Schlitzbremsen

MagNaPort

6,5 mm Bremse, schräg

Wirkungslose 6,5 mm Schlitzbremse. Die Schlitze sind zu dünn, um hinreichend Gas entweichen zu lassen.

Krico, gebremst

Obige Bremse (etwas schlanker) an der Waffe. Die Arbeit ist gut gut ausgeführt. Die mangelnde Wirkung verantworte ich, nicht der BüMa, der nur nach meinen Anweisungen arbeitete.

Schlitzbremsen zu lang

Tag Herr Möller,

Eine Frage zu Rückstoßbremsen. Wo liegt der Vorteil einer hdp (runde Bohrungen) gegenüber einer Schlitzbremse? Fertigungstechnisch ist eine Bohrung simpler zu machen, als erodierte, oder gefräste Schlitze. Klar. Aber die Prallfläche müßte doch bei Schlitzen günstiger sein? Gerade, weil man die Schlitzbreite je nach Restgasdruck flexibler ändern kann als den Bohrungsdurchmesser. Bei meinen Kalibern sehe ich gerade mit leichten Geschoßen keinen echten Grund für eine Bremse. Aber ich hatte des öfteren Waffen-Kaliberkombinationen vor mir auf dem Sandsack, bei denen ich sofort eine montieren würde, wenn die Teile mir gehören würden.

Viel Erfolg bei der Erprobung der überarbeiteten Lutz Möller Geschosse! Waidmannsheil! Michael Stamm, Freitag, 8. Dezember 2006 17:18

Tag Herr Stamm,

die hdp-Bremse bietet gegenüber der Schlitzbremse gestaltbedingte größere Festigkeit und in Folge geringere Masse. Gerade bei die pulverstarken Magnumpatronen liegen an der Mündung gern noch 800 bar Druck an. Die sehen die der Mündung zugeneigten Bremsenwandungen (teilweise). Die Bremsen müssen also einige Kräfte aushalten. Die hdp spannt immer nur klein Bögen, die zudem noch gut abgestützt sind. Insofern sind die hdp-Bremsen kaum kaputt zu kriegen. Schlitzbremsen hingegen spannen weit und mit ungünstiger Gestalt. Damit die nicht brechen, müssen die Wandungen grob und damit schwer ausgeführt werden. Das erhöht natürlich das Gewicht. Für gleiche Auslaßgrößen bauen Schlitzbremsen folglich länger. Das aber will niemand. Mit 100 g Mehr Masse könnten die Jäger leben, aber um jeden Zentimer Waffenlänge wird heftig gegeizt. deswegen sind Schlitzbremsen für Jäger kein Lösung. Bei Panzern oder Haubitzen mag das anders sein.

Waidmanns Heil, Lutz Möller,

Wirkungsvolle 7,82 mm 6-Schlitzbremse aus Prag. Die Gasdüsen lassen hinreichend Gas durch und sind hinreichend tief. Leider baut sie durch die zu breiten Stege zu lang. Schmalere Stege wären besser. Je nach Größer würden 1,5 bis 2 mm breite Stege reichen.

Rückstoßbremse auf CZ 537 Sportmodell

Zentrierender Aufschub mit drehbarer Flanschbefestigung

Lieber Kollege,

nach einer Forschung über das Internet, auch Ihre Seiten, und mit Kenntnissen in Akustik, erzeugte ich (mit Hilfe eines sehr guten Werkstattmeisters) solche Rückstoßbremse.

Ich habe noch eine Blaser 93 Kopie. Nach einem Vergleichstest muß ich sagen, daß die 6 Kammern mit breiten Schlitzen sehr gut bremst. Die Bohrung mißt 8,5 mm, die Schlitze 5/5 mm, die erste Öffnung ist 5 mm von der Mündung, alles auf einem .308 W-Varmint mit 22 mm Laufdurchmesser.

Roman FOJTIK - Prag, Mittwoch, 16. April 2003 00:18

Herzlichen Dank, Herr Fojtík, für Ihr gelungenes Beispiel Lutz Möller

Blaser Magnaport

Ist Blaser Magnaport sinnvoll im Kaliber 9,3x64? Wer kennt Hersteller von Fabrikmunition (außer RWS)?

