Schlesien

Was tun Jäger eigentlich?

Jagd und Hege dienen dem Gemeinwohl: EuGH-9300-07-2011-01-20 | Mittwoch, den 4. Mai 2011

JagdreformStadtjägerJägerlateinWarum Afrika?Warum Jagd?Jagdschutz

Rehbock mit Blume

Falkner.jpg

Drueckjagd.jpg

Jäger mit Habicht und Frettchen

Drückjagd


Europäische Jäger im Mai 2003

Belgien n. a. Bulgarien 96.740
Dänemark 163.000 Kroatien n.a.
Deutschland 338.000 Zypern 45.600
Griechenland n.a. Estland n.a.
Spanien 1.183.000 Ungarn 52.600
Finnland 293.600 Litauen 25.000
Frankreich 1.425.170 Malta 17.000
Irland 357.000 Norwegen 191.000
Italien n.a. Polen 1000.300
Luxemburg 2.060 Rumänien 60.000
Niederlande 29.000 Schweiz 30.000
Österreich 115.600 Slovakei 54.000
Portugal 231.000 Slowenien 21.370
Schweden 289.000 Tschechien 112.000
Großbritannien 800.000

Häufige gestellte Fragen werden hier beantwortet.

Jäger unterziehen sich zuerst einer Ausbildung, die z. B. in Hamburg fast ein Jahr dauerte. Die Jagdanwärter gehen in der Woche nach Feierabend zwei Abende zum Landesjagdverband zur Schulung. Am Wochenende fahren sie dann einen Vor- oder Nachmittag praktisch raus ins Revier, um sachkundig zu werden (statt dessen gibt es auch geballte ganztägige mehrwöchige Kurzlehrgänge).

Jäger suchen sich einen Wald- und Wildlehrer, mit dem sie raus in Wald und Feld gehen, um sich dort naturkundliche und jagdliche Dinge praktisch zeigen zu lassen. Der vom Land aus einer Jägerfamilie kommt, wird solches weniger, als so ein Stadtmensch, wie ich, nötig haben.

Dann müssen angehende Jäger vor dem Landesjagdverband eine fachliche Prüfung bestehen. In der Prüfung müssen Sie Kenntnisse in Wildbiologie, Pflanzenkunde, Waldbau, Waffenkunde, Arten-, Natur- und Landschaftsschutz, Jagd- und Waffenrecht, Wildkrankheiten, Fleischhygiene, Lebensraum, Lebensgesellschaft (Biotop, Biozönose) und so weiter nachweisen. Nur 65 –75% bestehen die Prüfung, die anderen fallen durch und dürfen nicht jagen.

Je nach Geldbeutel, geben Jäger für eine vollständige Ausrüstung erst mal bis zu 10.000 DM aus (mehr oder weniger).

Jäger dürfen in den ersten drei Jahren kein eigenes Revier, daß sie eigenverantwortlich bewirtschaften, pachten. In der ersten dreijährigen Zeit nennt man sie Jungjäger. Also werden Jungjäger erst mal bei verschiedenen Pächtern oder Eigenjagdinhabern um Jagdgelegenheiten bitten und in der Regel auch erhalten. Sie tingeln mit der Waffe von Einem zum Anderen, lernen so die Sache aus verschiedenen Blickwinkeln kennen.

Jäger töten Tiere mit heißen und kalten Waffen, so, wie sie selbst getötet werden wollen.

Was sind heiße oder kalte Waffen? Heiße Waffen sind Schußwaffen. Kalte Waffen sind Klingen, wie Hirschfänger, Nicker oder Spieße, wie Saufeder oder Ger.

Wer will selbst getötet werden? Niemand will getötet werden. Wenn es denn sein muß, töte andere nur so, wie du selbst getötet werden möchtest, nämlich schnell und gründlich - ohne lang zu leiden.

Der Jäger schützt Wild und Forst vor Raubwild und Raubzeug, wie vor Wilderern und Holzdieben, notfalls mit der Waffe.

Fuchs von hinten

Feldhase

Katze

Fuchs

Feldhase

Katze, Gattung

Habicht mit Schnepfe

Fasan

Habicht

Habicht, Schnepfe kröpfend

Fasan

Habicht

Der Jäger schützt sich selbst. Jäger sind für Verbrecher beliebte Beute geworden, denn ein Jäger hat das, was ein Verbrecher nötig braucht, nämlich immer WaffenWaffen meist Auto und vielleicht sogar ein bißchen Taschengeld. Jäger sind im Wald in der Regel allein, so daß Verbrecher keine Zeugen fürchten. Jäger tragen also zu deren eigenen Schutz Kurzwaffen , nämlich Pistole oder Revolver und immer Messer, um sich gegen einen verbrecherischen Angriff auf Leib oder Gut wehren zu können. Jäger sind leicht zu finden, da sie sich meist im Wald in der Nähe eines dort abgestellten (Gelände)wagens auf einer weithin sichtbaren Kanzel aufhalten.

Kanzeln sind Sicherheitseinrichtungen, damit die Jäger von oben nach unten schießen und somit immer über einen sicheren Kugelfang, nämlich Erde, verfügen, ohne beim Schuß andere durch umherirrende Kugel zu gefährden.

Aber ich schlage dessen trotz vor "Schützt euch selbst. Laßt Eure Waffen zu Hause!" Nein, denn ohne Waffen jagt es sich schlecht. Ohne Waffen schütze es sich schlecht.

Jäger achten Ihre Beute innerlich im Andenken. Äußerlich wird das Wild mit Bruch, letztem Bissen, Strecke zu legen, Stücke zu verblasen, gewürdigt.

Wie achtet Ihr Eure Beute? Was soll der ganze Satz bedeuten?

Ich erkenne meine Beute als empfindende Mitgeschöpfe. Daher behandele ich sie mit Achtung und Liebe. Die deutsche Jägerschaft hat in den letzten paar Jahrhunderten dazu gewisse äußerliche Rituale, wie zu verfahren sei, entwickelt, nämlich

Jagdhorn

Stück wird durch sauberen Schuß getötet.

Jäger legt Stück auf rechte Seite, schneidet von Eiche, Buche, Erle oder Tanne, bzw. Fichte einen Zweig, legt ihn auf das Stück, nimmt es damit in Besitz (vorher war es herrenlos), nimmt einen weiteren kleinen Zweig, steckt jenen dem Stück als letzten Bissen in den Äser (=Mund), soll heißen: „Du sollst immer satt, ohne je wieder zu hungern, in die ewigen Jagdgründe scheiden“.

Aus größeren Jagden werden die Stücke rangmäßig in ein Gatter gelegt = Strecke wird gelegt. Wird nur ein Stück gestreckt (bei Einzeljagd) entfällt der Brauch.

Jäger treten an einer, Jagdhelfer an anderer Seite, Erleger bei deren Stück an.

Stücke werden mit eigenen Hornzeichen verblasen = brauchtumliche Musik.

Jagdherr streift einen Bruch durch den Schweiß (= Blut) des erlegten Stückes, legt den schweißigen Bruch auf ein Weidblatt (= Haumesser, um das Schloß zu trennen) oder seinen Hut, übereicht den Bruch mit der Grußformel „Waidmannes Heil!“ dem Erleger. Der nimmt den Bruch mit der Formel „Waidmannes Dank!“, steckt sich den Bruch an die rechte Hutseite (Bruch an linker Hutseite nur bei Beerdigungen).

Die ganze Zeremonie ist feierlich, wahrt, an die getöteten Mitgeschöpfe zu denken.

Jäger schließen sich mit Nachbarn zu Hegeringen, in denen sie unstetes, wanderndes Wild gemeinsam bewirtschaften, zusammen. So leben z.B. Rothirsche nicht nur in einem, sondern in, sagen wir mal 20, aneinander liegenden Revieren. Also werden die Hirsche gezählt, während der Brunft verhört, und entsprechend einem gesunden Alters- und Gesellschaftsaufbau dieser Rudeltiere dann einzeln und bestimmt zum Abschuß geplant und (hoffentlich) gestreckt. Die seit dem Reichsjagdgesetz von 1934 entstandene Untere Jagdbehörde ist an diesen Abschußplänen beteiligt und überwacht deren Einhaltung. Seit 1936 wird an der Universität Göttingen im Institut für Jagdkunde Jagd erforscht und gelehrt. Falls sich ein Jäger mal einen Irrtum erlaubt (Sechzehnender liegt "Oh, ich dachte der sei ein Kalb!"), werden gern mal Strafen zu 15.000 DM Höhe fällig. Bei der heutigen Dichte reifer Hirsche, also solcher, die ein erfülltes Leben hinter sich haben, kurz bevor jene rücksetzen, also vergreisen, wieder schwächer werden, kommt in Deutschland jeder einzelne Jäger nur so alle 20 Jahre mal auf seinen Hirsch - sprich ein bis zweimal im Leben. Der Rest bleibt anzukucken, in Notzeiten zu füttern.

röhrender Hirsch

Wie werden die Hirsche verhört?

Hirsche sind nur während einer kurzen Zeit im Jahr, meist im September, paarungsbereit. Die Paarungen der Tiere laufen nach gewissen arteigenen festen Regeln ab. Besonders bei geselligen Tieren, wie Hirschen und Sauen, baut sich die gesamte Tiergesellschaft damit auf. Die Tiere kämpfen in ritualisierten Kämpfen, in denen sie ihre Waffen gegen Freßfeinde, nicht gegen Artgenossen, einsetzen, deren Rang aus. (Hirsche schieben sich z. B. mit dem Geweih; Sauen stemmen sich Schulter gegen Schulter, ohne sich zu dabei gegenseitig verletzen). Nur ranghohe Tiere paaren sich. Die niederen nicht. So steuert sich die Bevölkerungsdichte. Bei den Hirschen beginnt die Brunftzeit (= Paarungszeit) mit "Melden", die Hirsch schreien, suchen so ihre Rivalen und fordern jene zu kämpfen auf.

Zu "verhören" bedeutet, zur Brunftzeit die gewissen Brunftplätze, an denen sich die Hirsche jedes Jahr einfinden, aufzusuchen, die Brunftschreie zu hören, die Hirsche zu beobachten. Gewöhnlich sind die zu streckenden alten, reifen Hirsche seit vielen Jahren als Einzelstücke mit genauen Merkmalen bekannt. Es ist dann schon so eine Sache nach vielen Jahren dann so einen Hirsch zu strecken, gewissermaßen, wie einen alten Freund zu erschießen. Deshalb werden oft Gäste eingeladen, die das zu erlegene Stück nicht kennen.

Nach dem Gesellschaftsaufbau dieser Rudeltiere werden die zu erlegenden Stücke einzeln und bestimmt Abschuß geplant und (hoffentlich) gestreckt. Die Untere Jagdbehörde ist an diesen Abschußplänen beteiligt, überwacht deren Einhaltung. Falls sich ein Jäger mal einen Irrtum erlaubt (Sechzehnender liegt: "Oh, ich dachte ...)

Hirschrudel

Tut mir leid, sogar ich kann den Unterschied zwischen einem Kalb und einem Sechzehnender erkennen. Also machen es Jäger doch absichtlich. Ein Prachtexemplar von einem Sechzehnender! Ich weiß wie ich solch Verhalten nenne! Nämlich, zu töten, um damit anzugeben!

Ja, bei hellem Sonnenschein und klarem Wetter auf kurze Entfernung kannst du jeden Hirsch leicht erkennen. Allerdings jagt der Jäger nicht Sonntagvormittags im Tierpark, sondern auch in unübersichtlichem Gebüsche auch bei schlechtem Wetter, bevorzugt in der Dämmerung. Dann sieht die Sicht schon schlechter aus. Sicher gibt es die Typen, die angeben wollen. Ich wollte hervorheben, daß in Deutschland, um Fehlverhalten zu mindern, auf solch Verhalten Strafen gesetzt sind,. Ein Bekannter aus Pennsilvanien erzählte mir kürzlich, ein Bauer hätte dort, weil ihm der Wildschaden zu groß geworden war, kurzerhand 30 Weißwedelhirsche erschossen und gleich, ohne die zu nutzen, verscharrt. So etwas wäre hier im deutschen Raum undenkbar! Aber Amerika hat ein Lizenz-, kein Reviersystem. Schon fühlt sich keiner für das Wild mehr verantwortlich. Im deutschen Raum fühlen sich die Jäger für das Wild verantwortlich - und sind es auch, denn die Jäger zahlen dem Bauern den Wildschaden, haften also mit eigenem Geld für das Wild in ihren Revieren.

Zu füttern ist gut! Fehlverhalten wird sind zu wenig gestraft!

Füttern ist nur, wenn überhaupt, in Notzeiten gut, also dermaßen harten Wintern, wie 1978-79, in denen das Wild nicht mehr den Boden erreichen kann. Für gewöhnliche Winter ist das Wild mit Feist (Hirsch Talg, Sau Feist = Fett) ausreichend gerüstet und hungert sich bei wenig Bewegung durch den Winter. Wichtiger, als zu äsen, ist für das Wild im Winter, Ruhe zu haben. Ruhe vor Spaziergängern, Hunden, Joggern, Jägern usw.

Nicht der Strafen sind zu wenige, sondern Einsicht mangelt. Es kommt auf die innere Haltung an, nicht auf die Strafe. Also benötigen wir offenen Erfahrungsaustausch, in dem auch zweifelhafte Dinge besprochen werden sollen. Fehler müssen angeprangert werden, sicher, böse auch bestraft, sicher, aber trotzdem muß Vertrauen herrschen, sonst werden alle heimlich. Schließlich ist niemand, selbst bei bestem Willen und bester Vorbereitung, immer fehlerfrei. Der ein mieses Wesen hat, wird schon erkannt, keine Bange!

Der Jäger schießt kleinräumig lebendes Wild, wie Reh, Hase, Ente, ohne Hegering nach eigenem Ermessen (Reh im Rahmen des Planes der Unteren Jagdbehörde).

Oh ja, mein Onkel war auch einer von euch Jägern. Jetzt ist er 74 Jahre. Nun wundert er sich, daß es scheinbar wenig Feldhasen gibt. Er sagt, "Früher haben wir bis zu 400 Stück an einem Tag geschoßen". Als er das sagte wollte ich ihm ins Gesicht springen.

Erstens gibt es immer noch massig Feldhasen, allerdings in gewissen Gegenden nicht mehr so viele wie früher. Jedes Mal, wenn ich ansitze, ist der nächste Hase keine 50m weit. Zweitens sind die schwindenden Hasenbesätze eher auf moderne Landwirtschaft mit früher Wiesenmahd, nach der Flurbereinigung der 60er Jahre größeren Ackerschlägen, Unkrautvernichtungsmitteln, als auf Jäger zurückzuführen. Vor dem "Grünen Plan" der 60er und den Flächenumlegungen waren die Äcker, Felder und Wiesen wesentlich kleinräumiger als heute. Besonders die ehemaligen, heute fehlenden Grenzlinien gaben dem Niederwild die Deckung und Äsung, die es brauchte. Zweitens hat der Chemieeinsatz in der Landwirtschaft, zwar deren Erträge erhöht, aber viel Kleinlebewesen geschädigt und stark vermindert. Letzteres bemerken wir Jäger besonders schmerzlich bei Rebhühnern, Fasanen, Birk- und Haselwild, denen die Insekten zur Kükenaufzucht fehlen. Aus dem Grunde pflanzen Jäger auch gern mal eine Hecke, eine Hegebusch = Remise, wenn Sie mit dem Grundeigentümer = Bauern klar kommen.

Der Jäger sucht sich bevorzugt alte, kranke, abartige Stücke zum Abschuß

EHRLICH? Wie war das mit dem 16 Ender?

Ja. Der planwidrig gestreckte 16-Ender war ein Beispiel für Fehlverhalten, sollte das Plansystem, samt dessen entsprechenden Strafen, verdeutlichen. Grundsätzlich ist es schön und sinnvoll, einen reifen Hirsch nach einem erfüllten Leben so ab dem 12 Jahr, wenn er im Plan zur Ernte vorgesehen ist, soll heißen, wenn großräumig gesehen, mit Hegering und untere Jagdbehörde im Einvernehmen dieser gewisse bekannte Hirsch nun an der Reihe ist, zu schießen. Soll er denn drei - vier Jahre später schwach und abgekommen im Wald krepieren, nur damit ihn dann die Sauen als Fallwild fressen? Nein, statt dessen nutzen wir ihn zur menschlichen Ernährung, indem wir ihn schießen, essen und uns als Ruhmeszeichen und Erinnerung sein Geweih in unserem Haus sichtbar an die Wand hängen.

Der Jäger schießt als Jagdschutz Raubwild (Wolf, Bär, Luchs hier nicht), Fuchs, Marder und Raubzeug, wie wildernde Katzen (häufig außerhalb und weit von den Ortschaften), Waschbären, Enok (=Marderhund), Hunde (selten), die das Niederwild wie Reh, Hase, Fasan, Rebhuhn, Wachtel, Schnepfe usw. gefährden.

Fuchs schleicht

leichte Beute für denFuchs

Ricke mit zwei Kitzen

Fuchs schleicht sich an ...

Dies Kitz kann der Fuchs erbeuten,

wenn es von der Ricke abgelegt wurde

Ich nehme an, du meinst, Katzen töten die Jungtiere? Ich kann mir beim besten Willen keine Katze, die ein Kitz reißt, vorstellen. Nie!

Ich auch nicht. Füchse können das schon eher. Raben hacken den Kitzen erst die Augen aus, bevor sie sich von achtern an die ranmachen. Katzen mäuseln meist draußen. Im Frühjahr allerdings sind Katzen ganz Wild auf Junghasen in der Sasse, sowie Fasanen-, Birk- und Haselwild-, Rebhuhn-, Wachtel-, Wiesenweihen-, Kiebitz- und aller Watvogelküken und so weiter. Deshalb werden als Niederwildschutz, des Niederwildes Feinde, wenn nötig eben auch Katzen, draußen im Felde geschossen!

Wer schützt eigentlich die Tiere (Würmer, Käfer), die von eurem Wild verzehrt werden?

Niemand.

Jäger tragen also zu ihrem eigenem Schutz Pistole, Revolver und immer Messer. Fühlt man sich als Jäger damit dann wirklich besser?

Ja.

Jäger schlachten ihre Beute, zerwirken sie, verkaufen (Sau 100 Kg, Hirsch 150 Kg) oder essen sie selbst (Reh 15 Kg, Hase, etc.). Jäger lassen den Tierarzt fleischfressendes Wild (Sau, Dachs) nach Trichinen beschauen.

Dient der Erlös dem Jäger, seinen Lebensunterhalt zu verdienen?

Nein! Jagd kostet Geld! Verdienen läßt sich mit der Jagd heute nichts mehr, schon gar nicht im Hamburger Umland, weil dort die Pachten sehr hoch sind, da alle Hamburger Jäger lieber eine nahe gelegen Jagd zu pachten suchen und dafür etwas mehr bezahlen, als weit zu fahren und so wertvolle Dämmerungszeit nach Arbeitsende auf der Straße zu verlieren, statt die wichtige Dämmerung im Revier zu nutzen. In Brandenburg sind die Pachten dagegen noch so, daß man aus dem Wildpret Verkauf die Pacht hereinbekommen kann. Also das Geld kommt dort so herein, wie es herausgeht. Die aufgewendete Zeit wird nicht bezahlt. Die Ausrüstung auch nicht. Wenn der Jäger keine Leidenschaft = Passion mitbringt, ist die Jagd nicht für ihn. Jagd ist für mich pralle Lebensfreude, die ich mir was kosten lasse, verdienen kann ich damit nichts.

Jäger halten Wild von den Feldern fern, damit das Wild dort beim Bauern keine Schaden anrichtet, indem sie dort ansitzen. Jäger versuchen, das Wild mit selbst angelegten und bezahlten Wildäckern im Wald zu halten.

Jäger bezahlen dem Bauern den Wildschaden gewisser Wildarten.

Menschliche Haare in einem Sackerl, sprich Tüte, halten Wild auch fern.

Erfahrung spricht gegen den Vorschlag. Es geht hier auch mehr um die Lenkaufgabe des Jägers für das Wild. Es soll sich möglichst immer dort aufhalten, da es wenig Schaden verursacht.

Jäger schöpfen den jährlichen Wildaufwuchs ab, da alle sowieso nicht durch den Winter kämen. Also ist es nützlicher abzuschöpfen, statt das Wild im Winter verhungern zu lassen. So erbeuten Jäger jährlich etwa je 1 Mio. Sauen und Rehe (ungenaue Zahlen). Alles andere Wild wird wesentlich seltener geschoßen.

Warum? Ich habe schon lange kein Reh gesehen, und sagt jetzt nicht, die Autofahrer wären Schuld!

RehBock von hinten

Oh! Wo lebst du? In einer Stadt? Zu etwa einem Drittel wird die jährliche Strecke vom Kraftverkehr gestreckt. Jeder 10. Unfall in Brandenburg ist ein Wildunfall. Die überfahrenen Rehe werden dem Jäger auf dessen Streckenplan angerechnet. Jäger werden häufig nachts von der Polizei gerufen, um angefahrenes, krankes Wild zu töten, oder krank gefahrenes flüchtiges Wild mit Hunden nachzusuchen und dann abzufangen oder den Fangschuß zu geben. Der Jäger ist für sein Wild zuständig – ob es ihm frühmorgens nun gerade in den Kram paßt, oder auch nicht.

Besonders nachts auf Sauen, ist eine Nachsuche auf angefahrenes Wild eine unangenehme und gefährliche Sache. Keiler hauen die Beine auf, Bachen beißen tot; die lassen nicht ab. Krankes Schwarzwild nimmt den Jäger an, wenn der dem Stück näher als etwa 10 m kommt. In früheren Jahrtausenden, als es noch keine oder nur ungenügende Schußwaffen gab, züchtete man kleine Jagdhunde, Finder, feinnasige Hunde. Die Finder suchten die Sau. Dazu brauchte der Jäger große schwere Jagdhunde, Packer. Solcher kräftigen Packer zogen die Sau nieder. Dann fing der hinzueilende Jäger die Sau mit dem Ger, = der Saufeder, = einem langen lederumwickelter Eschenspieß mit Stahlklinge und Parierstange, durch einen Stich in das Herz ab. Der Aufwand, eine solche Saumeute von 15 – 30 Hunden zu halten, war nur von wenigen zu leisten. Selbst die Schweißhundstationen habe heute keine Saumeuten mehr, weil die Arbeit zu viel ist

Auch sind altherkömmliche Hirschfänger oder Försterdegen im Einsatz recht gefährlich. Ein gesunder Hirsch schlägt einem angreifenden Hund mit den Schalen glatt den Schädel ein, oder verursacht tiefe, tödliche Wunden. Wenn ein verletzter Hirsch im Wundbett liegt, und er mit dem Hirschfänger durch einen Stich in das Herz abgefangen werden muß, dringt der Klingenführer in den Kampfbereich des Geweihes ein. Der Hirsch weiß sein Geweih gegen Feinde sehr wohl als Angriffswaffe zu führen. 10 Kg Geweih auf 150 Kg Muskeln sind nicht von Pappe! Au Backe!

Saufeder, Hirschfänger und Försterdegen werden heute meist nur noch als Prunkwaffen hergestellt, um an verdiente Waidgenossen als Ehrenzeichen verliehen oder zu Jubiläen an solche verschenkt zu werden. Die Waffeneigenschaften zu solchen Zwecke hergestellter Prunk"waffen" sind dann nicht immer mehr gegeben. Prunk ist eher eine Zier, als taugliche Waffe.

Deshalb wählt man bei Nachsuchen auf wehrhaftes Wild heute, statt der kalten Waffen vergangener Jahrtausende, großkalibrige Kurzwaffen mit schweren Geschossen, die in der Lage sind auch bei einem im Kampf flüchtig hingeworfenen Deutschuß tief genug einzudringen und den Jäger vor dem wehrhaften angreifenden Schwein zu retten. Wilde Sauen werden bis 200 Kg schwer und bestehen fast nur aus Muskeln. Keiler haben bis 25 cm lange Waffen (Hauer). Sauen können aus dem Stand 2 Meter hoch springen (so aus einem Pferdeanhänger über die Planke)!

