winchester alle Vorteile auf ihrer Seite. Sie kann in Kurzsystemen untergebracht werden, ist präziser, hat weniger Rückstoß, verträgt kurze Läufe besser und verbraucht weniger Ressourcen. Lediglich bei den ganz schweren Geschoßen (13 - 14 g) hat die .30-06 die Nase noch vorne. Allerdings sind schon einige Hersteller dazu übergegangen, auch die .30-06 mit 305 mm (1 : 12 Zoll) Drall auszustatten (ursprünglich war die .30-06 für einen 1:10/254 mm Drall ausgelegt), da in den gemäßigten Breiten ohnehin niemand schwerere Geschoße als 11,7 g verwendet. Mit dem längeren Drall können die schweren und langen Geschoße dann auch in der .30-06 nicht mehr ausreichend stabilisiert werden. Bemerkenswerterweise will die Jägerschaft diese Fakten nicht zur Kenntnis nehmen und verlangt fast ausschließlich nach der .30-06, weil diese den Mythos der besseren Jagdpatrone hat. Man sieht, wie zäh solche Mythen sind, mit Vernunft haben sie jedenfalls nichts zu tun! Genau genommen ist die .30-06 durch das Erscheinen der .308 obsolet geworden. Trotzdem glauben die meisten Jäger bei uns, daß die .308 eine gute Scheibenpatrone ist, für die Jagd sei aber die .30-06 viel besser.

Zu erwähnen wäre vielleicht noch, daß die .308 Winchester noch lange nicht das Ende der Fahnenstangeist. Noch kürzere und kleinere Patronen setzen das Pulver natürlich noch besser um, als diese. Die russische 7,62 x 39 beispielsweise schafft auch aus kurzen Sturmgewehrläufen einen Wirkungsgrad von ca. 35 %. Von solchen Werten können Standard- oder gar Magnumpatronen nicht einmal
träumen!

Ich verbleibe mit freundlichen und weidmännischen Grüßen Ludwig Vogl, Donnerstag, der 1. Oktober 2015

.30-06 gg. .308 unwirtschaftlich II

Betreff: .30-06 vs. .308

Sehr geehrter Herr Möller!

Erlauben sie mir noch einen kurzen Nachtrag zu diesem Thema.

Die bessere Effizienz der .308 gegenüber der .30-06 wird natürlich auch vom kleineren Hülsenvolumen maßgeblich beeinflußt. Ein kleineres Hülsenvolumen benötigt weniger Treibmittel um den Arbeitsgasdruck zu erreichen, als ein größeres. Ein Gedankenexperiment kann dies zeigen: eine gegebene Menge Pulver, sagen wir 2,9 g erzeugt bei der .308 einen Gasdruck von 3.550 bar.

Füllen wir dieselbe Menge des gleichen Pulvers in die .30-06 und verladen das gleiche Geschoß, dann sinkt der Gasdruck erheblich (wahrscheinlich um die 800 bar). Dies wiederum führt zu einer deutlich geringeren Geschwindigkeit und Leistung. Die .30-06 braucht also schon mehr vom selben Pulver, um das gleiche Druckniveau zu erreichen (schätzungsweise 3,2 g).

Will man den größeren Hülsenraum der .30-06 nutzen, dann wird man aber nicht das Pulver verwenden, das man bei der .308 verwendet hat, sonder ein progressiveres Treibladungsmittel, damit man eine ordentliche Ladedichte von über 90% erreicht. Da wären es dann etwa 3,5 g des progressiveren Pulvers, das eingefüllt werden muß, um das gleiche Druckniveau zu erreichen. Ein Teil der größeren Pulvermenge wird aber vom stärkeren Briketteffekt aufgefressen (höhere Pulversäule, progressiveres Pulver). Deutlich schneller wird die .30-06 dann nur, wenn auch ein längerer Lauf verwendet wird!

Noch schlechter sieht es aus, wenn die .308er Ladung auf eine .300 WM übertragen wird. Das Pulver verliert sich in der voluminösen Hülse und erzeugt nur geringen Druck. Die Leistung fällt in den Keller und es muß noch deutlich mehr Pulver eingefüllt werden, um das gleiche Druckniveau, wie die .308 zu erreichen (schätzungsweise wären das dann ca. 4,2 g). Alle für die .30-06 aufgezeigten Effekte gelten für die .300er natürlich in verstärktem Maß.

Man sieht also, der kleinere Hülsenraum braucht weniger Treibladungsmittel, um „auf Touren“ zu kommen. So, wie etwa ein kleinerer Turbolader schneller anspringt und Leistung abliefert, als ein größerer Turbolader. Die höhere Leistung des großen Turboladers kann nur bei höheren Drehzahlen (längeren Läufen) genutzt werden!

Ich verbleibe mit freundlichen und weidmännischen Grüßen, L.Vogl, Dienstag, 6. Oktober 2015 17:09

.30-06 Munition Rückgabe

Lieber Herr Möller,

mittlerweile sind die ersten Drückjagden vergangen und ich nutze Ihre Munition und habe nun einige Erfahrung sammeln können. Die Präzision der Munition ist hervorragend, die Waffe schießt Loch in Loch. Leider überzeugt die Wirkung im Wildkörper, sowohl auf Rotwild, Schwarzwild, Damwild und Rehwild zumindest durch meine Hand nicht. Fluchtstrecken mit Kammerschüssen > 200m sind nun bei mehr als 10 Stücken fast die Regel.

LM: In der Dichte und Häufigkeit kaum zu glauben. Bilder? Beachte Vorhaltewinkel und gute Zielwahl! Ihre Nachricht widerspricht allem, das ich selbst mit der .30-06 erlebte oder mir berichtet wurde. Sie können das auf meinem Netzplatz nachlesen.

Besteht die Möglichkeit, Ihnen 1,5 Pakete Munition gegen Kostenerstattung zurückzusenden?

LM:  Ihre unangebroche Schachtel nehme ich gegen Erstattung zurück

Beste Grüße, Hubertus Kappen, Samstag, 7. November 2015 20:45

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