Sehr geehrter Herr Möller,

Sie haben mir vor kurzem den wertvollen Hinweis gegeben, daß es für das Kaliber 6,5x55 SE für die Bejagung von starkem europäischem Wild von LAPUA das NATURALIS-Kupfergeschoß gibt. Mangels Zeit zum Jagen kann ich diesbezüglich leider noch nichts neues berichten. Ich habe Ihnen ja berichtet, daß ich aber nach wie vor für eine deutlich stärkere Patrone suche.

Gestern habe ich für meinen R 93 Blaser Repetierer einen (gebrauchten) Wechsellauf in 9,3x64 mit Blaser Rückstoßbremse (Schmale Schlitze im Bereich der Laufmündung) angeboten bekommen. Da ich bei Ihren Ausführungen zu Rückstoßbremsen keinen Beitrag speziell zu dieser Ausführung entdecken konnte, möchte ich Sie fragen, ob Sie mir vielleicht mitteilen können ob es sich bei diesem MagnaPort in diesem Kaliber um etwas sinnvolles handelt. Ich glaube, sinnvoll ist so eine Einrichtung nur dann, wenn der Rückstoß wirklich deutlich gemindert wird, als Zierde brauche ich so etwas ganz sicher nicht. Ich habe gelesen, der Mündungsknall wird damit erheblich verstärkt. WEATHERBY hält angeblich sogar einen Gehörschutz für obligatorisch (ab 378 WM). Stimmt das?

Außerdem spielt bei meiner Kaufentscheidung auch die Munitionsbeschaffung (u. U. auch im Ausland) eine wesentliche Rolle (bin kein Wiederlader). Im Gegensatz zur schwächeren 9,3x62 (RWS, Norma, PMP, Geco, LAPUA, sogar Winchester, etc.) habe ich für die 9,3x64 nur von RWS Fabrikmunition gesehen, und da auch nur in wenigen Ladungen, eigentlich schade für so eine gute Patrone. Kennen Sie vielleicht andere Munitionsangebote? Irgendwie wäre mir die Brenneke-Patrone lieber als z.B. die .375 H&H Mag., aber ich will natürlich auch keinen "Exoten", bei dem es in ein paar Jahren schlimmstenfalls überhaupt keine Fabrikmunition mehr gibt. Da ich mich bald entscheiden muß, wäre ich für eine schnelle Antwort sehr dankbar.

Gruß, Franz Gmehling, Freitag, 28. Februar 2003 14:58

Tag Herr Gmehling,

von Blaser R93 halte ich Sicherheitsgründen überhaupt nichts. Magnaport ist ein Markenname eines Erodiermaschinenvertreibers. An sich ist gegen Funkenerosion nichts einzuwenden. Allerdings muß der Entwurf stimmen. Bei Magnaport laufen z. T. Schlitze schräg nach hinten. Das ist unnötig. Des weiteren verkürzt Magnaport die Läufe. Hier liegt ein Problem das durch die kurzen Blaserwaffen noch verstärkt wird.

Schallrechnung Nehmen wir mal an, Ihre 9,3x64 knallt mit 160 dB an der Laufmündung einer 120 cm langen Waffe. Das entspricht einer Schalleistung von 3,2 kW oder 2000 Pascal Schalldruck Ihr Auge ist 22 cm vor dem Schaft und das Ohr 5 cm dahinter, also 17 cm vor dem Schaft oder 120 - 17 = 103 cm von der Mündung entfernt. Der Knall breitet sich kugelförmig aus. Die Schalleistung bezieht sich auf eine Kugeloberfläche von 1m². Die Kugeloberfläche S ist bei Radius r dann S = 4•pi•r2. Daraus ergibt sich ein Bezugsradius r0 zu Wurzel(1/4•pi) = 0,282 m. Im vorliegenden Fall würde die Kugeloberfläche S(1,03m) dann 13,33 m2 betragen. Die Schalleistung verteilt sich also bis zu Ihrem Ohr auf die 13,33-fache Fläche. Der Schallpegel verändert sich somit um das Abstandmaß Ds(r)= 10•log(S(r)/S(r0))=11,2b dB, die Waffe ist also noch 149,8 dB laut.