Wir Jäger schießen in Deutschland, nachhaltig jährlich gut eine Million Rehe. Sowohl die Reh- als auch die Saustrecken steigen. Rehe sind nicht mal sehr scheu, da sie mit ihren flinken Läufen immer noch flüchten können, wenn ihnen was nicht paßt. Suche Dir mal außerhalb der Stadt eine Waldkante. Prüfe den Wind. Setze dich eine Stunde vor Dämmerung gegen den Wind. Dann sei ganz still. In der Regel wirst du nach einer halben Stunde bewegungslosen Verharrens die Rehe aus dem Wald auf die Wiesen treten sehen. Wenn es nicht den ersten Tag klappt, mußt du eben wieder kommen. Völlige Stille, ohne schnell Körperbewegung, nämlich Ruhe für lange Zeit, ist sehr wichtig. Nimm ein Fernglas mit, damit du die Rehe auch auf größere Entfernungen gut sehen kannst.

Ich könnte jeden Tag ein Reh schießen, wenn ich denn wollte. Will ich nicht! Denn ich will nächstes Jahr auch noch Rehe und alle anderen Tiere im Feld. Wildabschüsse aus diesem Grunde zu beschränken, nennt man die Wildbestände nachhaltig zu nutzen, in dem Sinne, daß ich mir nicht den Ast absäge, auf dem ich sitze. Die Selbstbeschränkung aus Eigennutz auf lange Zeit ist auch so ein Vorteil des deutschen Reviersystems. Viele Nachbarländer sind neidisch auf den gesunden und hohen deutschen Wildbestand. Wir haben hier eben in vielen Jahrhunderten eine Waidgerechtigkeit entwickelt = sachgerecht mit dem Wild umzugehen, die sowohl Wild als auch Bauern als auch Jäger jeweils befriedigt. Nur zusammen klappt die Sache. Jagdlich weniger zivilisierte Länder stehen bei der Waidgerechtigkeit schlechter da, behandeln deren Tier schlechter. Wir können hier in Deutschland auf einen hochwertigen artenreichen Wildbestand, nach dem sich unser Nachbarn die Finger lecken, stolz sein. Dänemark hat zum Beispiel aus Angst vor Schweinepest, zugunsten der Mastschweinehaltung, alle Wildsauen im Jahr 1998 ausgerottet. Alle! Den letzten Schwarzkittel zu strecken soll einen Aufwand von 1 Mio. DM gekosten haben. In Schweden schießt man noch heute mit Schrot auf Rehe (Hier ist der rauhe Schuß auf Rehwild seit 1934 unwaidgerecht)

Zur Zufriedenheit aller Wild und Flur nachhaltig zu nutzen, gewährt hier somit allen, sowohl Wild, als auch Wald, als auch Mensch, Lebensraum! Denke dagegen an das pennsilvanische Abschreckbeispiel!

Jäger schießen im DJV eigene Meisterschaften im jagdlichen Schießen.

Jäger machen in jedem Waldrevier ein- bis zweimal im Jahr (je nach Erfolg), im November oder Dezember, auf Hochwild (Hirsch, Sau) eine Drückjagd, um das bei der Einzeljagd nicht zur Strecke gekommene Wild, daß planmäßig erbeutet werde soll, zu strecken. Dabei drücken Treiber und Hunde das Wild aus den Einständen vor die Schützen.

Jäger im Feldrevier machen 1-2 mal im Jahr eine Treibjagd auf Niederwild (Hase, Reh). Dabei gehen die Schützen selbst durchs Feld. Verständigungsmittel ist das Jagdhorn, es sollen auch schon Händis und Funkgeräte gebraucht worden sein.

Jäger bilden Hunde aus, lassen die prüfen und gehen mit ihnen zur Jagd. Je nach Jagd gibt es verschiedene Hunderassen, die Vorsteh-, Stöber-, Schweißhunde, Bracken usw.

Wenn dich Jägerleben angeht, ließ mal "Verklungen Horn und Geläut" von Wolfgang Frank, Die Chronik des Forstmeister Franz Müller-Darß. Gut geschrieben, nett zu lesen, alles drin.

Also, ich habe mir echt alles durchgelesen und heute mit einem Jäger gesprochen. Ich finde gut und wichtig, daß es Menschen gibt, die auf Wald und Wiesen schauen und diese pflegen.

Ja. Wir leben in Deutschland seit Jahrhunderten in einer künstlichen Kulturlandschaft, die so nur durch sogsame Pflege und ständige Eingriffe zu erhalten ist.

Was machen dann eigentlich noch die Förster?

Förster hüten und hegen den Wald. Sie sind gewissermaßen Waldbauern. Besonders die öffentlichen Wälder, also der Bundes-, Landes-, und sonstiger Körperschaften Forst, wird von Förstern bewirtschaftet. Förster säen Bäume, verziehen Keimlinge, pflanzen Heister, schlagen Holz (bzw. lassen es schlagen und planen die Sache) verkaufen Holz, jagen. Die Förster schießen soviel Wild (hauptsächlich Rotwild und Rehe), daß sich der Wald selbst wieder aussäen und in verschiedenen Altersklassen natürlich wachsen kann. Das Wild kann den alten Bäumen wenig anhaben, frißt jedoch den Jungwuchs weg. Um das Wild vom Jungwuchs fernzuhalten, legen Förster für das Wild zur Äsung Wildäcker an und füttern das Wild in Notzeiten, damit es in den Kulturen nicht zu Schaden geht. Ziel ist ein naturnaher, sich selbst verjüngender Wald mit einer tragbaren Wilddichte. Reifes Holz wird geschlagen, dient als Bau- und Möbelholz. Reifes Wild wird geschoßen, dient menschlicher Nahrung.

Es gibt genug Tierarten, die wir Menschen fast ausgerottet haben!

Mag sein; Jäger allein rotten keine Tiere aus - schon gar nicht in Deutschland. Jäger nutzen ihr Wild nachhaltig - schon aus eigenem Interesse.

Sollte ich jemals Kinder bekommen, würde ich ihnen wenigstens noch gern Damwild und Feldhasen zeigen können, und zwar LEBEND!

Warum willst du so lange warten. Geh selbst raus und sieh Dir die Tiere an. Die Flur ist voller Wild. Wenn du nicht weißt, wo und wie du das Wild finden kannst, geh zu einem Jäger, lasse dich mal mitnehmen. Die meisten Jäger werden sich freuen einer interessierten Laiin die Schönheiten unser Wälder und Fluren zu eröffnen.

Ich danke Dir trotzdem für Deine wirklich ausführliche Beschreibung Deines Tuns!

Bitte, gern geschehen.

Ich hab ein Glitzern in Deinen Augen gesehen!

Darauf kannst du Gift nehmen!

mfG Judith, die noch nie Hirsch, Reh, Hasen, Wachteln, Wildsau, ... aß. Ich könnte es nicht. MAHLZEIT!

Bedenke, die Wildtiere leben so gut, wie eben möglich. Wenn du ein Stück Wild von einem Jäger kaufst, hilfst du ihm, seine Aufgabe wahr zu nehmen. Ich zum Beispiel schieß nur so viel wie ich selbst (samt Sippe) essen, oder an Endverbraucher verkaufen kann. So bekommt jeder Kunde sein Fleisch von einem voll verantwortlichen Menschen, dem er in die Augen sehen kann. Das ist doch was Gutes! Keine Massentierhaltung. Kein Schlachthof. Keine Hormone. Alles nur gesunde Natur, pralle Lebenskraft bis zu letzten Sekunde.

Wildpret schmeckt hervorragend, ist dabei mager und würzig. Wildpret ist gesundes Fleisch. Wild ist einfach zuzubereiten. Wild ist etwas Besonderes, um Gäste zu bewirten. Wild lebt frei im Wald besser, als gefangenes Zuchtvieh im Stall. Wild stirbt, ohne seinen Tod vorher zu ahnen, schnell durch des Jägers saubere Kugel besser, als geschundenes Hausvieh, ahnungsvoll nach langem Transport, im Schlachthof. Iß Wild, und du tust Dir und dem Wild was Gutes!

Waidmann Heil Lutz Möller

Jagdreform

,,Treten Sie als Multiplikatoren auf, appellieren Sie an die Politiker, diesen Unsinn nicht mit zu tragen!" Dr. Günther Baumer, Regierungsbezirks-Vorsitzender der Oberpfälzer Jäger und Vizepräsident des Landesjagdverbandes Bayern, nützte die Rotwildschau der Oberpfalz in Vilseck (wir berichteten) zu einer Abrechnung mit den Bestrebungen verschiedener Organisationen aus dem grünen Bereich, das altbewährte Jagdrecht auszuhebeln.

Der Angriff auf das bestehende Jagdwesen komme insbesondere vom Bundesamt für Naturschutz, den Grünen selbst, dem NABU, dem Deutschen Natuschutzring und dem Ökologischen Jagdverein (800 Mitglieder in Deutschland). Diese Verbände sähen in der jetzigen Regierungskoalition die Chance, ihre Forderungen durchzusetzen.

Dabei, so Dr. Baumer vor den Gästen aus Bayern und der ganzen Bundesrepublik, werde immer wieder auf das Reichsjagdgesetz von 1934 hingewiesen, wohl um die Jäger in diffamierender Weise in die Nähe von Nazis zu rücken. ,,Diese dümmliche Behauptung wird nicht besser, wenn man sie immer wieder wiederholt!", meinte Dr. Baumer. Schließlich habe der SPD-Mann Braun 1932 das Gesetz eingebracht, das sich auf der Basis des Revier- und Jagdgenossenschaftssystems bis heute bewährt habe.

Ebenfalls bis heute als richtungsweisend in der Welt gelte das deutsche Tierschutzgesetz, ebenfalls 1934 verabschiedet. ,,Hier hat man nie etwas gehört vom Reichstierschutzgesetz aus diesen Kreisen!"

Dr. Baumer nannte einige Punkte, in denen die Gegner tief greifende Änderungen erreichen wollten: Die Liste der jagdbaren Tierarten solle beispielsweise beschränkt werden quasi nur auf Rot-, Reh-, Dam- und Schwarzwild. Sogar die Beutegreifer wie den Fuchs wollten manche Verbände nicht mehr bejagen lassen, andere wendeten sich gegen jede Jagd auf Wasservögel.

Jäger als Hüter

Dabei stünden viele Tierarten im Jagdrecht unter ganzjährigem Schutz und seien in der Obhut und Hege der Jäger sicher. Viele Artenschutzprojekte wie für Seeadler, Fischotter, Auerhahn, Wiesenweihe, Birkwild wären andernfalls zum Scheitern verurteilt.

Auch beim Jagdschutz, der sich auch auf den Schutz des Wildes vor wildernden Hunden und Katzen beziehe, seien wahre Horrorzahlen unterwegs. So operiere der Tierschutzbund mit "35000 erschossenen Hunden" pro Jahr, eine schlichtweg unmögliche Behauptung. "Wo sollten denn diese Hunde herkommen?" Im übrigen gelte das Tierschutzgesetz auch für die frei lebenden Tiere und nicht nur für Haustiere, die oft genug ausgesetzt würden.

Geforderte Jagdzeiten im Winter liefen allen wildbiologischen Erkenntnissen zuwider, der geforderte Schrotschuß auf Rehe dem Tierschutz.

Am meisten aber störe ihn die Forderung der Jagdgegner, die gesetzlich festgelegte Mitgliedschaft der Grundeigentümer in der Jagdgenossenschaft in Frage zu stellen. Dies würde das Ende des Reviersystems bedeuten, das Ende der organisierten Hege und der fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen Jägern und Bauern zum Wohle des Waldes und des Wildes in Eigenverantwortlichkeit.

Hegeschau kostet nichts

Auch die geforderte Abschaffung der Pflichthegeschauen nahm Dr. Baumer in die Kritik: Der öffentliche Rechenschaftsbericht über die Hege, über Naturschutzmaßnahmen wie Fledermauskästen, Streuobstwiesen, Biotop-Anlage, Heckenpflanzung etc.), bei dem auch Politiker und Verbände zu Wort kämen, koste den Steuerzahler nichts und diene der Aufklärung der Öffentlichkeit über die Arbeit der Jäger und Heger.

,,Deshalb ist diese erfolgreiche Veranstaltung dem Naturschutz und dem ÖJV ein Dorn im Auge", meinte Dr. Baumer, "was geht unsere Hegeschau diese Verbände an - der ÖJV hat noch nie etwas geleistet!"

Das gemeinsame Bemühen werde sein, das seit 150 Jahren bewährte Jagdwesen. Natürlich gelte es, Verbesserungen anzustreben. ,,Der Staat hat auf Kosten des Steuerzahlers 240.000 Euro für Biber-Beratung (nicht die Schäden) eingestellt - ich wollte. man würde das Rotwild genauso großzügig behandeln!"

Joachim Gebhardt / Vilseck

Quelle: Oberpfalznetz http://www.oberpfalznetz.de/zeitung/0,2123,97459-1-8_167_0,00.php

An Deutscher Naturschutzbund, NABU - Naturschutzbund Deutschland e.V.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie wollen das deutsche Jagdrecht reformieren und versuchen mit eigenen Vorschlägen und Begründungen einer solchen Novelle inhaltlich zu beeinflussen.

Sie rechtfertigen den Reformbedarf unter anderem mit ihre Begründung, die Öffentlichkeit lehne Jagd zunehmend ab; Jagdgegner nähmen zu.

Sie sollten sich fragen, weshalb das so wäre. Jagd ist seit Jahrtausenden Teil unserer Kultur. Weshalb stimmen ihr nun plötzlich zunehmend weniger zu? Der Grund ist einfach: Nicht die Jagd hat sich geändert, sondern die Menschen. Die deutsche Bevölkerung Menschen verliert in unserer modernen Zivilisation zunehmend den unmittelbaren Bezug zur Natur. Das Leben spielt sich in den Städten ab. Natur wird nur noch im Stadtpark beim ,,Gassi gehen" mit dem Hund, oder durch den Fernseher ,,erlebt". Nicht von ungefähr ist begrüßen Menschen, die in ländlichen Gebieten leben, Jagd ungleich freundlicher als „Städter“. Die Landbevölkerung lebt mit der Natur, kennt Wald und Wild durch eigene Anschauung, erlebt und fühlt die Natur, entwickelt ein Gespür für deren Zusammenhänge, den Einklang von Wald, Wild, Jahreszeiten. Menschen, die in Städten aufgewachsen und dort leben, fehlt solches Gefüh zwangsläufig. Stadtkinder, die ihre Zeit in der Schule, vor dem PC und bestmöglich noch auf dem Sportplatz verbringen, können von vornherein keine vertraute Beziehung zur Natur aufbauen. Ihnen fehlen die Kenntnisse der Landbevölkerung. Ich vermute, bis hierher werden Sie zustimmen.

Wenn nun diejenigen Menschen, die Wald, Wild, Bedeutung der Jahreszeiten für die Natur etc. kennen, die Jagd größtenteils befürworten, jene Menschen aber, denen diese Kenntnisse fehlen, die Jagd ablehnen, dann zwingt sich in Sachen Natur der Schluß auf, die „Landbevölkerung“ genießt gegenüber den „Städtern“ einen Wissensvorsprung. Einfach gesagt, die vom Leute vom Lande Lande wissen es besser, sie haben recht.

Schuß bis hierher: Aufgabe einer Naturschutzorganisation soll sein, den Menschen die Natur nahezubringen, Verständnis zu wecken. Das Verständnis für die Jagd kommt dann von selbst.

Stattdessen versuchen Sie offensichtlich die auf Naturunwissenheit gründende Jagdablehnung breiter Bevölkerungsschichten für eigen Belange auszubeuten, um damit Politik zu machen. Sie setzen grundverkehrt an. Nicht die Jagd ist ein Problem, sondern das fehlende Verständnis vieler Leute für die Natur, ihre Abläufe und Zusammenhänge. Folgen Sie diesem Ansatz. Dann werden Sie sie sich wundern, wie schnell sich Ihr angeblicher Reformbedarf verflüchtigt.

Sie fordern, Jagdzeiten deutliche zu kürzen, die Jagd auf Herbst und Frühwinter zu beschränken.

Sie begründen, lange Jagdzeiten erhöhten den Jagddruck auf das Wild, verlängerte Schonzeiten gönnten dem Wild mehr Ruhe, dieses zöge dann vertrauter in die Wiesen ziehen und der Spaziergänger sähen es häufiger.

Wer stört hier?

Wie können Sie so etwas ernsthaft behaupten? Woher nehmen Sie Ihre Sachkenntnis? Haben Sie jemals einen Jäger auf der Jagd begleitet? Ich lade Sie herzlich hierzu ein, ja ich fordere Sie geradezu auf, mich einmal zu begleiten. Tatsache ist doch: Das Wild bemerkt den Jäger auf seinem Ansitz im Wald oder am Waldrand nicht. Genau das ist ja der Zweck der Übung! wie sonst könnte er das Wild beobachten, erkenne, auswählen und ggf. erlegen, wenn der Abschuß in den Hegeplan paßt? Um dem Wild verborgen zu bleiben, trägt er Tarnkleidung, bewegt sich vorsichtig zum/vom Ansitz. Das Wild hat seine Ruhe. Nehmen wir an, dem Jäger gelingt - wie meist - vom Wild unbemerkt anzusitzen.

Der stört hier!

Zu den üblichen Zeiten tritt das Wild aus dem Einstand vertraut auf die Äsungsflächen. Der Jäger beobachtet das Wild beobachten, ohne zu stören. Doch was geschieht meist? In den allermeisten Revieren Deutschlands kommt gegen Abend, wenn das Wild aus dem Wald auf die freien Flächem austreten möchte, mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Spaziergänger mit Hund, ein Jogger oder ein Radler vorbei. Das Wild springt beunruhigt ab, tritt erst wieder nach Einbruch der Dunkelheit aus. Nichts gegen Leute, die spazierengehen oder joggen. Das tue ich auch. Aber tun Sie doch um Himmels willen nicht so, als ob die Jäger das Wild störten. Hoher Freizeitdruck in unseren Wiesen und Wäldern stört das Wild, nicht vorsichtig und ruhig ansitzende Jäger!

Was also bleibt von ihrer ,,Begründung“ die Jagdzeiten drastisch zu kürzen? Ich meine, gar nichts!

In den meisten Fällen beobachten ein Jäger am Ansitz das Wild, bezogen auf die Zahl der Ansitze schißt er nur selten. Der Jäger genießt die beim Ansitz den Anblick, lauscht den Vögeln, atmet den Blütenduft. Er verbindet heute den Naturgenuß mit dem Luxus, nicht gleich jedes Reh erlegen zu müssen, sondern im Sinne nachhaltiger Naturnutzung seine Beute auswählen zu dürfen. Begleiten Sie mich einmal! Schieße ich dann tatsächlich einmal, so erleben Sie mit ein wenig Glück, daß Rehe, die sichtbar, aber nicht in unmittelbarer Schußnähe stehen, überhaupt nicht abspringen. Sie werfen zwar auf, sichern eine Weile und äsen dann friedlich weiter. So erlebe ich das immer wieder. Schüsse stören das Wild also nicht so sehr. Außerdem: Ich jage doch nicht laufend an derselben Stelle, sondern wechsele in verschiedene Revierteile. Andernorts steht nicht das selbe Wild. Wenn überhaupt, störte ein Schuß nur das Wild im unmittelbaren Umkreis. Der Rest bleibt hat seine Ruhe.

Ihre Forderung die Jagdzeiten drastisch zu kürzen, führt kurzweilig zwanghaft zu hohen Abschußdruck Sie meinen, wir Jäger sollen Ihren Jagdhochdruck mit Mitteln wie ,,Drückjagd auf Reh“, möglicherweise auch ,,Schrotschuß auf Reh“ verwirklichen. Ich kann nur Nachteile, jedoch keinen einzigen Vorteil erkennen, denn

Der Jagddruck stiege für das Wild in dieser Zeit unerträglich, versetzte Wild wird großflächig in Panik, trennte Sippenverbände, das Wild rennte in panischer Flucht gegen Wildzäune und verletzt sich, oder flüchtete über unfallträchtige Strassen. Bis nach so einem Jagdhochdrucktag das unverletzte Wild sich wieder einigermaßen beruhigte und an seine Einstände zurückkehrte, dauerte Tage. Wo bleibt bei solcher wahllosen Wildschädigung Ihr Naturschutzanspruch? Unser Wild ist ein auch Teil der Natur, werden sie mir zustimmen. Wild soll gleich jeder Pflanze geschützt. Ihren Forderungen lassen die Vermutung zu, sie hielten unser Wild für zu bekämpfendes Ungeziefer. Wo bleibt Ihr gerechtes Naturschutzselbstverständnis?

Den hegeplanmäßig notwendigen Abschuß in Ihrer geforderten kurzen Zeit zu schaffen, zwänge den Jäger, dann den Großteil seiner Zeit der Jagd zu widmen. Während er den Rest des Jahres seiner sonstigen Arbeit nachgehen kann, wollen Sie Ihn binnen Ihre Jagdhochdruckzeit für ein paar Wochen zum massentötenden Berufskiller wandeln. Solche aberwitzigen Vorstellungen vertragen sich nicht mit unserem zeitlich langjährig gebunden Pacht und ortsgebundenen Reviersystem! Der Pächter verpflichtet sich der Jagdgenossenschaft für 9 (Nieder) oder 12 (Hochwild) Jahre, das Wild in seinem Revier zu hegen und die Wild und Jagd zu schützen. Die Aufgabe ist ganzjährig, schließt die Schonzeiten ein. Jagdpacht kostet. Der jagdliche Ertrag mildert die Last, wiegt sie aber meist nicht auf. Daher müssen sich Pächter, die von der Jagd nicht leben könne, in ihre Freizeit vom Broterwerb ihren Verpflichtungen nachkommen. Wann sonst? Jagd und Hege beschränken sich daher meist auf die Wochenenden. Aus beruflichen und familiären Gründen fehlt dem üblichen Jagdpächter die Zeit, im Spätherbst nur noch zu jagen, um hastig die geforderten Abschüsse zu erledigen. Die meisten der mir bekannten Jäger würden unter Ihren Kraftaktjagdbedingungen ihre Pachtverträge auslaufen lassen, so ich auch. Ihr Ansatz stellt daher das ehrenamtliche Pacht- und Reviersystem in Frage! Überlegen Sie, was das bedeuten würde: Jagdverhältnisse wie in Italien oder Kanada, marodierende Lizenzscheinjägerhorden streifen örtlich unkontrolliert durch unsere Wälder und schießen, was vor die Büchse kommt? Armes Wild, arme Jogger.

Ihre ,,Kraftaktjagd" zerstört die Möglichkeit Abschüsse sinnvoll auszuwählen. Stehen beim Ansitz zwei Rehböcke, ein starker und ein schwacher, schieße ich den den schwachen.

Was wäre daran schlecht?

Ihre Drückjagd auf Krampf ließe kluge Wahl in Ruhe nicht mehr zu. Wild kommt dem Schützen flüchtig; sofort muß ,,Strecke gemacht" werden. Erst hinterher kann der Schnellschießer – vorrausgesetzt der hingeworfene Schuß tötet auch – feststellen, was genau zur Strecke kam.

Was wäre daran gut?

Bei langen Jagdzeiten über das wird Rot-, Dam- und Rehwild (für Schwarzwild gilt das kaum) zwar beim Ansitz ausgewählt und ohne den Bestand zu stören in der geforderten Anzahl erlegt und aus. Jeder Schuß wird wohl auf das ruhig stehende Wild gezielt, er tötet unverzüglich; Kopf und Trägerschüsse sofort, ohne jegliches empfundene Leid.

Solche genauen und damit wildschonenden Treffer sind auf Bewegungsjagden nicht möglich. Ihre hektischen Kurzjagden strecken Wild ungewählt, zufällig. Sie versetzen die armen Tiere in höchste Panik, Ihre Schnellschießer könnten, ohne jede Möglichkeit auf das flüchtige Wild ruhig zu zielen, Unglückstreffer, die das Wild nicht schnell töten sondern nur schwer verletzen oder verkrüppeln, leider nicht vermeiden. Mit solcher aus ihren verkürzten Jagdzeiten sich gewollt ergebenen Krachjagd, habe ich so meine Schwierigkeiten. Als Naturliebhaber, der das Geschöpf an sich schätzt, wäre solch Schlumperei nicht mein Stil. Sie tragen den Gedanken des Naturschutzes auf Ihren Fahnen. Werden Sie Ihrem eignen ethischen Anspruch gerecht. Verwechseln Sie nicht den Schutz der Natur mit ideologisch geprägtem Kampf gegen Jäger.

Ich kann mich insgesamt des Eindrucks nicht erwehren, Ihre derzeitige Politik richtet sich in Wahrheit gegen uns – warum auch immer - ungeliebten Jäger, als schöben Sie den Naturschutzgedanke nur vor. Zu viele Gründe sprechen gegen Ihre Jagdreform, als daß Sie mir weismachen könnten, Sie forderten Ihre Reform nur aus ehrlichen Naturschutzgesichtspunkten heraus. Ganz im Gegenteil mutet Ihre Kampagne an, daß in Wirklichkeit nur selbstherrlichen Ideologen ,,Stimmung" gegen Jäger machen wollen - warum auch immer, jedenfalls nicht der Natur zu Liebe!

Jagdausbildung dauert lange. Die Prüfung ist schwer. Manche sprechen gar dabei vom grünen Abitur. Vertrauen Sie der Fachkenntnis und dem Verantwortungsbewußtsein der Jäger für ein nachhaltige Naturnutzung, arbeiten Sie mit uns zusammen, statt gegen uns. Zusammen können wir viel für die Natur erreichen, gegeneinander kaum.

Quelle: Nach einer bekannten Zuschrift


Was ist ein Stadtjäger?

Der Stadtjäger ist zuständig für die Hege und Bejagung der dem Jagdrecht unterstellten Tiere im Stadtgebiet. Er erhielt seine Genehmigung vom zuständigen Ortsamtes (Wirtschafts- und Ordnungsabteilung), ist nicht ihr Mitarbeiter. Seine Tätigkeit ist ehrenamtlich, er bekommt keine Entschädigung, hat seine Aufwendungen selber zu tragen, leistet aber andererseits keinen Ersatz für Wildschäden.

Als aktiver Naturschützer sichert er die Überlebensgrundlagen des Wildes in der Stadt. Neben allgemeiner Naturschutzarbeit bejagt er Wild, welches krank, von Tierseuchen befallen ist oder durch überhöhte Populationen zu Schaden geht und den Bestand anderer Tiere gefährdet. Dem Stadtjäger obliegt auch die (traurige) Aufgabe von Autos angefahrenes Wild tierschutzgerecht zu erlösen. Solche Wildunfälle kommen übrigens keineswegs nur auf dem Lande außerhalb der Städte vor. Soweit der Stadtjäger das Wild im Stadtgebiet nutzt, ist er der Nachhaltigkeit und den Jagdgesetzen verpflichtet.

Besondere Bedeutung hat die Bejagung von Wildkaninchen. Kaninchen können als Grabetiere große Schäden und Risiken verursachen. Man denke dabei besonders an Deiche, Autobahnböschungen, Bahntrassen, Flugrollfelder aber auch an Grabsteine und Monumente auf Friedhöfen.

Der Stadtjäger ist Berater und Ansprechpartner für alle Bürger. Er hilft und berät, wenn Rabenvögel (besonders die Elstern) seltene Singvögel übermäßig beeinträchtigen und wenn der Steinmarder als Kulturfolger dem Menschen die Nachtruhe raubt oder zum wiederholten Male das Auto beschädigt. Als ausgebildeter Jäger hat er umfassendes Wissen zur Lösung von vielen Schwierigkeitenn. Er kennt sich selbstverständlich auch mit Nistkästen und Fütterung von Vögeln im Winter aus.

Die Waffen, die der Stadtjäger führt (er hat dazu eine amtliche Erlaubnis!) sind notwendige Handwerkzeuge für seine Tätigkeit. Die Waffen bedeuten aber keinesfalls, daß er auf „alles schießt, das sich bewegt“. Sie sind vielfach nur das letzte Mittel, um ein Tier von seinen Qualen zu erlösen oder um Überbestände hegerisch zu verringern. Der Stadtjäger schießt auch nicht auf Hunde und Katzen. Der Schuß auf einen Hund kann nur im Auftrag der Polizei und bei zwingenden Gründen zur Abwehr von Gefahr für Leib und Leben oder in Notfällen erfolgen.

Die Tätigkeit des Stadtjägers stellt keine Gefahr dar, neben großem Verantwortungsgefühl und sicherheitsbewußtem Handeln ist er sehr hoch gegen Schäden an Personen und Sachen versichert.

Jens

Ulli fragt zu Jagd

Hallo Jägersleut,

Der hier schreibt ist kein Jäger , aber mich interessiert die Jagd aus folgenden Grund. Ich bin oft draußen unterwegs, Vögel , aber auch andere Tiere, zu beobachten. Nun Begegnungen mit Jägern bleiben da nicht aus. Vor einigen Tagen hatte ich nun eine bemerkenswerte Begegnung, die mir zu denken gab. Ich traf ein Jäger, kam mit ihm ins Gespräch. Der Herr monierte das teilweise schlechte Verhältnis zwischen Jägern, Naturschützern und anderen Natur-, wie z. B. den Vogelfreunden. Nun gab ich ihm zu erkennen, auch ich stünde der Jagd in ihrer heutigen Form skeptisch gegenüber.

Warum werden auch heute noch Waldschnepfen gejagt?

Waldschnepfen sind jagdbares Wild. Sie fressen insbesondere Regenwürmer, die sie mit ihrem Stecher erbeuten. Sie fliegen insbesondere beim Abendstrich flach über den Baumwipfeln, rufen suchend dabei prrrrt quit, um sich gegenseitig zu finden. Der Schrotschuß in der fallenden Dämmerung auf anfliegende Waldschnepfen verlangt daher ausgezeichnete Schützen. Schnepfen bieten mit dem Schnepfendreck, ihrem Mageninhalt, eine besondere Delikatesse. Schnepfen werden gegessen, die kleinen Fingerfedern werden als Trophäe an den Hut gesteckt. Schnepfen werden gejagt, um sie zu erbeuten.

Welchen ökologischen oder Naturschutzsinn gibt es für die Waldschnepfenjagd?

Schnepfenjagd schöpft teilweise den jährlichen Schnepfenzuwachs ab. Deren Jagd bedeutet also Naturnutzung. Der Nutzen ist der ökologische Sinn der Jagd an sich. Jagd wird nicht um des Naturschutzes willen betrieben, sondern um Beute zu machen. Das die Jagd naturschützerische Wirkung zeigt, indem sie Überpopulationen, die in der Landschaft sonst erheblich zu Schaden gehen würden, begrenzt, ist erfreulich und zu begrüßen, aber nicht die Ursache.

Jäger beklagen oft den Rückgang von Bodenbrütern, machen dafür teilweise die Rabenvögel verantwortlich.

Kolkraben sind besonders zu zweit gewitzte Eierdiebe. Raben greifen gemeinsam bodenbrütende Vögel an. Ein Rabe fliegt auf (die vielfach größere brütende Trappenhenne) einen Scheinangriff, den der Bodenbrüter abwehrt, während indes der andere Rabe ein Ei klaut. Raben- und Nebelkrähen sind nicht ganz so pfiffig, fressen allerdings auch sehr gern Eier. Saatkrähen spielen hier kaum ein Rolle. Elstern und Häher durchaus.

Nun warum schießen Jäger auf Rebhühner?

Um sie zu erbeuten. Die Wirkung der Jäger bei Niederwild wird von Laien völlig überschätzt. Der jagdliche Eingriff ist nur klein. Lediglich bei großen Tieren, wie dem Hirsch z.B. können Jäger den Bestand einigermaßen bestimmen. Weil man kleinere Tieren nicht so gut überblicken kann, ist dies bei denen nicht möglich. Der Niederwildbestand wird im wesentlichen durch die Landwirtschaft, auf die Jäger wenig Einfluß haben, bestimmt. Jäger pflanzen zwar Remisen, Hegebüsche, legen Wildäcker an und füttern in Notzeiten. Das tun Jäger, weil sie sich für ihr Wild verantwortlich fühlen. Sie können damit allerdings nicht die 1 ha großen Schläge des letzten Jahrhunderts nach "Bodenreform", "Grünem Plan", und "Flurbereinigung" wieder her stellen. Wenn heute Maisschläge 40 oder 60 ha in einem Stück groß sind, wo früher 40 oder 60 einzelne Acker mit verschiedenen Früchten waren, gedüngt und mit Herbiziden von Kraut befreit sind, dann gibt es dort heute keine (=0) Rebhühner mehr, wo im Letzten Jahrhundert noch 1.000 Stück ihr Auskommen hatten! (Sauen allerdings mögen soetwas! Sauen fressen auch gern Eier). Rebhühner kommen überall vor, da die Standorte gute Lebensbedingungen für Rebhühner bieten. Dort kann man sie auch im Rahmen des Zuwachses bejagen.

Rabenvögel ist ein Thema für sich, ich weiß .... Trotzdem ich mag Kolkraben, Sorry:-)

Kolkraben sind ganz wunderbare Vögel - ganz ohne Zweifel. Durch deren Lernfähigkeit, hohes Alter und der Möglichkeit sich auf ganz unterschiedliche Nahrung einzustellen, gewinnen sie in sich ändernden Landschaften und Zeiten, wie heute in Deutschland, gegenüber spezialisierten Tierarten. Ändern sich die Verhältnisse gewinnen Generalisten wie Rabe, Sau und Fuchs. Spezialisten wie Rebhühner verlieren dabei. Wenn also an einer Müllkippe 250 Raben hausen gibt es ein Problem: Die Müllkippe ernährt viel Raben, Möven und Füchse. Die bleiben nicht dort, sondern schwärmen immer wieder aus. Dadurch erhöhen sie den Feinddruck in Gegenden, in denen sie von der Gegend selbst nicht leben könnten über das angemessen Maß hinaus. Obwohl die Raben auf die Eier der Bodenbrüter in dem Gebiet nicht angewiesen sind, tun sie daß, was sie immer tun: Die Raben fliegen spähen, finden, greifen an, erbeuten! Ganz ähnlich die Problematik bei Füchsen und Dorfkatzen. Um den Freßfeinddruck von der Gegend zu nehmen, sollten die Raben an der Müllkippe gezielt abgeschoßen werden. Davon werden die Raben nicht in deren Bestand gefährdet. Dem Niederwild würde so ein Erleichterung verschafft.

Es wird beklagt, zuviel Rehwild schade dem Wald. Das kann örtlich so sein. Warum gibt es immer noch Wildfütterung?

Wild wird aus zwei Gründen gefüttert, also mit viel Nahrung versorgt. Fütterung ist von Kirrung (wenig Nahrung) zu jagdlichen Zwecken zu unterscheiden).

Nothilfe: In Notzeiten (strenger Winter, zugefrorene Harschdecke) hilft man dem Wild durch die außerordentlich schlechte Zeit zu kommen. Jäger müssen das tun.

Schadensbegrenzung: Um das Wild von gewissen Kulturen zu gewissen Zeiten (z. B. Saat) fern zu halten legen Jäger im Wald Ablenkfütterungen an. Dadurch soll das Wild an die Fütterungen gebunden werden, um es von den Kulturen fern zu halten.

Wäre es, um die natürliche Auslese zu unterstützen, besser auf Wildfütterungen zu verzichten?

Nein, weil dann der Wildfütterungsnutzen entfiele!

Wildfütterungen haben nichts mit Vererbung zu tun. Unser Wild ist nicht genetisch bedroht. Rehe gibt es seit 6 Millionen Jahren. So etwas wie uns Menschen gibt es erst 1 Million Jahre. Wir sollen uns also nicht dem Tenor des Dritten Reiches anschließen, in dem es hieß "Wir Jäger sollen das Wild aufarten!" Jagd ist keine Zuchtveranstaltung wie ein Kuhstall, in dem genau geplant werden kann, wer sich mit wem paart. Das Wild ist dem Jäger zum größten Teil unbekannt. Es wechselt im Laufe eines Jahres häufig Gestalt und Haare. Einzelwesen sind kaum wiederzuerkennen. Dabei wandert Wild noch von einem Revier ins nächste, während der Jäger bleibt (soll er zumindest im deutschen Reviersystem). Ob Wild überlebt hängt zuerst mit Äsung (=Essen), dann mit Ruhe zusammen. Statt sich um Fütterungen Gedanken zu machen, sollte erst überlegt werden, wie die Landschaft gemeinsam mit den Landwirten wildfreundlicher gestaltet werden kann. Dann sollte mit den Städtern überlegt werden, wie die Unruhe durch menschliche Anwesenheit inder Landschaft vermindert werden kann. Hierin liegt Konfliktstoff. Es wäre zu überlegen ob die privaten Wälder tatsächlich von jedem Fremden betreten werden dürfen sollen? Hier könnte man dem Wild Erleichterung verschaffen.

Auf der roten Fährte

"Bergmann..." Manfred lehnte sich zurück und grinste. Er dachte sich schon, was jetzt kommen würde. Es gab nicht viele Gründe, ihn um dreiviertel Zwölf in der Nacht anzurufen: Er war weder Arzt noch Pfarrer - aber Jagdpächter. "Manfred?" "Ja..." "Sven hier.. Hmmmm.... äh...." "Laß mich raten: Du hast auf eine Sau geschossen?" "Ja, äh...." "Lasse mich weiterraten: Sie ist mit der Kugel abgegangen?" Pause. Dann: "Äh... Hmmmm... ja, genau. Mit der Kugel abgegangen... ist sie. Woher weißt Du das schon wieder?" Manfred lachte gutmütig: "Es gibt nicht viele Gründe, mich um diese Zeit anzurufen. Nachdem ich weiß, daß Du heute auf Sauen draußen hockst und nicht gerade begeistert klingst, gab es für Deinen Anruf nicht viele denkbare Gründe." "Schöner Scheiß...." "Naja, jetzt beruhige Dich mal. Du bist nicht der erste, dem mal ein Schlumpschuß herausrutschte. Du wirst auch ganz gewiß nicht der letzte sein." Manfred Bergmann grinste innerlich von einem Ohr zum anderen. Sven Hemmler, der niemals fehlschoß, seines Zeichens Jungjäger – im "Zivilberuf" Werkzeugmachermeister, daher Präzisionsmensch und Perfektionist. Selten einmal landeten seine Kugeln auf dem Schießstand außerhalb der Zehn. Aber im Revier zu schießen ist eben anders als auf dem Schießstand. Nicht daß Sven im Revier grundsätzlich daneben schoß: Bislang hatte er saubere Schüsse auf Fuchs, Frischling und schwaches Rehwild abgegeben. Auch konnten sich seine Treffer bei der Jagd mit der Schrotflinte durchaus sehen lassen Sven war daher schon dabei gewesen, ein wenig hochmütig zu werden. Jetzt hatte ihn offensichtlich doch einmal das Jagdfieber gepackt, geschüttelt und ihm seine Grenzen gezeigt. Deswegen war Manfred in gewisser Weise auch erleichtert – er wollte gute, waidgerechte Jäger in seinem Revier, aber keine lebenden Denkmäler. "Was für ein Stück war es denn?" "Eine Überläuferbache, die zweitgrößte aus der Rotte." "Wie meinst Du, bist Du abgekommen?" "Naja, sie stand gut und ich wartete, bis sie mir Gelegenheit gab, einen sauberen Blattschuss anzutragen. Aber offensichtlich ist der ja wohl vorbeigelungen..." Manfred wußte, daß Sven "durchs Feuer sehen" konnte, also im brechenden Schuß das Zielauge auch offenließ. Sven konnte wirklich gut schießen, er hatte keine Angst vor der Büchse, muckte nicht. Aber bei starker Dämmerung und im Dunkeln sieht man beim Schuß auch mit offenen Augen nichts, da der Feuerball an der Mündung alles, was in dem Sekundenbruchteil nach dem die Kugel aus dem Lauf ist zu sehen wäre, überstrahlt. "Klagte sie?" "Nein." "Hm, dann hast Du sie entweder noch in der Kammer erwischt oder weich. Bei einem Knochentreffer, einem Leber- oder Nierenschuß hätte sie geklagt. "Warst du am Anschuß?" "Nein natürlich nicht. Ich weiß doch ganz genau, daß der Anschuß an der Kirrung war. Da brauche ich doch nicht im Dunkeln die Pirschzeichen zu vertrampeln." "Sehr schön. Du hast Dir bei der Arbeit was gedacht." Sven atmete hörbar auf. "Was machen wir den jetzt?" "Ganz einfach: Wir suchen die Sau morgen früh nach." "Ja, natürlich..." "Ich läute den Werner an, Revierförster Seidel, und mache mit ihm für morgen früh einen Termin aus. Anschließend rufe ich Dich zurück und sage Dir wann und wo wir uns treffen" Manfred war sich zwar ziemlich sicher, daß Frieda, seine bewährte Deutsch Drahthaarhündin, die Sau auch finden würde. Aber zum einen hatte sie diese Woche bereits zwei Nachsuchen geleistet, beide nicht ganz einfach. Nachsuchen auf der roten Fährte sind für einen Hund sehr anstrengend. Die gute, alte Frieda hatte sich mal ein wenig Ruhe verdient. Außerdem war es für Manfred Ehrensache, seinen Jungjägern möglichst viel zu zeigen und beizubringen. Dies war eine schöne Gelegenheit, einmal zu sehen, wie ein erfahrener Nachsucher mit einem echten Schweißhund arbeitet. Außerdem hatte Werner darum gebeten, ihn hin und wieder zu berücksichtigen, wenn eine Nachsuche anstand. In seinem Forstrevier war Selma, die bayrische Gebirgsschweißhündin, derzeit nicht allzuviel beschäftigt: Der Förster hatte sich eine Gruppe von gut schießenden Mitjägern herangezogen, so daß selten einmal etwas danebenging.

Manfred ging Richtung Küche um sich ein Bier zu holen. Seine Frau Gudrun streckte den Kopf aus der Schlafzimmertür. "Wer war denn das so spät noch?" „Sven, er hat eine Sau an-geflickt." Manfred kniff Gudrun in die Backe und drückte ihr einen Kuß auf. "Knackig siehst Du übrigens in dem kurzen Hemdchen aus ..." Gudrun tat verlegen: "Ach, daß sagst Du doch bloß wieder weil... Naja, Du mußt dann doch sicher wieder früh raus, diese angebleite Sau nachzusuchen?" Gudrun grinste jetzt spitzbübisch und Manfred fiel plötzlich auf, daß er eigentlich gar keine Lust mehr auf ein Bier hatte. "Oh, ja! Schrecklich früh! Deswegen muß ich jetzt auch furchtbar schnell zu Dir in´s Bettchen... Ich ruf nur noch kurz den Werner an. Der soll nämlich mit seiner Selma morgen nachsuchen; Frieda hat dieses Woche schon genug geleistet." Gudrun verschwand kichernd im Schlafzimmer während Werner fix - oder besser gesagt: in verdächtiger Eile - noch einmal zum Telefon ging und ein bemerkenswert kurzes Gespräch mit seinem Freund Werner Seidel, dem Revierförster, mit dem er sonst bekannterweise stundenlang quatschen konnte, führte und ein noch kürzeres mit Sven, dem er nur knapp mitteilte, wann und wo man sich am nächsten Morgen treffen wollte.

Natürlich mußte Manfred nicht sooo früh aus den Federn, wie er offensichtlich hinein mußte. Das Jahr war bereits soweit fortgeschritten, daß es nicht mehr schon mitten in der Nacht hell wurde und vor Tag sucht man keine Sau nach. Besser sei es sogar – so sagen zumindest manche – zu warteten, bis die Sonne den Tau getrocknet hat. Daher war es bereits schon eine Weile heller Tag, als Manfred in seinem alten Mercedes G ins Revier gerattert kam. Die Sonne verjagte die Frühnebel und verhieß einen jener goldenen Oktobertage, die er schon in seiner Kindheit liebte. Wenn der Wald bei uns auch nicht wie in Kanada buchstäblich flammt, da das Laub der bei uns herrschenden Buchen sich lediglich braun und nicht in allerhand Rot- und Gelbtönen färbt, gibt es in unserem Herbst auch viele Farbtupfer: Das Gelb der Birken und des Ahorns, einige Spritzer Rot, das Grün der Eschen. Wenn die Sonne scheint, bekommen selbst die Buchen einen goldenen Schimmer, auch wenn ihr Laub im grauen Licht nebliger Herbsttage nur ein langweiliges, tristes Braun zeigt.

Sven stand am vereinbarten Treffpunkt neben seinem wie immer auf Hochglanz gewienerten Suzuki Samurai. Obwohl er sich alle Mühe gab, die gleichmütige Miene eines alten Waidmannes sehen zu lassen, fiel Werner auf, daß er ziemlich nervös war: Er trat nämlich unbehaglich von einem Fuß auf den anderen. "Na, Du Held, dann wollen wir also gleich mal beibügeln, was Du heute Nacht versiebtes." Als Sven schuldbewußt zusammenknickte, haute ihm Werner jovial auf Schulter: "Na komm, laß die Flügel mal nicht so hängen! Der den Schaden hat, spottet bekanntlich jeder Beschreibung - äh, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Ich sagte Dir doch schon heute Nacht am Telefon, daß so etwas jedem passieren kann... Ach, schau mal, da kommt ja schon der Herr Forstrat!" Ein alter Landrover kam um die Ecke einer Dickung den Waldweg herauf und hielt bei den beiden. Heraus kletterte nicht etwa ein in Ehren ergrauter Förster vom Silberwald, sondern ein recht junger Bursche mit einem blonden Pferdeschwanz und mehreren Ringen im linken Ohrläppchen. Hinten im Landrover tobten eine zierliche Bayrische Gebirgsschweißhündin und ein struppiger Deutscher Jagdterrier, weil sie Frieda gesehen hatten.

"Hopps, raus mit Euch!" rief der Pferdeschwanzförster und öffnete die Hecktür des Landrovers, während Manfred seine Frieda schnallte. Augenblicklich fingen die drei Hunde an, miteinander über die Waldwiese zu toben. "Sven, das ist Herr Revierförster Werner Seidel", sagte Manfred mit einem vielsagenden Grinsen. "Lass doch endlich mal den Revierförster in Ruhe", lachte Seidel, boxte Manfred kräftig gegen den Oberarm und streckte dann Sven die Hand hin. "Unter Waidgenossen bin ich Werner!" "Freut mich, ich bin Sven!" Seine Laune besserte sich bereits, als er des Försters Hand schüttelte.

"Erst lassen wir die Hunde sich mal auslaufen. Besser als die das selbst erledigen, können wir sie auch nicht bewegen. Derweil könne wir schon mal darüber reden, was uns auf der Fährte erwartet. Hast Du den Anschuß bereits gefunden und verbrochen?" "Ja und Nein. Es war an der Kirrung, daher bin ich gar nicht erst dort rumgetrampelt und ein Bruch war auch nicht erforderlich." "Das ist schon mal gut! Was war es denn für ein Stück?" "Die größte aus der Rotte nach der Leitbache." "Nicht die kleinste? Ah ja, verstehe: Manfred setzt auf Reduktion. Das sollten wir auch tun.