Die Blaser ist angenommen 10 cm kürzer und verliert durch Magnaport noch mal 5 cm, also insgesamt 15 cm, so daß der Ohrabstand von 1,03 m auf 0,88 m sinkt. Damit sinkt die Abstandsmaß auf 9.9 dB. Die Waffe ist dann noch 150.1 dB laut. Der Unterschied ist hörbar. Wenn sich durch die schrägen Schlitze allerdings das Ri.phpaß von vorn zu seitlich deutlich ändert, was anzunehmen ist, dann kommen glatt noch 6 - 8 dB dazu. In dem Falle erleben Sie das Ding dann deutlich lauter. Ich wäre also nicht davon begeistert.

Das Riesenpatronen lauter knallen als als kleine ist bekannt. Der Knall einer .50" BMG mit 16g Pulver liegt etwa 6 dB über einer 8x68S mit 5 g, die wieder etwas weiter vor einer 5,35x35 Vierling mit 0,6 g Pulver liegt. Auf der Jagd, mag man gelegentlich ohne Gehörschutz auskommen. Auf dem Stand soll man ihn immer tragen. Im Grunde brauchen wir alle Schalldämpfer an den Waffen.

Gruß, Lutz Möller


Magnaport + Rückstoßbremse

Bremse Kal. .416" Rem: Länge ~ 62,3 mm
Außendurchmesser ~ 22 mm
Durchmesser innen ~ 11,30 mm
Durchmesser der Quer-Löcher jeweils ~ 10,80 mm.

Guten Abend, sehr geehrter Herr Möller,

ich stöbere gerade durch Ihre Webpage, erlaube mir Sie zu belästigen. Sie schreiben, Magnaport + Rückstoßbremse [...] hat bis jetzt noch keiner versucht (Kapitel 8x68S). Ich hatte mir für meinen Afrika-Büffel-Traum eine R93 in .416" Rem mit Magnaport gekauft. Trotz Magnaport + Kickstop hatte die Waffe einen fürchterlichen Rückstoß ( 26 g Geschoß) und schlug hoch.

Dann habe ich einen Rückstoßbremse ( über Dr. v. Meurers) montieren lassen. Die bewirkte erheblich weniger Rückstoß und Hochschlagen der Laufmündung.

Mein Fazit: Spare das Geld für Magna-Port, sondern lasse gleich eine vernünftige Rückstoßbremse anbauen. Damals hatte ich leider nur Informationen von Blaser-Waffenhändlern. (Jetzt verkaufe ich den ganzen R93-Kram ohne Büffel-Traum-Erfüllung( mein Gesicht soll heil bleiben).

Anbei das Photo. Bremse ( über Dr. v. Meurers http://www.safariteam.de/ ) mit 15x1 M (?) Feingewinde montiert.

MfG, Hartmut Schmidt, Samstag, 30. Juli 2005 11:18

Guten Tag Dr. v. Meurers,

ich würde gern mal einige Waffe mit und ohne Ihrer Rückstoßbremse auf den Rückstoß am ballistischen Pendel hin messen lassen und darüber berichten (Presse und Netz). Hätten Sie Interesse in der Sache mit uns zusammenarbeiten?

Mit freundlichen Grüßen, Lutz Möller, 30. Juli 2005

Wirkungslose Schlitzbremse

Hallo Herr Möller!

Ich habe einen Krico 600 Repetierer in .300" Win Mag. Der Repetierer hatte ursprünglich das Kaliber 7x64 und wurde in Ferlach auf das Kaliber .300" Win Mag geändert. Die Lauflänge beträgt 60 cm. Bei der Verwendung der 11,7 g Norma Oryx traten enorme Rückstoßkräfte auf. Die Waffe tritt richtig, vermutlich auch wegen des kurzen Laufes. Deshalb habe ich auf Anraten des BüMa in Ferlach eine Rückstoßbremse anbringen lassen (Schlitze - wie bei Blaser MagnaPort). Dadurch ist aber noch nicht der entsprechende Erfolg eingetreten.