Die bei uns angrenzenden Feldjagdpächter und die Bauern sind des Wildschadens wegen schon ganz schön stinkig. Aber mein Chef hängt so an seinem Schwarzwildbestand. Damit die wichtigen Gäste bei den Staatsjagden auch immer schön was vor die Büchse bekommen, meint er." In den Forstrevieren ist das Schwarzwild gar nicht so schlecht angesehen: Es kann dort kaum wirtschaftlichen Schaden anrichten, lockert aber durch sein Brechen nach Mast den Boden auf. Deswegen sind Förster und Waldjagdpächter immer in der Versuchung starke Bestände heranzuhegen um viel Wild für die Jagd zu haben. Bedenklich ist aber dennoch, daß Sauen als Allesfresser auch die Gelege von Bodenbrütern nehmen und daß zu hohe Bestände durch Seuchen gefährdet sind, namentlich durch Schweinepest. Bricht die einmal aus, wird es traurig: Möglichst der gesamte Bestand muß dann abgeschoßen werden, wobei man das Wildbret nicht verwerten kann. Das Lebensmittelrecht verbietet die Verwertung kranker Tiere. Daher müssen solche kostspielig und/oder arbeits-aufwendig entsorgt werden. Richtig schwierig wird die Hege auch auch, wenn das im Wald herangehegte Schwarzwild in angrenzenden Feldrevieren zu Schaden geht. Tatsächlich wird dieser Schaden ja von den Inhabern der Waldreviere erzeugt. Es gibt jedoch keine juristische Handhabe, nach welchem sie direkt haftbar gemacht werden können; allerdings verlangt das Jagdgesetz, daß die Wildbestände keinen übermäßigen Schaden anrichten, ordnungsgemäß e Land- und Forstwirtschaft erlauben sowie der sogenannten Landeskultur entsprechen sollen. Verheerte Felder sind jedoch das Gegenteil von Landeskultur und ordnungsgemäß er Landwirtschaft. Daher ist ein Gespräch zwischen Waldjägern, Förstern, Bauern und Feldjägern notwendig geworden und in letzter Zeit auch stellenweise schon in Gang gekommen. Teilweise muß man dabei auch mit liebgewonnenen Gewohnheiten brechen. Schon lange ist erlaubt, auf Schwarzwild, anders als auf anderes Schalenwild, auch bei Nacht zu schießen. Auch die der alte Jägerregel, bei Hegeabschüssen von weiblichem Wild immer das schwächste Stück zu nehmen, wird teilweise gebrochen: Nur wenn man starke Frischlings- und Überläuferbachen schießt, nimmt man die Zuwachsträger aus dem Bestand und bremst damit die Vermehrung.

Werner fragt noch weiter zum Hergang des danebengelungenen Abschusses, wobei Manfred Sven hilft, diese zu beantworten, wo das nötig ist. Der Nachsucheleiter soll genau wissen, was vor sich ging. Er untersteht sogar einer gewissen Schweigepflicht, soll über Mängel an Weidgerechtigkeit und kleine Gesetzesverstöße hinwegsehen. Dies ist weise eingerichtet, denn wer wird einen revierfremden Nachsuchenführer hinzuziehen, wenn er rechnen muß, daß dieser ihm einen Strick aus dem Schuß dreht? Da ließe der Sünder dann das angeflickte Stück lieber elend verenden, als es durch eine gekonnte Nachsuche schnell von seinen Leiden - aber gleichzeitig womöglich sich selbst von seinem Jagdschein zu erlösen.

Mittlerweile riefen Werner und Manfred die Hunde wieder zurück und leinten die an. Werner holt sein Handwerkszeug aus dem alten Landrover: Rucksack, Schweißhalsung nebst Schweißriemen, ein Päckchen Watte und einen kurzläufigen russischen Karabiner. Wer wird in Unterholz und Dickungen, beim Marsch über Stock und Stein und gar bei möglichen Stürzen eine wertvolle Jagdwaffe mit hochwertiger Optik in Gefahr bringen? Der kurze Karabiner ist unter beengten Verhältnissen handlich, hält dabei rauhe Behandlung und Dreck aus, sicher und in jedem gut ausgestatteten Waffenladen für wenig Geld zu haben. Gegenüber dem ebenfalls beliebten Revolver hat er noch den Vorteil, daß man sich mit ihm auch notdürftig eine Sau vom Leibe halten kann, wenn aus irgenDeinem Grunde nicht geschoßen werden kann.

Werner setzt sich den Fürst Pless’schen Hut mit dem Saubart, das einzige Teil der offiziellen forstlichen Uniform, daß er trägt, auf. Statt der restlichen Dienstkleidung trägt er, wie viele "zivile" Jäger auch, eine Bundeswehrhose, ein grünes T-Shirt und eine Vlies-Jacke. Seine Füße stecken in derben Bergschuhen. Während sich der Förster noch nach weiteren Einzelheiten erkundigt, gehen die drei mit den angeleinten Hunden die paar hundert Gänge zum Anschuß. Kurz vorher legen Werner Selma die Schweißhündin und Rudi den Terrier ab. Manfred behält seine Frieda an der Leine und bleibt, während Werner zum Anschuß geht, mit Sven ebenfalls stehen. Dort sieht sich Werner zunächst um, geht dann hinunter und untersucht, ab und zu etwas murmelnd, den Boden. Schließlich steht er auf, haut mit seinem Jagdmesser zwei Brüche von einer nahebei stehenden Jungfichte und legt sie zum Fährtenbruch aus: "Dorthin sollte unser Patient geflüchtet sein - ich bin gespannt, ob Selma auch dieser Ansicht ist."

Nachdenklich kehrt er zu den anderen zurück. "Wie es aussieht, hast Du Dein Stück waidwund erwischt, ziemlich tief. Schweiß und Schnitthaar weisen darauf hin. Das kann eine eklige Nachsuche werden." Sven guckt schuldbewußt zu Boden. "Na, Kopf hoch! So was kommt halt mal vor. Wenn ich jetzt mit dem Hund der Fährte nachhänge, machst Du etwa alle zehn Meter einen Wattebausch an einen Baumstamm oder etwas ähnliches. Hau Dir mit Deinem Jagdmesser auch Stücker zehn, fünfzehn Brüche, damit wir verbrechen können, wenn Selma uns etwas verweist. Außerdem nimmst Du jetzt Rudi an die Leine und schnallst ihn, wenn ich es Dir sage." Rudi ist sozusagen Selmas Bodyguard. Werner hat sich das von einem bekannten norddeutschen Rüdemann abgesehen. Die Nachsuche auf Schwarzwild ist gefährlich und der flinke, aggressive Terrier kann im Notfall ein Stück ablenken, welches den Schweißhund annimmt und dem Hundeführer die Zeit gewinnen, die er benötigt, einen Fangschuß anzubringen oder das Stück mit dem kalten Eisen abzufangen. Jetzt geht Werner zu Selma, die ihn schon erwartungsvoll ansieht und mit ihrer Rute auf den Boden klopft. Werner lacht. "Ja, meine Gute, Du weißt schon, daß es Arbeit gibt." Der Hund leckt begeistert seine Hand. "Ja, ja, meine Alte, ich weiß, Du kannst es kaum erwarten – habe noch einen kleinen Augenblick Geduld...." Werner öffnet den aufgedockten Schweißriemen, wirft ihn aus. Dann ersetzt er Selmas gewöhnliche Halsung durch die Schweißhalsung, führt sie zum Anschuß und legt sie zur Fährte. Selma bewindet zunächst den Anschuss. Stutzt, scheint kurz unschlüssig, beginnt dann aber in die Richtung zu arbeiten, die Werner verbrach. Der nickt befriedigt und hängt dem Hund am Schweißriemen nach. Wäre Selma in eine andere Richtung gegangen, folgte ihr Werner genauso widerspruchslos wie er das jetzt tut: "Der Hund hat immer recht", erklärt Manfred seinem Jungjäger, "Seine Sinne sind feiner als unsere."

Los geht es jetzt, über die Windbruchfläche, an deren Rand sich Hochsitz und Kirrung befinden. In einigem Abstand folgen die Jäger dem Hundeführer, der Sven bereits bedeutete, Rudi zu schnallen. Lustig tollt der kleine Kerl neben seiner großen Freundin her, wohl wissend, daß diese jetzt eine schwierige Arbeit ausführt und er sie dabei nicht stören darf. Immer wieder heftet Sven einen kleinen Wattebausch an die Rinde eines Baumstrunks oder eines daliegenden Baumstammes. Falls der Hund die Fährte irgendwo verlieren sollte, kann man ihn so auf dem bereits bekannten Teil wieder ansetzen. Sauber buchstabiert Selma die Fährte aus. Die meiste Zeit scheint sie einem dicken roten Strich auf dem Boden zu folgen, der ihr - aber nur ihr - genau sagt, wo die Sau entlang zog. Ab und zu scheint sie unschlüssig, windet, schlägt einen Bogen zurück zum bereits gearbeiteten Teil der Fährte um einen neuen Anlauf zu nehmen. Damit sie die nötige Freiheit für diese Bewegungen hat, ist der Schweißriemen wesentlich länger als eine normale Hundeleine, zehn oder zwölf Meter mißt er. Wo die Fährte für sie gut wahrnehmbar ist, stürmt Selma geradezu voran und zerrt mächtig am Riemen. Auf der Schweißfährte darf der Hund das, aus diesem Grunde ist die Schweißhalsung extra breit ausgeführt, so breit, daß sie den Hund nicht würgt. Ein paar mal verweist Selma Schweiß, den Sven jeweils mit einem der mitgebrachten Brüche verbricht. Jetzt gibt Selma richtig Laut. Ein Wundbett! Am niedergedrückten Bewuchs wird es erkannt. Der Förster untersucht es und findet auch hier etwas Schweiß. Weiter geht es. Längst ließen sie den Windbruch hinter sich, hängen jetzt durch ein lichtes Altholz der Fährte nach. Immer mal blinkt wieder ein Tropfen Schweiß, der von Selma verwiesen und von Sven verbrochen wird. Stellenweise sind die Trittsiegel der Sau sogar zu sehen. Diese Stellen untersucht Werner genauer und kommt zu dem Eindruck, daß die Sau nicht mehr weit sein kann: "Sie schleppt sich nur noch dahin, ich denke mal, daß sie sehr krank ist." Jetzt wird das Unterholz dichter. Hat sich die Sau etwa hier irgendwo gesteckt? Nein - offenbar nicht, die Fährte geht weiter. Jetzt einen kleinen Abhang hinauf und über die Kante aus dem Altholz hinaus in eine der mittlerweile stark bewachsenen Windbruchflächen, die vom Orkan Wiebke aus dem 91er Jahr herrühren.

Auf einmal prescht Rudi vor und gibt Standlaut. Da liegt die Sau unter einem Busch! "Halt, warte!" ruft Werner, als Sven zu seiner Beute eilt, sich zu ihr beugen will. Doch in diesem Moment wird die Sau hoch, will Sven annehmen. Der prallt entsetzt zurück als das Gebrech der Bache mit der Kraft von Kiefermuskeln zuschnappt, um die sie jeder Rottweiler beneiden würde. Sven strauchelt rückwärts, setzt sich auf den Hintern. Der Terrier fährt der Sau mit giftigem Hals an den Teller. Mit zwei, drei langen Sprüngen ist Manfred heran, reitet auf der Sau und senkt ihr die kalte Waffe zwischen die Rippen. Einen Moment bleibt er noch auf der Sau sitzen, überzeugt sich, daß sie nun wirklich verendete. Dann steht er auf, holt tief Luft, klopft sich Grashalme und Laub ab. Zu dem immer noch am Boden sitzenden Sven sagt er: "Du bist mir ein schöner Idiot!", Er muß kichern, "Genauso siehst Du auch aus!" Jetzt prustet auch der Förster los, in einem wilden Gelächter der beiden Männer löst sich die Spannung der vergangenen Stunde und die Aufregung der letzten Sekunden dieser Nachsuche. Sven guckt zuerst betreten und lacht dann auch.

Manfred hilft ihm auf die Beine. Werner, der als Hundeführer bei der Nachsuche der Jagdleiter ist, holt einen Fichtenbruch und übereicht ihn dem Jungjäger. Der bricht ein Stück davon ab und steckt es Selma an die Halsung. Nach kurzem Überlegen bricht er ein weiteres für Rudi ab: "Wenn auch die Brauchtumsvorschriften nichts über Brüche für Bodyguards von Schweißhunden aussagen - ich denke mal, er hat ihn sich verdient!" Während Werner die Hunde abliebelt und mit Leckerchen verwöhnt, befestigt Sven den Rest des Bruches an seinem Hut. Unterdessen fischte Manfred aus seinem Rucksack die berühmt-berüchtige Edelstahlflasche mit dem starken Feuerwasser hervor und recht sie herum. Sie enthält einen rabiaten Slibovitz, denn er von einem jugoslawischen Freund bekommt, von dem man sich erzählt, er würde jedes andere Behältnis als eben Werners Edelstahlflasche gnadenlos zerfressen. Anschließend holt Sven noch zwei Brüche. Er dreht die Bache auf die rechte Seite, legt ihr den einen Fichtenzweig als Inbesitznahmebruch mit der gewachsenen Spitze nach vorn aufs Herz und klemmt ihr den anderen als letzten Bissen in das Gebrech. Dann nimmt er den Hut ab und setzt sich neben seine Beute. "Wenn Du mit Deiner Totenwache fertig bist", grinst Manfred und wirft ihm den Schlüssel zu, "dann latschst Du zurück und holst mein Auto. Strafe muß schließlich sein." Er kneift grinsend das eine Auge zu und wirft sich dann neben dem Förster ins Gras, der sich dort mittlerweile gelagert hat und ein Zigarettchen schmökt. Als Sven mit dem Auto zurück ist bricht er die Sau auf. Eigenhändig, das ist Ehrensache! Manfred hilft ein wenig, zeigt ihm, wie er die Sau an einen Baum hängt und mit Brüchen gegen die Fliegen verblendet. Werner zaubert aus seinem Rucksack Brot, Speck, Pfefferoni und Wurst hervor - sowie einige Zehen "Jägervanille", wie man auch scherzhaft zu Knoblauch sagt. In Manfreds Wagen findet sich wunderbarerweise auch eine Kühlbox mit Bier. Eine Weilchen schmausen die drei Männer noch am Rande des Windbruchs in der goldenen Oktobersonne, blinzeln in die verschwenderische Farbenpracht des Herbsttages, sind einfach glücklich darüber, auf der Welt und jetzt gerade hier sein zu dürfen, Waidmannsheil hatten und keine Frauen sie anöden, weil sie einen Haufen Knoblauch aßen. Dann laden Sie ihre Jagdbeute in den Geländewagen und rumpeln gemächlich über die Licht- und Schattenspiele des stillen Waldweges davon.

Volker Wolny

„Schaut euch die Weiberfeinde, die Vegetarier, die Antialkoholiker, Nichtraucher, Sektierer und die heftigen Jagdfeinde näher an, und ihr werdet finden, daß ihr Verhalten von Angst und Urteilsschwäche oder Geltungsbedürfnis oder Enttäuschung oder schlechtem Gewissen oder ganz einfach von abnormer Veranlagung oder böser Erfahrung bedingt ist. Was sie dann veranlaßt, dem Jäger das selbe anzukreiden."

Hans Krieg, erster Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR)

Brauchtum und Riten

Dazu würde ich sprachgeschichtlich gern Näheres erfahren. Daß das "a" in Weidwerk und Weidmann eine Göring'sche Schöpfung sei, etymologisch nicht gerechtfertigt, glauben wir ja heute; steht sogar im Blase. Aber taucht der obengenannte Begriff wirklich erst 1935 auf ? Termini wie "hirschgerecht" sind doch gewiß älter...

> ob ein Jäger heutzutage einen Hut, eine Wollmütze oder eine Waschbärkappe trägt, ist egal,

Ich sah nie ein, wieso man überhaupt etwas auf dem Dez haben muß. Alexander Eichener

Das Mit dem Waid und dem Weid ist eigentlich ganz einfach.

Waid mit "ai" stammt aus dem Niederdeutschen während Weid mit "ei" aus dem Mittel- und Hochdeutschen stammt. Also in Österreich, Bayern, Sachsen usw. wird Weid geschrieben. Auch in der ehemaligen DDR wurde diese Schreibweise per Dekret (sprich DDR Duden) eingeführt. In Norddeutschland schreibt man traditionell Waid. Frevert, der sich ja u. a. auch um die Jägersprache kümmerte schlug dann folgende Schreibweise vor:

Waid für alles was nicht im weitesten Sinne mit "weiden" und "Weide" zu tun hat. Also Waidmann, Waidmannsheil, Waidmannsdank aber Weidloch, Weidsack. Diese Form wurde dann als "Lehrmeinung" übernommen.

Der (jetzt gesamtdeutsche) Duden bevorzugt zwar Weid, läßt allerdings auch Waid gelten.

Merke: Den Jäger aus Deutschland erkennt man, im Gegensatz zum (Jagd)Laien, daran, daß er weiß wann Waid mit "ai" geschrieben wird. In Österreich schreibt man aber nach wie vor nur Weid!

Wie man sieht kann man sich über die Schreibweise herrlich streiten. Die meisten Deutschen Jagdzeitschriften halten sich an die Lehrmeinung, während die führende österreichische Jagdzeitschrift sogar "Weidwerk" heißt.

Zum Thema Kopfbedeckung:

  1. Jägerkleidung ist Schutzkleidung. Der Hut sorgt dafür, das einem nichts auf den Kopf bzw. in den Kragen fällt. Auch dient er dem Schutz vor übermäßiger Sonneneinstrahlung und vor Niederschlag. Deswegen gehört zur traditionellen Jägerkleidung ein Hut. (Gibt es übrigens auch bei anderen Handwerkszünften aus dem gleichen Grund z.B. Schäfer, Zimmerleute usw.) Der "Deutsche Jägerhut" also jener graue Hut, der zur grauen Jägeruniform getragen wird, wurde so um 1890 von Fürst Pless, Hofjagdmeister bei Wilhelm II eingeführt. Ansonsten ist die Art des Hutes landsmannschaftlich geprägt. Man kann natürlich auch ohne Hut in kurzen Hosen im Sommerhalbjahr jagen, wenn man dann von Zecken gebissen, Dornen zerkratzt, einer handvoll Fichtennadeln im Hemd und mit Sonnenstich zu Hause im Bett die letzte Jagd auskuriert, dann weiß man vielleicht um den Sinn der Jägerkleidung und seiner Schutzfunktion.


  2. Auf grund der guten Durchblutung des Kopfes ist der Wärmeverlust über den Kopf sehr stark. Der Filz auf dem Haupt reduziert diesen Wärmeverlust um ~ 90%. Man sitzt also mit Hut im Winter auf Sauen wärmer. Das habe ich eigentlich auch nicht wahr haben wollen, in der Kanzel den "Deckel" abgenommen. Mit der Weile weiß ich aber, das es stimmt.

Waidmannsheil

Lothar F. Gregor

Göring, Scharping, Frevert:

Jägersonderkommando, was war wirklich los?

Hallo Sebastian!

Sebastian Neumann schrieb:

> bist du nicht auch ein öko-romantiker?

Das kommst darauf an, was Du darunter verstehst. Jagd ist eine Form der Bodennutzung, die man leichter als andere etwas umweltfreundlich betreiben kann. Viel romantischer als Land oder Forstwirtschaft ist sie aber auch nicht: Im Grunde nutzt die Jagd in Deutschland auch nur Ressourcen, die in der Kulturlandschaft quasi nebenbei anfallen aber doch "Produkte" eben dieser Kulturlandschaft sind. Dabei dreht man mit dem, was wir Hege nennen an den Gegebenheiten um den Anteil des nutzbaren Wildes zu erhöhen. Das ist im Grunde auch nichts anderes, als Bauer und Förster tun, wenn sie Pflanzen fördern, die ihnen Ertrag bringen und andere zurückdrängen. Nur daß es im Falle der Jagd eben den Nebeneffekt hat, daß auch Nichtjäger Tiere zu sehen bekommen, die sonst aus der Kulturlandschaft verschwinden würden.

> habe mal gehört, dies sei ein triftiger grund am waidmannshandwerk interesse und spaß zu haben. :)

Nun, man kann als Jäger natürlich etwas für den "Naturschutz" tun. Aber dieser "Naturschutz" bezieht sich bei uns doch auch wieder praktisch nur auf Biotope, die durch den Menschen entstanden sind und jetzt erhalten werden sollen: Heide oder Wiesen gibt es von Natur aus bei uns nicht, denn ohne Mähen würde überall Wald wachsen.

> ich frage mich immer, ob ihr mit öko-romantikern die "grünen" meint oder naturbegeisterte?

Ich meine damit diejenigen, die vor dem ganz normalen Fressen und Gefressenweren in der Natur die Augen verschließen und nicht wahrhaben wollen, daß eine vom Menschen durch Nutzung gestaltete Landsschaft nur durch Nutzung bzw. weitere Eingriffe erhalten werden kann. Und dazu gehört halt auch mal die Jagd, genauer gesagt das Töten von Tieren.

> ich finde die natur romantisch und schön und bin auch bereit dafür meine hand ins feuer zu legen. erhaltenswert und schützenswert, ja, das ist sie.

Ich stimme Dir zu. Aber die Meinungen, wie man sie erhalten kann, gehen halt weit auseinander: Die Öko-Romantiker meinen, daß sich auch in der Kulturlandschaft alles von allein regelt (warum mähen sie dann eigentlich Feuchtgebiete?). Tut es auch. Nur: Die Agrarsteppe ist ein extremer Lebensraum und ein solcher zeichnet sich dadurch aus, daß es wenige Arten gibt, die aber in großen und stark schwankenden Populationen. Da Gleichgewicht, welches sich hier von selbst einstellen würde, würde den meisten Öko-Romantikern keineswegs gefallen.....

Grüßle, Volker Wolny, Thu, 26 Oct 2000 23:39:29 +0200

Jäger-Latein

Hallo Herr Möller,

eher zufällig stieß ich auf Ihre Seiten und las mit Interesse die Rubrik "Was-tun-Jäger"! Das ist alles schön und gut, vor allem wenn sich die Jagdscheininhaber daran halten; aber ist das auch so? Lese ich bsp'weise den Beitrag von Herrn Jörg Schollasch über seine Jagd auf einen wilden Eber (S&W M29 etc.), dann kommen mir da leise Zweifel. Verlangt die Achtung vor dem Wild nicht auch eine gewisse Nüchternheit des Jägers? Und bei der Nachsuche auf krankgeschossenes Wild stundenlang zu warten, ist das die Art, wie man "selber getötet werden" will? Also, für meine Begriffe gehört dem Mann der Jagdschein entzogen, falls vorhanden... Bei ihm kann es mit der Jägerausbildung nicht weit her sein, oder aber eine regelmäßige Nachschulung täte bitter not!

Mit (Sport-)Schützen in Deutschland zu diskutieren ist nicht einfach, immer wieder hört man die gleichen, teils recht paranoiden Argumente über den "totalitären Staat", der seinen Bürgern "das Recht, mit der Waffe in der Hand" verbietet usw.. Sollen sie halt nach Amerika auswandern! Da werden sie sich umschauen, das kann ich hiermit sagen. Ich bin seinerzeit (vor 7 Jahren) durch Colorado und einige andere Bundesstaaten gewandert, habe keine Waffe gebraucht, denn einem Wolf oder Bären begegnet man besser mit Achtung und Vorsicht als mit einer Waffe. Am Ende wird der höchstens noch sauer... Wenn ich überhaupt eine Waffe benötigt hätte, dann um mich vor schießwütigen Einheimischen zu retten, die in der malerischen Gegend zwischen Grand Junction und Ouray/Silverton ihr Unwesen trieben. Kaum ein Verkehrsschild, das nicht mit solchen Hillbillie-Gestalten Bekanntschaft gemacht hätte! Seltsame Leute, die. Um ehrlich zu sein, kam ich auch hier in Deutschland noch niemals in eine Lage, in der ich eine Schußwaffe gebraucht hätte. Worüber regen sich dann die Sportschützen auf? Es gibt ja keine Totalverbote.

Menschen machen Fehler, und einer dieser unausrottbaren Fehler ist, den eigenen begrenzten Horizont als Nabel der Welt zu betrachten und danach zu urteilen. Man stelle sich vor, der Pöbel in Rostock/Lichtenhagen (wann war das gleich, 1992/93 glaube ich) vor dem Asylantenwohnheim hätte außer den schon mehr als schlimmen Molotov-Brandsätzen auch noch Schußwaffen in Händen gehabt! Derlei Beispiele gibt es nur allzu viele. Wir sollten über all unserem Waffenwahn nicht unsere Menschlichkeit verlieren. Ich jedenfalls komme mit einem freundlichen Lächeln stets weiter als mit Aggressivität. Das Waffen anrichten können, habe ich live in Bosnien gesehen, damals mit der BW 1995/96. Glauben Sie mir, das will niemand hier in Deutschland wirklich haben wollen!