Meine Frage: Ist es möglich zu diesen Schlitzen zusätzlich Ihre hdp-Rückstoßbremse aufzubauen?

Gruß, Karl Sungi, Montag, 27. November 2006 12:21

Tag Herr Sungi,

die besagten Längsschlitze kosten Geld und gefährden die Tombakmäntel bis die ggf. angeritzten Geschosse in der der Luft zerlegen. Sinnvolles aber bewirken die nicht. Sie sind nicht der Erste, der fragt. Lesen Sie bitte die älter folgende Antwort aus dieselbe Frage. Sie lösen den Rückstoß mit dem Lutz Möller KJG und der hdp-Bremse zusammen ab.

Waidmanns Heil, Lutz Möller

Rückstoßdämpfung

Guten Tag Herr Möller,

in der Zeit Ihrer Ferien hatte ich Ihnen die nötigen Daten und die von Ihnen gewünschten Bilder der Waffe übermittelt.

Blaser R93 mit MagNaPort

Es handelt sich um eine Blaser 9,3x62 mit 12,5g Geschoß. Frage: haben Sie die e-mail mit Anhang auf Ihrem PC ? Könnten Sie mir übermitteln, ob eine Lösung der Rückstoßminderung möglich ist ?

Mit besten Grüßen Ihr G. H. Donnerstag, 21. September 2006 17:50

Moin Herr Hanning

Hartmut Schmidt äußerte sich oben breits zum MagNaPort. Die funkengefressenen (erodierten) dusseligen Längsschlitze sind Humbug, der ahnungslosen Jägern das Geld aus der Börse zieht. Sie machen nur Krach, reißen ggf. den Geschossen die Mäntel auf, aber mindern den Rückstoß nicht, niemals. Um gasdynamisch zu wirken, müßten nennenswerte Gasmassen unter noch erheblicher Spannung von Schußrichtung seitlich oder rückwärts umgelenkt werden. Das können aber Längsschlitz nicht bewirken. Also ist MagNaPort gegen Rückstoß Quatsch!

Wenn solch hochgespannten Gase sich dann gegen den niedrigen Umgebungsdruck ausdehnen, beschleunigen die erheblich. Wände einer geeignet Vorrichtung, der gasdynamischen Rückstoßbremse, von ihrer Anbringung her gemeinhin Rückstoßbremse genannt, nutzen nach Impulssatz und Gasgleichung die hochgespannten Gasschwaden entgegen dem Rückstoß aus Kräfte in Schußrichtung zu gewinnen, die die Waffe nach vorn ziehen. So sehen die aus:

8 mm KJG s | 8 mm hdp Rückstoßbremse | 8x68S

8 mm hdp und 9,3 mm hdp-Rückstoßbremsen mit KJG alt von vorn

Zum Hintergrund siehe Daniel Bernoulli: Summe aus dynamischem Druck, Schweredruck und statischem Druck bleibt erhalten!

Die neue sehr klein bauende 9,3 mm hdp Rückstoßbremse löst ihre Aufgabe, trotz bereits vorhandener MagNaPort-Schlitze, die dabei nur vom Anblick stören. Dabei verlängert die 9,3 mm hdp-Bremse den Lauf nur um 37 mm und wiegt nur nur 54 Gramm.

Sie wird auf ein 12 mm langes M15x1 Feingewinde geschraubt. Ich könnte Ihnen jemanden nennen, der das Gewinde schneidet und die Bremse anbaut. Damit bleibt die Waffe mit den leichten schnellen Geschossen für die kommenden Drückjagden deutlich ruhiger im Ziel. So können sie schneller nachschießen, wenn Sie denn mal die Gelegenheit haben, aus einer Rotte nicht nur ein sondern zwei, oder mehre Stücke zu erbeuten.