Es ist wohl Tradition, einem Jäger Weidmann's Heil zu wünschen, was ich hiermit tue; aber übertreiben Sie es bitte nicht!

Mit freundlichen Grüßen, Hans Renkewitz, Dienstag, 18. Juni 2002 18:52

Lieber Hans Renkewitz,

sofern nachts eine Sau krank geschoßen wird, wäre ein Nachsuche im Dunkeln im Dickicht eher etwas für Selbstmörder als für vernünftige und erfahrene Jäger. Sofern das Stück auf dem offenen mondbeschienenen Feld liegt, kann es mit der Langwaffe in der Hand angelaufen werden, da der Jäger rechtzeitig sehen kann, ob das Schwein angreift. Nun bleiben tote Stücke zwar liegen, kranke jedoch flüchten, sofern sie können, ins Wundbett. Damit ist ein ungestörter Platz, meist in einer bürstendichten Dickung, gemeint an dem sich die Tiere niedertun und ruhen. Krankgeschossenen Sauen ist nun eigen überhaupt nicht zu schätzen, wenn der Jäger sie von ihren Leiden erlösen will, indem er sie abfängt, sondern wollen leben. Wenn sie nicht mehr flüchten können, gehen sie dafür auf's Ganze und nehmen jeden Feind an. Kleiner Keiler werden aus dem Grunde Hosenflicker genannt, weil sie beim Hauen, also ihre Waffen von unten nach oben dem Gegner durchs Fleisch ziehen wollen, mangels Erfahrung mit behosten Menschen zu kurz hauen und nur die Hose zerreißen, der Man also zumindest beim ersten Hieb unverletzt bleibt und spätestens sich dann wehren kann.

Nachts einer angeschweißten Sau ins finstere Dickicht ohne Licht, auf das wir unbedingt angewiesen sind, hinterherzulaufen, bzw. in der Dickung hinterherzukriechen ist schlichtweg dumm. Mit Hunden sieht die Sache besser aus. Ein Hund kann zwar die Sau finden, aber nicht unbedingt wirkungsvoll aufhalten. Da kann nur ein große Meute Packer, die heute noch kaum jemand hat. Sauen sind klug. Deshalb bewegen sie sich meist nur nachts über offenes Gelände, wenn unser Sichtvorteil geschwunden ist. Sauen genießen unser gedüngte moderne Landwirtschaft und vermehren sich prächtig. Dabei gehen sie in eben jener Landwirtschaft zuschaden. Wir müssen sie also bejagen, wie wir sie fassen können - eben nachts. Damit schließt sich der Kreis zu ihrem eingängigen Zweifel, ob denn einer beschossene Sau nichts sofort nachzusuchen waidgerecht wäre. Die Lage ist so, dem Jäger ist sein eigenes Heil näher als alles andere. Dem Schwein wäre im übrigen auch nicht geholfen, es vor seinem Tod noch in einen Abwehrkampf zu verwickeln. Kranke werden am liebsten in Ruhe gelassen.

Nüchternheit? Nun sie jagten wohl selbst nie, nehme ich an. Alle Tiere mit den Augen nach vorn, so daß die mit beiden Augen einen Gegenstand perspektivisch sehen können, also dessen Abstand schätzen können, sind Jäger, sprich Fleisch als Nahrung angewiesen, zumindest teilweise. Unser beiden Augen sitzen vorn im Kopf. Wir sind Jäger. Als Menschen können wir unsere Absichten von unseren Handlungen trenne, vorausschauend denken und letztlich sogar alles mögliche tun oder lassen, daß uns die Natur nicht mit in die Wiege legte. Die arbeitsteilige Gesellschaft läßt viele Menschen überhaupt nur noch eine ganz kleinen Teil seiner Anlagen ausleben. Die zivile Gesellschaft fordert dazu noch ein Urmittel gesellschaftlicher Ordnung, nämlich Gewalt, zu unterdrücken und schon fühlen sich viele Menschen in ihrer aufgepfropften Haut nicht mehr wohl. Darüber gab es vor langer Zeit mal eine Erörterung vom ,,Unbehagen in der Zivilisation". Wir Jäger nehmen die ganzen Widrigkeiten der Jagd wie Nässe, Kälte, Hitze, Frost, Kosten, Anfeindungen, mangelnden Schlaf, Kosten Prüfungen, Gesetze usw. usf. nicht auf uns weil wir nüchtern sein wollen, sondern uns von dem Erlebten anrühren lassen wollen. Der ganze Ablauf einer Jagd, selbst scheinbar ungerührt still auf dem Hochsitz, dringet dem Jäger mitten in alle Sinne und mitten ins Gemüt. Zu jagen weckt Urempfindungen auf der selben Stufe wie Hunger, Liebe, Geschlecht, Wut oder ähnlichen. Deshalb jagen wir. Wenn der Puls nicht mehr steigt, wenn wir jagen wären wir kalte Schießer. Damit wäre keine Leidenschaft, die zu jagen ist, zu wecken. Deshalb würde keiner die Unbilden auf sich nehmen. Das Gefühl belohnt unsren Einsatz und unseren Verzicht.

Reichsjägermeister Herman Göring,,ist das die Art, wie man "selber getötet werden" will?" Glauben Sie mir, wir Jäger die laufen draußen Wild beobachten, aber nur selten schießen, gewinnen unsere haarigen Freund lieb. Wir sehen in Ihnen lebenswerte Mitgeschöpfe. bei den geselligen Tieren, wie den Sauen, erkenne wir in deren gesellschaftlichem Umgang miteinander, oder auch mit uns, oft sogar menschliche Verhaltenweisen, die uns die Tier noch näher bringen. Wenn Sie laufen sehen, wie sich die Jungen spielerisch prügeln, die Alten führen, die Jungen ermahnend zurechtweisend, sich Zwei gegenseitig lausen kosen überhaupt geordnet und freundlich miteinander umgehen, dann wachse die einem schon ans Herz. Die Freunde dann totzuschießen bewirkt neben der Freude erfolgreich gejagt zu haben auch die Trauer um ein Lebewesen, daß nun nicht mehr ist, sonder sich in Nahrung verwandelte. Zwei Herzen wohnen in de Jäger Brust. Das einem Nichtjäger klarzumachen ist wohl ähnliche leicht wie zu eine Jungfrau vom Beischlaf vorzuschwärmen reichte. Sie kann das nicht verstehen. Die Forderung ein Tier nur so zu töten, wie ich selbst getötet werden möchte ist nur die alte deutsche Mahnung ,,Das du nicht willst, daß man die tut, das füge keinem Anderen zu!" auf die Jagd angewendet. Das Mitgefühl mit dem höheren Geschöpf verpflichtet uns unnötige leid zu vermeiden. Seit Reichsjägermeister Hermann Görings Zeiten steht das im deutschen Reichsjagdgesetz, das damit das erste der Welt war, in dem Tierschutz als rechtliche Norm irgendwo verbindlich festgeschrieben wurde. Natürlich will jeder leben, nicht getötet werden. Aber wenn schon, dann bitte fair.

Sportschützen regen sich darüber auch nach Erfurt mit bösen Selbstmordattentätern in einen Topf geworfen zu werden. Schützen waren in Deutschland immer die Heimwehr, die Leib und Gut der Nichtsoldaten mit Waffen schützten. Das würde heute wohl wieder nützen. Präsident Heinemann sagte mal, ein Land sei nur so frei wie sein Waffengesetze. Na denn gute Nacht.

Rostock war ein Progrom, indem Andersartige angegriffen wurden. Diese Erscheinung zieht sich durch unsere abendländische Geschichte. Mit Waffen hat sie nichts zu tun.

Waidmanns Dank für ihren Beitrag. Mit einem freundlichen Lächeln grüßt, Lutz Möller

Guten Tag, Herr Möller!

Ich danke Ihnen recht herzlich für diese ausführliche Antwort, welche gut geeignet ist, viele meiner Ansichten zurecht zu rücken. Natürlich, das haben Sie ganz richtig bemerkt, habe ich noch nie gejagt (und gedenke dies auch weiterhin nicht zu tun). Daher weiß ich auch nicht Bescheid über die Schwierigkeiten der Nachsuche auf krankgeschossenes und obendrein wehrhaftes Schalenwild.

Sie haben in vielem, was Sie mir geantwortet haben, zweifellos recht, aber meine Bedenken bezüglich des Ansitzens unter (erheblichem, wie beschrieben wurde) Alkoholeinfluß bestehen weiterhin. Wenn man der Jagd das seine abgewinnen kann und diese betreiben will, dann gehört es einfach zur Achtung vor dem Tier, daß man sich dabei einer gewissen Nüchternheit befleißigt. Das hat durchaus auch handfeste Gründe: Wie beim Autofahren, so mindert der Alkohol das Urteilsvermögen, beim einen mehr, beim anderen weniger. Gleichzeitig verengt sich das Sichtfeld der Augen, die Entfernungsabschätzung leidet in erheblichem Masse (das habe ich an mir selbst schon mehrfach erleben können) und damit die Fahr- oder Schußgenauigkeit. Wehe dem Wild... Wir leben in einer durch und durch unausgewogenen Welt, man kann Argumente wie Wildunfälle mit Kraftfahrzeugen anbringen und dergleichen mehr. Bei allem Verständnis für die Jagdleidenschaft, aber ich meine auch zu wissen, daß es im deutschen Waffengesetz einen Passus gibt über das führen von Waffen unter Alkoholeinfluß, und da kann es dem werten Kollegen Schollasch noch mal ans Leder gehen.

Meine Liebe zur Natur setzt sich auch hier in Deutschland fort, ich unternehme in meiner Freizeit oftmals ausgedehnte Wanderungen, vor allem in meiner Heimat, der oberen Saale. Oftmals treffe ich dabei auf Ruheplätze, vornehmlich von Rehwild und Feldhasen, Schalenwild macht sich besonders rar, man sieht stets nur die Suhlen. Ich kenne nun mit Sicherheit günstige Stellen, um Wild zu bejagen, aber danach verlangt es mich kein bißchen. Das Wild wird auch so schon immer höherem Streß ausgesetzt, wird durch den Menschen beengt, und dann könnten Sie mit Recht sagen, dann kommen auch noch so Wanderer mit dem Fotoapparat wie ich und schrecken das eine oder andere Tier auf. Unangenehm wird die Sache erst im Spätsommer und Herbst, wenn die Schonzeit vorbei ist. Dann treffe ich oftmals bei meinen Wanderungen auf Jäger, welche sich ebenso wenig darüber freuen, daß ich mich eben durch ihre Jagdpacht bewegt habe, wie auch ich eine nicht eben geringe Abneigung gegenüber Waffenträgern empfinde. (Das liegt aber mehr an den Begegnungen mit serbischen oder kroatischen Milizen als am Verhalten der Jäger). Mag sein, daß mein Mitleid mit den bejagten Tieren unangebracht ist, immerhin verschließen wir Deutschen (und Mitteleuropäer) gern die Augen vor den nicht artgemäß en Haltungs-, Transport-(!) und Schlachtmethoden der "Nutztiere", welche dann fein verpackt als Fleischstücke im Supermarkt landen. Tja ja, ein endloses Thema, über das sich aber in Deutschland ausführlich zu diskutieren lohnte, vor allem wenn sich dabei die landwirtschaftlichen Haltungsmethoden verbesserten, die Transportzeiten zum (gesetzlich notwendigen...) Schlachthof auf ein absolutes Minimum reduzierten etc.. Ich jedenfalls habe meine Konsequenzen gezogen, mein Fleischkonsum ist kaum mehr erwähnenswert, ohne dabei ein eingeschworener Vegetarier zu sein. Und diese Schwierigkeiten spreche ich auch gern bei Familientreffen oder im Freundeskreis an, denn irgendwo muß man anfangen so etwas wieder ins Blickfeld zu rücken.

Wo war ich jetzt gleich wieder abgeschweift?

Egal, ich bedanke mich nochmal für Ihre Ausführungen, wünsche Ihnen nun korrekt ein Waidmann's Heil, von Naturfreund zu Naturfreund!

Mit freundlichen Grüßen, Hans Renkewitz

Hallo Lutz

Was bitte fasziniert dich an der Jagd?

Die Spannung ein mit besseren Sinnen als Menschen ausgestattetes Tier zu überlisten.

Findest du wehrlose Füchse zu in den Vorderlauf und dann nach 3 Stunden ganz zu erschießen toll?

Weder toll noch schön, sondern bedauerlich. Bumm = tot wäre mir lieber, dem Fuchs auch. Allerdings ist die Jagd eine Kunst, deren Ergebnis erst nach der Tat feststeht. Im Leben und geht mal was daneben. Zwar bemühe ich mich waidgerecht zu handeln, muß aber erkennen, daß ist weder einfach noch sicher. Um überhaupt Beute zu gewinnen, muß ich auf der anderen Seite handeln. Diese Zwickmühle ist da.

Wenn man Wild schießt, um es zu essen, ist das vollkommen legitim.

Na gut. Wildpret lecker zu kochen verrate ich hier.

Warum müssen aber auch Füchse dran glauben?

Aus zwei Gründen

  1. Jagdschutz zur Niederwildhege, also um das Niederwild vom Hasen bis zum Reh vor dem Fuchs zu schützen.

  2. seines Pelzes wegen (im Winter)

Zuerst war ich von Deiner Seite und Deinem Wissen ja richtig fasziniert, aber dann.....

Was dann?

Gruß, Franz Winter

Waidmannsheil, Lutz Möller

Servus Lutz!

Also Füchse ihres Pelzes wegen zu jagen wird doch mittlerweile wirklich von der Bevölkerung weitgehend verachtet! Das mußt du doch auch so sehen! Das ist nichts anderes als früher die Jagd nach Elfenbein. Wenn dagegen Füchse, um ein biologisches Gleichgewicht in irgenDeiner Form zu halten, geschossen werden, dann ist das gut, das ist etwas anderes.

Aber ich kann trotzdem nicht verstehen, daß dich fasziniert ein Tier zu schießen! Mag sein daß es bessere Sinne hat als du, aber du bist ihm trotzdem überlegen! Wenn du mit einem Messer auf, sagen wir, einen Panther losgehen würdest, wäre das fair!

Nein Franz, Dir würde Dir kaum gelingen dich einem Panther bis auf Messerkampfentfernung zu näher, weil er dich vorher bemerken und flüchten würde.

Selbstverständlich kann ich verstehen, wo der Reiz allgemein bei der Jagd liegt! Aber wehrlose Tiere zu jagen ist bestimmt nicht reizvoll ...

Doch Franz. Die Tiere sind nicht wehrlos. Ein Hirsch zerschlägt Dir mit seinem Geweih glatt den Oberarmknochen. Ein Tier (,,Hirschkuh" für Nichtjäger) tritt mit seine Schalen jedem einzelnen Wolf blitzschnell den Schädel ein. Jeder Keiler haut Dir Dein Fleisch vom Bein, so daß du durch die Brandader binnen einer Minute verblutest. Bachen beißen und fressen dich auf, usw., usf. All das aber nur, wenn sie angegriffen nicht ausweichen können, ansonsten meiden sie jede Auseinadersetzung mit fremden Arten, also auch Menschen.

Der Reiz zu jagen besteht also darin Tiere zu belauschen, zu erspähen, zu beschleichen, um erst mal eine günstige Lage anzugreifen zu schaffen. Als nächsten wird geprüft ob die mögliche Beute anschußwürdig ist. Wir deutschen Jäger erhalten durch unser Wahlabschüsse in diesem dichtbesiedelten Land eine artenreichen und gesunden Wildbestand der weltweit seinesgleichen sucht. Reichsjägermeister Hermann Göring führte diese Verpflichtung, nämlich einen artenreichen und gesunden Wildbestand zu hegen, mit dem Reichsjagdgesetz auf allgemeinen Wunsch des deutschen Jagdschutzverbandes, als der verfaßten deutschen Jägerschaft, ein. Damit war Deutschland das erste Land, in wir Jäger Naturnutz und -schutz gleichwertig anerkannten und uns verpflichteten dise beiden Belange angemessen in jeder jagdlichen Entscheidung auszugleichen.

Sich dagegen als Soldat in einem Kampfeinsatz in einem Gefecht zu bewähren kann, wäre ein Grund stolz zu sein, denke ich, Zwar nicht auf die Tatsache Menschen getötet zu haben, aber halt auf seine Überlegenheit seine Waffe zu bedienen und mit den besseren Reaktionen getroffen zu haben. Du verstehst schon was ich meine, das hab ich jetzt bißchen seltsam ausgedrückt, glaube ich.

Zu kämpfen ist herkömmliche Bewährung die Befriedigung verschafft. Darin stimme ich Dir zu. Dabei ist der Siegfrieden immer schöner als der andere. Aber das kenne wir Deutschen aus dem 20ten Jahrhundert zu Genüge. Dennoch anerkannten viele unsere Gegner die erbrachten hervorragenden Leistungen unsere Wehrmacht an. Ich kenne, oder kannte inzwischen verstorbene, alten Kämpfer, beider seiten, die nach dem Krieg sich durchaus freundschaftlich mit ihrer gemeinsamen Geschichte auseinandersetzten, z. B. beim Besuch der alten Schlachtfelder. Aber das gehört eigentlich nicht zur Jagd, sondern berührt ein anderes Feld.

Nun denn, Schöne Grüße, Franz

Waidmansheil, Lutz

Warum Afrika?

Gute Tag Herr Möller,

sind Sie ein begeisterter Jagdmensch? Wie lange machen Sie das schon? und - wie sind Sie darauf gekommen?

Das würde mich interessieren, weil ich nicht verstehen kann, wie man solche Tiere, die man relativ selten sieht, auch noch aus Spaß an der Freude erlegen kann. Wie ich gelesen habe fahren Sie sogar extra in den Urlaub, um die Tiere niederzustrecken. (=>War es schön in Afrika 2005?) Und dann zeigen Sie auch noch ganz stolz Bilder von u. a. zerschossenen Tierköpfen. Ist das alles, worüber Sie sich identifizieren? Ich verstehe es ja, wenn das Wild erlegt werden muß, weil es sonst überhand nimmt im Wald oder wenn es krank ist. Aber ich habe in letzter Zeit keine Berichte gehört oder gelesen, daß es in Deutschland eine Überbevölkerung von Wild gibt.

Auch wenn Sie über diese Mail hinwegschauen, bitte ich Sie dazu etwas zu schreiben. Ich wünsche Ihnen eine angenehme Arbeitswoche. Ich würde mich freuen. Vielen Dank.

mit freundlichem Gruß, Mandy Barthel, Montag, 18. Juli 2005 07:53

Tag Frau Barthel,

Danke für Ihre Post!

Ich komme gerade aus Afrika 2005 zurück und finde einige aufgetürmte Arbeit vor, die es zunächst zu erledigen gilt. Hier in <Was tun Jäger?> sollten Sie bereits einige Antworten finden. Welche Tiere, die relativ selten seien, wie sie schreiben, meinen Sie denn? Sobald ich Zeit finde schreibe ich in <Warum Afrika?> auch noch etwas für Sie neu. Bis dahin bitte ich um Geduld. Falls Ihnen der Geduldsfaden reißen sollte, sprechen Sie mich gern noch mal darauf an.

Mit freundlichem Gruß, Lutz Möller, 18. Juli 2005

Guten Tag Herr Möller,

Ich nehme Bezug auf die Jagdbilder aus Afrika auf ihrer Deformatorseite. Ich bin selbst Jäger, und habe mich gefragt ob es heutzutage noch möglich ist Nashörner oder Elefanten zu jagen, und, sofern eine legale Möglichkeit besteht, man dies mit seinem waidmännischen Gewissen vereinbaren kann. Gibt es Hegeabschüsse bei einem der Big Five? Rein aus Interesse wieviel kostet so etwas heutzutage, das muß ein Vermögen sein. Ich habe gehört, das man für einen Schuß mit dem Betäubungsgewehr auf ein Rhino schon 10.000 Dollar berappen müsse.

Viele Grüße Tobias, Sonntag, 17. Dezember 2006 21:10

Ich kam mir nicht vorstellen warum man als Jäger mit einem Betäubungsgewehr auf ein Nashorn schießen sollte!

Die bezahlte Jagd in Afrika ermöglicht überhaupt erst vielen Tieren dort deren Leben. Mit ihrem Tod bezahlen Sie für ihr Leben. Ohne den bezahlten Tod würden sie als Schadwild vielerorts ausgerottet werden. Die Bezahlung finanziert auch den teilweise ausgesprochen notwendigen Jagdschutz. In vielen Fällen leben Wildtiere und Haustiere (Rinder) miteinander. Eine Kuh wird im zweiten Jahr geschlachtet aber z. B. ein kapitaler Kudu erst im zwölften Jahr. Damit sich das für den Bauern lohnt muß der Kudu den sechsfachen Preis erlösen, sonst ist er seine Äsung, die die Farm ihm liefern muß, nicht wert. Bei einem Nashorn kommen noch erheblich Aufwendungen für den Jagdschutz hinzu der jahrelang und pausenlos bestehen muß, damit keine Wilderer das Nashorn wildern und dessen Horn nach Asien verkaufen. Nashörner sind dort sehr begehrt und werden teuer bezahlt. Es sind gerade die Jagdfarmen gewesen, die das Nashorn vor seiner Ausrottung durch Wilderer gerettet haben. Die Bestände sind in Südafrika gesichert und es gibt wieder jagdbar Mengen, nicht oft, nicht viel, sehr teuer, aber in Afrika vollkommen Ordnung. Bei dem Sumatranashorn sieht das hingegen anders aus. Das wird langsam ausgerottet, weil sich dort eben keiner um die Hege kümmert, keine Mittel für Jagdschutz aufgewendet werden, sondern immer nur genommen wird.

Anders sieht die Sache im Gebiet der Tse-Tse-Fliege aus. Dort sind kein Rinder, aber eben Löwen und Elfanten, die dort in ihr natürlichen Umgebung bejagt werden können.

Nach anders sieht die Sache in den Nationalparken aus, in denen Großwild gezielt vernichtet werden muß, um die Lebensräume zu erhalten, statt durch Überweidung zu zerstören. Jagd in Afrika nützt also den Tieren und läßt sich ganz auszgezeichnet mit dem waidmännischen Gewissen vereinbaren. Man hilft den Tieren mit der bezahlten Afrikajagd. Sie stellt in viel Fällen erst die Lebensgrundlager her oder bewahrt sie.

Lutz Möller,

Vielen Dank für die Antwort, hätte man wirklich selbst darauf kommen können, ihre Argumente sind schlüssig, bedenke ich doch, das wir in unserem Revier in Deutschland Rebhühner und Fasanen seit Jahren nur noch hegen und nicht mehr bejagen um wieder einen ordentlichen Bestand aufzubauen. Vom Fräulein Paulina B. wollte ich mich nur noch einmal kurz distanzieren, da meine Mail so erdrückend von ihr eingerahmt ist.

Waidmannsheil, Tobias, Montag, 18. Dezember 2006 17:26

Warum Jagd?

Guten Tag.

Ich bin unglücklicherweise auf Ihren Netzplatz gestoßen.

1. Sie sind ein Naturfreund?
2. Sie sind ein Tierfreund?
3. Jagt ist sinnvoll, notwendig und gleichzeitig auch noch Ihr Hobby?

Warum Sie sinnvoll ist versuchen Sie ja auf Ihrer Homepage zu rechtfertigen. Zu Hoher Wildbestand, fehlende Beutegreifer usw.

1. Warum setzen Sie dann nicht Ihre ganze Energie nicht dafür ein das es mehr Naturbelassene Wälder und Flächen allgemein gibt?

2. Warum setzen Sie dann nicht Ihre ganze Energie dafür ein das das Gleichgewicht der Natur in Bezug auf die Beutegreifer wieder hergestellt wird?

Beide Punkte aus heutiger Sicht kaum Großflächig umsetzbar. Hier fehlt die breite Akzeptanz in der Gesellschaft. Dennoch versuchen es einige Tier und Naturfreunde. Nur Sie seltsamer Weise haben anscheinend kein Interesse an so einer Entwicklung.

Warum Sie sich nicht dafür einsetzen, sonder alles daran geben den jetzigen Zustand als Rechtfertigung für Ihr Handeln anzugeben und zu behalten ist mir klar. Der Punkt drei; Ihr Hobby.

Mein Tipp, das ultimative Jagderlebnis bzw. den besten Nervenkitzel würden Sie bekommen wenn sie mal so ganz ohne Waffen gegen das nutzloseste und zugleich grausamste aller Lebwesen diese Planeten kämpfen würden. Das wäre doch mal was oder? Im Grunde genommen hat diese Mutation die eine "Laune" der Evolution darstellt nichts mehr auf diesem Planeten verloren. Dieses Tier stellt ein Ungleichgewicht in unserem ganzen Ökogleichgewicht da. Das sollte alles zusammen genug Anreiz sein diesen Naturschmarotzer auszumertzen oder? Wo sie diese grausame und feige Bestie finden? In Afrika? Südamerika? Australien? Ganz einfach dieser Parasit hat alle Erdteile befallen! Sie finden ihn direkt vor Ihrer Haustüre!
Ja! Es ist ganz leicht, nehmen Sie doch einfach Ihrern Nachbarn oder sonst jemanden?! Wer ist im Prinzip egal, hauptsache Mensch. Da können Sie gar nix falsch machen, trifft garantiert den richtigen. Von mir aus auch gern mich selbst.

Wenn Sie ein Tierfreund wären würden sie sich auch für die Tiere einsetzen, aber nicht aus Eigennutz oder weil sie sich daraus daraus Vorteile erhoffen, z.B. für Ihre Neigungen. Nein sie würden es aus Spaß an der Freude dem Tier gegenüber machen. Sie glauben wir Menschen sind den Tieren Gnade und Barmherzigkeit schuldig? Falsch. Gerechtigkeit, das schulden wir unseren Mitgeschöpfen. Im Grunde genommen haben wir die Möglichkeiten die uns durch eine fatale Entwicklung in der Evolution geschenkt worden sind mißbraucht. Unsere Fähigkeit in Bezug auf unsere Entwicklung hatte von je her nur den einen Antrieb; unsere eigenen Lebensumstände immer weiter zu verbessern. In Bezug auf alles und ohne Rücksicht auf das was dadurch Verändert würde. Und selbst wenn wir die Misstände erkennen die wir verursacht haben, selbst dann können/wollen die meisten von uns diese nicht Rückgängig machen. Unsere größte Fähigkeit wird deshalb auch die einzige grundlegende Ursache für unseren Untergang sein. Wir wissen oder vermuten es alle. Nur wir sind unfähig etwas dagenen zu unternehmen. Arme Menschheit. Armer Planet. Der Wunsch nach Verbesserung ohne Rücksicht auf Verluste ist wie Meerwasser, je mehr der Mensch davon trinkt, desto durstiger wird er. Nur wird den Mensch das letztendlich umbringen. Und nach uns wird sich irgendjemand fragen wie so eine Hochentwickelte Kultur, in so einer "Fortgeschrittenen" und technisierten Welt nur untergehen konnte? Da wird kaum einer drauf kommen.

Mir ist auch klar das es eine "Heile" Natur nicht mehr geben kann. Aber das Leid das wir Verursachen das sollte jeder Mensch versuchen so klein wie möglich zu halten. Auch der einzelne kann damit vielen Mitgeschöpfen helfen. Das bekommt zwar kaum jemand mit und angeben könnne sie dann damit auch nicht, aber auch kleine Schritte helfen. Denken sie immer daran wenn sie aus großer Entfernung ein Reh abschießen, einen Fuchs per Hunger in eine Tödliche Falle locken oder sonst ein Tier umbringen.
Alles, was der Mensch den Tieren antut, kommt auf den Menschen wieder zurück.
(Pythagoras ,-582--496, griech. Philosoph und Mathematiker)

Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen.

MfG, Mainhard Hemer 28. Dezember 2006

Tag Herr Hemer,

danke für Ihre Zuschrift. Neben einigen Feiern und Kurzreisen bereite gerade Finnland '07. Vor Mitte Januar werde ich keine Gelegenheit finden mich mit Ihrer Zuschrift zu befassen. Klug wäre sicherlich mich mit dem Zeiger auf Warum Jagd? daran zu erinnern. Ansonsten bitte ich Sie gleich hier unten weiter zu lesen.

Waidmanns Heil, Lutz Möller,

gratulation

zu den vielen tieren, die Sie erlegt haben!

Sie sind ja jetzt ein richtiger mann, hm? mit waffe fühlt man sich einfach stark und es ist doch toll, über leben und tod entscheiden zu können als wäre man gott höchstpersönlich, was? ich finde es auch bemerkenswert, wie Sie dokumentieren, an welchen verletzungen genau das tier gestorben ist und wie man es richtig tötet! echt super!! allerdings bin ich mir nicht ganz so sicher, ob Sie immernoch nicht verstanden haben, daß wir im jahr 2006 leben und nicht 3000 v. Chr und ob Ihnen eigentlich klar ist, daß es da um lebendige, leidensfähige lebewesen geht, mit denen Sie hier prahlen. naja, offensichtlich fehlt Ihnen dazu jegliches bewusstsein und herz und daß Jäger nicht viel im kopf haben, nur den drang, vermeintlich männlichen trieben nachzugehen und sie dadurch zu rechtfertigen sehe ich ja an meinem eigenen vater. viel spass dann noch beim weitermorden!

Von: paulina B. mailto:lateinass@gmx.de, Gesendet: Donnerstag, 28. September 2006 15:11

Fräulein B.,

hätten Sie es lieber so?

Hier eine Wild lebenden, gleichwohl zahme Robbe in Walfischbay, ehemals Deutsch Südwest, heute Namibia in Afrika, die an Bord eines Lustbootes kam, weil sie dort regelmäßig gefüttert wird. Was man nicht sieht, aber wissen sollte, sind jährlich 100.000e und nicht weiter genutzte getötete Robben, die die russische Fischer töten, weil die Fischbestände knapp werden. Wieso Russen? Weil die schwarze Regierung den Russen gestattete 10 Jahre im kalten Benguelastrom vor der namibischen Küste zu fischen, wenn Sie anschließend die Schiffe dem Land = der Regierung übereignen. Das war dumm. Damit haben die sich den Bock zum Gärtner gemacht. Am Ende wird das Meer leer und die Boot mangels Pflege heruntergewirtschaftet sein. Die Bestechungsgelder werden dann auch bereits aufgezehrt sein. Aber so lange denket die Regierung wohl kaum. Da zählt wohl nur der schnelle Reibach. Vorsorge, Nachhaltigkeit, Gemeinnutz? Alles Fremdworte. Eigennutz geht vor!

Ich bin kein Totschläger, wie die Robbenkiller sondern Jäger. Hier bei mir dreht sich alles vorrangig um die Frage, wie bestmöglich zu töten sei. Die Gründe sind zweierlei

Wild lebt und stirbt unter der Jäger Fürsorge und Jagd besser als ohne. Im Leben halten wir Jäger die Wilddichte mit Jagd und Hege (Notzeitfütterung) auf einem für Land und Tier auskömmlichen Maß, dazu schießen wir ggf. bevorzugt den überschüssigen Nachwuchs. Statt die Tier nun im Alter natürlicher Weise an abgeschliffen Zähnen Hungers langsam elend und grausam sterben zu lassen, töten wir sie mit sauberer Kugel binnen 10 - 20 Sekunden.

Wenn ein sachkundigen Jäger dem Wild einen waidgerechten Schuß anträgt verliert das Tier, außer bei Kopf- und Trägerschuß, die unverzüglich wirken, binnen etwa 10 Sekunden das Bewußtsein und empfindet nichts mehr. Solch tödlich Verletzungen übertüncht die körpereigne Mobilisierung in der Regel völlig, so daß die Tiere davon kaum etwas mitbekommen. Daß ein unmittelbar tödliche getroffenes Tier keinen Schmerz empfinden soll, mag sich seltsam anhören mag, ist aber ein Schutz die Handlungsfähigkeit, auf die es ankommt, bis zuletzt sicher zustellen. Insbesondere das MJG wirkt anders. Ein kleiner Ritz stört im Augenblick mehr als ein abgehackter Arm. diese Erfahrung kennen wir Menschen auch.

Im Sinne der deutschen Waidgerechtigkeit ( = Handlungen, die dem Wild gerecht werden, also sein Belange berücksichtigen) forsche ich an der Wundwirkung. Die vielen auch bebilderten Beiträge zu dem erbeuteten Wild tragen dazu bei. Drauf ist nicht zu verzichten.

Bedenken Sie, der planvolle Tod durch Jägerhand ist ein Mittel uns Menschen gutes Essen und den Wildtieren ein gutes Leben und Tod zu gewähren. Bei der Mühe, die wir uns aus Leidenschaft damit unterziehen, erwarte ich auch anständige Zuschriften mit Anrede, Gruß, Groß- Klein- und Rechtschreibung. Ohne das bleibt ein schlechter Eindruck. Wenn Sie Ihre Zuschrift also noch mal überarbeit wollen, könnten sie den anfänglichen Schnitzer ausbessern.

Aber warum sprechen Sie nicht mir Ihrem Vater darüber? Der wird Ihnen das doch auch näher bringen können. Wenn Ihnen das Wild am Herzen liegt und Sie ohne Jagd etwas dafür tun wollen, setzen Sie sich doch mal mit der Deutschen Wildtierstiftung in Verbindung. Die können immer Hilfe und Spenden gebrauchen.

Waidmanns Heil , Lutz Möller,

Herr Möller,

Sie glauben gar nicht, wie oft ich schon mit meinem Vater über die Jagd diskutiert habe. Leider kommen wir in dieser Hinsicht zu keinerlei Ergebnis, da, wenn man einmal so "verroht", sag ich jetzt einmal, ist, und ein Tier nicht als eigenes Individuum, sondern nur als Stück sieht, dies kaum mehr zu ändern ist. Tatsache ist jedoch, daß sich die Menschheit, wie in so vielen Bereichen, einmal wieder mehr als Gott aufspielt und meint, über Leben und Tod wahllos entscheiden zu können. Doch haben wir nicht alle, jedes einzelne Geschöpf auf dieser Welt, das Recht auf ein unbeschwertes Leben? Warum meint er Mensch immer, ER kann entscheiden, wann es der Natur zuviel wird und wann er wen töten muß, damit es wieder paßt? Ich weiß, es wird nun wieder der Spruch folgen, den ich schon so oft hören mußte "Aber da ist doch ein Unterschied zwischen Mensch und Tier..." aber ich bin der Meinung, daß die Weltbevölkerung ein bedrohliches Ausmaß annimmt, dagegen aber nichts unternommen wird, weil der Mensch, leider im Gegensatz zum Tier, geschützt ist.

Die Jagd ist ein ganz heikles Thema, sie wird nicht umsonst so oft als "Blutsport" tituliert. Schlimm, wenn es schon als Sport gibt, ein leidensfähiges Wesen zu ermorden und leider sehen es ja die allermeisten Jäger als solch einen an. Tatsache ist, daß sich die Natur vollkommen selber regenerieren würde, was in einigen Versuchen deutlich wurde.

Wie kann es außerdem sein, daß zwar die Zahl der Jäger in den letzten Jahren zugenommen hat, die Zahl der Wildschweine allerdings auch? Warum werden für Wildtiere oftmals Futterplätze von Jägern bereit gestellt, wenn dies doch genau das Gegenteil zur Folge hat, was Jäger wollen, nämlich daß die Tiere, die sonst verhungern würden, sterben und somit den Bestand natürlich regulieren, ebenso durchkommen und sich vermehren? Und diese Vermehrung liegt nunmal im Interesse des Jägers, sonst hätte er bald nichts mehr zu schießen. Ich jedenfalls versteh die Menschen nicht, die einem wehrlosen Tier in die Augen schauen und es danach trotzdem umbringen können.

Haben Sie denn in diesem Moment keine Schuldgefühle, Mitleid oder Ähnliches?

Liebe Grüsse, Paulina B., Donnerstag, 28. September 2006 17:31

Sehr geehrter Herr Möller,

leider habe ich auf Ihrer Seite nicht entdecken können, wie ich, wie von Ihnen vorgeschlagen, meinen Eintrag überarbeiten kann.

Donnerstag, 28. September 2006 17:38

Liebes Fräulein B.,

danke für Ihre Post. Sie gibt Hoffnung. Ich will versuchen, Ihre Fragen zu beantworten.

Ich fühle mich nicht verroht, wenn ich töte, denn ich töte nicht roh, sondern gewissenhaft. Ich metzele nicht besinnungslos wie ein Berserker vor mich hin, sondern suche mir meine Beute aus und strecke sie waidgerecht. Das schreibt sich einfacher, als es durchzuführen ist, denn der Jäger sucht seine Beute oft unter widrigen Bedingungen. Sie steht weit weg, sie bewegt sich, sie ist nicht allein (Hintergrundgefährdung), sie ist schwer zu erkennen, und so weiter und so fort. Der Jäger muß in der Regel ein Entscheidung treffen, ohne der immer vollständig sicher sein zu können. Insofern ist die Jagd eher eine Kunst als ein Wissenschaft. Wie man einen Bock oder einen Hirsch „anspricht“ (das heißt auf sich aufmerksam macht um ihn aus dem Troll zum Halten zu bringen und so besser erkennen und treffen zu können) füllt ganz Bibliotheken. Auch wenn man die gelesen und verstanden hat, bleiben Fehler nicht aus, besonders bei städtischen Jungjägern, denn das Wild nicht so vertraut ist. Aber ohne sich zum Schuß zu entscheiden könne wir nicht jagen. Zumindest anfänglich wird einem also der ein oder andere Fehler unterlaufen. Das ist zu bedauern, aber nicht zu vermeiden. Unser Ausbildung trachtet danach, kann aber den Erfolg letztlich nicht in jedem Falle gewährleisten. Lesen Sie hier so zwei Geschichte dazu:

Schöne Leben: Mein erster Bock und Grausames Leben: Fehlschuß

Wie glauben sie hat sich Jungjäger Hein Mück in beiden Fällen gefühlt. Himmelhochjauchzend das erste Mal und zu Tode betrübt das zweit Mal. In dem Versagen Fall dürfen Sie Mitleid und Schuldgefühle unterstellen. Wir deutschen Jäger schießen den Kindern nicht ihre Mütter weg, ist eherner Grundsatz. Wenn es mangelnder Erfahrung und mangelnder Führung, für die den Ansteller eine Mitschuld trifft, dennoch vorkommt, muß der unglückliche Versager die folgen tragen. Das deutsche Jagdrecht stellt seit 1934 solches Fehler unter Strafe.

Wir Jäger achten das Wild soweit wir können sehr wohl als Einzelwesen („Individuum“), wenn es denn möglich ist. Besonders unser Rotwild, wenn es im Revier steht, kennen wir über Jahre. In der Jugendklasse schöpfen wir den überschüssigen Nachwuchs. Die Zukunftshirsche hegen wir bis zur vollen Blüte. Erst danach hohlen wir uns den reifen Hirsch, der dann etwa 12 Jahre alt ist. Wir kennen uns also. Empfinden wir Mitleid mit dem Erntehirsch, den wir uns nach Jahren der Hege holen. Ja. wir Jäger erfreuen uns an den lebenden Tieren mehr als an den toten. Wenn wir sie erschossen haben leben sie nicht mehr und ein lange Beziehung findet ihr Ende. Das ist traurig. Wir gedenken der Getöteten nach altem Brauchtum indem wir sie ehrend behandeln, ihnen den letzen Bissen reichem, sie betten und verblasen.

Gleichwohl ist die Jagd, ob nun in Frieden auf Tiere oder im Krieg auf Menschen, ein aufregende Sache, die uns Menschen im Blute steckt. Indem wir jagen erfüllen wir unsere Bestimmung. Das damit verbundene Erleben ist angeboren, entzieht sich der beliebigen Entscheidung, sondern ist einfach angelegt und tritt in den gewissen Lebenslagen dann ungebrochen und bestimmend zu Tage. Wenn wir erfolgreich jagten, fühlen wir uns glücklich, jauchzen, wenn wir vom Gegner erfolgreich gejagt wurden, sterben wir. Sich der Un gewiß heit über den Ausgang der Jagd auszusetzen, die Lage und die Schwierigkeiten besser als das Wild oder der Gegner zu meistern und letztlich das Wild zustellen und zum erfolgreichen Schuß zu kommen ist das Wesen der Jagd, nicht das Ende, das Töten. Nichtjäger verstehen das oft nicht. Mit dem erfolgreichen Schuß ist die Jagd vorbei. Kanadier sagen "When the Moose drops, the Fun stops" = „Wenn der Elch fällt, ist der Spaß vorbei“. Damit ist auch gemeint daß dann die scheißtreibende Arbeit ihn zu zerwirken und zu bergen beginnt.

Jäger entscheiden gewählt, nicht wahllos. Wir sehen viel mehr Wild, als wir erbeuten. wir beobachten unser Revier und trachten einen gesunden und artenreichen Wildbestand zu erhalten, indem wir hegen und jagen. Beides hilft. Beides tun wir bewußt, keinesfalls planlos. Gewisse Wildarten werden dazu in Deutschland von einer dazu seit 1934 eigens eingerichteten Stelle, der Unteren Jagdbehörde, mit einem Plan verwalten. Der mit den Revierjägern und revierübergreifend mit den Hegeringen abgestimmte Jagdplan dient dem Ziele eine gesunden und artenreichen Wildbestand zu erhalten. Wir Jäger sind also, wie der Forst, einer nachhaltigen Nutzung verpflichtet. Das nutzt allen, Wild, Wald, Landwirtschaft und Jägern. Deren teils gegensätzliche Belange sinnvoll abzuwägen und nachhaltig auszugleichen ist Sinn der Jagdgesetzgebung, die vom allgemeine deutschen Jagdschutzverband gefordert wurde und die das Reich nach 86 Jahren fast regelloser Jagd 1934 gesetzlich verankerte. Den Erfolg dieses klugen Ausgleiches mit Rechten, Pflichten und Lasten aller Beteiligten kann heute in Deutschland jeder an eben diesem artenreichen und gesunden Wildbestand erleben, um den uns viele Länder der Welt beneiden, die nicht so handeln. Er nütz Allen, nicht nur den Jägern.

Eingeschlossen zu behaupten, Gott würde wahllos über Leben und Tod entscheiden achte ich als platte Gotteslästerung. Daß wir Gott, die Natur, nicht vollständig erkennen oder begreifen können liegt an uns, nicht an Gott oder der Natur. Aus unserer Beschränktheit den Dingen nicht bis zum Ende auf den Grund gehen zu können, ableiten zu wollen Gott handele planlos, zeigt Ihre Selbstüberschätzung. Uns Mensch ist nicht gegeben alles zu kennen und zu wissen, selbst wenn wir unser Leben dem Strebe nach Erkenntnis hingeben. Statt also Gott der Willenlosigkeit zu bezichtigen, sollten Sie sich mäßigen und Ihre Grenzen erkennen. Wenn Sie einen Zusammenhang nicht erkennen, muß darauf nicht zwingen folgern daß keiner da ist. Gottes Wege sind unergründlich. Damit müssen Sie in Demut leben. Jede andere Haltung wird scheitern.

Kein Geschöpf, ob nun Stück oder Einzelwesen, Mensch oder Tier, hat ein Recht auf unbeschwertes Leben! Niemand! Von wem denn? Wer soll das gewähren? Derlei Gedankengut entstammt der Spontiszene der ausgehende 60er Jahre der vergangen Jahrhunderts, als gefordert wurde jegliche Herrschaft und Last abzulehnen und nur noch zu genießen. Aus solche dumm geforderter Verantwortungslosigkeit ist die Fürsorge zerbrochen und sind die Verwahrlosung und Sittenlosigkeit, unter der wir heute leiden, vorbereitet worden. Nein, in jedem Volk, in jeder Gesellschaft, in jedem Lande zählen zunächst die Pflichten, insbesondere die Pflicht die Mitgeschöpfe ihrer Art und Weise nach angemessen zu achten und zu behandeln. In unser bevölkerten Welt bestimmt Geselligkeit unser Zusammenleben mehr als alle andere. In unserer entwickelten arbeitsteiligen Wissenswelt ist der Austausch unser Lebensgrundlage. Statt also harmlos ein unbeschwerte Leben zu fordern, sollten Sie sich überlegen, wie die Belange der Einzelnen unter einen gemeinsamen auskömmlichen Hut gebracht werden können, denn darum geht es. Das ist ein Geben und Nehmen. Das erfordert Rechte und Pflichten, über die sich die Beteiligten einigen müssen, oder darum kämpfen müssen. Erst wenn ein fein gewogener Zustand von Abhängigkeiten und Rücksichtnahem, Vorbild und Bewunderern, Herrschaft und Gefolgschaft, Nutzen und Gegennutzen, Lob und Strafe in der Gesellschaft hergestellt ist, den jeder kennt und den jeder mehr oder weniger achten und befolgt, kann sich im Rahmen der dazu nötigen Anstrengen und Einschränkungen so etwas wie ein unbeschwerte Lebensgefühl einstellen. Ein Gefühl im Rahmen de Gebotenen und Erlaubten sein fröhliche und sicheres Auskommen haben zu können. Das kommt nicht von selbst, wird auch nicht gewährt, kann man nicht kaufen, sondern muß von jedem Einzelnen erarbeitet werden. Erst die Einsicht in die unvermeidlichen Notwenigkeiten, befreit von der Last dies als drücken zu empfinden. Die gewisse Leichtigkeit des Seine entstammt also im übertragen Sinne fröhlich vergossen Schweißes beim Wandern auf begrenzen Pfaden. Der davon abweicht kriegt Haue. Strafe fordert die Reue. Die Reue stößt das Nachdenken an und fördert so die Einsicht. Ein unbeschwertes Leben kann es nicht geben, aber für gesellige Einzelne sehr wohl ein unbeschwertes Gefühl, wenn er sich anstrengt, sich in die Gesellschaft fügt und darin besteht. Daran ist jedem gelegen, wenn er nicht dumm oder asozial ist, und deshalb kann man sich darin auch wohlfühlen. Ein Recht aber ist das nicht, sondern wenne s gut geht einERfolg,der slbst erarbeitet werden mußte! Das dazu!

Blutsport? Ja, warum nicht Jagd als Blutsport, wenn er waidgerecht geschieht ?

Die Natur regeneriere sich selbst, meinen sie. Ja, natürlich. Nur ist die sich selbst überlassende Natur eine wiederkehrende Folge sich abwechselnder Auswüchse und Zusammenbrüche mit schrecklichen Krankheiten, Hunger, Leiden und Tod, siehe die Seehunde.

Hier am Okaukuejo Wasserloch im Etoscha Nationalpark überweiden und verwüsten die in den Park abgedrängten Wildtiere die Gegend. Zu Zeiten als Peter Stark noch half, den Park aufzubauen, sah es dort noch anders aus. Weniger Tiere wären in diesem Falle besseres Leben für Land und Tier. Sicher regelt sich das von selbst, mal stirbt das Gras, mal die Tiere. Ein paar bleiben immer übrig. Aus denen baut sich der nachfolgende Bestand wieder auf, bis er seine Lebensgrundlage später wiederum zerstören wird und so weiter und so fort in ewig abfolgenden Blüten und Zerfällen. So ist die Natur. So ist das natürliche Leben.

Sofern wir Jäger mit Hege und Jagd diese Überschüsse und Mängel in ihren Ausmaßen etwas dämpfen, mindern wir Leiden und nützen damit uns und den Tieren. Das haben Sie dabei ganz übersehen, sollten sie wissen. wir Jäger tun mehr für das Wild, als da Wild für uns tut, indem es für uns stirbt. Wir helfen den Tieren besser zu leben, als sie das in der sich selbst regenerierenden Natur könnten. Wir jagen für uns aber dem Wild nützt das auch.

Die Sauen nehmen zu und wir Jäger freuen uns darüber, aber wir fürchten uns auch davor. Schließlich müssen wir den Wildschaden, den die nächtlichen Buddler anrichten, tragen. Darin lieget die Grenze der Hege. Sie greift.