Neben der Rückstoßdämpfung mindert diese Bremse auch den nächtlichen Mündungsfeuerschein, so daß Sie auch beim Ansitz ein Vorteil wahrnehmen, nämlich kaum mehr nach dem Schuß geblendet zu sein, also das beschossen Stück fallen, oder wenn der Treffer nicht so gut saß, flüchten sehen zu können. Das ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil, meine ich, der so mit kommt.

Waidmannsheil, Lutz Möller, 23. September 2003,

Rückstoßbremse statt Magnaport

Hallo Herr Möller!

Ich besitze ein R93 für .300" Win. Mag mit MagNaPort. Nun, seit einiger Zeit merke ich, daß ich zu mucken beginne. Ich lade von Hand, und zwar das 7,6 mm 11,7g Accu Bond Geschoß. Ich bringe mit diesem Geschoß eine sehr gute Genauigkeit her, sprich unter 20 mm auf 150m. Da ich das MagNaPort am Lauf habe und mir die 7,62 mm Rückstoßbremse anbauen möchte, müßte ich dieses Magnaport abschneiden! Nun habe ich aber Angst, daß dieser Lauf an Genauigkeit verliert. Der Lauf ist 650 mm lang. Wie sehen Sie die Lage? Kann ich das Magnaport abschneiden ohne sich große Gedanken zu machen?

Mit freundlichen Grüssen Hans-Peter Buchs, Vielen Dank für Ihre Antwort! Sonntag, 11. März 2007 09:16

Tag Herr Buch,

bitte lesen Sie zunächst Schußangst und Mucken. Außerdem überlegen Sie bitte, ob sie vom 7,6 mm 11,7g AB auf das wesentlich leichtere Lutz Möller Geschoß umsteigen möchten. 31,6 % weniger Masse verringert bei etwas erhöhter Mündungsgeschwindigkeit etwa ¼ weniger Rückstoßimpuls. Das allein würde schon helfen. Die Möller-Genauigkeit ist sprichwörtlich. Im übrigen bestimmt nicht die Lauflänge die Genauigkeits sondern neben dem Mann am Rohr ein Vielzahl zusammenhängender Bedingungen. Die Lauflänge allein zu betrachten ist nicht sinnvoll.

Da die MagNaPort-Längsschlitze kaum Gas rauslassen, müssen Sie dieses Unglück nicht abschneiden, sondern können es belassen und setzend die Bremse einfach auf dem 12 mm langen M15x1 Feingewinde davor. Wenn Sie beide Maßnahmen gemeinsam durchführen, also auf das leichtere Lutz Möller KJG wechseln und die hdp-Bremse anbauen, wird der Rückstoßimpuls sich etwa halbieren. Die könnten Sie dann ihrer kleinen Tochter geben, die sich damit wohlfühlen würde!

Waidmann heil, Lutz Möller,

Hochschlag Humbug

hdp Rückstoßbremse gegen Blaser Mag-na-Port

Hallo Herr Möller,

anbei sende ich Ihnen die Bemerkung meines Büchsenmachers, nachdem ich ihn bat für eine neue Waffe Ihre Rückstoßbremse zu verwenden:

„Bezüglich der Rückstoßbremse möchten wir Ihnen das originale „Mag-na-Port“ für 292 € ab Werk empfehlen. Hier hat die Firma Blaser (Mauser) seit Jahren die europäische Lizenzvertretung. Der Rückstoß ist um mindestens 25% reduziert und vor allem wird auch das Hochschlagen der Waffe im Schuß auf ein Minimum reduziert, sodaß Sie das beschossene Stück Wild sauber im Zielfernrohr verfolgen können. Bei allen anderen nachträglich angebrachten Fremdfabrikaten an Rückstoßbremsen ist immer die große Gefahr, daß es Schwierigkeiten mit der Schußleistung gibt und natürlich der Hersteller des Laufes nach Änderungen an dem Mündungsprofil keinerlei Garantie mehr übernimmt und es dann zu einer endlosen Diskussion und gglfs. Streit von den Betroffenen untereinander gibt. Aus diesem Grund raten wir auf Bewährtes zurück zu greifen, vor allem auch wo dann die Garantiefrist bezüglich Schußleistung usw. beim Laufhersteller dadurch nicht erlöscht.“

Was ist denn hier richtig? Ist die hdp-Rückstoßbremse besser? Gibt es Schwierigkeiten mit dem Hochschlagen?

Danke, Stephan K., Samstag, 13. Dezember 2008 18:33

Tag Herr K.,

jemand, der die rückstoßimpulsminderne Wirkung einer gasdynamischen Rückstoßbremse angibt, ohne sich dabei auf die Waffenmasse und Patrone zu beziehen, holt Ihnen vielleicht das Blaue vom Himmel herunter, aber gibt keine sachkundige Auskunft, es sei denn, er hätte sich vorher darauf bezogen und Sie hätten mir das nur nicht mitgeteilt. Auskunft über die vorliegenden Verhältnisse geben Messungen, so wie in Rückstoß beschrieben und mit ballistischem Pendel gemessen. Das Pendel zu rechnen lernen die Elftklässer im Helmholtz Gymnasium in Potsdam im Physikunterricht. So schwierig ist das nicht.

Helmholtzgymnasium

von Helmholtz Gymnasium in Potsdam

Mit dem ballistischen Pendel können die wahren Werte auf einfach Weise gemessen werden, die vorgestellten Rechnungen geprüft werden. Mir scheint die Aussage von daher nicht sauber.

Aber überlegen wir mal, ob die mit 295 € sehr teuren Magnaporte den das leisten könne, das da versprochen wird, nämlich

„Der Rückstoß ist um mindestens 25% reduziert und vor allem wird auch das Hochschlagen der Waffe im Schuß auf ein Minimum reduziert, sodaß Sie das beschossene Stück Wild sauber im Zielfernrohr verfolgen können.“

Sie fragen nach dem Waffenhochschlag. Aber behindert der Hochschlag denn wirklich die Beobachtung durch das Zielfernrohr? Könnten Sie denn ohne den Hochschlag durch das Zielfernrohr sehen? Wohl kaum, denn der Waffenrücklauf stößt das Okular aus der passenden Brennpunktlage, so daß Sie Ihr Zielbild nicht mehr scharf sehen können. Hier verweist Ihr Büchsenmacher also auf eine Unwesentlichkeit. Erst wenn Sie überhaupt scharf durch das Okular sehen können, wären Sie in der Lage Sie das Ziel durch den Schuß vom Ziel bis nach dem Knall beobachten. Ohne Schärfe lohnt kein Blick!

Um scharf sehen zu können muß der Waffenrücklauf nach dem Schuß aufgehoben werden. Sie benötigen dafür eine Vorrichtung, die den Rückstoßimpuls von beschleunigtem Geschoß und Pulver im Lauf entgegenwirkt. Da die Masse- und Beschleunigungsverhältnisse im Lauf, solange das Geschoß den Lauf nach vorn verschließt, von Patrone, Lauf und Waffe bestimmt, festliegen, kann die Lösung nur erfolgen, nachdem das Geschoß die Mündung frei gegeben hat und die schnellen und, wichtiger noch, hochgespannten Gase den Lauf verlassen können.

Eine Büchse ist eine Wärmekraftmaschine mit, auf das Geschoß und Pulver bezogen, Wirkungsraden bei 30%. Ein gewisser Energieanteil wird in häßlicher Reibung, die den Lauf erhitz und mit Geschoßwerkstoff innen verschmiert (reibschweißt) umgesetzt. So wohnt den mit 50 - 80 MPa (oder altmodisch 500 - 800 bar) hochgespannten Gasen nach getaner Nutzarbeit, das Geschoß zu beschleunigen, noch immer eine erhebliches Schadkraft inne, nämlich sich beim Entspannen auf Umgebungsdruck wie aus einer Raketendüse zu beschleunigen und, viel zu schnell, als Überschallfront zu knallen.

Das alles muß nicht sein.