Warum verstehen sie Menschen nicht, „die einem wehrlosen Tier in die Augen schauen und es dann töten“ können? Wenn ein Tier so nah ist, daß Sie ihm in die Augen schauen könne, ist es nicht mehr wehrlos, denn dann kann es Sie angreifen. Sehen Sie den Film der Hirsch schlägt zurück! Nennt man das Schonzeit? Ich glaube fast, Sie halten es für etwas Böses, zu töten. Anders kann ich mir Ihre Einlassung deuten. So sehen wir Jäger uns aber nicht. Wir sind nicht böse. Wir sind gute Tierfreunde. Wir wollen unser Wild dauerhaft erhalten, nicht kurzsichtig ausrotten. Durch unsere Arbeit, die wir mit Fleiß und hoffentlich Geschick unter Entbehrungen mit Leidenschaft leiste, fördern wir das jagdbare Wild und andere Wildtiere, an denen wir uns und Sie sich erfreuen und das Wild an sich selbst dazu. Tier zu töten gehört dazu. Je enger man einem Wesen verbunden ist, um so schwerer fällt der Entschluß, wenn es denn nötig wird, es zu töten. Gleichwohl, wenn die als notwendig erachtetet abgewogen Entscheidung getroffen ist, sind wir Jäger beherzt und mutig genug, die auch durchzuführen. Das Handwerk haben wir gelernt. Wir sind sachkundig und befugt, also handeln wir gewissenhaft, entschlossen und hoffentlich glücklich und erfolgreich. Jeder Jäger ist sich wohl der Verantwortung bewußt, die erträgt. Gerade wenn z. B. ein alter Hirsch, den man kennt, sein ganzes Leben schon begleitet hat, sich an ihm erfreut hat und sein Erfolge und Mißerfolge im Leben mitbekommen hat, zu sterben bestimmt wird, weil seine gute Zeit nun abgelaufen ist und man ihm die abgeschliffen Zähne, an den er elendiglich verhungern würde, nachdem ihn die anderen jüngeren, kräftigeren Hirsch von den Hindinnen demütigend weggeprügelt hätten, fällt die Handlung schwer, selbst wenn die Entscheidung leicht fällt, weil sie geboten ist. Des Jägers Leben ist auch hier kein unbeschwertes Leben, sondern von Notwendigkeiten bestimmt und zwingenden und beschwerlichen Erfordernissen angefüllt.

Ich kenne Beispiele in denen Revierinhaber sich von solchen Handlungen befreiten, indem sie fremde Jäger einluden, die den ihnen unbekannten aber angesagten Hirsche zu strecken. Das heißt sich zu drücken, aus Ihrer Sicht bestimmt verständlich und, solange schlußendlich gehandelt wird, auch nicht von Nachteil, aber dennoch feige. Der ein ehrlicher Jäger ist, darf solch einer Entscheidung und Handlung nicht ausweichen, sondern muß sie zugegebener Zeit und unter gegeben Umständen fassen und vollziehen. Zu kneifen gilt nicht. Hege und Jagd sind ehrbar. Sie werden mit Bedacht und Würde vollzogen. Gerade eine schwere Entscheidung, die den Jäger bis ins Innerste rührt, zu vollziehen, zeigt ihm wer er ist, was er tut, und läßt ihn wachsen. In dem Sinne soll ein guter Waidgeselle sehr wohl in der Lage sein, einem Tier in die Augen zu schauen und es willentlich, wissentlich, gewissenhaft und mitfühlend zu töten.

Mir scheint Sie meinten, aus Mitgefühl müsse der Jäger das Tier vom Tode verschonen. Das Gegenteil ist der Fall. Jagd und Hege nützen Jäger und Wild, beiden. Jäger lieben ihr Wild. Wenn Sie das nicht begreifen, verstehen Sie nichts!

Waidmanns Heil, Lutz Möller, Am Morgen des 29.September 2006,

Aus Tierschützersicht

Sehr geehrter Herr Möller,

wissen Sie, es ist für einen großen Tierschützer wie mich einfach schwer nachzuvollziehen, wie man ein Tier töten kann, deshalb auch meine anfängliche Wut, als ich Ihre Seite gelesen habe. Dazu kommen eben noch Tips, wie man am besten tötet und, in meinen Augen, wirklich grauenhafte Bilder. Aber im Laufe dieses Gesprächs hat sich für mich ergeben, daß Sie wohl doch einer der wenigen sind, dem seine Tiere wirklich am Herzen liegen, was bei sehr sehr vielen ja leider nicht der Fall ist, und im Laufe meiner "Tierschützerkarriere" sind mir schon einige solcher begegnet.

Es sollte auch keinesfalls eine Gotteslästerung sein, im Gegenteil, ich achte unseren Herrn sehr, ich wollte dadurch lediglich zum Ausdruck bringen, daß sich der Mensch einfach anmaßt, über alles auf der Welt entscheiden zu können, und meint, es sei seine Pflicht, hier und da einzugreifen. Daß der Mensch außerdem nicht einfach ein unbeschwertes Leben genießen darf und natürlich seinen Pflichten nachgehen und sich eingliedern muß, ist mir klar. Anders sehe ich es jedoch beim Tier. Ein Tier hat, meiner Meinung nach, keine Pflichten zu erfüllen, welche denn auch? Und wie sollte man es ihm begreiflich machen? So denke ich mir, daß man nicht immer sehen sollte, welch größtmöglichen Nutzen man aus ihm zieht (damit meine ich auf keinen Fall Sie, damit spreche ich die Allgemeinheit an), sondern man sollte es sein Leben leben lassen und da gehören Krankheiten nunmal mit dazu.

MfG, Paulina B., Freitag, 29. September 2006 13:33

Liebes Fräulein B.,

danke für Ihre freundliche Nachricht. In ihre anfänglichen Wut meinten Sie, Sie seine allerdings sich nicht ganz so sicher, ob ich immer noch nicht verstanden haben, daß wir im Jahr 2006 lebten aber nicht mehr 3.000 v. Chr. Ich erkenne den Unterschied wohl. Damals, zu Gilgamesch Zeiten, sah die Welt noch anders aus. Die Weltbevölkerung war vermutlich kleiner als heute Menschen in einer der großen Städte leben und Platz gab es ohne Ende. Wir Menschen hatten weder verstanden noch erobert noch nach einer biblischen Forderung „uns untertan gemacht“. Helden wir Gilgamesch, später Nimrod genannt, lebten in einer übermächtig empfundenen aber nicht verstanden Natur und mußte sich Hungers und räuberischer Tiere erwehren, die einerseits die Äcker, sofern vorhanden, plünderten, anderseits die Menschen bedrängten, töteten und fraßen. Damals in den Zedernwäldern des Libanon lebten noch Löwen. In den nach Asien reichenden Wüsten der krummhörnige Scimitar-Oryx.

Scimitar-Oryx in Ratelfonein

All diese schönen Tiere und viel andere sind seitdem dort längst verschwunden, ausgerottet, wie Dr. Jörg Bremer, Auslandskorrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, anläßlich eines fernmündlichen Gespräches über Volksverhetzung, derer ich von Unbekannten bezichtig wurde, mitteilte. Dr .Bremer lebt in Israele und ist Jäger. Er kann also die Lage beurteilen.

Reiche Jäger und Tierfreunde wir Dr. Christiaan Barnard und später sein Nachfolger Jan Pickard, die die abgewirtschaftete Schaffarm Ratelfonein im südafrikanischen Karoo kauften und als Wildschutzgebiet einrichtete, seltene, von der Ausrottung bedrohte Tiere wie den Scimitar-Oryx aus Zoobeständen kauften und ihnen unter bewaffneter Aufsichte eine neue Lebensmöglichkeit als Art boten und erhielten, haben mit ihren Zuchterfolgen unter Bewachung erreicht das solche Tierarten heute wieder in ihre ursprüngliche Lebensräume ausgewildert werden können, um dort wieder heimisch zu werden.

Arabischer Oryx in Ratelfonein

Der weiße arabische-Oryx ist auch so ein Zögling. Nach jahrzentelanger Mühe sind die Erfolge so gut, wächst die ein gefährdete Art so sicher, daß heute wieder jagdbare Bevölkerungen bestehen. Nach Jahrzehnten der Hege können nun zahlungskräftige Jäger das seltene Vergnügen genießen solch ein Tier auf der Trophäenjagd zu erlegen. Die Kosten sind hoch. Sie tragen dazu bei solche Plätze wie Ratelfonein zu erhalten.


In
Ratelfonein hatte ich 2003 das Vergnügen dort von den 1000 überzähligen Springböcken einige auf herkömmlicher Jagd erlegen zu dürfen. In dem von Jan Pickard vor kurzen übernommenen Wildschutzgebiet lebten ~ 3.000 Springböcke und das Land war bereits beschädigt. Um den Bestand auf ein tragfähiges Maß zu mindern, mußten etwa 1.000 Stück erlegt werden. Das geschieht nachts vom Auto mit Scheinwerfern. Eine Gruppe aus einem Fahrer, zwei Jägern und vier Leuchtern und Bergern können so in einer Nachtsicht vielleicht 60 Bocke erlegen. Das sehr wohlschmeckende Fleisch geht in die Schlachthäuser und kommt so in die Haushalte und Gaststätten. Springbock schmeckt vorzüglich!

Hier in Deutschland hat der Hamburger Unternehmer das Gut Kleppelshagen in Mecklenburg-Vorpommern erworben und in die von ihm gegründete und mit erheblichem Vermögen ausgestattete Deutsche Wildtierstiftung eingebracht. auf dem gut 100 ha großen Gut wird frei lebendes Rotwild gehegt. In einer mitten im Gut liegenden Wildrückzugsfläche wird es nicht bejagt und ist dort auch für Nichtjäger leicht zu beobachten, so daß jeder seine Freude am Anblick haben kann. Solche Jäger sind Tierfreunde, und nicht nur die. Sie sind nur leicht vorzeigbar Beispiele an denen deutlich wird, daß die Liebe zum Tier und die Jagd sich gut vertragen und auch zusammengehören. Gerade aus Liebe zum Tier handelt der deutsche Jäger waidgerecht. Das deutsch Jagdrecht wurde auf Wunsch der Jäger ins Leben gerufen, um schwarzen Schafen in den eigenen Reihen die rote Karte zeigen zu können.

Als Tierschützerin sollten Sie mit den Jägern zusammenarbeiten, um gemeinsam mehr bewirken zu könne, statt uns Jäger unverständig zu beschimpfen. Sicher töten wir willentlich Tiere. Aber, es nütz ihnen und uns. Wenn wir deswegen Mörder sind, meinetwegen, das rührt mich nicht. Das ist nur ein Wort. Wichtig ist mir gemäß meinen Werten zu leben und danach zu handeln. So wird aus dem Leben ein wertvollen Leben, in meinem Falle mit der Waffe in der Hand und Blut an den Fingern.

Lutz Möller, 29. September,

Lade Sie mal ein . . .

Wolfmann.jpgHallo Lutz,

ich habe mit Begeisterung Deine an die Tierschützerin gerichteten Erläuterungen, gelesen und kann mich Deiner Meinung nur anschließen. Allerdings glaube ich nicht, daß sie begriffen hat auch eine von uns zu sein, eben nur ohne Waffe. Die meisten „Tierschützer“ sind eigentlich keine und beziehen ihr Tun, ohne das entsprechende Wissen über Zusammenhänge zu haben, auf alles was sich bewegt und besonders niedlich aussieht. Dabei vergessen sie oft, daß in unserer vom Menschen geprägten Landschaft ein Überleben so mancher Art ohne Eingriffe von uns nicht möglich währe.

Bei mir im Revier haben sich Rebhuhn und Fasan genauso wieder erholt wie die Wildkatze und die Hasen. Meine Strecke an Füchsen ist auch jedes Jahr zwischen 30 und 50 Stück. Der Waschbär wird strickt bejagt und die Gelege der Vögel damit einem Raubzug dieser Art auch beschützt. Wenn die Tierschützer nur begreifen würden, daß unsere Arbeit aktiver Naturschutz ist, hätten wir in einer gemeinsamen Arbeit noch größeren Erfolg als bisher.

Lade sie doch einfach mal zu einem Ansitz ein und zeige ihr die Natur wie sie sich uns erschießt. Vielleicht begreift sie dann , daß wir die eigentlichen aktiven Naturschützer sind.

Gruß Uller, Samstag, 30. September 2006 15:07

Auf ein Wort!

Wertes Fräulein B.!

Wenn man die Jagd als solches und die Jäger im besonderen beurteilen will, soll man als erstes die Jagdprüfung machen und selbst ein paar Jahre jagen (keine Trophäenjagd oder Jagdtourismus sondern im heimisches Revier), um sich das nötige Wissen zu verschaffen. Ich selbst habe mich einst über die Jägerschaft im allgemeinen und einige spezielle Exemplare unter denen besonders geärgert. Dann wollte ich einfach herausfinden wie die zu ihren Ansichten kamen, weil die ja nicht grundlos so waren wie sie waren. Also beschloß ich damals die Jagdprüfung zu machen, mit dem Vorsatz wahrscheinlich sowieso nie zu jagen, um einmal die gleichen Grundlagen wie die sonderbaren grünen Männchen mit ihrer eigenen Sprache zu erlangen.

Waffentechnisch konnte mich als tätiger Sportschütze und Wiederlader auch nichts erschüttern.

Der Natur war ich ohnehin seit der Jugend durch das Angeln und Schwammerlsuchen verbunden und hinsichtlich der Tiere hatte ich auch genug Erfahrung, da ich alle möglichen Haustiere von der Blindschleiche bis zu den Pferden erfolgreich gehalten hatte. Über die Tier- und Pflanzenwelt wußte ich auch, weil die mich von klein auf immer schon rührte, mehr als ich heute zum Jagen brauche. Der Lehrgang zur Jagdprüfung richtet das Augenmerk jedoch nur auf die bei uns freilebenden und jagdbaren Tiere aus: was sie zum Leben brauchen, usw. Im erweiterten Sinne kann man sagen, wenn die Lebensbedingungen für die jagdbaren Arten passen, genügen die für viele andere Arten auch. Die jagdbaren Arten sind sozusagen Zeiger für natürliche Lebensraumgüte. Wenn z. B. die jungen Feldhasen vom Bauern totgemäht werden oder von den Krähen, diversem anderen Raubzeug oder Raubwild gefressen werden, geht's auf den selben Flächen auch den Feldlerchen schlecht und der Bruterfolg wird ausbleiben. Das sieht man allerdings als „Naturliebhaber“ nicht, wenn man (frau) neuen Trends folgend mit Stöcken durch die Gegend hirscht, oder mit dem Mountainbike herumkoffert, sondern nur, wenn man sich als Jäger in die Natur völlig unauffällig einfügt, indem man auf stundenlang unbeweglich auf Ansitzeinrichtungen, Kanzeln. Leitern usw. verweilt. Da könnte man öfter mal von oben ein Reh anspucken, das zum Greifen nah unter einem steht und
äst. Das heißt aber nicht, daß man es gleich erschießt, obwohl das natürlich leicht ginge.

Jagd ist im wesentlichen zu beobachten, geschossen wird um den Bestand zu regeln oder den Abschußplan, den die Behörden vorgeben, zu erfüllen. Zu regeln heißt die Lebensbedingungen für möglichst viele ARTEN, nicht Individuen, so zu gestalten, daß diese Überleben können. Zu regeln ist neben der Lebensraumverbesserung das zweitbeste Mittel zum Zweck. Zu regeln heißt einzelne Tiere der Wildbahn zu entnehmen = zu töten, mitzunehmen und aufzuessen. Dazu werden diese zweckmäßiger Weise vor Ort getötet. Das ist die tiergerechteste Vorgehensweise für Wildtiere.

Ein weiter wichtiger Punkt ist offensichtlich kranker Tiere, um Tierleid abzukürzen oder dadurch weiterer Infektionen zu verhindern, abzuschießen. Ich wurde einmal von einer „Tierschützerin“ gefragt, warum man die überzähligen Tiere nicht einfinge und in Tiergärten brächte. Auf die Gegenfrage, welcher Tierpark alleine jedes Jahr zigtausende Rehen aufnähme, bis zu ihrem natürlichen Ableben etliche Jahre später, einquartiere und durchfütterte, war Funkstille.

LM: Fragen Sie die doch mal, was mit dem Nachwuchs der Friedtiere in Tiergärten, die sich jedes Jahr vermehren, geschehe und womit die dortigen Raubtier gefüttert werden und welche Rolle die Kühltechnik in diesem Zusammenhang spiele und warum als die Tiergärten Schalldämpfergewehre hätten.

Wenn man sich als Jäger also entschließt ein Tier zu töten, versucht man das handwerklich möglichst vollkommen zu tun, daher sparen Jäger auch nicht bei der Ausrüstung. Vollkommenheit heißt, das Ableben des Tieres so zu gestalten, daß es in seinem natürlichen Lebensraum ohne Schmerzen und unnötige Aufregung stirbt, ohne das großartig mitzukriegen. Die Organisation beginnt bereits bei der Waffen-, Kaliber- und Munitionsauswahl (möglicherweise MJG von Lutz Möller) von der man überzeugt ist, daß die zu bejagende Tierart schnell und schmerzlos getötet werden kann. Das bedeutete zu überlegen, auf welchen Hund zur Nachsuche man an diesem Tag zurückgreifen könne, wenn bedauerlicherweise was schief ginge und ein beschossenes Stück nachzusuchen ist, usw.

Übt man die Fallenjagd aus, um den Raubdruck im Revier generell zu senken, ist der Aufwand noch wesentlich höher, beginnt bei den Gesprächen mit den Grundeigentümern, über die Auswahl und Gestaltung des Fallenaufstellungsortes, möglichst keine Möglichkeit einer Verletzung in einem Eisen, d. h. Lebendfang mit täglicher Fallenprüfung. Niemand kann einem Jäger bei der Fallenjagd unterstellen, er sähe gern Tiere sterben oder sonst irgend einen solchen Unfug. Die Tiere sterben in Schlagfallen allein binnen Sekunden ohne daß irgend jemand in der Nähe wäre und zusähe. Die Tierleiber werden dann entnommen, und wenn es paßt verwertet oder ansonsten entsorgt. Jedes tote Raubwild kann sich nicht mehr vermehren, auch nichts mehr fressen. Das rettet unzähligen anderen Tieren das Leben, denn wer nächtens im Winter einen alten stinkenden Hasenschädel mitten im Bach frißt, hätte natürlich viel lieber was frisches warmes gehabt, auch wenn dieses dafür zuerst sterben müßte.

Der Zugang zur Jagd ist je nach Mensch verschieden. Der eine freut sich über einen erlegten starken Fuchs mehr als über einen erlegten braven Bock, der andere pardoniert beim Bockansitz den kapitalen Fuchs, geht trotzdem beutelos heim, weil der Bock an dem Tag anderwärtig beschäftigt war, und wundert sich dann im darauffolgenden Jahr wo die ganzen Hasen und Rehkitze hin gekommen sind (so ein Fuchsgeheck braucht täglich ganz schön was).

Gleich sind alle Jäger bei Störungen im Revier. Damit hat keiner Freude, weil man natürlich die Auswirkungen auf die Tiere kennt, daß man nicht zu Schuß kommt, ist wahrscheinlich nur das kleinere Übel. Empfindliche Arten (meist nicht jagdbare) beantworten mehrmalige oder regelmäßige Störungen indem sie diesen Bereich verlassen. Der ist für sie als Lebensraum praktisch verloren. Jäger reagieren daher gegenüber Störern meistens ziemlich sauer, werden nicht verstanden und zu Unrecht schlecht hingestellt und beschimpft.

Jäger waren die ersten echten Tier-, Natur- und Umweltschützer und sind bis heute auch noch die fleißigsten und besten. Niemand steckt so viel von seinem eigenen Geld und seiner eigenen Freizeit in den Schutz der Natur der Umwelt und der freilebenden Tiere wie die Jäger. Diese Erkenntnis hatte ich noch nicht, als ich mich entschloß die Jagdprüfung abzulegen. Obwohl ich diese bestand, hatte ich die ersten Jahre keine Jagdkarte gelöst, wenn gleich ich auch der Jagd und den Jägern nicht mehr einseitig kritisch gegenüberstand. Über Freunde bin ich dann allerdings in die Jagd hinein gestolpert. Dann begann der tätliche Teil des Lernens, und da lernt man nie aus. Heute bin ich ein begeisterter Jäger, der allerdings nicht den Drang verspürt mit aller Gewalt selbst ein Tier schießen zu müssen. Ich freue mich auch über einen Jagdkollegen der sich freut. Wenn ich auf ein Tier, mit der Absicht es zu töten, schieße muß alles passen. Wenn ich mir nicht sicher bin, bleibt der Finger gerade. Schief gehen kann trotzdem immer was. Wer ist schon vollkommen und weis alles? Die Unsicherheit, ob trotz tatsächlich bestem Treffersitz was schief gelaufen ist, wenn das beschossene Stück in nicht einsehbare Bereiche flüchtet, ist sehr unangenehm, denn ein Tier zu verletzen und ihm damit, wenn der Schock nachläßt, Schmerzen zuzufügen ist das letzte was ich will.

Ich achte daher die Seite von Lutz Möller als wichtigen Beitrag zu Tierschutz, weil der Jägerschaft da leicht verständlich die theoretischen Grundlagen der Waffen-Munitionswirkung im Verein mit praktischen mit Photos und Graphiken unterlegten Beispielen nahegebracht werden. Die eine oder andere Erklärung war auch für mich bemerkenswert. Ich bin auf seine Seite gestoßen, weil ich Ladedaten für die 6,5 x57 R suchte, da mir mit käuflicher fertiger Munition die Rehe selbst mit rausgeschossenem Herz zum Teil noch 150 m flüchten sind. Jetzt lade ich auch sein MJG und bin sehr zufrieden damit, man kann es kurz so beschreiben: BUMM!→ tot = keine Schwierigkeiten für das Tier und für mein Gewissen.

Auch wenn man als Außenstehende(r) nicht mit allem einverstanden ist, was auf Lutz Möllers Seite steht, sollte man sich, bevor man dies kritisiert, vor Augen halten, worum es sich bei dieser Internetseite eigentlich handelt: Es ist keine primitive Werbeseite für das zugegebenerweise geniale eigene Produkt, sondern eine Informationsplattform für die potenziellen Anwender um richtige Entscheidungen zu treffen. Dies geht weit über den Kauf des MJG hinaus es werden neben Flugbahnen, Winddrift, Ansprechverhalten
diverser Fabrikate Informationen vermittelt, die bei manchem Leser den einen oder anderen zukünftigen schlechten Schuß vermeiden hilft, dann bleibt halt der Finger gerade. Frei nach der alten Weisheit: Das wirklich große Problem fängt immer erst hinterm Schaft an, und das beginnt halt sehr oft schon bei der Munitionsauswahl. So ist Lutz Möllers Internetseite sicher auch einer der wichtigsten Internetplätze des aktiven Tierschutzes auch wenn es für „artfremde“ (= Nichtjäger) auf den ersten Blick nicht so aussieht!

Mit freundlichen Grüßen, M. Z., Samstag, 30. September 2006 17:47

Sehr geehrter Herr Möller,

wie gesagt, ich verstehe Ihren Standpunkt und hoffe, Sie meinen ebenso. Auch habe ich erkannt, daß Sie wohl einer der sind, die Jagd nicht nur als Sport und Trophäensammeln ansieht. Ich werde mich jedoch nie mit ihr richtig anfreunden können, da ich einfach gegen das Töten eines Schwächeren im Allgemeinen bin, das hat auch nichts mit, wie Ihr Kollege so schön meinte, damit zu tun, ob das Tierchen „süß“ oder nicht ist. Ich bin ebenso gegen das Töten einer kleinen Schnecke oder Spinne, nur weil diese uns gerade auf dem Salat oder neben dem Bett sitzen. Ich bin ein Mensch, der sich immer in andere hineinversetzt und denke mir, ich würde es auch nicht wollen, daß man mich erschießt, weil ich Schäden an der Umwelt anrichte(n könnte).