Die hdp-Rückstoßbremse, gleich welcher Größe und Kaliber, nutzt die vorhanden Gaskraft die Waffe, nachdem das Geschoß das Rohr verlassen hat, wieder vorzuziehen. Erst dadurch wird überhaupt möglich nach dem Schuß durch das Zielfernrohr scharf zu sehen. Das Gewehr vorziehen kann jede gasdynamische Bremse um so besser, je mehr Pulvermasse im Verhältnis zum Geschoß vorhanden ist. Je höher der Gasdruck an der Mündung ist, desto besser wirkt sie. Das heißt jagdliche Magnumpatronen eigen sich besser zu bremsen als waffenlebensdaueroptimierte Militärpatronen. Eine 8x68S ist besser als ein 8x57IS zu bremsen.

Was wählen also Anfänger, die sich noch nicht auskennen und alles so angenehm wie möglich haben wollen?

Die Waffennecke in Loimaa 2008 hat das und mehr zu bieten

Der Feuerschlucker ist nachts dunkel, leise und stößt nicht, läßt den Kugelschlag auch an Kirrungsentfernungen vernehmen, aber in Stahl leider zu schwer für zarte Mägdchen (Kohlefaser ist in schon Arbeit).

Die Wahl der beiden Jungjäger fiel
links auf eine große .375" H&H mit 9,5 mm hdp-Bremse und rechts auf eine schöne kleine Merkel KR1 in 8x57IS

Die Wahl war kein Zufall. Uli mag keine schweren Waffen. das hängt mit ihre Größe und Masse zusammen.

Büffelbüchse 9,3x64 für Heym SR20G ohne Bremse
wie in ♣ 9,3x64 Afrika 2005Büffel Afrika 2008Büffel Australien 2008

Für den noch ungeübten Karl stieß die leichte Pirschwaffe mit dem kleinen Glas, die ich (wie eine Luftgewehr, finde ich) so gern führe, zu stark. Zum Angewöhnen überlebte er erst den leisen und (fast gänzlich) rückstoßfreien Feuerschlucker, die schöne kleine Merkel KR1 in 8x57IS, die sich Uli gleich schnappte, und den ersten Schuß der Büffelbüchse. Als er unter Beobachtung auf dem Schießstand den zweiten Schuß abgab, muckte er bereits heftig. Sofort nahm ich ihm die Waffe aus der Hand und befahl Schluß. Schließlich sollen die Jungen mit Freuden lernen, nicht sauer gekocht werden. Die nächste greifbare sanfte Waffe war eben die große .375" H&H mit 9,5 mm hdp-Bremse. So ist das.

Ich kann das rechnen. Die Kinder fühlen das.

Karl schoß mit dem .375" Kracher mit seinem ersten Schuß auf Wild damit nachts in "Funland" = Finnland ein Kalb, zwar schlecht getroffen, weil er herzklopfend aufgeregt war, aber immerhin so getroffen, daß es mit Nachsuche zu Strecke kam.

Wirkungsabschätzung

Hochgespannte schwere Pulvergase, die ungebremst aus der Mündung bescheunigt noch vorn entspannen stoßen die schwere Waffe entsprechend der jeweiligen Massen und Schnellen zurück. Der Anteil gefangener und sinnvoll abgelenkter Gase im Verhältnis zu den nicht gefangenen Gasen bestimmt die Güte einer gasdynamischen Bremse. Danach sollen Bremsen ausgelegt werden. Notwenig ist dazu den natürlichen Weg der Gas zu kennen. Ich habe mir den mal angesehen, siehe Mündungswolke! Danach seine meine hdp-Bremsen ausgelegt; die Magnaporte aber nicht.

Würdigung

Man muß die Raumwinkel des freien Gasaustrittes gegen den der gefangene Gase mit Bremse oder Magnaport betrachten, um deren Bremswirkung abschätzen zu können. Ohne alle Geheimnisse zu verraten ist offensichtlich, wie wenig Gase die Magnaporte im Vergleich zur hdp-Bremse fangen.