Mit freundlichen Grüssen, Paulina B., Sonntag, 1. Oktober 2006 16:50

Liebes Fräulein B.,

danke für Ihre Post. Ich achte Ihren Standpunkt und wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute, auch daß Sie mit ihrem Vater ins Reine kommen.

Waidmanns Heil, Lutz Möller,

Gegenseitige Achtung

Sehr geehrtes Fräulein B.!

Selbstverständlich akzeptiere ich auch Ihren Standpunkt. Wir leben heute in einer Welt, besser wäre Gesellschaft, in der es sich einige von uns leisten können keine Tiere zu töten. Ich finde das auch gut so, denn es ist ein Zeichen, daß es uns so gut geht wie nie zuvor. Sie gehören wenigstens nicht jener Gruppe von "Aktivisten" an, die Jäger verteufeln, wenn die ein Tier sauber und schnell töten, und selbst zur Insektenspraydose greifen wenn sie auf ihrer Zimmerpflanze eine Blattlaus entdecken, die dann elendiglich an dem Gift eingeht.

Die Jagd mit all ihren begleitenden Erscheinungen wie der Achtung vor der Natur, den Tieren, sowie insbesondere den erlegten Tieren begleitet die Menschheit von Anbeginn an. Die Felszeichnungen unserer Vorfahren bewundern wir und unterstellen ihnen, daß diese ihre Achtung der erlegten Beute gegenüber für die Nachwelt erhalten wollten. Wenn die Jäger der Gegenwart alten Traditionen folgend ihrer Beute einen "letzten Bissen" verabreichen, oder sich Brüche aufstecken bzw. dem Schützen übereichen, oder wenn sie sich zum Streckenlegen versammeln und diese verblasen, werden sie von manchen Zeitgenossen als Spinner gesehen und gegenüber dritten als mordlüstern etc. dargestellt. Dabei folgen diese alten Bräuche der Tadition der Ehrerbietung der Jägerschaft dem als Beute getöteten Tier gegenüber, wobei sie in unserer modernen Zeit oft nicht mehr verstanden werden und teilweise zur negativen Meinungsbildung bewußt aus dem eigentlichen Zusammenhang gerissen werden. Erschwerend ist auch, daß wir in einer Informationsgesellschaft leben, in der die Menschen weniger direkten Kontakt pflegen, als sie es früher getan haben, sondern sich statt dessen in den eigenen vier Wänden von der Meinung anderer fernberieseln (und manipulieren) lassen.

Früher hatte die Jagd und die mit gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Jagdereignissen verbundenen Zusammenkünfte der gesamten Bevölkerung eine wesentlich größere Bedeutung als Möglichkeit der Kommunikation, der Nahrungsmittelbeschaffung, der Schädlingsabwehr etc. als heute. Heute sitzen die Leute vorm Fernsehgerät und "ziehen sich eine Naturdokumentation rein". während die örtliche Jägerschaft verschämt in irgend einem Hinterhof die Streckenlegung vornimmt. Die "Fernseher" gehen nachher vor Klugheit über und meinen alles über die Natur zu wissen, und dieses den Jägern erklären zu müssen. Was sie selbst nicht wissen, daß die "besten" einheimischen Doku's meisten ein Drehbuch haben und die Tiere zahme unfreiwillige Schauspieler sind, da kann es schon einmal vorkommen daß der Hamster den Kamerassistenten beißt, weil ihn dieser zu nahe zum Fuchs gehalten hat (tatsächlich passiert) usw. .Ansonsten wären unfinanzierbare jahrelange Produktionszeiten notwendig, also hilft man etwas nach.

Die Denkweise und Motivation der Tierschützer wird den Jägern wahrscheinlich ebenso nie restlos verständlich werden, wie dies umgekehr der Fall ist. Unsere "zivilisierte" Gesellschaft zeichnet es allerdings aus, daß wir gegenseitig die jeweils andere Meinung hinnehmen. Wir können nur hoffen, daß diese Fähigkeit unserer Gesellschaft in Zukunft nicht abhanden kommt, weil derzeit nur einige Ausnahmexemplare Schwierigkeiten damit haben, jedoch drängen Menschen aus anderen Kulturkreisen zu uns, bei denen die Fähigkeit zur gegenseitigen Akzeptanz nicht besonders ausgeprägt ist.

Was die Jagd und die "Tierschützer" betrifft glaube ich trotzdem, daß man sich auch in Zukunft nicht gegenseitig die Köpfe einschlagen wird oder in die Luft sprengt, wir Jäger werden gesprächsbereit sein und aufklärend wirken. Lutz Möllers Internetseite ist eine Möglichkeit auch für Nichtjäger Einblick in die Denkweise von Jägern, deren Problemlösungswillen usw. zu nehmen, um zu versuchen zu verstehen.

Ich würde ihnen abschließend empfehlen, sich einmal mit einem Jäger ihres Vertrauens auf einen Ansitz zu begeben, man kann ja vorher vereinbaren daß nicht geschossen wird, ich habe das selbst auch schon mal mit einer jungen "Tierschützerin" praktiziert, man gewinnt dann den wirklichen Einblick in die Natur. Wenn ihnen dann möglicherweise auch noch ein älteres Reh, daß krankheitsbedingt gerade nochmal 10 oder 12 Kilogramm Lebendgewicht auf die Waage bringt, welches sich kaum mehr auf den Läufen halten kann, dessen Spiegel und Hinterläufe völlig mit Kot verklebt sind, daß ständig ängstlich nach nach anderen ranghöheren Rehen (bei den weiblichen gibt es da regelrechte Furien), oder anderen Feinden sichert, werden wahrscheinlich auch Sie im Anblick des Elendes beginnen nachzudenken ob man das nicht beenden könnte und sollte. Das Leben jedes Lebewesens hat zwei bedeutende Zeitpunkte, den der Geburt und den des Todes, und manche Menschen sind eben nicht bereit ein Wesen elend verrecken zu lassen, oder Arten durch anderere Arten ausrotten zu lassen, und greifen ein.

Mit freundlichen Grüßen, M. Z., Mittwoch, 4. Oktober 2006 18:41

Natur und Jäger

Hey, bin durch Zufall auf Deine Seite gestoßen... Denk ma über folgendes sehr gut und wenn für dich nötig, sehr lange nach; Frage: Was war mit dem Ökosystem nicht i. O. bevor der Mensch (Jäger) Eingriff und es seinen "Bedürfnissen" anpaßte ?

Antwort: NICHTS !

Die Natur braucht keine Menschen und schon gar keine Jäger die versuchen die Auswirkungen Ihren früheren Ausrottungen von Beutegreifern wie Wolf, Bär und Co. zu "korrigieren" in dem sie selber die Ex Beute von Wolf und Co. kurz halten als wären sie Gott! Und was unfaßbar von der Ausrottung übrig blieb wie Katze, Mader etc. wird als "Unnatürlicher" Feind der von euch Jägern soooooo geliebten Tiere gesehen?! Oh je, dann muß es in Gebieten wo ihr Jäger nur selten oder gar nicht hin kommt ja echt beschissen (sorry für den Ausdruck) um Wald und Tiere stehen wie?! MUHAHAHAHAHA Was für eine Logik! LOL Das rafft ja keiner!

Was bist du und Deine Sippe eigentlich für eine Art von Mensch? Du tötest ein harmloses Tier mit Schußwaffen und spricht von Ehre und Wertschätzung der "Beute"

Ziemlich billig, ok, du bist alt, siehst auf dem Bild Deine Homepage auch nicht grad kräftig aus (schätze ma so ~ 90 kg, fetter Bauch, dünne Arme, schwammiger Rücken usw.) trotzdem solltest Du bitte nicht Deine Komplexe dadurch kompensieren, daß du Tiere tötest die du weder aus Nahrungs-Not noch aus Arterhaltung töten müßtest. Wenn du beweisen willst das du ein "echter" Kerl bist und du glaubst das das im Jahr 2006 notwendig ist, dann such Dir doch ma nen besoffenen Russen oder zugekoksten Türken von dem nächst größerem Bahnhof in Deiner Gegend und klopp dich mit dem! P.S. Bei Deiner schwächlichen Statur aber bitte irgenDeinen Halbstarken suchen, sonst wirst du noch zur "Beute".

So long Du "Naturfreund", nur noch so ganz nebenbei: unterhalte dich doch ma mit nem chinesischen Koch über Jagdhunderezepte, wie gebratener Hund oder Hundesuppe! Für den auch gaaaanz normal! Na wie wär's mit Deinem?! Kein schöner Gedanke wie.....? Ich weiß, Katze die "unnatürlichen" Feinde im Wald abzuschießen.....ja ja das is ja was gaaaanz anderes..... So hat jeder seine kranken Ansichten und denk alles is voll normal ey wie?

Leider viele Kranke auf dieser Welt, und nur sehr wenige, die ein wirklich gutes Herz haben.

Marc Seidel [marcseidel@gmx.de]Dienstag, 7. November 2006 17:01

Aber du, oder was?

Marc,

fein bist du ja nicht gerade! Du meldest dich mit Deiner Meinung auch nicht als Erster. Das ist alles schon mal behandelt, steht in „Was tun Jäger?“

Gruß Lutz Möller,

Jagdkritik ohne Naturverständnis

kann nicht greifen!

Sehr geehrter Herr Seidel, (soviel Zeit muß sein)

Ihre Kritik auf Lutz Möllers Seite Was tun Jäger? ist eine der oberflächlichsten und dummdreistesten Anmachen, die ich lange lesen durfte. Bild-Zeitungsniveau ist dagegen eine literarische Wohltat. Aber Leute wie Sie „stehen“ wohl eher auf Bild-Blog, halten sich für schlau, und können sich noch nicht einmal für die einfachsten Formen des Respekts im Umgang mit anderen Menschen erwärmen. Beleidigungen und haltloses Dummschwätzen scheint der neue Volkssport zu sein. Allerdings kann man Ihnen eine gewisse Empathie bescheinigen, zumindest können Sie sich noch über Dinge, die Ihnen gegen den Strich gehen, in der Ihnen eigenen Beschränktheit und Einfalt echauffieren. Gut so!! Nur ist es kein Vergnügen, geistige Ausflüsse von Blödmannsgehilfen wie Ihnen zu lesen, deren Wissen über die Natur derart eingeschränkt ist, daß es wehtut, ergo erspare ich mir darauf einzugehen. Nix Ahnung aber eine Meinung, ganz prima, die Politik steht Ihnen offen, das B-Gehalt winkt Ihnen schon, greifen Sie zu……………

Mit freundlichen Grüßen, Dirk Stein, Mittwoch, 8. November 2006 00:32

Zum mangelhaften Naturverständnis der Jagdkritiker sagt auch Lutz Donnerhack andere Stelle etwas Bär#Jagdkritiker

Mitleid

diese bilder sind schrecklich tun Dir die tiere den gar nicht leid

Sabrina Wolf, Dienstag, 9. Oktober 2007 21:57

Liebe Sabrina,

Dein Mitgefühl rührt mich.

Bis zu ihrem Tode leben hier in Deutschland die wilden Tiere artgemäß immer hungrig, immer auf der Hut vor Feinden, aber jedenfalls in dem Augenblick, indem Sie das tödliche Geschoß des waidgerechten Jägers ereilt, ohne besondere Angst. Als Jäger töte ich Tiere in ihrer natürlichen Umgebung. Sie sterben ohne Angst. Sie sterben gesund, zu rechten Zeit!

Ohne (menschliche) Jäger würden die Tiere alt und älter werden bis Sie entweder krank würden oder sich nicht mehr ernähren könnten. Das Ende wäre in jedem Falle grausam.

Insofern leben und sterben jagdbare Wildtiere durch Jäger besser als anders.

Am Ende des Lebens wartet der Tod. Wie der eintreten wird, weiß das Tier vorher nicht. Der waidgerechte Jäger plant den Tod, auch im Sinne des Wildes, vernünftig.

Das Mitleid gegenüber dem Tier drückt sich, ihm im Tod kein unnötiges Leid zuzufügen, aus.

Gruß, Lutz Möller,

Drei Fragen zum Mitleid

Lies vorher Mitleid!

S: ja schon aba was ist mit den menschen sie werden auch alt oder krank aba die schlachtet man nicht was haben menschen was tiere nicht haben abgesehen von hass

LM: Sabrina, es gab und gibt Gesellschaften, in denen Alte, die nicht mehr arbeiten können, oder bei Nomaden, nicht mehr laufen können, den wilden Tieren überlassen werden. Man schlachtet sie also nicht ab, aber entledigt sich ihre auf andere Weise. Aus dem Grunde haben die meisten Afrikaner kein gutes Verhältnis zu Hyänen, weil die sie teils früher bei den Ahnen teils immer noch am Ende holten.

Hyäne

Hyänenschädel, Aasfresser mit mächtigen Knochenknackerkiefer (Kiefer fehlt)

In einigen Ländern der Erde wird oder wurde Euthanasie (= Töten unwerten menschlichen Lebens) durchgeführt. Solch Verhalten ist immer bedenklich, weil dazu eine Grenze zwischen wertvoll und wertlos gezogen werden muß. Wie will man das ohne Fehler einwandfrei tun, ohne dem Mißbrauch Tür und Tor zu öffnen?

Löwenschädel

Löwenschädel

Löwe am Zebra

Höhlenbärschädel

Außerdem: Kennst du denn keine Kriege? In denen schlachten wir Mensch uns in großen Mengen ab, vielleicht aus Haß, vielleicht aus Gier.

Der Unterschied zwischen heutigen Mensch und Tier ist, wir Menschen essen unsere erbeuteten Tiere, aber nicht getötete Feinde. Vor hundert Jahren war das in Afrika noch anderes. Dort wurden Menschen gelegentlich gejagt, um sie zu essen. Ob das heute noch gemacht wird, entzieht sich meiner Kenntnis.

S: aja und hatt nicht jeder angst wenn jemand mit einen gewehr auf dich ziehlt und du weist was dieses gewehr mit etlichen freunden von Dir gemacht hat?

LM: Die Tiere erkennen das Gewehr nicht. Sie erkennen auch nicht den Zusammenhang zwischen Gewehr und Tod. Allerdings erkennen Sie die Anwesenheit einer fremden Art und wissen einzuordnen, ob es sch dabei um eine feindliche oder harmlose handelt. Dabei spielt das Verhalten eine wesentliche Rolle. Bei Berührung mit feindlichen Wesen antworten die Tiere mit ihrem artgemäß en Verhalten. Meistens weichen Sie aus, aber manchmal greifen Sie auch an. Letzte Woche tötet in Schweden gerade ein Bär einen Mann und seinen Hund, ohne die anzuschneiden (ohne zu versuchen die zu fressen), also nicht aus Hunger sondern aus andern Beweggründen.

S: was denkst du dabei wenn das licht in den augen der tiere erlischt und hatt ein wesen überhaupt das recht ein anderes zu töten

LM: Ich denke dann, daß es nun tot ist. Zu töten ist kein Frage von Recht, sondern ein von Macht. Der Starke tut, was er kann. Der Schwach erduldet was er muß. Ich sagte oben schon „Der waidgerechte Jäger plant den Tod, auch im Sinne des Wildes, vernünftig.“ Uns Jägern ist sehr an eine artenreichen, gesunden Wildbestand gelegen. Die anderen Landnutzer, Bauer und Förster wünschen der Wildschäden wegen oft weniger Wild im Land, als wir Jäger. Zwischen den Belangen der Bauer, Förster und Jäger als Sachwalter des Wildes, muß ein vernünftiger Ausgleich herbeigeführt werden, damit alle nachhaltig leben können. Die Jagd ist auf Dauer eingerichtet. Das heißt wir Jäger fangen gerade so viel Tiere daß genügend da sind, aber die Schäden nicht überhand nehmen. Dazu erbeuten wir hauptsächlich überzähligen Nachwuchs und alte Tiere. So kann sich der Bestand in der Regel am besten halten.

Gruß, Lutz Möller, 13. Oktober 2007,

Krieg oder Frieden

aba warum kann nicht alles in frieden leben?

LM: Weil sich Menschen und Tiere gewaltsam Vorteile verschaffen können und wollen, also Krieg herrscht, in anderen Worten ein Jeder selbstständig für sein Belange eintritt. Frieden ist meist ein Siegfrieden, sprich die Herrschaft des Siegers über die Verlierer. So ein Zustand ist für Sieger angenehm, für Verlier eher weniger schön. Insofern ist Freiden nicht nur eitel Freud und Sonnenschein.

warum gibt es stärkere und schwächere?

LM: Frage Gott. Ich kann Dir nicht sagen, wie Schöpfung abläuft. Im Übrigen stören Unterschiede vielleicht weniger, als du meinst. Sie erlauben einen handlungsfähigen einigen gesellschaftlichen Aufbau und Ablauf zu finden, in dem Alle an einem Strang ziehen, einen Willen finden und vollziehen, gemeinsam also stärker als die Summe der Einzelnen handeln. Das nützt Allen.

warum gibt es hass?

LM: Vermutlich um den Mut zu finden erfolgreich Feinde anzugreifen und abzuwehren zu können, also Schaden zu vermeiden. Die großen altbekannten Gefühle entstanden sicher über viel Erbfolgen und haben sich als nützliche erwiesen - andernfalls wären sie bereits als unnütz und hinderlich ausgestorben. Wir tragen die Geschichte unser Vorfahren in uns.

warum neid?

LM: Wohl als Antrieb eigene Schwachen zu überwinden und die eigene Stellung in der Gesellschaft zu verbessern.

und was können die tiere dafür das die menschen so gewaltsam und grauenfoll sind?

LM: Tiere sind nicht anders.

und warum nehmen sie den tieren ihren natürlichen lebensraum?

LM: Jedes Wesen will leben, koste es was es wolle, auch das Leben der Anderen. Eine jede Art breitet sich bis zur möglichen Grenze aus, dem Hunger.

menschen passen sich nicht an sie machen das was sie brauchen wie sie es wollen

LM: Genau. Tier auch.

in amerika lebten früher ja mal indianer und die töteten nur dann tiere wenn sie hunger hatten

LM: Ich war nicht dabei, aber ich hörte daß es auch Bräche gab gefährliche Tiere, Bären, zu töten, um sich als Heranwachsender zu beweisen. Das war für Männer teilweise auch die Vorraussetzung Frauen erwerben zu können.

dann kammen die weisen und töteten aus spaß sie töteten di tiere aus den fahrenden zügen aus weil es spaß machte und zu einen sport wurde sie schossen das vie zum spaß und nicht zum essen und sie liesen es einfach liegen

Bisonschlächterei in Amerika Ende des 19ten Jahrhunderts

LM: Das finde ich ein traurige Geschichte, die mir zu verstehen schwer fällt, ich jedenfalls so nicht billige.

sag mir bitte wo kommt dieser hass und der spaß am töten her

LM: Ich glaube er kommt aus der Geschichte unser Geschlechter sich im andauernden Kampf gegen die wilde Welt anderer Arten und anderer Geschlechter erfolgreich zu behaupten. Ich glaube Spaß zu töten empfindet vielleicht eine Katze, aber weniger ein Mensch. Wir Jäger töten, weil wir Beute gewinnen wollen. Wir Menschen sind Jäger, ebenso wie Wolf oder Luchs. Die Beute zu gewinnen ist unser Lust. Ohne den Tod der Beute ist die aber nicht zu fangen - sie würde flüchten oder angreifen. Aber nicht der Tod der Beute ist die Lust des Jägers, sondern der Sieg im Kampf die Beute, die nicht gefangen werden will, zu fangen. Es ist der Kampf der Kräfte, im Kopf wie in Arm oder den Beinen, der die Sinne spannt und, wenn erfolgreich, die Lust bereitet. Die Jagd ist der Spaß. Der Tod ist das Ende.

das schlimmste was gott erfinden konnte war der mensch den er ist voll hass und neid er nimmt leben und hatt kein recht dazu

LM: Sabrina, wie schon zu Krieg gesagt tut der Starke was er kann, aber der Schwache erduldet was er muß. Leben zu nehmen und zu geben ist Teil des Lebens an sich. Dazu braucht es kein Recht. Kein Hirsch wird mir das Recht geben ihn zu schießen. Er wird mir ausweichen.

ich verstehe es wenn ein Jäger ein reh was einen autounfall hatte und so schwer verletzt ist das es in 3 stunden sowieso sterben würde erschisst aba ich verstehe es nicht wenn er es erschisst wenn es gesund ist? Sonntag, 14. Oktober 2007 19:50

LM: Einerseits schieße ich gesunde Rehe weil ich Sie essen will. Dabei bringt es mir Spaß die Rehe auszutricksen indem ich mich in die Lage dazu versetze, also sie überliste. Das beides zusammen ist die Jagd.

danke, Sabrina, Dienstag, 16. Oktober 2007 20:01

Wie kann man nur . . .?

Wie kann man nur das Töten eines Lebewesens so verherrlichen . . .. Traurig, wenn man sich im „Leben“ nur noch am Tot Anderer belustigen kann.... :'( Als nächstes kommt die Jagd auf einen Menschen, oder gar ein Kind. Das dauert auf jeden Fall nicht mehr lange, wenn man am Töten und Leben auslöschen so viel gefallen findet.

In tiefer Betroffenheit und Trauer, Maya Heinrich, Dienstag, 30. September 2008 08:59

Liebe Frau oder Fräulein Heinrich,

auf dieser Seite „Was tun Jäger?“ nahm ich schon einige Male zu ähnlichen Bemerkungen Stellung. Lesen Sie da mal drin!

Da Sie so nett schreiben, verdienen Sie immerhin eine eigene Antwort, auch wenn ich mich nicht groß wiederholen will. Sie kennen scheinbar die Jagd nicht. Der Tod der Beute steht fast am Ende einer Jagd und ist auch unabdingbar, aber nicht das Wesen der Jagd selbst. Das ist der Kampf zwischen Jäger und Beute um die besser Lage. Da messen sich Strategie, bzw. Instinkte und Sinne gegeneinander. Der früher als der andere mehr weiß gewinnt meist. Dieses Kräftemessen als auch die zugehörige Sinne sind sowohl bei Räubern, wie wir, als auch Fluchttieren, wie z. B. Hirschen, ererbte Anlage. Sich entsprechend zu verhalten, also zu jagen, spannt die Sinne und den Geist ganz unmittelbar, ist ein wunderbares Erlebnis. Wenn sich der gewünscht Erfolg dann einstellt, also die Beute gefangen und geborgen wird, wechselt die Spannung in Glück. Wegen eben dieser Abwechselung ist zu jagen so herrlich.

Bloß zu töten, wie der Metzger im Schlachthof das tun muß, ist für Jäger vollkommen abwegig. Daran hätten wir keine Freude, der Metzger vermutlich auch nicht, aber wir wollen unser Fleisch ja nicht lebend essen, also muß er töten.

Sehen Sie das doch mal so oder gehen mal mit einem Jäger mit raus und erleben ein Jagd selbst mit. Vielleicht sehen Sie die Jagd dann anders als heute.

Waidmannsheil, Lutz Möller,

Ich wundere mich

Ich glaube zwar nicht, daß Sie meine Zeilen auf Ihre Internetseite stellen werden. Doch wundere ich mich, wie ein Mensch so Freude an dem Tod von anderen Lebewesen haben kann. Sich stolz zu zeigen, mit den abgeknallten Tieren. Welcher Sinn steckt dahinter? Welche Befriedigung hat man dadurch? - Da rennt was schief! Traurige Tatsache daß der Mensch als Hobby schießt. Schämen sollte sich der Mensch der andere hilflose Geschöpfe vernichtet.

Pony81, Freitag, 3. Oktober 2008 13:34

Pony81,

wie gerade einen Beitrag weiter oben erläutere ich aus dieser Seite Was tun Jäger? solche Fragen.

Waidmanns Heil, Lutz Möller

„Volksstimme“

an diesem Wochenende

Moin moin,

so einen schlecht recherchierten und vor Fehlern strotzenden Zeitungsartikel habe ich selten zu Gesicht bekommen. Es fängt schon mit „Freizeitspaß Jagen“ - idiotisch an. Kein Wunder, daß der Widerhall in der Bevölkerung für die Jägerschaft nicht allzu gut ist.

Torsten, Sonntag, 22. Februar 2009 19:28