Daher können die Magnaporte den Waffenrücklauf auch nicht wesentlich oder für scharfes Sehen hinreichend bremsen. Ein Gerät gegen den Hochschlag (Magnaport) nützt solange nichts, wie der Betrachter durch das Zielfernrohr nicht durch den Schuß scharf sehen kann. Das aber bieten die Magnaporte nicht. Sie sind also mal wieder so eine nicht zu Ende gedachte amerikanische Geldschneiderei.

Lutz Möller, 20. Dezember 2008

Feuerschlucker, hdp

Hallo Lutz!

Ich kann Deine Ausführungen zu Magnaport gegen HDP nur bestätigen.

LM: Danke Markus.

Meine 8x68S mit 8 mm HDP schiesst sich wie ein KK und ich konnte in der Vergangenheit fast immer das Stück nach dem Schuß deutlich sehen. Weder bei meiner .308" W., noch bei der .300" WM – erstere Repetierer ohne HDP, zweite FN Bar ebenfalls ohne, ist das so möglich.

„Dein“ Feuerschlucker baut, das sieht man eindeutig, auf der Voere LBW auf. Wann kann man mit einer Verfügbarkeit bzw. Umrüstmöglichkeit vorhandener Waffen rechnen?

LM: Die Stahlausführung ist mir für die nächtliche Pirsch zu vorderlastig. Zunächst werde ich die Kohlefaserausführung fertigstellen und prüfen. Außerdem will ich die Knallbelastung messen, vermutlich Anfang Februar. Danach sehen wir weiter. Ich bleib an dem Feuerschlucker dran!

Beste Grüße, frohe Weihnachten und allzeit Waidmannsheil, Markus P., Samstag, 20. Dezember 2008 17:34

Knaller

Hallo Herr Möller,

hier sende ich Ihnen ein Teilbild meiner Blaser in . 300" Win.Mag.:

Vorne am Lauf habe ich als Rückstoßbremse zwei Einschnitte fräsen lassen. So habe ich keine Probleme mit dem Rückstoß ( RWS EVO, Norma ORYX), aber mit dem Knall.

LM: Den Rückstoß nehmen die Längsschlitze gewiß nicht, aber sinnlosen Krach machen die auf jeden Fall.

Vom Laufende bis zum Beginn des ersten (langen) Einschnittes sind 28 mm. Dann weiter - immer von vorne gesehen - sind es 50 mm vom Beginn des ersten (langen) Einschnittes bis zum Ende des zweiten ( kurzen ) Einschnittes. Stören die Öffnungen am Lauf den Feuerschlucker?

FS7 - 160

FS7-160

LM: Ja. Links sehen Sie das Innenrohr des FS7-160 mit 19,5 mm lichter Weite. Sie würden den Rotz aus den sinnlosen Schlitzen  geradewegs ins Geicht geblasen bekommen - nicht zu empfehlen.

Geht der Effekt der Rückstoßbremse bei Montage vom FS verloren?

LM: Sie haben keine Rückstoßbremse. Was Sie da an der Waffe haben, sind sinnlose Längschlitze, die Krach machen, aber sonst nichts Gutes tun.

Die Sache eilt nicht, also die Antwort hat Zeit. Ihre Munition 9,3x62 werde ich auf jeden Fall ausprobieren. Vielleicht auch die 300.Win.Mag.? Der Transport nach Rumänien können mir befreundete Waidgenossen aus der Gegend Goslar-Salzgitter übernehmen, die im Herbst, Winter 2011, 2012 auf Schwarzwild kommen wollen und mit PKW`s anreisen. Vielleicht wollen Sie mitkommen? Oder Sie kommen zum Bär ausgangs Winter 2011, 2012 oder zum Auerhahn Ende April. Erfolgschanche 99 %. Gerne organisiere ich da was für Sie, wobei Sie wissen sollten, daß ich damit kein Geschäft verfolge. Ich kenne halt die hiesige Jagdszene gut.

Beste Grüße, E. H. , Mittwoch, 17. August 2011 18:40

Moin Herr H.,

gern käm ich auf Bär zum Winterausgang 2012

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